Posts from JogiNet in thread „ZWO SEESTAR S50 Pro SMART-Teleskop“

    Es handelt sich bei meinen Aufnahmen um den automatischen (Live)Stack des Seeststar. Ich habe sowieso vor die Fits noch außerhalb zu stacken, war aber doch beunruhigt weil ich dachte, dass der Seestar derartige Spuren gleich verwerfen würde.

    Ja, hatte ich auch so verstanden. Leider klappt das halt nur nicht immer mit dem verwerfen und wenn es Mal nicht funktioniert hat, ist das Bild versaut.

    Externes Stacken ist aber nicht schwierig. An kostenloser Software gibt es da SIRIL oder den Deepksky-Stacker. Persönlich schwöre ich auf den AstroPixelProcessor - für die allermeisten Anwendungsfälle reicht aber sicher SIRIL aus.


    Gruß, Jochen

    Die doppelte Spur hatte ich nur einmal. Ist halt auch komisch dass die Linien parallel liegen. Aber wenn die Satelliten Spuren etc. noch lange im gestackten Bild sichtbar sund wäre ich etwas beruhigt.

    Ich glaube Dein technisches EQ-Setup ist einwandfrei. Dir kommen ab und an nur mal Fremdkörper in die Aufnahme.

    Pinwheel : sehe ich auch so, AxlRose hat recht - Dein Setup funktioniert. Deine Strichspuren sind Flugzeug und Satellit. Die paralellen Linien sind die Positionslichter des Fliegers.


    Satelliten-Spuren kommen sehr häufig vor - je nach Lage des Objektes und Uhrzeit der Aufnahme.


    Wenn Du Deine subframes mit einer externen Software stacken würdest, würde diese solche Spuren herausrechnen (bei den ganz dicken Flugzeugspuren klappt das evt. nicht).


    Man wendet da das sogenannte "Kappa-Sigma-Clipping" an - da wird praktisch der Helligkeitsunterschied zwischen der auftauchenden Spur und den anderen Frames gemittelt.

    Das Seestar kann zwar auch Satspuren entfernen, aber der verwirft dann einfach den kompletten frame. Und es klappt auch nicht immer vollständig.

    Beim Kappa-Sigma-Clipping bleibt das Signal außerhalb der Spur erhalten.

    Generell empfehle ich immer den Stack in einer externen Software - die Qualität ist in der Regel viel besser als der Onboard-Stack, u.A. weil man da viel mehr "Tweaken" kann.


    Gruß, Jochen

    Ja, die Übersetzung hakt. "Pegel" und "Füllstand" meint immer "Level".

    "Pegel" ist dazu da, das Stativ für den Alt/Az-Modus zu nivellieren. Für EQ ist das nicht nötig, da wird ja eh der Neigekopf verstellt.


    Und "Füllstandssensor-Kalibrierung" kalibriert diesen Level-Sensor neu.

    Da würde ich aber die Finger davon lassen - nur, wenn es nicht mehr passt (also im Alt/Az-Modus zuviel Ausschuss produziert wird), sollte man das machen.

    Dazu muss das Seestar auf einer absolut geraden Fläche stehen.


    Ich habe die App übrigens auf Englisch umgestellt, weil die deutsche Übersetzung manchmal merkwürdig ist.

    Sehr weise! "Manual"-(Adjustment) wird da z.B. mit "Handbuch" übersetzt. :grinning_face_with_sweat:

    Moin Harald,

    Dankeschön! :smiling_face_with_smiling_eyes:


    Soll ich trotzdem die Fits für weitere zukünftige Stacks aufbewahren?

    Überführe ich dann alle Fits zum stacken in einen gemeinsamen Ordner egal wie die Qualität Daten ist? Nach dem Motto: Das Stacking Programm wird den Datenmist schon aussortieren.

    Ich bewahre wie gesagt immer alles auf, allerdings sortiere ich die fits vor dem Stacken und entferne die "schlechten".

    Meine Stackingsoftware (APP) kann zwar nach Rauschen, Sternform und -Anzahl wichten, Bilder mit durchziehenden Wolken rutschen da aber oft durch.

    Zum Durchschauen nutze ich den Blink-Prozess im Pixinsight.

    Wenn die Stacking-Software bei irgendeinem Frame dann trotzdem noch die Registrierung verweigert, wird dieser auch gelöscht. Ebenso überhellte frames, usw.

