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Seite: von 4

sigiscl
Senior im Astrotreff

Deutschland
125 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2019 :  00:34:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

Ja, die Beschreibungen sind in deutsch ;-)

Grüße Siegfried

Siegfried S.

Bearbeitet von: am:
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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1226 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2019 :  11:10:17 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo miteinander,
Sigi, vielen Dank. Werde mich als nächstes mit dem Messstand und mit DFT auseinandersetzen, wenn ihr mir bestätigt, dass der Spiegel jetzt zur Parabolisierung genügend vorbereitet ist.
Gut pressen…, 1/3 laterale Striche MOT mit viel Druck auf die Kante gepaart mit ovalen Strichen TOT hat am Ende sehr geholfen den abgesunkenen Randbereich in den Griff zu bekommen.
Beim Zurückholen der doch heftigen Parabel hatte ich Unterstützung von einer Maschine! Sonst würde ich jetzt noch kämpfen.
Hoffentlich rede ich mir das nicht nur ein. Fakt ist, dass ich an die Genauigkeitsgrenzen meines Foucaultesters gestoßen bin. Was meint ihr, könnte man parabolisieren? Und wenn ja, wie?





Wenns ne Parabel wäre, wäre ich happy!

LG Thomas

Meine Homepage: www.sky-win.de

Bearbeitet von: ThWinterer am: 16.07.2019 11:17:32 Uhr
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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3514 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2019 :  12:37:40 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

Die Kante sieht im Focultbild sehr gut aus, und der Schattenverlauf passt gut zur Messung.

Bei meinen bisher besten Focaultmessungen mit Zonenmaske hatte ich bei der inneren Schnittweitendifferenz gefühlt ca. 0,05mmm Toleranz, bei der äußeren etwa 0,03mm, und bei den Zonen dazwischen etwa 0,02mm. Ich denke, das hast Du ganz locker auch erreicht.

Beim nächsten Parabolisierversuch würde ich höchstens bis cc -0,5 mit Volltool MOT arbeiten, und sofort stoppen, wenn der Rand wieder anfängt zurück zu bleiben, besser solange der Rand noch perfekt ist. Ab dann (oder schon früher) nur noch mit 120mm Tool, TOT, das zuvor auf die Spiegelmitte angepasst wurde, mit W-Strichen nahezu ohne Überhang weiter polieren. Dabei den mittleren Bereich des Spiegels etwas bevorzugen. Nach spätestens jeweils 10 Minuten polieren wieder messen. Tool und Spiegel immer schön drehen.
Prinzipiell ist das die Methode, mit der ich auch meine größeren Spiegel parabolisiert habe.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: am:
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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1226 Beiträge

Erstellt  am: 17.07.2019 :  06:55:36 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Guten Morgen,

vor 6 Jahren war das I-Meter zu Letzt im Einsatz und offen gesagt, konnte ich mich nur noch sehr rudimentär daran erinnern, wie die Messung funktioniert. Bein ersten Versuch musste dann auch gleich der Laser getauscht werden, da defekt.
Also falls es da noch eine Anleitung gäbe, wäre ich sehr froh darüber.

Sind diese Interferogramme überhaupt auswertbar oder zu schlecht, da doch viele Störinterferenzen zu sehen sind?

Grüße, Thomas






Meine Homepage: www.sky-win.de

Bearbeitet von: am:
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Henri
Meister im Astrotreff

Deutschland
353 Beiträge

Erstellt  am: 17.07.2019 :  11:14:42 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Henri's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas, die IF sehen doch sehr gut aus für 6 Jahre Pause!
Ich habe vor einem Jahr den letzten Spiegel gemacht, eine Anleitung kenne ich jetzt auch nicht, aber ich kann Dir vielleicht Erinnerungshilfe geben. :)
Ich würde FFT nutzen: Openfringe oder DFTFringe. Letzteres ist relativ selbsterklärend.
Dir Interferogramme sollten möglichst viele Streifen aufweisen.
Gut wäre ein Tunnel zur Abschirmung vor Wärmeschlieren.
Mehrere Igramme aufnehmen, möglichst mit drehen des Spiegels. Die Bilder dann zurückdrehen.
Kleine Markierung(Klebestreifen) setzen um Fehler beim drehen, zurückdrehen zu vermeiden.
Sind die IF seitenverkehrt?
Die IFgramme kann man dann mit der Software mitteln.

