Posts from JSchmoll in thread „Was hast Du heute Schönes ausgepackt?“

    Eine Gitarre !!!

      


    ... und reingelegt. Wer meine Musikkennnisse kennt, weiss, dass die Anschaffung von Musikinstrumenten fuer mich so angebracht sind wie Rollschuhe fuer den Koelner Dom.

    Hier also des Pudels Kern:

         

    EIn Prinz 550. Dass die Berufsbezeichung eines Thronfolgers in einer Monarchie als Markenname herhalten muss, ist sicher nicht ungewoehnlich. Wohl aber, dass die deutsche Variante fuer "Prince" dafuer herhalten musste.

    Hier also ein Kenko (nicht Kenco, die machen Kaffee) 60/910er aus den 1960ern, frisch aus der Elektrobucht gezogen.

          


    Das Objektiv mit den offensichtlich verrutschten Distanzplaettchen bereitet Sorgenfalten. Das muss aller Wahrscheintlichkeit nach neu zentriert werden. Aber ansonsten fuer sein Alter in gutem Zustand. Fuer 40 Pfund (plus 20 fuers Verschicken) ein guter Deal. Der Sucher ist ein achromatischer 6x30. Alle Linsen noch unverguetet. Auch die graue Farbe spricht fuer ein aelteres Modell, bevor sich der Schwarzweisslook durchgesetzt hat. Das Stativ ist signifikant hoeher als das der spaeteren TOWA-Refraktoren. Ein Erwachsener kann auch bei Zenitstellung noch locker im Stehen damit beobachten.

    Der Okularauszug hat noch den guten Schraubdurchmesser von 36.4mm, sodass sich einfach ein Adapter auf kontemporaere 1.25" einschrauben laesst. Im Lieferumfang sind natuerlich die ueblichen Wellensittichaugen H20, SR9, SR4mm nebst 2x-Einlinsenbarlow und Zenitprisma. Und ein einschraubbares Porroprisma fuer Erdbeobachtung. Dazu Sonnen- und Mondfilter. Der Sonnenfilter natuerlich nur zu dokumentarischen Zwecken.

    Auf jeden Fall eines der schoeneren Exemplare in meiner Klassikersammlung.

    Das BIld auf dem Karton zeigt einen deutlich dickeren Tubus mit anderer Linsenfassung. Ich vermute, es handelt sich um einen 80/910er. Aus Rationalisierungsgruenden werden sie nur ein Kartonmotiv erstellt haben, und die Fernrohrgroesse ist nirgendwo mit aufgedruckt.

    Ich dreh hier gerade am Rad. ;)



    Das ist ein achtzoelliges Stellrad fuer grosse Drehmaschinen. Zum Einsatz wird es aber an meiner Selbstmontierung HD3r kommen, wo sie neben der Rutschkupplung in Rektaszension eine weitere Klemmung in Rektaszension ermoeglicht, indem das Schneckenrad noch an die Schulter der Achse angedrueckt wird. Diese Zusatzklemme hat sich bei meiner Rupp-Montierung sehr bewaehrt. Die eigentliche Klemmung bleibt auf "Rutschkupplung", und dieses im Dunkeln einfach zu ertastende Rad ermoeglicht zusaetzliche Klemmkraft. Die Kurbel wird wahrscheinlich irgendwo anders Verwendung finden, vielleicht an meiner Drehbank.


    Hier in UK gibt es die Dinger auf Ebay fuern Appel und nen Ei. Ich habe 12 Pfund dafuer bezahlt, inklusive Porto. Das sind etwa 15 Euro.


    Und hier nun installiert (nach der Show im Wynyard Planetarium, ist etwas spaeter geworden). Einfach aufbohren auf dem Bohrstaender und dann Gewinde schneiden ergab ein schiefes Gewinde. Das Bohrloch war wohl nicht ganz fluchtend. Hier raecht sich der niedrige Preis. Aufgespannt auf die Drehbank habe ich es aber dann noch richten koennen.

    Ich werde hier noch zum schwarzen Loch ... momentan arbeitet die Teleskop-Akkretion mal wieder blendend!


    Diese Woche: Rote Teleskope!


