Schleifen eines unregelmäßig geformten Spiegels

  • Hi!


    Ich hoffe, ich habe das Topic richtig gewählt, ich erzähle mal, was ich vorhabe.
    Jugend-Forscht 2005 ist nun vorbei, ich war nun das dritte Mal dabei, und habe Interesse, auch ein viertes Mal wieder mitzumachen (Falls wer von euch in Lüneburg bei Jufo gewesen ist, ich war dieser Typ mit dem Windmesser)
    Ich hatte mir einige Gedanken gemacht, was ich denn machen könnte, und da kam ich auf folgende Idee...
    Bei Newton, Maks, Cassegrains und vielen weiteren Spiegelteleskopen befindet sich ein Fangspiegel im Strahlengang, welcher das Licht zusätzlich beugt und den Kontrast verschlechtert.
    Ich möchte einen Schiefspiegler konstruieren, welcher mit nur einer optischen Fläche auskommt. Die Form des Spiegels zu berechnen ist mit dem Computer leicht machbar, (auch wenn ich über den Weg hier nichts schreiben möchte, es soll ja nicht alles verraten werden ;) )allerdings wäre es ideal, einen solchen Spiegel auch selbst zu schleifen und in einen Tubus zu bauen. Problem ist, dass die 'tiefste Stelle' nicht in der Spiegelmitte liegt und dass der Spiegel auf einer Seite flacher als auf der anderen seien müsste.
    Und da ich keinerlei Erfahrung mit Spiegelschleifen habe, wollte ich mal fragen, ob das machbar wäre.
    Mit Kolourpaint (ein Programm, dass dem "Paint" unter Windows ähnlich kommt) habe ich eine vereinfachte Zeichnung des Strahlengangs gemacht, die Position des OAZ ist eine etwas andere, das macht aber nichts :-).
    Ich fände es nett, wenn ihr diese Gedanken nicht ausnutztet und nun damit (zu eurem Vorteil und meinem Nachteil) damit arbeitetet.
    Hier also das Bild, die Form des Spiegels ist nicht realistisch, aber ich konnte es mit Paint nicht anders zeichnen *g*.


    Freue mich schon auf Antworten, Ratschläge und sonstige Ideen.
    Gedanken macht mir auchnoch, dass das Bildfeld nicht komplett plan wäre, da muss ich mir noch etwas einfallen lassen.


    Viele liebe Grüße,


    Raphael


    ps: Wenn ihr Interesse habt, euch die Letzte Jufo-Arbeit anzuschauen, habe ich sie hier veröffentlicht:
    http://www.ewetel.net/~errani.schwiedel/jufo.html
    Ein Vortrag über meinen Winkelencoder, ebenfalls ein Jufo-Projekt, findet ihr hier (nur die Präsentation, nicht den Text):
    http://www.ewetel.net/~errani.…/jufo/vortrag_encoder.pdf


    <font color="red"><font size="1">Verschoben aus dem Technik Forum von Stathis</font id="size1"></font id="red">

  • Hallo , mal so aus dem Bauch heraus , daß klappt nicht.
    Von Hand sowas schleifen schon gar nicht weil unrund.
    Und wie soll das Teil vergrößern wenn keine Parabel oder Sphäre drinn ist ?
    Und wenn es doch klappen sollte was ich bezweifel dann ist es schwierig zum Rechnen .
    Gruß Erich

  • Hallo Raphael,


    Die Form, die du brauchst (Hälfte eines Paraboloids) ist nur sehr schwer herzustellen.
    Es gab glaube ich mal so einen Vorschlag einen Spiegel mit gut doppeltem Durchmesser
    zu schleifen und aus diesem 4 Spiegel mit der gewünschten Oberfläche und Größe auszusägen.


    Wenn du mich fragst würde ich eher einen Yolo schleifen, das ist wesentlich einfacher
    und ergibt ein Teleskop mit wesentlich besseren optischen Eigenschaften. (Dein Konzept
    wird sicher stark unter Koma leiden, oder?)


    Ciao, Heiner

  • Über Bildfehler hatte ich mir nich keine Gedanken gemacht, warum das System stärker vom Koma betroffen seien sollte als andere kann ich mir nicht erklären, aber es scheint, als müsse ich das projekt aufgeben.
    Für einen 6"-Spiegel hätte ich ausreichend Geld, um einen größeren zu schleifen (und diesen zu zersägen) fehlt mir das Geld, die Erfahrung und der Mut.


    Ein Schiefspiegler wäre sicherlich auch etwas interessantes, allerdings gibt es etwas solches schon und daher reizt es mich weniger :-).
    Falls jemand noch Tipps für mich hat, wäre ich sehr dankbar,


    Danke,


    Raphael

  • Der 'abgewandelte Newton' der FA Orion besitzt aber noch einen Fangspiegel, und Ziel war es, mit nur einer optischen Fläche auszukommen. Das schafft jenes Modell leider nicht.


