Hallo Michael,
eine schöne kleine Serie. Ich möchte nicht hoffen dass nun die Quellendiskussion auch dorthin schwappt.
Gruss
Helge [^]
Hallo Michael,
eine schöne kleine Serie. Ich möchte nicht hoffen dass nun die Quellendiskussion auch dorthin schwappt.
Gruss
Helge [^]
<b>Die Flecken der Sonne (20)</b>
Der magnetische Zyklus
Die Sonnenflecken treten oft paarweise auf und sind in Ost-West-Richtung orientiert. Da durch die Rotation der Sonne die Flecken nach Westen wandern wird der westliche Fleck als der „vorangehende“, und der östliche Fleck als der „nachfolgende“ Fleck bezeichnet.
Bei Fleckenpaaren sind die Flecken immer von verschiedener Polarität: ist der eine ein Nordpol, so ist der andere ein Südpol. Dabei sind die Flecken auf der Süd- und der Nordhalbkugel der Sonne entgegengesetzt gepolt. Sind auf der Südhalbkugel alle vorangehenden Flecken Nordpole, so sind auf der Nordhalbkugel alle vorangehenden Flecken Südpole. Diese Polarität ändert sich am Ende eines Fleckenzyklus. Die bisherige Folge des vorangehenden „Nordpol“-Flecks kippt nach 11 Jahren zu einem neuen 11-Jahre-Zyklus mit einem vorangehenden „Südpol“-Fleck. So wird die Ausgangssituation eines Sonnenzyklus erst nach 22 Jahren wieder erreicht.
<font size="1"> Quellen: siehe Beitrag 3 </font id="size1">
<font color="yellow">
Damit endet die Serie der Geschichte der Entdeckung der Sonnenflecken aufgrund der Zweifel an der Zitatangaben und der fehlenden Recherche in den Originalveröffentlichungen.
Ich danke allen Lesern für die Treue und denke dass demnächst bessere Beispiele und wissenschaftlich fundiertere Artikel erscheinen werden - ich würde mich freuen.
</font id="yellow">
Gruss
Helge
Quote<i>Original erstellt von: Caro</i>
<br />(...)
könntest du dich bitte konkret zu folgendem äußern: Sind deine Texte abschnittsweise wortwörtlich aus den genannten Quellen entnommen worden?
(...)
Es sind keine Abschnitte wortwörtlich abgeschrieben worden.
Aus den Text(en) sind eigene Zusammenfassungen erstellt worden.
Für die Rosinenpicker:
natürlich kann man bei mir wie auch im Original "Kepler hat am 28. Mai 1607 in Prag..." lesen, diese Aussage sehe ich über die Literaturliste abgesichert.
Im Beitrag 2 ist z.B. ein Abschnitt eines Originalzitats mit Quelle angegeben.
Auch der Satz: „Führte(...)zur Gründung des Astrophysikalischen Observatoriums in Potsdam.“ Sehe ich nicht als Zitaträuberei an.
Über C14: „Dieses zerfällt mit einer Halbwertzeit von 5730 Jahren wieder in C12“ Diesen Satz wird es auch wohl Tausende von Malen in der Literatur geben.
Über die Polarität: „ist der eine ein Nordpol, so ist der andere ein Südpol.“ Auch diese und evtl. andere Aussagen sehe ich über die Literaturliste abgesichert.
Nun noch einige Beispiele aus der Fachliteratur:
Gribbin, J. (1995): Unsere Sonne. Nur vereinzelt Lit.-Angaben im Text, keine an der Kapitelenden, im Anhang 2 Seiten
O’Shea, D. (2007): Poincarés Vermutung. Keine Angaben im Text, Endnoten mit gelegentlichen Lit.-angaben, ausführliche Liste am Schluss
Padova, Th. de (2009): Wissenschaft im Strandkorb. Überhaupt keine Lit.-Angaben
Vaas, R. (2010): Hawkings neues Universum. Keine Literaturangaben im Text oder an den Kapitelenden, vier Seiten am Ende des Buches.
