Kleine "Low-Cost" Nachführung im AT-Style

  • Hallo Leute,


    ich habe meine Idee zwar schon im "Barndoor-Forum" gepostet, will sie aber den "Astrotrefflern" nicht vorenthalten.


    Da ich nun seit Mitte Dezember eine EOS 1000d besitze, brauchte ich auch was, wo ich sie drauf schnallen kann. Also habe ich mir eine kleine Nachführung gebaut.
    Sie sollte im „AT-Style“ sein da ich sie für den Transport so kompakt wie möglich zusammenklappen will.


    Wie das halt mal so ist, sollten die ersten „Gehversuche“ so gut wie nix kosten. Aber wie die Drehachsen spielfrei aber dennoch leichtgängig und stabil lagern?
    Beim Zerlegen von alten Festplatten, bin ich auf die Lösung gestoßen. In so einer Platte ist alle drin, was man als Lager braucht.
    Einmal der Motor als Lager für die Hauptdrehachse und den Antriebsarm und zum Zweiten das Lager der Schreib-/Leseköpfe für die Verbindung zur Spindel.
    Die Maße sind auch ideal zu selber bauen. Das Motorlager hat an der Aufnahmeseite 25mm. Das passt genau zu einem 25mm Forstnerbohrer.
    Die Rückseite kann je nach Motor mit 30mm oder 35mm versenkt werden. Das Lager der Schreib-Leseköpfe hat 12mm und das Loch ist damit auch kein Thema.


    Hier die vorgefertigten Teile:


    Das hat ungefähr einen Nachmittag gedauert. Gebaut wurde relativ planlos nur der Abstand vom Drehpunkt zum Antrieb ist nachgerechnet. Die Spindel ist ein Stück 6mm V2A Gewindestange, welches ich an beiden Enden etwas abgedreht habe. Die Kupplung ist starr und auf beiden Seiten 5mm. Das „Gegenlager“ ist ein kleiner Alu-Winkel in den ich ein 5mm Kugellager mit Flansch eingedrückt habe. Das gab es im Modellbauladen und braucht eine 8mm Bohrung.


    Erst kommen die Motoren auf die "Basis":


    dann der "Antriebsarm" drauf:


    Der „Antriebsarm“ hat versenkte Bohrungen und die Löcher sind etwas größer als benötigt um die Spindel und den Motor „exakt“ ausrichten zu können:


    Zum Schluss noch der „Hebelarm“ obendrauf:


    und fertig ist das Grundgerät:


    hier nochmal geöffnet:


    Als Motor habe ich einen kleinen Schrittmotor mit 0,9° Schrittwinkel, also 400 Schritte pro Umdrehung.
    Im Halbschrittbetrieb komme ich dann auf 800 Schritte, was gerade so reichen dürfte [:D].


    Aufklappen läßt sie sich konstruktionsbeding nur in eine Richtung aber den Südhimmel-Betrieb könnte man sicher auch duch ein "Rückwärtsprogramm" umsetzen.
    Eventuell werde ich an der Stelle, wo das Gegenlager in den Hebelarm einklappt noch eine kleine Alu-Versteifung anbringen. Das an der Stelle was bricht, kann ich mir aber kaum vorstellen. Aber das wird sich beim Testen dann zeigen. Ich denke mal 5Kg sollte das Ganze locker tragen.


    Jetzt muss ich noch die Elektronik löten, einen Polblock und ein Stativ bauen. Für das Stativ habe ich mir eine dreieckige Konstruktion gedacht, wo der Polblock fest drauf sitzt, die Beine abklappbar sind und die Nachführung im Inneren verschwindet. Dumme Idee? oder was haltet ihr davon?


    Sagt mal bitte eure Meinung dazu, damit ich weis, ob es sich lohn weiter zu machen.


    Die ganze Konstruktion ist auf jeden Fall sehr stabil und hat kein spürbares Spiel. Wiegen tut der Kram bis jetzt 860g ohne den Kugelkopf.


