Startprojekt 8" f/6 - Es kommt langsam...

  • Hallo zusammen
    Ich bin Daniel, 39 aus Schaffhausen in der Schweiz. Übringens stammt Hans Rohr von hier. Nach ihm ist auch unsere Sternwarte benannt.
    Nun vor 20 Jahren kaufte mein Dad das mittlerweile als Klassiker geltende Buch von eben diesem Hans Rohr und wir tobten uns anschliessend etwas an einem Glas aus. Leider verliess uns irgendwann die Motivation und wir verschenkten den coolen Schleifständer und andere Utensilien gemacht gemäss Buch...losgelassen hat es mich aber nie, im Gegenteil es wurmte mich, dass wir aufgegeben hatten. Mehr denn je möchte ich es nun durchziehen...hab zwar kaum Zeit wegen doppeltem Nachwuchs vor 6 Mt. aber täglich eine halbe Stunde bring ich schon hin. Will ja meinen Söhnen unbedingt das Universum näher bringen...
    Stathis hat mich per Mail sehr nett unterstützt und jetzt schleif ich bereits...
    Als Tool hat er mir Granit nahegelegt, was ich sofort umsetzte - 30cm Granitscheibe von Obi, minus eine 12€ Flex :) Die hat geil geraucht...
    Ins Tool habe ich eine Mittelrille geflext und die Ränder breit angefast. Beim Glas noch eine 2mm Fase oben und eine kleine auf der Rückseite.
    Jetzt schleif ich mit K80 mit Ziel 1.9mm... bisher sinds knapp 0.5mm.
    Ich schleif recht kräftig, hoffe der Tisch kracht nicht ein. Obs an der Kraft liegt weiss ich nicht, aber das Schleifgeräusch lässt recht schnell nach. Nach ca. 8 - 10 Zügen mit viel Überhang ist bereits sense. Ist das so ok? Wahrscheinlich bin auch etwas zu ungeduldig Auch neige ich zu zuviel Wasser, dann verschlammts alles recht schnell.
    So das wärs fürs erste. Bilder folgen noch...
    Für Tips wäre ich sehr dankbar
    Grüsse Daniel


    Hier die Fase (2mm)

    Das Tool. Wegen des porösen Flecks (unterer Rand)arbeite ich mit der Rückseite

    MOT

  • Hallo


    ein Bild vom Spiegel wäre hilfreich,
    8-10 Züge klingt nicht gut, bei zuviel Druck streift man vernutlich zuviel Karbo an der Kante ab,
    wenn noch viel grobes Karbo runter fällt löffel den Schlamm einfach noch mal auf den Spiegel.
    Auch solltest du den Spiegel vor dem Neubeschicken nicht unbedingt sauber machen, ein bisschen alter Schlamm macht es ein bisschen pampig und dann fällen die Körner nicht so sehr runter, musst eben nur auf das Geräusch achten ob genug Grobes arbeitet.


    wühle dich mal da durch, wenn du den Links folgst bekommst du sogar ein Video zu dem wie du es machen musst.
    http://stellafane.org/tm/atm/grind/rough.html


    Gruß Frank

  • Sali Daniel


    wilkommen hier im Astrotreff!
    Wie Frank schrieb, bei zuviel Wasser wird das Karbo stärker rausgespühlt. Bei dem groben Karbo musst Du nicht unbedingt sauber machen bevor Du neues drauflegst, beim Feinschliff (<25my) würde ich dies jedoch vor neubeschichtung tun. Du wirst feststellen, dass im rausgespühlen Karbo/Glas-Schlamm noch viel unverbrauchtes Karbo drinn ist. Dieses kann man mehr oder weniger gut vom Schlamm trennen und nochmals durchschleifen.
    Keine Karbo unterschiedlicher Körnung vermischen.
    Beim wechsel der Körnung, alle den Spiegel brührenden Gegenstände sauber reinigen. Reinigungstücher fortwerfen!
    Karboschlamm nicht in die Kanalisation entleeren (führt zu Verstopfung).


    Merke: Eddingtest ist Dein Freund (stand in anderem Therad kürzlich)
    Focaulttest oder PDI kommt erst beim polieren, somit noch kein Gedanke daran verschwenden.


    Viel Erfolg!

