Posts by ThN

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    Vollmond-wolken-beobachter Helmut


    Schöner, plastischer Bericht. Vollmond und Wolken sind eine feine Kombination. Aber auch Wolkengebirge nach Sonnenuntergang. Ich hatte vor einigen Wochen eine beeindruckende Beobachtung: Ein riesiges Wolkengebirge (sah aber eher aus wie ein großer Eisberg) am Horizont. Makellos weiß. Dann zuckten Blitze im Hintergrund horizontal (kein Donner zu hören) und durchleuchteten diesen Eisberg in rosa-lachsroten Farben. Erstaunlich diese dreidimensionalen filgranen Strukturen!


    Der Berg baute sich immer weiter auf und ich fürchtete schon Schlimmes (hätte eine Menge Sachen gehabt zum Reintragen). Dann wurde er aber immer diffuser und dünner und verschwand schließlich. Ein hübscher Spuk!


    Thomas

    Hallo Helmut -
    auch von mir ein paar Kommentare zu deinen Kommentaren (fing ja im "anderen" Forum an - schau ruhig mal wieder rein).


    Zu den DN: Mir ist übrigens auch schon aufgefallen, dass die dunklen Stellen, die man mit bloßem Auge oder auch mit Fernglas sieht, gar keine Dunkelnebel im engeren Sinne sind. Z.B. ist der "dunkle Schlauch", der im Cocoon-Nebel IC5146 endet und den ich schön im Fernglas beobachten konnte selbst kein Dunkelnebel, nur ein kleiner Nebel (B168) am Ende des Schlauchs. Barnard schreibt "at the end of a dark lane". Andererseits gibt es in Le Gentils Dunkelwolke eine Menge zum Teil auch größerer Lynds-DN. Ich habe ihre Opazität aber noch nicht genau gecheckt, weiß daher nicht, ob man sie bei gutem Himmel ausmachen kann. Übrigens: Barnard nannte diese Wolke auch nördlichen Kohlensack (im Vorwort eines seiner Bücher mit photografischen Aufnahmen) - andererseits gibt es dort keinen (evtl. mit Ausnahme von 1,2 kleineren DN) Barnardschen DN! Frage: warum schreibst du Barnard in Anführungszeichen? Edward Barnard war ein amerikanischer Astronom, 1857-1923. Er hat photografische Platten ausgewertet und Zeichnungen angefertigt.


    Zu deiner Vorgehensweise ("Erst schauen, dann Karte"): So mach ich's auch. Ist spannender, weil man da selbst etwas "entdeckt". Mein 10x50er Fernglas ist mir so auch zum liebsten Gerät geworden. ich würde mich auch als Sternenwanderer bezeichnen.


    Zu Sternenbezeichnungen - mir sind die Bayerschen und Flamsteedschen am liebsten. Wenn einer "Sadr" sagt, muss ich schon nachdenken. Und was ist z.B. Zuben el Chamali - Beta Librae sagt mir da schon eher was. ;)


    Zu OH: Ich bin letztens über einige Ruprecht-Objekte (Ruxxx) gestolpert, im Schwan.


    Milchstraße auf den Kanaren: Das Zentrum wirst du dort "nur" auf halber Höhe erkennen. Trotzdem wird das sicherlich einen Riesen-Unterschied machen zu unserer Horizont-Milchsuppe. Für den Schützen im Zenit musst du auf den südlichen Wendekreis (Namibia!) reisen.


    Thomas

    Hallo Nils -
    ganz ähnliche Beobachtungen habe ich am 1./2. Juli im bayerischen Wald (aber "nur" auf 500m) gemacht. Ich kann deine Begeisterung absolut nachvollziehen. Was für ein FG hast du denn benutzt, das 9x63? Ich konnte mit meinem Nikon Action EX 10x50 den Cirrus (d.h. 6992/6995) erkennen als "kleinen Bumerang" der sich schwach silbrig/milchig vom Himmel abgrenzte - brauchte aber einige Beobachtungsarbeit. 6960 und was es sonst noch alles da gibt ging aber nicht.


    Thomas

    Ich weiß jetzt nicht, ob das Thema schon vollständig abgehandelt wurde. Vielleicht, was die Sichtbarkeit mit bloßem Auge angeht. Sagen wir mal, wir könnten mit einem kleinen Amateurteleskop bis Mag 11 beobachten. Bei einem Stern der Leuchtkraft -10m (viel heller geht's bestimmt nicht) wäre das dann ein Unterschied von 21 Magnituden, was einem "Entfernungsfaktor" von 10^(0.2*21) = 10^4.2 = ca. 16000. Mit einem kleinen Gerät könnte man also theoretisch einen Stern bis in max. ca. 16'000*10Pc = ca. 500'000 LJ Entfernung sehen! Es wäre also theoretisch möglich, mit einem kleinen Amateurteleskop Einzelsterne in den Magellanschen Wolken zu erkennen, da diese ja nur so 150'000 LJ entfernt sind.


