Posts by Timm

    Hi Stathis,
    meine Beobachtungsgeschwindigkeit ist eigentlich normal... meine Auffindegeschwindigkeit sehr hoch! Ich habe vor langer Zeit im Führungsdienst der Münchener Volkssternwarte gelernt, dass Leute schnell genervt sind, wenn man mit Teilkreisen versucht, ein im Sucher nicht sichtbares Objekt einzustellen. Das dauerte den Leuten zu lang! Deshalb habe ich die Leitsterne der spektrakulären Objekte auswendiggelernt und konnte so sehr schnell was zeigen. Dass man dabei selbst ewas zu kurz kommt und nur wenige der Objekte ausführlich beobachten kann, habe ich hingenommen. Ich konnte ja mit meinen eigenen Teleskopen länger spechteln. Heute noch genügen mir zur ausführlichen Beobachtung einige Minuten. Dabei weiß ich als erfahrener Beobachter, welche Vergrößerungen nötig sind und welche maximalen Vergrößerungen an einem Abend möglich sind. Andere werden dann nicht probiert... man weiß ja, was maximal drin ist.
    In der Zeit war ich der erste Spechtler, der mit "großen" Spiegelteleskopen in den Bergen gespechtelt hat. Anfang der siebziger Jahre habe ich z.B. mit selbstgeschliffenem 6-Zöller und 10-Zöller die Münchner Sternfreunde in die Berge gelockt. Ich bin quasi einer der "Erfinder" des Sudelfeldspechtelns ;-)))
    CS
    Timm

    Hallo Freunde,
    ich habe mal einige Bilder vom low-rider hier ins Forum gestellt.
    Sie sind in der Astro-Galerie unter "Sonstiges" zu finden.
    CS
    Timm
    P.S. Wer kann mir sagen, wie ich meine Bilder aus der Astro-Galerie in ein Thema verlinken kann?

    Hi Andreas,
    das muss wirklich saukalt gewesen sein im Sauerland... trotzdem ein schöner Bericht. Es müssen ja nicht immer "alle" Objekte sein!
    Zum B 33 solltest du dir einmal einen H-beta-Filter zulegen. Denn damit sollte er im 12-Zöller leicht zu sehen sein. Den Flammennebel sehe ich im 20-Zöller genau wie du: gutes Foto, Kontrast raus und Farbe weg! Und am besten ohne Filter!
    Bei der NGC 2903 sehe ich auch unheimlich viele Details, eine wunderschöne Galaxis.
    Leider scheint das gute Wetter mit über 30 klaren Nächten in 6 Wochen nun nach Norden gezogen sein, denn für die nächsten 5 Tage ist wolkiges Wetter mit Schauern angesagt.
    Leider haben die Meterologen fast immer recht... so geht mir die Neumondzeit durch die Lappen. Und am 18 Februar muss ich auch wieder nach Deutschland zurück: die Arbeit ruft (nein, schreit ganz laut!).
    CS
    Timm

    Hi Roland,
    die Milchstrasse ist voll mit ungesehenen Objekten... das reicht für alle!
    Und wenn ich die Berichte anderer Leute lese, weiß ich, dass auch für mich noch unheimlich viel zu entdecken ist.
    Den Pferdekopf habe ich nun wirklich intus! Man findet ihn mit H-beta sofort, und wenn man weiß, wie er in Realität aussieht, geht er auch unter schlechteren Bedingungen.
    Aber eins ist sicher: der H-beta-Filter ist der einzige Filter, der den Pferdekopf wirklich schön bringt. Hast du mal den California-Nebel damit probiert? Einfach genial!
    Nun zur Pause... die ist leider eingetreten, denn für die nächsten Tage ist schlechtes Astrowetter angesagt.
    Passend zum Nemond... grrrrr!
    CS
    Timm

    Hi Andreas,
    ja, wenn man etliche Male in der letzten Zeit unter guten Bedingungen diese Objekte gesehen hat, werden sie "normal"!
    Leider gibt es schlechte Wetterprognosen, wie schon weiter oben gepostet :-(((
    Jetzt seid ihr dran mit dem Spechteln!
    CS
    Timm

    Beobachtungsbericht 2. Februar 2005
    Ort: Gebirgshochtal (950m NN) bei Confrides / Costa Blanca
    Temp.: 6°, später absinkend auf 3°, minimaler Wind
    Seeing sehr gut, Grenzgröße ca. 6.5 m


