Posts by mmpgb

    Hallo Keith,


    ja, das ist ein so wunderbares Naturereignis, diese wabernden farbigen Vorhänge am Himmel, und Glückwunsch, dass Du es "live" erleben konntest. Und wenn es dann auch noch überraschend kommt, dann ist es wohl noch eindrucksvoller.


    So erging es mir vor mittlerweile ca. 21 Jahren im April 2000 hier an meinem Heimatort in Norddeutschland, als ich eigentlich ins Freie gefahren bin, um die Begegnung von Mars, Jupiter und Saturn mit dem jungen Mond zu fotografieren. Die Kleinbildkamera (mit Film) war damals auf der Gegengewichtsstange meines kleinen Refraktors montiert, um eine Nachführung zu ermöglichen, daher der schräge Bildausschnitt:









    Diesen farbigen violetten Schimmer hatte ich erst später beim fertigen Abzug gesehen; vor Ort war mir am Westhorizont zunächst nichts aufgefallen. An einer Stelle dachte ich an eine Discobeleuchtung, habe es aber nicht weiter beachtet. Bis ich mich irgendwann umdrehte und aus dem Staunen nicht herauskam:









    Es war ein unglaublich intensives Farbenspiel dort oben am Himmel, das ich nur einmal vorher, am 03. März 1989, zum ersten Mal auch von hier aus gesehen hatte, und seit dem April 2000 nicht mehr.


    Diese beiden Sichtungen sind für mich etwas Unvergessliches, und ich hoffe, Keith, dass es ok ist, wenn ich Deinen Beitrag mit diesen Fotos ergänze.



    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo allerseits,


    bei all diesen beeindruckenden Fotos von den Gasriesen traue ich mich einfach mal, zwei Fotos unserer nächsten Nachbarn, aufgenommen mit 100 und 200mm, hier einzustellen - vielleicht bieten sie ja auch etwas Abwechslung ...

    Eine heraufziehende Schlechtwetterfront war angesagt, die auch einige Minuten später Venus erreicht hatte. Aber kurz vorher schimmerte sie links direkt über der Wolkenkante noch durch den Dunst:









    Blieb noch die Mondsichel, fast aufrecht stehend:









    Das Foto - es ist ein Ausschnitt aus einer Aufnahme mit 200mm - ist nur leicht entrauscht. Der Himmel war in weichen Pastelltönen gehalten, und mehr Bearbeitung hätte diesen Eindruck verwischt. So schwebt er recht verträumt ...


    Beste Grüße

    Manfred

    Zwei Tage später. Wieder ein (fast) letzter Blick aus dem Bodenfenster nach 22 Uhr, aber irgendwie war da oben noch eine Helligkeit, die nicht mehr von der Abenddämmerung her kommen konnte - die Sonne stand schon ca. 14° unter dem Horizont. Aber es sah interessant aus mit den beiden Planeten:








    Eigentlich überflüssig zu betonen, dass ausser den beiden Planeten eventuell nur noch die helleren Sterne des Steinbocks oben rechtszu sehen waren. Aber Terebellum hat es mir irgendwie angetan, und so wurde der Blickwinkel etwas nach rechts erweitert:









    Da schwebt der kleine zarte Drache jetzt ganz rechts über den Bäumen.


    Und zwischendurch wurde auch klar, was die Ursache für die merkwürdige Beleuchtung war; er versteckte sich zwar noch hinter nahem Geäst, aber so bedeckt und noch in der Nähe von Jupiter lieferte er dann auch den Grund dafür, die Fotos hier noch unter diesem Thema einzustellen:








    Das schwarze Dreieck links ist übrigens die Abbildung unseres Schornsteins, der sich partout nicht aus dem Bild bewegen wollte; aber ohne ihn wäre es halt ein mondloses Foto geworden ...


    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Alko,


    herzlichen Dank für Deine Rückmeldung. Man selbst ist ja meistens wegen der eigenen Vorlieben irgendwie befangen und bevorzugt manchmal spezielle Darstellungsweisen für astronomische Objekte oder Konstellationen. Da ist der Blick von "außen" oft schon hilfreich.