    Ob das praktisch möglich ist (wegen Staubabsorption und vllt. gibt's da gar nicht solche Leuchtriesen) weiß ich allerdings nicht.


    Thomas

    Schöne Zeichnung! Ich habe zu der Zeit auch Aristillus beobachtet und deine Zeichnung gibt den Eindruck, den ich gewonnen habe genau wieder. In meinem Tonprotokoll steht: "Wirkt wie ein Brunnen. Strahlenförmige Rillen(?)". Dann waren das keine Rillen, sondern Felsbrocken. Da hast du genauer beobachtet. Wie war das Seeing -schlecht? Da hat die Zeichnung wohl einige Zeit und Mühen gekostet.


    Thomas

    Hallo -
    eine Frage: wie berücksichtigt das Gerät die Durchsicht? D.h. das Gerät misst dunklen Himmel, aber die Sterne sind trotzdem schwach und fst schlecht.


    Thomas

    Hallo Stathis -
    ich bin noch neu hier, vielleicht liegt's daran? [;)] Außerdem sieht man recht wenige FG-Berichte, wenn ich das so richtig überschaue. Mir macht's jedenfalls großen Spaß. Vielleicht finden sich ja doch noch ein paar Gleichgesinnte...


    So ein Stabi-Fernglas scheint ja eine feine Sache zu sein. Bist du auch mit den optischen Eigenschaften (Augenabstand, Bildfeld, Kontrast...) zufrieden?


    Thomas

    Beobachtungszeit: Samstag 9.2. 20:30 - 1:30
    Ort: Beobachtungswiese auf dem "Bühl" im kl. Bayerwalddorf
    Himmel: Ca. 6m fst, Wintermilchstraße als silbriges Band
    Gerät: Nikon EX 10x50 CF freihändig, sitzend


    Hallo!


    Die letzten Nächte lieferten ja Super Beobachtungsbedingungen, dazu noch Neumond - wann hat es so erwas zuletzt gegeben? Mit FG, Star-Guide-Katalog, Karkoschka, Rotlicht und dig. Voicerecorder im Rucksack sowie zwei stapelbaren Gartenstühlen (0815, leicht und praktisch) geht's zunächst etwa 400m aus dem Dorf heraus auf den Hügel. Die Wiese ist schön von Bäumen eingerahmt und bietet mir Rundumsicht - im Süden sogar direkt bis zum Horizont.


    1. TEIL


    Als erstes habe ich mir eine Premiere vorgenommen: Galaxien im großen Bären und in den Jagdhunden. Bisher kannte ich nur M51 und M101 im Dobson - die anderen, besonders M81/82 hatte ich noch nie beobachtet! Eine richtige astronomische Bildungslücke also [;)] Ich bin schon ganz aufgeregt - der große Bär ist "Neuland". Beobachten tue ich sonst Richtung Süden. Es ist, als ob man zum ersten Mal im Ausland ist: alles kommt einem neu und exotisch vor. Zunächst einmal gilt es sich zu orientieren.


    Der große Wagen erstreckt sich senkrecht aufsteigend im Nordosten. Ich verlängere zuächst mal delta und alpha bis zum Stern 23. Dann knicke ich nach links ab zum Stern 24. Die Aufsuchkarten im Karkoschka finde ich diesmal nicht so gelungen, der Starguide hilft mir besser. Beim Stern 24 biege ich wieder links ab und lasse ein Sternenmuster um den 5m.7 hellen Stern HR3838 herum rechts liegen.


    M81 / M82 (S.9 im Starguide): Da liegen sie dann! Ein schönes Ensemble. Bisher die hellsten und größten Galaxien im Fernglas (M31, M32, M33 mal ausgenommen). Die Ausrichtung der beiden ist gut zu erkennen. Rechts neben M81 (d.h. in der Verlängerung der Galaxien M82 - M81) scheint mir etwas nebliges zu sein. Kartenstudium im Nachhinein deutet auf zwei schwächere Sterne der 9. Größe hin, die im Außenbereich von M81 liegen und dadurch vielleicht neblig wirken?. Muss ich beim nächsten Mal nochmal prüfen! Links neben M82 fällt mir noch ein kleines Sternentrapez auf.


