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 Lochinterferometer, einfach und brauchbar
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Seite: von 9

thomasr
Meister im Astrotreff

Deutschland
262 Beiträge

Erstellt  am: 19.01.2007 :  16:55:51 Uhr  Profil anzeigen
Ich habe mir gerade den Interferometerabschnitt im Suiter, Star Testing, durchgelesen. Er verweist auf einen Artikel von Delvo in S&T Feb 1985, "Point Diffraction Interferometry made easy". Darin geht es auch um die Lochherstellung auf feinkörnigem Film mittels "Microspheres". Ich habe den Artikel noch nicht gelesen (auch nicht gedownloaded), vielleicht hat den jemand im Archiv und wirft mal einen Blick drauf was mit Microspheres gemeint ist.

Außerdem habe ich eine Anzeige für Lochinterferometer gesehen, und zwar von engsynthesis.com. Wellenlängenbereich 480 bis 1800nm. Ist sicher nicht ganz billig.

Gruß Thomas

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7060 Beiträge

Erstellt  am: 22.01.2007 :  22:53:58 Uhr  Profil anzeigen
Hier der versprochene Nachschlag:

Forschritte mit dem Lochinterferometer und erste Vergleichsmessungen mit zwei anderen Interferometern

Nach einigen Versuchen die „richtige“ Schichtdicke der Silberschicht reproduzieren zu können hab ich mich mit dem zufrieden gegeben was halt so herausgekommen ist. Dazu wurden einige Mikroskop- Deckgläser mehrere Stunden lang zwecks Reinigung in hochkonzetrierter Reinigungsbrühe liegen lassen. Diese besteht aus dest. Wasser mit ganz viel Granulat „Dr. Beckmanns Oximagic“. Danach wurden die Plättchen nach dem Brashear- Verfahren versilbert und nach dem Trocknen einseitig die Silberschicht wegpoliert.

Bild 6


Dabei sind 2 von 4 Plättchen zerbrochen. Für den Anfang fand ich diese Ausbeute aber recht ordentlich.

Nun muss ich noch erklären was mich zum Umstieg von handfesten, 2 mm dicken Glasscheiben auf die nur 0,15 mm dicken Deckgläser getrieben hat. (Zu deren Bearbeitung bräuchte man eigentlich Mäusemelkerfinger). Was man auf meinem Bild 3 (rechtes I- Gramm) nicht so recht erkennen konnte, das ist die Rippelung der Interferenzstreifen. So richtig knallhart kommt das raus, wenn man mit einem grünen Laserpointer und Strahlaufweitung arbeitet.

Bild 7


Diese lästigen Stör- Interferenzen werden sehr wahrscheinlich durch Teilreflexion an der unbelegten Glasfläche des PDI- Filters verursacht. Daher war es naheliegend ein hoch- antireflexbeschichteres UV- Sperrfilter als Schichtträger zu verwenden. Das widersetzte sich aber hartnäckig meinen Versilberungsversuchen. Nach dem dritten Fehlschlag gab ich es auf, weil mir eingefallen war wie ich das UV- Filter bezüglich seiner Silberaversion austricksen könnte. Dazu hab ich versuchsweise mein Erstlingsfilter mit Immersionsöl auf das UV- Filter geklebt. Tatsächlich waren danach die störenden Interferenzen deutlich reduziert, aber die Gesamtglasdicke von nunmehr 4 mm erschien mir zu viel. So verfiel ich auf die dünnen Mikroskop- Deckgläser als Träger der Silberschicht, die ich mittels Immersionsöl auf das vergütete UV- Filter bringen wollte. Nur war zwischenzeitlich mein 22€ teures UV- Filter auf den hart gefliesten Fußboden gefallen...also fiel dieser Versuch aus. Ich probierte es mit einem dünnen, silberbeschichteten Deckglas allein. Zu meiner Überraschung gab das dann hochprächtige Interfererentbilder nach diesesr Art:

Bild 8


Das Foto ist echt life mit meinem Lochinterferometer an meinem 10“ f/6 entstanden und nicht etwa synthetisiert.

Wes sich nicht so recht vorstellen kann wie man denn zu der Einstellung solcher Interferenzbilder kommt:

Bild 9


Die Lichtquelle (Laser- Diode) ist hier der Übersicht halber nicht eingezeichnet.