    Kosten:
    - Motor 6€ in der Bucht
    - Holz, 12mm Birke Multiplex, war vorhanden aber nicht mal ein halber qm wurde benötigt.
    - für die Kleinteile habe ich nochmal ca. 8€ im Baumarkt gelassen
    - das kleine 5mm Kugellager kam 2,50€
    - die Festplattenmotoren waren aus defekten Platten, kosten also nix


    Abmessungen:
    - ca. 420mm lang (mit Motor)
    - 80mm breit an den runden Stellen, dazwischen 56mm
    - 55mm hoch (ohne Kugelkopf)


    Soviel erst mal zum Recycling von IT-Produkten...



    Schöne Grüße aus dem Vogtland,


    Marcel

    Wenn du dich für das Thema Selbstbau in FreeCAD einarbeiten willst, findest du einige Beiträge, mit Bezug zu ATM, auf meiner Pinnwand unter "FreeCAD Zeuch"...

  • Halo Marcel


    Na das nenn ich mal Recycling auf höchstem Niveau.
    Gefällt mir außerordentlich das Teil, werd ich mal nachahmen,
    wenn es die Zeit zuläßt.
    Ich wünsch dir gutes Wetter zum Probieren und poste mal dann
    ein paar Ergebnisse.

  • Bewundernswert!


    Das Holz ist auch steif genug um eine 1000d zu bewegen ohne dabei ins Schwingen zu geraten?


    Ich bin mal auf die Gesamtkonstruktion gespannt.
    Vielleicht könntest Du, wenn es sich bewährt Baupläne veröffentlichen. Ich könnte mir vorstellen, dass da der eine oder andere Beid-Links-Händer sowas gerne mal nachbauen würde.


    [;)]

    Ei,ei,ei.... was hatte ich denn in meiner alten Signatur stehen?


    sternengedönsige clear sky Grüsse,

    Robert aus dem Allgäu

  • Hallo Robert,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    Das Holz ist auch steif genug um eine 1000d zu bewegen ohne dabei ins Schwingen zu geraten?<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das weis ich noch nicht. Aber der "Hebel" wird über die obere Leiste auf dem Antriebsarm zwangsgeführt. Er gleitet so zusagen 5mm in einer Nut. Wackeln tut da nix. Das Ganze ist wirklich sehr verwindungssteif (auf die Größe gesehen). Ich hoffe die Vibrationen halten sich in Grenzen. Es ist erstmal für anfängliche Übersichtsaufnahmen gedacht. Später eventuell mal bis 200mm. Aber davon bin ich noch weit entfernt. Ich habe (noch) keinen Plan vom Fotozeugs und bleibe mit Sicherheit "Dobsonaut". Daher erstmal ganz keine Schritte.


    Gruß,


    Marcel

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  • Hallo Marcel,


    deine Idee finde ich prima, doch was ist mit den typischen Eigenschaften der Festplattenmotoren? Ich meine das Ruckeln, wenn man sie von Hand dreht. In diesen Motoren sind starke Magnete verbaut, und die verleihen einem Motor so etwas wie Steps bei einem Schrittmotor (vielleicht sind es ja sogar welche). Stört dies nicht, wenn die Arme langsam auseinandergedrückt werden?

  • hi Thomas,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    In diesen Motoren sind starke Magnete verbaut, und die verleihen einem Motor so etwas wie Steps bei einem Schrittmotor (vielleicht sind es ja sogar welche).
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Nö. Die Spulenpakete sind klein und wiegen kaum was. Festplattenmotoren sind für hohe und konstante Drehzahlen gebaut, nicht für Kraftübertragung. Die Lager sind sehr stark verpresst. Ich habe verschiedenste zerlegt und getestet. Es braucht schon sehr viel Kraft um das Lager auszubrechen. Die Motoren, die ich ausgebaut habe, drehen butterweich ohne Spiel und merkbare Schritte. Ich finde sie schon eine Alternative zu Kugellagern, da bei diesen die 2 Holzteile auf einander reiben würden oder man eben wieder was anderes dazwischenbauen muss...



    Gruß,


    Marcel

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  • Hallo,


    das mit den Festplattenmotoren kann ich bestätigen. Sowohl das mit dem Lauf als auch die Standfestigkeit dieser Dinger (mit welchem Werkzeug hast du die aufbekommen?).