    M51 (S.25): Einfach zu finden. Bei Eta UMa (Benetnatsch) einfach senkrecht nach links von der Linie Zeta (Mizar) - Eta abknicken. Dort steht M51 am unteren Ende eines "Triangels" aus drei Sternen der Größe 7 bis 8. Notiert habe ich mir nur "recht deutlich zu erkennen". Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal genauer hinschauen? [;)]


    M101 (S.25): Den kannte ich bereits "mit dem Dobson". Ich verlängere Mizar und "das Reiterlein" und stoße auf eine Sternenkette von 4 Sternen: 81, 83, 84 und 86. Dann biege ich rechts ab. Ein schwacher aber ziemlich großer Nebel - schwächer als M33.


    M63 (S.25): Ich starte bei Alpha in den Jagdhunden (Canes Venatici, CVn) und knicke rechts von der Linie beta - alpha CVn ab. Man stößt auf einen hübsches, von den Sternen 19, 20, 23 und HR4997 der 4. bis 5. Größe gebildeten Asterismus. Ca. 1,5° nördlich liegt sehr deutlich die Galaxie. Ich kann einen Stern ganz in der Nähe erkennen.


    M94 (S.25): Heute scheine ich die Galaxien wie reife Äpfel vom Himmel pflücken zu können! M94 liegt mittig etwas abseits der Linie beta - alpha CVn. In der Nähe fällt mir eine Kette kleiner Sterne auf, die wie ein Mini-Kleiner-Wagen aussieht. M94 kann ich indirekt erkennen, sie wirkt etwas wie ein nebliger Stern.


    M106 (S.25): Die Gegend zwischen beta CVn und gamma UMa ist ein wahres Galaxienfeld laut Starguide. M106 erwandere ich auf eben dieser Verbindungslinie. Dort steht sie etwa in der Mitte neben einem rel. hellen Stern. Sie kommt mir "sehr hell" vor (laut Protokoll).


    Das war ein voller Erfolg und ich lege jetzt (22:00) eine Pause ein. Packe alles zusammen, lasse die Stühle aber stehen. Im Fernsehen kommt ein Spielfilm über eine Marsexpedition. Ist aber langweilig. Nach einer halben Stunde zieht's mich wieder auf den Bühl.


    2. TEIL


    Schwerpunkt sollen diesmal die Galaxien im Löwen sein. Da der Löwe aber noch nicht optimal steht schaue ich mich - wieder einmal - in den Zwillingen um. Hier gibt es einige Sternhaufen, die ich aus dem "TUBA" von Phil Harrington entnommen habe.


    Sie sind allerdings fast alle (Ausnahme natürlich M35) sehr schwach und ich kann sie nur mit indirektem Sehen + Bewegung erkennen.


    NGC 2266 (S.55): Dieser Sternhaufen ist nicht im TUBA, ich habe ihn aus dem Starguide. Er wirkt wie ein winziger nebliger Fleck direkt bei einem Stern - könnte interessant für ein größeres Gerät sein.


    M35 (S.55): Prächtig. Wirkt ziemlich eckig. Ich kann etwa vier Sterne in ihm erkennen - oben zwei hellere unten 2 zwei etwas schwächere (laut Protokoll). In der Verlängerung Richtung 1 Gemini erkenne ich etwas nebliges. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob es NGC 2158 ist - der ist doch recht klein und schwach - muss ich nochmal beobachten.


    NGC 2331, 2420, 2395, 2355 (S.55): Alles schwache Sternhaufen an der Beobachtungsgrenze. Die sollte ich weiter im Auge behalten. [;)]


    NGC 2392 (S.55): Der Eskimonebel. Um ihn zu finden, wandere ich erstmal von kappa nach delta Gemini. Kurz vor delta liegt etwas südlich ein markanter Halbkreis ("Krone") von Sternen. die beiden hellsten verlängere ich und komme in das Zielgebiet.


    Mit Hilfe des Starguide finde ich dort einen Stern, der indirekt betrachtet etas neblig wirkt. In Wirklichkeit setzt sich dieser "Stern" aber aus einem richtigen etwa 8.3m hellen Stern und dem Eskimonebel zusammen. Beide sind etwa 1.5 Bogenminuten voneinander entfernt. Das lernte ich aber erst nach einer vorhergehenden Beobachtung mittels Cartes du Ciel. Mit diesem Wissen gelingt es mir dann gezielt danach zu schauen und die beiden zu trennen. Ein nettes Beobachtungserlebnis!


    Intermezzo: Mir fallen links neben Sirius, fast ganz bis zum Horizont verlaufend, helle Sternenketten auf. Das ist das Sternbild Puppis. Ich halte einfach mit dem FG drauf und erkenne gleich einen hellen Sternhaufen. Unterhalb stehen zwei eng benachbarte Sterne. Hübsch! Einer davon ist orange. Im Nachhinein schlage ich nach, was ich beobachtet habe. Es ist M93 und die Sterne sind xi Puppis nebst Begleiter.


