Wiedereinsteiger sucht Teleskop

  • Hallo Sternenfreunde


    als Jugendlicher hatte ich mal ein Netwon 114x900.
    Ich spiele schon länger mit dem Gedanken mein altes Hobby wieder aufleben zu lassen. Deshalb habe ich mal angefangen mich "aufzuschlauen", was es so heute alles gibt (Maksutov, Dobson z.B. waren mir gar nicht bekannt).


    So nach und nach hat sich dann bei mir der Wunsch nach einem Dobson Gerät entwickelt: einfache Handhabung, Fotografieren möche ich erstmal nicht, Deep Sky aber schon.
    Goto, Push to etc. brauche ich nicht. Da kaufe ich mir lieber ein schönes Weitwinkel Okular.


    Ich bin noch am Schwanken zwischen 8" und 10". Einerseits ist da ja schon der Wunsch nach mehr Licht, andererseits muss ich das Gerät auch tragen/transportieren können (wir wohnen nach http://www.lightpollutionmap.info in einer 5er Region, da könnte sich der ein oder andere Ausflug lohnen...)


    Ich bin dann auf das Skywatcher Skyliner-250PX /10 Dobson 254/1200mm gestoßen, dass zumindest etwas "kompaktierbar" zu sein scheint. Hat jemand Erfahrung damit? Ähnliche Geräte gibt es auch von Meade und Explore Scientific.


    Da das Skywatcher noch einen "Resttubus" hat, kam mir der gedanke, ob nicht eine spätere Aufrüstung mit parallaktischer Montierung möglich wäre. Die Frage ist, ob der Resttubus lang genug ist...


    Noch eine weitere Frage habe ich: Wie kann ich Gleichgesinnte in der Nähe finden? Es gibt die Starkenburg Sternwarte (Heppenheim) in der - na ja - mittleren Nähe. Ich habe ein bisschen gesucht, aber sonst nicht wirklich viel gefunden.


    Also dann "gut Licht" und schon mal vielen Dank,


    Udo

  • Hallo Udo,


    der Skyliner-250PX lässt sich zwar zusammenschieben, aber der Tubus ist schwerer als die üblichen mit Volltubus. Schuld daran sind die dickeren Endringe an den Tubusteilen. Und die Rockerbox baut auch etwas höher.


    Dazu zeigt er mit f/4,7 schon deutlich mehr Koma als die anderen 10"er mit f/5 und das stellt damit höhere Ansprüche an weitwinklige Okulare, wenn man halbwegs gute Abbildung bis zum Bildfeldrand möchte.


    Schau dir auch mal die Dobson auf dieser Seite an (klick mich)- hier kannst du auch dasZubehör weitgehend frei zusammenstellen und vor Ort oder per Telefon erhältst du eine sehr gute Beratung.


    Gruß
    Stefan

  • Kaum auf "senden" geklickt, und schon Antwort bekommen - vielen Dank Stefan :)
    Werde jetzt mal "klicken"... ;)


    Apropos "Und die Rockerbox baut auch etwas höher" - Ich glaube das wäre gar nicht sooo schlecht, da ich mit 1.90m auch etwas "höher" bin.
    In einem Video habe ich gesehen, dass ein Kollege den Tubus sein 12" Dobsons so gedreht hat, dass der Okularauszug parallel zur Kipprichtung liegt, da ihm das sonst zu niedrig war.

  • Hallo Udo,


    da ich mit meinem 10" Dobson auch oft unterwegs bin, habe ich Wert auf Stabilität und wenig Gewicht gelegt und bin bei diesem Tubus angekommen: https://www.teleskop-express.d…kop-mit-Carbon-Tubus.html


    Das empfinde ich auch als Grenze für transportable Volltuben. Ab 12" würde das unhandlich.


    Selbiger ruht auf einer Rockerbox aus der Werkstatt von Dieter Martini (http://www.dietermartini.de/).


