Posts from BenN in thread „Supernova SN2026sqf in NGC 3310“

    Hallo miteinander,


    gestern Abend im Altmühltal habe ich die Supernova in NGC 3310 mit meinem 99mm Spektiv auch ausmachen können. Mehrmals tauchte sie blickweise eindeutig auf, mit indirektem Sehen bei 70-facher Vergrößerung. Zur Schätzung der Helligkeit schreibe ich weiter unten noch etwas.


    Zur groben Position der Supernova eine Übersicht relativ zu Merak im Großen Wagen, diese Aufnahme stammt von Ralph aus einer gemeinsamen Beobachtungsnacht von 2013 im Karwendel:



    Und für die Details hier ein Ausschnitt aus WikiSky, relativ zu den beiden nahen Sternen HD 92095 (5,5 mag) und HD 91311 (6,45 mag):



    Südlich ihrer Verbindungslinie liegt ein Dreieck aus Sternen von 10,4 bis 10,7 mag Helligkeit**, die waren schon etwas vor halb elf zu erkennen; und gegen 22:35 Uhr war es dunkel genug, dass auch der 11,45 mag helle Stern weiter nördlich indirekt ab und an aufblitzte. Diese Helligkeiten sind rot eingezeichnet - nach den Sternen mit orange markierter Helligkeit habe ich zwar auch gesucht, sie aber nicht erkennen können.


    Bald nach dem Sterndreieck leuchtete auch an der Stelle von NGC 3310 etwas auf, ich habe es aber auch bei kleinerer Vergrößerung nicht ganz scharf bekommen. Das war demnach das Licht der Galaxie selber, verstärkt um die Helligkeit der Supernova. Und schließlich konnte ich bei 70-fach wie eingangs beschrieben Supernova und Galaxie gesondert voneinander erkennen.


    Zur Helligkeit: Die Supernova war indirekt etwas einfacher auszumachen als der genannte 11,45 mag Stern, blitzte etwas heller auf. Insofern deckt sich das gut mit der letzten Schätzung hier von Dieter (11,2 mag).


    Der Mond sollte gegen 22:15 auch über den Horizont gekrabbelt sein, wurde aber noch durch die bewaldeten Hügel verdeckt. Der Himmel dürfte sich also kaum mehr verbessern, und so beeilte ich mich, den letzten direkten Regionalzug nach München noch zu bekommen; mit Rucksack, Taschenlampe in der einen, und aufgebautem Spektiv in der anderen Hand ging runter es zum Bahnhof, wo ich fünf Minuten vor Abfahrt eintraf und alles im Rucksack verstauen konnte. Es gab noch eine spätere Alternative mit Umsteigen in Ingolstadt, da hätte ich aber den ICE nach München eigens bezahlen müssen - wozu hat man denn das Deutschlandticket ;)


    Erstaunlich wie hoch der Mond dann schon in München stand, als ich gegen Viertel nach eins zu Hause angekommen bin.



    ** Die Helligkeitsangaben gemäß WikiSky


    Servus

    Ben