Posts by mmpgb

    Hallo allerseits,


    hier ein Eindruck von der doppelten Bedeckung etwa eine Viertel Stunde vor dem Maximum, aufgenommen mit 1,4 x 800mm, Baader Solarfolie fotografisch mit 1/20 Sekunde:








    Bis auf ganz kurze Phasen war das Ereignis nördlich von Bremen von Anfang bis Ende zu beobachten.


    Manfred

    Jörg,


    "Heureka! " muss warten. Das von mir eingestellte Foto ist das früheste einer Serie, und da ist dieser helle Fleck ja auch nur mit großer Mühe zu erkennen. Ich habe es noch mit zwei späteren Fotos probiert, indem ich einfach im obigen Foto den "hellen Fleck" markiert und das nächste Foto so darüber gelegt habe, dass Venus jedesmal an derselben Stelle stand. Wenn ich dann zwischen beiden Ebenen hin- und hergeschaltet habe, dann war da nichts als Rauschen im rötlichen Gewölk. Da die Brennweite bei allen Fotos gleich und die Kamera auf dem Tracker positioniert war, sollte nauch der Himmelsausschnitt gleich gewesen sein.

    Ein blauer Dämmerungshimmel bis hinunter zum Horizont ist hier halt auch etwas Seltenes. Aber eine nächste Gelegenheit wird es bestimmt noch einmal geben ....


    Gruß,

    Manfred

    Hallo allerseits,


    es passt zwar nicht mehr so richtig zum "jetzt" im Titel dieser Beitragsreihe, aber überraschenderweise schwebte heute gegen 11 Uhr wieder ein Halo als vollständiger Kreis hoch am Himmel, jedoch ohne weitere Begleiterscheinungen:









    Etwa eine Stunde später hatte sich die Schleierbewölkung noch weiter verdichtet und sorgte dafür, dass der Halo so etwas wie die Korona bei einer Sonnenfinsternis bekam:









    und sogar der Diamantringeffekt stellte sich ein ....








    ... aber der war wohl eher auf Konditionsmängel zurückzuführen bei dem Versuch, die blendende Sonne, Tennisball am Stab in der einen Hand und Kamera mit zentralem Messfeld in der anderen in einer Linie zu halten ....


    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Jörg, Thomas und Stefan,



    vielen Dank für eure Rückmeldungen, sie haben mich sehr gefreut, und sie sind bestimmt ein Ansporn dafür, auch das nächste Mal etwas zu probieren, selbst wenn die Aussichten nicht viel versprechend sind.


    Jörg: bezüglich der Bildanalyse - vielleicht ein wenig hochtrabend der Begriff, aber im Prinzip ist es so gemeint, wie Du es formuliert hast - die Hoffnuung bestand ja darin, den Planeten eventuell doch noch im Foto zu finden, und da war das Rechnen halt ein Weg dafür. Aber grundsätzlich versuche ich, Fotos in allen Einzelheiten zu betrachten, weil sie manchmal doch unerwartete Überraschungen bieten, oder es tauchen Aspekte auf, wo man sich neugierig fragt, was und wie das sein kann.

    Und weil der Rechenweg vielleicht doch auch für andere interessant ist, habe ich ihn eben abfotografiert und mit Kommentaren ergänzt, damit man den Gedankengang leichter verfolgen kann:







    Die Klaue bitte ich zu entschuldigen, da machte sich nach dem längeren vergeblichen Suchen der Frust schon etwas stärker bemerkbar .....


    Thomas: aus der Rechnung kannst Du ersehen, dass die 2° unterhalb von Venus, die Du genannt hast, gut passen. Vor Ort hatte ich auch versucht, Venus im Zeiss 10 x 50 Jenoptem und im Vixen 8 x 42 Vixen Atrek zu finden - völlig aussichtslos, auch wenn ich genau wusste, wo ich suchen musste. Dazzu hat Stefan ja auch etwas geschrieben. Vorgestern hatte Merkur nur noch eine Helligkeit von 2,7mag (reduziert auf 4,4mag durch Luftmassen, sagt Stellarium) , da ist schon jedes Schleierwölkchen wie ein undurchsichtiger Vorhang.