  • Nachtrag:


    Hab jetzt das Foto gesehen.
    Direktes arbeiten auf der Holzplatte ist nicht empfehlenswert!
    Diese kann schlecht gereinigt werden bei kleinerer Körnung, Kratzer können die Folge sein! Zudem quilt das Holz und schafft unebenheiten, was spätestens im Feinschliff zu vermeiden ist.
    Ich habe eine Schicht aus einer Schaumstoffmatte (das billige Zeug welches unter einem Laminat verlegt werden kann) unterlegt und bei jedemm Kornwechsel fortgeworfen. Mach 3 Befestigungen zB. aus Holz für den Spiegel, so dass diese nicht von der Arbeitsplatte rutschen kann, den Spiegel jedoch nicht einklemmt. Mit diesen kann die Matte gleich mitbefestigt werden.

  • Hallo Daniel,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Merke: Eddingtest ist Dein Freund (stand in anderem Therad kürzlich).<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">ich glaube Roger bezieht sich auf den Nachbar-Thread den ich kürzlich aufgemacht habe und obwohl oder gerade weil ich auch Anfänger bin, kann ich den Punkt nur unterstreichen, denn ich bin schon beim Feinschliff und stehe gerade vor der Frage, ob ich bei den gröberen Körnungen richtig auf die Sphäre geachtet habe. Deshalb zitiere ich hier direkt mal Horia`s Beschreibung des Eddingtests.
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    - Spiegel und Tool markieren, damit du auch über die Toolform Info bekommst


    - Wenig Microgrit einsetzen und gleichmäßig verteilen


    - 40 bis 50 ganz kurze(ca. 30mm), zentrale Striche durchziehen (Spiegel und Tool dabei drehen)


    - Abwischen und schauen wo Kontakt da ist und wo nicht


    Ich würde nicht zu der nächsten Körnung gehen, solange die Oberflächen, noch nicht sphärisch sind.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    Viel Erfolg und Gruß
    Torsten

  • Hallo zusammen
    Hier mal ein Eddingtest nach ca. 2-3h schleifen. In der Mitte sind es knapp 1mm jetzt.
    Muss ich jetzt schon MOT beginnen, der Rand scheint ja doich recht breit zu sein..


  • Hallo!


    Beim Grobschliff geht es darum die Mitte auszubaggern. Also auf keinen Fall bevor du nicht einigermaßen die Pfeiltiefe erreicht hast TOT schleifen. Idealerweise wird der Rand erst ganz am Ende des Grobschliffes angeschliffen, ansonsten wird nur der Rohling immer dünner. Für die Sphäre ist es früh genug wenn sie am Ende einigermaßen passt. Also bevor du die Pfeiltiefe nicht hast, würde ich mich um die Sphäre keine Sorgen machen und auf den Eddigtest bis dahin vezichten!


    Jetzt wo ich es sehe, hast du bis jetzt nur TOT geschliffen?
    Das ist verkehrt. Du musst MOT mit viel Überhang und lange Striche machen damit die Mitte tiefer wird!


    schöne Grüße
    Bernhard

  • Hi bernhard
    Danke für die antwort und die ratschläge. Sorry das war ein schreibfehler, habe natürlich bisher nur mot geschliffen und so wie du es rätst mit grossem überhang. Vorher waren es bereits knapp 1.2mm. Ziel ist ca. 1.9mm, also habe ich noch ein bisschen vor mir.
    gruss daniel

  • So mittlerweile habe ich ca. 1.3mm. Kann ich den Überhang langsam verkleinern? Der Abrieb am Granittool finde ich recht stark und die Fase von ca. 5mm ist fast weg, aber laut dem Granittool-Verständnis-Thread ist das normal.
    Anyway..ich bleib dran, sofern ich Zeit dazu habe..