    Die Rohrschellen und Höhenräder hat D. Martini ebenfalls gefertigt. Das hat den Vorteil, dass der Tubus gut ausgewogen gelagert werden kann. Bug- oder Hecklastigkeit ist somit kein Thema mehr. Die Höhenräder sind faktisch Höhenringe (50mm)und dienen beim Transport des Tubus als solide Griffe. Der Tubus hat rd. 12 kg Gewicht, das kann man mit besagten "Griffen" noch gut durch eine Türzarge tragen ohne in die Knie zu gehen. Die Rockerbox wiegt dann nochmal gut 3 kg.


    Am Dobson nutzt Du am besten einen Beobachtunshocker oder -stuhl, damit sitzt Du entspannt und kannst genießen. Die vornüber gebeugte Haltung wird man schnell leid.


    Den Okularauszug nach "oben" auszurichten ist ganz nett, wenn man mit mehreren Menschen beobachtet und ums Teleskop steht, dann jeder eben schnell gucken; man kommt von beiden Seiten gleich gut ran. Aber für die entspannten Beobachtungsnächte bietet sich der OAZ zur Seite hin an, eben dann mit Stuhl ergänzt. Ich nutze einen Hocker mit Gasdruckfeder, was sich für mich wegen der stufenlosen Verstellung mit einem Griff(wie beim Bürostuhl)bewährt hat.


    Wenn Du nicht nur bequem sitzen willst, sondern auch bequem finden möchtest baut D. Martini auch digitale Teilkreise an die Rockerbox.


    Stefans Hinweis zum Vergleich der Öffnungsverhältnisse (4,7 versus 5) ist auch nicht ausser Acht zu lassen. Mit den Anforderungen an die Okularqualität steigt auch schnell der Preis/Stück.

    "Hängst hier die ganze Zeit rum und wartest auf uns"

    Fünfhundertsechundsiebzig Milliarden Dreitausendfünfhundertneunundsiebzig Jahr", sagte Marvin. "Ich hab sie gezählt."...

    Die ersten zehn Millionen Jahr waren die schlimmsten...und die zweiten zehn Millionen Jahre waren auch die schlimmsten.

    Die dritten zehn Millionen Jahre haben mir überhaupt keinen Spaß gemacht. Danach habe ich ein bisschen die Lust verloren"

    (D. Adams)

  • Hallo Udo,


    habe jetzt erst gesehen daß der Skyliner 250 ja nur 1200mm Brennweite hat und damit auf F/4.7 kommt, wie schon von Uwe und Stefan geschrieben .
    Mein Teleskop von gestern abend hat auch F/4.7, da haben damals die Hyperions nicht mehr so richtig gut ausgesehen .
    Stefan hat ja auf Intercon Spacetec verlinkt, dort gibt es z.B. diesen 10 Zöller mit F/5 und Stangen, also auch kompakt zu zerlegen, und nicht allzu hohem Gewicht .
    Vielleicht hat jemand hier im Forum diesen Dob und kann etwas dazu sagen ?


    viele Grüße,
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    Danke für den Tipp!


    Ja die F/4,7 sind schon ein Problem. Das Skywatcher 12" Flextube kommt immerhin auf F/4,9. Auf https://skynews.ca/review-sky-…r-synscan-goto-dobsonian/ gibt es ein Review zu dem Gerät (englisch).
    Dann habe ich noch dieses hier gefunden: Orion SkyQuest XX12i - ebenfalls F/4,9. Orion scheint in Deutschland nicht sehr verbreitet zu sein, wird aber z.B. von http://www.teleskop-spezialisten.de angeboten.
    Vielleicht hat ja einer hier im Forum Erfahrung mit dem Teleskop?


    Also ich tendiere schon sehr zu einem "kompaktierbaren" Gerät (Flextube o.ä), da wir öfter auch mal in den Schwarzwald fahren (900m ü NN). Ein Flextube 12" bekomme ich vielleicht noch in den Alhambra ohne das die Kinder zu Fuß laufen müssen ;)
    Nach meinem Besuch auf einer Sternwarte in der Nähe tendiere ich ebenfalls stark zu Goto, allein wegen der Nachführbarkeit. Das manuelle Aufsuchen macht mir schon Spaß (ich erinnere mich an meine ersten Gehversuche mit dem 114mm Newton vor 35 Jahren ;) und den würde ich mir von Goto auch nicht nehmen lassen.