Aufgrund der Vergleiche mit kommerziell veröffentlichter Literatur sehe ich die von mir vorgelegten Zitatangaben für meine nicht-wissenschaftliche Arbeit als ausreichend an.
Damit möchte ich diese Diskussion eigentlich beenden und verspreche auch keine weiteren Serien zu schreiben.
Noch etwas persönliches:
Ich würde mich aber freuen wenn einer von euch Profis einmal eine Kurzserie schreibt damit ich Unwissender einmal sehen kann wie so etwas gemacht wird.
Gruss
Helge
Hallo zusammen,
zur Information:
der "rote Faden" der Geschichte ist aus dem Kippenhahn (1990). Er war Professor an den Uni's München und Freiburg und gibt in seinem Buch keine einzige Quelle an. Da regt sich anscheinend keiner auf.
Leider ist es üblich diejenigen die etwas machen wollen (berechtigt) zu kritisieren - selber macht aber keiner was.
Damit wird ein Wachsen des Forums nicht gerade gefördert. Natürlich müssen Urheberrechte gewahrt werden, dann dürfte nur niemand mehr behaupten dass die Erde eine Kugel (Geoid) ist ohne die Quelle anzugeben.
Zugegeben, meine Literatur ist nicht die aktuellste, es ist aber auch kein Essay über die Sonne sondern eine Respektbezeugung gegenüber den frühen Forschern jener Zeit.
Diese Serie ist schon einmal unter dem angegebenen Link veröffentlicht worden. In diesem kleinen Forum kam die Serie gut an und ich wollte sie einer größeren Gemeinschaft vorstellen.
Daher ist es für mich erstaunlich wie hier die Diskussion ausartet, es ist es nicht wert.
Um die bedauernswerte Diskussion zu beenden und um das Forum nicht zu schädigen werde ich lieber mit dem nächsten Beitrag mit der Serie aufhören.
Ich danke allen die für und gegen die Serie sind und waren und wünsche euch für die Zukunft mehr wissenschaftlich fundierte Fachartikel für das Forum.
Gruss
Helge
<b>Die Flecken der Sonne (19)</b>
Sonnenflecken und Magnetfelder
Bei seinen Untersuchungen verglich Hale die Spektren der ungestörten Sonnenoberfläche mit denen der Flecken. In den Flecken traten einige Linien stärker hervor. In Laborversuchen erkannte er, dass diese Linien deutlicher werden wenn die Temperatur geringer wird. Hale schloß daraus, dass die Sonnenflecken „kälter“ sind als die umgebende Sonnenoberfläche. Die Flecken besitzen eine Temperatur von etwa 4.000°C während die Sonnenoberfläche etwa 5.500 °C erreicht.
In seinem Labor untersuchte Hale Spektren leuchtender Gase die einem starken Magnetfeld ausgesetzt wurden. Dabei konnte er den Zeeman-Effekt beobachten und folgerte, dass die Sonnenflecken sehr starke magnetische Felder beinhalten. Das Magnetfeld der Erde und die „normale“ Sonnenoberfläche besitzen eine Magnetfeldstärke von etwa 0,5 Gauss, während die Feldstärke der Sonnenflecken bis zu 2.900 Gauss erreichen konnte. Im Jahre 1908 veröffentlichte Hale eine Arbeit „Über die mögliche Existenz von Magnetfeldern in Sonnenflecken“ und beschrieb darin dass die Sonnenflecken nicht nur starke magnetische Gebiete sind sondern dass manche Flecken „Nordpole“ und manche „Südpole“ waren.
Gruss
Helge
<font size="1"> Quellen: siehe Beitrag 3 </font id="size1">
Hallo Manfred,
danke für die Hinweise.
Du hast recht, die Ausführlichkeit und Tiefe fehlt. Ich werde nach den nächsten Beiträgen die Serie besser beenden.Mit deinen Vorkenntnissen könntest du ja eine ausführliche Fortsetzung des Themas schreiben.