    Alles was qualitativ in Ordnung ist, darf dauerhaft bleiben und kann später für tiefere Belichtungen verwendet werden.


    Gruß, Jochen

    Hebt Ihr die einzelnen fits-files auf? Dann hätte man den Vorteil, dass man später noch mit diversen Stackings experimentieren kann.

    Genau deshalb hebe ich alles auf. Ich hatte es in einem anderen Thread schon geschrieben, ich zitiere mich mal selbst:


    Ich kopiere die Daten immer auf den PC und archiviere sie dauerhaft.

    Bei einem Deepsky-Objekt kann ich auch nach mehreren Jahren noch "mehr Licht" sammeln und die Aufnahmen so weiter vertiefen.

    Ich speichere deshalb alle subframes dauerhaft, mittlerweile habe ich ca. 18TB (redundant gesichert).

    An die Daten komme ich je nach Gerät entweder über das gemountete Netzlaufwerk, über ftp mit Filezilla oder ganz simpel per USB-Kabel.

    Den Datentransfer auf die Sicherungsplatten habe ich bisher nicht automatisiert - das mache ich händisch.


    Zur Sicherung auf einer NAS:


    Ich habe zwar mehrere NAS in meinem LAN, die Sicherung der Astrodaten (und alle weiteren für mich wichtigen Daten) lagere ich aber immer auf langlebige, mechanische Festplatten aus.

    Eine Kopie davon lagert immer räumlich getrennt.

    Mit dem NAS ist es immer so eine Sache: für den täglichen Einsatz ist es sicher praktisch.

    Aber es hängt halt auch am Netz und ist damit einem gewissen Risiko ausgesetzt.

    Und ein NAS läuft mit einem proprietären Controller mit eigenem BIOS. Wenn der mal kaputt geht (Gewitter, Bauteil-Versagen) oder der RAID-Verbund sich aufgelöst hat, wird es immer schwierig,

    an die Daten zu kommen. I.d. Regel gibt es dann vom Hersteller spezielle Software, um die Daten zu rekonstruieren. Das ist auf jeden Fall nie trivial und immer mit Aufwand verbunden.

    Ich würde zumindest noch eine Kopie der Daten erstellen und diese Platte dann räumlich trennen.


    Gruß, Jochen

    Moin Micha,

    Mein Gefühl sagt das zumindest mit dem S50 es deutlich weniger Ablehnungen gab

    das kann eigentlich nicht sein, Ablehnungen passieren ja nicht wegen der Sensortemperatur sondern wegen der Mechanik (verzogene Sterne) oder wegen der Durchsicht (zu wenig Sterne wegen Wolke usw.).


    Schön ist ja das mittlerweile der AF nachjustiert bei Temperaturveränderungen, das war eine gute Optimierung.

    Ja, das stimmt. Wenn sich in einer Nacht die Temperatur ändert, dann ändert sich auch der Fokus.


    Apropos Ablehnung: ich habe den Eindruck, dass das Pro nach 20-22 Minuten im Alt/Az-Modus mit dem Stacken aufhört und nur noch verwirft,

    wenn ein Framing und gleichzeitig ein großer Rotationswinkel eingestellt ist.

    Wenn ich dann abbreche und mir im Skyatlas das Framing anschaue, dann sehe ich, dass die aktuelle Teleskop-Position außerhalb des roten Rechtecks liegt.

    Ich muss das mal beobachten - ich hatte das zuletzt gestern Nacht an der M31 - da musste ich das Mosaik nach ca. 20 Minuten neu framen und starten.

    Ich habe das 4x machen müssen - bei einem anderen Objekt war mir das auch schon aufgefallen.


    Gruß, Jochen

    Hallo Micha,

    da schliesse ich mich APOtaker an - so einen Verbrauch hatte ich auch noch nie. :/

    Mal abgesehen vom Akku:


    Meist lasse ich das Gerät aber schon 1-2h vorher draussen eingeschaltet stehen um die Sensortemperatur etwas runter zu bekommen.

    Wozu denn das? Sicher ist etwas Abkühlung sinnvoll, wenn Du das Seestar aus der warmen Bude nach draußen stellst - aber eher nicht wegen des Sensors

    sondern wegen des Tubus-Seeings. Nun ist so ein Seestar aber kein 16" SCT, ich persönlich gebe dem Gerät in etwa die Zeit, die es zum Einrichten braucht.