    Deine guten Wünsche am Schluss scheinen auch geholfen zu haben: schon in der zweiten Nacht nacheinander leuchten Jupiter und Saturn von einem fast sternklaren Himmel herab ....


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo allerseits,



    beim letzten Rundblick des Abends gestern gegen halb elf schimmerte doch tatsächlich etwas über den Baumwipfeln, erwischt mit ISO 1600, Bl 5,6 und 8 Sekunden bei 135mm:









    Dabei kam die Idee zu einem Foto der anderen Art, aber typisch für die derzeitigen Beobachtungsmöglichkeiten. So sah es nach einigem Warten kurz nach 23 Uhr aus, aufgenommen mit 140mm, wobei sich die Wolkenwand von Süden heranschob:











    Und dann, als hätte jemand vorsichtig an einem Dimmer gedreht, erschien für kurze Zeit ein deutlich erkennbarer Lichtfleck in einem Bereich, wo das Gewölk doch etwas durchlässiger war, festgehalten mit 70mm:











    Einige Male blinkte Jupiter noch auf, dann war es aber endgültig damit vorbei, so wie dem Bindfadenregen gerade eben, der uns seit der Morgendämmerung begleitet hat ….



    Beste Grüße


    Manfred

    Hallo Torsten,


    vielen Dank für Deinen Beitrag; natürlich sind hier andere Fotos willkommen. Klasse, dass Du die Mondsichel plus Erdschein so knapp über dem Horizont zusammen mit Venus einfangen konntest.

    Und sorry, dass ich erst so spät reagiere - die letzte Woche war sehr arbeitsintensiv und fast PC - frei ....


    Beste Grüße

    Manfred

    Sabine, Stefan und Torsten,


    habt vielen Dank für eure positiven Rückmeldungen. Seit dem Abend hatte sich wegen des Wetters nichts mehr gekohnt, dafür ist die Regentonne voll. Aber die nächste Gelegenheit kommt bestimmt ....


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo Dietrich,


    es ist beeindruckend, mit wieviel Herzblut jede Zeile Deines so detaillierten Beitrags geschrieben ist. All Deine Eindrücke sind so plastisch dargestellt, und an vielen Stellen klingt es wegen der mit Bedacht gewählten Formulierungen schon nach Poesie. So macht es das Lesen auch richtig spannend.


    Bleibt nur noch, Dir weitere Erlebnisse dieser Art zu wünschen, aber ich bin sicher, Du kannst Dich auch für einen simplen Regenbogen über dem Hohen Berg oder dem heimischen Garten freuen.


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo allerseits,


    erst einmal herzlichen Dank für eure Rückmeldungen, habe mich sehr darüber gefreut.


    Die Position der beiden Gasriesen ändert sich ja nur recht weing im Laufe einiger Tage, aber ein Foto sollte noch sein:

    Um die Zeit der Konjunktion der beiden Planeten herum gab es ein Foto, auf dem mir knapp über dem Südhorizont ein kleiner Drache auffiel, eine Sternformation, die ich vorher noch nie wirklich wahrgenommen hatte: Terebellum im Sternbild des Schützen.

    Das wollte ich diesmal auf jeden Fall noch einmal mit abbilden, und da die Nächte hier meistens nicht sehr klar sind und das Mondlicht dann erheblich stört, habe ich es vorgestern probiert. Und so schwebt der kleine Drache jetzt rechts über den Birken:









    Am Jupiter ist zu erkennen, wie dunstig es dort oben gegen 23 Uhr noch war. Diese Sternengegend weist ja nur recht wenige markante Srukturen auf, die auch visuell erkennbar sind, und deshalb habe ich in das Foto das Sternbild Steinbock und Teile des Wassermanns (nach Karkoschka) eingetragen, und natürlich auch den kleinen Drachen:









    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Franz,


    danke für Deinen Beitrag. Einige Deiner Erfahurngen kann ich gut nachvollziehen:

    Damals hatte ich in Waldkirch übernachtet und auf der Anreise aus dem Norden schon einen Beobachtungsplatz irgendwo nördlich von Offenburg nahe der A7 ausgeguckt. Dorthin wollte ich wieder fahren und alles in Ruhe aufbauen. Was passierte? An der Auffahrt zur A7 war ein Stau, man konnte in der Kurve nicht sehen, wo und weshalb. Aber nach der Kurve war es klar: die Autobahn war komplett dicht, bis zur nächsten Abfahrt dauerte es, teilweise im Platzregen, etwa eine Stunde. Also abgefahren Richtung Rhein; dort sollte es eine Straße nach Norden geben, am Europapark vorbei. Die gab es auch, aber es wurde, wenn überhaupt, im Schrittempo gefahren. Einmal stiegen Leute aus dem Auto vor uns aus, gingen zu Fuß in den ca. 500m entfernten Ort und kamen mit einer Brötchentüte zurück ....

