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Seite: von 3

Blechi
Senior im Astrotreff


117 Beiträge

Erstellt  am: 13.01.2019 :  20:44:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

eigentlich wurde hier alles schon geschrieben und im Kern ist das die Antwort:

Zitat:
4. Bei dem größeren Teleskop+Kamerasensor haben die Pixel 4x so viel Fläche, also sammeln sie auch 4x so viele Photonen pro Belichtung. Die elektrische Signalstärke ist 4x so hoch.


Die Sache wird deutlich wenn man in die normale Fotografie geht und ein paar MFT-Kameras mit Vollformat-Kameras vergleicht, welche einen ziemlich genau doppelt so großen Sensor haben. Das Ergebnis ist das man mit Vollformat-Kameras mit dem ISO ca. 2 Blendenstufen höher gehen kann als mit MFT-Kameras.

Hier ein paar MFT Kameras:

https://www.dxomark.com/Cameras/Compare/Side-by-side/Panasonic-Lumix-DC-GH5-versus-Olympus-OM-D-E-M10-Mark-II-versus-Olympus-OM-D-E-M5-Mark-II___1149_1046_1006

und ein paar Vollformat-Kameras:

https://www.dxomark.com/Cameras/Compare/Side-by-side/Sony-A7-III-versus-Canon--EOS-1D-X-Mark-II-versus-Nikon-D4s___1236_1071_945

die letzte Zeile ist der ISO-Wert und da gibt es tatsächlich einen Unterschied mit dem Faktor ~ 4
Die Theorie bestätigt sich also auch in der Praxis.

Dieser Unterschied kommt daher das man Objektive mit doppelter Brennweite und doppelter Öffnung (bei gleicher Blende) benutzt und damit 4 mal so viel Licht hat.

Ansonsten bräuchte man ja kein VLT und wir könnten (übertrieben gesagt) einfach unsere Superzoom-Kamera aus der Tasche holen.

Öffnung ist Alles, alles andere muss nur dazu passen.

Gruß
Armin







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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17017 Beiträge

Erstellt  am: 13.01.2019 :  21:04:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi,

ich denke mal, die letzten Antworten gehen an der Frage etwas vorbei. Andy hat ja auch 2 Kameratypen angegeben und zwischen der 178 und der 1600 liegt bei der Pixelgröße kein Faktor 2.

Hi Armin,
Zitat:
Dieser Unterschied kommt daher das man Objektive mit doppelter Brennweite und doppelter Öffnung (bei gleicher Blende) benutzt und damit 4 mal so viel Licht hat.

Wo geht das denn aus den Daten hervor? Da steht doch nichts zu benutzen Objektiven dabei.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

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Blechi
Senior im Astrotreff


117 Beiträge

Erstellt  am: 13.01.2019 :  21:54:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stefan,

Dort steht zwar nicht wie die Tests gemacht wurden aber um in der normalen Fotografie Kamerasysteme zu vergleichen macht es Sinn dass man sie so vergleicht das sie den selben Bildwinkel liefern.

Um das zu erreichen muss man zwangsläufig bei einem größeren Sensor eine größere Brennweite nutzen und hat damit eine größere Öffnung. Die größere Öffnung ist es die in der Praxis zu einer besseren Low-Light Performance von Vollformatkameras führt.

Erkennbar ist es daran dass Fotografen mit Vollformat Kameras auch bei einem höheren ISO die gleiche Qualität erreichen wie ihre Kollegen mit MFT-Kameras bei niedrigerem ISO. Genau das soll der Test dort veranschaulichen.

Man kann einen höheren ISO nehmen, dadurch kann man eine kürzere Belichtungszeit nehmen, aber die Lichtmenge die auf den Sensor fällt bleibt gleich und dadurch bleibt das SNR auch gleich.

Genau dasselbe gilt für die Astrofotografie, hat man eine größere Öffnung kann man dasselbe Ergebnis in kürzerer Zeit erreichen. Zumindest sofern man die zur Brennweite passende Sensorgröße hat... oder man nimmt denselben Sensor und braucht/hat dann ein schnelleres Öffnungsverhältnis.

