Hallo an Alle,
und vielen Dank für den regen Meinungsaustausch. Selbstverständlich auch für die kritischen Stimmen, aus denen man stets viel lernen kann.
Wie schon zuvor erwähnt, bin ich, wie es Slyv richtig bezeichnet, lediglich ein „Sternegucker“ und so gesehen eher unbedarft, was Eure Ausrüstung betrifft. Ich wollte primär auch nur die „Mythen“, die sich rund um Top Clar ranken aufklären und so dazu beitragen, dass es als das gesehen wird, was es auch wirklich ist: nämlich ein „Reinigungsmittel mit Anlaufschutz“.
Trotzdem erlaube ich mir als Außenstehender, zu der Problematik von meiner Sicht aus Stellung zu beziehen:
Ob das Anlaufen der Spiegel und Optiken prinzipiell ein Problem darstellt muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn ja, dann sollte er etwas dagegen tun, wenn nein, dann erübrigt sich die Anwendung ja ohnehin. Genauso, wie jeder es auch selbst entscheiden muss, ob es besser ist, Spiegel und Optiken zu reinigen, oder sie mitsamt der Staubschicht und anderer Verunreinigungen zu verwenden.
Ich als Brillenträger kann nur sagen, dass nichts so lästig ist wie ein verschmutztes Brillenglas. Wenn die Brille jedoch beschlagen ist, ist sie nicht mehr lästig, dann ist sie gefährlich, da man damit überhaupt nichts mehr sieht.
Ich weiß es nicht, ob man bei der Beobachtung des nächtlichen Himmels alle Zeit der Welt hat und warten kann, bis sich ein klarer Durchblick durch das Teleskop ergibt, oder ob es einzigartige Momente gibt, die man nur in bestimmten Augenblicken sehen (und z.B. fotografieren) kann, die sich dann erst wieder in 2500 Jahren wiederholen. Wenn es auf gewisse Augenblicke ankommt, sollte man Instrumente besitzen, die sauber, perfekt und jederzeit einsatzbereit sind.
Auf Anregung von Jürg habe ich mich durch das Thema „Reinigung“ hier im Forum durchgelesen und festgestellt, dass die Meinungen ja wirklich diametral auseinanderlaufen.
Jürg selbst tendiert zu einer mehrmaligen Reinigung im Jahr, um hartnäckige Verkrustungen zu verhindern.
Mesiahs reinigt Optiken mit Klebepads,
StephanH mit den Fingern.
Copernicus stören die feinen Kratzer im Spiegel überhaupt nicht.
Roland macht sich, wenn sein Spiegel dreckig ist, einfach einen neuen und
FrG hilft ihm bei der Entsorgung der alten Spiegel ;-).
Kurt hat sogar eine eigene Messanordnung beschrieben, die den Reflexionsgrad vor und nach der Reinigung des Spiegels messen kann und hat dabei festgestellt, dass Reflexionsverluste bis zu 5% bestehen.
Ohne jetzt Fachmann auf diesem Gebiet zu sein, würde ich auch meinen, dass eine saubere Oberfläche mehr Licht reflektiert bzw. durchlässt, als eine verunreinigte und schließe mich daher der Meinung von Jürg an, dass es besser ist, die Instrumente zu reinigen, als sie vergammeln zu lassen.
Wie weit nun die oberflächlich aufgebrachte Silberschicht (danke Heiko) eine Reinigung samt Antibeschlagbeschichtung aushält kann ich nicht beurteilen. Das müsste einmal getestet werden. Vielleicht hat jemand einen zerbrochenen Spiegel, den er mir zur Verfügung stellen könnte ? Oder vielleicht könnte auch ich Roland bei der Entsorgung der verdreckten Spiegel behilflich sein ;-)). Vielleicht bekommst Du dann einen perfekt gereinigten und vor dem Anlaufen geschützten Spiegel zurück.....?
Bei Optiken hätte ich überhaupt keine Bedenken, diese vor dem Beschlagen zu schützen - wenn es sich als notwendig herausstellen würde. Auch die Sache mit der Abbildungsqualität und den Dichtungen ist sicherlich nicht relevant, da sich die vorhandene Feuchtigkeit durch den Anlaufschutz ja nicht vermehrt, sondern lediglich durchsichtig und damit unsichtbar bleibt.
Liebe Grüße
Toni