    Was mich noch interessieren würde bei deinem wirklich tollen Projekt: wie schaut es mit der Motorsteuerung aus? Baust du dir da was eigenes?


    Grüße,
    Michael

  • Hi Michael,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    mit welchem Werkzeug hast du die aufbekommen?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    da brauchts nix spezielles. Den Motor muss man auch nicht zerlegen nur ausbauen. Er wird im Ganzen verwendet und ist "das Lager selbst". Das macht es ja so stabil.


    Einfach Festplatte öffnen (meistens sind noch Schrauben unter den Aufklebern) den Arm mit den Köpfen zur Seite schwenken und ausbauen. Da ist das Lager für die Spindelmutter drin (meist 12mm). Dann die Scheiben ausbauen. Der Motor ist dann meist mit drei Schauben am Boden des Gehäuses befestigt. Der Dreharm kommt dann da hin wo die Scheiben waren und der original Verschluss oben drauf. Ich hatte aber auch Platten, wo der Motor eingepresst war. Da bleibt nix brauchbares übrig, wenn man den rausknackt.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    wie schaut es mit der Motorsteuerung aus? Baust du dir da was eigenes?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Ja sicher, soll ja fast nix kosten. Ich habe noch ein paar Atmega8 und einen Tiny2313 rumliegen und da dann entweder einen L6219 oder die bekannte L297/L293D Kombi ran. Die liegen beide im Leistungsbereich des Schrittmotors. Dann kommt man sicher mit 15€ hin.


    Wenn alles so klappt wie ich es mir vorstelle, habe ich hier noch ein 2-zeiliges Display rumliegen mit roter Schrift auf schwarzem Hintergrung. Aber dann muss ich den Atmega8 nehmen. Ich wollte versuchen das der gleich den Timer für die Kamera spielt.


    Aber erstmal ganz langsam. Am Wochenende will ich den Polblock machen und dann die Elektronik.



    Gruß,


    Marcel

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  • Hi,


    bisher habe ich Festplatten zerlegt, um an die Magneten von der Kopfmechanik zu kommen, diese sind nämlich echt stark und lassen sich - sofern sie siecht vollflächig geklebt sind, leicht ausbauen.


    Nun werde ich mal schauen, ob ich mit meiner Motorensammlung auch was anfangen kann.


    Ich bin gespannt, wie es weitergeht und wie der erste Funktionstest ausfällt!

  • Bah! Ich hex gerade mit dem frisch erstandenen Original-Astrotrac herum und der baut einen Clone aus Schrott. Sehr cool, Hut ab, Hochachtung, Klasse.
    Wie machst Du das mit dem Mikroprozessor und der Korrektur des Tangensfehlers?


    Hartwig

  • Hallo Hartwig,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    Wie machst Du das mit dem Mikroprozessor und der Korrektur des Tangensfehlers?
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    wo diese "komischen" Funktionen im Abitur dran waren, war ich immer gerade Kreide holen [:D]. Aber da ich dem Controller ja sagen kann, wieviele Schritte er wann machen soll, müsste das schon machbar sein.
    Mechanisch wollte ich das nicht ausgleichen auch wenn es geht. Wenn schon der Controller da ist soll er auch was tun. "Sonnen-Speed" für's PST wäre hier auch ein Stichwort. Ich löte es mal zusammen und dann mache ich mir über das Programm Gedanken.



    Gruß,


    Marcel

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  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    Bah! Ich hex gerade mit dem frisch erstandenen Original-Astrotrac herum und der baut <b>einen Clone</b> aus Schrott
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    dazu soll gleich mal allgemein gesagt sein:


    Ich will keinen Clone bauen und das (sicher auch sehr gute Teil) nicht nachbauen. Dann wäre es aus Alu, könnte nach links und rechts schwenken, hätte gescheite Linearführungen, eine in den Motor integrierte Welle und eine ordentliche Kugelumlaufspindel.
    Diese Bilder würden dann auch sicher nicht veröffentlicht, da es dann mit Sicherheit auch Ärger geben würde.


    Im Nachbau würde das auch mehr kosten als eine Astrotrac zu kaufen.


