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 Spiegelkoma und visuelle Komakorrektoren
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Seite: von 2

Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
6048 Beiträge

Erstellt am: 03.06.2013 :  20:24:47 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Freunde der schnellen Newtonteleskope,

Wir hatten hier im Forum hier und da ja immer mal wieder Diskussionen über Sinn und Unsinn von Komakorrektoren bei schnellen Newtons. Zwei Beispiele wären hier und hier. Ich gehöre dabei zu der Gruppe von Beobachtern, die auf punktförmige, komafreie Sternabbildung bis zum Rand eines Weitwinkelokulars wert legen. Deshalb setze ich bei meinem 16" f/4 folgerichtig auch einen Paracorr ein.
Nun habe ich mir vergangene Woche einen neuen Komakorrektor gekauft. Gebraucht natürlich, wie fast immer bei mir.
Ein eher selten verwendetes System und zumindest hier im Forum bislang immer nur am Rande erwähnt. Deshalb habe ich angefangen einen kleinen Bericht über diesen Korrektor zu schreiben.

Dabei wollte ich zur Einleitung ein paar Worte über Spiegelkoma und allgemein über Komakorrektoren schreiben. Aber ehe ich mich versah, war diese Einleitung so lang, dass sie meiner Meinung eher als allgemeine Einführung in das Thema taugt. Deshalb habe ich mich entschlossen, meinen Text über Spiegelkoma und Komakorrektoren als eigenen Thread hier ins Forum zu stellen. Ich denke, das Thema ist interessant genug. Wer weiß, vielleicht passt es sogar in den Wissensspeicher.
Also hier ein paar Worte über Koma und Korrektoren (schöne Alliteration). Diskussion ausdrücklich erwünscht!
Der eigentliche Testbericht folgt später.



Spiegelkoma und visuelle Komakorrektoren

Die Koma ist eine optische Eigenschaft eines Parabolspiegels und sorgt dafür, dass Sterne abseits der optischen Achse nicht mehr punktförmig abgebildet werden. Sie werden etwas in die Breite gezogen und zeigen ein kleines "Schwänzchen" in Richtung Bildfeldrand. Die Abbildung des Sterns hat Ähnlichkeit mit einem kleinen Pilz, deshalb wird auch oft von "Komapilzen" gesprochen. Jeder Parabolspiegel hat Koma und wie sehr sie visuell auffällt ist abhängig vom Öffnungsverhältnis des Spiegels und vom scheinbaren Gesichtsfeld des verwendeten Okulars. Je größer beides ist, um so stärker macht sie sich bemerkbar. Bei sehr langsamen Spiegeln (f/10 und langsamer) kann die Koma kleiner sein als das Beugungsscheibchen der Sterne und somit keine Rolle spielen. Aber andererseits sinkt das Auflösungsvermögen bei schnellen Spiegeln durch die Koma deutlich. So kann ich bei meinem f/4-Dobson mit 82º-Okularen Kugelsternhaufen nur in der inneren Hälfte des Feldes auflösen, weiter außen werden sie durch die Koma zu nebligen Klecksen verschmiert.
Dazu kommt noch, dass durch die Koma der Kontrast am Rand des Gesichtsfeldes sinkt. Das Licht der Sterne, bzw. Himmelsobjekte wird zu deutlich größeren Beugungsfiguren auseinander gezogen, was in sternreichen Gebieten zu einer Aufhellung des Himmelshintergrundes führt.
Man muss dabei deutlich sagen, dass die Koma nicht Zeichen für einen schlecht geschliffenen Spiegel ist, sondern das auch ein perfekt geschliffener Spiegel Koma zeigt.

