Posts from Sagittarius70 in thread „NGC 1817 und Melotte 111, zwei offene Sternhaufen“

    Hallo Heinz und alle Interessierten,


    ich habe mich Ende letzter Woche nochmal an Melotte 111 gewagt; das Objekt hat mich doch nicht losgelassen :)


    Am 05. Juni 2026 ist es Abends aufgeklart und ich habe gegen 23:30 eine kleine Session auf dem Balkon gestartet (nach Mel 111 habe ich dann noch das OdM Juni/26 mit dem Seestar aufgenommen, den Kugelsternhaufen NGC 5466). Wahrscheinlich war es erstmal der letzte Versuch in diesem Jahr, weil Coma Berenice sich jetzt langsam ins Licht verabschiedet.


    Ich habe diesmal mein 14-140mm Telezoom verwendet; zu diesem Zweck mit 34 mm Brennweite. Ich hatte ein paar Tage vorher nochmal (bei Mondschein) mit den Bildfeldern bei verschiedenen Brennweiten experimentiert und 34 mm waren m.E. ein guter Kompromiss aus einer ausreichenden Auflösung und genügend Bildfeld drumherum (und nicht zuletzt Sichtbarkeit im Sucher: ich konnte mich noch gut an Denebola am Bildfeldrand orientieren).


    - iOptron Skyguider

    - Panasonic DC-G91 (MFT) mit Funkfernauslöser

    - Telezoom Lumix Vario 14-14mm (34mm, F4,5 für die Aufnahme)

    - ISO 800


    - 181 x 10s (30 Minuten) lights

    - 11 x 10s Darks


    Bearbeitung mit Siril, Starnet, Gimp


    Viele Grüße,

    Klaus



    P.S. Ich habe eben gesehen, dass Heiko Astroscotty in der Gallerie ganz frisch das Ergebnis der Gemeinschaftsbelichtung mit dem Seestar eingestellt hat! Gefällt mir; schärfer als meins und die Sternfarben kommen besser zur Geltung :)

    Hallo Heinz,


    ich habe ja das Seestar S50; m.E. hätte aber auch das S30 im Mosaikmodus ein zu geringes Gesichtsfeld.


    In diesem Beitrag von CN sind die Feldgrößen recht anschaulich dargestellt.

    https://www.cloudynights.com/forums/topic/943084-s30-and-s50-view-fields-including-mosaics/


    Das S50 hat im vollen 2x Mosaikmodus max. 1,44° x 2,55° , das S30 2,44° x 4,34°.


    Für die anderen Smarties kenne ich die Feldgrößen nicht.


    Für die Ausdehnung des Coma Sternhaufens habe ich folgende Werte recherchiert:


    Binoscout und Deep Sky Reiseatlas: 3,5°

    Karkoschka (2. Auflage): 300' -> 5°

    Wikipedia deutsch: 4,5°

    Wikipedia englisch: 7,5°

    freestarcharts: 6°


    Melotte 111 - Mel 111 - The Coma Star Cluster (Open Cluster) | freestarcharts.com

    Melotte 111 – Wikipedia
    de.wikipedia.org


    Ich würde ja gerne mal wissen, wie diese sehr! unterschiedlichen Größenangaben zustande kommen.


    Das Foto von Melotte 111 aus dem Kosmos Kalender 2026 (an dem ich mich zu orientieren versucht habe) habe ich auch noch online gefunden; einfach in der Vorschau weiterblättern (das dritte Bild) :)

    Kalender »Kosmos Himmelsjahr 2026« - Kalender Fundgrube - Humanitas Handelsgesellschaft mbH


    Also, ich finde, ein weiterer Großfeldversuch unter besseren Bedingungen lohnt sich (vielleicht auch von jemandem, der mehr Erfahrung in Astrofotografie hat, als ich; ich bin in der Hinsicht ja auf Anfängerniveau unterwegs).


    Viele Grüße,

    Klaus

    Hallo Heinz,


    zunächst mal dankeschön die nähere Vorstellung des Coma Sternhaufens. Bislang habe ich diesen leider vernachlässigt (owohl ich ein Fan der Melotte-Sternhaufen bin).


    Letzte Woche war im Kosmos Himmelsjahr Wandkalender eine hübsche Großfeldaufnahme mit Melotte 111 abgebildet (Region zwischen Arktur und Denebola), die mich zusätzlich neugierig gemacht hat. Die letzten beiden Tage waren endlich nochmal klar, also wollte ich ihn mir visuell und fotografisch genauer ansehen (beides aus der Stadt).


    Im Fernglas finde ich ihn selbst mit 7° Gesichtsfeld schon sehr füllend. Die Größe wird - je nach Quelle - ja zwischen 3,5° und 7,5° angegeben.


    Für mein Seestar ist dieser Sternhaufen auch im Mosaikmodus zu groß (es sei denn, man arbeitet mehrere Felder ab), ich wollte aber schon länger meinen neuen (gebrauchten) iOptron Skyguider ausprobieren. Zudem hatte ich mir auf dem ATT noch ein gebrauchtes Samyang f2.0/16mm gekauft.


    Die Aufnahmen von vorgestern waren leider komplett für die Tonne, weil Cirrusbewölkung reinzog. Gestern Abend gab es dann keine Wolken, sondern "nur" einen schon recht dominanten Mond; riskiert habe ich es trotzdem. Was soll ich sagen: ich hatte ziemlich mit dem Helligkeitsverlauf und (trotz Streulichtblende, oder gerade wegen deren Kanten?) mit Reflexionen zu kämpfen. So ganz zufrieden bin ich auch nicht mit dem Ergebnis, sondern sehe es eher als Lernerfahrung. Das nächste Mal lieber ganz ohne Mond.


    Zeigen möchte ich es trotzdem (vielleicht auch als Anregung für andere Nutzer :) ), zu sehen ist das Himmelsareal zwischen Arktur und Denebola.


    - Panasonic DC-G91 (MFT) mit Samyang f2.0/16mm und Funkfernauslöser

    - iOptron Skyguider, ohne exakte Ausrichtung (Polarstern ist nicht sichtbar von meiner Wohnung)

    - 62x10s, ISO 800, Blende 2,8

    - Bearbeitung mit Siril, RawTherapee und Gimp.


    Viele Grüße,

    Klaus