Gruß
Armin

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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17017 Beiträge

Erstellt  am: 13.01.2019 :  22:54:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Armin,

das ist aber jetzt nur mal eine reine Annahme von dir. Und so recht passen die Werte auch nicht. Bei Vollformat wäre die Sony vom Wert am besten, die Nikon hat aber die deutlich größeren Pixel mit dem kleinsten Wert

Und die Sony hat in etwa gleiche Pixelgröße wie die Lumix, also keinesfalls die 4x so große Pixelfläche

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
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Blechi
Senior im Astrotreff


117 Beiträge

Erstellt  am: 13.01.2019 :  23:15:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi

das ist keine reine Annahme von mir das ist die einzig sinnvolle Erklärung. Außerdem hängen die Werte mehr von der Sensortechnologie als von der Pixelgröße ab. Vollformat Kameras von vor 10 Jahren sind teilweise schlechter als heutige MFT-Kameras.

Und auch die Pixelgröße ist nicht so entscheidend, ein Vollformatsensor mit 80 Megapixeln wird (mit "Binning-Effekt" ) besser sein als ein MFT-Sensor mit 20 MP trotz gleich Pixelgröße.

Gruß
Armin

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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17017 Beiträge

Erstellt  am: 13.01.2019 :  23:35:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ach Armin,

was denn nun? Erst beziehst du dich auf die 4-fache Pixelgröße, dann nimmst du dazu als einzig sinnvolle Erklärung für die gelinkten Werte die Nutzung von angepassten Objektiven an, dann wirfst du dazu die alte/neue Sensortechnologie mit ins Spiel und Binning kommt auch noch dazu.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
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Blechi
Senior im Astrotreff


117 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2019 :  00:40:54 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich meine alles genau so wie ich es gesagt habe. Ich hab nichts zusammengeworfen,
das waren alles Beispiele für unterschiedliche Dinge. Ich glaube du hast den Zusammenhang den ich versucht habe zu erklären nicht verstanden.

Zitat:
Erst beziehst du dich auf die 4-fache Pixelgröße


Damit ist gemeint 4 fache Pixelgröße bei gleicher Pixel Anzahl. Jetzt braucht man natürlich die doppelte Brennweite um dieselbe Auflösung zu erreichen und nebenbei bekommt man dadurch 4 mal so viel Licht wenn die Blende/das Öffnungsverhältnis gleich bleibt.

Zitat:
Bei Vollformat wäre die Sony vom Wert am besten, die Nikon hat aber die deutlich größeren Pixel mit dem kleinsten Wert


Die Sony hat einen neueren besseren Sensor.

Zitat:
Und die Sony hat in etwa gleiche Pixelgröße wie die Lumix, also keinesfalls die 4x so große Pixelfläche


1. stimmt nicht, die Sony hat trotz mehr Megapixel deutlich größere Pixel ! (6 zu 3,3 Micrometer)

2. Wie gesagt, selbst wenn, die Pixelgröße spielt in dem Fall nur eine untergeordnete Rolle da insgesamt trotzdem 4 mal so viel Licht auf den Sensor fällt. (Hier habe ich Binning als Stichwort genannt weil man es sich dann vielleicht besser vorstellen kann warum dass so ist. Da wir mehr Megapixel haben können wir in Gedanken mal "binnen" bis wir gleich viele Pixel haben und haben dann ein besseres SNR und trotzdem noch dieselbe Auflösung)

Zitat:
dann nimmst du dazu als einzig sinnvolle Erklärung für die gelinkten Werte die Nutzung von angepassten Objektiven an


Es ist nunmal Fakt dass man bei Vollformat Kameras Objektive mit doppelt so großer Brennweite benutzt und darum fällt 4 mal so viel Licht auf den Sensor und darum liefern sie eine bessere Low-Light-Performance. Und genau hier schließt sich der Kreis zur Ausgangsfrage. Der normale Fotograf dreht den ISO hoch und macht dann statt einem verwackelten Bild bei 1/25 ein scharfes Bild bei 1/100 Sekunde und der Astrofotograf steht nur noch 1 statt 4 Stunden in der Kälte. (theoretisch!)