Ab welchem Öffnungsverhältnis macht sich die Koma bemerkbar? Der erfahrene Beobachter sieht sie ab f/6, ab f/5 wird sie am Rand auffällig. Bei f/4 beeinträchtigt sie unübersehbar die Abbildungsqualität in der äußeren Gesichtsfeldhälfte. Bei noch schnelleren Spiegeln ist eine ästhetische Beobachtung durch die Koma eigentlich nur noch auf der optischen Achse möglich. Bei den weit verbreiteten f/4,5-Spiegeln ist sie deutlich sichtbar, aber wenn man sich nicht daran stört, kann man noch damit leben. Ob und wie stark die Koma wahrgenommen wird, hängt nämlich auch vom Beobachter und seinen Vorlieben ab. Wer Wert auf perfekte Sternabbildung bis zum Rand legt, wird die Koma sehen. Wer ohnehin nur in die Mitte des Gesichtsfeldes schaut, wird von der Koma sicherlich weniger gestört werden.

Unabhängig von der Koma ist die Randunschärfe einfacher Weitwinkelokulare bei schnellen Newtons, z.B. bei Okularen vom Typ Erfle. Diese Okulare zeigen bei einem f/5 oder schneller am Rand unscharfe Sterne, die unabhängig von der Spiegelkoma so abgebildet werden. Gegen diese Randunschärfe helfen dann nur hochwertige Weitwinkelokulare (z.B. von Televue, ES, Pentax, Vixen), die so gut gerechnet und gefertigt sind, dass sie auch bei schnellen Systemen eine randscharfe Abbildung garantieren.
Die Randunschärfe der einfachen Weitwinkelokulare addiert sich in der Wirkung zu der Spiegelkoma, zugleich wird das typische Erscheinungsbild der Koma unscharf und sie ist nicht mehr als solche zu erkennen. Man sieht am Rand sozusagen doppelt unscharf. So kommt es, dass viele Beobachter mit einfachen Okularen die Koma ihres Systems gar nicht sehen, weil sie sie in der Randunschärfe ihrer Okulare nicht als solche erkennen. Mit hochwertigen Okularen sieht man dann auch die Komapilze sprießen...

Um an schnellen Spiegeln eine perfekte Abbildung mit punktförmigen Sternen bis zum Rand zu erzielen, sind also hochwertige Okulare und ein Komakorrektor notwendig. Ein Komakorrektor (KK) ist eine Zusatzoptik, die kurz vor dem Brennpunkt in den Strahlengang eingefügt wird und die die Spiegelkoma beseitigt. Er sorgt dafür, dass auch die nicht parallel zur optischen Achse einfallenden Lichtstrahlen in einem Punkt gebündelt werden.
KKs sind vor allem aus der Astrofotografie bekannt. Auf Fotos macht sich die Koma deutlich am Rand bemerkbar, bei den relativ niedrigen Abbildungsmaßstäben verglichen zur visuellen Beobachtung reichen für Astrofotografie aber meist einfache zweilinsige Korrektoren aus, wie der MPCC von Baader. Für visuelle Beobachtung mit guten Weitwinkelokularen und bei hohen Vergrößerungen ist dagegen ein hochwertiger vierlinsiger Korrektor notwendig, weil die zweilinsigen KKs ein gewisses Maß an sphärischer Aberration ins Bild einführen, die fotografisch zwar nicht auffällt, sich visuell insbesondere bei hohen Vergrößerungen aber deutlich bemerkbar macht.


Ein hochwertiger, vierlinsiger Komakorrektor für die visuelle Anwendung lohnt sich also nur dann, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

-ein schneller, guter Spiegel,
-hochwertige, randscharf abbildende Okulare,
-ein Beobachter der die Koma sieht und den sie stört.


In diesem Fall ist die Anschaffung eines Komakorrektors sinnvoll und gewinnbringend. Es lohnt sich für Besitzer schneller Spiegel einfach mal auf einem Teleskoptreffen einen Korrektor auszuprobieren. Viele Hobbyastronomen die überzeugt waren, keinen Korrektor zu benötigen, haben ihre Meinung nach einem Probespechteln mit einem KK geändert.

