Posts from Heinz-S in thread „NGC 1817 und Melotte 111, zwei offene Sternhaufen“

    Hallo Heiko,


    da ihr mit eurem „Seestar – Verbund“ hier schon so viele großräumige Aufnahmen gezeigt habt, hatte ich im Stillen darauf gehofft, dass ihr hier evtl. einsteigt. Ich bin gespannt und freue mich darauf, dass in der Galerie dann auch von Melotte 111 eine schöne Aufnahme vorhanden sein wird.


    Danke und viele Grüße

    Heinz

    Hallo Klaus,


    danke für deine umfangreiche Recherche. Die unterschiedlichen Größenangaben sind in der Tat bemerkenswert. Sky Safari weist ebenfalls auf eine 4,5° Ausdehnung hin und beschreibt eine Zahl von ca. 40 Sternen zwischen 4,3 und 10,5 mag als Haufenmitglieder mit gemeinsamer Eigenbewegung.


    Eine wirklich schöne Aufnahme des Haufens hast du in der englischen Wikipedia Ausgabe gefunden. Im dortigen Bild liegt Norden links. Von dem orange Riesen Gamma Comae Berenices links der Bildmitte ausgehend ist Melotte 111 schön erfasst. Außerdem enthält die Aufnahme einige Hintergrundgalaxien, von denen die in der unteren Bildmitte gelegene lang gestreckte Nadelgalaxie (NGC 4565) am deutlichsten heraussticht.


    Viele Grüße

    Heinz

    Hallo Klaus,


    besten Dank, dass du dich der Herausforderung gestellt hast, Melotte 111 in Gänze zu erfassen. Ich bin fest davon ausgegangen, dass es sich dabei um ein Paradeobjekt für den Seestar handelt. Danke, dass du das hier richtiggestellt hast.


    Zum visuellen Auffinden des Haufens mit bloßem Auge orientiere ich mich, wie du auch schreibst, an Arkturus und Denebola. Was ich da erkennen kann, muss wohl die Anhäufung der helleren Sterne rechts der Bildmitte sein. Vielleicht kann das aber noch ein visuell erfahrenerer Sternfreund präzisieren.


    Die besagten helleren Sterne habe ich mit der Darstellung im Deep – Sky – Atlas verglichen. Zumindest von dieser Darstellung her hast du den Haufen vollständig erfasst. Nochmals danke, dass du hier eingestiegen bist. Jedenfalls ist mir jetzt klar ,warum Melotte 111 von den Astrofotografen doch recht stiefmütterlich behandelt wird.


    Viele Grüße

    Heinz

    Hallo Matthias,


    vielen Dank! Wir sind ja beide Freunde einer ansehnlichen Sternabbildung ohne nennenswertes Verkleinern oder Unterdrücken derselben. Wie geschrieben war ich mit der Ablichtung von Melotte 111 nicht so glücklich. Vielleicht erbarmt sich noch ein Sternfreund, diesen wenig besuchten Haufen in einer Mondnacht mal aufs Korn zu nehmen.


    Beste Grüße

    Heinz

    Hallo Sternfreunde,


    da der Mond sehr präsent am Himmel stand, beide Nächte jedoch fast wolkenfrei waren, wollte ich unbedingt zwei Bereiche mit offenen Sternhaufen ablichten, die schon länger auf der ToDo – Liste standen. Den Anfang machte NGC 1817 im Sternbild Stier:



    NGC 1817 und NGC 1807, ein offener Haufen und ein Sternmuster im Sternbild Stier


    Dieser Sternhaufen ist mir im Deep – Sky – Atlas aufgefallen, weil sich in seiner direkten Nachbarschaft noch zwei Asterismen befinden, die das Bild bereichern könnten. Es handelt sich um NGC 1807 und O'Neal 8. Die beiden ungleichen Sternansammlungen NGC 1817 und NGC 1807 bilden zwar keinen so spektakulären Anblick wie h und Chi im Perseus, haben aber dennoch ihren Reiz als vermeintlicher Doppelhaufen. Entdecker sind Vater und Sohn Herschel. Wilhelm beschrieb NGC 1817 im Jahr 1784 und Sohn John NGC 1807 im Jahr 1832.


    Das kleine Sternmuster O'Neal 8 ergänzt die Szenerie. Ich hoffe, Robert und René haben nichts dagegen, wenn ich aus ihrer tollen Sammlung der Faint-Fuzzies nachfolgende Beschreibungen der beiden Asterismen für die visuelle Beobachtung veröffentliche:


    Entnommen aus der Sammlung der faint fuzzies von Robert Zebahl und René Merting.


    Hier noch die annotierte Version:




    Das zweite Ziel war der offene Haufen Melotte 111. Diesen Sternhaufen wollte ich unbedingt einmal fotografisch festhalten, da er mich wegen seiner visuellen Sichtbarkeit schon immer fasziniert hat. Immer, wenn das Sternbild „Haar der Berenice“ sich nah im Zenit befindet, sehe ich in mondlosen Nächten indirekt ohne optische Hilfsmittel viele kleine Sternchen aufleuchten. Wie man Wikipedia entnehmen kann, dürfte dieser Anblick dazu geführt haben, dass das Sternbild seinen Namen erhielt. Wie auch die Hyaden gehört Melotte 111 (auch Coma-Berenices-Sternhaufen genannt) zu den der Erde näher gelegenen Haufen mit entsprechend großem scheinbaren Durchmesser.


    Melotte 111, ein lockerer Sternhaufen im Sternbild Haar der Berenice


    Das fotografische Ergebnis hat mich eher enttäuscht. Offenbar habe ich nur den Zentralbereich des lockeren Haufens abgebildet, obwohl ich zwei Mosaikkacheln übereinander fotografiert habe. Hier ließ ich mich von der Darstellung in Sky Safari täuschen. Dort ist der Haufen so dargestellt, dass er durch die beiden Kacheln eigentlich abgedeckt sein müsste. Für ein anschaulicheres Ergebnis müssen also Sternfreunde mit geringerer Brennweite als 600 mm ran. Auf Astrobin sieht man kaum Aufnahmen des Haufens.


    Die Auflistung zu Equipment und Aufnahmebedingungen habe ich hier der Übersichtlichkeit halber weggelassen. Durch Klick auf die Bilder gelangt man zur Galerie, wo diese Sachverhalte nachgelesen werden können.


    Viele Grüße

    Heinz