    Zunaechst am Dienstag ein altes Tasco 9TR 60/800 aus der Halleyzeit:


    Wer Sammler-Insider ist, weiss, dass bei Tasco das Rot eine Art Warnfarbe ist: Hier hat Tasco begonnen, an der Qualitaet zu sparen, um die Gewinnmarge zu erhoehen. Die roten Rohre wurden sehr bald immer schlechter, mit hoeherem Plastikanteil. Dieses hier ist aber noch nicht zu schlecht: Die Azimutgabel ist noch aus Metall, die Optik nach einem kurzen Durchblick des aufgebockten Rohrs nicht fehlerhaft. Ich werde das Teil dieser Tage mal aufbauen.


    Dass ich in dieser Woche NOCH EIN ROTES TELESKOP bekommen sollte, habe ich erst heute Nachmittag erfahren. Ein lokaler Astroverein trennte sich von einem sehr seltenen Exemplar, einem Grubb-Parsons Perseus!


     


    Dieses wurde ebenfalls, wie das Tasco, Mitte der 1980er Jahre gefertigt und es war das letzte Aufbaeumen von Grubb-Parsons, damals durch ihre Forschungsteleskope und Zusatzeinrichtungen weltbekannt. Das Teil wurde in ca. 30km Luftlinie von mir gefertigt, in Newcastle Upon Tyne. Ein neunzoelliger Maksutov auf Gabel, und er sollte wohl dem C8 Konkurrenz machen. Das Geraet hat allerdings so einige Fehlkonzeptionen, wie den fest eingebauten Diagonalspiegel und den 1.25"-Flaschenhals. Ueber eine Prototypenserie ist das Geraet nie herausgekommen. Der Verein hatte es entgabelt, und ich werde es wieder "zurueckgabeln". Im naechsten Jahr gibt es im Hancock-Museum in Newcastle eine Ausstellung ueber astronomische Forschung im Nordosten Englands, und da wird es wohl dabei sein.

    Es ist uebrigens hier im Astrotreff kein Neuling. Ich hatte vor einiger Zeit bereits ueber die Restauration des Instruments berichtet. Ein kurzer Artikel darueber schaffte es sogar in den britische Zeitschrift "Sky at Night". Jetzt kann ich hoffentlich bald endlich mal durchschauen!


    Edit: Link zum neuen kurzen Bericht ueber dieses Instrument auf den Klassikerseiten.

    Hallo TecMar,


    Dir nochmal Danke fuer den Tip mit dem Gewindebohrer, den ich hier umsetzte. Hat gut geklappt, auch wenn das Schneiden trotz Gewindevorschnitt noch Body Building war.


    Die Hebel gibt es in vielen Groessen, Materialien und Formen in der Bucht, maennlich und weiblich. Mir gefiel hier die orange Farbe (Celestron ... ?) und der Umstand, dass sie aus Metall sind. Hier in England habe ich fuer die beiden umgerechnet ca. 12 Euro bezahlt. Plastikgriffe waeren natuerlich billiger, aber wegen ein paar lumpigen Pfund mache ich lieber gleich was hoeherwertiges an die Monti.

    Klemmhebel fuer meine neue Selbstbaumontierung:


    Leider fielen sie dem Postboten aus der Tasche, und ich musste auf Ebay schon kenntlich machen, dass ich die Teile trotz angeblicher Lieferung nicht bekommen hatte. Jetzt gerade klingelte ein Dorfbewohner, der die Tuete mit meiner Adresse beim Rasenmaehen fand! Happy End.


    Die M8-Klemmhebel sind aus Metall und koennen wie eine Raste eingestellt werden. Sie werden die Rutschkupplungen an den Schneckenraedern werkzeuglos verstellbar machen.


    Schwere Probleme rufen nach radikalen Mitteln. Als ich herausfand, dass ich ein M30x3.5-Innengewinde nicht mit meinem Werkzeug auf der Drehbank hinbekomme, da die maximale Tiefe fuer 3mm Steigung ausgelegt ist, habe in der Bucht einen langen Gewindebohrer M30x3.5 ergattert.


    Erstes Problem: Mein groesstes Windeisen ist zu klein! Hier mal ein Bild mit einem "goldigen" M12-Gewindebohrer zum Groessenvergleich.


      


    Spasseshalber habe ich mal geschaut: Man kann bei Ebay in China M100x4-Gewindebohrer bestellen, fuer ca. 2000 Euro das Stueck. Ich vermute, das Windeisen hat vier meterlange Arme mit Pferdegeschirren!


    Zum Einsatz kommen soll das fuer meine HD3-Selbstbaumonti, wo die Gegengewichtsachse eine M30-Gewindestange ist.

    Bei uns gab's heute Stahlwurst ... oder einen Fernsehturm?