Bild 10



Wenn der Abstand a ca. 10 – 15 mm beträgt, dann sieht man als folge der feinen Löcher auf den Filter mehr oder weninger kontrastreiche „Bullaugen“ wie in Teilbild 1 erkennbar. Zentriert man nun eines dieser Augen annähernd in Bildmitte und verkürzt man den Abstand a auf wenige mm, dann wird das Bullauge schnell größer, dabei auch erheblich kontrastreicher und heller. Im Teilbild 3 ist man sehr nahe an Fokus. Verschiebt man jetzt das Filter nur um einige Mikrometer seitlich zur Achse, dann findet man das z. B. mit FringeXP auswertbare Streifenbild. Man kann auf diese Weise auch ohne Mikroskop ein passendes Löchlein in der Silberschicht finden. Bei dem neuen Filter war es wiederum unregelmäßig begrenzt mit ca. 0,01 mm maximaler Ausdehnung.

Doch nun zum Kern meiner Rede:

Es ist ja nicht unbedingt einleuchtend, dass so ein PDI- Interferenzstreifenbild die gleiche Information enthält wie eines das mit einem Bath oder LUPI gewonnen wurde. Was LUPI heißt das hab ich gleich an zweiten Tag nach meiner Anmeldung in der Yahoo Interferometry Group gelernt. Also, LUPI heißt Laser Unequal Path Interferometer. Unter Unequal Path versteht man die total ungleich langen Wege der aufgeteilten Lichtbündel zur Referentquelle bzw. zum Prüfling und zurück. Wie man mir dort mehrfach glaubhaft überzeugend versichert hat gehört mein heißgeliebtes „Michelson“ exaktgenau zu dieser Art von Interferometern.

Natürlich liebe ich auch mein "Bath", welches zur geschätzten Gruppe der Common Path Interferometer gehört, genau so wie das PDI. Hier sind die Wegunterschiede der Lichtbündel sehr klein, so dass man prinzipiell auch mit Lichtquellen geringer Kohärenzlänge arbeiten kann. Ganz ohne Kohärenzlänge funktioniert prinzipiell kein Interferometer.

Die Abkürzung LUPI gefällt mir noch besser als PDI für das Lochinterferometer*. Ich werde aber aus praktischen Gründen im folgenden diese Abkürzungen benutzen. Natürlich erhält man man in der Interferometry Group auch erheblich wertvollere Infos.

Um mal ganz einfach anzufangen hab ich mich mit allen 3 Inteferometern nacheinander an meinen unverspiegelten 10“ f/6 heramgemacht. Dabei wurde der Aufbau im Krümmumgsmittelpunkt (RoC oder auch CoC?) gewählt. Hier zur allerersten Begutachtun eine Probe typischer Interferogramme aus der weiter unten diskutierten Messserie:

Bild 11


Man erkennt in allen 3 Fällen zweifellos den deutlich abgesunkenen Rand. Aus dem vollen Bilddurchmesser kann man abmessen, dass die Absenkung bei ca. 3- 4 mm von außen beginnt. Aus Erfahrung mit mehreren andern Spiegeln hab ich gelernt, dass eine solche Randpartie erhebliche Streuungen bei der Auswertung verursacht. Das gilt nicht nur für intererometrische Auswertungen wie z. B. mit FringeXP sondern ebenfalls für Schnittweitendifferenzmessungen nach Foucault. Anderseits würde ich einen solchen Spiegel in der Praxis um einige mm abblenden. Ich habe deshalb die Interferogramme mit vollem Durchmesser 256 des Spiegels aufgenommen, aber für die eigentliche Auswertung die Interferogramme af 2590 mm Durchmesser markiert. Das geht mit meinem Bildbearbeitungsprogramm pixelgenau.

Nun ist es zwar noch nicht soo richtig Winter draußen, aber die Temperaturdifferenz zum zwangsweise unbeheiztem Prüfraum macht erheblichen Ärger, wenn man Vergleichsmessungen statt Turbulenzmessungen machen will. Daher wurde die Messtrecke in einen Iso- Tunnel eingepackt. Der besteht aus einen Tubus mit Spiegelzelle, der vorne durch ein aus Iso Tapete gewickeltes Rohr verlängert wurde. Damit bekommt man die Luft in der Messtrecke tatsächlich ruhig, aber es bildet sich trotzden ein der Raumtemperatur entsprechende vertikale Temperaturschichtung in der Messstrecke aus. Unmittelbar vor dem Spiegel konnte ich Temperaturdifferenzen zwischen Spiegelunter- Oberkannte von 0,4 – 0,5°C messen. Das reicht für einen satten vertikal/horizontal ausgerichteten asti von 0,4 lambda Wellenfront aus. Wenn diese Störung aber reproduzierbar ist, so kann man sie durch zei Messreihen in zwei um 90° verdrehten Spiegelpositionen mitsamt evtl. vorhandenen Prüfstandsastigmatismen hinreichend gut eliminieren. Es reicht schon, wenn man sich bei den Messreihen jeweils auf 4 Einzel- Inteferogramme beschränkt.
Das läuft also so ab:

