Hallo Harald,
bitte schau mal auf die beiden Bilder des Saturn auf der heutigen Astro Galerie, die am 13.12.05 und am 11.01.06 gemacht wurden. Keines dieser Bilder zeigt eine pechschwarze Cassini-Teilung, bestenfalls eine dunkelgraue bis teilweise schwarze! Die in der Hubble Aufnahme ist pechschwarz, genau, wie ich sie auch am 9.01.2006 mit dem Binoptic beobachtet habe. Das ist aber genau der Punkt auf den ich hinauswill. Den Bildern der Astro Galerie fehlt die Schärfe und auch der Kontrast. Nur bei hohem Kontrast ist die Cassini-Teilung pechschwarz zu sehen, bei niedrigem Kontrast überwiegen Grautöne.
Genau aus diesem Grund habe ich meine Beobachtungen mit Bilden des Hubble verglichen. Da sich der Vergleich an ein fachkundiges Publikum richtet, berücksichtigt der Fachmann bei diesem Verleich natürlich die größere Öffnung des Hubble-Teleskopes (höhere Auflösung) als auch die fehlende Atmosphäre.
Kurzum, bei meinen Beobachtungen des Saturn am 9.01.2006 mit meinem Binoptic 105/650 habe ich eine pechschwarze Cassini-Teilung soweit umlaufend gesehen, wie sie nicht vom Planetenkörper selbst abgedeckt wurde.
So kontrastreich habe ich sie in meinen bisherigen 15 Beobachtungsjahren weder mit meinem 10" SC, 6" ED APO oder meinem Vixen 125 BT gesehen.
Gruß,
Frank
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Also etwa so(bis auf die Feinststruktur in den Ringen), aber mit stärkerem 3D-Effekt! Das Pechschwarz der Cassini-Teilung ist identisch.
Frank Werner -
Hallo Jürgen,
ich habe im Mai 2005 ein Binoptic 105/650 von Markus Schumann erworben, das seitdem mein am häufigsten benutztes Astrogerät ist.
Das nur 9 kg leichte Binoptic wird in eine Vixen-Gabel geklemmt, die auf einem Manfrotto 475 Stativ montiert ist. Das Ganze ist in wenigen Minuten auf der Terrasse aufgebaut und bereit für die Beobachtung.Was dann kommt ist nur noch in der Superlative zu beschreiben. Mit meinen Panoptik 24mm Okularen überblickt man bei 27 facher Vergrößerung ohne Vignettierung 2,5° eines Sternenhimmels, der übersät ist mit nadelpunktfeinen Sternen in einer unbeschreiblichen Brillianz, einem knackigen Kontrast, ohne die geringste Farbe an den hellsten Sternen, außer der Eigenfarbe des jeweiligen Sterns natürlich, und einem deutlichen 3D-Effekt. Dieses räumliche Sehen kann immer wieder leicht hervorgerufen werden, indem man ein Auge schließt und weiterbeobachtet und kurz darauf wieder mit beiden Augen beobachtet (es ist schwer zu beschreiben, man muß es selbst sehen). Ich hatte aúßerdem oft das subjektive Gefühl, das das Bild mit beidäugigem Beobachten ruhiger war, als mit einäugiger Betrachtung. Hinzu kam, daß bei gleichzeitiger Beobachtung durch mein 6" ED APO das Binoptik immer das ruhigere Bild lieferte (dünnere Luftsäule, durch die beobachtet wird)
Auf dem Mond konnte ich unter vielen anderen Details eindeutig die Hadley-Rille sehen, die "eigentlich" unter der Auflösungsgrenze eines 4-Zöllers liegt!
Vor zwei Tagen habe ich mit meinen 3,5mm Naglern bei einer Vergrößerung von 186 den Saturn beobachtet, der aussah, wie auf der besten Hubble-Aufnahme ergänzt um den 3D-Effekt. Die Cassini-Teilung pechschwarz! So könnte es weitergehen mit meinen Ausführungen.
Kurzum, die zunächst hoch erscheinenden Kosten für so ein APO Binoptic zahlen sich in jedem Fall aus, da man damit das ultimative Astro-Beobachtungsgerät erwirbt, das auch regelmäßig ohne Aufwand zum Einsatz kommt und dabei reinsten Beobachtungsgenuß vermittelt. Auf die mechanischen Details wie beispielsweise der Justierungsmöglichkeit will ich hier gar nicht erst eingehen, das kann Dir Markus Schumann besser erläutern. Am besten besuchst Du ihn mal in Bad Vilbel bei Frankfurt zu einer Demonstration. Nach so einer Demonstration habe ich das Gerät spontan gekauft (und mir erst später Gedanken über die Finanzierung gemacht!)
Gruß,
Frank Werner