Gruss
Helge
<b>Die Flecken der Sonne ( 18 ) </b>
Der Zeeman-Effekt
Bereits 1862 untersuchte Michael Faraday (1791-1867) den Einfluss von Magnetfeldern auf das Lichtspektrum. Er konnte nichts auffälliges feststellen. Der Holländer Peter Zeeman (1865-1943) griff diese Thematik auf und untersuchte die Spektren mit den inzwischen wesentlich verbesserten technischen Geräten seiner Zeit.
Zeeman untersuchte die gelbe Natrium-Linie die von Fraunhofer mit D bezeichnet wurde. In einem starken Magnetfeld spaltet sich die Linie in feine, einzeln nebeneinander stehende Linien auf. Der Abstand der Linien lässt auf die Stärke und deren Polarisation lassen auf die Richtung des Magnetfeldes schließen. Für diese Entdeckung erhielt Zeeman 1902 den Nobelpreis.
Einige Jahre später wollte Hale diesen Effekt nutzen um auf der Sonne nach Magnetfeldern zu suchen. Er hatte mit seinem Spektroheliographen die Sonne im Licht der roten Wasserstofflinie, aber auch in anderen Bereichen fotografiert und hatte den Eindruck, dass die H-Alpha-Linie in der Nähe von Sonnenflecken eine Wirbelstruktur zeigen die auf ein starkes Magnetfeld hinwiesen.
Dabei entdeckte er auch dass der Sonnenfleckenrhytmus gar nicht elf Jahre beträgt…
Gruss
Helge
<font size="1"> Quellen: siehe Beitrag 3
geändert wegen fehlender Quellenangabe</font id="size1">
Die Antwort darauf findet sich in: Damals, eine neue Serie.
Gruss
Helge
Antwort zum Beitrag in der Serie: Die Flecken der Sonne
Hallo Manfred,
das Zitat ist aus dem Kippenhahn, R. (1990): Der Stern von dem wir leben, S. 41-42 entnommen. Leider gibt er dort keine Quelle an. Auch ist in dem Buch generell keine Quelle angegeben da es sich um eine Zusammenschrift seiner Vorlesungen aus München und Freiburg handelt.
Auf diesen Seiten erwähnt er für 1833 und 1843 eine fleckenfreie Sonne an über 100 Beobachtungstagen.
Als sich Humboldt mit den Flecken befasst hat wird er bei Kippenhahn so zitiert: "Während des langen Zeitraums von 24 Jahren hat Schwabe oft über 300 Tage im Jahr die Sonnenscheibe durchforscht."
Vieleicht noch zwei Bemerkungen:
ich habe die Antwort in diese Beitragsgruppe gestellt damit der Text nicht auseinander gerissen wird.
Diese Serie ist und soll auch keine wissenschaftliche Arbeit sein sondern einfach nur eine Information über Teile der Geschichte der Entdeckung der Sonnenflecken. Sie ist nicht detailgetreu und nicht ausführlich umfassend ausgelegt. Da ich dafür auch nicht bezahlt werde bitte ich darum mir die fehlende Überprüfung aller angegebenen Zitate im Original nach zu sehen.
Gruss
Helge
<b>Die Flecken der Sonne (17)</b>
Der Spektroheliograf
Hale studierte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und erbat sich für seine Doktorarbeit das Thema „Die Fotografie von Protuberanzen“. Lange Zeit hatte er keinen Erfolg damit. Das Prinzip statt des Beobachters eine fotografische Platte zu benutzen um die Bilder des Spaltes aufzuzeichnen wurde im Prinzip auch schon von Oswald Lohse (1845-1915) beschrieben. Unabhängig von Hale hat auch schon Henri Alexandre Deslandes (1853-1948) das Prinzip eines Spektroheliografen beschrieben, Hale war aber der erste der ein solches Gerät bauen konnte. Damit wurde die Beobachtung der Protuberanzen erheblich vereinfacht und es konnten Bilder der gesamten Sonnenscheibe aufgenommen werden.
Heute kann die Sonne mit geeigneten Filtern beobachtet werden die nur das Licht der H-Alpha-Linie durchlassen.