1. Vier Interferogramme möglichst mit um 90 ° gedrehter Streifenlage aufnehmen.
2.Spiegel um 90 ° drehen
3.Weitere 4 Interferogramme wie unter 1. aufnehmen
4.Diese Interferogrammbilder bildtechnisch um 90^zurückdrehen
5.Alle Interferogramme per Auswerteprogramm „mitteln“

Durch die Drehung der Bilder gemäß 3. hebt sich der Asti des Versuchsaufbaus heraus. Verzichtet man auf die Drehung, dann erhält man als Asti den des Versuchsaufbaus. Alois Orter hat sich sehr ausführlich mit dieser Auswertetechnik beschäftigt und mir überzeugend „verkauft“. Diese relativ einfache Vorgehensweise funktioniert aber nur dann hinreichend genau wenn man keine deutlich x- eckig verspannte Spiegel zu prüfen hat.

In de folgenden Tabelle hab ich die Mittelungen zusammengefasst. Nur damit nicht wieder jemand Unsinn versteht oder mutwillig verzapft, Mittelung heißt hier unter Nutzung des Programms FringeXP, Option „Zernikes“, „Edit AverageList“, „Add File“. Ich hab das noch nie anders gemacht. Die nachfolgende Tabelle sowie die Grafik gründen auf insgesamt 24 jeweils unterschiedlichen Interferogrammen.

Bild 12



Danach erscheint der Spiegel dem Bath –Interferometer etwas stärker überkorrigiert mit entsprechend kleineren Strehlzahlen. Dieser Unterschied von 0,03 bzw. 0,04 Strehlpunkten ist aber nicht statistisch gesichert. Dazu wären umfangreichere Messreihen bei geringeren Störungen durch Lufttemperaturunterschiede erforderlich. Außerdem könnten die im Bath und PDI verwendeten roten Laserdioden etwas unterschiedliche Wellenlängen haben und damit das Messergebnis beeinträchtigen.

Hier noch die Betrachtung des Spiegelprofils bei achssymmetrischem Schnitt. Die Kurven sind im Maßstab angepasste Kopien einzelner FrimgeXP- Plots. Der Übersicht halber wurden die durchweg sehr kleinen Deformationen unter „Trefoil“ und „Tetrafoil“ ausgeblendet. Diese haben hier praktisch keinen Einfluss auf die Strehlzahlen.

Bild 13


Wie man erkennt, wird das Spiegelprofil von allen Interferometern gleichsinnig wiedergegeben. Die Kurven LUPI und PDI sind sogar fast deckungsgleich. Der max. Unterschied zur Bath- Kurve beträgt weniger als 0,1 lamba Wellenfront. Danach sind die Messungen auf Basis des Lochinterferometer voll konkurrenzfähig.

Gruß Kurt

*Dieser Satz ist wahrscheinlich missverständlich. Es soll richtig heißen:
Die Abkürzung LUPI für das Michelson- Interferometert gefällt mir besser als PDI für das Lochinterferometer.
(Korr. 24.01.07)
Kurt

Bearbeitet von: Kurt am: 24.01.2007 19:58:54 Uhr
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thomasr
Meister im Astrotreff

Deutschland
262 Beiträge

Erstellt  am: 23.01.2007 :  15:08:35 Uhr  Profil anzeigen
Danke für den Bericht Kurt!

Ok, welcher "Hobbychemiker" versilbert löchrig 20 Deckgläschen und verschickt sie netterweise einzeln (oder im Doppel) zum Freundschaftspreis an interessierte Interferometerbastler?

