Posts by baldzuhn

    Hallo Leute.


    Die Warnung hatte ich ca. 19:30 h auch gesehen, und draussen war klarer Himmel über der Ostsee. Bis ca. 21:00 h war jedoch (rein visuell) nichts davon zu sehen, vielleicht auch dank des noch fast vollen Mondes. Jetzt (Samstagmorgen) hocken wir hier auch in dichtem Nebel.


    Bleibt dran, Jürgen.

    Hallo Thomas.


    Zur Langzeitstabilität von Knallfolie: da gibt es sicher solche und solche Fabrikate. Unter meinem alten 10" Dobson-Hauptspiegel (nur 25 mm dick !) hatte ich (wirklich nur rein prophylaktisch, zum demnächst auswechseln gegen eine 6-Punkt Lagerung, ganz ganz sicher :D ) etwa 10 Jahre eine Knallfolie, ohne beobachtbare Änderung in der Performance.

    Jörg spricht einen wichtigen Punkt an mit einem einzigen Spiegel für beide Fernglashälften: ich hatte auch kurz mit zwei kleineren, aber dickeren Spiegeln rumprobiert. Einer davon war justierbar. Davon bin ich aber schnell wieder abgekommen, das hat nichtmal im Prinzip richtig funktioniert.


    Viel Erfolg weiterhin, Jürgen.

    Hallo Thomas.


    Vor Jahren hatte ich mal mit einem einzelnen Oberflächenspiegel für mein 25x100 rumgespielt, als Lagerung hatte ich einfache Knallfolie (genau die auf Deinem ersten Foto als Verpackungsmaterial) verwendet und diese mit doppelseitigem Klebeband auf einem dicken Holzbrett festgeklebt. Die vielen Möppel scheinen eine ganz gute Lagerung abzugeben. Mit einem kleineren 8x32 Fernglas war die Abbildungsqualität ganz ok, mit 10x50 so lala, aber für das 25x100 defintiv unbrauchbar. Da gings mir so ähnlich wie Dir. Deine Idee mit 2 Spiegeln finde ich super, denn ich war mit Suchen und Auffinden mit dem Einzelspiegel ziemlich am Rumeiern, denn das 25x100 hat lediglich ca. 2 Winkelgrad Bilddurchmesser. Aber da das Bild sowieso eher schrottig war.........


    Halte uns bitte auf dem Laufenden, Jürgen.

    Hallo Leute.

    Da hatte ich an der Ostseeküste mehr Glück, oder es lag daran, dass ich keine Kamera dabeihatte (wenn schon von Schuld die Rede ist......). Visuell gab es deutliche Beamer bis ca. 30 Grad über dem Nordhorizont, um ca. 20:30 h. Das Spektakel dauerte aber nur ca. 20 Minuten. Was ich so noch nie gesehen hatte: ein fetter Beamer begann kerzengerade senkrecht zum Horizont, um sich dann langsam wie eine Banane in Richtung Westen zu verkrümmen. Denn zuerst hatte ich die Lichtorgel eines auf dem Acker hin und her fahrenden Bauern in Verdacht, aber der war dann wohl doch unschuldig daran. T'schuldigung, lieber Bauer.

    Weiterhin viel Glück bei der Nordlichthatz, Jürgen.

    Hallo Christian.


    So ein Aha-Erlebnis hatte ich vor Jahren mit meiner Liebsten auch mal. Zur Erläuterung der Umstände: sie geht eigentlich nie mit raus sondern guckt lieber "Bauer sucht Frau" oder sowas, hat mit Astronomie so gut wie nichts am Hut, und den Zirrusnebel hat sie garantiert noch nie gesehen; auch keine Fotos (soviel schonmal zur Pointe unten).

    Eines Sommerabends lief wohl eine Folge die sie schon kannte, also hörte ich von Richtung Fernseher: "Ich komm mal mit, ich muss doch mal kontrollieren was Du da immer so an Wissenschaftskram treibst". Also fuhren wir gemeinsam auf den Acker, den 16"er Dobson im Kofferraum.

    Dann kam das Standardprogramm: Dobson aufbauen, justieren, und dann gemeinsam gucken. Hier ein Kugelhaufen ("och, der ist ja hübsch...."), da ein Gasnebel (" ah ja, ganz nett....."), und denn der Zirrusnebel im Schwan. Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich sehe den immer nur in schwarz/weiss bzw. grau, obwohl ich die Farbfotos davon natürlich kenne. Und zwar schon immer.

    Als meine Frau am Okular war gings los:

    Madame: Oh, der ist ja richtig hübsch bunt.

    Ich: Ääääh, wie? Was?....

    Madame: Ja, so richtig rot und türkis.

    Ich: Ääääh, wie? Was?....

    Madame: Und dann so hübsche Nebelfetzen, und alles in Farbe.