    Nach mehreren Nächten mit wachsendem Beobachtungsglück auf meiner Terrasse bin ich mal wieder in die Berge im Hinterland von Altea gefahren.
    Die Sternbilder Fuhrmann, Zwillinge und Lynx wurden abgegrast. Der erfahrene Beobachter weiß, dass diese Sternbilder grade schön hoch stehen und so ideale Beobachtungsbedingungen herrschen. Mit dem
    20-Zoll low-rider macht das Beobachten im Zenit mächtig Spass!
    Der einzige Himmelsabschnitt, der mit einem Dobson umständlich und aufwändig zu beobachten ist, ist der Zenit! Denn man muss den ständig Tubus drehen, um die Objekte zu finden. Manchmal eine Vierteldrehung, manchmal auch mehr. Im Gegensatz zu hohen Dobsons braucht man beim low-rider keine Leiter und so ist das Suchen der Objekte ein Kinderspiel! Man dreht den low-rider einfach und geht um ihn herum, bis man das Objekt gefunden hat.
    Das ist der Tanz mit dem low-rider ;-)))
    Die Liste der Objekte ist mal wieder lang und ich möchte niemand langweilen, aber einige schwierige Objekte will ich hervorheben.
    Im Fuhrmann konnte ich erstmalig PK 173-5.1 finden. Bei 130 fach im 16mm Nagler sieht man eine diffuse und recht große Scheibe ohne Details. Der OIII-Filter ist dabei sehr hilfreich. IC 405, ein Reflektions- und Emissionsnebel bei AE Aur ist mit dem OIII-Filter am 30mm Zeiss eben erkennbar. Bei indirektem Sehen fallen einige Verdickungen auf. Lausig schwer! IC 410 ist da etwas einfacher zu sehen, eingebettet in die Sterne des NGC 1893. Der zarte Nebel scheint im 16mm Nagler und OIII-Filter das gesamte Gesichtsfeld zu füllen.
    Der Emissionsnebel Sh2-224 ist eine Herausforderung. Er erscheint langgestreckt mit einer Ausbuchtung und ist indirekt am besten zu sehen.
    Im Lynx war mal wieder NGC 2419 dran, der 180 000 LJ entfernte Kugelhaufen. Auch diesmal glückte mir bei 400 fach eine Auflösung am Rand. Einige Sternchen blitzten hin und wieder auf.
    Ein weiteres schwieriges Objekt ist PK164+31.1, ein großer planetarischer Nebel. Im 16mm Nagler und OIII-Filter aber recht deutlich zu sehen. Allerdings sieht man außer einer ringförmigen Struktur keine Details.
    In den Zwillingen war auch wieder NGC2371/72, der Peanut-Nebel dran. Der gehört dank einfacher Leitsterne nun zu meinen Dauerbrennern! Einfach zu finden und leicht sichtbar, ein sehr schönes Objekt. Auch der Zentralstern ist zwischen beiden Nebelteilen sichtbar. PK205+14.1, der Medusa-Nebel, ist sehr groß und erscheint im OIII-Filter wie eine verkleinerte Ausgabe des Cirrus-Nebels.
    Natürlich habe ich auch alle "normalen" Objekte gesehen, die zur Zeit den Himmel beherrschen: M 42 (großartig!), Pferdekopf-Nebel, California-Nebel, Rosetta-Nebel und viele mehr.
    Das Fazit: Beobachten in Zenitnähe kann schön sein, wenn man nicht dauernd Leitern um den Dobson herumtragen muss!
    Lieber tanze ich mit dem low-rider...
    CS
    Timm

    Hallo Uwe,
    ich habe den Kontrast und die Helligkeit verändert und nun ist die Zeichnung gut sichtbar.
    Jetzt lass ich diese Einstellung, denn sie scheint mehr der Realität zu entsprechen.
    Schöne Zeichnung... wie lange brauchst du dafür und wie machst du das mit der Adaption und dem Zeichnen? Da braucht man doch etwas Licht und so geht die Adaption doch flöten, oder nicht?
    CS
    Timm
    CS
    Timm