Gruß Thomas

Bearbeitet von: am:
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FHarry
Meister im Astrotreff

Deutschland
928 Beiträge

Erstellt  am: 23.01.2007 :  16:11:40 Uhr  Profil anzeigen
Hi Thomas,

da täte ich mich sofort anschließen. Und ich glaube, da gäbe es noch viele andere die diesen simplen aber effektiven Interferrometer gerne bauen würden um einen einfachen Einstieg in diese Materie zu schaffen. Kann jemand dieses "löchrige" Glas machen? Derjenige soll natürlich für seine Mühen auch entlohnt werden, keine Frage. Ernst gemeinte Vorschläge täte ich gerne lesen.

Mit großem Interesse verfolge ich diesen Thread hier. Nur eben dieses löchrige Glasplättchen ist ein echtes Hindernis für mich mit dieser Art Interferrometer die ersten Gehversuche zu machen.

Grüße,

Harry

Bearbeitet von: am:
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Birki
Altmeister im Astrotreff

Österreich
2463 Beiträge

Erstellt  am: 23.01.2007 :  16:50:51 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Birki's Homepage
hi!
ich hätt auch gern so ein platterl. kann dafür versuchen, ultraschall-kontrastmittel zu organisieren - das sind meines wissens microspheres in suspension ...
lg
birki

Bearbeitet von: am:
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AstroErik
Senior im Astrotreff

Deutschland
162 Beiträge

Erstellt  am: 23.01.2007 :  17:10:49 Uhr  Profil anzeigen
Ich auch

Vor einiger Zeit wollte ich mit Photolack mal eine Kopie eines Ronchi Gitters machen
(beim Ätzen ist dann aber immer der Photolack mit abgegangen )

Als Substat habe ich die Rückseite eines normalen Taschenspiegels benutzt.

Die (meist braune) Schutzschicht bekommt man mit Abbeizer runter - ich habe dazu einen Alkalifreien genommen.

Die Silberschicht ist sehr dünn, noch schwach transparent und hat viele Mikrolöcher die sonst nicht weiter auffallen.

Vielleicht wäre das einen Versuch wert, sich das Versilbern zu sparen.
Leider komme ich gerade nicht dazu, das selbst auszuprobieren .

Interessierte Grüße - Erik


Bearbeitet von: am:
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thomasr
Meister im Astrotreff

Deutschland
262 Beiträge

Erstellt  am: 23.01.2007 :  17:40:02 Uhr  Profil anzeigen
Vielleicht hat auch der Astromedia (Fang)spiegel (Alu + SiO2)schon passende Löcher, ich lege morgen gleich einen unters Mikroskop
http://astromedia.de/shop/csc_fullview.php?Artikelnummer=504.VFM&VID=woJBjVQmYyQbpAUU

Gruß Thomas

Bearbeitet von: thomasr am: 23.01.2007 17:42:05 Uhr
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FrankH
Altmeister im Astrotreff


9881 Beiträge

Erstellt  am: 23.01.2007 :  18:59:46 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:

Der max. Unterschied zur Bath- Kurve beträgt weniger als 0,1 lamba Wellenfront. Danach sind die Messungen auf Basis des Lochinterferometer voll konkurrenzfähig.

Gruß Kurt




hallo

warum weicht das Bath ab, für alle die sich da Hoffnung machen auf einen lambda/10 Spiegel ist lambda/10 messfehler eine Katastrophe, würde lambda/10 Spiegel ja auf lambda5 runterreißen oder auf 0,99999 Strehl bringen, dzwichen liegen ja für mancheinen Welten.
um den Rand zu beurteilen ist so ein Interferrometer aber der Hammer, wenns sein muß auch schon bei der Spähre, kommt nur drauf an wie schnell man es einrichten kann.

Gruß Frank

Bearbeitet von: am:
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thomasr
Meister im Astrotreff

Deutschland
262 Beiträge

Erstellt  am: 23.01.2007 :  21:07:19 Uhr  Profil anzeigen
Hi Frank,

Die Abweichung beim Bath ist ziemlich genau doppelt so groß, eventuell liegt da ein systematischer Fehler in der Auswertung vor.

Ansonsten sollte man vielleicht auch einen Blick auf die Beam-Separation werfen und schauen ob die beim Bath besonders groß war:
Zitat:
Quelle http://www.atmsite.org/contrib/Rowe/bath/rtmc04/img14.jpg:

The beam-to-beam separation in the Bath interferometer causes measurement-induced astigmatism. This problem is greatest for small, fast mirrors.