    Bevor ich an den Löwen gehe ist der Krebs "dran".


    M44 (S.54): Leicht mit bloßem Auge zu erkennen. Eingerahmt von vier Sternen. In M44 erkennt man eine Reihe von Doppelsternen. Einfach ist epsilon Cnc. Rechts daneben steht Burnham 584. Er ist recht einfach als Doppelstern zu erkennen - ist aber ein Dreifachstern! (45" und 93"). Es dauert,bis ich die drei getrennt habe - freihändig (abgestützt) ist das nicht so einfach.


    Ich schaue mir noch M67 (hübsch, fast aufgelöst mit einem hellen Stern mitten drin) an und gehen dann in den Löwen.


    M65, M66 (S.75): Leicht zu finden. Südlich von Theta in einem Asterismus bei 73 Leo. M66 ist "leicht" zu erkennen - OK, schwach und neblig, aber eindeutig, sogar direkt. Ich kann die Ausrichtung erkennen. Die Achse liegt etwa auf der Verbindungslinie zwischen zwei Sternen des Asterismus. M65 geht nur indirekt - mehr Vergrößerung wäre nicht schlecht [;)]


    M95, M96, M105 (S.76). Liegen zwischen 52 und 53 Leo. Etwas schwierig zu finden, da Saturn "stört" - er mischt das Sternbild auf [;)] . Direkt südlich von 52 liegt eine Kette von etwa 6 Sternen. Dort sollen sie liegen, die Galaxien. Ich kugel mir aber ziemlich die Augen aus auf der Suche nach M95, M96. Benutze alle möglichen Leitsterne, die ich verbinde und ziele. Dummerweise kommt immer wieder der helle Saturn ins Blickfeld - der blendet richtig! Schließlich finde ich die beiden mit indirektem Schauen und leichten Bewegen des Fernglases. Sie bewegen sich synchron auf und ab. M105 "sehe" ich auf gleiche Weise auch - wirkt eher wie ein schwacher Stern (?). Trotzdem alles hart an der Grenze des Wahrnehmbaren. Es kommt mir vor, als wollte ich eine Stecknadel in einem hermetisch abgedunkeltem Raum finden.


    NGC 2903 (S. 53). Ich brauche ein "richtiges" Erfolgserlebnis. Diese Galaxie ist leicht (erstaunlich, dass sie Messier nicht aufgefallen ist). Etwas südlich von Lambda Leonis. (Allerdings suche ich zunächst erfolglos in der Nähe von epsilon... ) Die Galaxie bildet einen Eckpunkt in einem kleinen Trapez von Sternen. Mit Bewegen ist sie gut zu erkennen. Ich meine auch so etwas wie einen Stern aufblitzen zu sehen.


    So! Gegen 1:30 ist jetzt aber wirklich Schluß. Im Stehen halte ich noch mal auf den großen Bären und habe prompt M81 / M82 im Bild. So einfach kann's sein [;)]


    Thomas

    Ja - ich stand kurz davor. Dachte aber eher an einen Drachensegler. Im Saguaro Astronomy Club gibt's ne Liste von Asterismen zum Downloaden. "Mein" Asterismus (werde ihn weiter Hänsel-Gretel-Haus nennen [;)] ) steht aber nicht drin.


    Thomas

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    ich konnte zwar auch nichts Näheres über den Asterismenjäger selbst herausfinden, aber das hier ist sicher mal ein interessantes Beobachtungsprojekt:
    http://www.philharrington.net/astroconjunction/davis.pdf

    Toll! Der Mann hat Fantasie! Als begeisterter Fernglasbeobachter bin ich auch Asterismen-Fan - kann man auch selbst welche erfinden? (Hmmm... warum eigentlich nicht?) Bzw. gibt's da ne Asterismen-Datenbank?


    Thomas (neu beim astrotreff)


    P.S. In den Hyaden (gleich beim Aldebaran) ist mir letztens das folgende Bild aufgefallen. Hat das schon einen Namen? Ich würde es ansonsten "schiefes Haus" bzw. "Hänsel und Gretel Haus" nennen. [:D]


    Hallo Günter - Kompliment! Wie hast du das rausgefunden? Zu allem Überfluss ist bei dem Foto ja auch Norden links, was mich noch zusätzlich verwirrt hat.


    Thomas

    Hallo Arpad! Bisher konnte wohl keiner das Rätsel knacken. Ehrlich gesagt sieht das gar nicht aus wie die Umgebung von M101. Ich kann keine der Sternenmuster dort wiedererkennen. Wie groß ist denn das Blickfeld?


    Thomas (eigentlich in einem anderen Forum postend und hier nur mitlesend. CS an alle ;) !)