Gruß
Armin

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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5737 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2019 :  07:29:48 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin Andy,

Ich wollte ja auch noch etwas schreiben. Aber das wesentliche wurde von den Kollegen schon gesagt. Für mich entscheidend: bei gleicher prinzipieller Chipqualität rauscht einer mit größeren Pixeln weniger als einer mit kleinen Pixeln, man kann also länger belichten bei weniger Frames. Dann ist die Auflösung einer großen Öffnung besser, was prinzipiell für feinere Sternabbildung und mehr Details in den Objekten sorgt.

Fazit für mich: das größere Setup liefert bei gleichem fotografischen Aufwand bessere Ergebnisse, allerdings um den Preis höheren mechanischen Aufwandes und deutlich höheren Preises.
Vergiss aber auch nicht, dass die Fähigkeiten in der Bildbearbeitung mindestens genauso wichtig sind wie die Ausrüstung und dass Du zumindest das Rauschen bei gut laufendem Autoguiding durch mehr Einzelframes in den Griff bekommen kannst.

Bis dann:
Marcus

16" f/3,7 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta, Star Adventurer
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

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wynnie
Meister im Astrotreff

Deutschland
272 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2019 :  09:14:09 Uhr  Profil anzeigen  Besuche wynnie's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

abseits der Diskussion um, in meinen Augen, eher theoretische Vergleiche von Sensorfläche, Pixelgröße und Brennweite möchte ich den Blick noch mal auf die praktischen Auswirkungen lenken. Ralf hat, denke ich, gezeigt was da möglich ist. Auch und gerade die Tatsache, dass er sehr lang belichtet hat zeigt mir, das ein Setup aus Objektiv und leichter Kamera schnell und einfach aufgebaut ist und auch wegen der geringen Pixelauflösung nicht so hohe Ansprüche an die Genauigkeit der Nachführung stellt. Das alles kommt nicht nur Einsteigern entgegen sondern hat, zumindest beim Astrostammtisch in Düsseldorf, schon zu Diskussionen dahingehend geführt, ob man sich APOs mit geringer Brennweite und große Chips in passenden Kameras überhaupt noch leisten soll bzw. ob sich da nicht eine ganz neue Tür öffnet für Leute die nicht das Geld haben sich diese (bei Lichtstärke <=6) auch recht teuren Instrumente anzuschaffen.

Mit dem Samyang 135/2,0 erreiche ich in Kombination mit einer ASI178 ein fast genau so großes Feld wie mit einem 72mm f/6 FPL53 Apo an einem APS-C Sensor. Nur ist das Samyang etwas billiger als der APO + Flattner und ich kann, wie Ralf gezeigt hat, bei f2.8 (!) arbeiten. Gegenüber den f6 des APOs bin ich also 4,6x schneller. In Zeiten mit (gefühlt) wenigen klaren Nächten ist das ein, wie ich finde, nicht zu unterschätzender Faktor. Selbst wenn ich aufgrund des schlechteren Rauschverhaltens der kleinen Pixel da noch etwas abziehen muss.

Sicher die Auflösung ist etwas geringer (je nach APS-C Chip) aber das Setup ist schnell aufgebaut, eingerichtet und so leicht, dass ich es locker auf eine EQ5 oder gar eine EQ3 schnallen kann ohne mit große Sorgen machen zu müssen. Das alles spart eine Menge Geld und liefert (zumindest potentiell) gute Ergebnisse. Ralf hat mit seinem Vorgehen, zumindest von den Leuten mit denen ich im Kontakt bin, viele zum Nachdenken gebracht. Ich bin sehr gespannt wohin sich das Entwickelt. Spannend finde ich es alle mal !