    Einen Tipp für heute Abend oder auch sonst? Ähnlich wie Stefan: genieße den Anblick von Venus, ihre Annäherung an den Horizont und ihr Verschwinden dahinter, ihr Farbenspiel in Horizontnähe. Vorher, unmittelbar nach Sonnenuntergang, kannst Du am Horizont gegenüber im Südosten den Erdschatten aufsteigen sehen, wie er sich in einem flachen Bogen vom Nordosten bis in den Süden hinein erstreckt. Das fällt mir dazu als erstes ein. Andere, erdgebundene Dinge habe ich ja schon erwähnt. Und an manchen Orten vielleicht ganz oben auf der Prioritätenliste - Mückenöl. Die Biester wurden schon heute morgen lästig, und ich erinnere mich an Ausflüge in die Natur, die ich nur tief verschleiert und mit einem kleinen Sehschlitz vorne überstanden habe, weil sie wirklich überall waren....


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo allerseits,


    gestern Abend war der Abendhmmel so blau, dass es doch noch einmal versucht werden musste, die beiden Planeten einzufangen, auch wenn es bei der Betrachtung die bisherigen Berichte und Fotos hier ziemlich aussichtslos erschien. Und letzteres sollte sich dann auch zu bestätigen - wie sollte man auch den orangefarbenen Merkur in der rötlichen Abenddämmerung ausfindig machen - beste Tarnung.

    Aber Probieren geht über Studieren, und so entstand u.a. dieses Foto mit 200mm an der EOS 600D um 22:18 MESZ:







    Es ist hier so eingestellt, wie es auch aus der Kamera kam, nur forengerecht herunterskaliert. Zu dem Zeitpunkt stand Venus ca. 5°30' und Merkur 3°42' über dem Horizont - sagt Stellarium. Die Suche nach Merkur erwies sich am Monitor als ziemlich zwecklos, er schien im Rauschen unterzugehen, und irgendwann wurde jedes helle Pixelrauschen plötzlich ein Merkur, um gleich darauf wieder zu verschwinden.


    Deshalb habe ich die Koordinaten beider Planeten für Azimut und Höhe in Pixelwerte umgerechnet, um den Bereich einzugrenzen, in dem Merkur überhaupt zu finden sein müsste und dort bei hoher Vergrößerung gesucht.


    Die berechneten Werte für Merkur waren dann horizontal 2318px und vertikal 2136px ( bei 0/0 links oben) im Originalfoto, das hier zu finden ist:


    https://www.dropbox.com/s/l77enze0yjmfsmx/IMG_8880.JPG?dl=1


    Und wirklich zeigte sich am Ort 2350px / 2088px, also ganz dicht in der Nähe, ein Fleckchen, von dem ich mir einbilde, es wäre doch etwas heller als die verrauschte Umgebung. Im folgenden Ausschnitt mit 200px x 150px sitzt dieser Fleck genau in der Bildmitte:








    Das kann jetzt von denen, die es möchten, auch am Original überprüft werden. Da würde mich schon interessieren, ob meine Vermutung bestätigt werden kann, wobei meine Vermutung auch letzten Endes sehr, sehr vage ist.


    Eines möchte ich noch ergänzen, nämlich die Atmosphäre drumherum mit quakenden Fröschen, den letzten Rufen von Widvögeln, dem Brummen von Maikäfern und nicht zuletzt das Stampfen einer zeitweise galoppierenden Herde von Pferden, die visuell kaum noch wahrnehmbar waren, aber man hat ja höhere ISO-Zahlen zur Verfügung:








    Vielleicht hört ja eines davon auf den Namen "Merkur" ....



    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Horst,


    herzlichen Dank für Deine Rückmeldung. Zwischenzeitlich hatte ich gehofft, hier auch einen farbenfrohen Norddeutschen Regenbogen präsentieren zu können; den Regen gab es wohl, nur keine dazugehörigen Farben am Himmel.

    Auch habe ich noch ein eigenes Beispiel für das kontinuierliche Spektrum der Glühlampe eines alten Diaprojektors gefunden, in dem man den Hauch von UV-Anteilen im Spektrum erkennen kann (damals mit einer EOS 350D fotografiert), aber ich möchte hier einen eigentlich nebensächlichen Aspekt nicht in den Vordergrund drängen.


    Glücklicherweise kann man sich auch für die Farben selbst begeistern, ohne dabei an irgendwelche Lambdas zu denken.


