Hallo Lothar,
eine sehr schöne Wahl !
Der Perseushaufen gehört für mich zu den klassischen Fernrohr-Objekten am ITT, dem jährlichen Teleskoptreffen in Kärnten, das ja meist zwischen Mitte September und Anfang Oktober liegt. Ich erinnere mich da an zahlreiche Beobachtungen mit Fernrohren im Bereich von 10-, 16- oder 20-Zoll. Bei dem guten Berghimmel konnte ich im 10-Zöller neben dem zentralen Bereich auch meist etliche Objekte aus der Galaxienkette ausmachen, die weit nach West-Südwest heraus bis IC 310 reicht. Die Kette kommt auf deinem zweiten Bild gut heraus, wie auch auf der Sonderkarte "D20" des Interstellarum-Deep Sky Atlas. Und im 16-Zöller springt eine Fülle von Fleckchen ins Auge, ich schaue da auch gerne auf das Paar NGC 1267 / 1268.
Bei weniger gutem Himmel gingen die schwächeren Galaxien in meinem alten 10-Zöller schnell mal verloren: Am ehesten war dann das Zentrum um die hellen NGC 1275 / NGC 1272 zu erkennen, das fiel schon bei kleinerer Vergrößerung als "neblige Region" ins Auge.
Bei sehr guten Bedingungen in den Bayerischen Alpen habe ich den Haufen im Oktober 2023 mit dem 99mm Spektiv probiert, in zenitnaher Position - ich zitiere aus meinem Bericht:
'... Der Himmel hatte sich noch weiter verbessert, die Durchsicht war jetzt hervorragend: Eine gute Gelegenheit mal die Grenzen des Spektivs ein bisserl auszutesten. ... Schließlich ging es zum "Perseus-Galaxienhaufen" (Abell 426) um die wissenschaftlich gut untersuchte, 11,9 mag helle NGC 1275, die auch als Radioquelle "Perseus A" bekannt ist. Der Ausschnitt zeigt ein Muster im Spektiv gut erkennbarer Feldsterne anhand derer ich mich orientierte:

Dabei blitzte NGC 1275 selber indirekt mehrmals als diffuses Fleckchen an der richtigen Stelle auf. Das werte ich als gesehen, während ich mir bei NGC 1272 trotz immerhin 11,8 mag Helligkeit gar nicht sicher bin: Ich meine da ist indirekt schonmal etwas aufgetaucht, aber meist nicht. Von der 12,4 mag hellen Galaxie NGC 1278 habe ich nichts ausmachen können. ...
Also ein bisserl was konnte ich bei diesen weit entfernten Galaxien mit dem Spektiv ausmachen. Und dabei eher die etwas größeren Objekte, obwohl diese dann eine geringere Flächenhelligkeit haben. Bei den relativ geringen Vergrößerungen des Spektivs (hier im Zoombereich meist um 70-100x) dürfte eine gewisse Größe des Fleckchens von Vorteil sein um wahrgenommen zu werden, vorausgesetzt die Flächenhelligkeit ist nicht zu niedrig.'
Servus
Ben