    Wenn es knackig kalt ist, evt. 5 Minuten länger.

    Für das Rauschen ungekühlten des Sensors spielt eine so lange Auskühlzeit sicher keine Rolle. Einzig die Temperatur, mit der die Darkframes vor der Aufnahme erstellt werden muss

    (halbwegs) zur Sensortemperatur der Aufnahme passen. Aber auch das wird ein einer Winternacht kaum genau hinzubekommen sein, denn da hast Du manchmal 5C° (oder sogar mehr)

    Temperaturabfall während der Aufnahme. Und da werden die ganze Zeit die Darkframes vom Beginn der Aufnahme verwendet.

    Meine Erfahrung sagt: bei dem kleinen Sensor kannst Du das vernachlässigen. Mit Rauschen oder Kalibrierungsframes hatte ich jedenfalls noch nie Probleme.


    Gruß, Jochen

    Gute Frage... In dem verlinkten Thread sagt ZWO weiter:


    Quote

    Even at normal temperatures, the external power supply can only provide 1A to the S50 while charging, and the rest is provided by the battery. Maybe I was wrong before, we really can't remove the battery, but when charging, we don't use the electricity in the battery completely, but part of it is provided by the battery, and part of it is provided by an external power source. When it is at a low temperature, in fact, the charging cannot reach 3A, and when the power consumed during shooting is greater than the charging power, the charging cannot be carried out normally. If the S50 battery is low at this time, the voltage is not enough, and the S50 will also shut down.

    Das ist ja merkwürdig. Warum verhalten sich zwei Seestars ( S50 classic) unterschiedlich?

    Das ist möglich - hattest Du denn schon mal eine 0°C-Situation mit dem S50Pro? Das Teil gibt es doch erst ein paar Tage. :/


    Hier eine Antwort vom ZWO-Support aus dem ZWO-Forum (betrifft das S50 classic)


    Quote

    ...

    Seestar needs the battery as a power source to provide electricity, that is, at this time the S50 is low on power and needs to be recharged, after connecting to an external power source, the S50 is still using the power from the battery, and is not directly recharged by the external power source. When the external power supply is connected, the power provided by the external power supply will be stored in the battery, and the battery will then provide power to maintain the normal use of the S50.

    ...

    Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das beim Pro anders sein sollte, aber ich weiß es auch ehrlich gesagt nicht.


    Gruß, Jochen

    Das hab ich anders erlebt. Der interne Akku wird nicht mehr geladen aber aus der Powerbank wird Strom gezogen um das Seestar zu betreiben.

    Ich habe in meinem Dach-Observatorium (S50 classic) sogar ein Netzteil dran. Selbst das arbeitet nur bis 0°C Grad, danach wird der interne Akku beansprucht.

    Ob das beim S50Pro anders ist, kann ich nicht sagen - das gibt es ja noch nicht so lange und bisher hatten wir keinen Frost.

    20.000mAh reichen nur wenn der Akku des S50Pro auch noch etwas liefert.

    Zumindest reicht es nicht im Winter bei Temeperaturen um 0° mit der Tauheizung.

    Ich habe sogar nur eine 10.000mAh-Powerbank an meinen Seestars (auch am S50Pro). Ich beginne die Session immer mit vollem Seestar-Akku und

    voller Powerbank. Weil wir hier in der Marsch eigentlich immer eine hohe Luftfeuchtigkeit haben, schalte ich IMMER die Tauheizung an.

    DIe Powerbank ist nach einer Nacht leer, die Ladeanzeige des Seestar zeigt dann aber immer noch 100%.


    Das Problem im Winter ist ein anderes (und da hilft dann leider eine größere Powerbank auch nicht weiter) :

    Alle Seestars stoppen die Akkuladung bei Unterschreitung von 0°C. (Akkutemperatur, nicht Umgebungstemperatur!)

    Ab da wird der Strom nur noch aus dem Bordakku gezogen und es wird nichts mehr von außen nachgeladen.


    Also... m.E. braucht es keine 50.000mA - 10.000-20.000mAh sind nach meiner Erfahrung ausreichend.