    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Horst,


    so, wie Du es beschreibst, ist es ja oft: da sieht man etwas sehr Schönes, holt schnell die Kamera, und schon ist es wieder am Verschwinden. Deshalb bin ich inzwischen dazu übergegangen, erst einmal visuell zu genießen oder bei speziellen Wetterlagen schon vorab etwas bereitzulegen. Und natürlich gehört eine Portion Glück auch dazu, einen passenden Moment zu erwischen.


    Meine Frage bezüglich eines UV-Anteils im Regenbogen hat mir keine Ruhe gelassen, und so habe ich Dateien gesichtet, die seit vielen Jahren mehr oder weniger unbeachtet auf der Festplatte schlummerten. Dabei habe ich ein Foto gefunden, das im März 2001entstanden ist, also vor ca. 20 Jahren, als ich versucht habe, das Gitterspektrum einer Spektralröhre zu fotografieren. Fotoapparat war damals eine einfache Medion Kompaktkamera.

    Das Experiment mit dem optischen Gitter habe ich heute noch einmal ausgewertet, und es hat sich gezeigt, dass eine Linie ( die Nr. 5), die mit 388 Nanometern eindeutig in den UV-Bereich gehört, dort mit sichtbar ist. Der damals gegebene Abstand zwischen Gitter und Maßstab ist dabei aus der roten und gelben Linie zurück gerechnet worden; experimentelle Ergebnisse und entsprechende Literaturwerte sind heute im Foto nachgetragen worden:







    Die Linie 6 habe ich nachträglich beschriftet, weil sie gerade an der Grenze zwischen sichtbarem und UV-Licht liegt und damit die mögliche Abbildungsbreite des UV-Bereichs kennzeichnet.



    Zum Vergleich findet man hier eine farbige Darstellung des Spektrums von Helium: http://www.physikdidaktik.uni-…k/07_Stunde/07_Stunde.htm


    und hier eine Tabelle mit den Wellenlängen der einzelnen Heliumlinien: http://vorsam.uni-ulm.de/vs/Versuche/AT/PDF/AT034V00.pdf


    Damit dürfte gezeigt sein, dass es möglich ist, UV-Licht mit Hilfe einer Digitalkamera sichtbar zu machen, und so bin ich jetzt davon überzeugt, dass das innerste Band des Regenbogens im Foto von Horst auch dessen UV-Anteil zeigt.

    Hier im norddeutschen Flachland, ca. 600m tiefer, dürfte es wohl wegen der stärkeren Streuung und Absorption schwieríg sein, diesen UV-Anteil ebenfalls darzustellen, Aber trotzdem oder gerade deshalb bleibt es eine Herausforderung ....


    Beste Grüße

    Manfred

    Guten Tag, Horst,


    das sind wirklich eindrucksvolle Farbkontraste in der linken Bildhälfte, sowohl im Regenbogen als auch in der sonnenhellen Landschaft mit dem finsteren Himmel direkt darüber. Prima eingefangen.


    Beim Betrachten des Regenbogens ist mir aufgefallen, dass neben dem violetten Streifen noch ein schmales weißes Band auf der Innenseite zu erkennen ist, und ich habe mich gefragt, ob es sich dabei um sichtbar gemachtes UV-Licht handeln kann. Mit ca. 600m über NN (im Gegensatz zu den 6m an unserer Gartenpforte ....) dürfte dessen Absorption ja deutlich geringer sein. Allerdings weiß ich nicht, inweieweit Kamerasensoren UV-empfindlich sind und ob das Glas in Objektiven dafür auch durchlässig genug ist. Bestimmt gibt es jemanden, der oder die sich damit auskennt.


    Aber auch ohne jegliche naturwissenschaftlichen Kenntnisse ist Dein Foto einfach ein schöner Blickfang.


    Beste Grüße

    Manfred

    Gerd,


    vielen Dank; irgendwann werde ich hier auch im Regen oder Nebel sitzen, wenn bei Dir der sternklare Himmel oder die Sonne lacht.



    Holger,

    auch ist der Himmel innerhalb des Halos dunkler als aussenrum, genau wie beim Regenbogen auch.