    Hallo Roland,
    das war ein 5m Himmel... mehr nicht! Die Sterne des kleinen Bären waren grade sichtbar. Allerdings war es eine trockene Luft und nach dem Regen der vorigen Nacht war es auch schön sauber am Himmel. Die Straßenlampe wirft alles Licht nach unten und ist im Nordosten. Nach Süden habe ich bis zum Horizont das Meer und dort ist es richtig finster.
    Noch mal zum Pferdekopf: die Anschaffung des H-beta-Filters ist wirklich lohnenswert, denn mit allen anderen Filtern war nichts zu sehen. Und wenn man den schon hat, sollte man unbedingt auch den Californianebel ansehen... einfach toll! Allerdings braucht man eine möglichst niedrige Vergrößerung, um wenigstens einen Teil zu überblicken.
    CS
    Timm

    Hi Uwe,
    ich geb dir recht... unter optimalen Bedingungen soll mit einem 20-Zöller im B 33 sogar das Weiße im Auge des Pferdes zu sehen sein ;-)))
    Die meisten Leute stellen sich einen viel zu kleinen Dunkelnebel vor. In der Realität sieht man halt einen mehr oder weniger hellen Schimmer, der eine recht große Ausbuchtung hat: B 33. Wenn man ihn einmal gesehen hat, weiß man wohin und auf ewas man schauen muss.
    Der recht helle NGC 2023 ist ein guter Wegweiser. Am besten hilft der 2 Zoll H-Beta-Filter mit dem 30mm Zeiss-Ultraweitwinkel bei knapp 70 fach und einer AP von über 7 mm!
    Ich habe mir mal deine Zeichnung angesehen, aber bei meinem Flachbildschirm ist nichts vom Pferdekopf zu sehen. Mal sehen, ob ich die Helligkeit und den Kontrast etwas verändern muss, um ihn zu sehen.
    Für mich war es gestern eine Premiere: bei einem knappen 5er Himmel den Pferdekopf... das gibt Hoffnung auf schöne Terrassenbeobachtungen!
    CS
    Timm

    Hallo Freunde,
    es ist zur Zeit lausig kalt in Spanien, deshalb habe ich nach einem tollen Essen, gekocht von Moni, den low-rider auf der Dachterrasse aufgebaut und bis zum Mondaufgang gespechtelt. Die 35 Min. Anfahrt in die Berge habe ich mir geschenkt und so mir kalte Füße erspart.
    Ich wollte mal sehen, was ich mit 20 Zoll und nur 8 Meter neben einer Straßenlampe (zum Glück etwas niedriger als meine Terrasse) alles sehen kann. Dank gutem seeing und einer passable Durchsicht war das Trapez im Orionnebel mit E und F Komponente sehr schön zu sehen. Mit dem 9mm Nagler (220 fach) konnte ich weitere 12 schwache Sternchen erkennen. Die ungemein detailreichen Gasmassen der Nebels waren mit und ohne Filter eine Augenweide. Nach Trennung von Zeta Ori war der Flammennebel dran: sehr schwach ohne Filter und kaum besser im O III. Dann mit dem H-Beta-Filter ein verwegener Versuch: der Pferdekopfnebel! Da ich die Position genau kenne, habe ich ihn sofort gesehen... na, vielleicht ist "gesehen" etwas übertrieben, aber doch recht gut erkennbar. Später versuchte ich auch den Rosettennebel. Ohne Filter ein schöner lockerer Sternhaufen mit einem etwas hellerem gelblichen Stern. Mit O III dann eine schwache und diffuse Aufhellung um den Haufen erkannt. Wenn man diese Objekte schon unter optimalen Bedingungen gesehen hat, ist auch unter erschwerten Bedingungen mitten in der Stadt eine Sichtung möglich. Wer hat auch schon mitten in der Stadt den Pferdekopf gesehen?
    Auch einige planetarische Nebel konnte ich noch finden, bis mich der spanische Rotwein wieder in das warme Wohnzimmer lockte. Morgen werde ich aber doch lieber wieder in die Berge fahren, wenn es der Wettergott weiter gut mit mir meint. Aber etwas wärmer als + 5° sollte es schon werden!
    CS
    Timm

    Hi Reiner,
    auch ich spechtle gerne im Schwarzwald und bin recht flexibel.
    Je dunkler, je besser! Zur Zeit bin ich noch (bis etwa 20. Februar) in Spanien (optimale Spechtelbedingungen), werde dann aber wieder ab Anfang März im Schwarzwald spechteln.
    Instrumente: 12-Zoll Dobson und 20-Zoll low-rider Dobson.
    Ich wohne in Gengenbach, aber wenn wir uns in der Mitte treffen, wäre das o.k.
    Kontakt per eMail... andere Spechtler sind auch herzlich eingeladen!
    CS
    Timm