    Ich: Ääääh, wie? Was?....

    Ich glaube, dieser Dialog ging noch ein paar Sekunden lang weiter so, aber eigentlich wollte ich mich nur noch unter dem Auto verkriechen.

    Ralf: Dabei bin ich derjenige in der Familie, der die Beeren sucht. Vielleicht sollte ich das ab sofort auch meine Frau machen lassen. Oder an der Theorie stimmt was nicht.


    Fazit: sie guckt jetzt wieder "Bauer sucht Frau" oder sowas (auch in Farbe), kommt aber doch so alle 4-5 Jahre mal mit raus, und ich gucke weiterhin regelmäßig ins Graue.


    Cs, Jürgen

    Hallo Stathis.


    Glückwunsch zu dem phantastischen Ergebnis, vor Allem wenn man die Ausgangsbilder und die Randbedingungen mit bedenkt. Und natürlich, wie immer, vorblidlich dokumentiert.

    Ich hoffe nur, Du wirst jetzt der visuellen Fraktion nicht untreu.....


    Viele Grüße, Jürgen.

    Hallo Stathis.


    Sehr gute Idee mit dieser Umfrage, das siehst Du bereits an der Zahl der Antworten, insbesondere derjenigen denen ein Kreuzchen nicht reicht. Dazu gehöre ich wohl auch, besonders da Du oben die "Veteranen" erwähnst. Da hat sich auch bei mir eine Entwicklung vollzogen, wie bei vielen vor mir.

    Vor ca. 50 Jahren baute ich mein erstes Schülerteleskop. Aufgrund der astronomischen Preise war's fast ein kompletter Eigenbau, ein Fraunhofer. Also was das Sparschwein und Taschengeld hergab, kam der nackte Achromat vom Lichtenknecker und zwei Plössls von einem bekannten Stuttgarter Versand. Der ganze Rest entstand aus Sperrmüll und was sich halt im Keller so fand. Natürlich wurden auch alle Material-Großhändler im Freibuger Großraum heimgesucht, um mir bittebittebitte doch hier eine kleine Aluplatte abzusägen oder dort ein Stück Klorohr abzukürzen (Baumärkte waren damals noch nicht erfunden). Meistens hat's mit der Taktik auch geklappt, schließlich war ich ja noch klein und niedlich.

    In der Zwischenzeit kamen auch zwei bis drei Eigenbauten dazu (80% Eigenbau, aber Spiegel selber machen war mir zu heftig, da meine Polierkünste eher mäßig sind und ich wahrscheinlich heute noch nicht fertig wäre).

    Im Lauf der Jahre hat sich der Schwerpunkt dann weiter verschoben in Richtung: so einiges kaufen, ein paar Lücken zum Basteln lassen, das Gekaufte pimpen wo möglich und nötig.

    Aaaaaaber nicht bald und es geht in die Rente. Wahrscheinlich ist's eine Illusion, aber da bleibt dann mehr Zeit für Eigenbauen. Mal gucken ob das tatsächlich was wird.


    Viele Grüße, Jürgen

    P.S. Was möchtest Du denn mit dem Endresultat Deiner Umfage anfangen?

    Hallo Leute.


    Gestern Abend war es mal wieder soweit; ich fuhr bei strahlend blauem Himmel raus auf den Acker zum Beobachten, um dann dort angekommen fassungslos die geschlossene Wolkendecke anzustarren. Das war jetzt dieses Jahr seit der Sommerpause das gefühlte zehnte Mal, dass das passiert. Naja, eigentlich wollte ich ja auch die neue Stirnlampe ausprobieren. Jedenfalls: beim planlos Rumgucken kam tatsächlich ab und zu doch der (fast noch volle) Mond durch eine Wolkenlücke im Osten durch. Da ja sonst nichts zu tun war, guckte ich auch mal zufällig nach Westen, und da stand er: mein erster Mond-Regenbogen, immerhin ein etwa 90 Winkelgrad-Ringbogen. Farben waren natürlich nicht zu erkennen, aber der Bogen war eindeutig zu erkennen und kam und ging mit dem Mond. Schickschick, so hell hatte ich den gar nicht erwartet, aber irgendwie muss zufällig alles dafür gepasst zu haben. Wenigstens ein kleiner Trost für diesen Abend.


    Euch einen klaren Himmel wünscht Jürgen.

    P.S. Die Stirnlampe hat funktioniert.

    Hallo Drehn.


    Vielen herzlichen Dank für den großartig geschriebenen Bericht; Du schreibst auf jeden Fall viiiiiiel besser als man Dir vielleicht mal einreden wollte (ich habe da selber so ein paar Schul-Traumata....). Das gleiche gilt auch, glaube ich, fürs Zeichnen da Du das ansprichst. Einfach machen!