Doch befassen wir uns zunächst einmal mit einem Nobelpreisträger des Jahres 1902…
Gruss
Helge
<b>Die Flecken der Sonne (16)</b>
August 1868
Im August 1868 fand eine totale Sonnenfinsternis in Guntur/Indien statt. Janssen erkannte bei der kurzen Dunkelheit dass die Protuberanzen das meiste Licht in den Wellenlängen des Wasserstoffs abstrahlen. Mit seinem Spektroskop, das nur das Licht der alpha-Linie des Wasserstoffs durchließ, konnte er die Protuberanzen auch am Tag beobachten. Er sah wie sie in wenigen Stunden von der Oberfläche aufstiegen und wieder verschwanden. Er war von seiner Entdeckung so begeistert dass er erst einen Monat später seine Entdeckung der französischen Akademie der Wissenschaften mitteilte. Als der Brief ankam wurde gerade eine Mitteilung von Lockyer verlesen, der ebenfalls von Protuberanzen auf der Sonne berichtete. So konnte Janssen zwar als erster diese Erscheinungen beobachten, die erste Veröffentlichung stammt aber von Lockyer. Die Akademie beschloss eine Medaille für die Entdeckung zu prägen auf der beide Forscher auf jeweils einer Seite abgebildet wurden.
Nach dem Treffen mit Janssen hatte Hale also die Kenntnisse darüber was er beobachten konnte, nun fehlte nur noch die technische Ausstattung…
Gruss
Helge
<font size="1"> Quellen: siehe Beitrag 3 </font id="size1">
<b>Die Flecken der Sonne (15)</b>
George Ellery Hale (1868-1938)
Es war eigentlich nur Glück dass die Familie Hale in einen Vorstadtbezirk von Chicago zog. So entkamen sie dem großen Feuer von 1871, bei dem ihr altes Wohnhaus völlig niederbrannte. Vater Hale gründete eine Firma für Fahrstühle, es war ein lohnendes Geschäft für die immer größer werdende Nachfrage der immer höher konstruierten Gebäude in den Großstädten.
Sohn George interessierte sich zunächst für die Mikroskopie und richtete sich ein chemisches Labor ein. Nach dem Lesen des Buches „Die Reise zum Mond“ von Jules Verne benannte er sein Labor in „Observatorium“ um und beschäftigte sich mit der Astronomie. Vater Hale sah dies mit gemischten Gefühlen: für das Fahrstuhlgeschäft war das Hobby uninteressant, aber immerhin war es ein wissenschaftliches Gebiet und George zeigte sich handwerklich und technisch begabt. Er baute sich sein eigenes Spektroskop und untersuchte die von Fraunhofer entdeckten Sonnenlinien. Unterstützung bekam er vom Direktor der Allegheny-Sternwarte in West Virginia, Samuel P. Langley (1834-1906), der ihm Hilfe und Anregungen bei den Experimenten gab.
Er studierte die Werke des englischen Sonnenphysikers Norman Lockyer und konnte bei einem Besuch in Frankreich Jules Janssen, den Direktor der Sternwarte von Meudon in der Nähe von Paris treffen und über die große Entdeckung diskutieren, die Janssen und Lockyer im Jahre 1868 unabhängig voneinander gemacht hatten…
Gruss
Helge
<font size="1">Quellen: siehe Beitrag 3 </font id="size1">
<b>Die Flecken der Sonne (14)</b>
Löcher in der Sonne
Bereits Scheiner konnte beobachten dass die Sonne eine körnige Oberfläche besitzt. Helle, kleine Flecken tauchen umgeben von etwas dunkleren Bereichen auf und verschwinden wieder. Der französische Sonnenforscher Jules Janssen (1824-1907) begann 1887 mit dem fotografieren der Sonnenoberfläche. Die Qualität dieser Aufnahmen ist so gut, dass sie erst in den 1960’er Jahren wieder erreicht wurde.
Diese Granulation besteht aus heißen Gasblasen die schnell aufsteigen, sich abkühlen und schnell wieder absinken. Der Durchmesser dieser Bereiche liegt bei etwa 1.500 km. Werden Bilder der Granulation hintereinander abgespielt, so kann man die brodelde Bewegung sehen.