    Hi Mikhail,
    das sieht nicht schön aus... macht sich aber beim Beoachten nicht bemerkbar!
    Da fehlen nur ein paar Prozent Licht und erst wenn da wesentlich mehr von der Verspiegelung weg ist, mus der FS neu belegt werden.
    Also erst mal keine Panik...
    Falls noch Garantie drauf ist, red mal mit dem Händler!
    CS
    Timm

    Hi Glasquäler,
    herzlichen Glückwunsch zum Fangspiegel...
    bist du eigentlich ein Glasmasochist, weil du dich jetzt auch mit Planspiegeln herumquälst?
    Nur hartgesottene Schleifer trauen sich an solch große Dinger! Kompliment für das Gelingen!!
    Was machst du mit den zwei anderen Teilen? Mach die auch fertig, biete sie günstig an und für die Lowriderfraktion ergeben sich völlig neue Perspektiven. Dann bauen sich vielleicht noch mehr Leute low-rider zum Bequemspechteln! So einen 130mm Fangspiegel könnte ich auch brauchen und meinen low-rider zum Sitz-lowrider mit 150cm Einblickhöhe umbauen ;-))
    CS
    Timm

    Hallo Freunde,
    danke für die Tipps. Meine Streulichtblende ist eine ganze Isomatte, die etwa 10cm auf die Streben geschoben wird und sich so hält. Die Isomatte ist dann 40 cm höher als der Fangspiegel. Da der Schrägeinblick bei meinem low-rider ja nur 20° weg von der normalen 90° Auslenkung beträgt, reicht das dicke aus. Bei etwas stärkerem Wind wirkt die Isomatte allerdings wie ein Segel und führt den low-rider automatisch nach... leider in die falsche Richtung! Dann benütze ich eine Pappe, die gegen Streulicht grade so ausreicht. Aber dann beschlägt schon mal der Fangspiegel. Also werde ich erst einmal einen 12V Fön verwenden. Eine Fangspiegelheizung kommt dann vielleicht später dran. Der Link auf die Seite vom Stathis ist da sehr hilfreich!
    CS
    Timm

    Hallo Stefan,
    normalerweise reicht beim low-rider der "Pariser" zusammen mit der Taukappe. Wenn es sehr windig ist und beide stören würden, habe ich eine Pappe gegen das Streulicht.
    Eine Fangspiegelheizung wäre in diesem Fall sicher die erste Wahl. Aber wie mache ich die bei einem 110mm (kleine Achse) großen und 18 mm dicken Fangspiegel am besten?
    Meine Fangspiegelstreben sind nur o,25 mm dünn und dicke Kabel würden stören. Ausreichend Platz für einen Akku wäre natürlich hinter dem Fangspiegel und vom Gewicht her hätte ich auch keine Probleme... man könnte auch den Akku nur für die Dauer des Heizens einstecken und danach wieder entfernen. Da werde ich mir mal Gedanken drüber machen.
    Frage: Hat jemend eine Ahnung, wie ich einen so großen Fangspiegel von hinten wirkungsvoll beheizen kann? Widerstände? Heizdraht? Oder gar eine Lötlampe ;-)))?
    CS
    Timm

    Hi Stathis,
    ich bin extra gestern früh in die Berge gefahren, um den Doppelquasar zu suchen...
    leider habe ich kein Glück gehabt! Die 3079 allerdings war Grund genug zum Rauffahren.
    Eine schöne Nadel, aber mit wenigen Details. Von dort habe ich mich zu den 14/15m Sternchen durchgehangelt. An der Position des Quasars konnte ich aber nichts sehen. Das seeing war gut und der Mond war schon einige Zeit untergegangen. Warscheinlich ist der Quasar trotz 20 Zoll mit meinen Augen nicht zu kriegen. Schade! Zum Unglück war es auch sehr feucht, so dass nach insgesamt einer Stunde (mehr Zeit hatte ich nicht bis Dämmerungsbeginn) der Fangspiegel beschlagen war. Das ist einer der Nachteile des low-riders: man braucht eine recht große Taukappe und die hatte ich nicht dabei :-(((
    Ich werde den Quasar aber noch öfter versuchen.
    CS
    Timm