    Das stimmt beim Regenbogen nicht. Da ist der Bereich innerhalb des 42° Bogens heller, weil dort das direkt reflektierte Sonnenicht an der Oberfläche des Regentropfens überwiegt. Beim Halo hingegen sieht man im 22° - Ring das Sonnenlicht, welches unter dem minimal möglichen Winkel gebrochen wird; deshalb gibt es bei Ablenkungswinkeln kleiner als 22° kein gebrochenes Licht mehr, und dieser Innenbereich des 22° Halos erscheint dunkler, besonders in seiner direkten Nachbarschaft zum Ring. Und da ja nicht überall Eiskristalle in der Atmosphäre herumschwirren, hellt das am atmorsphärischen Wasserdampf gestreute Licht diesen Bereich trotzdem noch auf. Und zwar so stark, dass z.B. meine Ehefrau und unser Postbote nicht in der Lage waren, auch nur annähernd in den Halo - Bereich zu sehen, es blendete sie zu stark.


    Den beschriebenen Unterschied kann man gut erkennen, wenn man nach Bildern zu "Regenbogen" und "Halo" suchen lässt und diese vergleicht.


    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Holger,


    vielen Dank für Deine Rückmeldung. Es tut mir leid, dass Du heute kein besseres Wetter hattest, aber wir haben hier nördlich von Bremen auch sehr viel Glück gehabt: etwas weiter westlich war der Himmel blau, in Hamburg und weiter östlich hat es geregnet, und hier war gerade so etwas wie eine Übergangszone.


    Ja, über den umschriebenen Halo freue ich mich schon; auf meinen Fotos habe ich ihn bisher noch nie so deutlich gesehen. Auffällig finde ich auch die Tatsache, dass innerhalb der Aureole um die Sonne herum der Himmel deutlich blau ist und innerhalb des 22° Halos grau. Aber, wie schon geschrieben, die Bewölkung änderte sich ständig, und so gab es etwas später doch noch einen fast geschlossenen Kreis, in dem sich der umschriebene Halo noch ansatzweise erkennen lässt:












    Da konnte ich mich nicht entscheiden, welches der beiden Fotos nun das "bessere" wäre.


    Aber zum guten Schluss habe ich eher aus Spaß doch noch einmal kräftiger an den Reglern gedreht bzw. sie geschoben, und so ergab sich ein recht apokalyptisch anmutendes Foto:









    Soviel für heute.


    Beste Grüße

    Manfred

    Da wollte ich mich vorhin zur Entspannung auf der Liege ausruhen - und plötzlich scheint da doch ein Stück Halo durch die Wolken. Und so entstanden diesmal im Liegen einige "Überkopffotos" , bei denen Norden am unteren Bildrand liegt. Diesmal sind die Fotos (alle mit 20mm) dezent bearbeitet, da sich am PC u.a. auch noch ein kleiner Halo um die Sonne selbst abzeichnete:









    Merkwürdigerweise war anfangs nur dieses kleine Segment des Ringes sichtbar, sonst visuell nicht mehr, und die Struktur der Bewölkung änderte sich rechgt schnell. Hier noch zwei weitere Beispiele:














    Hierzeichnete sich ganz rechts schon ein umschriebener Halo ab, den ich jedoch erst im nächsten Foto (diesmal ist Süden unten) entdeckt habe:







    Soviel für den Moment


    Manfred

    Holger,


    das finde ich sehr interessant, welche Details Du in den Fotos identifizieren kannst. Besonders bei Deiner Einschätzung "Horizontalkreis" hat es mich einige Anläfue gekostet zu verstehen, dass der etwa höchste Punkt dieses Kreises in Christians Foto dieselbe Höhe über dem Horizont haben soll wie die Sonne selbst.

    Aber wenn man annimmt, dass die Sonne ganz ungefähr eine Höhe von 60° hatte, dann lag der obere Punkt des 22° Halos etwa 80° über dem Horizont.

    Der gesamte Halo mit ca. 40° Durchmesser passt etwa zwischen Sonne und oberen Bereich des Horizontalkreises, sodass dieser noch einmal um diesen Winkel , also um insgesamt 120° vom Horizont unter der Sonne entfernt ist.

    Das ist schon 30° über den Zenit hinaus und damit ca. 60° über dem Horizont der Sonne gegenüber - vom Betrachter der Sonne aus gesehen. So ist auch nachvollziehbar, dass der Zenit sich im oberen Bilddrittel befindet, nämlich genau im Mittelpunkt, des Horizontalkreises - wo er ja auch hingehört.

