Und jetzt noch mein Senf dazu.
Ich habe in meinem bisherigen Leben folgende Erfahrungen gemacht:
1. Astronomie, wie auch Funk/BC-DX, Tiere beobachten, ja sogar Tier- und Pflanzenarten bestimmen können(!), sind für "Normalsterbliche" absolut freakige Hobbies. Ebenso gehört sicher dazu Briefmarkensammeln, Hobby-Geodäse/Kartenkunde (nein, nicht Geocaching), Imkerei, chemischer Fotoamateur, Zucht von alten Obstsorten und uncoolen Hunderassen, Eisenbahn-"Fuzzen" usw. Mir würden noch x andere, von mir nicht (mehr) ausgeübte Hobbies einfallen, wenn ich lang genug überlege.
2. Hobbies, die ganz "normal" und teils sogar hoch angesehen sind: Fast jede Art von Sport, natürlich ganz vorne Fußpilz und andere Mannschaftssportarten, Motorsport, aber auch Extremsportarten. Angeblich kann man ja besser mit Menschen umgehen und ist teamfähiger, wenn man in einer Mannschaft Sport treibt. So ein Blödsinn! Weiter: Musikhören, Internet, Faulenzen, Autos/Motorräder, Computerspiele, Party machen, Kosmetik/Wellness und natürlich Urlaub in allen Facetten (je weiter weg und je weniger pauschal desto angesehener).
3. Bei Bewerbungsgesprächen, sei es beruflich oder "zwischenmenschlich", hatte ich bisher jedesmal verloren, wenn ich ein von meinem freakigen Hobbies erwähnte. Erwähnte ich es nicht, war ich eine Runde weiter. Zufall?
4. Wenn nicht jemand mit echtem Interesse auf mich zukommt, werde ich den Teufel tun, ihm ein Hobby zu zeigen oder sogar schmackhaft zu machen. Die Gefahr, hinterher als Spinner und weltfremder Penetrant dazustehen ist einfach zu groß. Auch früher bei Gruppenführungen (besonders Schulklassen) am Teleskop: Wer nicht durchsehen will und schon an der Eingangstür gelangweilt ist: Ignorieren, damit man das "Leiden" der betroffenen Personen nicht noch in die Länge zieht.
5. Es gibt für freakige Hobbies sogar Steigerungen. Mathematik beispielsweise.
Ui, das waren jetzt aber viele negative Schwingungen. Mein Resümée: ein ungewöhnliches Hobby wie die Astronomie hat einen sehr schlechten Ruf. Sowohl das Hobby als auch der Mensch, der es ausübt. Man ist weltfremd und ein unglaublicher Langeweiler. Je mehr sich die Gesellschaft individualisiert (und das tut sie mit wachsender Geschwindigkeit), desto weniger haben ungewöhnliche Hobbies eine Chance.