For mirrors tested at center of curvature
o OPD = D^2*d^2 / (16*lambda*R^3) waves
o where D = mirror diameter, d = beam-to-beam separation,
o R = radius of curvature of mirror
o Example: 150 mm f/5, d=8 mm then OPD = 0.042 waves at 633 nm

Gruß Thomas

Bearbeitet von: thomasr am: 23.01.2007 21:13:53 Uhr
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neubi
Senior im Astrotreff

Deutschland
148 Beiträge

Erstellt  am: 23.01.2007 :  22:57:05 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kurt,

könntest Du bitte ein Foto von Deinem Versuchsaufbau mit Kamera posten?

Gruß Neubi
------------------------

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7060 Beiträge

Erstellt  am: 24.01.2007 :  00:11:05 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Freunde,

es freut mich natürlich sehr, dass die chemisch vesilberten „Scherben“ so viel Aufmeksamkeit gefunden haben. Ich hätte auch absolut nichts dagegen wenn jemand derartiges nachbauen und verkaufen würde. Nur erwarte ich von metallbedampften PDI- Filtern doch etwas mehr Reproduzierbarkeit insbesondere bezüglich der Transmission.

(==>) Frank,
Zitat:
warum weicht das Bath ab, für alle die sich da Hoffnung machen auf einen lambda/10 Spiegel ist lambda/10 messfehler eine Katastrophe, würde lambda/10 Spiegel ja auf lambda5 runterreißen oder auf 0,99999 Strehl bringen, dzwichen liegen ja für mancheinen Welten.


Gegenfrage: Wer hat denn übehaupt schon mal mit mehreren I- Metern direkt nacheinander unter fast exaktgenau gleichen Bedingungen an ein und demselben Spiegel gemessen? Wie ich aber schon gesagt habe sind die hier festgestellten 3 - 4 % Unterschied im Strehlwert zwischen „Bath“ zu den beiden anderen I- Metern nicht gesichert. Man möge bitte daraus nicht schließen das "Bath" würde um so und so viel % anders messen. Es gibt neben der Erklärung "natürliche Messwertstreuung" noch einige andere physikalisch gut begründbare: Wenn z. B. die angenommene Wellenlänge von 650 nm tatsächlich 630 nm wäre dann wäre der Unterschie einfach wech. Ich kann zwar die Wellenlänge einer Laserdiode nicht nachmessen, werde aber die aus dem PDI spaßeshalber in das „Bath“ verpflanzen und noch einige andere Kleinigkeiten nachprüfen. Es wäre doch echt gemein die
Spiegelschleifer auf 3% Unsicherheit sitzen zu lassen. So ganz nebenbei bemerkt hab ich auch absolut nix dagegen, wenn sonst noch wer ernsthaft nachprüft wie es denn um die Zuverlässigkeit unserer Messungen bestellt ist.

(==>) Thomas,

Zitat:

Ansonsten sollte man vielleicht auch einen Blick auf die Beam-Separation werfen und schauen ob die beim Bath besonders groß war:...

Die beträgt bei meinem „Bath“ 7 mm, ebenso wie beim PDI. Das spielt bei meiner Messrorgie aber keine Rolle weil ich den dadurch bedingten geringen Asti durch die Messserien mit 2 um 90° gedrehten Spiegelpositionen eliminiert habe.

Gruß Kurt

Bearbeitet von: Kurt am: 24.01.2007 09:26:16 Uhr
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ThomasWest
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1322 Beiträge

Erstellt  am: 24.01.2007 :  10:48:44 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ThomasWest's Homepage  Sende ThomasWest eine ICQ Message  Sende ThomasWest eine Yahoo! Message
Ich habe da mal noch eine Frage.
Muss unbedingt in der Silberschicht ein Loch sein oder kann man nicht einfach auf eine Teildurchlässige Silberschicht einfach ein Pinhole (hab noch eins rum liegen) kleben und da durchschauen?