Ich habe mal schnell auch zu meiner erinnerung Dein erstes Bild in DFTFringe geladen und kam auf 0,932 Strehl. Also im Prinzip liegst Du richtig. Jetzt müssen nur noch die Fehler raus

Gruß, Henri

www.sternwarte-kletzen.de

Bearbeitet von: am:
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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1226 Beiträge

Erstellt  am: 17.07.2019 :  11:33:07 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Henri,

herzlichen Dank für deine Antwort und dafür, dass du die Bilder ausgewertet hast. Im Grunde geht es mir vorrangig darum erst einmal wieder in die Messmaterie hinein zu finden und zu entscheiden, ob ich die Parabolisierung jetzt erneut wagen kann. Ob sie seitenverkehrt sind, müsste ich mal testen. Wie kommst du drauf?Das hat gestern Abend recht lange gedauert, bis das I-Gramm in der Kamera war. Im letzten Satz schreibst du von Fehlern, die jetzt raus müssten. Was meinst du da genau?

Grüße,
Thomas

Meine Homepage: www.sky-win.de

Bearbeitet von: ThWinterer am: 17.07.2019 12:18:08 Uhr
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Henri
Meister im Astrotreff

Deutschland
353 Beiträge

Erstellt  am: 17.07.2019 :  18:34:45 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Henri's Homepage  Antwort mit Zitat
An Fehlern fallen mir ein:
1) Teststand Astigmatismus - bekommt man durch drehen und mitteln der Bilder weg
2) Wärmeschlieren - Am besten durch einen Lufttunnel in den Griff zu bekommen, aber auch durch(1)
3) Die Einstellungen in der Software sollte man sich noch mal genauer angucken. Da gibt es auch schon viele Threads hier im Forum.

Ich habe da auch nicht so die Routiene drinn. Aber ich kann mich erinnern, dass es bei mir am Anfang etwa eine Woche gedauert hat, bis alles gut lief. Am Ende ging es aber sehr schnell. Ich hatte die Interferogramme mit einer USB3.0 S/W Kamera aufgenommen und einen Teststand gebaut, ich dem ich den Spiegel sehr schnell drehen konnte, ohne viel nachzujustieren. Guck mal hier die unteren Bilder:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=203386
Ich hatte immer 5-8 Bilder pro Position gemittelt, dann die Daten gespeichert. Die Bezeichnungen auf der Kante des Spiegels waren die Positionen. Danach die gemittelten Bilder noch mal allesamt reingeladen und zusammengemittelt.

Vielleicht nehme ich es hiermit auch etwas zu genau, aber ich wollte es halt so genau wissen.
Wenn die Fehler des Spiegels noch größer sind, muss man sicher auch noch nicht so genau arbeiten.
Dann geht es noch viel schneller.

Gruß, Henri


www.sternwarte-kletzen.de

Bearbeitet von: am:
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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1226 Beiträge

Erstellt  am: 21.07.2019 :  12:37:15 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Servus,

Sigi, danke für die Mail und die Tipps. Ich empfinde die I-Auswertung momentan für die derzeitige Situation noch zu langwierig. Ich möchte zunächst erst einmal in die Bereiche kommen, in die eine genauere Auswertung überhaupt sinnvoll ist.
Martins Methode funktioniert für mich im Moment sehr gut. Der Rand bleibt brav und die Werte laufen in die richtige Richtung. Die Mitte könnte etwas mehr auskorrigieren und ich arbeite wohl noch zu wenig über die Mitte.

Grüße,
Thomas





Meine Homepage: www.sky-win.de

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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1226 Beiträge

Erstellt  am: 24.07.2019 :  07:20:36 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Guten Morgen,

habe noch kurz eine Frage an die Wissenden. Habe des Öfteren gehört, dass man bei der Fertigung von Teleskopspiegeln etwas unterhalb einer cc von -1 bleiben sollte, da das Glas in der Nacht durch Abkühlung ja auch eine Temperaturdrift besitzt und hierbei zur Überkorrektur neigt. Ist das ein Märchen oder ist da etwas Wahres dran? Um da jetzt nichts falsch zu machen habe ich als cc vorsichtshalber -0,99 angegeben.
Der Spiegel zeigt jetzt bei cc -0.99 einen Strehl von 0,932 und ein P-V von 1/5.
Bei einer best fit cc von 0,961 einen Strehl von 0,976 und P-V von 1/10
In der Mitte benötigt er noch etwas Korrektur, wobei dann auch alle anderen Werte dort hin wandern, wo sie hingehören.
Martin, das hat alles genauso funktioniert, wie von dir vorgeschlagen. Vielen Dank für die erstklassige Anleitung!

