Fotoeinsteiger braucht entscheidungshilfe

  • Hallo zusammen,


    mein Name ist Patrick, ich bin 34 und wohne in NRW. Als Astro- Wiedereinsteiger und Neueinteiger in der Astrofotografie bräuchte ich einmal die Hilfe von euch Profis Zur Vorgeschichte: Ich war / bin schon immer von den Sternen und Himmel fasziniert gewesen und hatte auch als kleines Kind schon die üblichen "Kaufhausteleskope" um den Mond zu beobachten. Als ich etwas älter wurde, habe ich mein erstes Newton bekommen, ein 114/900 von Bresser. Leider erkannte ich recht schnell dass dieses Teleskop- und erst recht die Montierung nicht sehr geeignet waren.



    Lange wollte ich mir meinen Traum von "einem richtigem" Teleskop für die Astrofotografie erfüllen und plane dies nun. Ich möchte gerne auch etwas visuell beobachten- auch ab und an etwas die Planeten aber hauptsächlich soll das Teleskop für Nebel und Galaxien eingesetzt werden- visuell und fotografisch.



    Nach einigem Stöbern stieß ich auf einen 203/1623 RC auch obwohl ich wusste das die F8 für die Fotografie nicht so geeignet waren. Daher schwankte ich zwischem Diesem und einem 203/ 800 Newton.



    Leider fand ich hier im Forum recht wenig was direkt meine Fragen behandete und ich rief daher bei einem Internet-Shop an und holte mir dort Fachberatung. Der erte Berater sagte mir, der RC mit 1623 wäre sehr gut und mit einem Reducer gut für die Fotografie, der zweite schlug fast die Hände überm Kopf zusammen und riet mir davon ab, da er viel zu lang sei (was ich mir zwar auch schon dachte, aber ich verließ mich auf die Aussage des Ersten der sei aufrund der kurzen Bauform sehr gut für die Fotografie da er nicht so Windanfällig sei.)



    Der zweite Berater riet mir zu einer kürzeren Brennweite um 800. Ich entschied mich also um, doch wieder einen Newton zu nehemen und den RC außen vor zulassen.


    Gesehen habe ich aber auch viele gute Bilder mit dem RC und dem CCD47 Reducer


    Daher nun meine Frage an euch:


    Soll es ein 203 / 800 Newton oder ein 203/1634 RC werden?


    Ich habe mir viele Bilder angeschaut auf Astrobin zb. Aber dort gibt es Bilder von dem einem, aber auch von dem anderen. Daher hilft mir das nicht so weiter- oder ist tatsächlich eigentlich egal weil beide noch gut sind?


    Als Stativ habe ich eine CGEM2 gekauft, eine ZWO Asi 294 MMC Pro Farbkamera, und ein Guiding- System. (mal abgesehen vom Üblichem Zubehör wie Okulare etc.)

    Mir riet der zweite Berater wie gesagt vom RC ab, weil starke Obstuktion, schwer zu justieren, "lichtschwach" (halt "nur" f/8)... klang für mich erstmal plausibel


    Den RC kann ich mit Reducer auf f/5 bringen und ungefähr Brennweite um die des Newton, aber beim Newton hätte ich f/4 und wenn ich mal näher ran will, könnte ich ne Barlow nehmen ungefähr also Brennweite des RC.. also eigentlich doch Jacke wie Hose... (oder? ) Was ist daher aus eurer Sicht besser und WARUM ?


    Ich muss gestehen ich habe in meinem Übereifer den RC schon bestellt gehabt, dann wegen einer anderne Frage noch einmal angerufen und den anderen Berater dran gehabt und wollte dann den RC stornieren, was nicht mehr ging. Habe dann den Newton bestellt und somit nun beide hier und wollte den RC wieder zurücksenden.


    Besser gefallen - rein vom haptischen her- gefällt mir der RC. Der Rückseitige Auszug mit dem Monorail gefällt mir eigentlich ganz gut, und auch die Qualität des Tubus überzeugt mich. Aber man soll ja von logischen Gesichtspunkten ausgehen und nicht von "find ich schöner" (- taugt nur dann leider nicht für was ich machen will)


    Danke Euch allen und Gruß


    Patrick

  • Hallo Patrick,


    ja, jetzt würde das mit dem Kind und dem Brunnen kommen. Egal.

    Vorab: auf den zweiten Berater hättest Du hören sollen - jedenfalls das mit dem RC: ohne Erfahrung und selbst mit dem notwendigen Equippment wirklich nicht einfach zu justieren. Vor allem für einen Anfänger meiner Meinung nach nicht geeignet. Die Obstruktion ist beim Fotografieren nicht das Thema, aber für visuell eher nicht geeignet. Und dann noch die zusätzliche Ausrüstung wie OAG, Filter und das schwierigere Guiding, die richtigen Abstände zwischen CCD47 und Kamera mit und ohne Filter.... Ich hab jetzt nach einem Jahr meinen RC einigermaßen im Griff. Hab vorher aber schon mit einen Refraktor fotografiert.

    Versuche, dass der Händler das RC wieder zurücknimmt. Ansonsten wieder verkaufen oder aufheben und in zwei, drei Jahren Dich dran setzen. Dann suchst Du vielleicht eh eine neue Herausforderung.


    Was den Newton angeht mit f/4 ebenfalls als Anfänger nicht ohne. Er ist auf alle Fälle leichter zu justieren.

    Aber da werden DIr sicher andere mehr erzählen können.

    Jedoch brauchst Du keine Barlow, um "näher ran" zu kommen (wenn es nicht gerade um Planeten geht).