    Gruß, Jochen

    Gerade im Netz gefunden - das Video zeigt viele Eurer Ergebnisse mit dem S50Pro und nennt Euch persönlich: ;)


    Seestar S50 Pro Erfahrungen: Was Besitzer berichten
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    www.youtube.com


    Gruß, Jochen


    PS: bevor sich jemand darüber aufregt - wenn Ihr Eure Bilder in der Astrotreff-Galerie veröffentlicht, dann tut Ihr das unter der Creative Commons Lizenz (CC BY-SA) solange

    ihr den Haken nicht setzt, der angibt, dass das nicht so sein soll. Die Quellangabe im Video ist korrekterweise vorhanden.

    Ich weiß ja nicht wie es Euch geht, aber von meinen ersten Eindrücken bin ich ein wenig enttäuscht. Ich hätte mir einen deutlicheren Fortschritt zum alten S50 erhofft.

    Ich bin sehr zufrieden. Der Sprung S50 --> S50Pro ist der gleiche wie beim S30 --> S30Pro. Da ich auch den "S30-Sprung" bereits mitgemacht habe, habe ich genau das bekommen, was ich erwartet habe. Deswegen habe ich das Gerät bestellt und ich halte den Sensor des Pro für deutlich besser.


    Gruß, Jochen

    Nach zwei Nächten Seestar habe ich direkt eine Frage. Wenn ich mein Seestar auf das gewünschte Objekt ausrichte beginnt es sofort zu fotografieren. Kann man das irgendwie deaktivieren. Ich würde bevor es losgeht erstmal gerne den Rahmen setzen und den AF kontrollieren und generell die Einstellungen bearbeiten.

    Dankeschön 🙏🏻

    Du kannst die Aufnahme auch einfach innerhalb der ersten 10s anhalten. Dann kannst Du framen oder einer Filter setzen. Wenn Du fertig bist, kannst Du einfach wieder starten.


    Gruß, Jochen

    Liegt das am Mosaikmodus? Wie sind da Eure Erfahrungen? Was könnte ich tun / versuchen um die Annahmequote im Mosaikmodus zu erhöhen?

    Das ist völlig normal. Im Mosaikmodus muss das Gerät ja ständig zwischen den Kacheln hin- und herschwenken. Außerdem wird zwischendrin noch der Mosaikstack berechnet. Dauert halt etwas länger, dafür kannst Du aber framen und rotieren.


    Gruß, Jochen

    Entwickelt die Aufnahmen, wenn sie gefallen ist doch alles gut.

    Das sehe ich auch so. Guckt Euch einfach Eure Bilder an. Wenn Ihr dort gravierende Mängel erkennt --> return to sender.

    Als das S50 (classic) herauskam, meinten einige, es müsse als erstes das Lagerfett ausgetauscht werden.

    Andere haben sich Batinov-Masken gedruckt und manuell fokussiert, obwohl der Autofokus es eigentlich besser können müsste.


    Mein Tipp wäre: einfach loslegen, Bilder entwickeln (evt. auch mal abseits von Scripten und Wizards) und mal gucken was draus wird.

    Wenn Ihr erhebliche Probleme dabei erkennt, dann ist das halt ein Fehler und es muss entsprechend ausgebessert werden.


    Und trotzdem finde ich die Auswertungen von CordulaGruen gut und sinnvoll, Anlass war ja ein mangelbehaftetes Exemplar von AstroPingu .

    Ich kann für meine Bilder da aber bisher nichts draus ableiten weil ich keinen Mangel erkenne und ich habe noch nie bei irgendeinem Teleskop den Tilt vermessen,

    wenn die Sternabbildung über das Feld "nach Sicht" in Ordnung war.


    Gruß, Jochen

    An die Mods. Wenn die Verwendung des Wasserzeichens missfällt bitte Bescheid sagen, dann kommt das wieder raus.

    DAS geht ja nun gar nicht! :face_with_monocle:

    Nee, Spaß - das das ist todschick und darf natürlich bleiben! :) :thumbup:

    Und super, dass Du Dir diese Mühe mit der Auswertung gemacht hast!


    Hier ist übrigens gerade die erste Wolkenlücke seitdem der Postbote mein S50pro gebracht hat. :star_struck:

    Jetzt ist erst mal "First Light" angesagt - ich bin gespannt, die Ergebnisse gibt es dann morgen im Bilderthread.

    Mein Fazit bisher: keine Überraschungen - vom Einrichten bis zur Aufnahme ist alles wie bei den anderen Seestars und funktioniert wie erwartet reibungslos!


    Gruß, Jochen