Posts by Ralph_Rogge

    Laut wikipedia ist die Klassifikation IV3p - wurde das evt. aktualisiert? :/

    Die Trumpler Klassifikation ist durch 3 Komponenten gekennzeichnet:


    Die erste römische Zahl beschreibt die Konzentration


    I starke Konzentration, der Haufen hebt sich deutlich vom Sternhintergrund ab

    II etwas schwächere Konzentration als bei I, der Sternhaufen hebt sich aber noch deutliche vom Hintergrund ab

    III merkliche Verdichtung zum Mittelpunkt hin, hebt sich aber immernoch vom Hintergrund ab

    IV hebt sich kaum vom Hintergrund ab und scheint eher eine zufällige Anhäufung von Sterne zu sein


    Die arabische Zahl benennt die Helligkeitsverteilung


    1 alle Sterne haben etwa die gleiche Helligkeit

    2 gleichmäßige Verteilung der Helligkeiten über den Beobachtungsbereich

    3 einige helle und viele schwache Sterne


    Und um Schluß noch ein Buchstabe für den Sternreichtum


    P "poor“, weniger als 50 Sterne

    m. "medium rich“, 50…100 Sterne

    r "rich“, 100…500 Sterne



    Die Trumpler Klassifikation ist also per se sehr subjektiv. Trumpler himself klassifizierte NGC 6811 als III 1 p, die deutsche Wikipedia Seite zitiert SEDS mit IV 3 p und die englische Wikipedia verweist auf Stephen O'Meara und nennt III 1 r.


    Ich habe mich für die originale Klassifikation entschieden, ich hätte da aber mehr verbose sein sollen.


    Grüsse, Ralph

    Guten Nacht alle zusammen,


    das OdM des Monats Juli 2025 ist NGC 6811, ein offener Sternhaufen im Schwan an der Position (J2000.0) Rektaszension 19h 38m 17,9s Deklination +46° 23′ 20 mit einem Durchmesser von ca 15 arcmin. Die Idee war für diesen Monat ein Objekt vorzustellen, dass einfach zu finden ist und keine großen Ansprüche an die Optik stellt. Das heißt dann aber auch, dass es keine Entschuldigung gibt, in diesem Monat nicht mindest einmal auf den offenen Sternhaufen zu halten und die Beobachtungseindrücke in diesem Thread zu verewigen!


    Quelle: wikisky.org


    Der offene Sternhaufen wurde 1829 von John Herschel entdeckt und in seinem Katalog “Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars” aufgenommen (Herschel 1864).


    Im New General Catalogue von John L. E. Dreyer (1888) ist NGC 6811 wie folgt beschrieben: "Cl, L, c Ri, st 10…" = Cluster, large, considerably rich, stars of 10th magnitude…. Diese Beschreibung verweist auf einen großen, recht sternreichen Haufen mit überwiegend mittelhellen Sternen.


    Die originale Klassifikation von Trumpler (1930) für NGC 6811 ist III 1 p (III: Haufen ist deutlich vom Hintergrund getrennt und nicht zentral verdichtet. 1: Die meisten Sterne haben die selbe Helligkeit. p [poor]: Geringe Mitgliederanzahl [weniger als ~50 Sterne erkennbar]). Wobei eine neuere Studie von 377 bestätigte Haufensternen berichtet (Meibom 2011).


    Der offene Sternhaufen ist etwa 3.600 Lichtjahre (ca. 1.100 Parsec) von der Erde entfernt und besitzt ein Alter von rund 1 Milliarde Jahren (Meibom 2011, Janes 2013), was ihn zu einem vergleichsweise alten offenen Sternhaufen macht. Und dadurch, dass er sich deutlich außerhalb der galaktischen Ebene befindet, ist er auch ein gern gesehenes Studienobjekt, zB auch im Rahmen der Kepler-Mission (Meibom 2011).