    Und nach diesen Überlegungen meine ich dann auch Christians Foto und Holgers Kommentar verstanden zu haben - sofern es keine plausiblen Einwände gibt ...


    Beste Grüße von einem, der einen solchen Horizontalkreis noch nie "live" gesehen hat ....

    Manfred

    Hallo Michael,


    Deine Bemerkung freut mich sehr. Inzwischen ist es schon Routine, bei bestimmten Wetterlagen als erstes nach oben zu schauen, auch tagsüber. Von Deinen Fotos hat es mir das mit den Kiefernzweigen rechts am Bildrand besonders angetan, weil der Halo so schön natürlich eingerahmt ist.

    Darf ich vermuten, dass ihr in der Nähe des Huvenhoopsees unterwegs wart, der im letzten Foto im Hiintergrund zu sehen sein könnte, und dass Dein Foto um 11:30 MESZ herum entstanden ist?


    Holgers Beobachtung finde ich sehr interessant. Bei einigen meiner Fotos habe ich schon diese "Ausfransungen" nach aussen bemerkt, aber angenommen, dass es Strukturen in den Wolken sein könnten. Manch gute Information liefert auch der Arbeitskreis Meteore; hier der Link zu den umschriebenen Halos:


    https://www.meteoros.de/themen/halos/haloarten/ee07


    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Sabine,


    Gerd hat ja schon die wesentlichen Dinge beschrieben, die bei einer solchen Beobachtung wichtig sind. Als Ergänzung noch dieses:


    Das Foto ohne Abdeckung der Sonne habe ich mit einem Zoom - Weitwinkelobjektiv bei einer Brennweite von 14mm, einer Belichtungszeit von 1/640s, mit Blende 22 ( dann ist nur noch ein sehr kleiner Durchlass für das Sonnenlicht im Objektiv gegeben) bei ISO 100 (das ist der niedrigste Wert, und da wird in der Kamera das einfallende Licht nicht verstärkt) aufgenommen, und ich hatte ja geschrieben, dass es mir vorkam wie bei einer Sonnenfinsternis - das Sonnenlicht erschien mir durch den Wolkenschleier sehr gedämpft. Bei blauem Himmel hätte ich mir um den Sensor der Kamrea schon Sorgen gemacht.


    Und daher ist es richtig, in allen anderen Situationen, in denen das Sonnenlicht nicht in der Atmosphäre geschwächt wird, die Sonne irgendwie abzudecken. Dafür war dann eine Straßenlampe oder auch Nachbars Kastanie gut. Die Baader Sonnenfolie hätte bei einem solchen Halo eine gut belichtete minikleine Sonnescheibe produziert, aber alles andere wäre schwarz geworden.


    Aber machmal findet man auf die Schnelle kein geeignetes Objekt zur Abdeckung, und deshalb habe ich mir ein einaches gebastelt, das immer griffbereit neben der Haustür steht:










    die Stange ist ca 60cm lang, und obendrauf sitzt ein ausgedienter Tennisball, der in diesem Foto der einen Gänseblümchenblüte gerade eine Sonnenfinsternis beschert. Am ausgestreckten Arm und mit einem Weitwinkelobjektiv an der Kamera ist das eine einigermaßen passende Größe, weil der Arm ja auch ein wenig schwanken kann, wenn man die Kamera nur mit einer Hand hält und bedient.


    Noch einen Tip zum Basteln mit der Baader Sonnenfolie: das fertige Filter darf auf keinen Fall irgendwie rutschen oder durch einen Windstoß oder Berührung vom Objektiv abheben können ....


    Ansonsten wünsche ich Dir auch viel Glück für eine baldige Sichtung.


    Beste Grüße

    Manfred

    Toll, dass ihr eure Fotos und Berichte auch eingestellt habt ... Ingo, steht Boltenhagen noch, nachdem dieses surreale Objekt durch die Wolken gedüst ist? Das sieht so klasse unwirklich aus ....