    Irgendwo stand ein Polizist auf einer Kreuziung und winke die Fahrzeuge in Richtung Autobahn zurück. Glücklicherweise gab es vorher einen Feldweg, und so fuhren wir durch endlose Maisfelder, einfach nur gen Norden. Zeitlimit war 11 Uhr, dann sollte, egal wo, aufgebaut werden. Und wie ein Zeichen des Himmels war da auf einmal zwischen Meißenheim und Ichenheim ein Hügel mit einer einsamen Kastanie drauf, beste Rundumsicht. Nur die Wolken dort oben ... Nach der Totalität hielt irgendwann ein VW-Bus, kam aus Richtung Norden, überall nochregennass: "War hier denn was zu sehen?" ... Der Rest der Geschichte - siehe oben.


    Aber- und das sollte jetzt eigentlich meine Botschaft sein: vor der Hinfahrt spukte immer der Gedanke durch den Kopf: "Jetzt sollst du alles in allem ca. 1600km fahren, und dann sind die Wolken da .... ?" Das wurde jedoch erfolgreich ersetzt durch die Vorstellung, dass abends in der Tagesschau zu hören gewesen wäre: "Bei bestem Wetter verfolgten Millionen von Menschen im Süden des Landes den Verlauf ..... " Und ich wollte mir dann sagen können:


    "Du hast es wenigstens versucht. Mehr ging nicht. Punkt."


    Genauso geht es mir bei anderen Beobachtungen oder Fotos von Objekten oder Ereignissen, die jenseits des für mich Machbaren angesiedelt sind. Ich freue mich dann einfach, sie hier im Forum miterleben zu können.


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo Torsten,


    Gratulation zu Deinem Ergebnis, auch beim Saturn. Eben habe ich dieses Foto mit der Hubble Aufnahme aus dem Weltraum Kalender 2020 vom Astronomie Verlag im Format von ca. 30X26 cm verglichen. Es mag ja am Druck liegen, aber ich meine, dass in Deinem Foto die feinen Strukturen deutlicher abgebildet sind. Man könnte das Foto im Kalender mit Deinem ersetzen, und es würde wohl nicht auffallen.

    Fantastisch, was Du mit deiner Ausrüstung bewerkstelligst.


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo allerseits,


    die Mondsichel vorgestern, 10.08., zwischen Venus und Mars zu beobachten oder gar abzulichten, war völlig illosorisch, aber gestern klarte der Himmel soweit auf, dass wenigstens etwas bei den beiden helleren des Trios möglich sein sollte. Also ab in die Landschaft, aber nur mit zwei Zooms (Sigma 17-70mm und Canon L 70-200mm) und dem Stativ. Schnell zeigte sich, dass die Atmosphäre in Horizontnähe stark dunstig war, was vor allem die Helligkeit der Venus stark herabsetzte - da war vom Strahlen nichts zu sehen.

    Ein erstes Foto, knapp eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang mit den beiden und dem Horizont:








    Mond und Venus in verschiedenen Einstellungen:




    astrotreff.de/index.php?attachment/6828/



















    Im letzten Foto von 21:53 Uhr MESZ steht Venus noch knapp 1,5° über dem o° - Horizont und ist kurze Zeit später untergegangen.


    Da war auch der Versuch, etwas Erdschein auf der unbeleuchteten Seite des Mondes einzufangen, aber es hat nur für einen wirklich zarten Hauch gereicht; das allermeiste wurde von der Atmosphäre weggefiltert:








    Inzwischen war fast genau gegenüber Jupiter aufgegangen, und zur Feier des Tages zeigte bei 200mm er auch alle 4 großen Monde:









    Unten rechts in der Baumkrone eine kleine Legende dazu.




