Suche nach dem Weg zur Parabel

  • Hallo Alex,
    nachdem ich die Daumenrille im Foucaultbild sah, hatte ich auch den Eindruck, daß ich da nicht richtig reagiert habe!


    Zu A) der Rand wurde von mir beim Polieren etwas vernachlässigt, weil ich Angst hatte, den Rand runter zu ziehen!
    Zu B) das wird jetzt meine Hauptaufgabe und versuche zunächst mit meinem großen Tool den neutralen Strich zu finden und hoffe, daß ich auf diese weise auch die Rille wieder glätten kann!


    Meine erste Idee war, noch eine Rille dicht am Rand zu platzieren!
    Dann hab ich mich über mich selbst geärgert, bis jetzt habe ich mir viel Mühe gegeben den Rand nicht runter zuziehen und jetzt würde ich mir die Randzone unnötig mit Rillen verbauen!
    Vor allem, wenn man damit keine Erfahrung hat!


    Gruß Peter

  • Hallo Peter,


    Das allerwichtigste ist eine Pechhaut, die überall gleichmäßig Kontakt hat und komplett ruckelfrei läuft. Wenn du damit polierst, wirst du sehen können, wie die Rille verschwindet und was mit dem Rand passiert. Danach würde ich einfach eine Weile weitermachen, die Striche leicht verändern, sehen was passiert und ausführlich dokumentieren.


    Ein guter Anhaltspunkt ist der Beugungsring um die Spiegelkante. Wenn der wirklich um den ganzen Umfang zu leuchten beginnt bist du schonmal auf dem richtigen Weg.


    Ich werd mich jetzt zurückhalten mit Mutmaßungen und Tipps zu Strichführung etc., ich lerne immer mehr dass es da zu viele Variablen gibt, um mit meiner subjektiven Erfahrung Tipps geben zu können.


    Ansonsten ist auf Stathis' Website ist eigentlich alles nötige beschrieben. Es ist auch ratsam, sich an einen "Mentor" zu halten, da es unzählige, zum Teil komplett konträre Rezepte zum Erfolg gibt, die man nicht einfach so mischen kann.


    Viele Grüße
    Alex

  • Hallo Alex,
    der Astrotreff ist mein „Mentor“ und ich hoffe aus dieser Sackgasse des zurückgebliebenen Randes wieder raus zu finden! Notfalls kann ich ja immer noch zum Feinschliff zurück!
    Nun denn! Die Rille ist weg.
    Der Spiegel hat laut geschrien und gequietscht, bis die Rille verschwunden war!
    Der zurückgebliebene Rand ist wohl etwas besser geworden.



    Mit meiner großen Pechhaut habe ich halbe gerade und ovale Striche mit ca. 1/3 Überhang poliert.
    Die Pechhaut greift auch über das ganze Tool und saugt sich jetzt schnell fest!
    Ob das hilft, wenn ich nochmal eine Rille, ganz außen am Rand platziere?
    Oder soll ich einfach so weiter polieren?
    Der Weg zur Parabel geht wohl nur über den auspolierten Rand?


    Übrigens, die Ursache meiner Kratzer habe ich gefunden! Den Spiegel habe ich immer mit einem vermeintlich sauberen Tuch abgedeckt, in das sich wohl ein Schleifkorn eingenistet hat!
    Jetzt benütze ich nur noch frische Haushaltstücher.

  • Hallo Peter,


    Ich kann kein Beispiel finden, wo jemanden empfohlen wurde wegen eines zurückgebliebenen Randes zum Feinschliff zurückzukehren. Das ist auch bei dir nicht der Fall, zumal - wie schon erwähnt- erstmal die Ursache dafür gefunden sein will.


    Der Rand hängt immer noch deutlich zurück, nach korrekt angewandter Daumenmethode sollte das eigentlich passé sein.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Der Weg zur Parabel geht wohl nur über den auspolierten Rand?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote"> Was meinst du damit? Du möchtest ja einen vollständig polierten Spiegel haben, oder? Es gibt keine Abkürzung.


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=257645 hier siehst du, wie Rand und Kante aussehen können und sollen.


    Viele Grüße
    Alex

  • Das sieht doch gar nicht so schlecht aus. Du musst mehr Aktionen im Bereich 80-100% machen , also zuerst bis kurz vor der Kante, und dann auch mit etwas Überhang, erst einmal sehr kurze Striche, alles TOT. Diese kann man dan später allmählich vergrößen bis zu 1/3 Strich und Überhang. Zwischendurch immer wieder die Kante im Foucault ansehen und die Entwicklung beobachten. Es gilt, den Wendepunkt des Hügels. der vor dem Abfall ist, weiter zur Kante zu bringen. Zuerst den Randbereich richtig stellen, dann den Rest. Erst wenn die Kante rundherum in etwa gleich leuchtet ist sie auch einigermaßen scharf, und der abgefallene Randbreich beseitigt. Sehr wichtig ist, das die Pechhaut genau passt. Also immer schön kalt- oder jenachdem auch warmpressen.