    Nein, diese M30-Gewindestange wird die Gegengewichtsachse fuer die Selbstbaumontierung. Muttern und Unterlegscheiben sowie Kran-Oesen kamen heute auch an.


    Bedenklich war die Lieferung der immerhin umgerechnet 40 Euro teuren Gewindestange, die ich vor der Tuer liegend vorfand, als ich nach Hause kam. Bei uns im Dorf gibt es Metallgeier, und so etwas verschwindet rasch.


    Immerhin war die Stange in einer duennen Plastikhuelle (Muellbeutel?) eingepackt, sodass ihr Schrottwert nicht erkennbar war.



    Okay, es war schon gestern, als ich nicht eine Sache, sondern gleich hundert Sachen ausgpackt habe. ;)


    Rostfreie M10-Senkkopfschrauben in 20, 30 und 40mm Laenge. Ein Grossteil dieser "Schrauben-Armee" wird bald in meiner Selbstbaumontierung verschwinden.


    Hallo Joerg und Michael,


    wenn das Originalstativ von Vixen das mit den geschlitzten Auszugsbeinen ist, wo aus unten herauszuziehende Bein fast auf der ganzen Laenge ein Langloch eingefraest hat, um beim Ausziehen die Klemmschrauben durchzulassen ... dann muss ich Joerg Recht geben. So ein Blattfederstativ hatte ich mal, und es ist wirklch nicht das Gelbe vom Ei. Vixen hatte auch mal hoehere Stative im Angebot, die nicht auziehbar waren. Die muessen stabiler gewesen sein, und haben auch den originalen Kultstatus eines Sammlerobjekts. Allerdings sind sie fuer den Transport denkbar ungeeignet, weil sie eben sehr lang sind. Irgendwie hat Vixen das mit den Holzstativen nie befriedigend loesen koennen, und vielleicht deswegen wurde hier spaeter auf Aluminium gesetzt.


    Ein Berlebachstativ in hellbraun sieht schoen klassisch aus und passt damit zum Vixen. Gleichzeitig aber haelt es. So ein Uni18 zum Beispiel kostet natuerlich etwas mehr, aber das Loch in der Geldboerse ist schnell vergessen.

    Nicht direkt ausgepackt, aber abgeholt.



    Jetzt habe ich auch ne EQ8. Fuer den Preis konnte ich es nicht lassen. Auch wenn eine meiner heissgeliebten EQ6en ueber die Klinge springen musste ... sie wurde heute von einem anderen Sternfreund abgeholt (siehe auch hier). Jetzt noch mechanisch adaptieren und ein Netzteil an das Kabel adaptieren ... dann wird das Teil in meiner kleinen Sternwarte mehrere kleine Teleskope auf einmal aufnehmen koennen.

    Der Astrohaendler "First LIght Optics" nimmt gern den Aberglauben aufs Korn, dass jede Astro-Anschaffung schlechtes Wetter mitbringt:




    Was war drin?



    Ein neuer Mondatlas! Und die Karten sehen gut aus. Vor allem ist das alles aus einem feuchteresistenten Material, was schon mal ein Vorteil gegenueber dem Ruekl ist.



    Wenn also der Mond mal wieder "stoert", habe ich jetzt was zu tun.

    Wow, das sieht gut aus!

    In England gab es vor ca. 10 Jahren so ein "Orrery" aus Messing zu kaufen. Werbung dafuer lief sogar im Fernsehen! Das war eine Zeitschrift, die einmal pro Woche fuer ein paar Pfund zu kaufen war. Da waren ein paar Teile drin, aber nach ca einem Jahr und ein paar hundert Pfund wurde ein solches Planetarium draus. In England heissen diese mechanischen Sonnensystemsimulatoren uebrigens "Orrery", im Unterschied zu "Planetarium" fuer die Projektoren, wie wir sie halt aus Planetarien kennen.


    Das Teil wurde per Transformator elektrisch betrieben, aber die Ritzel rutschten oft durch, da die Klemmmadenschraube auf eine winzige Achse drueckte. Im Wynyard Planetarium in Thorpe Thewles haben wir so ein Teil, und daher weiss ich das. Hoffentlich ist das in Deinem Holzmodell besser geloest.


    Auf jeden Fall ein schoenes Projekt fuer bewoelkte Naechte!

    Hallo Stefan, Joerg und Bernd,


    ich kenne das von meinem Bruder. Der musste damals als "Azubi" der Deutschen Bundespost einen Schraubstock bauen. Ich glaube, er hat ihn immer noch.