    Hier noch zwei Nachträge aus dem Norden. Das Licht, das durch diese Schleierschicht oben am Himmel kam, empfand ich irgendwie so wie bei einer Sonnenfinsternis, und deshalb habe ich es anfangs

    auch einmal ohne Sonnenabdeckung probiert:









    Später diente der Halo dann als Krönung oder vielleicht auch Strahlenkranz von Nachbars Kastanie:









    ... und schließlich gab es doch noch einen Punkt, an dem der gesamte Halo zwischen die Zweige passte:









    Hier hatte die Sonne schon eine Höhe von ca. 44°, und so hoch habe ich einen Halo hier selten gesehen. Übrigens sind alle Fotos bis auf die "Rahmung" völlig unbearbeitet. Mit ein wenig Hilfe von den richtigen Reglern lässt sich bestimmt noch etwas viel Farbenfroheres zaubern, aber so ist es mir erst einmal lieber.


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo allesrseits,


    gerade ist draußen ein richtig schöner Sonnenhalo zu sehen, ein geschlossener Ring recht hoch am Himmel.


    Hier auf die Schnelle zwei unbearbeitete Beispiele, nur eingerahmt:













    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Gert,


    das ist ein sehr schönes Dämmerungsfoto von den beiden Planeten, aber die Pleiaden sind schon eine Herausforderung darin. Gut, dass Du das zweite Foto auch eingestellt hast - das ist doch schon eine recht nahe Begegnung. Da wäre ich auch gerene dabei gewesen und hätte einen Beitrag geleistet, aber das einzig Erfreuliche am Wetter hier im Norden ist wohl die Tatsache, dass alle Wassertanks aufgefüllt werden und die Natur hoffentlich genug Reserven für den Sommer zur Verfügung hat.

    Umso schöner, dass man die Konstellationen hier im Forum mitverfolgen kann.


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo Wolfgang,


    die von Dir beschriebene Methode ist wirklich überzeugend. Und auch überzeugend einfach. Meine GP- Montierung wird mit einer Boxdörfer Steuerung betrieben, mit der auch der periodische Schneckenfehler sehr gut kompensiert wird. Nur darf ich dann nicht den Motor entkoppeln, da die Korrektur dann wieder über 10 Minuten neu eingemessen werden muss. Für längere Schwenks habe ich daher immer die Klemmungen gelöst und nur die Feinkorrektur mit Hilfe der Motoren durchgeführt. Da hätte ich wohl Hemmungen, die Motoren minutenlang drehen zu lassen ... Gewohnheit halt.

    Aber vielen Dank für den Tip.


    Gerd und Stefan, Glückwunsch, dass euch die Aufnahmen gelungen sind. In der Dämmerung und bei Horizontnähe sind ja längere Brennweiten von Vorteil, so wie sie Gerd auch benutzt hat. Deshalb staune ich auch ein wenig über Stefans transparenten Himmel.


    Den, so dachte ich, könnte es hier gestern auch gegeben haben, denn soweit das Auge oben reichte - alles richtig blau und wolkenfrei. Also habe ich mich mit Stativ und 70 - 200mm auf den Weg gemacht, um am Ziel dann diesen Horizont 5 Minuten nach Sonnenuntergang vorzufinden, festgehalten mit 90mm, und bis auf die Einrahmung und Verkleinerung wie aus der Kamera:









    Im Fenglas war Venus leicht zu finden, Merkur für einige Zeit ebenfalls, obwohl er bald zumindest visuell überstrahlt wurde. Eins der ersten Fotos, auf dem Merkur zu erkennen war, entstand um 21:01 Uhr MESZ mit 200mm, Venus gut 3° und Merkur ca. 4,5° über dem Horizont. Die Position von Merkur ist dabei rechts oben und an der Seite jeweils mit einem kleinenStrich gekennzeichnet:









    Zehn Minuten später hatte Venus schon Mühe, sich gegen den Dunst abzuheben:








    Merkur befindet sich zufällig auf etwa gleicher Höhe wie der Flieger rechts im Bild, aber den konnte ich nachträglich nicht mehr identifizieren.


    Und damit habe ich dann das Duo auch am Abendhimmel gesichtet, zwar nicht bei kleinstem Abstand, aber immerhin überhaupt.


    Beste Grüße,

    Manfred

    Gerd,


    prima, dass Du die beiden Planeten jetzt auch "live" sehen konntest. Auch wenn es, zumindest beim Merkur, nur winzige Punkte sind - allein die Vorstellung, sie beim Herumschweben um die Sonne gleichzeitig beobachten zu können, das ist schon etwas Besonderes.