    Es soll mehr eine sehr <b>günstige Alternative</b> sein, die an das Prinzip angelehnt ist und natürlich auch keinerlei komerziellen Hintergrund hat.


    Ich wollte erst eine klassische Barndoor mit Brettchen und Schanier bauen. Aber die kann man nicht so schön zusammenklappen, da die Spindel raussteht und eine abnehmbare Kupplung wollte ich auch nicht. Das war der eigentliche Hauptgrund das so zu konstruieren.


    Den Gedanken hatte ich auch schon länger nur keine gescheite Lösungen für die Drehlager...

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  • Hallo.


    Tolles Projekt! Jetzt muss nur noch die Sache mit der Motorsteuerung gelöst werden - und das ist nicht gerade trivial, denn:


    Die Spindel macht ja eine Tangentialbewegung, also muss die Motordrehzahl je nach Spindelposition angepasst werden. Beim Astrotrack ist etwas Intelligenz drin, welche (ab dem Nullpunkt der Spindel) sich merkt, wo der Tangentialarm gerade steht. In Kleinserie-Eigenbau ist so eine Steuerung nicht so einfach zu realisieren - am ehesten noch über eine "Lernfunktion" (ähnlich wie bei PEC-Korrektur).


    Ich hatte mal ein ähnliches Projekt in Planung (aber noch keine Zeit dafür), hätte aber anstelle des Tangentialantriebes ein Segment von einem grossen Schneckenrad verwendet oder ggf. einen Reibradantrieb, wie bei der kleinen Fornax.


    Bin echt gespannt, wie's mit diesem Projekt weiter geht und wie es sich in Praxis bewähren wird.


    Für Widefield-DS-Fotografie gibt's zwar einige Alternativen (von der Barndoor über Purus bis zum Astrotrack oder "Photo Guider") aber viele davon sind entweder Gebastel oder nicht mehr erhältlich oder sehr teuer. (Deshalb hat doch manch'einer eine motorisierte EQ-Kleinmontierung, und nimmt das Packmass hald in Kauf [B)])


    Ich kann mir also gut vorstellen, dass Deine Nachführeinheit auf grosses Interesse stösst... [^]

  • Schon klar, dass das kein Clone im engeren Sinne ist.


    Dass Du ihn nicht umklappen kannst, ist ja kein Beinbruch, so lange Du den Motor rückwärts laufen lassen kannst. Kann mir aber schon vorstellen, dass bei guter Poljustierung das Ding recht genau nachführt. Wie löst Du das mit dem Polsucher?


    Hartwig

  • Nabend Hartwig,


    Polsucher? Ich bin ja Dobson-Gucker und mit sowas hatte ich bisher garnix am Hut. Daher ist in der Halterung auch noch keine Bohrung, denn ich habe noch keinen und kenne die Abmessungen nicht. Jetzt weis ich auch nicht, ob diese biligen Teile, wie sie überall angeboten werden, was taugen und ein teuerer passt eindeutig nicht zum Projekt. Ich sehe das mal sportlich und werde das erstmal so wie der Stephan hier im Barndoorforum machen http://astrofanweb.de/bp_forum…4e9009f5c0c66e3cf36e10896


    Schöne Grüße,


    Marcel

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  • Nabend zusammen,


    ich habe heute den nächsten Schritt gemacht. Die Steuerung läuft schon mal auf dem Experimentierboard.
    Ich habe mich für die Kombination Atmega Tiny2313/L297/L293D entschieden. Da der Motor (nur) 0,3A Strangstrom hat, reicht der L293D locker aus.


    Das Ganze "rattert" seit einiger Zeit hier im Halbschrittbetrieb rum und macht einen vielversprechenden Eindruck. Ich kann sauber hin- und herfahren und sie in Nachführgeschwindigkeit relativ leise "rattern" lassen.


    Ich werde auf jeden Fall einen Endschalter brauchen um eine definierte Anfangsposition zu erreichen wenn mal die Stromzufuhr unterbrochen wird und das Ding nicht auf Null steht, sonst bekomme ich es nicht zusammengeklappt und auch das Programm, welches die Schritte mitzählt käme durcheinander.