    Also 10" oder 12", dass ist hier die/meine Frage.


    Bzgl Okulare - welche kommen bei F/4,7 bzw F/4,9 denn in Frage? Als Brillenträger mit Astigmatismus brauche ich auch einen großen Augenabstand.


    Viele Grüße
    Udo

  • Hi Udo, <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Apropos "Und die Rockerbox baut auch etwas höher" - Ich glaube das wäre gar nicht sooo schlecht, da ich mit 1.90m auch etwas "höher" bin. <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Falsch gedacht, der Einblick ist deswegen nicht höher, nur der Scherpunkt des Tubus liegt höher und deswegen muss die Rockerbox höher ausfallen.


    gruß
    Stefan

  • Nach einem Gespräch mit einem Händler bin ich von Goto wieder weg. Er meinte es gäbe aus seiner Sicht viele Reklamationen, die von den Herstellern aber nicht als Garantiefall anerkannt würden.
    Außerdem wollte ich eh nur die Nachführung, und das kann man ja auch mit einer Dobson EQ Plattform erreichen.


    Da die Orions und auch Skywatcher FlexTubes doch sehr schwer sind (&gt; 30kg), habe ich mich weiter auf die Suche begeben, und bin bei Taurus gelandet:
    https://www.taurustelescopes.com/en/taurus-t300/
    Das kommt komplett auf 16 kg :)



    Kennt jemand diese Geräte?
    Sie bieten den Standardspeigel mit Lambda 1/4 an und einen Schottspiegel mit Lambda 1/8 (bzw. Taurus schreibt von P-V 1/4 bzw 1/8) und besserers Auskühlverhalten für über 400€ Aufpreis.


    Ich verstehe den theoretischen Unterschied bzgl der Rauheit der Spiegeloberfläche, aber wie sieht das in der Praxis aus? "Sieht" man da wirklich einen Unterschied?
    Auf den üblichen Astroshops finde ich z.B. keine Lambda Angaben zu Skywatcher, Orion, Meade usw. Wie lässt sich das also vergleichen?



    Ich habe jetzt ein Angebot von einem Händler für einen Taurus 12" Dobson. Er empfiehlt mir den Schottspiegel zu nehmen und kommt auf 2.113 € für das Teleskop.


    Dazu folgende Okulare:


    Pentax Okular SMC XW 7mm 1,25"
    Pentax Okular SMC XW 14mm 1,25"
    Pentax Okular SMC XW30-R 30mm 2"


    für 1.150 €


    Ich habe mich für Pentax entschieden, weil ich sie für einen guten Preis/leistungskompromis halte. Sie haben einen Augenabstand von 20mm, was für mich als Brillenträger mit Hornhautverkrümmung sehr wichtig ist.


    Dann noch zwei Filter
    Baader UHC-S / L-Booster-Filter 2" / mit Low Profile Filter Cell (LPFC)
    Baader 2" OIII Filter, (10nmHBW)


    für 277 €


    Ich denke den OIII lasse ich aber erstmnal weg.


    Dann noch eine Dobson EQ Plattform
    TS-Optics EQ Dobson Teleskop Nachführung - 5% Plattform für 50° N/S


    für 377 €


    Da schwanke ich noch hin und her.


    Insgesamt noch mit Sucher, Telrad und Polfilter für Mond: 4.130,91 €


    Was haltet ihr von dem Angebot?


    Lasse ich besseren Spiegel, Plattform und OIII Filter weg, bin ich bei ca. 3.200 €



    Vielen Dank für Eure Hilfe :)


    Viele Grüße
    Udo

  • Hallo Udo,


    hatte heute Nacht 3 Teleskope(!) in Betrieb - jeweils Ost, Süd und Westrichtung - da alle 3 Standorte im Haus bzw. auf dem Balkon nur bauartbedingtes eingeschränktes Sichtfeld gaben. Aus dem Ostfenster SV504 80/560ED stationär aufgebaut mit CMOS EAA auf GOTO Discovery, Westfenster C8 auf AZ4 manuell stationär aufgebaut, Südbalkon Startravel Achromat 150/750 ebenfalls mit CMOS EAA auf Goto Discovery extra aufgebaut.