Bilder folgen.

cs Thomas

Meine Homepage: www.sky-win.de

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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1226 Beiträge

Erstellt  am: 24.07.2019 :  13:29:49 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Irgendwie sehr leise hier.

Sind alle Spiegelschleifer schon im Urlaub? Die obige Frage hat sich erledigt und ich habe in Nachbarthemen herausgefunden, was ich wissen wollte. Die Frage nach der richtigen cc ist geklärt.

Anbei zwei Auswertungen. Einmal mit einer Obstruktion von 70mm bei derzeitigem Polierstand und bei 90mm, was der reellen Fangspiegelgröße entspräche. Ok Offset hab ich nicht berücksichtigt!

bei 70mm Obstruktion:



bei 90mm Obstruktion mit gleichen Werten:



Soll ich mir die Mühe machen, die unter dem FS liegende Fläche noch zu bearbeiten oder ist das aus eurer Sicht nicht nötig?

Grüße, Thomas



Meine Homepage: www.sky-win.de

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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3514 Beiträge

Erstellt  am: 24.07.2019 :  15:51:08 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

Das sieht doch sehr gut aus.
Hast Du mal zwei Messreihen mit zwischendrin 90° gedrehtem Spiegel gemacht?

Dem Berg in der Mitte würde ich beim Focaulttest in diesem Stadium nicht wirklich trauen, weil Du dort nur eine gemessene Zone hast, und die Messung der inneren Zone(n) nach meiner Erfahrung ungenau ist.

Ich sehe zwei Möglichkeiten:

1. Im Focaulttest ohne Maske noch mal den Rand genau beurteilen. Wenn der gut ist -> Spiegel als fertig ansehen.

2. Den Spiegel so wie er ist zum Üben der Interferometrie verwenden.
Sobald Du konsistente Auswertungen damit bekommst, anhand der Interferometrie-Ergebnisse eine letzte vorsichtige lokale Retusche durchführen.


Übrigens, falls dir der Weg von Augsburg nach München nicht zu weit ist, können wir deine Scherbe an der VSW gern alubeschichten. Terminabsprache, persönliche Anwesenheit und Spiegel vor dem Beschichten selber schrubben wäre allerdings erforderlich.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: am:
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ThWinterer
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1226 Beiträge

Erstellt  am: 24.07.2019 :  23:03:46 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThWinterer's Homepage  Antwort mit Zitat
Servus,

ich kämpfe mit DFT...



also wwnn das stimmt was da rauskommt, dann hab ich noch was vor mir!

LG Thomas

Laser 535 nm

Meine Homepage: www.sky-win.de

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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3514 Beiträge

Erstellt  am: 25.07.2019 :  00:26:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

Das sieht nach meiner Schnell-Analyse gar nicht mal schlecht aus. Zumindest besser als beugungsbegrenzt und ungefähr die Abbildungs-Qualität ordentlicher kommerzieller Spiegel.
Für einen f/4 Spiegel finde ich das schon sehr gut. Die "best fit" cc ist tatsächlich leicht unterkorrigiert bei 0,96.

Beim jetzigen fortgeschrittenen Stadium genügt aber ein einzelnes Interferogramm nicht mehr, um die Qualität des Spiegels zuverlässig zu beurteilen, dafür isser schon zu gut.
Versuch zunächst mal den Aufbau so zu justieren, dass Du kein "Auge" im Interferogramm hast, und die Fringe-Dichte noch zu erhöhen.

Dann machst Du 4 Aufnehmen mit verschieden orientierten Fringes (ungefähr 0°, 90°, und +-45° ausgerichtet). Alle einzeln auswerten und das Ergebnis in OpenFringe/DFTFringe überlagern. Die Einzel-Interferogramme sollten nicht mehr als ca. 5 Strehl-Prozente voneinander abweichen, sonst ist die Streuung zu groß, z.B.durch Luftunruhe oder zu viel Abstand von Mess- und Referenzstrahl.

Dann den Spiegel in der Halterung um 90° drehen und die Prozedur wiederholen. Entweder gleich die Aufnahmen oder im Auswerteprogramm die Ergebnisse 90° zurück drehen (Achtung, bei der Drehrichtung aufpassen!).