    Hallo Freunde,
    noch ein wichtiger Nachtrag:
    Gestern früh war ich mal kurz in den Bergen, um den Doppel-Quasar bei NGC 3079 im UMA zu suchen, den Stathis mit 24 Zoll gesehen hat. Leider ohne Erfolg, denn nach sehr kurzer Zeit war der Fangspiegel beschlagen! Einer der wenigen Nachteile des low-riders ist die exponierte Lage des Fangspiegels. Die erfordert eine großzügig bemessene Taukappe. Bei mir ist das eine ganze Isomatte, die von der Länge her grade einmal herum ausreicht. Leider hatte ich sie vergessen :-(((
    Man darf nie oben ohne mit dem liow-rider spechteln!
    CS
    Timm

    Holla Roland,
    danke für die Beschreibung. Ich werde es demnächst versuchen.
    Heute habe ich zum ersten mal den Mond mit dem low-rider angeschaut.
    Blendend hell ;-))) Ich habe den low-rider auf dem Balkon aufgebaut, weil schon am Spätnachmittag der Mond hell und kontrastreich am Himmel stand. Schon in der Dämmerung konnte man unheimlich viele kontrastreiche Details sehen, denn das seeing war ungewöhnlich gut. Ich bin später bis auf 800fach gegangen und das Bild stand wie eine Eins! So viele Rillen, Minikrater, Löcher und spitze Schattenwürfe von Winzigkratern habe ich noch nie gesehen. Bei 220fach im 9mm Nagler eine Augenweide, so dass ich eine Stunde nur Mond geschaut habe. Meine Pupille muss dabei auf 1/10 mm geschrumft sein ;-)))
    Später habe ich dann noch den Saturn beobachtet: S U P E R ! Ich wusste nicht, dass mein Spiegel so scharfe Bilder zeigen kann. Bei 800fach saust der Saturn zwar sehr schnell durch, aber ich meine sogar mal wieder die Encke-Teilung in den Ansen gesehen zu haben.
    CS
    Timm

    Hallo Mathias,
    wenn du im Spätsommer nach Andalusien fährst, wirst du bestimmmt viel Freude haben. In der Sierra Nevada kann man tolle Nächte erleben. Aber wenn du ganz hoch hinauf willst, denk dran dir warme Klamotten mitzunehmen. Dort ober friert sogar ein Schneemann! Im September kann schon es schon recht kalt werden. Auf dem Weg liegt die Sierra Cazorla, wo du einen Zwischenstop einlegen kannst. Dort ist Spaniens finsterste Ecke und man kommt auf über 1500m, ideal zu Spechteln.
    Der NGC 6229 liegt im Herkules nördlich vom M 13 und ist recht schwer aufzulösen. Mit 12 Zoll habe ich es auch schon mal geschafft, die Randzonen aufzulösen.
    Weiß jemand, wie hell die Einzelsterne sind?
    CS aus Spanien, heute sonnig, exterm klar und 20° warm.
    Timm

    Hi Klaus,
    auch ich habe für den 20"-low-rider schwarzen Stretch genommen. Stretch ist so dehnbar, dass er den Gittertubus faltenlos umgibt, wenn er eng genug genäht ist.
    Der Reißverschluss muss von oben zu schließen sein, damit man den Strumpf alleine befestigen kann. Beim 20-Zöller kann man nicht mehr um den Tubus herumfassen, außer man hat 2-Meter Arme. Nachteil: Stretch ist recht schwer... sieht aber toll aus!
    CS
    Timm

    Hallo Uwe,
    nein, die Spiralstruktur in der 3187 habe ich nicht gesehen... das werde ich beim nächsten mal probieren. Eine andere Super-Galaxis hatte ich noch vergessen aufzuzählen: M 106... das ist eine so schöne und große Galaxis mit Andeutungen der Spiralstruktur. Und im Umkreis von zwei/drei Gesichtsfeldern findet man beim genauen Hinsehen noch sieben oder acht schwache Galaxien. Da muss man sich etwas Zeit nehmen!
    CS mit den besten Wünschen für besseres Wetter in Deutschland
    Timm

    Hi Roland,
    ein schöner Bericht! Es wird höchste Zeit, dass wir mal was zusammen machen...
    von dir kann ich noch viel lernen: z.B. Leo 1, die ich heute früh wohl an der falschen Stelle gesucht habe. Die steht doch nördlich von Regulus? Wie hell ist sie? Mir fehlt eindeutig Band 2 des Night Sky Observer's Guide!
    Ich wünsch dir viel Spass beim Glasquälen mit den Planspiegeln!
    CS
    Timm

    Auf die Schnelle fünfzig Helle...