Der Maßstab für Komakorrektoren ist seit Jahren der Paracorr von Televue. Das ist ein vierlinsiger KK, der als aktueller Typ 2 sowohl visuell als auch fotografisch nutzbar ist. Er korrigiert die Koma bei Spiegeln bis f/3 und Gesichtsfelder bis 100° (Ethos). Der alte Paracorr Typ 1 hat bis f/4 und 82° (Nagler) korrigiert, ist aber nur noch gebraucht erhältlich.
Seit kurzem ist auch ein neuer Korrektor von ES auf dem Markt, über den ich bislang aber wenig Praxisberichte gelesen habe. Auch gibt es einen neuen vierlinsige Korrektor von Skywatcher, über dessen visuelle Eignung ich mangels Testberichten noch gar nichts sagen kann.
Und es gibt auch noch komakorrigierende Barlowlinsen von University Optics und APM/Gerd Düring. Da die aber die Brennweite stark verlängern, sind sie kaum als universelle Korrektoren zu bezeichnen.

Wichtig bei Komakorrektoren ist die richtige Position im Strahlengang, für die der KK gerechnet ist. Da der Korrektor aber im OAZ sitzt, variiert je nach Fokusposition die Entfernung Korrektor-Hauptspiegel. Das würde bei falscher Korrektorposition durch die Fokussierung der Okulare zu einer deutlichen Verschlechterung der Bildqualität führen, weil die Koma nicht mehr richtig korrigiert wird.
Beim Paracorr und beim ES wird dies gelöst, indem man den Abstand Okular-Korrektor durch ein verstellbares Oberteil des KKs variieren kann. Bei richtig eingestelltem Oberteil (beim Paracorr "Tunable Top" genannt), bildet das Okular scharf ab, der KK ist in der richtigen Position und das Bild ist auch bei 100º-Okularen und einem schnellen Newton bis zum Rand knackscharf mit punktförmigen Sternen. Der Nachteil ist, dass man den Komakorrektor für jedes Okular mit anders liegendem Fokus neu einstellen muss. Für Okulare des Herstellers sind die entsprechenden Einstellungen des verstellbaren Oberteils angegeben. Für Fremdokulare muss die richtige Einstellung erst durch ausprobieren ermittelt werden. Beim Okularwechsel ist dann jedes mal auch eine neue Einstellung am Korrektor nötig.
Man kann das umgehen, indem man seine Okulare mit Verlängerungshülsen, Stoppringen sowie fest installierten 2"/1,15"-Reduzierungen parfokal macht. Dann haben alle die gleiche Fokusposition und die Einstellung des Komakorrektors muss nicht mehr geändert werden.
Klingt kompliziert, ist in der Praxis aber weniger aufwendig und einfacher als bei jedem Okularwechsel der Korrektor neu einzustellen.

Sinnvoller und eleganter wäre natürlich eine feste Installation des Komakorrektors an der richtigen Position im Strahlengang unterhalb des OAZ. Dann könnte man jedes beliebige Okular verwenden und hätte bei erreichtem Fokus auch automatisch die optimale Komakorrektur. Dafür müsste der Korrektor in den OAZ oder in den Tubus integriert werden.
Auch diese Möglichkeit gibt es in Form eines speziellen Komakorrektors von Televue und Starlight Instruments namens SIPS. Über diesen Korrektor werde ich demnächst in einem anderen Thread berichten.


Soweit mein kleiner Text über Spiegelkoma und Komakorektoren. Ich hoffe, er gefällt und ist für den einen oder anderen interessant. Wie gesagt, ich bitte um Diskussion, insbesondere falls ich irgendwelche Fehler bei meiner Darstellung gemacht haben sollte. Ich würde diese dann gegebenenfalls korrigieren.