Die beiden gemittelten Ergebnisse wieder vergleichen, sie müssen grob denselben Oberflächenverlauf ergeben, bis auf eventuellen Prüfstand-Asti. Nun diese beiden Interferogramme ebenfalls mitteln. Das Ergebnis sollte bis auf 1-2 Strehlpunkte die tatsächliche Qualität des Spiegels zeigen.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: MartinB am: 25.07.2019 00:28:28 Uhr
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4711 Beiträge

Erstellt  am: 25.07.2019 :  00:33:57 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,
Wenn man schon recht nahe am Endergebnis ist, sollte man 4 Interferogramme machen, mit jeweils unterschiedlicher Streifenorientierung. Also Streifen oben, rechts, unten und links.
Alle in DFT einzeln auswerten und die Ergebnisse mitteln.
Das ganze noch mal mit um 90 Grad gedrehtem Spiegel. IG zurückdrehen und wieder Ergebnisse mitteln. Beim zurückdrehen auf die richtige Drehrichtung achten
Schließlich die 0 Grad und 90 Grad Mittel wieder mitteln. Das ist das Endergebnis. Die einzelnen Auswertungen dürfen streuen, es muss aber immer die gleiche Tendenz erkennbar sein. Dann kannst du ihnen auch sehr gut vertrauen.

Ich sehe an deinen IGs weiter oben, das die Streifen fast genau senkrecht zur Kante verlaufen ohne nennenswerte Krümmung kurz vor der Kante. Das bedeutet, dass dein Rand zwar nicht perfekt, aber doch sehr gut ist.

Zeig doch mal DFT Auswertungen

p.s.
Martin war gestern schneller. Doppelt hält besser

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 25.07.2019 09:46:32 Uhr
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4711 Beiträge

Erstellt  am: 25.07.2019 :  10:11:59 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: ThWinterer

Habe des Öfteren gehört, dass man bei der Fertigung von Teleskopspiegeln etwas unterhalb einer cc von -1 bleiben sollte, da das Glas in der Nacht durch Abkühlung ja auch eine Temperaturdrift besitzt und hierbei zur Überkorrektur neigt. Ist das ein Märchen oder ist da etwas Wahres dran?

Das hat meiner Meinung nach seine Berechtigung und galt vor allem zu früheren Zeiten. Ich kann mehrere Gründe nennen:

1. Früher waren die Spiegel dicker. Bei diesen kühlt der Randbereich schneller aus, da die Wärme auch zum Rand abfließen und abstrahlen kann. Ein stärker geschrumpfter Rand wirkt wie Überkorrektur am Rand. Das gilt besonders für dicke Spiegel aus Normalglas mit höherem Ausdehnungskoeffizienten.

2. Durch das Pflügen der Pechhaut über die Kante ist bei vielen Spiegeln der äußerste Rand etwas abgesunken. Profis blenden diesen einfach ab. Amateure sind gierig und wollen keinen einzigen mm Öffnung und kein einziges Photon verschenken. Dies wirkt wie Überkorrektur am äußersten Rand.

3. Früher wurde visuell mit Foucault und wenig Zonen gemessen. Die Schnittweite der schwieriger zu messenden Randzone wurde oft unterschätzt, vor allem wurde ein überkorrigierter Randbereich nicht richtig erfasst.

4. Früher waren die Spiegel meist kleiner und die Öffnungsverhältnisse langsamer. Bei einem 6" f/8 macht eine Abweichung in der CC von ein paar % nichts aus.

Das alles führt dazu, dass man den Toleranzbereich lieber leicht Richtung Unterkorrektur legen sollte, also z.B. CC zwischen -0,97 und -1,0. Bei einem 6" f/8 ist man sogar mit CC=-0,9 schon sehr weit im grünen Bereich.

Heute sind Spiegel wie 400x25 mm Borosilikatglas mit z.B. f/4,5 durchaus üblich. So eine dünne Scheibe kühlt schnell und weitestgehend gleichmäßig aus. Die noch größeren und schnelleren sind in der Mitte so viel dünner, dass ich vermute, dass sie in der Mitte sogar schneller als am Rand auskühlen. Bei solchen gilt das oben Gesagte nur noch zum Teil bis gar nicht. Wenn der Rand gut ist, kann man bei ihnen die CC- Toleranz ruhig auf -1 zentrieren.

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 25.07.2019 10:20:42 Uhr
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