Inmitten dieser Granulation treten die Sonnenflecken auf. Die dunklen Bereiche in der Mitte, die Umbra, erscheint nur deshalb dunkler weil sie mit etwa 4.000°C wesentlich kühler als die Bereiche der Granulation mit einer Temperatur von 5.500° C ist. Bei geeigneten Bedingungen lassen sich auf der Umbra auch Anzeichen einer Granulation erkennen.
Um die Umbra herum tritt die Penumbra auf. Es sind schmale, filamentartigen Fäden die von der Umbra schräg nach aussen zur Oberfläche ziehen. Durch diese Filamente erscheinen die Flecken wie Löcher in der Sonnenoberfläche.
Nach und nach konnten die Strukturen beschrieben und der Aufbau der Flecken dargestellt und ausgewertet werden, wie sie aber entstehen war noch unbekannt.
Die Lösung dafür verdanken wir indirekt Jules Verne…
Gruss
Helge
<font size="1"> Quellen: siehe Beitrag 3 </font id="size1">
<b>Die Flecken der Sonne (13)</b>
Die Sprache der Bäume
Durch die kosmische Strahlung wird in der oberen Erdatmosphäre in geringen Mengen das Kohlenstoffisotop C14 gebildet. Dieses zerfällt mit einer Halbwertzeit von 5730 Jahren wieder in C12. Die Pflanzen nehmen dieses Isotop genau wie den normalen Kohlenstoff auf und bauen ihn in ihr Material ein. Nach dem Tod verringert sich der C14-Anteil und das Alter kann bestimmt werden.
Dieses Verhältnis von C12 zu C14 wird auch für die Datierung von archäologischem Material verwendet.
Was hat das nun mit den Flecken zu tun? Bei hoher Sonnenaktivität werden starke Magnetfelder aufgebaut die die kosmische Strahlung von der Erde ablenken. So wird auch weniger C14 gebildet.
Werden nun z.B. die Jahresringe von Bäumen auf C14 untersucht, kann daraus auf die Sonnenaktivität geschlossen werden.
So wurde neben dem bereits bekannten Maunder-Minimum ein zweites Minimum entdeckt. Es liegt in der Zeit von 1460-1540 und wird als das Spörer-Minimum bezeichnet.
Aus diesen Messungen geht auch hervor, dass die Sonnenaktivität von 7.000-3.000 Jahren vor heute wesentlich geringer war und größeren Schwankungen unterlag.
Wenden wir uns nun wieder den Flecken zu und schauen einmal nach wie sie eigentlich aussehen…
Gruss
Helge
Hallo zusammen,
da die Wettervorhersagen positiv sind veranstalte ich spontan eine Astronomische Nacht in der Eifel.
Zunächst wird die Sonne beobachtet, später finden einige Kurzvorträge statt. Nach dem Beobachten geht es in die Stern-Party über.
9. April 2011
ab 16 Uhr
Hütte am Sportplatz in Dreis-Brück/Eifel (Zentrum)
Gruss
Helge
[:p]
<b>Die Flecken der Sonne (12)</b>
Das Maunder-Minimum
Nachdem die Regelmäßigkeit des 11-Jahres Zyklus erkannt wurde hatte schon Wolf versucht die vorhandenen Daten für die Zyklen in der Vergangenheit auszuwerten. Dies gelang ihm nur bis etwa zum Jahre 1700. Auch wenn bei den alten Daten eine gewisse Unsicherheit über die Genauigkeit der Beobachtungen herrscht, so schien es, als ob es in der Zeit von 1645-1715 kaum Flecken auf der Sonne gegeben hat. Spörer konnte diesen Trend bestätigen und der englische Sonnenforscher Edwald Walter Maunder (1851-1928) bestätigte 1890 diese Vermutung. Seitdem wird von der „fleckenlosen“ Zeit von 1645-1715 vom Maunder-Minimum gesprochen.
Dass so wenige Daten zur Verfügung stehen mag verwundern. Fernrohre gab es damals relativ günstig, die Beobachtung der Flecken ist einfach.