Viele Grüße
Michael

_________________________
per aspera ad astra ...

Skywatcher Explorer-150PDS
GSO 200/1000
EQ6-R

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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17017 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2019 :  11:24:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Michael,

das Feld ist mit dem Samyang (3.15° x 2.12°) sogar etwas größer als mit dem 72mm f/6 (2.97° x 1.98°)

Hi Armin,
Zitat:
stimmt nicht, die Sony hat trotz mehr Megapixel deutlich größere Pixel ! (6 zu 3,3 Micrometer)
Stimmt, da hatte ich mich vertan, aber zwischen 5,93µ und 3,3µ liegt trotzdem nur Faktor 3,2 und nicht 4

Zu 2) ja, das bei 4-facher Brennweite aber auf die 4-fache Fläche verteilt wird. Deswegen hat man ja mit Kamera x bei gleicher Blende unabhängig von der Öffnung immer die gleiche Belichtungszeit. Das größere Pixel und/oder Binning daran was ändern bestreite ich ja nicht.
Zitat:
Es ist nunmal Fakt dass man bei Vollformat Kameras Objektive mit doppelt so großer Brennweite benutzt und darum fällt 4 mal so viel Licht auf den Sensor und darum liefern sie eine bessere Low-Light-Performance
Macht der "normale" Fotograf das tatsächlich so? Eher nicht, die längerbrennweitigen lichtstarken Objektive für Vollformat kosten ein mehrfaches gegenüber den DX-Objektiven, also wird der "normale" Anwender sich meist für die nicht ganz so lichtstarken Objektive entscheiden.
Zitat:
Dieser Unterschied kommt daher das man Objektive mit doppelter Brennweite und doppelter Öffnung (bei gleicher Blende) benutzt und damit 4 mal so viel Licht hat.

Ansonsten bräuchte man ja kein VLT und wir könnten (übertrieben gesagt) einfach unsere Superzoom-Kamera aus der Tasche holen.
Der erste Satz gilt nur, wenn du auch die Pixelfläche um Faktor 4 vergrößerst. Und was Großteleskope wie das VLT und Co betrifft- die sind wegen der damit erreichbaren Auflösung von Vorteil, nicht wegem dem Lichtsammelvermögen, jedenfalls was flächige Objekte betrifft. Kameras mit nach deiner Theorie dafür passenden großen Pixeln gibt es gar nicht.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

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Nobbi
Meister im Astrotreff

Deutschland
267 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2019 :  12:26:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stefan,

ich kann Deine Einwendungen gegen Armins Antworten nicht nachvollziehen. Er bezieht sich exakt auf die eigentliche Frage, die von Marcus in ein zugrunde liegendes Gedankenexperiment übersetzt wurde.

Zitat:
Ich versuche mal Andy zu übersetzen.

Man nehme eine Kamera mit einem Chip von 10x10mm Größe und 500x500 Pixeln. Davor ein Teleskop mit 300mm Brennweite und f/5. Damit erstellt man ein Bild mit einer Minute Belichtungszeit. Das ist Bild 1.

Dann nimmt man eine Kamera mit einem Chip von 20x20mm Größe und 500x500 Pixeln. Davor ein Teleskop von 600mm Brennweite und f/5. Damit erstellt man mit einer Minute Belichtungszeit Bild 2.

Nun vergleicht man Bild 1 und Bild 2. Ausschnitt und Auflösung sind gleich. Beide wurden mit gleicher Belichtungszeit und Lichtstärke/Öffnungsverhältnis erstellt.

Nun kommt Andys eigentliche Frage: kann man bei den beiden Bildern Unterschiede erkennen? Oder ist das Bild 1, das mit kleinerem Setup gewonnen wurde dem Bild 2 mit dem größeren (= teureren und anspruchsvolleren) Setup ebenbürtig?

Andy, ist das richtig so? Ich hab dazu ´ne Meinung, aber mit der halte ich erst mal noch hinter dem Berg.

Bis dann:
Marcus

Leuco


Hi Marcus,

goldrichtig.

Grüße Andy


Wenn man alles in der Größe hochskaliert (also Durchmesser, Brennweite und Pixel), hat man 4 mal mehr Photonen pro Bogensekunde Bildausschnitt, damit ist die Theorie nach der gefragt wurde fertig.
Das Bild des großen Systems hat 4-mal soviele Photonen, und unter idealen Bedingungen und bei idealen Kameras heißt das doppeltes S/N bezüglich Bildqualität oder man könnte die Belichtungszeit um ein 4tel reduzieren für identische Bildqualität.