Bis dann:
Marcus

16" f/4 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

Bearbeitet von: Mettling am: 07.06.2013 08:11:02 Uhr

Stiko
Meister im Astrotreff

Deutschland
329 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  07:01:12 Uhr  Profil anzeigen
Hey, das ist mal ne gute Erklärung. Danke

Oben hast du geschrieben das du einen neuen KK hast.
Mich hätten da gern Tests,Erfahrungen und Typ interessiert.
Da du uns jetzte schon neugierig gemacht hast, muss der Rest nun folgen. ;-)

Da ich ja den Paracorr 1 habe,
und man eigentlich die original Anleitungen nur noch selten im Netz findet,
habe ich meine mal kopiert.
--------
Bilder und Links entfernt. Bitte das Copyright beachten. Stathis
---------
Gruß, Stiko

HAKUNA MA TATA

16" Dobson


Bearbeitet von: Stathis am: 05.06.2013 12:15:38 Uhr
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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
6048 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  16:35:08 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Stiko,

Keine Sorge, der Bericht kommt. Ich bin schon am schreiben. Und viele schöne Technikbilder gibt es auch.

Ich hoffe aber immer noch auf Dikussionbeiträge zu meinem Koma-Bericht. Da stecken bestimmt noch Fehler drin. Zum Beispiel habe ich mittlerweile erfahren, dass der aktuelle Paracorr 3-Elementig ist. Ob das aber nun drei Linsen in zwei Gruppen sind oder vier Linsen in drei Gruppen habe ich noch nicht herausgefunden. Weiß da jemand näheres?

Bis dann:
Marcus

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Bearbeitet von: am:
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hoefats
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1170 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  17:34:18 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Markus,

jepp, Dein Bericht ist sogar sehr interessant.
Manche Buchautoren könnten sich da ein Scheibchen abschneiden.
Nicht nur Deine reichhaltigen Informationen, sondern auch Dein
Schreibstil bedürfen eines Lobes.
Kompakt, detailliert und sehr verstänlich formuliert.
Selbst der Eisteiger bekommt hier eine wertvolle und einfach zu
begreifende Darstellung geliefert.
Ein ganz spezieller Beitrag von Dir, für mich gehört das in Wikipedia.

Ob sich nun ein Fehler eingeschlichen hat kann ich nicht sagen.
Ich erkenne keinen.
Deine Arbeit hat sich in jedem Fall gelohnt, ich bin mir sicher,
viele werden noch darauf zurückgreifen.
Mein Dankeschön zu Deinem Beitrag,
für mich absolute Klasse!

Grüsse und klare Nächte,

Tom

Bearbeitet von: am:
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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17791 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  20:36:16 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Marcus,
Zitat:
So kommt es, dass viele Beobachter mit einfachen Okularen die Koma ihres Systems gar nicht sehen, weil sie sie in der Randunschärfe ihrer Okulare nicht als solche erkennen.
Das solltest du ein wenig anders formulieren.

Mit einfachen Okularen sieht man natürlich nicht das schöne scharfe Komaschwänzchen so wie es ein Nagler zeigt. Das Dumme an der Geschichte ist ja- Koma und Okularastimagtismus sind dann als verstärkter Fehler sichtbar- der durch das Okular vergrößert abgebildete komatöse Stern wird dadurch ja noch größer und unschärfer- die Abbildungsfehler summieren sich ja.

Zum Paracorr II habe ich ja auch schon einen Bericht verfasst- Sterne ohne Coma auch bei einem schnellen Newton- und wir kommen wihl zum Gleichen Ergebnis- es rentiert sich wenn man schon gute Okulare hat.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

Bearbeitet von: am:
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hoefats
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1170 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  21:15:36 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Stefan,

Du solltest Dir den Beitrag von Markus auch genau durchlesen
wenn Du antwortest.
Der Verfasser hat sich sehr genau über die Problematik notwendiger
Okulare geäussert.
Also bitte keine Vorurteile, so sehr ich Deine Beiträge auch schätze!


Grüsse,

Tom

Bearbeitet von: am:
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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


17791 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  22:00:10 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Tom,

ich habe gelesen.

Der Hinweis auf Koma wie auch der Hinweis auf das Verhalten der einfachen Erfle ist vorhanden- richtig.