    Mit 31mm war auch Saturn mit im Bilde, sowie einige Sterne des Steinbocks:








    Mit den selben Einstellungen wurde die Kamera in Richtung untergehenden Mond geschwenkt, der um 22:14 Uhr noch gut 2° über dem Horizont stand; grasende Pferde heben sich da etwas vom aufziehenden Bodennebel ab:









    Beste Grüße

    Manfred

    Gerd, Jochen und Uwe,


    vielen Dank für eure freundlichen Rückmeldungen - die heben den Motivationspegel doch gleich wieder ein Stückchen mehr an.

    Deshalb habe ich ein etwas vorher aufgenommenes Foto nachbearbeitet, mit einen Sternhimmel, der den visuellen Eindruck eher wiedergibt, denn da war kaum etwas von den schwächeren Sternen zu sehen, und einem etwas mehr aufgehelltem Vordergrund:









    Es ist immer wieder schön anzusehen, wie die beiden in einer eher "dunklen" Ecke des Tierkreises über dem Horizont schweben ....


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo allerseits,


    nach vielen Wochen ohne schönen Sternhimmel und auch ohne Kamera konnte ich gestern Abend Venus freiäugig über unserer Wohnsiedlung sehen - zum ersten mal in diesem Sommer. Und als dann Jupiter und Saturn endlich einmal von einem fast klaren Himmel leuchteten, da sollte eseinfach mal wieder ein Foto von den beiden werden.

    Wurde es auch, aber bei den Fotos, die Torsten von den beiden Planeten eingestellt hat, habe ich mich einfach nicht im entsprechenden Forum getraut. Aber nachdem ich meine Bodenfensterergebnisse am PC genauer betrachtet habe, da macht auch dieses Forum Sinn. Hier eine der Aufnahmen mit 37mm von 22:55 Uhr MESZ:






    Und darauf sind ausser den beiden Planeten und Sternen des Steinbocks noch weitere Dinge zu erkennen:


    Unterhalb vom Jupiter hat offensichtlich ein irdisches Objekt den Bildausschnitt durchquert, und rechts ist horizontnah keine irdische, sondern eine eher eine himmlische Beleuchtung gegeben: sie stammt als Wetterleuchten von einem ca. 70km entfernten Gewitter über der Lüneburger Heide. Und zwischenzeitlich war der Himmel von Blitzen beleuchtet, die aus genau der entgegengesetzten Richtung (Nordwest) von einer Gewitterzelle über dem Jadebusen bei Wilhelmshaven stammten, ca. 60km entfernt.


    Dieses ist gut zu erkennen, aber für drei weitere Details habe ich Ausschnittsvergrößerungen angefertigt:








    Da sind zwei Jupitermonde, Ganymed und Callisto, gut zu erkennen, bei einer Brennweite im WW_Bereich nicht gerade selbstverständlich - vielleicht. Und rechts oben ist ein Meteor gekennzeichnet, der für den Bruchteil einer Sekunde aufblitze und von dem ich hoffte, er würde sich im Foto abzeichnen. Tat er auch, aber ebenso die Spur, die er in der Atmosphäre hinterließ.

    Und er hatte noch einen kleinen Kollegen, dessen Ausschnittsvergrößerung sich senkrecht unter ihm in der Tanne befindet.


    Immerhin, wieder mal ein Foto ...


    Viele Grüße

    Manfred

    Torsten,


    Glückwunsch zur erfolgreichen Sichtung und Dokumentation; Mars stellt da ja schon eine echte Herausforderung dar. Danke auch fürs Zeigen; den gegenwärtigen norddeutschen Himmel brauche ich wohl nicht beschreiben; gerne hätte ich das Trio heute Abend beobachtet. Vielleicht gelingt es Dir und anderen; viel Glück jedenfalls ...


    Beste Grüße

    Manfred

    Stefan,


    wieder einmal hast Du sehr schöne Fotos in wunderschönen Farben eingestellt. In anderen Fotos wirkt die schmale Mondsichel manchmal schon übertrieben scharf, aber hier ist alles in sich sehr stimmig. Und wieder vielen Dank fürs Einstellen und Betrachten können, denn hier erlaubt die Wetterlage kaum etwas. Irgendwann in der Nacht habe ich Jupiter mal wieder überraschend hoch und hell leuchten sehen - aber nur für wenige Sekunden, dann war die Vorstellung wieder vorbei.