  • Hallo,
    erreiche erstmal die nötige Pfeiltiefe oder zumindest 1,8mm und mach ihn dann sphärisch. Dann kannst du die Brennweite mittels Taschenlampentest prüfen und immer mal noch verlängern oder verkürzen.
    Wenn du jetzt schon aufhörst die Mitte zu vertiefen wirst du unnötig Zeit verschwenden, weil du dann wieder vertiegen musst.
    Also erts die Tiefe und dann sphärisch.
    Viel Erfolg, Andreas

  • Hallo


    der Edding zeigt doch das du an der richtigen Stelle baggerst [:)]


    die Mitte sollte mit K80 erst mal 2-3/10 der vorgesehenen Tiefe erreichen, dann Mot mit zentralen Strichenbis kurz vor dem Rand, ca. 4mm, dann tot und mot im Wechsel, das mehr was der Taschenlampentest zeigt, die letzte Charge auf alle Fälle tot.


    Gruß Frank

  • Hi zusammen,
    danke fürs Feedback. Freut mich, dass ich auf einem guten Weg bin. Möglichweise habe ich noch nicht konsequent die Mitte ausgehöhlt, mache ich aber bis 1.8mm mit 40% Überhand und langen Strichen. Die meiste Zeit geht eigentlich mit Reinigen und Neubeschicken drauf, ist erstaunlich. Meine Rille in der Mitte ist wahrscheinlich auch mehr ein Kornreservoir worden, als eine Klebevorbeugung :)

  • Hallo,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Die meiste Zeit geht eigentlich mit Reinigen und Neubeschicken drauf, ist erstaunlich.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Da musst du gar nicht so lange rummachen. Tool abnehmen, grob wegwischen neues Carbo und Wasser drauf fertig. Wenn da noch etwas "Schlamm" drauf ist macht das nix. Bei kleinerem Tool und größeren Spiegel schiebe ich das Tool an den Rand wische weg, neues Carbo und Wasser und weiter gehts. Evtl. Toola etwas anheben damit das Carbo nicht runtergeschubst wird.
    Also mehr schleifen weniger sauber machen!
    Außer beim wechsel der Korngröße. Da kannst du gar nicht genug sauber machen[:D]. Also am besten sauber machen und dann Spiegel und Tool mit Bürste unter fließendem Wasser reinigen. Bei den Groben kann man auch sauber machen und dann trocknen und alles wegkehren aber das staubt dann etwas.
    Gruß, Andreas

  • hallo zusammen
    habe jetzt pfeiltiefe von &gt;1.8mm und 6mm Rand. Soll ich noch mehr it dem 80er? Wieviel Rand ist okay?
    Grüsse
    Daniel

  • Hallo


    weiter mit K80,
    jetzt machst du die Sphäre, MOT und TOT im Wechsel, neutralen Strich mit Eddingtest finden. Direkt nach dem Feiltiele machen überwiegen TOT.
    Wenn das so sphärisch wie möglich ist wechselst du das Korn.


    Gruß Frank

  • Hallo
    So karbo ist mir ausgegangen. Habe wohl viel zu lange mit zu wenig überhang rumgedoktert. Anyway. Rand sind noch 2mm und pfeiltiefe &gt;1.8mm. Der nächste schraubenzieher ist erst 2.4mm darum nur grösser als möglich. Hab jetzt mal den arbeitsplatz geputz, alles gefast und mach mich ready für die nächste stufe. Tl-test ging nicht, weil lampe zu schwach. Muss noch eine bessere lampe besorgen...muss ich sonst was beachten im moment?
    Grüsse daniel

  • Hallo Daniel


    ist mir jetzt nicht ganz klar wie du misst. Ich habe dies jeweils mit der Schiebelehre über einem Alustab gemacht.
    Das bestimmen der Brennweite mit der Sonne funktioniert auch gut. Niemals dierekt ins Auge, auch nicht mit unverspiegeltem Glas! Nimm den nassen Spiegel und projeziere die Sonne zB. an eine Wand. Der Fokus ist die Brennweite (nicht der Radius!) da die Sonnenstahlen aus dem "unendlichen" kommen (parallele Strahlen).


    Gruss

  • Hi roger
    Ja ich hab so einen satz kleine schraubenzieher mit 1.0, 1.2,1.4,1.8,2.4mm usw., die ich unter ne alulatte schiebe. 1.8mm passt gut drunter die nächste grösse 2.4mm aber nicht. Habe keine bohrer oder eine schieblehre.
    Das mit der sonne versuche ich morgen mal, danke für en tipp.
    Grüsse daniel

  • Hallo


    Taschenlampe zu schwach glaube ich eher nicht, das wird besser funktionieren wenn du den groben Radius kennst, Lampe ohne Reflektor direkt neben das Auge an die Schläfe.
    Das mit der Sonne ist zur Grobbestimmung sicher einfacher wenn man so gar nichts zum messen hat, und dann eben Taschenlampe, man muß den Punkt nur finden, für mehr Zeit Salatöl statt Wasser.
    wenn man den Roc überschreitet kehrt sich die Richtung des Reflexes gegenüber der Kopfbewegung um.