    Jetzt rate mal, was mir während der Nacht in Summe heute morgen um 5:30 den meisten Spaß gemacht hat?


    Ich mache es Dir leicht: Die Teleskope die ortsfest waren!


    Es gilt die Regel: Je komplexer/gewichtiger der Aufbau ist, desto weniger wirst Du beobachten. Wenn Du auf keinen Fall ortsfest beobachten kannst (oder jetzt z.B. noch nicht mit EAA willst), dann schaue in erster Linie auf den "Komfortfaktor".


    Am nächsten an leichte Transportierbarkei und Aufbau bei für DeepSky Mindestöffnung kommt das C8 ggf. mit Reducer heran. Darunter dann eine EQ5 mit Nachführung und ggf. GOTO (oder wie bei mir eine Discovery) Montierung und Du wirst so oft wie möglich zu dunklen Standorten unterwegs sein. Meine Erfahrung aus den letzten 30 Jahren.


    Gruß,
    Peter

  • Hi Udo,


    den Baader UHC-S würde ich nicht nehmen, der ist für einen "echten" UHC viel zu breit vom Durchlassbereich, also entweder einen richtigen UHC von Astronomik oder gleich einen OIII. <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich habe mich für Pentax entschieden, weil ich sie für einen guten Preis/leistungskompromis halte. Sie haben einen Augenabstand von 20mm, was für mich als Brillenträger mit Hornhautverkrümmung sehr wichtig ist<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Die Pentax sind als gut bekannt, aber bezüglich Hornhautverkrümmung wären da die Televue Delos vorteilhafter, für die kannst du entsprechend deinem Augenastigmatismus ein passendes Dioptrx bekommen, sozusagen die Brille für das Okular. Die Delos sind zwar eine Ecke teurer, gelten dafür aber als absolut scharf und von der Transmission auf einem sehr hohen Niveau.


    Gruß
    Stefan

  • Taurus baut echt gute Dobson. Ob hinsichtlich Mehrpreis für den Pro-Spiegel, ist wohl folgendes mehr oder weniger von Bedeutung:
    Der Pro bietet:Mit 96% Reflexion schon mehr als der Standard mit 93%. Und das ganz summiert sich mit der entsprechenden Reflexivität der Fangspiegel. Bleiben beim Pro insgesamt gut 92% sind es beim Standard nur noch gut 86%...


    Der Pro verspricht mit Zertifikat bestätigt etwa einen Strehl vom 0,95 während der Standard beugungsbegrenzt abbildet, also einen Strehl von ca. 0,8


    Supremax hat einen etwa halb so großen Wärmeausdehnungskoeffizienten wie BK7, d.h. der Pro zeigt bei Temperaturunterschieden zur Aussentemperatur schneller eine gute Auflösung, ist dann also schneller einsetzbar ( Das kann durch optional erhältliche Lüfter aber kompensiert werden)


    Ob man das alles braucht und möchte ist Sache der Abwägung....


    Bezgl. Okulare: ES bietet mit der 92° Serie absolut hervorragende Brillenträgerokulare an. Leider nur in den Brennweiten 12 und 17mm und leider mit ca. 1000g bzw 1130g recht schwer.


    Brauchst du denn wirklich die Brille? Bei leichtem Asti (bei mir 0,25) kann ich drauf verzichten und komm ohne Brille merklich besser klar...


    Gruß Horst

    Taurus T400 pro , Skywatcher ST120/600, Lunt LS50THa, diverse Ferngläser von 5x25 bis 20x80

  • Ach ja,


    für knapp 200€ mehr gibt es statt dem 12" pro den 14" Standard. Auch dahingehend würde ich zumindest mal überlegen....


    Und auf die FS Heizung nicht verzichten. Die hat mir schon mehrfach den Abend gerettet....




    Gruß Horst

    Taurus T400 pro , Skywatcher ST120/600, Lunt LS50THa, diverse Ferngläser von 5x25 bis 20x80

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