Refraktor oder Reflektor fotografisch

  • Hallo,
    momentan bin ich mit der astrotrac unterwegs und benutze derzeit bis 200m Objektive. Visuell bin ich auch recht gut mit meinem Dobson ausgestattet.
    Nun möchte ich doch etwas mehr in Richtung Fotografie gehen.
    Ich denke nicht, dass ich hier mit CCD anfange. Ich habe eine Canon 40Da und die reicht zumindest derzeit.
    Nur die längere Brennweite und die Möglichkeit länger zu belichten fehlt. Daher bin ich am überlegen eine andere Montierung zu nehmen und will vorher klären was ich brauche. Beim Reflektor kann die Monti ggf. etwas kleiner ausfallen, dann ist aber der Refraktor teurer. Oder eine bessere teurere Monti und der Reflektor ist ggf. billiger.


    Nun mein "Problem" Refraktor oder Reflektor.
    rein vom Preis und der Öffnung her würde mir das gefallen:
    http://www.teleskop-express.de…ng-f-4---2--MONORAIL.html
    oder auch der hier:
    http://www.teleskop-express.de…ktor---Komplettpaket.html


    Sind diese beiden geeignet mit DSLR gute Aufnahmen zu machen oder wären die Aufnahmen mit diesem Gerät besser.
    http://www.teleskop-express.de…--2--Crayford-Auszug.html


    Der Refraktor ist halt teurer und hat weniger Öffnung also längere Belichtungszeiten, dafür evtl. einfacher zu handhaben.
    Ich möchte auch mobil bleiben. Daher wäre so bis Gewichtsklasse EQ5 mir lieb, EQ6 ist schon ganz schön schwer würde aber zur not auch gehen.


    Meine Hauptfrage wäre: wer liefert die besseren Bilder von den oben genannten Geräten. Das ich ggf. noch Flattener oder Korektoren benötige weiß ich, Autoguider brauch ich auch noch.
    Worin unterscheidet sich ein Bild welches von einem Reflektor oder einem Refraktor aufgenommen wurde.
    Danke schon mal für eure Tipps.

  • Hallo Andreas,


    ein Newton-Bild hat immer "Spikes", ist dafür aber auch farbrein. Bei einem Refraktor musst du schon richtig Geld für Farbreinheit bei schnellem Öffnungsverhältnis hinblättern, dafür hast du keine Spikes und von vornherein ein konstrastreicheres Bild.
    Wenn es dir um Mobilität und einfachen Gebrauch geht, dann würde ich immer wieder zu einem 80er ED APO greifen, so ein Teil macht einfach nur Spass!

  • Hallo,
    danke für deine Info. Ja die Spikes bei den helleren Sternen. Aber was heißt kontrastreicher?
    Wenn ich so einen 80er ED Apo nehme, müsste ich sicherlich mit der doppelten Belichtungszeit rechnen. Mit dem Newton könnte ich somit entweder mehr Bilder machen oder "dunklere Gebiete " erfassen.
    Das der ED sicher einfacher ist und sehr handlich ist, glaube ich gerne. Aus diesem Grund neige ich auch sehr dazu.
    Aber wenn es um Belichtungszeiten geht scheint der Newton doch vorne zu liegen, oder?
    Oder gleicht das der bessere Kontrast irgendiwe aus. Braucht man ggf. weniger Bilder dafür halt längere Belichtungszeiten? Dann steigt doch aber das Rauschen wieder, oder?
    Bissl verhext glaube ich.
    Vielleicht kann mir da noch einer was dazu sagen, danke.


    Ach ja irgendwann ist der Newton ja die einzige Option, so spätestens ab 10", sind da 6" nicht auch schon OK?

  • Hallo Andreas,


    lass dich von dem "Öffnungswahn" nicht bekloppt machen! Entscheidend bei der Astrofotografie ist letztendlich das Objekt, das es abzulichten gilt. Bei den meisten Nebeln ist es so, dass sie von der größe her mit Brennweiten zwischen 400mm und 800mm und einem APS-C-Sensor formatfüllend abgelichtet werden können. Planetarische Nebel hingegen schreien förmlich nach langer Brennweite und damit häufig auch nach großer Öffnung, wobei sich z.B. M57 auch bei f/10 sehr einfach ablichten lässt, aufgrund seiner Helligkeit. Bei den Galaxien verhält es sich ähnlich, die großen Vertreter M31, M33, ... und auch Galaxienhaufen lassen sich mit Brennweiten von 500-750mm sehr gut auf einen APS-C-Sensor bringen, sobald die Galaxien aber "kleiner werden"... sehr viel Brennweite und große Öffnung.


    Bei großer Öffnung und hoher Brennweite hast du aber mit einer DSLR das Problem, dass du extrem oversamplest und die Sterne damit zu dicken Flecken aufblähst. Daher wäre bei diesen Anforderungen eine Kamera mit sehr großen Pixeln angebracht, also einer CCD, die du aber erstmal ausschließt. Nebenbei muss dann auch dein Seeing mitspielen, denn das feinste Auflösungsvermögen der Geräte bringt nichts, wenn das Seeing der limitierende Faktor ist.


    Nun zu Frage Newton vs. ED APO: Klar der schnelle Newton hat in Sachen Belichtungszeit die Nase vorn (1:0 für den Newton). Der ED APO bildet kontrastreicher ab (keine Obstruktion), d.h. nadelfeine Sternabbildung und Strukturen in Nebeln müssen weniger stark herausgearbeitet werden, weil sie schon kontrastreicher aufgenommen wurden. (1:1). Korrektoren brauchst du für beide Optiken (2:2) und je nach Lage und Wetter musst du dich auch bei beiden mit einer Heizung befassen (Taukappenheizung beim Apo, Fangspiegelheizung beim Newton), also 3:3. Die größte Schwäche des Newtons sind die Hebelkräfte/Gewicht auf die Montierung (3:4 für den APO), möglicher Spiegeldrift und die weniger gute Justagestabilität ggü. einem APO (3:6 für den APO). Ganz klar für den Newton spricht der Preis (4:6 für den APO).
    Das wäre meine pers. Entscheidungsmatrix, das ganze musst du aber dann mit deinen Anforderungen und deinem Budget in Einklang bringen...

  • Hallo Markus,
    danke [:)]
    Du hast so alles zusammengefasst. Echt super, das hilft mir weiter.
    Dann wird es wohl ein kleiner Apo werden. Von den Newton hab ich ja genug davon und als Dobson sind die "unschlagbar" [8D].
    Also nochmal Danke.

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