Nur das sich eben die beiden Fehler summieren ist so explizit nicht erwähnt. Mein Hinweis sollte auch keine pauschale Kritik sein sondern lediglich als Ergänzung dienen.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
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Roland_DT
Meister im Astrotreff


295 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  22:20:02 Uhr  Profil anzeigen
Hallo,

ich habe da ein paar grundlegende Fragen zu diesem Thema:

Wie ist denn ein Coma-Corrector eigentlich aufgebaut. Ist das ein System aus mehreren sphärisch geschliffenen Linsen oder kommen da anders geformte Oberflächen zum Einsatz?

Ein großer Vorteil von Spiegelsystemen ist, dass sie keine chromatische Aberration zeigen und somit nicht nur im sichtbaren Bereich, sondern auch im Infraroten oder bis in den UV-Bereich einsetzbar sind. (Soweit die Atmosphäre dort noch transparent ist) Mit einem Coma-Corrector dürfte ich doch nun chromatische Aberration im Gesamtsystem einfügen?

Mich wundert immer, dass die Hersteller der Coma-Correctoren angeben "Für Newton Systeme von f/3.5 bis f/6 geeignet". Wie ist das möglich? Ich hätte erwartet, dass ein Coma-Corrector nur für exakt ein Öffnungsverhältnis exakt berechnet werden kann.

Viele Grüße,
Roland

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hoefats
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1170 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  22:21:35 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Stefan,

das hört sich schon viel besser an.
Aber noch schöner wäre es, wenn Du bestimmte Leistungen wie
in diesem Fall auch anerkennen würdest.
Damit meine ich, nicht nur mit dem Finger nach dem Popel zu suchen,
sondern auch mal den Finger in die Höhe zu strecken und zu sagen,
jawoll, das hat was.
Und das hat der Beitrag von Markus ohne Zweifel!

Kritik hat sich der Autor erwünscht, dann aber doch bitte
qualifiziert und mit mehr Gefühl, denn es steckt eine Menge Arbeit
hinter einem solchen Beitrag.

Grüsse, und ich les Dich immer gern Stefan, versteh mich bitte
nicht falsch...

So, klaren Himmel

Tom

Bearbeitet von: am:
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FrG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1911 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  22:44:47 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:
Original erstellt von: hoefats

Hallo Stefan,

das hört sich schon viel besser an.
Aber noch schöner wäre es, wenn Du bestimmte Leistungen wie
in diesem Fall auch anerkennen würdest.
Damit meine ich, nicht nur mit dem Finger nach dem Popel zu suchen,
sondern auch mal den Finger in die Höhe zu strecken und zu sagen,
jawoll, das hat was.
Und das hat der Beitrag von Markus ohne Zweifel!

Kritik hat sich der Autor erwünscht, dann aber doch bitte
qualifiziert und mit mehr Gefühl, denn es steckt eine Menge Arbeit
hinter einem solchen Beitrag.

Grüsse, und ich les Dich immer gern Stefan, versteh mich bitte
nicht falsch...

So, klaren Himmel

Tom




Bravo Marcus, sehr guter Beitrag.

Bravo Tom, sehr guter Kommentar.

Daumen hoch und vielen Dank Euch beiden!

CS Franjo

"Es ist besser seinen Mund zu halten und für einen Narren gehalten zu werden als den Mund aufzumachen
und alle Zweifel zu beseitigen."

Lisa Simpson


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maul-wurf
Meister im Astrotreff

Deutschland
834 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  23:01:08 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Roland,

wie kommt es, dass ein Komakorrektor für verschiedene Öffnungsverhältnisse tauglich ist? Diese Frage wurde kürzlich im Nachbarforum diskutiert und beantwortet.

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/881830/Re_Komakorrektur#Post881830

Grüße

Kurt

Bearbeitet von: am:
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2901 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  23:29:55 Uhr  Profil anzeigen
Guten Abend,

Marcus, danke für den Bericht!
Ich werde zu den beiden Paracorr's ebenfalls ein paar Daten bringen und freue mich auf Deinen Bericht. Ein aussagehräftiger Vergleich bei gutem Seeing war mir noch nicht vergonnen.

