Hi Stathis,
hab mir mal die Bilder genauer angeschaut.
Da kann man nur den Kopf schütteln, was die Chinesen so alles zusammenkonstruieren.
Stimmt das, daß zwischen Kühlfinger und Chip noch ca. 5mm von dieser weissen Pampe sind?
Unter einem guten Wärmeübergang stelle ich mir was anderes vor, Kühlfinger - dünn Wl-paste - Chip,
oder statt Wl-paste Graphitfolie o.ä..
Möglicherweise ist das auch die Erklärung für das Problem.
Der Finger ist kälter als der Chip, und das Wasser kondensiert erst da (kennt man ja: Finger teilweise vereist, Chip frei),
Luftfeuchtigkeit um den Chip rum sehr gering.
Irgendwelches herumvagabundierendes Wasser (möglicherweise dampft das aus dem Silicagel aus)
kann dann durchaus auf dem Kamerafenster kondensieren.
Um so eher, je kälter das Fenster ist. Und das ist eher der Fall, wenn die Kamera eingebaut, und nicht frei liegt,
wo die warme Zimmerluft ran kann.
Zur Fensterheizung:
118 Ohm an 4,8V entspricht gerademal 200mW. Da wird man nicht viel Temperaturerhöhung spüren.
Was steht denn da auf den Widerständen drauf? 5R6?
Und ja, mit dem IR-Thermometer kann man sehr gut Glasoberflächen messen.
Da Glas bei den verwendeten Wellenlängen total schwarz ist (Schwarzer Strahler).
Schwierig wirds bei blanken Metalloberflächen.
Zum Trockenmittel:
Viel beseser als Silicagel ist Zeolith (Molekularsieb), welches in meiner Atik 383 verbaut ist (3 Tabletten a 1cm dm, 3mm dick).
Das Zeug adsorbiert und hält das Wasser viel besser, sowohl in kalten als auch im warmen Zustand.
(Das ist wahrscheinlich auch in der Patrone von SBIG drin, wie oben erwähnt, eine andere Anwendung ist das selbskühlende Bierfass
)
Zum regenerieren steck ich die Dinger in ein kleines Reagenzglas, und heize mit einem Brenner vorsichtig das Wasser aus.
Man kann schön sehen, wie das Wasser an den kühlen Stellen kondensiert, das wird dann auch weggeheizt.
Dauert nur ein paar Minuten. Und ich habe das schon sehr oft regeneriert.
So, nun aber genug spekuliert.
Viele Grüße,
Thomas