    Du hast ja ausführlich beschrieben, wie Du das Duo aufgesucht hast. Das möchte ich mit dem ergänzen, wie ich es gestern gemacht habe und wie es wunderbar funktioniert hat:


    In meinem Sternprogramm habe ich nachgesehen, bei welchem Winkel in Azimut die Sonne z.B. um 15:40 steht und habe sie mit dem 50 mm Übersichtsokular (und natürlich der Bader-Folie vor dem Objektiv) anvisiert. Da Venus in Deklination ca. 2° höher als die Sonne stehen sollte, habe ich die Sonne an den unteren Rand des Sehfelds im Okular bugsiert und die Nachführung dann um genau 15:40 Uhr ausgeschaltet.

    Laut Sternprogramm sollte Venus um 16:07 Uhr bei demselben Winkel in Aziumut stehen, also habe ich die Nachführung genau dann wieder eingeschaltet. Unmittelbar vorher ist natürlich der Sonnenfilter entfernt und die Tubusverlängerung in die Taukappe gesteckt worden, und um bei diesem Wechsel jeden unerwünschten Sonnenstrahl abzuschirmen, hat meine Frau mit einem Regenschirm den gesamten kritischen Bereich abgeschattet - daher auch die Trittleiter im Foto vom Aufbau.

    Bei der Sonne hatte ich dankenswerterweise auf drei Sonnenflecken fokussieren können, sodass Venus und Merkur sofort im Okular deutlich zu sehen waren.


    Dieses Verfahren - bekanntes Objekt anvisieren, die Nachführung ausschalten und warten, bis das gesuchte Objekt im Bllickfeld sein muss und dann wieder einschalten - sollte ja auch mit Mond, hellen Planeten oder aucvh Sternen durchführbar sein. Bei meiner VixenGP - Montierung genügt ein ganz leichtes Antippen an einem Teilkreis, um ihn zu verstellen, deshalb benutze ich sie nicht sooo gerne.


    Viele Grüße

    Manfred

    Hallo Gerd,


    das obere Bild ist deshalb nicht zu sehen, weil ich versucht habe, es zu löschen, denn die im Foto genannte Uhrzeit war falsch. Da es in der Vorschau auf meinem Bildschirm immer noch zu sehen war, bin ich davon ausgegangen, dass mein "Löschversuch" vergeblich war und habe deshalb das Foto mit der richtigen Uhrzeit noch einmal drangehängt. Bin halt mit den Abläufen im neuen Forum noch nicht so vertraut.


    Und Deinen ersten Satz mit dem "schwachen Punkt" wollte ich eben auch zitieren - das wird die übernächste Übung. Aber von der Sache her hast Du vollkommen recht: es ist alles andere als trivial, das Duo am Tageshimmel überhaupt im Sucher der Kamera zu finden und es per Liveview zu fokussieren. Bei sieben bis acht Grad Sonnenabstand und leichter Schleierbewölkung schien da oben alles gleißend hell zu sein. Visuell waren beide Planeten am 115/800mm Refraktor mit dem 50mm Okular schon mittags schnell zu finden, aber beim Umbau auf fotografische Beobachtung klappte es erst beim zweiten Anlauf gegen 16 Uhr. Dieses ist das Original des Fotos, das ich oben eingestellt habe, völlig unbearbeitet. Zur Kontrastverstärkung war ein UHC-Filter im Strahlengang, deshalb die grünliche Farbe des Himmels:








    Bei der Bildbearbeitung war einzig und allein das Ziel, den Merkur so deutlich wie möglich darzustellen.


    Hier noch ein zweites Foto mit inzwischen gedrehter Kamera; Merkur befindet sich nahe am rechten Bildrand, etwas oberhalb des "Bildäquators":










    Damit dürfte auch deutlich werden, weshalb kein strahlender Merkur abgebildet werden konnte. Es liegt wohl auch daran, dass es Einzelaufnahmen sind, aber aus 5000 Fotos die 100 besten zu Stacken - das übersteigt meine Möglichkeiten und ist auch nicht mein Ding.


    Zum Schluss noch ein Foto vom "Setup":








    Die Verlängerung zur Abschattung, die in der Taukappe steckt, ist ca. 60cm lang und wurde hier noch durch einen ca. 30cm langen Kalender verlängert - das reichte gerade eben.


