Posts from JogiNet in thread „Generative KI in Bildbearbeitung beim Astrotreff ?“

    Astrofotografen, die sich mühsam teilweise über Jahrzehnte Kompetenzen aneignen, um schöne Astrobilder zu machen, bei den Smarties kein gutes Gefühl in Bezug auf die Schöpfungshöhe der so entstandenen Bilder haben.

    Ich denke, sowas wird es immer geben, in allen Bereichen. Astrofotografen hatten bestimmt damals beim Wechsel von Photoplatte auf CCD auch kein gutes Gefühl.

    Psychologisch ist da ja auch erklärbar: ich habe viel Zeit und Geld und Herzblut investiert und jetzt kommt jemand um die Ecke, der macht es mit neuer Technik mit der Hälfte des

    Aufwandes (und eventuell sogar besser). Aber das ist gar nicht der Punkt. Ich persönlich sehe die "Schöpfungstiefe" eines Bildes nicht durch den fehlenden Verkabelungsaufwand geschmälert - aber das

    ist auch nur meine Meinung.


    Der Punkt ist das Generative in den Bildern - Dinge, die nicht in dem von mir eingefangenen Signal enthalten sind werden hinzugefügt.

    Da sehe ich die rote Linie. Gleiches gilt für Musik. Bei beiden fehlt mir das Herzblut - das sieht bzw. hört man i.d. Regel auch.


    Gruß, Jochen


    PS: ich wollte diesen Thread nicht in pro/contra Smartie abgleiten lassen, das wurde schon oft diskutiert und ist hier sicher OT.

    Ich wollte nur mal erwähnt haben, dass m.E. Smarties nichts mit generativer KI zu tun haben.

    Nein, der Schummler wird ausschließlich ein fertiges Smart Teleskop dafür nutzen, aus offensichtlichen Gründen. Denn wenn er sich die Arbeit für ein klassisches Rig macht, kann er es auch gleich richtig lernen. Dies würde aber jedem Prinzip des Schummelns (wettbewerbstaugliche Ergebnisse mit minimalem Aufwand) widersprechen.

    Das glaube ich nicht. Klar, ein Smartes Teleskop macht es einfacher. Ich könnte mir aber auch ein anderes Szenario vorstellen:


    Jemand schafft sich (auf Empfehlung eines Bekannten, eines Händler oder hier im Forum) ein mittelteures bis teures Setup an, weil er "geile Astrobilder" machen will.

    Er stellt dann aber fest, dass Pixinsight doch ganz schön komplex ist und scheitert am Processing. Jetzt hat er den "Invest" auf dem Hof stehen und hat immer noch kein

    vernünftiges Bild....


    Es ist daher mir zu einfach, die "Schummelei" direkt mit den Smarties zu verknüpfen, das haben diese Geräte sicher nicht verdient. ;)


    Gruß, Jochen


    PS... a little OT... beim VdS gibt es jetzt eine eigene Fachgruppe für Smarties - ich glaube, dass das ein Zeichen dafür ist, das die Dinger "angekommen" sind.

    Moin Zusammen, Moin Nick,

    Man sollte das vielleicht auch nicht so hoch hängen? Mir fallen jetzt nicht so viele Beispiele ein. Das aktuelle jetzt und dann gab es auch mal jemanden mit einen Vespera oder so, ist aber auch schon eine ganze weile her.

    Vermutlich ist das noch kein Thema, aber ich bin mir sicher, dass es irgendwann eins werden wird, wenn wir das nicht zeitnah in die richtigen Bahnen lenken.

    Wenn ich mir z.B. das aktuelle Photoshop angucke mit seinen "generativen Features"... ich bin mir ganz sicher, dass da irgendwann eine Astrosoftware hinter dem Busch hervorspringt,

    die genau solchen Crap einsetzt.


    Gruß, Jochen


    PS: in einigen Beiträgen klang an, dass die smarten Teleskope mit dieser Entwicklung zu tun hätten - das finde ich ein bisschen unfair den Smarties gegenüber. Ja, auch diese machen den Entstehungsprozess eines Astrobildes leichter, weil der Aufbau leichter ist und das Setup mobiler. Bei der Bildgewinnung machen die aber auch nichts anderes als ein klassisches Setup. Dank ASIAir oder NINA (und PINS !) und Co. kann man sich auch bei richtigen Teleskopen zwischendrin schlafen legen. Dieser mechanische Automatisierungsgrad ist aber weit, weit weg vom generativ erzeugten Bild. Kein Smartie erzeugt "generativ" Bilder, bei den (zu/abschaltbaren) KI-Funktionen einiger Geräte handelt es sich immer um Dekonvolution oder Denoise. Das sollte man m.E. nicht in einen Topf werfen.

    Quote

    zitiere: "dann dürfte das der Todesstoß für die Amateurastronomie sein" ??? Schätze mal, da ist die Amateur Astrofotografie gemeint. Oder?

    Spica 44 : sorry... ich hätte das präziser ausdrücken sollen - ich bin halt in meiner Fotografie-Bubble gefangen. Die Visuellen haben natürlich nichts zu befürchten! ^^


    Gruß, Jochen

    Bin aber nicht sicher wo die Grenze ist: bei den ganzen Nachbearbeitungen: wo hört "einfache" Filtermathematik auf und wo fängt KI-Zauber an, wenn die Bildbearbeitungsproramme mit ihrer KI-Unterstützung werben?

    M.E. ist es ein Unterschied, ob ein Tool anhand von erlernten Mustern Gradienten entfernt (oder entrauscht oder Sat-Spuren entfernt, ...) oder ob es Details hinzufügt, die (mit der verwendeten Optik) nicht im Signal enthalten sind. Hier würde ich für mich persönlich die Grenze ziehen. Alles davor wäre mich für "Signal-Rekonstruktion".

    Auch mit photometrischer Farbkalibrierung kann ich leben, obwohl ich die Farben selbst so nicht aufgenommen habe.


    Gruß, Jochen

    Was meint Ihr dazu ?

    100% Zustimmung.

    Wir alle geben uns Mühe, bei unseren Bildern die bestmögliche Detaildarstellung aus unserem eigenen Signal herauszufiltern.

    Wenn wir eine KI Details hinzufügen lassen, die wir so gar nicht eingefangen haben, dann dürfte das auf Sicht der Todesstoß für die Amateurastronomie sein.

    Wenn wir so etwas zulassen, dann brauchen wir uns auch keine Mühe mehr mit Technik und langen Belichtungszeiten machen und können kurze Schnappschüsse einfach mit den

    Details von Hubble-Bildern ergänzen. Oder die Bilder gleich komplett aus dem Internet laden.


    Gruß, Jochen