Ei, endlich kann ich mal ein bißchen mitreden, weil ich etliche der hier angesprochenen Okulare habe, hatte oder durchgucken durfte.
Vorab muß man natürlich erwähnen, daß es ziemlich was ausmacht, in was für ein Teleskop man so ein Oku reinstopfen will. Aber dazu weiter unten mehr.
Fangen wir klein an, mit den Antares W70-Teilen. Ich habe davon eins gehabt, das 5.7 mm, an einem f/10-Mak, und das Ding war der Hammer. Ich habe gehört, daß die W70 an schnelleren Teleskopen nicht so gut sein sollen, bei f/10 aber kann ich sie allerwärmstens empfehlen, superscharf, super Kontrast. Das 5.7 ging dann irgendwann, um einem SW-Zoom Platz zu machen, als Übersichts-Oku habe ich mir dann aber das 1,25'' mit der längsten sinnvollen Brennweite, 25 mm, wieder als Antares W70 zugelegt, und bin wieder extrem zufrieden damit. Die W70 sind klein, leicht und rattenscharf. Am f/10.
Ok, eine Nummer größer, rein von den Ausmaßen, ist das Hyperion Zoom, ein viel gelobtes Teil, von dem ich gleichwohl nicht überzeugt bin. Über den Tunnelblick bei längerer Brennweite ist schon alles gesagt worden, aber auch Schärfe und Kontrast können lange nicht mithalten mit den W70 oder Speers Walers. Zudem scheint mir das Bild leicht gelbstichig darin. Man sollte auch erwähnen, daß das Teil keinesfalls homofokal ist, sondern man bei jeder Zoomung nachfokussieren muß. Es ist ein gutes Teil zum Gucken, Suchen, Finden und sinnvolle Vergrößerung ermitteln, aber danach stecke ich immer eine Festbrennweite rein. /Immer/! Auch nur an f/10 getestet.
Als nächstes kommen wir zu meinen beiden schnuckeligen kleinen Lieblingen, zwei Speers Waler Serie 1 mit 10 und 14 mm, die ich schon in alle möglichen Scopes gestopft habe, vom f/20-Kutter bis f/5-Newton. Die haben immer eine sehr gute Figur gemacht und waren jedem beliebigen teureren Okular (zumm Beispiel Pentaxen, deren exakte Bezeichnung ich vergessen habe) absolut ebenbürtig, nicht nur meiner Meinung nach, sondern auch der der Sterngucker, die sonst dabei waren.
Als Letztes möchte ich ein paar Worte zum SW-Zoom 5-8 verlieren. Man muß sich klar darüber sein, daß das ein tierischer Kloppek ist. Wenn ich den in meinen kleinen Mak (auf AZ3) stecke, sieht das so aus, als habe man einer Passat-Limousine einen Smart auf den Kofferraum geklebt. Mechanisch dreht man da nix dran, sondern zieht es auseinander, wodurch es noch viel länger wird. Nicht selten, daß ich am Anfang die Monti ein wenig absenken mußte, um da noch bequem durchgucken zu können.
Optisch ist es natürlich der Thrill und steht den festbrennweitigen SWs in keiner Weise nach. Das einzige Okular, das ein geringfügig besseres Bild brachte, war ein Nagler 3-6-Zoom (Shit, wie kriegen die das so klein hin?), und auch nur am f/5-Newton und an keinem anderen Teleskop. Ich würde es mir vielleicht nicht nochmal (für dieses Teleskop) kaufen, weil es so unpraktisch ist; für einen f/10 wäre ich mit einer Hand voll W70 vermutlich besser dran. Aber für meinen prospektiven schnellen Dobs taugt es natürlich besser. Es ist eins dieser endgültigen Okulare, die man nie wieder weggibt.
Und noch ein paar Worte zu Weitwinkel im allgemeinen: angeblich braucht man für Mond und Planeten sowas ja gar nicht. Beim Mond ist das offensichtlicher Quatsch, denn der Anblick in einem 82-Grad-Oku ist fantastisch und absolut nicht mit einem Plössl- oder Ortho-Tunnelblick zu vergleichen. Aber es ist auch am Planeten nett, wenn man wie ich oder viele Dobsonauten gerade nicht möchte, daß der Planet nach ein paar Augenblicken aus dem Gesichtsfeld verschwindet.
Hoffe geholfen zu haben ...
gtx
Mustrum