    Quelle: wikisky.org


    Der offene Sternhaufen ist recht einfach durch etwas zick-zackiges Star-Hopping zu finden: del Cyg, HR 7495 (5 mag), HR 7487 (6,3 mag), HD 185329 (7,3 mag), NGC 6811. Mit einer scheinbaren Helligkeit von +6,8 mag ist NGC 6811 mit einem Fernglas unter dunklem Landhimmel sichtbar.


    Mit meinem kleinen 4” Refraktor habe ich NGC 6811 bei 20x quasi in Nullzeit zentriert. Bei 46x sehe ich dann eine lockere Ansammlung von 10-11 mag Sternen, auffallend ist ein dunkler Bereich in der Mitte des Sternhaufens (Quasi-Loch ;).


    Viel Spaß beim Beobachten.

    Ralph


    Literatur


    Herschel, J. A General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars. Philosophical Transactions of the Royal Society of London 154, 1–137 (1864).


    Dreyer, J. L. E. A New General Catalogue of Nebulæ and Clusters of Stars, Being the Catalogue of the Late Sir John FW Herschel, Bart, Revised, Corrected, and Enlarged. (Memoirs of the Royal Astronomical …, 1888).


    Janes, K. A., et al. Membership, binarity, and rotation of stars in the open cluster NGC 6811. AJ, 145(1), 7. https://doi.org/10.1088/0004-6256/145/1/7 (2013).


    Meibom, S., et al. The Kepler Cluster Study: Stellar Rotation in NGC 6811. ApJ, 733(2), L9. https://doi.org/10.1088/2041-8205/733/1/L9 (2011)


    Trumpler, R. J. Preliminary results on the distances, dimensions and space distribution of open star clusters. Lick Observatory Bulletin (1930).


    NGC 5128 / Centaurus A


    50x 60" L, 40x 120" R, 40x 120" G, 40x 120" B
    CDK 14, AS2600MM

    Deep Sky Chile at Rio Hurtado Valley, Chile


    Grüße, Ralph

    Die Erinnerung ist noch recht frisch: Über gefühlt zwei Stunden stocherte ich mit meinem 60/900 Quelle-Refraktor im Sternenhimmel herum bis ich meinen ersten planetaren Nebel fand. Ich freute mich wie ein Schneekönig, als sich mit jedem Vergrößerungssprung die Form des Nebels von den weiterhin punktförmigen Sternen abhob und gerne schau ich auch heute noch bei ihm vorbei um mich an seinem Anblick erfreue.


    Aber Schluß mit lustig! Es wird Zeit das wir unsere Wohlfühlzone verlassen und uns etwas mehr Herausforderung gönnen. Wir bleiben zwar bei der Objektklasse der planetarischen Nebel, mit EGB 6 wechseln wir aber von klein und hell zu weder klein noch hell. Mit anderen Worten zu groß und dunkel.


    Im Jahre 1984 veröffentlichen Ellis, Grayson und Bond ein Paper in dem sie von der Entdeckung eines ganzen Schwungs planetarischen Nebeln berichteten, die sie auf POSS Platten fanden [Ellis 1984]. Mit dabei: EGB 6 zu Füßen des Leu, nahe Regulus an der Position 09:52:59 +13:44:34,6 und mit einer Ausdehnung von 13 arcmin x 11 arcmin. Ich bitte um Beachtung: arcmin nicht etwa arcsec!




    Genau so sieht EGB 6 in einem kleinem Refraktor aus. Ein bisschen. Annähernd. Fast. Fast nicht. Überhaupt nicht. Ganz und gar nicht. Naja.


    In der Tat gibt es nicht wirklich viele Beobachtungsberichte zu EGB 6. Wer seine Fühler in diese Richtung ausstrecken möchte findet unter anderem hier im [Astrotreff] als auch bei [Cloudy Night] erfolgreiche Sichtungen.



    Auffindkarte von EGB 6, erstellt mit Skysafari 6 Pro.