    Viele liebe Grüße,


    Raphael

  • Hallo Raphael,


    da habe ich dein Bild nicht richtig angesehen!
    Aber wenn du das so vorhast, dann musst du den OAZ anders anordnen. Ich habe zwar nicht viel Ahnung von Optik, aber so wie das da gezeichnet ist müsstest du um die Ecke gucken, oder irre ich mich? [:D]

  • Natürlich :-))


    Aber hast du mal versucht mit Paint einen schrägen OAZ zu malen *g*?
    Das Bild ist nur zur Veranschaulichung da :-))


    VlG,


    Raphael

  • Hallo Raphael,


    wir hatte ja schon per E-mail Kontakt. Hier nochmal für alle meine Ansicht:


    Ich glaube, dass man so einen exzentrischen Spiegel mit
    Amateurmitteln nur dann schleifen kann, wenn man einen großen Spiegel (größer als 2-facher Durchmesser) ganz normal macht und dann das exzentrische Stück herausschneidet, das man haben will. Beim normalen Schleifen von Spiegel und Schleifwerkzeug enstehen automatisch rotationssymmetrische Oberflächen, da man ja Spiegel und Schleifschale ständig gegeneinander verdreht.


    Die Profis können solche exzentrischen Spiegel machen (Siehe Keck Teleskop Segment Spiegel), das ist aber ein riesen Aufwand, weit jenseits von Amateurmöglichkeiten.


    Das Orion Clear Aperture Teleskop ist in der aktuellen Sky and Telescope Ausgabe (April 2005) vorgestellt. Dieses Konzept verwendet jedoch im Gegensatz zu deinem einen nomalen Newton Fangspiegel. So ein Gerät kann man ganz einfach simmullieren, indem man vor die Öffnung eines normalen Newtons eine exzentrische Blende anbringt, sodass kein Fangspiegel oder Spinne im Strahlengang ist. Die Abbildungsfehler (Koma) sind dann genau so, wie bei dem Newton mit voller Öffnung.


    Wenn du ein Teleskopdesign finden willst, dass es noch nicht gibt, musst du dich ganz schön strecken. Du glaubst ja nicht, was so alles an möglichen und unmöglichen Designs von vergangenen und heutigen Amateur Teleskopbauern ausgedacht und gebaut worden ist.


    Man könnte einen langbrennweitigen Kugelspiegel (f/15 oder f/20) so verbauen, wie du es vorhast, das wäre der exzentrische Ausschnitt eines großen Kugelspiegels, der ja anders als bei einem Parabolspiegel überall die gleiche Krümmung aufweist. Das gibt's aber auch schon - hatte der olle Herschel himself vor gut 200 Jahren im Einsatz

  • Hallo Raphael


    es bleibt als Möglichkeit einen 8" Spiegel zu benutzen und diesen nicht zu zerschneiden sondern einfach mit einer Maske abzudecken , z.B. auf 114mm . Dann könntest du das Ergebnis mit einem einfachen 114mm Newton vergleichen.
    Viel Hoffnung sehe ich da aber nicht da bei einem Parabolspiegel ja nach Außen die Bildfehler immer stärker werden und du ja verstärkt das Äußere nutzt.
    Wenn du dich beschränken könntest auf die Nutzung nur einer reflektierenden Fläche könntest du einen sphärischen Spiegel nehmen und die Bildfehler mit einer Meniskuslinse korrigieren, das hätte den Vorteil das der OAZ ca. in der Mitte des Tubus sitzt und du nicht direkt vor dem Teleskop abdampfst.


    Es wird sich niemals durchseten mit dem Rücken zum Himmel zu stehen, aber fotografisch wäre das eine tolle Erfindung, korrigiertes Bild ohne Obstruktion.


    Gruß Frank

  • Hallo Leute,
    in der schwiz gibt's meines Wissens 2 solche Herschel-Teleskope, beides Selbstbauteleskope. Das Öffnungsverhältnis muss relativ hoch sein, so um f12 oder mehr, das Parabol erhält dann noch eine leicht astigmatische Form mit Komakorrektur. Nix für Anfänger sicher.


    Grüsse Max

  • Hallo Raphael,
    die gleiche Idee geht mir auch schon seit einiger Zeit durch den Kopf. Leider habe ich weder praktische Erfahrung mit Spiegelschleifen noch mit Optikrechnung, der Aufwand war mir bisher zu groß. Ich frage mich, wie man die Bildfehler in den Griff bekommt(für Tipps, wie man sowas rechnet, wäre ich dankbar), insbesondere bei schneller Öffnung und großem Bildfeld. Für langsame Öffnung müßten die genannten Lösungen (Herschel, Yolo aber auch Kutter) funktionieren. Weshalb willst du nur eine optische Fläche? Solange keine Obstruktion auftritt, dürfte es kein Problem sein. Man sollte auch abwägen, daß kleine Obstruktion (unter 20%)nur noch sehr geringen Einfluß auf die Abbildungsqualität hat. Das es etwas sein soll, was es noch nicht gibt, finde ich auch sympathisch, aber der Aufwand sollte irgendwie durch den Nutzen gerechtfertigt sein.
    Wie werden die Keck-Spiegel eigentlich gemacht?
    CS
    Christian

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