    Mit einer passenden Kamera, ein gut justiertem Teleskop mit gutem Guidung kannst Du manchmal mehr erreichen als mit hoher Brennweite (siehe auch astronomy.tools - Field of view). Die Bildausschnitte mit 800mm und 1088mm Brennweite unterscheiden sich nur geringfügig. Und bei 1625mm Brennweite braucht Du wieder richtig gutes Guiding/Seeing. Und wenn Du dort weiter schaust, wirst Du viele Objekte finden, die kleine Brennweiten erfordern.


    Die CGEM2 wird beide gut tragen. Das Thema Windananfälligkeit ist meines Erachtens nicht so kritisch. Klar, das RC ist kleiner und bietet weniger Angriffsfläche als der Newton, aber wenn Du einigermaßen windgeschützte Ecken nutz beim fotografieren, dann sollte es kein Thema sein.

    Fang mal mit dem Newton und der passende Ausrüstung an. Da wirst Du für den Anfang genug Ausdauer brauchen.

    Aber Du wirst das schon hinbekommen. Und nicht gleich zu viel verlangen. Alles braucht seine Zeit.


    CS

    Chris

    TS APO 115 f/7, TS RC10" f/8 Carbon, AZ-EQ6GT, ASI294MC-Pro, InfinityC, EOS6da, ASI120mini

  • Hallo Patrick,


    beide Teleskope sind für einen Anfänger für Deep Sky Fotographie nicht gut geeignet. Da hat man dich leider falsch beraten. Wenn du es einfach haben willst und auf optische Justage verzichten möchtest, nimm einen Refraktor mit entsprechendem Flattener oder Reducer.

    Wenn es etwas preiswerter seien soll, nimm einen F5 Newton z.b aus der Skywatcher PDS Reihe und den GPU Komakorrektor. Dann musst du aber kollimieren. Ansonsten sind die recht gutmütig, was Fokuslage etc betrifft. Wenn es unbedingt ein F4 sein soll, dann nimm bitte einen hochpreisigen Carbonnewton z.b. von Lacerta. Den musst du nicht jedesmal neu kollimieren wie andere F4 und auch die Fokuslage ist bei der üblichen Temperaturänderung über Nacht recht stabil.


    Gruß

    Fried

  • Hallo Euch beiden,


    vielen Dank für die ehrlichen Meinungen.


    zu Chris: der Kauf ist erst einige Tage her und so würde der Händler ihn über das 14 Tägige Rückgaberecht zurücknehmen. Ich bin kein Freund von " ich kaufe mal alle 5 und schiecke 4 zurück"- also das bitte nicht falsch verstehen. Ich habe noch versucht ihn zu stornieren, aber da war er gerade aus dem Lager. Er steht auch noch eingepackt bei mir im Keller und so denke ich wird das kein Problem sein.


    Da ich jetzt- sagen wir mal- nicht technisch unbegabt bin und durch meinen Beruf als Informatiker auch mit Technik etc. umgehen kann, denke ich dass ich das mit den diversenen Programmen zur Bildbearbeitung etc. schon hinbekommen werde. wie du sagst- es braucht alles seine Zeit und Übung macht den Meister.


    Fried

    Der F4 Newton ist schon ein Carbontube, da ich auch von der veränderung der Fokuslage über nacht durch den Temp- Drift gelesen habe. Ich denke ich werde dann dabei bleiben.


    Dann steht es für mich fest: RC geht zurück und mit dem Newton üben, üben, üben.


    Danke Euch :)


    Gruß

    Patrick

  • Hallo Patrick,


    alles gut. Das hatte ich auch so herausgelesen, dass Du hin- und hergerissen warst und am Ende der Versand nicht mehr gestoppt werden konnte. Dann kannst Du den RC ja in Ruhe zurückschicken.

    Hab gerade in einem anderen Thread gelesen, dass Du beim Newton schon voll dabei bist.

    Wird Dir sicher Spaß machen :)


    CS

    Chris

    TS APO 115 f/7, TS RC10" f/8 Carbon, AZ-EQ6GT, ASI294MC-Pro, InfinityC, EOS6da, ASI120mini

  • Hallo Patrik,


    für eine gute Beratung sind einige Variabelen wichtig:

    - Wo willst du Beobachten? Fest im Garten (Sternwarte) oder eher Mobiel "auf dem Feld".

    - Ich gehe mal von Deepsky objekten als ziehl aus, wenn nicht, bitte angeben. Da eher Galaxien oder Nebelstrukturen?

    - Wie ist dein Budget im groben? Es ist ja nicht nur mit Teleskop und Montierung getan.

    - Wie sieht es micht Technik aus, ist etwas vorhanden z.B. Laptop?


    Wichtig ist zu wissen, das wichtigste ist die Montierung, die hast du ja schon.

    Die Montierung sollte man fotografisch nicht so hoch belasten, also so um 65% der maximalen Auslastung. Bei dir ca 12 kg.

    Denke daran, da gehört alles zu war auf der Teleskopseite mitfährt.


    Dann würde ich am Anfang für kleinere Brennweite voten, da je größer die Brennweite wird, wird die Nachführung aufwändiger.

    Mach dir also auch gedanken zum Autoguiding, egal ob mit Laptop und PHD2 oder mit MGEN und Co.

    Wenn du höhere Brennweiten hast, solltest du auch über Platsolving zur Objektfindung nachdenken.

    Daher ist es schwer was zu sagen was das richtige für dich ist.


    Bis dann, Sven

    Anfänger seit 2019

    EOS 70 D & DA

    EFs 18-135 USM; EFs 18-55 FST

    114/900er Fotoumbaunewton, 200/800er Newton

    CEM25P + Guidingcam und PHD2

    Meine Ergebnisse

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