In dieser Zeit hat man die Teilung des Saturnrings erkannt, fünf Saturnmonde entdeckt und Venus und Merkur als schwarze Punkte vor der Sonnenscheibe ziehen sehen.
Anscheinend ist das Interesse an den Flecken erlahmt weil es keine zu sehen gab. Über 32 Jahre hinweg gibt es überhaupt keine Erwähnung eines Flecks.
Es deuten auch andere Hinweise auf das Fehlen der Flecken hin: bei einer starken Sonnenaktivität treten vermehrt Nordlichter auf, Aufzeichnungen solcher Beobachtungen fehlen nahezu.
Der entscheidende Hinweis zum Auftreten der Sonnenflecken in der Zeit vor 1615 kam überraschend aus einer ganz anderen Richtung…
Gruss
Helge
<font size="1"> Quellen: siehe Beitrag 3 </font id="size1">
<b>Die Flecken der Sonne (11)</b>
Die Benennung der Zyklen
Bisher hatten die Astronomen nicht viel zu ihrer Wissenschaft beigetragen. Dafür konnten Fabricius (Arzt), Schwabe (Apotheker), Wolf (Mathematiklehrer) und der Brauereibesitzer Carrington wichtige Ergebnisse in der Sonnenforschung liefern. Daran änderte sich zunächst auch nichts. Auch der Gymnasiallehrer aus Anklam, Gustav Spörer (1822-1895), beobachtete die Sonne und kam unabhängig von Carrington auf die unterschiedliche Eigenrotation. Aus seinen Aufzeichnungen heraus bestätigte er auch die Ergebnisse des Schmetterlingsdiagramms.
Er wurde 1875 als Observator nach Potsdam berufen und seine Forschungen führten 1879 zur Gründung des Astrophysikalischen Observatoriums in Potsdam.
Nun wurden die bisherigen Ergebnisse bestätigt und der 11-Jahre Zyklus genauer untersucht. Man nummerierte die einzelnen Zyklen: das bekannte Maximum im Jahre 1760 bekam die 1, aktuell (2011) sind wir im 23. Zyklus angekommen. Im Jahr 2012 wird das nächste Maximum erwartet.
Zum Erstaunen von Spörer gab es aber merkwürdige Unregelmäßigkeiten im Sonnenzyklus…
Gruss
Helge
<font size="1">Quellen: siehe Beitrag 3 </font id="size1">
<b>Die Flecken der Sonne (10)</b>
Schicksalsschläge
Nach seinen Entdeckungen erkrankte Carrington schwer, verkaufte seine inzwischen geerbte Brauerei und zog sich 1865 nach Surrey zurück und baute sich dort wieder eine Sternwarte. Doch nicht genug, das Schicksal hielt noch weitere Überraschungen bereit.
Kurz nach seiner Erkrankung wurde ein Mordanschlag auf seine Frau Rose Ellen verübt. Erfolglos, zum Glück, der Täter konnte gefasst und verurteilt werden.
Im November 1875 wurde Rose Ellen tot aufgefunden. Anscheinend war sie an einer Überdosis ihrer Medizin gestorben. Der Hausarzt erklärte die Menge der von Carrington verabreichten Dosis für ungefährlich. Da auch kein Gift nach zu weisen war blieb die Todesursache unbekannt. Trotzdem rügte das Gericht Carrington wegen mangelnder Fürsorge gegenüber seiner Frau. Dies ging ihm nahe und er verließ nach der Verhandlung sein Haus und erschien erst eine Woche später in seinem von den Bediensteten inzwischen verlassenen Anwesen. Danach wurde er nicht mehr gesehen. Tage später brachen besorgte Nachbarn die Türen auf und fanden Carrington tot vor. Offiziell wurde von einer Hirnblutung gesprochen, ein Selbstmord wurde nicht ausgeschlossen.