    Selber bin ich nie in den Genuss solcher Dinge gekommen. Mein Ausbilder war inkompetent und hatte keine Ahnung. Ein "Plonker", wie man in England sagt. Vielleicht mit "Pfuscher" zu uebersetzen. Ich hatte jedenfalls so einige Unfaelle an der Drehbank, weil mein Lehrmeister mir nicht mitteilte, wozu ein Reitstock zur Sicherung des Werkstuecks dient. Blut, Schweiss, Traenen. Irgendwo habe ich noch die "Hall of Shame", ein Pappkarton, wo alle meine verkorksten Werkstuecke landeten. Auch habe ich ein paar Monate lang jeden Gewindebohrer abgebrochen, da ich (i) dachte, ein metrisches Gewinde brauche 0.8x Kernlochdurchmesser (es ist nateurlich die Steigung, die vom Nenndurchmesser abgezogen werden muss, da metrische Gewinde Flanken mit 60 Grad haben, der Kosinus von 60 Grad 0.5 ist und das ist im Durchmesser 1, JETZT weiss ich das!), und (ii) hatte mein Lehrmeister die Bohrer in das falsche Loch des Bohrerbehaelters gelegt, sodass der Bohrer sowieso zu klein war.


    Kurzum, mein Lehrmeister verdient seinen Meister nicht!






    Ach ja, ich bin Autodidakt. Das sollte es erklaeren! Wenn der Meister der Lehrling ist, geht es halt oefter in die Hose als bei einer richtigen Ausbildung!

    Und ich bekam noch eine Daumenschraube zu Weihnachten. Meine Sammlung mittelalterlicher Folterinstrumente ist damit vollstaendig. ;)



    Natuerlich ist das eine "Toolmaker's clamp", also eine Werkzeugmacherklemme, fuer meine Metallwerkstatt.

    Gerade "Bescherung" gehabt. Das ist ja hier in England erst am 25.12. der Fall.


    Meine Frau hat mir einen Dunlop/Tirion-Himmelsalmanach 2023 geschenkt, den ich so noch nicht kannte.


    Auch bekam ich eine LED-Kopflampe mit Vergroesserungsglaesern und Pinzettenset - ein willkommenes Werkzeug fuer einen Fernrohrdoktor, fuer die fummeligen Kleinarbeiten. Das haette ich vor einigen Jahren beim Zusammensetzen der optischen Faserhardware fuer den DESI-Survey gut gebrauchen koennen!


    Nachdem ich die Lager schon vor einigen Wochen bestellt hatte, war ich heute beim Eisenmenschen in Darlington.


    (Falls uebrigens jemand Aepfel haben will ... abzuholen in Nordostengland)


    Und hier ist erahnbar, was das mal werden soll:



    Der Polblock ist noch nicht auskonstruiert und nur mal zur Illustration angedeutet. Die Hohlachsen haben 3 Zoll Durchmesser.


    Sie werden im ersten Schritt auf 75mm runtergedreht, sodass sie in die Lager passen. Meine Tina freut sich schon auf ein bisschen Ausarbeitung.



    Ich werde ueber den Bau dieser Montierung, die uebrigens HD3R heisst, berichten und dann wird auch der komische Name erklaert - eine Geschichte, die inzwischen ueber 30 Jahre her ist.

    Nicht schlecht gestaunt habe ich, als ich als Abschiedsgeschenk nach 9 Jahren im Vorstand des Kielder Observatory eben dieses geschenkt bekam!

    Eigentlich bin ich schon seit 2008 dabei, und ich werde dem Team auch mit technischer HIlfe treu bleiben. Aber nach den englischen Gesetzen fuer gemeinnuetzige Einrichtungen darf ich nach dreimal drei Jahren als "Trustee" jetzt nicht mehr mitspielen. Deshalb das Abschiedsgeschenk ... das architektonisch bemerkenswerte Kielder Observatory als sehr liebevoll gefertigtes Holzmodell im Massstab von geschaetzt um die 1:120. Die quaderfoermigen Kuppeln lassen sich drehen und oeffnen, und auch der Blick in den Hoersaal, wo gerade ein Vortrag laeuft, ist moeglich!

    Das Modell musste vor Jahren schon von einem Besucher angefertigt worden sein. Ich wuensche mir selbst solch eine Geduld, etwas so detailliert und einfallsreich gestalten zu koennen!


    Edit: Hier noch der Link zum echten Kielder Observatory.