    Was macht ein eingefleischter Spechtler, wenn er am nächsten Tag das Dach der Loggia erneuern will? Richtig, er geht früh ins Bett!
    Und um 4 Uhr klingelt der Wecker. Der Spechtler packt nach einem Blick auf den glasklaren Himmel den low-rider ins Auto und fährt in die Berge! Dort nach 35 Minuten und 173 Kurven angekommen, wird im Windschatten eines Berghanges nach Sortierung der Stangen ohne Licht aufgebaut. Man will ja schnell an die Dunkelheit angepasst sein. Das klappt so gut, dass nach 3 Minuten der low-rider steht und gut justiert ist. Zum Justieren des Telrads wird der Jupiter angepeilt und schwupps ist die Adaption im A....! Immerhin kann man sehen, dass der Jupi eine Kugel ist und drei verwaschene Scheibchen sind wohl Monde! Das Auskühlen ist ja doch sehr wichtig. Also beide Lüfter einschalten!
    Weil ein paar Einzelheiten wichtig sind, hier vorneweg ein paar Daten:
    Das Teleskop: ein 20 Zoll low-rider im achteckigen "Klose-Design",
    (das bin ich selber ;-)) ) aus Alu und Multiplex-Birke ,
    Gewicht unter 35 Kg.
    Der Ort: Ein 950m hoch gelegenes Hochtal Nähe Confrides / Costa Blanca / Spanien. Genauer Ort: 38° 41' 02" N 0° 17' 33" W
    Temperatur 9° (PLUS!) Seeing schlecht, Durchsicht super,
    Grenzgröße 6,5m!
    Beobachtung am 19.01.05 von 4Uhr 50 bis 7 Uhr 10 , Dämmerungsbeginn etwa 7 Uhr. Sonnenaufgang 8 Uhr 13
    Und los geht es mit einem Genuss-Spechteln durch den Frühling:
    Schon lange nicht mehr gesehen habe ich M 104. Deshalb sind meine Leitsterne nicht mehr präsent. Ein Blick auf meine Telradkarte, dann weiß ich es wieder.
    Schon im 30mm Zeiss Ultraweitwinkel bei knapp 70 fach ein schöner Anblick, der sich mit zunehmender Vergrößerung atemberaubend steigert. Unglaublich schön! Mit dem 9mm Nagler fast wie ein Foto mit schön gezeichnetem Staubband. Da war doch ein Planetarischer in der Nähe? Richtig, die kleine aber helle Scheibe des NGC 4361 ist schnell gefunden. Bei 220 fach eine helle, diffuse Scheibe mit zart aufblitzendem Zentralstern.
    Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Erinnerungen an die Beobachtungen im letzten Frühjahr zurückkommen. Ich schwenke rüber zum Leo: Auswendig weiß ich da M 95 und M96, die auch sehr schnell gefunden sind. Beide sehr hell und großflächig. Weiter geht es zu M65, M66, in der Nähe M 105 und die NGC's 3384 und 3389.
    Der Roland hat vor kurzem die Sichtung von Leo 1 gepostet... habe ich trotz ausdauernder Suche leider nicht gefunden! Mir fehlt eindeutig der Night Sky Observer's Guide Volume 2... hat den einer übrig? Macht nix, Leo 1 werde ich bestimmt mal sehen! Oberhalb von Gamma liegt die Vierergruppe NGC 3185, 3187, 3190 und 3195. Dank Leitstern sofort im Bildfeld. Zum Abschluss die tolle Galaxis NGC 2903, bei der sehr deutlich die Spiralarme zu sehen sind.
    Ein Rutsch in den Zenit. Dort tummeln sich die Paradeobjekte in den Jagdhunden: M 51... der Knaller schlechthin. Die Spiralarme mit Knoten und Verdickungen wie gestanzt! Unheimlich kontrastreich und einfach nur schön.
    Dann M 63, groß und hell, und M 94, ebenso eine helle und große Galaxis.
    Weiter zur schönen NGC 4656, auch Fish Hook Galaxy genannt. Deutlich ist der nach oben gebogene Spiralarm zu sehen.
    Neben dran liegt die riesige NGC 4631! Ein toller Anblick im 9mm Nagler: fast bildfüllend und mit vielen Strukturen. Neben dran die kleine Galaxis NGC 4627.
    Ebenfalls in den Jagdhunden liegt NGC 4244, ein schmaler Strich durch den Himmel! Diese Galaxis sieht der NGC 4564, der Nadel in Coma Berenices sehr ähnlich. Bei der schnell gefundenen NGC 4565 ist ein dunkles Staubband zu sehen. Nicht weit weg liegt ein weit entfernter Galaxienhaufen: Abell 1656 um die helleren NGC's 4889 und 4874.
    Mehr als 20 Galaxien finde ich beim langsamen Hin- und Herschwenken. Die meisten sind nur klein und nicht heller als 12m oder 13m.