    Vorerst dürfte ein Taster für start/stop/weiter und lang gedrückt für zurück reichen. Mal sehen, was da noch sinnvoll wäre.


    Beim schnellen Hin- und Herfahren ist mir aufgefallen, dass die Kupplung minimal eiert.
    Wenn ich das nicht weg bekomme, muss ich sie wohl austauschen. Scheint nicht so genau zu sein - die Präzisionskupplung aus dem Modellbauladen...



    Gruß,


    Marcel

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  • Hallo,


    da ich diese Woche zwecks Inventur auf Arbeit kaum Zeit habe, geht es frühstens am Wochenende richtig weiter. Hiermal für zwischendurch ein Handy-Bildchen vom Versuchsaufbau im "Hobbykeller"...



    Auf dem Steckbrett sind die 3 ICs zu erahnen. Betrieben wird die Schaltung zur Zeit über ein Steckernetzteil.
    Man kann die abendliche Stimmung zu später Stunde schön am Licht erkennen [:D].


    Das Chaos am Tisch rührt von anderen Schaltungen her. Diese hier benötigt nicht "solchen Aufwand" [;)].


    Den L297, für die jenigen die es interessiert, werde ich wohl weglassen. Der L293D kann auch direkt vom Atmega gesteuert werden und dann hat er wenigsten was zu tun. Das wollte erst nicht so richtig. Der Motor hat nur rumgebockt. Als ich dachte ich bin zu blöd für die Schrittfolge, habe ich den L297 reingebaut und es funktionierte. Jeder Takt am Clock-Port war ein Schritt. Bis ich mal den Port aus versehen einen weiter angeklemmt habe. Da ist mir aufgefallen, dass einer der 4 Ports am Atmega, die ich am Anfang für die direkte Ansteuerung genommen hatte defekt war [:(!]. Daher hatte der Motor also rumgezickt und ich eine Stunde umsonst rumgebastelt und geflucht!


    Aber was soll's. Wenn jemand Ideen oder andere Anregungen zu dem kleinen Projekt hat, nur raus damit...



    Schöne Grüße,


    Marcel

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  • Moin Marcel, also, wenn man die Genauigkeit des Original-AT ausreizen will, ist die Poljustierung der limitierende Faktor. Ein Drifttest eben ergab zu meiner allegemeinen Verzückung, dass die Herstellerangabe +-5" PE eher konservativ zu verstehen ist. Meine bisherigen Poljustierversuche waren demgegenüber nicht ganz so prickelnd. Konnte mit 300mm 60-90 Sekunden belichten, dann schlug die Drift zu. Grund ist, dass a) dass das Fadenkreuz des Polsuchers in seiner Fassung eierte und b) der Polsucher nicht gerade durch seine Fassung guckt. Für Problem a) gibt es Justierschrauben, b) kann man durch Aufkleben von Klebeband an der Fassung beheben. Jetzt macht es einen erheblich besseren Eindruck, aber ich warte auf gutes Wetter, um rauszukriegen, ob das geholfen hat. Also: Herzblut in die Befestigung und die Justage des Polsuchers zu legen, macht unbedingt Sinn.


    Man muss ja bedenken, dass man ev. mehr als 100mm Brennweite nachführen will, man kein Guiding in Dek hat und daher die Nachführgenauigkeit allein von der Poljustage abhängt.


    Die Telradlösung halte ich für genial, aber nicht angemessen, weil 40' (Abstand Pol-Polaris) nur etwas mehr als der Vollmonddurchmesser ist und man schon auf 10% dieses Betrags justieren können sollte. Das ist auch bei 8X Vergrößerung schon verdammt wenig.


    Die günstigen Skywatcher Polsucher werden im Grundsatz funktionieren, haben aber m.W. keine Markierungen für schwache Feldsterne. Aber eine gute Justierbarkeit solltest Du vorsehen.


    Hartwig

  • Hallo Marcel,


    sicher kann man irgendwo die Winkel- und Vorschub-Berechnung finden, aber selber rechnen schadet ja nicht. Zumal das Problem echt nett ist.