Ob man dieses Mehr an Licht nutzt, um kleinere Belichtungszeiten für gleiches S/N bei gleicher Auflsöung zu erreichen, oder statt der 500 großen Pixel doch 1000 halb so große nimmst, um in gleicher Zeit bei gleichem S/N bessere Auflösung zu erreichen, sei mal dahingestellt. Ebenso außen vor sind die Verluste, die sich durch reale Bedingungen ergeben, wie sie schon mehrfach angegeben wurden (Nachführung, Ausleserauschen der spezifischen Kameras ect.)

Die Beispiele, die Armin gennant hatte, finde ich auch einleuchtend, ein winziger Handychip kann nie die Low Light Performance einer Vollformatkamera erreichen, wenn die Optik den gleichen Bildausschnitt bei gleicher Blende liefert.

Fehlendes Licht kann man durch "bessere Kameras" nur bedingt ausgleichen, aber das gehört auch nicht zu eigentlichen Fragestellung.

Gruß
Norbert

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Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
534 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2019 :  12:45:55 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

interessante Beiträge. Wenn ich das mal für mich zusammenfasse, gibt es also zwei wesentliche Gründe für eine große Öffnung wenn sonst alles skaliert wird:
a) eine bessere theoretische Auflösung - die man aber unter Umständen wegen Pixelgröße und Seeing nicht umsetzen kann.
b) mehr Lichtausbeute pro Himmelsfläche - das reduziert das S/R auf jeden Fall immer (alles andere als gleich skaliert angenommen).

"Size matters" also doch.

Gruß

Heiko

Bilder bei Astrobin: https://www.astrobin.com/users/Doc_HighCo/

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Blechi
Senior im Astrotreff


117 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2019 :  13:02:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stefan,

Zitat:
zwischen 5,93µ und 3,3µ liegt trotzdem nur Faktor 3,2 und nicht 4


und die restlichen 0,8 stecken in der höheren Auflösung und können durch Binning zumindest teilweise zurückgewonnen werden.


Zitat:
Deswegen hat man ja mit Kamera x bei gleicher Blende unabhängig von der Öffnung immer die gleiche Belichtungszeit


Man hat vielleicht die gleiche Belichtungszeit, aber das Bild rauscht unterschiedlich stark. Ein MFT Sensor rauscht auch bei Basis-ISO 200 deutlich stärker als ein Vollformatsensor

Zitat:
Macht der "normale" Fotograf das tatsächlich so?


ja macht er. Warum sollte man sich eine teure Vollformatkamera kaufen wenn man daran nur langsame f/4 Objektive benutzt? ( ja ich weiß es gibt genug andere Gründe aber uns geht es ja nur um die Lichtempfindlichkeit...) Ein f/2 an MFT wäre genau so gut, die Öffnung ist dieselbe.
Und ein 25mm f2 Objektiv ist vergleichbar mit einem 50mm f4 Objektiv an Vollformat, beide zeigen den selben Bildausschnitt, beide haben dieselbe Öffnung und deshalb kann man mit beiden Systemen dasselbe SNR erreichen. An der MFT Kamera fotografiert man dann dank f/2 mit ISO 200 statt ISO 800.

Zitat:
Und was Großteleskope wie das VLT und Co betrifft- die sind wegen der damit erreichbaren Auflösung von Vorteil, nicht wegem dem Lichtsammelvermögen


das stimmt natürlich deshalb hab ich ja gemeint das Beispiel wäre übertrieben. Besser wäre vielleicht der Vergleich der Superzoom Kamera mit einem normalen Teleskop von 150, 200 oder 300mm Öffnung. Wenn man zu diesen Teleskopen den richtigen Sensor wählt erreicht man dieselbe Auflösung und denselben Bildwinkel.
Aber wer von beiden wird wohl ein besseres SNR liefern können? Im Kern ist der Grund die unterschiedlich große Öffnung, nichts weiter. Und genau das habe ich die ganze Zeit versucht zu erklären.