    Und weshalb der ganze Aufwand am hellichten Tag? Zum einen war es eine Art Herausforderung, bei der ich zudem auch nichts mit dem Auto transportiern musste, zum anderen hatte ich in den letzten Tagen die Erfahrung gemacht, dass der Untergang von Sternen hier in der Gegend schon bei ca. 10° Höhe über dem Horizont eingesetzt hatte, und da hätte sich verständlicherweise kein Aufwand gelohnt.

    Aber so kann es auf der positiven Seite verbucht werden; und deshalb, Gerd, nochmals Danke für den Hinweis und - gute Besserung.


    Beste Grüße

    Manfred

    Stefan, danke für Deine Rückmeldung. Ja, den blauen Hintergrund mag ich auch lieber als einen pechschwarzen, aber beim Mond sind es dann eher die wärmeren Farbtöne, zu denen ich tendiere. Und ich gestehe, dass mich immer noch leise Skrupel beschleichen, wenn in Lightroom aus dem visuell eher trist grauen Himmel allmählich ein angenehm blauer wird.


    So in etwa ist es mir auch bei den Fotos von gestern Abend gegangen, bei denen es irgendwie ein Herumprobieren war, die Szenerie zu erwischen, wenn es am Horizont schon relativ dunkel war, die Pleiaden und Hyaden aber schon darin zu versinken drohten, bevor sie richtig zu sehen waren. Anfangs war außer Sirius und einem weiteren Stern visuell nichts weiter zu sehen, und bei dem Stern war ich mir nicht einmal sicher, ob es Aldebaran oder Mars war. Erst auf Fotos mit hoher ISO-Zahl deuteten sich die Hyaden an, und erst nach intensivem Suchen auf dem Kameradisplay waren dann auch die Pleiaden zu erkennen.


    Hier ein erstes Foto (alle mit 17mm an der 600D) , auf dem die Pleiaden zu erkennen waren:








    Eines der deutlichsten Fotos bezüglich der Sterne, nur ca. 10 Minuten später:








    Zur besseren Orientierung mit eingezeichneten Sternbildern:






    Und dann, wieder nur ca. 10 Minuten später, kamen von Nordosten dichte Wolken angeflogen und legten sich wie ein Vorhang über die Sterne ...








    Und damit ist wohl auch für mich der Vorhang in dieser Beitragsserie gefallen, zumindest bezüglich aktueller Fotos.



    Beste Grüße

    Manfred

    Marco, herzlichen Dank für Deine Worte, und ebenso herzlichen Dank, Ralf, für Deine so positive Rückmeldung. Es freut mich zu lesen, welche Empfindungen und Erinnerungen das Foto bei Dir ausgelöst hat - damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.

    Dann traue ich mich, noch ein anderes Foto dranzuhängen, etwas früher aufgenommen und deshalb etwas flauer , aber dafür mit einem noch blaueren Abendhimmel im Hintergrund:










    Der dunkle Bereich im Bereich links unten wurde dabei durch einen Kastanienzweig erzeugt, in den sich der Mond im Laufe einer Aunahmenserie hinein verirrt hatte.


    Beste Grüße

    Manfred

    Hallo allerseits,


    bei Ralfs Titel habe ich natürlich auch an meinen ersten Refraktor gedacht: Sein sehenswertes Mondfoto war da natürlich schon eine Hürde, und so habe ich mich erst nicht getraut, ein Foto hier einzustellen, dann auch meine Fähigkeiten bei der Bildbearbeitung sind mit denen von Ralf wohl nicht zu vergleichen.

    Aber jetzt habe ich mich doch getraut, und dieses Foto ist mit einem 60/910mm Apollo Refraktor, wegen des Buchstabens K in einem Kreis auf dem Txypenschild wohl von der Firma Kenko, und einer 600d aufgenommen worden:








    Das Foto ist von heute Abend, 20:43 MESZ, das Bild selbst ein Ausschnitt daraus. Aber eben auch mit 60mm.


    Und der Zufall will es, dass der Refraktor in sieben Tagen ein goldenes Jubiläum feiert, denn dann ist er seit genau 50 Jahren in Familienbesitz. Und sogar der Kaufbeleg existiert noch :









    Beste Grüße,

    Manfred