Thomas Westerhoff
Volkssternwarte Kirchheim e.V.
http://www.astrohome.info
http://sternwarte-kirchheim.de

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7060 Beiträge

Erstellt  am: 24.01.2007 :  11:42:27 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Thomas,
Zitat:
Original erstellt von: ThomasWest

Ich habe da mal noch eine Frage.
Muss unbedingt in der Silberschicht ein Loch sein oder kann man nicht einfach auf eine Teildurchlässige Silberschicht einfach ein Pinhole (hab noch eins rum liegen) kleben und da durchschauen?



schau bitte noch mal auf Bild 1 in meinem Eingangsbericht. Der Witz des PDI liegt darin, dass das sehr kleine Loch eine neue sphärische Wellenfront erzeugt, die mit der durch die Spiegelfehler deformierten Wellenfront interferiert. Die Energieverteilung oder die sog. Raumfrequenzen höherer Ordnung dieser Wellefront sind aber im wesentlichen in unmittelbarer Nähe des Loches konzentriert, sofern das Plättchen in der Nähe des Fokus positioniert wird. Ein aufgeklebtes Pinhole würde diese und damit die eigentliche Information der Wellenfront praktisch völlig abschneiden. Damit würde zwangsläufig die Ausbildung von verwertbaren Interferenzstreifen unmöglich werden.

Gruß Kurt


Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7060 Beiträge

Erstellt  am: 24.01.2007 :  13:45:00 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:
Original erstellt von: neubi

Hallo Kurt,

könntest Du bitte ein Foto von Deinem Versuchsaufbau mit Kamera posten?



mach ich gerne. Hier also die Fotos meines Experimentalaufbaus:

Bild 14

Ansicht schräg von oben hinten, vorne ist dort wo der zu prüfende Spiegel steht. Die entsprechende Dokumentation hab ich mir aber verkniffen. Die Kamera wurde für dieses Foto entfernt. Mit irgend etwas muss man ja den Versuchsaufbau fotografieren.

Erläuterungen:

1.PDI – Plättchen

2.Elektronik für Lasediode

3.Schirm, dieser verhindert dass die Kamera am PDI- Plättchen vorbeischauen kann

4.Axialschraube, die Ausführung als Mikrometerschraube ist für reinen PDI- Einsatz nicht erforderlich.

5.Seitenverstellschraube

6.Höhenverstellschraube*

7.Magnetfuß

8. Einstellbare Spannungsversorgung für die Laserdiode (3 eingebaute Ni-Metallhydridzellen + Potentiometer**)

8a. Drehknopf des Potentiometers

9.Halteklammern (de Luxe)

10. Digitalthermometer mit 2 Messfühlern, einer davon ist über Kabel verbunden.

Bild 15


Ansicht schräg von oben vorne. Zur Erstellung dieses Fotos musste ich mir erst die Digiknipse meines Enkels ausgeliehen.

11. Stativ mit Dreh Schwenk- Neigekopf

12. Arbeitskamera, dank 11. kann diese bequem weggeschwenkt werden, während sich der Operator im->

13. Komfortsitz aufhält um z. B. die Einstellung der Interferenzstreifen vorzubereiten. Die letzte Feineistellung erfolgt dann nach Sichtkontrolle durch die Kamera, selbstverständlich im vorgenannten Sitz sitzend.

14. Die Laserdiode sitzt ca. 3 mm unterhalb Unterkante des PDI- Plättchens.

Den Kreuztisch auf dem alles basiert hab ich mal günstig bei ebay erworben. Mittlerweile ist er mit Anschlußmöglichkeiten für Foucault, Kompensationsoptik, Phasenkontrastmessung und LUPI ausgerüstet.

*Wenn man bereits eine funktionierende Foucault- Mechanik besitzt kann man die für PDI zwingend notwendige Höhenfeineinstellung nach folgenden Prinzip realisieren:

Bild 16


Anstatt eine Einschlagmutter o. ä. einzusetzen kann man auch direkt ein Gewindeloch in die Sperrholzplatte bohren, dieses mittels Cyanacrylat- Kleber (Blitzkleber ) verstärken und nach dem Aushärten des Klebers nachschneiden.


** für Nicht- Elektriker: Ein Potentiometer ist nichts weiter als ein elektrischer Widerstand dessen Wert man durch Drehung an einem Knopf verändern kann.

Gruß Kurt

Bearbeitet von: Kurt am: 24.01.2007 19:39:22 Uhr
Zum Anfang der Seite

neubi
Senior im Astrotreff

Deutschland
148 Beiträge

Erstellt  am: 24.01.2007 :  20:59:19 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kurt,

vielen Dank für Deine ausführliche Dokumentation! Wofür benötigst Du das Thermometer?
Könnte man das statt einer versilberten Glasplatte auch mit einer Baader-Folie realisieren?
Ich besitze eine, die einige winzige Löcher hat.

Gruß Neubi
------------------------

Bearbeitet von: am:
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