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Pagi
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
76 Beiträge

Erstellt am: 17.02.2017 :  14:16:39 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Pagi's Homepage  Antwort mit Zitat
Liebe Freunde,

beim Herbst-NAFT in Bremen begeisterten mich die Fotos von Jens Zippel aus Bremen, die er mit der ATIK 460EXm aufgenommen hatte, so sehr, dass ich sie mir fast sofort bestellt hätte. Doch dann fiel mir ein, dass ich die CCD-Kamera ja auch - und wesentlich - auf meiner Dachbarndoor mit Canon-Fotoobjektiven einsetzen wollte. Dazu ist es aber erforderlich die Objektive etwas abzublenden, um saubere Sterne zu erhalten. Bei den meisten Objektiven, insbesondere auch bei meinem "Arbeitspferd", dem "Canon EF 200mm 1:2,8 L" ist dies aber nur gesteuert von der Canon-Kamera möglich. Schade! Aber es musste sich doch eine Lösung finden lassen?

Ich fand einige spärliche Informationen im Internet zur Belegung der Objektivkontakte, zu Befehlen, die über die Schnittstelle die Objektive steuern und ich fand eine Projektbeschreibung eines russischen Astrobastlers, der ähnliches versucht hatte. Ich bestellte mir Zwischenringe, die die Kontakte zwischen Kamera und Objektiv verbinden, um an diese - zumindest zum Testen - Drähte anzulöten und mir so die Schnittstelle zugänglich zu machen. Ich recherchierte, welches meiner Objektive das preisgünstigste sei, um im Falle eines schadhaften Misslingens den Schaden in Grenzen zu halten und ich tastete mich mit einem Arduino und vielen Versuchen an die Steuerung von Blende und Fokus heran. Als beides soweit funktionierte, dass ich mir sicher war, eine dauerhafte Lösung bauen zu können, bestellte ich die Kamera.

Dann musste ein Adapter mit Filterschublade gebaut werden. Die notwendigen Passteile wie Bajonettringe und Kontaktschablone sowie die Kontakte und Andruckfedern entnahm ich einem der gekauften Zwischenringe. Den Grundkörper drehte, fräste und bohrte ich selbst aus PCV. Eine gekaufte Filterschublade wurde auf die zur Verfügung stehende Stärke reduziert und ein Einsatz zur Verwendung meiner vorhandenen Astronomik-Clipfilter gedreht. Der Arduino Nano sowie eine Spannungsregelung (8 V) für die Objektivversorgung und ein auf 2 Schnittstellen reduzierter USB-Hub kamen in ein Gehäuse und die ganze Einheit wurde in einem offenen Sperrholzchassis zusammengefügt. Mit dem 200mm-Objektiv gibt es eine kleine Einschränkung: Der Fokusmotor ist nicht zu großen Fahrwegen in der Lage. Vermutlich ist der Spannungsabfall über die Anschlussdrähte und Andruckfedern zu groß. Im interessanten Bereich nahe der Unendlicheinstellung ist aber die Fokuseinstellung mit den dazu nötigen Schrittweiten ohne Probleme möglich. Blende und Fokus lassen sich bequem und feinfühlig über das USB-Kabel und meine Software einstellen.

Softwareseitig habe ich die Objektivsteuerung sowie das Steuern und Auslesen der ATIK-Kamera in einem Programm so zusammengeführt, dass ich beide Komponenten als Einheit (mit Canon-Objektiv auf meiner Dach-Barndoor) oder die Kamera allein (an meinem APO auf HEQ5) verwenden kann. Dieses selbst geschriebene Programm ist in mein Software-Environment vollständig integriert.

Leider musste ich dann aber einige lange Tage warten, bis der Himmel am Abend des 13. Februar gnädig war und das first light möglich wurde. Als Testobjekt diente der Spagettinebel (Sh2-240)im Stier. Blendeneinstellung und Fokussierung funktionierten auf Anhieb und ohne die geringsten Probleme. Lediglich die Barndoor zeigte bei 5 Minuten Belichtungszeit Schwächen, die Sterne waren nicht rund sondern leicht verzogen. Also das nächste Projekt: Optimierung der Barndoor. Das Schöne an unserem Hobby: Man findet nie ein Ende.


Das Foto des Spagettinebels wurde mit dem 200mm L-Objektiv von Canon, abgeblendet auf Blende 3.5, und einem Halpha-Clipfilter in 30 Aufnahmen a' 5 Minuten erstellt und nach dem Stacken mit PixInsight bearbeitet.

Viele Grüße und CS
Ralf

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