  • Hallo Alex, Hallo Gerhard,


    Nach so einigen Versuchen mit dem Daumen und Mini Tools habe ich den Tipp von Gerhard aufgegriffen und mit einem 20cm Tool, kurzen geraden Strichen zuerst ohne Überhang, später mit leichtem Überhang, den zurückgebliebenen Rand bearbeitet.
    Das hat jetzt Wirkung gezeigt!
    Das Zwischenergebnis sieht so aus:




    Auf dem hellen Bild kann man noch die Reste der Daumenrillen sehen.
    Da muß ich noch weiter polieren.
    Beim Foucaulttest kann ich den zurückgebliebenen Rand nicht mehr erkennen.
    Ich habe den Eindruck, daß ich der Sphäre schon näher gekommen bin!
    Den Rand und die Oberfläche kann noch besser werden!


    Alex, zu deiner Frage bezüglich auspoliertem Spiegel, so ist das für mich klar, den Spiegel so gut wie möglich zu machen! Es bleiben zwei Kratzer, eine kleine Luftblase und eine paar Pits über den Spiegel verteilt, die bekomme ich nicht weg. Soweit bin ich als Anfänger aber zufrieden.


    Sorgen bereiten mir die verschiedenen Programme zur Auswertung der Spiegeloberfläche!
    Da habe ich noch keinen Plan.
    Ich hoffe mit der Couder Maske zum Ziel zu kommen.


    Gruß Peter

  • Hallo Peter,
    Der Randbereich ist besser geworden aber immer noch abgesunken, siehe Schatten zum Rand hin. Ich würde die Striche bis zu 1/3 Länge und seitl. Überhang ausführen. Erst weninger, dann mehr und etwa alle 5 min. die Auswirkungen der Aktionen mit dem F-tester ansehen. Zur besseren Beurteilung des Fortschrittes habe ich den Bereich etwas vergrößert abgelichtet (gleiche Einstellungen an der Kamera) und die Bilder nebenaneinder gelegt und verglichen.

  • Hallo Gerhard,
    mit meiner großen Pechhaut habe ich folgendes erreicht:



    Ich habe jetzt in 5 bis 10 Minuten-Schritten, erst mit kürzeren Strichen ohne Überhang, dann die Striche bis max. 1/3 Striche verlängert mit leichtem Überhang (ca3cm), poliert.


    Wenn ich das richtig verstanden habe, zeigt der noch verbleibende größere KR an der linken Seite, beim Einführen der Messerschneide von links, den abgesunkenen Rand an!?
    Das bedeutet weiter polieren und der Kraterrand, wenn ich alles richtig mache, wandert noch etwas zum Rand hin?


    Gruß Peter

  • Hallo Peter,
    sieht doch gut aus, es fehlt nicht mehr viel. Du kannst den seitl. Überhang und die Strichlänge sukzessive noch etwas größer ausführen. Aber immer in kurzen Schritten und natürlich immer wieder im F-Tester ansehen.

  • Hallo Gerhard,
    jetzt hab ich einen Punkt erreicht, bei dem ich nicht so richtig weiter komme! Mit 3 bis 4cm Überhang und max. 1/3 Strichlänge habe ich in kleinen Schritten weiter poliert, es hat sich das Zentrum verändert, obwohl die Pechhaut über die ganze Fläche gegriffen hat.



    Ein Fortschritt des Randbereichs kann ich so jetzt nicht erkennen.
    Ich muß zugeben, eine gewisse Ratlosigkeit bremst meinen Schaffensdrang!


    Gruß Peter

  • Hallo Peter,
    wenn es nicht voran geht, muss man die Sessions deutlich verlängern, oder was komplett anderes machen.
    Kannst du ein Bild deiner aktuellen Pechhaut zeigen? Sie scheint In der Mitte und am Rand schwächer, in der 70% Zone dagegen stärker zu greifen.
    Du könntest sie modifizieren, indem du sie etwas ins heiße Wasser legst und anschließend einzelne Pechkrümel in die Mitte und vor allem am Rand eindrückst. Danach Kanäle neu eindrücken und warm anpassen. Die Kanäle müssen in der Mitte mindestens so breit sein, wie am Rand, sonst polierst du dir ein Loch in die Mitte.

  • Hallo Stathis,
    hier das aktuelle Pechtool. Die Rillen sind immer mehr zugegangen.
    Ich werde versuchen die Rillen nochmal nachzuarbeiten, damit auch das Anpassen
    der Pechhaut besser geht.