    Jetzt folgt das High-Light der Nacht: Der Virgohaufen!
    Man startet normalerweise halbwegs zwischen Denebola und Vindemiatrix und stößt sofort auf M 84 und M 86... und weitere 6 Galaxien in unmittelbarer Nähe.
    Eine Viertelstunde fahre ich mit dem 16mm Nagler (130fache Vergrößerung) über Dutzende von Galaxien. Die meisten sind recht hell und großflächig und eine Vielzahl schwächerer Galaxien gesellen sich dazu. Alle zu identifizieren macht keinen Sinn, denn ich habe nicht mehr viel Zeit bis zur Dämmerung! Aber für die Galaxien im Großen Bär ist Zeit genug. Es fängt gut an: M 81 und M 82 sehen grandios aus.
    M 81 zeit im 5mm Nagler unheimlich viele Details... man sieht die Galaxis förmlich auseinanderfliegen! Auch M 82 sieht prächtig aus und neben dran finde ich auch gleich NGC 3998 und 3982 beide rund und recht hell. Auch NGC 3972 finde ich in der Nähe, eine schwache und leicht ovale Galaxis. Dann geht es zu M 108, M109, und M 97, den ich im O III mit Augen und ohne Filter mit zart aufblitzendem Zentralstern sehe.
    Dann kommt M 101, die fast so groß wie der Vollmond erscheint. Bei 220fach sehe ich deutlich die Spiralform... bildfüllend! Neben dran, beim genauen Hinsehen findet man auch noch die NGC's 5422, 5473, 5474 und 5485. Alle recht schwach auf der Brust, aber deutlich.
    Es bleiben noch 20 Minuten bis Dämmerungsbeginn... Zeit für einige Kugelhaufen! Ich beginne mit M 13: das Einstellen mit dem Telrad dauert zwei Sekunden und bei 128fach steht er in der Bildmitte! Wunderschön, obwohl ich den schon hunderte Male gesehen habe. Daneben steht NGC 6207, winzig aber schön mit hellem Sternchen in der Mitte. Weiter zu M 92, der auch sehr schön aussieht. Es folgt NGC 6229, der sehr klein ist , aber bei 400fach einige Einzelsterne sehen lässt.
    400fach ist eigentlich etwas zu hoch vergrößert, aber das seeing bessert sich immer mehr. Es folgen M 3, sehr schön! und NGC 5466, der wie eine Ansammlung vieler Einzelsterne ohne deutliches Zentrum wirkt. Fast wie ein offener Haufen.
    Zum Schluss darf die Adaption dran glauben: Jupiter! Aber, oh Graus, das seeing ist doch nicht so gut, dass man Spass dran haben könnte! Ein paar Streifen auf der wabernden Scheibe sehe ich, dann mache ich Schluss: Am Himmel sieht man eine deutliche Aufhellung und langsam bin ich auch durchgefroren! Trotz Lidl-Angora-Unterwäsche...
    Nach ein paar Minuten sitze ich im Auto und es geht heimwärts.
    35 Minuten später steht das Auto in der Garage und ich schleiche mich leise in die Wohnung. Frau und Hund schlafen noch und merken nicht, wie ich nach kurzer Zeit ins Bett krieche. Plötzlich ein gellender Schrei.... meine liebe Ehefrau mag es wohl nicht, wenn ich meine klammen Glieder an ihrem warmen Körper aufwärmen will!
    Astronomie kann so schön sein. Haben wir nicht ein herrliches Hobby?
    CS aus Spanien (herrlicher Sonnenschein bei 19°)
    Timm