    Viele Grüße

    Manfred

    Stefan,


    das ist eine prima Idee, diese Fotos so einzustellen. Sie sind sehr abwechslungsreich, sie wecken schöne Erinnerungen. Sie zeigen aber auch, was man selbst im Laufe der Zeit verpasst hat. Umso schöner, die eine oder andere Konstellation noch einmal sehen zu können. Und Respekt vor Deinem Einsatz, das auch selbst beobachtet und dokumentiert zu haben.


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo Sabine,


    vielen Dank für Deinen Kommentar; es freut mich, dass das Foto Dir (und auch Stefan) gefällt. In einigen Jahren wird es von diesem Standort aus wohl nicht mehr möglich sein, wenn die Bäume so weiter wachsen ... Bäume mag ich sehr, aber auch etwas freie Sicht.


    Ja, die Wolken ... rückblickend war die Nacht hier wohl auch eine Ausnahme; umso mehr kann man sich dann wieder auf klare Nächte freuen. Die wünsche ich Dir jedenfalls.


    Viele Grüße

    Mnafred

    Hallo allerseits,


    in der vergangenen Nacht, etwa um die astronomische Mitternacht herum, stand das Trio recht tief über dem Südosthorizont und wartete auf Beobachtung. Ein Hinweis auf dem Smartphone hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Mond von den Gasriesen eingerahmt wäre. Also wurde die innere Uhr gestellt und funktionierte auch.


    Um 01:21 Uhr MESZ stellte sich die Konstellation so dar:







    aufgenommen mit 41mm, Bl. 5 über 10s bei ISO 400Über der Tanne in der Bildmitte leuchten delta und gamma Cap; bei Jupiter zeichnet sich Ganymed ab, Europa und Callist sollen sich dort ebenfalls aufgehalten haben. Die Farben wurden nicht (bewusst) geändert, und von daher stellt die rötliche Wolke rechts unterhalb des Mondes einen netten Farbtupfer dar. Die Wolkenbank am oberen Bildrand schob sich langsam von rechts nach links, sodass Saturn später auch dahinter verschwand.


    Sieben Minuten später, die selbe Szenerie, aber diesmal mit Bl. 6,3; ISO 1600 und 6 Sekunden, was auch eine etwas andere Farbgebung zur Folge hatte:








    Interessant zu sehen, wie tief der Mond unterhalb der Ekliptik hing - knapp 6°, wenn ich die Informationen bei Stellarium richtig verstehe. Mit der Tanne rechts von ihm wird er aber bei seinem Tiefflug wohl so gerade eben nicht kollidiert sein ...


    Beste Grüße

    Manfred

    Einen Nachtrag möchte ich noch einstellen, nämlich ein Vergleichsfoto vom Nordhorizont, diesmal von unserem Bodenfenster aus gesehen. Heute morgen um 01:55 Uhr MESZ, also etwa eine halbe Stunde nach der astronomischen Mitternacht, ist dieses Bild entstanden, wie am Deich mit Blende 5,6 und 70 s bei ISO 400, nur die Brennweite ist hier mit 12mm versehentlich um 2mm größer:








    Wieder wurde an den Farben und der Helligkeit nichts verändert, das Foto wurde lediglich entrauscht und leicht geschärft. Capella versteckt sich hier hinter Baumkronen, dafür schimmern die Wolken schon im leichten Morgenrot, und die Hellihkeit des Himmels ganz unten ist schon erstaunlich.


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo Namensvetter,


    Dir auch vielen Dank für Deine positive Einschätzumg. Bezüglich der Farben ist mir schon wichtig zu wissen, dass, wenn überhaupt, kaum Abweichungen vom Foto im Original gegeben sind. Die Intensität der Farben hat sich in erster Linie während der Belichtung ergeben und ist nicht später per Bildbearbeitung erzeugt worden. Und generell ist der visuelle Eindruck in der Regel nicht so intensiv wie auf dem Foto.


