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FHarry
Meister im Astrotreff

Deutschland
927 Beiträge

Erstellt am: 11.10.2006 :  07:55:37 Uhr  Profil anzeigen
Hi zusammen,

ich habe hier 3 150er Borofloat Scheiben vom Stathis vor mir liegen. Aus einem soll ein FS für meinen 22er werden. Die Abfolge der schleiferei ist klar wobei ich da auch schon Unterschiede gesehen habe:
Roland Herrmann macht:
1 auf 2, 3 auf 1, 2 auf 3, 2 auf 1, 1 auf 3, 3 auf 2
Rainer Vogel macht: 1 auf 2, 2 auf 3, 3 auf 1
Heiner Otterstedt macht: 1 auf 2, 2 auf 3, 3 auf 1
avf.astronomie.ch: 1 auf 2, 2 auf 3, 3 auf 1, 2 auf 1, 3 auf 2, 1 auf 3

Nun sollte man alle konkaven gegen konkave und die konvexen gegen die konvexen Seiten plan machen. Wie finde ich raus ob die Seite konkav oder konvex ist, wenn ich kein Sphärometer habe?

Ich dachte, das könnte so funktionieren:
1. Ich erwische zwei konkave Seiten und schleife dies kurz gegeneinander. Der Abtrag sollte nur am Rand sichtbar sein.
2. Ich erwische zwei konvexe Seiten, dann ist der Abtrag nur in der Mitte zu sehen.
3. Ich erwische eine konkave und eine konvexe Seite. Abtrag relativ gleichmäßig auf der ganzen Fläche? Eventuell hab ich jetzt aber auch zwei relativ plane Seiten erwischt was jedoch selten zu finden sein sollte.

Kann ich diese Regeln benuzten um herauszufinden ob die Seiten konkav oder konvex sind? Da die Rückseite aber ebenso plan gemacht werden soll, frag ich mich, ob es nicht generell Wurscht ist. Also ob ich mir die Seiten zu Beginn per Zufallsprinzip aussuche und einfach gegeneinander Plan mache. Dabei die Rückseiten natürlich nur bis 15µ. Der einzige Nachteil davon dürfte eine geringfügig längere Schleifdauer sein.

Bezüglich der Strichführung habe ich auch nur auf Heiners Seite ein wenig gefunden: viel COC und Chaos.

Ich danke euch schon mal für die Tips,

Harry

Bearbeitet von: FHarry am: 11.10.2006 08:27:15 Uhr

reiner
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1424 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2006 :  08:58:40 Uhr  Profil anzeigen  Besuche reiner's Homepage
Hallo Harry,

jede dieser Abfolgen ist in Ordnung, so lange Du alle Scheiben schön wechselseitig gegeinander schleifst und jede Scheibe gleich oft oben wie unten liegt.

Du brauchst auch nicht herauszufinden, welche Scheibe in welchem Stadium des Schleifens konkav oder konvex ist, da genau das ja durch das Wechseln beim Schleifen ausgegglichen wird. Ich denke es ist wichtig, dass Du recht oft wechselst bei jeder Körnung (nach jeder Charge Carbo). Das sollte ein Ausbilden einer Wölbung effizient verhindern.

Ich habe mit kreisenden Bewegungen geschliffen mit vielleicht 4 cm Überhang.

Weisst Du schon, wie Du testen wirst? Falls Du Ritchey Common und Foucault verwendest, vergiss nicht die Rückseiten matt anzuschleifen.

Ansonsten viel Spass beim Plattmachen

Reiner

Dobsons Bauen und Deep Sky
www.reinervogel.net

Bearbeitet von: am:
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FHarry
Meister im Astrotreff

Deutschland
927 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2006 :  09:30:17 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Reiner,

danke für die Aufklärungsarbeit. Eine Frage fällt mir noch ein. Und zwar die Sache mit der Dreherei. Werden beim Planschleifen die zwei Rohlinge ebenfalls ständig gegeneinander gedreht?

Yep, ich werde wohl den RCT zum Testen verwenden, da ich kein Planglas/Prüfglas habe. Wohl besitze ich aus meiner Anfangszeit noch einen alten 114er Newton der gut sphärisch sein sollte. Dieser Spiegel muß aber erst noch getestet werden.

Danke schon mal,

Harry

Bearbeitet von: am:
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maxosaurus
Meister im Astrotreff

Schweiz
571 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2006 :  13:58:02 Uhr  Profil anzeigen  Besuche maxosaurus's Homepage
Hallo Harry,
schreib Dir die Abfolge vom Daniel steiner avf.astronomie.ch auf ein Blatt Papier und Schleife jedesmal gleichlang ca. eine Charge. Damit ist sichergestellt, dass jede Scheibe pro Turnus einmal unten und einmal oben liegt sowie jede Scheibe gegen jede der anderen geschliffen wurde. Nach einem Turnus hast du jeder Scheibe 4 Chargen verpasst, evtl. brauchts dann noch einen weiteren Turnus um alle Pits der letzten Körnung los zu werden. Immer nur ganze Turni ausführen!
Geschliffen wird mit geraden Strichen 1/3-Striche, es werden jeweils beide Spiegel wie gewohnt gegeneinander gedreht. Bei längeren Strichen oder seitlichem Überhang sank bei meinen 115er-Scheiben jeweils der Rand ab.

Die Spiegeloberflächen können bei dieser Behandlung nicht anders als ungefähr plan werden, eine Krümmungsmessung ist überflüssig.

Kontrolliere Deine Strichlänge immerwährend, indem Du schaust, wo beim Feinschliff die Spiegel schneller "glatt" werden.