Zu dieser Frage:
Zitat:
Mich wundert immer, dass die Hersteller der Coma-Correctoren angeben "Für Newton Systeme von f/3.5 bis f/6 geeignet". Wie ist das möglich?

Hier sorgt das Marketing für Verwirrung. Früher war zB der alte Paracorr I auch für f/3.5 geeignet und ich finde den bei f/3.1 noch sehr sehenswert.
Jetzt schafft das offiziell nur noch der neue Type II

Also, die einzige Design-Vorgabe für einen Komakorrektor ist die *Brennweite* der Parabel. Und nicht das Öffnungsverhältnis!
Die Design-Brennweite kennt aber keiner, und das wäre auch aus Marketing-Gründen unklug diese zu veröffentlichen.
In gewissen Grenzen funktioniert das aber trotzdem gut genug.

Ein Komakorrektor korrigiert also immer die Koma - mehr oder weniger gut. Es geht nur um die Toleranzschwelle - und diese kann visuell, fotografisch (und ganz besonders individuell) sehr verschieden sein.

Viele Grüße
Kai

Bearbeitet von: am:
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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
6048 Beiträge

Erstellt  am: 04.06.2013 :  23:40:38 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Leute,

So hatte ich mir das gewünscht. Eine echte Diskussion. Vielen Dank.
Und vielen Dank auch für das Lob. Ich fand einfach, dass eine eingehende Erklärung der Spiegelkoma und ein Bericht über visuelle Komakorrektoren mal überfällig war.

Stefan,
Ich habe den Passus oben etwas geändert. Dort steht jetzt:
Zitat:
Die Randunschärfe der einfachen Weitwinkelokulare addiert sich in der Wirkung zu der Spiegelkoma, zugleich wird das typische Erscheinungsbild der Koma unscharf und sie ist nicht mehr als solche zu erkennen. Man sieht am Rand sozusagen doppelt unscharf. So kommt es, dass viele Beobachter mit einfachen Okularen die Koma ihres Systems gar nicht sehen, weil sie sie in der Randunschärfe ihrer Okulare nicht als solche erkennen.

Das dieses spezielle Thema kritisch ist, war mir beim Schreiben bewusst und ich hatte wegen der Formulierung hin und her überlegt. Nun also doch lieber die etwas längere Version. Danke für den Hinweis.

Stiko,
Danke für die Anleitung, ich hoffe dass das Copyrightmäßig in Ordnung geht. Und soweit ich weiß, ist das da eine Anleitung für einen Paracorr Typ 2. Mein Typ 1 sieht etwas anders aus, er hat nicht so viele Schrauben am Kopf und einen grünen Aufdruck. Oder gab es den Typ 1 in zwei verschiedenen Gehäusen?

Tom und Franjo,
Auch an Euch vielen Dank für das Lob. Aber ich habe Stefans Hinweis gar nicht negativ aufgefasst, ganz im Gegenteil. Genau so wollte ich es haben. Konstruktive Kritik.

Roland,
Ob die Linsen des Paracorr sphärisch oder asphärisch geschliffen sind, kann ich Dir nicht sagen. Ich habe es nicht mal geschafft eine Schnittzeichnung des Korrektors im Netz zu finden. Aber ich kann bestätigen, dass der Paracorr zumindest visuell keine Farbe ins Spiel bringt. Er ist sozusagen achromatisch. Auf der Televue-Seite steht auch geschrieben, dass Al Nagler bei der Konstruktion des Paracorr darauf besonders wert gelegt hat.
Die vereinfachte Erklärung, dass ein f/3,5-KK auch f/6 korrigiert lautet, dass ein f/3,5-Strahlenkegel in seinem Inneren auch einen f/6-Kegel enthält, wenn man ihn entsprechend abblendet. Den korrigiert er dann immer noch.