Ich hab nochmal nachgeforscht. Auf der Seite von DxO steht doch noch wie die ISO Tests gemacht wurden: ohne Objektiv. Ziemlich schlau eigentlich den so landet ja exakt die 4 fache Lichmenge auf den Sensor.

https://www.dxomark.com/dxomark-camera-sensor-testing-protocol-and-scores/

Gruß
Armin

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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17017 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2019 :  13:05:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Norbert,

die eigentliche Frage war doch eher genau auf das Gegenteil bezogen-
Zitat:
Der Hintergrund der Frage ist die Möglichkeit relativ günstig (kleiner Chip mit Fotoobjektiv oder sehr kleinem Apo) in die Fotografie einzusteigen und hierbei die Einschnitte abzuschätzen welche sich im Vergleich zur teureren und größeren Variante ergeben.
Zitat:
Hier im Forum wird z.B. die Asi 178 mit dem Samyang 135 mm gepaart. Von den Anschaffungskosten ist diese Variante relativ überschaubar. Ich kann nun aber mit einer Asi 1600 und einem entsprechend größeren Teleskop auf den gleichen Bildausschnitt kommen. Die Asi 1600 ist teurer, das Teleskop ist teurer und die Montierung muss eine größere Last ertragen.
Andy hat damit auch klar zwei Kameras und zwei Optiken genannt. Marcus hat das davon etwas abweichende Denkbeispiel gebracht und damit kam die (verdoppelte) Pixelgröße mit rein. Wobei ich in meinen Antworten auf die Pixelgröße ja auch schon Bezug nahm.
Zitat:
Wenn man alles in der Größe hochskaliert (also Durchmesser, Brennweite und Pixel), hat man 4 mal mehr Photonen pro Bogensekunde Bildausschnitt, damit ist die Theorie nach der gefragt wurde fertig.
Ja, das streite ich doch nicht ab. Nur gibt es nicht die unbegrenzt großen Pixel und das Hochskalieren der (lichtstarken) Optik wird bei den Objektiven für Vollformatkameras teurer und bei EDs oder APOs schnell unbezahlbar. Wenn man einen 70-80mm f/7 nutzt und will das in dem Sinn verdoppeln- was kostet der 140-160mm f/7?


Hi Armin,
Zitat:
Ich hab nochmal nachgeforscht. Auf der Seite von DxO steht doch noch wie die ISO Tests gemacht wurden: ohne Objektiv. Ziemlich schlau eigentlich den so landet ja exakt die 4 fache Lichmenge auf den Sensor.
Hätte mich gewundert, wenn das anders gewesen wäre. Der Test des Sensors macht nur so Sinn.
Zitat:
Warum sollte man sich eine teure Vollformatkamera kaufen wenn man daran nur langsame f/4 Objektive benutzt?
Hm, wenn ich z.B. die Nikor-Objektive ansehe, so viel Unterschied ist bei der Lichtstärke zwischen den beiden Versionen nicht. Die größte Blende liegt da bei den längeren Brennweiten recht ähnlich.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
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Bearbeitet von: stefan-h am: 14.01.2019 13:12:05 Uhr
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Blechi
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117 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2019 :  13:31:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stefan,

Zitat:
Hm, wenn ich z.B. die Nikor-Objektive ansehe, so viel Unterschied ist bei der Lichtstärke zwischen den beiden Versionen nicht. Die größte Blende liegt da bei den längeren Brennweiten recht ähnlich.


da hast du jetzt aber vergessen das man bei Vollformat Sensoren eben nicht dieselbe Brennweite nutzt, sondern die doppelte wenn man denselben Bildwinkel erreichen will. Also bspw. ein 100mm f2.8 statt einem 50mm f2.8 an MFT. Und das 100mm liefert dann 4 mal so viel Licht.

Zitat:
Nur gibt es nicht die unbegrenzt großen Pixel und das Hochskalieren der (lichtstarken) Optik wird bei den Objektiven für Vollformatkameras teurer und bei EDs oder APOs schnell unbezahlbar.


Wenn die Pixel nicht mehr größer gehen muss dann das Öffnungsverhältnis halt schneller werden. Und klar, das ist natürlich unbezahlbar im Vergleich zum 135mm Objektiv. Aber ich dachte hier geht es um die Theorie, wie viel Geld man letztendlich in die Hand nehmen will muss sowieso jeder selbst für sich entscheiden.

Gruß
Armin

Bearbeitet von: Blechi am: 14.01.2019 13:32:16 Uhr
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