Gruss
Helge
<font size="1">Quellen: siehe Beitrag 3 </font id="size1">
<b>Die Flecken der Sonne (9)</b>
Das Schmetterlingsdiagramm
Richard Christopher Carrington (1826-1875) war der Sohn eines reichen Bierbrauers und sollte eigentlich eine Karriere als Theologe beginnen. Er interessierte sich aber mehr für die Astronomie. Nach einer dreijährigen Lehrzeit als Beobachter erbaute er sich seine eigene Sternwarte. Die Beobachtungen von Schwabe waren nun bekannt, Wolf hat sich mit Fleckenzyklus beschäftigt und so sah Carrington das Studieren der Sonnenflecken als eine passende Aufgabe – mit großem Erfolg, wie sich zeigen sollte.
Bei der Betrachtung der Flecken erkannte er, dass sich die Sonne nicht wie ein starrer Körper dreht. Die Flecken am Äquator bewegten sich ein bis zwei Tage schneller um die Rotationsachse als die „Kollegen“ in den höheren Breiten. So konnte er eine schnellere Rotation der Sonnenoberfläche im Äquatorbereich nachweisen.
Zu dem fiel ihm auf, dass sich die Flecken bei einem Maximum näher am Äquator in so genannten Bändern bilden (bis 15° Breitenabstand) als bei einem Minimum. Dann kann der Breitenabstand der Bänder bis zu 35° betragen. Deutlich wird dies, wenn man die Fleckenpositionen über einen oder mehreren Zyklen aufzeichnet. Das Ergebnis ist eine grafische Darstellung die Schmetterlingsdiagramm genannt wird. Daraus ist ersichtlich, dass der Breitenabstand nach einem Minimum größer ist als am Ende des Zyklus.
Außerdem konnte er als Erster einen Flare-Ausbruch beobachten und vermutete richtig, dass diese Ausbrüche einen Einfluss auf das Magnetfeld der Erde haben können. Leider kam er nicht dazu seinen Ruhm zu genießen…
Gruss
Helge
<font size="1">Quellen: siehe Beitrag 3 </font id="size1">
Hallo zusammen,
solch eine alte Scheibe habe ich auch noch, gelegentlich ist sie auch noch im Einsatz.
Gruss
Helge
<b>Die Flecken der Sonne ( 8 )</b>
Die Sonnenfleckenrelativzahl
Ein Mathematiklehrer aus Bern, Rudolf Wolf (1816-1893), rief zu einer internationalen Sonnenüberwachung auf. Von möglichst vielen Stellen auf der Erde sollte möglichst an jedem Tag die Sonne beobachtet werden. Für den Datenaustausch war aber ein Standard notwendig. Wolf entwickelte ein System der Sonnenfleckenrelativzahlen das über 100 Jahre Bestand haben sollte. Wolf wurde 1847 Direktor der Züricher Sternwarte und bekam später den Lehrstuhl für Astronomie in Zürich.
Vereinfacht dargestellt zählt man die Gruppen der Flecken, danach alle Flecken, egal ob sie zu einer Gruppe gehören oder nicht. Dann wird die Anzahl der Flecken mit der zehnfachen Anzahl der Gruppen addiert.
Diese Methode ist aber auch ungenau: verschwindet z.B. eine Gruppe von 30 Flecken hinter dem Horizont, so sinkt die Relativzahl um 40 ohne dass irgendetwas Besonderes auf der Sonne passiert ist.
Weitere Erkenntnisse erlangte dann der Sohn eines Bierbrauers…
Gruss
Helge
<font size="1">Quellen: siehe Beitrag 3</font id="size1">
<b>Die Flecken der Sonne (7)</b>
Der Beweis des Sonnenfleckenzyklus
Alexander von Humboldt erwähnte 1850 Schwabes Arbeit und listete aus diesen Beobachtungen die Tage der fleckenfreien Sonne auf. Nun waren seit der Veröffentlichung sieben Jahre vergangen, aber Schwabe lieferte bereitwillig diese Daten nach. So wurde die Vermutung bestätigt, dass etwa alle zehn Jahre ein Maximum an Sonnenflecken auftritt. So bekam Schwabe im Alter von 61 Jahren die wissenschaftliche Anerkennung und dazu die Goldmedaille der Königlichen Astronomischen Gesellschaft aus London.
