Hallo zusammen,
nun sind wir also wieder bei Karte, Telrad oder Leuchtpunktsucher und Starhopping.
Wo das geht, ist das immer zu bevorzugen und es geht m.E. sehr gut bis etwa da hin, wie die Himmelsqualität deutlich unter 5 Mag fällt, vor allen Dingen geht es so an "leichten Objekten".
Unter schlechterem Himmel kann es sinnvoll sein, zur Frustvermeidung technische Helferlein, auch Handys mit Apps gehören dazu, zwecks Frustvermeidung einzusetzen,

Grafik aus https://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/aol/lightpol.html da gibt es noch mehr.
Aber mal der Reihe nach:
Selbst unter 5 oder 5,5 mag Himmel sind so viele Sterne da, dass man mit Starhopping nach geometrischen Mustern, die man sich zwischen die Sterne denkt und unter Abschätzung der Strecken sehr gut den Leuchtpunkt oder die Zielkreise eines solchen Suchers etwa da hin setzen kann, wo das Objekt in der Karte, mit der man den Himmelsanblick abgleicht, eingezeichnet ist.

(aus Suchen und Finden von meiner HP)
Ob man dann lieber noch mal mit den Teilkreisen von Rigel oder Telrad abgleicht, oder weiß, dass das Übersichtsokular auf welches man wechselt, 2 Grad Feld am Himmel abbildet, was etwa 4 Vollmonddurchmessern entspricht, und sich die Karte passend dreht ist Geschmackssache. Ohnehin sind viele Objekte mit etwas Übung des Vorgehens direkt zu treffen und man sieht sie schon im Okular, spätestens wenn man mal eine kleine Runde um einen fixen Punkt (einen Stern in der Feldmitte merken, den man dann um den Rand des Feldes dreht) dreht.
Nun kommts. hat man brauchbaren Himmel für dieses Vorgehen, sollte man auf technische Helferlein mit netten, aber adaptionsstörenden Helferlein verzichten, überhaupt jeden Blick in helles Licht meiden, denn das ist Gift für die Dunkeladaption der Augen.
Man setzt sich mit so was IMMER die Grenzgröße der sichtbaren Sterne herab, hat also weniger Peilmöglichkeiten, auch wenn es nur 0,2 oder 0,3 Mag weniger sind ist das enorm UND wir schwächen den Anblick des Objekts genau so auch.

Wir haben also ohnehin fast überall mit Lichtverschmutzung und aufgehelltem Himmel zu kämpfen und dann verblitzen wir uns noch die Augen und schmälern damit unsere Sicht auf das was noch übrig ist selbst zusätzlich. Dann kommt der Spruch
.....habe ewig gesucht und dann endlich was gesehen, aber da hatte ich mehr erwartet.......
Ja, unser Himmel wird schlechter, aber unsere Herangehensweisen auch. Es ist wirklich sinnvoll und hilfreich, so lange es geht auf die Nutzung von Displays, auch mit Rotlichtmodus, zu verzichten und unter wirklich dunklem Himmel verdirbt nam sich damit noch viel mehr. Wenn man zu schwierigen Objekten wechselt, welche wirklich über Starhopping nach Zielkreisen und Sternen im 8x50 Winkelsucher, dann Wechsel zum Okular gesucht werden müssen und das noch mit höherer Vergrößerung, also deutlich kleinerem Gesichtsfeld, wird Dunkeladaption wirklich bei der Aufsuche und der Beobachtung sehr wichtig.
Haben wir aber tatsächlich ungünstige Bedingungen, die Starhopping mit zu wenigen Sternen praktisch zum aussichtslosen oder zu langwierigen, frustrierenden Unterfangen machen, dann kann die Technik helfen, doch noch Spass zu haben.
GoTo, PushTo, Starsense, digitale Teilkreise, solche und ähnliche Technik wird dann wirklich praktisch und sehr nützlich.
Damit findet sich das Objekt schnell und man sieht es dann auch oft schon recht ordentlich.

(Grafik aus Grundsätzliches zur AP von meiner HP)
Dennoch ist anfahren, identifizieren, anschauen, abhaken, nächstes Objekt, whow ist das ne tolle, schnelle Technik........sorry.......dummes Zeug.
Sich dann mal eine viertel Stunde und länger wirklich ans Okular hängen, Okulare wechseln, verschiedene Vergrößerungen (also APen) ausprobieren, bei Nebeln die darauf ansprechen mit Filtern probieren, eventuell, wenn zu viel Störlicht rundum ist, sich unter ein Beobachtungstuch verkriechen hilft eben auch auch unter schlechtem Himmel ganz enorm bezüglich der Detailsichtbarkeit und Erkennung.

Das bringt und unter 4,5 mag Himmel den 6 mag Himmel von früher nicht zurück, aber es hilft.
GoTo spart bei der Aufsuche des Objekts Zeit, aber die sollte man doppelt in die Beobachtung investieren.
Gruß
Günther