Hallo zuammen.
18.7.2026, 0:25 Uhr
Oberösterreich, Saxen
Nach dem mein Gehirn ungläubig zur Kenntnis nahm, dass da tatsächlich der Wecker läutet, der Geist "aufstehen" sagte und schließlich wiederwillig auch mein Körper folgte, (ich schwöre, es war wirklich so), offenbarte sich klarer Himmel mit einer sofort sichtbaren Milchstraße. Ich hatte mir vorgenommen, die Supernova sehen zu wollen. Einen Versuch hatte ich schon gestartet vor ein par Tagen, leider machten mir da die Bedingungen einen Strich durch die Rechnung. Heute geht aber alles ganz schnell (muss es auch) denn die nächsten Wolken schieben sich schon langsam von Westen unhaltbar herein. Rasch die 8" Zeitmaschine in den Garten gestellt und den 82° Metall/Glasbrocken in den Okularauszug.
Geladen und gesichert - denke ich mir. .
Da ich mir die Position vorab schon mehrfach auf den unterschiedlichen Karten eingeprägt hatte (was soll man auch sonst machen, wenn der Himmel nichts hergibt) ist schon bald das Objekt der Begierde im Übersichtsokular zentriert. "Das ging ja einfach", sage ich zu mir selbst. Letztes mal suchte ich verzweifelt nach irgendeiner Art von Aufhellung - ohne Erfolg.
Heute ist sofort ein zarter Hauch der Galaxie NGC3310 erkennbar. Die Bedingungen passen also. Im 17.5 Morpheus nimmt die Galaxie leicht an Helligkeit zu und indirekt kann ich sogar schon die Supernova erkennen. Im 9mm und sogar im 6.5mm Okular ( das entspricht 184-facher Vergrößerung) dann ohne große Mühe direkt erkennbar Schon beeindruckend - einen sterbenden Stern sehen zu können.
Irgendwann entsteht daraus wieder was Neues.
Mittlerweile wird die Helligkeit auf 11.915 angegeben WebObs . Laut wikipedia schon die 4 Supernova die in dieser Galaxie zu beobachten war.
Ich nehm mir lange Zeit für das Spektakel, dass sich da wohl vor 46-59 Millionen Lichtjahren abgespielt hat, jetzt "zusammengedampft" auf einen kleinen Lichtpunkt im Okular über meine Netzhaut, der schlussendlich meine Synapsen zum feuern anregt. Da kann man schon wieder mal ehrfürchtig und demütig werden.
(Empfehlung geht raus an Alle, die glauben, ihr Ego stark zentrieren zu müssen - einfach mal einen anderen Maßstab anlegen hilft 
Eine Stunde insgesamt steht mir zur Verfügung bevor die vorangekündigten Wolken dem Schauspiel ein Ende bereiten.
Ich trenne noch Polaris A und B (oder Aa und Ab?), zoome noch mit dem 16/70er Fernglas durch den Schwan und sage zuletzt unserer galaktischen Nachbarin, der Frau vom Perseus, ein Hallo.
einkleinesrätselgerngeschehen

Am schönsten für mich immer noch im Fernglas zu beobachten .
Zufrieden packe ich mein Zeugs weg und bringe Körper, Geist und Hirn in der Horizontalen wieder in Einklang.
lg Reini