    Wir haben ein gleichschenkliges Dreieck mit Schenkellänge a und eine variable Spindellänge s.
    der Winkel alpha macht eine Umdrehung in einem Tag = 24*60*60 = 86400sec.


    Aus der Skizze ergibt sich:
    sin(alpha/2) = s/(2a)


    Umgestellt nach s:
    s = 2a sin(alpha/2)


    Da alpha linear von der Zeit t abhängt, mit einer Konstanten b, kann man schreiben:
    alpha = bt


    Das b ergibt sich aus den 86400sec und einer Umdrehung von 2 pi (wegen Bogenmaß!) zu:
    b = 2 pi / 86400 = 7.272205217E-5


    Ich wähle jetzt die Schreibweise s(t), ausgesprochen "s von t", um anzuzeigen, daß s von t abhängt. Weiterhin wird der Sinus im Bogenmaß berechnet (Taschenrechner auf "rad" stellen, nicht auf "deg"!)
    Wir können jetzt die aktuelle Spindellänge zu jeder Zeit berechnen:


    <b>s(t) = 2a sin(bt/2)</b>
    mit:
    t - Zeit in Sekunden
    a - Schenkellänge in mm (oder Metern)
    b = 7.272205217E-5


    Beispiel:
    Wie weit ist die Spindel nach den ersten 60sec bei a=300mm aufgedreht?
    s = 1.308996mm
    Kurzer reality check, ob das sein kann:
    Der beschriebene Kreis hat einen Umfang von 2 pi r = 1884.956mm, das ganze durch 24*60 Minuten ergibt 1.308997mm. Ok, das passt näherungsweise! Dieser "Trick" funktioniert natürlich nur für kleine Winkel, nebenbei ist die erste Näherung des Sinus dessen Argument selbst, wenn man im Bogenmaß rechnet.
    Also noch ein Test:
    Nach einem sechstel Tag, also 4 Stunden (t=14400sec) sollten wir ein gleichseitiges Dreieck haben. Passt also auch.


    Jetzt können wir noch nach der jeweils aktuellen Geschwindigkeit fragen, also mit wievielen mm/sec läuft die Spindel zu einer beliebigen Uhrzeit. Dazu wird die erste Ableitung s'(t) nach der Zeit t gebildet. Kettenregel mit innerer Ableitung:


    <b>s'(t) = ab cos(bt/2)</b>


    Beispiel:
    Wie schnell ist die Spindel direkt am Start, also t=0?
    Das ist einfach, denn der Cosinus von Null ist Eins:
    s'(0) = ab = 0.0218166mm/sec


    Reality check:
    Wir hatten oben 1.308996mm für die ersten 60 sec ausgerechnet. Ergäbe also 0.0218166mm/sec. Passt!
    Noch ein Test:
    Wie schnell ist die Spindel nach 4 Stunden?
    s'(14400) = 0.0188937mm/sec
    Zur Kontrolle berechen wir s nach 4 Stunden und dann für eine weitere Sekunde später:
    s(14400) = 300mm
    s(14401) = 300.0188935mm
    Also stimmt das so.


    Aus der Geschwindigkeit kann man die Step-Geschwindigkeit berechnen, und auch die zeit zwischen zwei Steps.
    Für die Software könnte ich mir folgendes vorstellen:
    1. Tabelle mit den Step-Intervall-Zeiten hinterlegen, zB für jede Minute ein neuer, angepasster Wert.
    2. Tabelle mit den theoretisch insgesamt gelaufenen Steps hinterlegen, jeweils zur vollen Minute.
    3. Motor steppen lassen und Steps zählen
    4. Nach einer Minute aktuelle Ist-Steps mit den hinterlegten Soll-Steps vergleichen
    5. Eine evtl Differenz in der neunen Minute nachholen/weglassen
    Mit dieser Mimik sollte der Stepper viel genauer sein als die Mechanik, aber das schadet ja nichts.


    Marcel, übernehmen Sie[:)]


    Viele Grüße
    Kai

  • (==&gt;)Hartwig,


    so genau wie die AT wird sie sicher nicht werden. Die Schwachstellen sind die Kupplung und die Welle. Die Kupplung muss ich auf jeden Fall überarbeiten.