    Manfred, wenn Du das wirklich flache Land magst, endlose Kohl- und Rapsfelder garniert mit Masten und Rotoren obendrauf, eine schnurgerade Deichkrone und darüber nur noch Himmel, dann bist Du hier richtig. Wenn Du aber oben auf dem Deich sitzt und auf der anderen Seite über das endlose Wattenmeer sehen oder es beim Durchwandern erleben kannst, wenn Schiffe und Wolken hinter dem Horizont auftauchen und irgendwelche flirrenden Objekte knapp davor über dem Boden schweben, wenn Du dabei fühlst und ahnst, dass die Erde doch nicht eine flache Scheibe ist - dann kannst Du Entspannung pur erleben und bist hier goldrichtig. Und einiges davon versuche ich dann auch in meinen Fotos festzuhalten.


    Deshalb zum Beispiel fasziniert mich immer wieder die Vorstellung, dass zur Sommersonnenwende die Sonne zur astronomischen Mitternacht sich hier auch nur gut 12° unter dem Horizont befindet und ihr Licht immer noch über dem Nordhorizont zu sehen ist. Und, um noch einen draufzusetzen - tatsächlich schwebt die Skyline von Büsum im letzten Foto zwischen dem Fuhrmann mit Capella über und Orion unter dem Horizont.


    Beste Grüße

    Manfred

    - - - Fortsetzung mit Teil 2 .....



    … und einigen unaussprechlichen Crepuscularstrahlen danach:








    16.06.2021. Wieder ein Sonnenuntergang mit satten Farben, aber wieder ganz anders. Auffällig ist diesmal ein rotes Band, das links und rechts zur Sonne hin aufsteigt Saharasand soll unterwegs gewesen sein, aber vielleicht waren es auch irgendwelche Pollen:












    Der folgende Sonnenuntergang konnte Stückchen für Stückchen verfolgt werden, aber genau um 22:00 Uhr MESZ wandelte sich die „Restsonne“ kurz vor ihrem Verschwinden zu einer leuchtenden Pyramide:








    Und weil es so surreal aussieht, hier noch einmal als Ausschnitt:










    Der 17.06., kurz nach 5 Uhr morgens. Zwischen den Jalousien schimmerte rotes Licht – Sonnenaufgang. Der fehlte irgendwie noch in der Sammlung, also mit dem Fahrrad ab zum Deich.


    Der Lohn war nicht nur ein wunderschöner Morgenhimmel, sondern auch die ganze Atmosphäre drumherum – das erste Vogelgezwitscher, ein lauer, warmer Wind und der Duft von Heu am zuvor gemähten Deich in der Nase – ein tolles Erlebnis. Zwar stand die Sonne schon recht hoch, aber so weit nördlich hatte ich noch keine Sonne bis dahin gesehen. Hier zwei Eindrücke:














    Das zweite Foto zeigt dabei auch „unseren“ Deichaufgang und meinen Stammpatz seit inzwischen 13 Jahren rechts davon.

    Die Hitze (an unserem Ferienhaus im Schatten einer Hecke bis zu 34°C) sorgte für viel aufsteigende Nässe über dem Meer, und so nahmen Dunst und Bewölung immer mehr zu., sodass der Sonnenuntergang dieses Tages auch nur sporadisch zu beobachten war:














    Die Nacht vom 17. auf den 18. Juni – die vorletzte am Deich. Der Wecker stand auf kurz vor ein Uhr, denn ein Foto sollte noch probiert werden: der Nordhorizont zur astronomischen Mitternacht um 01:26 unmittelbar vor der Sommersonnenwende mit der Sonne gut 12,5° unter dem Horizont.


    Die genau dort liegende Wolkenbank war nicht sehr vielversprechend, aber es sollte auf jeden Fall probiert werden.


    In diesem Foto, 2 Minuten später mit 10mm aufgenommen, ist unten über den Lichtern von Büsum Capella zu erkennen (die roten Lichter sitzen oben an den Windrädern), links oben im Foto der Kasten des Großen Wagen und rechts Cassiopeia mit dem Polarstern in der Mitte dazwischen:









    Das Foto ist 70 Sekunden belichtet bei ISO 400 und Blende 5,6. Visuell war Capella eher schwer zu erkennen, ganz anders als bei entsprechenden Sonnenwendmitternachtsfotos hier im Flachland. Aber das Abend- bzw Mitternachtsrot mit dem blauen Schimmer darüber ist doch noch gut zu sehen. Überhaupt war erstaunlich, dass diese Helligkeit ausgereicht hatte, alle Gegenstände im Fotorucksack gut erkennen zu können.