    Was kann ich noch machen, um die Veränderung des Randes besser zu verstehen?


    Gruß Peter

  • Hallo Peter,
    ansich sieht doch alles ganz gut aus - durch die Striche TOT soll ja
    der ROC länger werden und sich dem Rand annnähern. Es wäre nicht
    zielführend den Mittelberg einzuebnen da sich damit der ROC wieder
    verkürzt und die Pechhaut sich dem kurzen ROC wieder anpasst. Ich würde die "Ochsentour" beibehalten und weiter TOT mit Drittelstrichen den ROC
    verlängern bis der Rand erreicht ist. Aus meiner Sicht ist der Randbereich bereits flacher geworden ( Steilheit )
    Beste Grüße, Joachim

  • Zwischenbilanz


    Grobschliff auf Pfeiltiefe 3mm, Taschenlampenreflex bei 2,75m.
    Nach dem Feinschliff, Taschenlampenreflex bei 2,7m.
    Die ersten Polierversuche zeigten nach 2 Stunden einen gleichmäßigen Glanz.
    Nach ca. 5 Stunden Polierzeit wurde das Schattenbild ständig merkwürdiger!
    Arbeitsunterbrechung für fast ein Jahr! Zeit zum Nachdenken und Lesen !


    Im Astrotreff um Rat gefragt! Mehrere typische Anfängerfehler aufgedeckt!
    Ein zurückgebliebener Randbereich hat mich sehr beschäftigt!
    Den Umgang mit dem Foucault-Tester geübt und den Tester x-mal umgebaut.
    Gemessener Krümmungsradius an der Messerschneide 2,7m (mit Meterstab gemessen).


    Jetzt bin ich mir sicher ich poliere schon nahe an der Sphäre, wohl noch mit einem abgesunkenen Rand. Es fehlt mir nur noch der Hinweis, wann macht es Sinn, mit dem Parabolisieren anzufangen?


    Nach Stathis Stufen bin ich bei 8 angekommen, auspolieren werde ich nicht schaffen, da müßte ich zum Feinschliff zurück, um die beiden Kratzer und die restlichen Pits weg zu bekommen!
    Vermutlich habe ich beim Übergang zum Feinschliff, den Grobschliff nicht richtig ausgeschliffen und so sind mir die restlichen Pits geblieben.


    Joachim hat schon angedeutet, daß ich wohl eine „Ochsentour“ fahre und ich werde noch eine gewisse Zeit so weitermachen, in der Hoffnung, daß mir noch die Augen geöffnet werden!


    Die vergangenen Tage habe ich mich im Forum mal intensiver umgesehen und festgestellt, daß sich
    für mich immer mehr neue Fragen stellen.
    Bringt mich FigureXP weiter, falls ich das Programm finde?
    Was ist ein PDI-Meter?
    Woher kommen die viel diskutierten Strehl Zahlen?


    Mein Ziel, diesen Spiegel fertig zu bekommen, habe ich immer noch im Blick!

  • Hallo Peter,


    ein PDI ist ein spezielles und recht einfach zu bauendes Interferometer. Deinen Spiegel könntest Du damit sehr gut vermessen und hättest eine gute Basis für die Korrektur/Parabolisieren.
    ABER: Man macht dann eine neue Baustelle auf. Falls Du vor hast später mal einen anderen oder größeren Spiegel noch zu schleifen, schadet es nichts, Dich schon jetzt damit vertraut zu machen.


    Kurt hat eine schöne Einführung zum PDI geschrieben.
    http://www.astrotreff.de/topic…HIVE=true&TOPIC_ID=143437


    Das Material bekommst Du von Michael Koch
    http://www.astro-electronic.de/pdi.htm


    Kannst Dich ja mal einlesen und dann entscheiden, ob das was für Dich ist.


    Viel Erfolg
    Gerhard

  • Hallo Gerhard,


    da hat Kurt wirklich eine sehr ausführliche Einführung zum PDI geschrieben!
    Jetzt weiß ich wenigstens worüber hier geredet wird.
    Du hast aber recht, ich würde mir eine neue Baustelle aufmachen!
    Ich muß zusehen, daß ich mein Projekt gut zu Ende bekomme. Lust auf mehr ist vorhanden, leider habe ich viel zu spät diese Leidenschaft entdeckt!


    Danke für die Links!
    Peter

  • Hallo,
    ich hoffe ich bekomme das hin!


    Hier meine Couder-Maske mit fünf Zonen, angefertigt nach Stellafane und
    mein Foucault-Tester mit eingebauter Camera. Das Teleobjektiv ist auf
    eine Brennweite von 100mm eingestellt, damit ich das Foucault-Bild besser betrachten kann.