    Gruß Frank

  • Hallo Daniel!


    Um den Reflex zu finden kannst du auch ein Blatt Papier nehmen. Dann weißt du wo du mit dem Auge hin musst.
    Also mit einer Lampe auf den Spiegel leuchten, die kann auch fürs erste stillstehen, und dann mit einem Blatt die Reflexion suchen. Dabei kann man nahe an den Spiegel herangehen, dann findet man sie leichter. Dann folgst du der Reflexion bis zur höhe der Lampe. Jetzt kannst du mit der Lampe so hinleuchten, das sich die Reflexion zur Lampe hinverschiebt. Wenn beide in etwa die gleiche Lage haben suchst du mit dem Auge die Reflexion.
    Wenn du die Reflexion mit dem Papier schon hast, kannst du gleich damit den Fokuspunkt annähern. Damit weisst du wo du dann mit dem Auge hinmusst. Genauer siehst du es dann mit dem Auge.
    Ein abgedunckelter Raum hilft dabei natürlich!


    schöne Grüße
    Bernhard

  • Hallo zusammen
    Danke für die Tips. Hab's noch nicht geschafft, aber versuche es schon nochmals.
    Habe mit dem k80 fertig geschliffen und bin am 180er. Allerdings bereitet es mir Mühe den Abschluss zu finden.
    Darf ich gar keine Pits merh haben? Ich schau, dass ich noch ein Bild machen kann. Habe leider beim k80er noch keine Lupe gehabt, darum weiss ich nicht was noch von dort kommt, oder schon von Verunreinigungen im 180er. Wie lange schleift man denn mit dem 180 etwa? Ich habe jetzt ca. 1.5h..
    Grüsse Daniel

  • So mit der sonne hat es geklappt. Habe aber nur grob gemessen und bin auf eine brennweite um 120cm gekommen. Das passt ja etwa. Bin jetzt am K320. Habe leider nur das 50mm objektiv meiner kamera um die oberfläche zu inspizieren und grosse mühe die pits zu erkennen. Aus dem rauschen hebt sich nicht viel hervor.
    Nach ca. 1h sagt mir das gefühl es könnte gut sein, aber ich lese bei anderen, dass sie 4-5h geschliffen haben.

  • Hallo zusammen
    . Danke für den ratschlag. Habe heute nochmals 45min geschliffen und gehe jetzt zum 25er über. Wie rechnet ihr die Schleifzeit. Bei mir ist das inkl. abwischen usw. 45min waren ca. 15 wets.
    Was für einen Einfluss auf die Spiegelqualität haben Pits, die ich nach dem 320er noch habe und nicht weg gemacht habe? Bringt man den Spiegel nie glatt genug, gibt das starkes Streulicht oder ist es vor allem ein ästhetischer Anspruch? Klar, hängt bestimmt von der Pit-Dichte ab, aber ich denke so schlecht sieht's nicht aus.


    Grüsse Daniel

  • Die Zeit rechne ich brutto, also incl. abwischen. 3 min/ Wet ist prima. Nach 1,75 Stunden sollte die Körnung durch sein. Sicherer wäre natürlich die Prüfung mit Lupe bzw. umgedrehtem Okular. So was wirst du spätestens beim polieren brauchen, um den Fortschritt der Politur zu verfolgen.


    Pits wirken ähnlich wie Staub. Das dort auftreffende Licht wird diffus zurückgestreut. Ein kleiner Teil davon landet im Gesichtsfeld und erzeugt eine Hintergrundaufhellung ==&gt; Kontrastminderung. Da der betroffende Flächenanteil sehr klein ist, müssen es sehr viele Pits sein, bevor man etwas davon merkt. Die Schärfe des Bildes wird nicht davon gestört, diese hängt allein von der Oberflächengüte (genaue Parabel) ab.

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