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Seite: von 2

ulli_v
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732 Beiträge

Erstellt  am: 13.06.2003 :  20:42:25 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Alois,

toller Beitrag zum Thema ! Ich schätze, das derzeit alle Besitzer potentiell verspannter Rohlinge nach dunkel beschichteten Terassentischen in der Nachbarschaft suchen, um Deine Versuche nachzuvollziehen (mich eingeschlossen).
Wie kommt das Phänomen der "Reflektions- Polarisation" zustande ?
Muß die Fläche (in diesem Fall der Tisch) besonders beschaffen sein oder genügt einfach nur dunkel und reflektiv ?

Gruß Ulli

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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7088 Beiträge

Erstellt  am: 13.06.2003 :  21:54:21 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:
Wie kommt das Phänomen der "Reflektions- Polarisation" zustande ?
Muß die Fläche (in diesem Fall der Tisch) besonders beschaffen sein oder genügt einfach nur dunkel und reflektiv ?



Hallo Ulli,
bei glatten Glas und Kunststoff- Flächen ist das refektierte Licht dann vollständig polarisiert, wenn der reflektierte Strahl senkrecht auf dem in das Medium gebrochenen Strahl steht. Ist so, weil Physik. Der Einfallswinkel = Reflexionswinkel ist abhängig vom Brechungsindex des Materials. Bei Glas sind es 57°. Bei ungefähr 45° ist aber der Polarisationsgrad noch sehr hoch. Daher muss die glatte Fläche nicht exakt eben sein. Die genauere Erklärung findet man u. a. bei Hecht "Optik" Kap. 4.6.2 "Die Fresnelschen Gleichungen".
Wenn die reflektierende Fläche schwarz ist, verhindert das weitgehend Fremdlicht, die z. B. durch eine transparente Glasplatte einstrahlen könnte. Alois´s Trick müsste auch funktionieren, wenn man die Rückseite einer Glasplatte schwarz lackiert und die glatte Vorderseite anstelle der Tischplatte nutzt.
Gruß Kurt


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Alois
Altmeister im Astrotreff

Austria
1307 Beiträge

Erstellt  am: 13.06.2003 :  23:25:12 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Ulli !

Danke.
Es ist schon toll, was die Kirschen und Tische in der Nachbarschaft alles können.
Optik ist ja soooo vielseitig und Fantasie anregend. Das kann noch spannend werden.
Jetzt ist gerade die richtige Zeit dazu und meine Optik schaut zeitweise auch auf die Kirschen beim Nachbar. Es dauert nicht mehr lange, dann werde ich meinen Raumgreifer aktivieren.
Nun zur Sache.
Die Polarisation durch Brechung folgt nach dem prevsterschen Brechungsgesetz
tg i = n Bei diesen Einfallswinkel bilden der gebrochene und der reflektierte Strahl einen
rechten Winkel.. Dabei wird die Lichtwelle in zwei Schwingungsebenen aufgeteilt und der gebrochene Strahl hat bei dieser Stellung das Optimum der senkrechten Schwingungen und der reflektierte Strahl das Optimum der wagrechten Schwingungen.
An die reflektierende Fläche sind nicht hohe Bedingungen gestellt weil der Einfallswinkel sehr großen Spielraum hat. Nur rau darf sie nicht sein. Eine glatt beschichtete Faserplatte schwarz glänzend lackiert ist sogar besser als mein Terassentisch und am besten ist eine auf der Rückseite schwarz lackierte Fensterscheibe. Da hat man die volle Wirkung der ersten Fläche.
Es genügt also, dunkel reflektiv und brechend. Beim Lack wird der gebrochene Strahl absorbiert, darum fällt er nicht auf.

Also viel Spaß mit der sommerlichen Optik.
Gruß Alois

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ulli_v
Anbieter


732 Beiträge

Erstellt  am: 14.06.2003 :  00:29:51 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Alois, Hallo Kurt,

ich beneide Euch physikalisch Kundige und Denkende in Momenten wie diesem immer wieder: wir alle sehen etwas, aber Ihr könnt es mit zwei, drei Sätzen erklären.
Dem gemeinen Spiegelschleifer eröffnet Alois´ Methode eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, einen Rohling auf innere Spannungen zu prüfen.
Interessant finde ich die historische Parallele: Große Refraktoren (und großen Durchlicht- Polfilter) scheinen großen Spiegeln und großen Polarisations- Reflektoren (Terassentischen) gegenüber irgendwie im Nachteil zu sein...

Gruß Ulli

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