    Ich habe jetzt mit den Parabolisierstrichen angefangen, zunächst mit
    langen W-Strichen abwechselnd mit kürzeren W-Strichen. Bisher hat
    sich noch nicht viel gezeigt, bis auf eine kleine Mulde in der Mitte.

    Wenn ich was meßbares erhalte melde ich mich wieder!


    Gruß Peter

  • Hallo Allerseits,

    wie schnell doch aus einer kleinen Mulde ein schönes Loch wird!




    Mit den Parabolisierungsstrichen darf man wirklich nur in kleinen Schritten arbeiten.

    In der Zwischenzeit habe ich einiges ausprobiert und für mich festgestellt, daß ich mit einem 80% Tool gut zurecht komme!

    Kleinere Korrekturen habe ich mit einem 8cm Tool durchgeführt .

    Mit FigureXP sieht der Spiegel jetzt so aus:



    Mit der 5-Zonen Couder-Maske hatte ich so meine Probleme den Randbereich zu bestimmen.

    Eine 7-Zonen Couder-Maske hat dann den abgesunkenen Rand genauer bestätigt!

    Ich gehe mal davon aus, daß mir das FigureXP Bild einen relativ guten 8,5 Zoll Spiegel zeigt, wenn ich den Rand des Spiegels abdecke!?

    Es ist jedenfalls noch genügend Verbesserungspotential vorhanden!


    Zunächst werde ich diesen Spiegel erst mal ruhen lassen und einen Gitterohr-Dobson bauen, damit ich den Spiegel erst mal am Himmel ausprobieren kann.

    Für den weiteren Werdegang meines 10 Zöllers wird wohl eine Rückkehr zum Feinschliff nötig sein, damit der abgesunkene Rand korrigiert werden kann?

    Was meinen hier die Experten dazu? Einen Neustart gebe ich mir noch! :thumbup:


    Gruß Peter

  • Hallo Peter,


    von den Messdaten sieht der Spiegel sehr gut aus. Hast Du schon mit einem kurzbrennweitigen Okular auf Asti gestestet? Foucault-Bilder zu deuten, ist so eine Sache. Für mich sieht das aus, als hätte der Spiegel ein Loch in der Mitte. Aber wie gesagt, das kann täuschen. Wenn Deine Messdaten stimmen, dann ist er auf jeden Fall fertig, wenn er ansonsten keine Asti hat. Die Kante kannst Du ja abblenden am Teleskop und schauen, was sich am Bild ändert.


    Glückwunsch!


    Viele Grüße

    Gerhard

  • Hallo Gerhard,

    danke für Deine Einschätzung!

    Nachdem ich mich mit dem Messen der Coudermaske und dem Programm FigureXP eingearbeitet habe, bin ich nur noch den Schnittweitenmessungen gefolgt und habe versucht die ausgewerteten Programmkurven zu verbessern! Das Foucaultbild selbst habe ich nur noch zweitrangig beachtet!

    Leider hat meine Kamera jetzt den Dienst verweigert und der Auslöser geht nicht mehr!

    Das folgende Foucaultbild habe ich mit einer geliehenen Kamera gemacht und das ist der aktuelle Stand
    meines Spiegels, passend zur letzten FigureXP Auswertung.



    Was mich immer noch beschäftigt ist die Beurteilung und Messung des Randbereiches!

    Jetzt bin ich der Überzeugung, daß ich schon viel früher mit dem Parabolisieren hätte anfangen müssen!

    Vielleicht mache ich doch noch eine neue Baustelle auf und baue ein PDI ?


    Zunächst ist aber erst mal die Fertigstellung meines Dobson an der Reihe.

    Es bleibt spannend!


    Gruß Peter

  • Hallo Peter,


    also dieses Foucault-Bild sieht für mich sehr vielversprechend aus. In der Mitte noch ein kleiner Berg, der liegt aber im Schatten des Fangspiegels.

    Da würde ich nun auch nichts mehr dran machen, schon gar nicht mit Blick auf die Messdaten.


    Das PDI: Ich finde es macht sogar eher weniger Arbeit als Foucault. Bilder mit der Kamera machst Du ja schon. Das ist beim PDI das Gleiche. Eine Auswertung über ein PC-Programm machst Du auch mit Foucault. Das machst Du beim PDI auch. Ich meine vom Aufwand schenkt sich das nichts.


    An Deiner Stelle, würde ich mich nun aber auch an den Bau des Teleskops machen. Den Spiegel testen und nur dann, wenn je etwas wäre, mir Gedanken über ein PDI machen.


    Gutes Gelingen

    Gerhard

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