    Was den Polsucher betrifft, brauche ich also was mit Vergrößerung !?
    Ich habe noch ein paar kleine Linsen rumliegen. Mal sehen was sich machen lässt.



    (==&gt;)Kai,


    puhhhhh - so in der Richtung hatte ich auch gedacht [:D].
    Wenn die Schaltung fertig ist versuche ich mich mal dran.
    Ich denke es wird reichen alle paar mm Weg zu korrigieren. Für "Echtzeitkorrektur" ist die mechanische Konstruktion eh zu ungenau.
    Ich werde heute Abend erstmal meinen Tisch da unten etwas aufräumen, bevor ich wieder was falsch stecke. Du weist ja wie es bei mir in der Bastelstube zu geht.


    [OffTopic an]
    Übrigens, wenn der Schnee weg ist müssen wir uns mal noch um das Scheibchen da rechts im Hintergrund kümmern. Der Rücken ist deutlich besser geworden. Ich kann das Tool zur Zeit wieder gut heben. Auf das Teil muss langsam mal Alu...
    [OffTopic aus]



    Gruß,


    Marcel

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  • Hallo!
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"> Hiermal für zwischendurch ein Handy-Bildchen vom Versuchsaufbau im "Hobbykeller"...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">Hast Du da noch den Überblick? ;) Schaut verdammt chaotisch aus. Ich würde zuerst mal das Nicht-Benötigte entfernen und ein präziseres Bild liefern!
    [:D]
    Gruss
    Gerhard
    (War nicht bös gemeint![:D])

  • Hallo Gerhard,


    ich hatte nach dem Knipsen nicht kontrolliert was drauf ist und erst später gesehen das das "Gesichtsfeld" zu groß ist.


    Kurze Erläuterung:
    - unten in der Mitte die Schaltung, um die es geht auf dem Steckbrett
    - direkt darüber das Display, welches eventuell noch dabei zur Verwendung kommt.
    - die zwei kleinen rechteckigen Platinchen drüber sind digitale Teilkreise, die ich schon im Herbst zusammen gewurstelt habe.
    - rechts über der "Barndoor" noch mein kleiner Foucault/PDI Kombi-Dings-Tester, den ich vor Kurzem gebaut habe und auch noch
    was dazu schreiben werde...


    Der Kai hat das letztens mal live mit erlebt und hat den Tisch sicher noch gut in Erinnerung [:D].


    Die nächsten Bilder werden übersichtlicher und mit Schaltplan. Versprochen!



    Marcel

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  • Nabend,


    die Schaltung funktioniert jetzt wie gewünscht mit nur 2 ICs, dem Atmega Tiny2313 als "Gehirn" und dem L293D für den Motor.
    Es kommen nun noch eine LED für den Status, ein Mikroschalter für die Grundstellung und ein Taster für die Bedienung dazu.


    Hierzu hätte ich mal eine Frage an die erfahrenen Barndoor- und AT-Benutzer...


    Wie empfindlich sind die Konstruktionen nach dem Einnorden, wenn man dranrumspielt? Zum Beispiel Tasten drückt für Start oder Stop, sofern diese direkt angebaut sind.


    Ich bin am Überlegen ob ich den Taster mit der Schaltung hinten an den Motor mache oder lieber per Kabel anschließe.


    Eigentlich müsste es doch direkt am Gerät gehen, wenn man vorsichtig drückt?



    Gruß,


    Marcel

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  • Hallo Marcel


    Die Tasten würde ich auch an ein Kabel hängen, somit scheiden 'Verwackler' aus.
    Und wegen deinem Hobbykeller mach dir keinen Stress - Du weißt doch,
    "Ordnung ist was für Idioten - Das Genie beherrscht das Chaos"[:D]
    Sieht bei mir immer ähnlich aus, sonst verliert man ja den Überblick[:D][:D]


    Bei 300mA Strangstrom würde auch ein ULN2003 reichen.
    Ist aber letztlich egal, wenn es nachher spielt fragt kein Mensch mehr.
    So wie Kai es vorgerechnet hat, würde ich es auch in etwa machen.
    Der Rest ist Programierkram.
    Nimmt jedenfalls Form an....

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