    Eine alte TOWA-Montierung, vom 80/1200er Refraktor wie die Rohrschelle andeutet. Auf Ebay gefunden, Wohltaetigkeitsverkauf (air ambulance charity). Fuer ganze zehn Pfund war es meins, wobei der Versand mehr kostete. Leider nicht komplett: Gegengewichtsstange, Gegengewicht, Ablageplatte und Wellen fehlen. Da ist wohl Basteln angesagt. Auf jeden Fall eine schoene kleine Montierung, auf der ich auf die Schnelle Klassikerteleskope schnallen kann.





    Ja, ich bin ja noch eine Stunde zurueck. Musste noch kochen, und als meine Frau zur Nachtschicht fuhr, habe ich den Hausflur zerlegt. Irgendwann gegen Mitternacht waren die Gewerke soweit fertig. Blick nach draussen - klar! Aber natuerlich hat das der Mond auch schon mitbekommen ... beide Wettervorhersagen, die ich nutze, sagen immer noch "bewoelkt". Offenbar sind die Wolken heute durchsichtig. Dummerweise ist es jetzt zu spaet, noch was anzufangen.

    Nun zu meinem "Auspacker" heute bzw. schon gestern. Beim samstaeglichen Einkauf im Nachbardorf hatte ich ein wenig Zeit, und ich stoeberte in den "Charity Shops" herum. Das sind Laeden von Wohlfahrtsorganisationen, die gespendete Sachen (meistens Kleidung, Spielzeug etc) fuer einen guten Zweck verkaufen. Seit einiger Zeit gibt es in dem Dorf einen neuen Laden, der Fundraising fuer die Krebsforschung betreibt. Kaum war ich im Laden, wurde mein Unterbewusstes unruhig - sah ich doch etwas sehr Vertrautes. Ein langer blauer Pappkarton, der schon mal bessere Tage gesehen hatte. Darauf gross das T-Wort aufgedruckt.





    Ein alter TOWA 30x40er! Mit etwa sowas bin ich mal angefangen, wenngleich dieses Exemplar einen echten Achromaten hat! Der aufgerufene Preis von ganzen fuenf englischen Pfund liess mich nicht laenger zoegern, und das Teil ging mit meinem Wocheneinkauf von Aldi und Lidl im Fahrradanhaenger zurueck nach Hause.

    Es ist ein terrestrisches Fernrohr mit Schiebefokussierer. Astronomie ist zwar machbar, aber nur mit sportlichen Verrenkungen. Das kenne ich noch von meiner Jugendzeit. Immerhin, ein echter 40er Achro und kein auf 16mm abgeblendeter Einlinser wie bei meinem Machwerk damals. Und circle-T: Ein TOWA! Die (naja) "Montierung" laesst sich kaum hoeher einstellen, als die im Bild gezeigte Position. Das Okular schlaegt dann eh auf der Tischplatte auf. Auf einer Fensterbank liesse sich da noch durchgucken. Aber hoeher gehts nicht. Die Montierung macht da nicht mehr mit. Also doch eher ein Instrument fuer Auf- und Untergaenge, bzw. zum Voegel- und Schiffegucken. Das Gesichtsfeld ist mit ca. 30 Grad bescheiden. Bei den alten Towas mit fest eingebauten Okularen ist das ja immer der Flaschenhals. Soll ich das jetzt einkuerzen, die Linsen hinten rauswerfen, ne anstaendige 1.25"-Fockelpinne drandengeln und einen 40mm-Richfielder daraus machen? Mitnichten! Der hat jetzt vielleicht 50 Jahre durchgehalten, noch mit Originalkarton - da hat er Bestandsschutz verdient.

    Auf jeden Fall ein unerwarteter Zuwachs fuer meine Sammlung.

    Oh, eine EQ6 classic. Hatte ich auch mal. Ein schoener visueller Packesel. Fotografisch hatten diese Montierungen damals eine rucklige Nachfuehrung statt sauberem periodischem Fehler. Das Vorgelege (Zahnraeder zwischen Motor und Schnecke) war aus Plastik. Das kann sicher durch bessere Metallzahnraeder getuned werden. Frueher verkaufte Conrad Elektronik sowas fuer den RC-Modellbau. Eine Ahnung, ob die das noch haben.

    Ich habe meine EQ6 classic irgendwann verkauft und das mittlerweile bereut, da sie fuer die Oeffentlichkeitsarbeit mit dem 117/1750er Refraktor auf dem hohen DobsMounts-Holzstativ bestens geeignet war.