Heute ist bekannt dass die Flecken etwa alle elf Jahre zuverlässig in einem Maximum auftreten. Allerdings gab es auch wenige Ausnahmen.
Die Sonnenflecken treten einzeln oder in Gruppen auf. So fragte man sich was wichtiger für die Beschreibung der Sonnenaktivität ist: die Zahl der Flecken oder der Gruppen? Wieder fand kein Berufsastronom einen Weg, diesmal kam die Idee aus der Schweiz...
Gruss
Helge
<font size="1">Quellen: siehe Teil 3</font id="size1">
<b>Die Flecken der Sonne (6)</b>
Der Zyklus der Sonnenflecken
Auch wenn im 17./18. Jahrhundert nicht bekannt war woraus die Sonne besteht oder wie sie aufgebaut ist fand man einige Regelmäßigkeiten heraus. Wieder war es kein Astronom, sondern der Apotheker Heinrich Samuel Schwabe (1789-1875) aus Dessau der auf ungewöhnlichem Wege zu seinen Ergebnissen kam.
Er verkaufte seine Apotheke um sich ausschließlich der Biologie und der aufkommenden Astronomie zu widmen. Er vertrat die Ansicht, dass es noch weitere Planeten innerhalb der Merkurbahn geben müsste die als kleine schwarze Punkte zu erkennen sind. Aufgrund der hohen Oberflächentemperaturen dieses Planeten wurde er "Vulkan" genannt. Damit keine Verwechselung mit den Sonnenflecken passieren konnte, beobachtete Schwabe mehrere Jahre die Sonne und zeichnete die Flecken auf. Nach 17 Jahren des Aufzeichnens schrieb er wieder einen Artikel für die Astronomischen Nachrichten in denen er seine Schlussfolgerungen zusammen fasste.
In den Jahren 1836-1839 konnte er jeden Tag mindestens einen Fleck beobachten, während es in den Jahren um 1833 und 1843 über drei Monate keine Flecken gab. Er schloss auf einen etwa zehnjährigen Rhythmus in denen die Flecken sehr häufig oder nahezu überhaupt nicht auftreten. Leider interessierte sich zunächst niemand dafür…
Gruss
Helge
<font size="1">Quellen: siehe Teil 3 </font id="size1">
<b>Die Flecken der Sonne (5)</b>
Das Aussehen der Flecken
Bereits die von Scheiner 1630 veröffentlichten Bilder zeigen eine Zweiteilung der Flecken. Sie besitzen ein dunkles Zentrum (die Umbra) und einen weniger dunklen Rand (die Penumbra) mit einer Filamentstruktur die wie eine Trichterwand die Umbra umgibt.
Als im Jahr 1779 ein mit dem bloßen Auge sichtbarer Fleck erschien widmete Herschel seine Forschung den Sonnenflecken. Er hielt die Flecken für Löcher in den heißen Gaswolken die den Blick auf eine kühlere Dunstschicht freigibt. Seine Theorie bestand darin, dass nur die äußerste Hülle der Sonne diese hohen Temperaturen besitzt.
Die Umbra liegt tiefer als die Penumbra, dies erkannte 1774 schon der schottischen Astronom Alexander Wilson (1714-1786). Ihm fiel auf dass zum Rand der Sonnenscheibe hin nur die Penumbra sichtbar bleibt und die Umbra nur in den inneren Bereichen zu sehen ist. Diese Erscheinung wird auch das Wilsonsche Phänomen genannt.
Allerdings war Wilson nicht der erste. Bereits 1771 bemerkte der Pfarrer Christoph Schülen (1722-1790) diesen Effekt.
Gruss
Helge
<font size="1">Quellen: siehe Beitrag 3</font id="size1">
Hallo Winfried,
das klingt ja sehr interessant und die Seite ist auch gut.
Mein geschichtliches Interesse liegt etwas weiter zurück in der Vergangenheit: von der Steinzeit bis zum Erscheinen der Hochkulturen.
Gruss
Helge