    So, das soll’s gewesen sein; für mich war es auch eine gute Gelegenheit, die letzte Woche noch einmal in Gedanken zu durchleben.



    Vieie Grüße

    Manfred

    Hallo allerseits,



    endlich gab es mal wieder Gelegenheit zu einem Urlaub am Wattenmeer an Schleswig-Holsteins Nordseeküste in wohl einer der heißesten Wochen dort. In der Zeit sind eine Reihe von Fotos entstanden, und eine Auswahl ist hier in chronologischer Reihenfolge eingestellt.



    Am Ankunftstag, dem 12.06., standen die schmale Mondsichel und Venus nebeneinander am Westhorizont, der hier von der Nordsee begrenzt wird – also eigentlich ideale Bedingungen, diese Konstellation lange beobachten zu können. Ja, wenn da nicht die aufziehende Bewölkung gewesen wäre, die gerade mal die Sicht auf den Mond freigab:








    Sonntag, der 13. Die zunehmende Wärme sorgte für viel Wasserdampf in der Atmosphäre, sodass die Grenze zwischen See und Himmel manchmal verschwand. Aber in Sonnenrichtung glänzte das Wasser vor einer dunklen Wolkenwand:









    Dann der erste Sonnenuntergang hinunter bis ans Wasser, leider (wieder) ohne grünen Blitz, hier um 21:56 festgehalten mit 200mm:










    Eine Stunde später, satte Farben über dem Watt. Diesmal sollte es doch klappen mit einem Foto von Mond und Venus, auch wenn sie schon recht weit auseinander standen. Venus war visuell schon eine Herausforderung in der farbigen Dämmerung: als sie noch höher stand, war es zu hell, aber je später es wurde, desto mehr wurde ihr Licht im Dunst geschwächt. Mit 41mm sah es dann so aus:









    Erst tags darauf sah ich die Abbildung dieser Konstellation im Kosmos Himmelsjahr und bemerkte, dass dort vielleicht noch mehr zu sehen sein könnte, und so fanden sich wirklich noch Mars und Castor & Pollux im Foto:










    Für die Zeit um Mitternacht stand noch ein anderes Projekt an: der Skorpion im Süden. Hier zuhause auf 53°15‘ wird die Sicht im flachern Gelände entweder durch die Lichtglocke von Bremen oder durch Bäume begrenzt, wie hier vom Bodenfenster aus mit einem fast kulminierenden Antares:










    Zwar liegt der Ort am Deich mit fast genau 54°N ca. eineinhalb Sonnendurchmesser weiter nördlich, aber stellenweise wird die Horizontsicht nach unten nur durch den ca. 8m hohen Deich begrenzt. Also sollte unbedingt ein entsprechendes Foto gemacht werden, auf dem hoffentlich auch noch epsilon Sco abgebildet sein würde. Rein rechnerisch sollte dieser Stern gut 1,5° über dem Horizont zu sehen sein. So entstand am 14. um 0:27 MESZ, etwa zum Zeitpunkt seiner Kulmination, dieses Foto mit 41mm, auf dem der Stern auch etwas links von der Lichtglocke deutlich zu sehen ist:









    Eine Ausschnittsvergrößerung zeigt dann sogar noch etwas tiefer stehende Sterne. Die angegebenen Höhen über dem Horizont sind die scheinbaren Höhen laut Stellarium:









    Der nächste Tag, der nächste super schöne Abendhimmel, festgehalten mit 10mm:










    Der „Turm“ anfangs des rechten Bilddrittels ist übrigens ein markantes Hochhaus in Büsum, ca. 10km entfernt und markiert auch recht genau den Nordpunkt vom Aufnahmeort aus gesehen.


    Wieder ein farbiger Sonnenuntergang (mit 200mm) …






    - - - Ende des ersten Teils, Teil 2 folgt umgehend .....