Den ersten Turnus musst du UNBEDINGT mit den Rückseiten der Scheiben durchführen. Die Borofloat-Rohlinge sind nicht genügend plan um die "unplaniert" zu verwenden.

Ich hab mit 120er-Karbo angefangen, die weitere Abfolge machst Du wie gewohnt.

Grüsse Max

Willkommen bei den schiefsten Teleskopen Europas!

Bearbeitet von: am:
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reiner
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1424 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2006 :  14:02:21 Uhr  Profil anzeigen  Besuche reiner's Homepage
Hallo Harry

ja, klar, ich habe wie bei einem normalen Spiegel fleissig gedreht.

Ich habe bisher nicht mit einem Prüfglas gearbeitet, aber ich denke, RCT und Foucault gegen Sphäre sind letztendlich nicht schwerer und vor allem sehr genau. Ausserdem kann man mit beiden Power und Zonen mehr oder weniger getrennt messen.

So ein langer 114-er Spiegel ist sicher gut zum Testen. Der Durchmesser reicht aus für die 150er Scheiben, die Brennweite ist lang genug und in der Regel sind die Dinger ja wirklich knallsphärisch.

Viele Grüße
Reiner

Dobsons Bauen und Deep Sky
www.reinervogel.net

Bearbeitet von: am:
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FHarry
Meister im Astrotreff

Deutschland
927 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2006 :  15:45:02 Uhr  Profil anzeigen
Bingo,

danke Reiner und Max. Das sind genau die Antworten die ich noch gebraucht habe.

Viele Grüße,

Harry

Bearbeitet von: am:
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FrankH
Altmeister im Astrotreff


9700 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2006 :  21:14:24 Uhr  Profil anzeigen
Hallo

ich hatte immer eine Tabelle mit 12 Wechseln, wenn man die Körnungen 80, 100, 150, 240, 320, 400, 500, 600, 800, 1000, 1200 verwendet braucht man für jede Körnung 12x 5min, da konnte ich bis jetzt immer blind drauf vertrauen, sicher brauchst du nicht bei 80 anfangen.
tabelle machen, abhaken nicht vergessen, und Uhr aufstellen

den RC Test zum Anfang am besten mit Ronchigitter, man kann auch Startest machen und den sag. und tan. Focus messen um den ROC zu berechnen, ansonsten ist alles wie beim Foucault, selbst das messen mit Maske funktioniert im Finish, bloß muß man drauf achten das man den ROC des Prüfspiegels stur hält, die Programme suchen sich sonst den besten was ja nicht möglich ist und mit dem Schieberegler zurückgestellt werden muß

Gruß Frank

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
6892 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2006 :  20:16:27 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Harry,
Zitat:
Nun sollte man alle konkaven gegen konkave und die konvexen gegen die konvexen Seiten plan machen. Wie finde ich raus ob die Seite konkav oder konvex ist, wenn ich kein Sphärometer habe?


willst Du nur wegen des fehlenden Sphärometers den Aufwand mit 3 Platten machen? Da find ich es einfacher sich mit Hilfe einer Messuhr (1/1000)Teilung ein Sphärometer zu bauen. Das hab ich jedenfalls zum Feinschliff meines 12" Planspiegels so gemacht. Als Werkzeug diente eine 10" Borofloat- Platte. Der Rohling war nach dem Feinschliff plan genug, so dass man gleich zu Beginn der Politur problemlos den Ritchey Commomn Test anwenden konnte.

Gruß Kurt

Bearbeitet von: am:
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FrankH
Altmeister im Astrotreff


9700 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2006 :  20:59:24 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:

willst Du nur wegen des fehlenden Sphärometers den Aufwand mit 3 Platten machen? Da find ich es einfacher sich mit Hilfe einer Messuhr (1/1000)Teilung ein Sphärometer zu bauen.



Hallo

na ich weis nicht, braucht man noch einen Dreher und wenn ich nach solchen Meßuhren suche kosten die immer 10x so viel wie ein Rohling
zumindest ist die 3 Plattenmethode Idiotensicher und macht keine Kratzer, kommt eben drauf an ob man langfristig noch weiteren Bedarf an Planspiegeln hat, ich ärgere mich eher das ich letztes mal nicht gleich 5 Rohlinge genommen habe, eben jeder wie er es braucht.

Gruß Frank

Bearbeitet von: am:
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Marty
Altmeister im Astrotreff

Germany
2112 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2006 :  22:02:43 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Marty's Homepage  Sende Marty eine AOL Message  Sende Marty eine ICQ Message  Sende Marty eine Yahoo! Message
Zitat:
Original erstellt von: FrankH


... ich ärgere mich eher das ich letztes mal nicht gleich 5 Rohlinge genommen habe, eben jeder wie er es braucht.



Hallo Frank,
Ich hab noch etliche Rohlinge da wenn du welche möchtest.
Grüße marty

Homepage www.marty-atm.de
mailto:martin<at>marty-atm.de
AG Spiegelschleifen in der Wilhelm Foerster Sternwarte NUR NOCH NACH VEREINBARUNG
Info zum AG Spiegelschleifen: http://www.wfs.be.schule.de/pages/AGSpiegel/

Bearbeitet von: am:
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FrankH
Altmeister im Astrotreff


9700 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2006 :  23:05:44 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:

Hallo Frank,
Ich hab noch etliche Rohlinge da wenn du welche möchtest.
Grüße marty



na nach dem 16"er kommt erst Mal die Planglasgeschichte mit dem BK7 für den LH und der 12"er und der 24"er, für den 12er und den LH braucht es aber auch FS, so Mitte 2007 und den LH ab 2009? aber ehrlich der dritte Spiegel ging an schnellsten und wurde am besten, da hätt ich noch weiter machen können.

Gruß Frank

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