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<i>Original erstellt von: hasebergen</i>
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<i>Original erstellt von: NGC224</i>
Hallo Hannes,
wie Du Dich vielleicht erinnerst, haben wir zusammen vor einigen Jahren in Meerbusch-Büderich den Mond beobachtet. Du hattest Deinen "gepimpten" 8"-GSO-Dobson dabei und wolltest mich schon damals vom Sinn der Übervergrößerung überzeugen. Sorry, aber ich fand die Kraterlandschaft bei ca. 800x einfach scheußlich: dunkel, unscharf und ohne jeden Kontrast.
Bei Leuten, die den Mond oder die Planeten mit weniger als 0,6mm AP beobachten, kommt mir der Vergleich mit einem sehschwachen Fernsehgucker in den Sinn, der glaubt, mehr zu sehen, wenn er sich 20cm nah vor die Glotze setzt. Er sieht aber nur die Bildpünktchen des Bildschirms, analog den Beugungserscheinungen des Lichts.
Um es überspitzt zu formulieren: Wer deutlich übervergrößert ( Doppelsterne ausgenommen ) und das Bild "knackscharf" findet, braucht einen Blindenhund.
Gruß
Manfred
Moin Manfred,
neenee, den Blindenhnd ... lass mal.
Du schriebst ja selbst ... "GSO-Dobson". Der war zwar gut gepimpt und hatte auch eine Optik, die ... etwa analog zu Karstens ... in der oberen Mittelklasse anzusiedeln war. Den habe ich - bei gutem Seeing - bis 350/max 400 fach getrieben, dann ging ihm schärfemässig die Luft aus. Das Bild wurde langsam flau. Ich entsinne mich an diese "Sitzung", nun da war auch das Seeing eher durchschnittlich.
Das da dann ein solcher Eindruck entstanden ist, mag sein.
Ich habe nur für mich die Erfahrung gemacht, das - wenn Du eine Spitzenoptik hast und das Seeing stimmt (das wird von offensichtlich von einigen Mitdiskutierenden ausser acht gelassen, so macht es zumindest den Eindruck) - die bei sehr hohen Vergrößerungen immer noch vorhandene Schärfe die nachlassende Helligkeit des Bilder (zumindest am Mond und den helleren Planeten) scheinbar wett macht. Ergo man hat immer noch ein Bild, wo man jede Menge erkennen kann.
Das ein GSO-Standarddobson bei durchschnittlichem Seeing dies so nicht zu leisten im Stande ist, ich denke, das versteht sich.
Hoffe, dass wir mal einen Abend mit gutem Seeing hinbekommen und Du Dir dann selbst Dein Bild am langen f8.8er Dobson machen kannst. Und das macht bei 503fach richtig Spass. Bei 1006fach ist dann für meinen Geschmack die die Grenze erreicht (weil einfach das Nachführen sauschwer wird und auch da das Restseeing einfach störend beginnt zu wirken).
Daher suche ich im übrigen das 2.5er Nagler für die 754fache Vergrößerung, um diesen großen V-Sprung von 503 auf gleich 1006 fach zu unterbrechen.
Bist willkommen fürs Testen und Gucken ;-), bzw. wenn das Seeing stimmt, komme ich gerne mal mit dem langen Lulatsch in Deinen schönen Garten.
Besten Gruss Hannes
Hallo Hannes,
ok, der "Blindenhund" war etwas krass, den nehme ich zurück[;)] .
Worauf es mir ankommt: Es gibt Regeln ( wie Michael so schön schreibt ) und es gibt die Physik der Lichtwellen, das ist exakte Wissenschaft. Aufgrund der Eigenschaften des Lichts ist es physikalisch unmöglich, dass ein geübter Beobachter mit guten Augen ( Visus > 1,0 ) mit einem optisch hervorragenden Fernrohr bei einer AP von 0,3mm mehr Details am Mond oder den Planeten erkennen kann, als mit mit der üblichen Maximalvergrößerung ( 2xD = 0,5mm AP ). Regeln kann man übertreten, die Gesetze der Lichtausbreitung aber sind unabänderlich und die muss man akzeptieren. Es kommt doch auch keiner daher und behauptet, er hätte mit seinem 80mm Teleskop einen Doppelstern mit 0,5" Distanz sauber getrennt, das geht ebensowenig wie knackscharfe Bilder bei 0,3mm AP.
Ich habe, wie Du weißt, schon mit etlichen Teleskopen, auch solchen der obersten Qualitätsstufe, beobachtet. Bei einer AP von weniger als 0,5mm habe ich noch niemals ein brauchbares Bild gehabt, meist lag bei gutem Seeing die Grenze bei etwa 0,7mm.
Trotzdem bist Du natürlich herzlich eingeladen ( Bierchen inklusive[;)] ), mir in meinem Garten Deinen Supernewton zu präsentieren, vielleicht hebelt der ja die Naturgesetze aus[:D] .
Beste Grüße
Manfred