Soviel erst mal von mir. Ich nehme weitere Anregungen und Kritik gerne an. Und ich schreibe weiter fleißig an meinem Testbericht. Wird aber wohl noch ein paar Tage dauern.

Bis dann:
Marcus

16" f/4 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

Bearbeitet von: am:
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2901 Beiträge

Erstellt  am: 05.06.2013 :  00:09:31 Uhr  Profil anzeigen
Hallo,

bei den Paracorr's sind einige Typen im Umlauf.
Um die Verwirrung nicht zu vergrößeren am besten immer die Nummer mit angeben.

Type I Varianten:

PCV-2000 (erste Version, visuell, grüner Papagei)

PLU-1106 (Foto-Version ohne Turnable Top)

PLV-2008 (letzte visuelle Version, größere Linsen, Turnable Top leider *nicht* abschraubbar, weisser Papagei)

Paracorr Type II Varianten

VIP-2010 (visuell und fotografisch, Turnable Top abschraubbar)
SIPS (integriert in einen Feathertouch)

Evtl gibt es noch weitere Varianten des Type I ?

cs Kai

Bearbeitet von: fraxinus am: 05.06.2013 00:11:24 Uhr
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ES-Europe
Explore Scientific (Anbieter)

Deutschland
489 Beiträge

Erstellt  am: 05.06.2013 :  09:15:00 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ES-Europe's Homepage
Hallo Markus,

danke für die viele Arbeit - das ist eine schöne Zusammenfassung. Eines geht mir noch ab, und sollte meines Erachtens Erwähnung finden, weil nicht allgemein bekannt:
Im Artikel wird nur von der Sternabbildung gesprochen. Die Sternabbildung ist aber nur die halbe Miete - der Kontrast im Gesichtsfeld ist auch wichtig. Und da passiert folgendes: Wir sehen bei einem Stern am Gesichtsfeldrand in der Regel nicht die ganze Komafigur, sondern nur den inneren Kern mit dem oval verzerrten Komascheibchen. Bei helleren Sternen sind noch die "Schwänze" bzw. der "Pilz" zu sehen. Aber eben nur bei ganz hellen Sternen. Und da sind die Größenverhältnisse so: bei einem f/4 Newton haben wir ein Airyscheibchen mit ca. 5um Durchmesser. Am Rand des Gesichtsfeldes ist die Komafigur aber ca. 400um groß. Die Energie des Sterns verschmiert also großflächig - und ruiniert dabei den Kontrast. Bei der Beobachtung mit Weitfeldokularen sieht das dann so aus, daß sich ein schwacher nebliger Ring am Gesichtsfeldrand zeigt - als wie wenn das Okular ringsum angelaufen wäre. Das ist bei der Verwendung mit einem guten Komakorrektor auch weg - der Kontrast ist wieder konstant über das Gesichtsfeld.

Clear skies

Tassilo

Bearbeitet von: am:
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Ursus007
Meister im Astrotreff

Deutschland
448 Beiträge

Erstellt  am: 05.06.2013 :  10:13:41 Uhr  Profil anzeigen
Hallo,

ein Tipp zum Weiterlesen:

In der Zeitschrift "interstellarum", Heft 87 (Apr./Mai 2013) gibt es einen Artikel "Randscharf korrigiert – Fünf visuelle Komakorrektoren im Test".
Allerdings nur im Heft, im Netz gibts dazu nichts (naja, der Verlag muß ja auch von was leben).

Vielleicht liegen das Heft bei den Vereinen aus bzw. man kann bei den einschlägigen Stammtischen mal bei einem Teilnehmer mit reinschauen.

Grüße,

Ursus

Wissen, das die Welt nicht braucht:
Das Durchmesser-Verhältnis einer irdischen Schneeflocke zur Andromeda-Galaxie beträgt 1 : 2,65*10^23.

Newton 150/900, TSAPO65Q, CGEM, Astrotrac, MGEN, Nikon D90 und viel Hilfskrempel

Bearbeitet von: am:
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