    Ich wünsche viel Erfolg bei der Beobachtung von EGB 6 und vielleicht kann ja jemand auch den Zentralstern (ein spektroskopischer Doppelstern) beobachten. Mit 16 mag ist das, so denke ich, aber schon eine ordentliche Herausforderung.


    Viele Grüße und viel Spaß, Ralph

    Wir befinden auf einer freien Fläche, oben auf einer kleinen Anhöhe, umgeben von sanften Hügeln über die sich ein dunkler und tiefer Wald legt. Pssst! Leise! Wir sind nahe dem Wohnort des Zwergenschmiedes Alberich. Dieser war es einst, so hörten wir, der einen mächtigen Zauberring aus Rheingold schmiedete: Den Ring der Nibelungen. Und! Wir wissen aus legendären Erzählungen, dass ein Drache diesen Schatz für Alberich bewacht.


    Genau diesen dunkeln und annähernd schwarzen Drache sehen wir nun vor uns, er ist riesig und besitzt einen scheinbar sternenbedeckten Körper. Es wird berichtet, sein Atem sei nicht wirklich fresh, sein langer Schwanz groß und gefährlich. Aber in ihm selbst soll eine glitzernde Spur gelegt sein, die direktement zum Schatz weisen soll. Wir hörten einst einen Barde von einem diamantenen Weg singen, ausgehend von Tehta DrA nach Norrthän.



    Und so wird das gar üble Getier uns nicht daran hindern den legen-es-kommt-gleich-dären Ring der Nibelungen (Ferroro 27) im Drachen an Position 15:58:00 +62°32' zu suchen. Und zu finden! Das magische Objekt wird von 6 Sternen zwischen 11.9 mag and 15.0 mag geformt. Deswegen und weil er nur eine geringe Ausdehnung von 1,4′ × 0,6′ hat müssen wir aber schon genau hinschauen um ihn zu entdecken. Gut das wir die dicke Röhre dabei haben, das wird es uns einfacher machen!



    So lasset uns nicht verzagen und hingehen dieses Abenteuer zu wagen!


    Grüße, Ralph


    NB: Die Beschreibung des Objekts vom Entdecker findet sich hier zusammen mit weiteren interessanten Asterismen.

    Servus Ralf und Gerd,


    den Flare habe ich radioastronomisch erwischt und konnte ihn als als ordentliches SID Signal nachweisen. Es dauerte immerhin ca 1 Stunde bis, im Rahmen meiner messtechnischen Möglichkeiten, wieder atmosphärische Ruhe einkehrte. Coole Sache zu dem Signal ein Video zu haben - gefällt mir ;).




    Viele Grüße, Ralph

    Hallo Ralph,
    Extrem detaillierte Aufnahme!

    Mit welchem Equipment wurde sie gemacht (Optik, Montierung, Kamera?) Welcher Standort erlaubt ein so gutes Sseing?

    Ich habe die Bilder lediglich bearbeitet und sie nicht selber aufgenommen. Der Besitzer der Optik möchte nicht das Details seines Equipments veröffentlicht werden - immerhin kann ich sagen, dass es sich bei dem Teleskop um ein 20"er handelt.


    Grüße, Ralph


    NGC 3576, 20x Ha SII OIII jeweils 10 Minuten, aufgenommen mit einem 20" Teleskop, die Daten wurden von iTeleskop zur Verfügung gestellt (keine weiteren Metadaten).


    Grüße Ralph

    Sehr schön Jörg,


    ein gelungenes Bild.


    Der Helligkeitsunterschied zw Sirius A+B ist in U ca 1,1 mag geringer als in V. Gute Erfahrungen habe ich deswegen mit einem U Filter und manueller EInzelbildauswahl gemacht (also nicht stacken).


    Grüße Ralph

    Hallo Stefan,


    die Bilder wurden in Siding Spring Australien aufgenommen. Ausserhalb der Feuersaison (sic!) sind die Bedingungen dort tendenziell eher sehr gut und mit dem 20" Eimer kommt schon ordentlich Licht rein.


    Grüße Ralph