    Erstaunlich ist der krasse Unterschied in den Abbildungsqualitäten Deiner zwei Röhren. Liegt das vielleicht auch am Standplatz? Also ich meine so zwischen Häusern und Wänden und Betonplatz, womöglich nach einem sonnigen Tag am frühen Abend? Da wäre ich gespannt auf weitere Eindrücke von Dir z.B. im Winter, und spät in der Nacht. Ansonsten heißt natürlich viel Öffnung haben auch viel Turbulenz eingefangen. Und viel Glück mit der Säule.


    Beste Grüße, Jürgen

    Hallo Leute.


    Ich könnte mir noch vorstellen, dass der Verbrauch von Rhodopsin bei Belichtung unserer Netzhaut eine Rolle spielen könnte: dieser Sehpurpur ist fürs Nachtsehen zuständig. Bei Belichtung wird er verbraucht und muss erst wieder neu synthetisiert werden, dazu wird z.B. Vitamin A benötigt. Dieser Vorgang dauert einige Sekunden. Beim FS-Schwenken bewegen wir evtl. das Objekt der Begierde immer wieder in Bereiche der Netzhaut, die noch unbelichtet und damit vollgepackt sind mit Rhodopsin, also auch empfindlicher - erstmal.

    Das bevorzugte Erkennen eines rennenden Sägelzahntigers - vor Allem auf uns zu - ist sicherlich ein evolutionärer Vorteil. Bleibt das Vieh hocken dann ist es satt, und wir können in Ruhe weiter Galaxien suchen.


    Grüße, Jürgen

    Hallo Claus.

    Gut dass Du den Stoyan hast: versuche zuerst einmal die Beugungsringe zu sehen, erst dann lohnt sich ein Weitermachen.

    Zu Deinen Fragen: bis Du wirklich eine Beeinträchtigung der Abbildung durch Verunreinigungen sehen kannst, muss der Spiegel schon wirklich ultradreckig aussehen. Soweit bist Du noch lange nicht, wenn ich Deine Fotos sehe. Vor allem wenn Du bei Draufsicht nichts sehen kannst.

    Eine Reinigung ist nach meiner Meinung also nicht dringend anzuraten (um Deine Worte zu gebrauchen)......nach meiner Meinung, wohlgemerkt.

    Wenn Du ihn reinigst, dann dient das eher Deinen Nerven und zur Beruhigung. Und wenn Du ihn vorsichtig badest und berührungsfrei abspülst, kann eigentlich auch nichts dabei kaputt gehen. Der Vorteil wäre, dass Du auch mal das "Innenleben" der Lagerung zur Gesicht bekommst und Du den Spiegel wieder spannungsfrei einbauen kannst. Die Abbildung wird aber nicht "besser" werden. Anleitungen zur Reinigungen gibts im Forum zur Genüge.

    Ich reinige meine Spiegel immer erst, wenn ich den Eindruck habe, dass massiv klebriges und/oder aggressives Zeug drauf gelandet ist, was die Schicht angreifen könnte (einmal hat mir eine Fledermaus auf den 10-Zöller Spiegel gekackt, der keine Quartz-Schutzschicht auf dem Alu hatte - kein Witz), zumindest denke ich es war eine Fledermaus. Den Mist, im wahrsten Sinn des Wortes, habe ich natürlich sofort gereinigt. In den letzten 40 Jahren habe ich solche Badetage allerdings erst 6-8 mal privat durchgezogen, und etwa ein Dutzend mal für ein Forschungsprojekt. Dort habe ich allerdings Kollodiumgel in Dimethylether verwendet, eher nichts für den Hausgebrauch. Und wenn Du sowas als Privatmensch übers Internet bestellst, landest Du wahrscheinlich erstmal in der Rasterfahndung,schließlich sind wir in Deutschland.

    Beste Grüße, Jürgen.

    Hallo Claus.


    Das klingt doch erstmal alles ganz gut und beruhigend.


    Kann ich daher jetzt Astigmatismus ausschließen?

    Naja, so eine Ferndiagnose würde ich jetzt nicht wagen; hast Du denn die Beugungsringe erkennen können? Such doch mal hier im Forum nach Bildern von Beugungsfiguren, insbesondere auch welche die auf Spiegelfehler hindeuten. Oder google danach. Ich persönlich bin ein Fan vom:

    H. R. Suiter's : Star testing astronomical telescopes, 2nd ed. Willmann-Bell Inc. , ISBN 978-0-943396-90-3

    Man kriegts nur noch direkt aus den USA, vielleicht hilft Dir der Buchhändler Deines Vertrauens? Dort sind jede Menge Fotos drin und Hinweise, wie was geht und wie man was berechnet. Eine sehr gute Investition, ich habe vor einem Jahr ca. 50 Euro hingelegt incl. Transport + Steuern (war glaube ich sogar zollfrei).

    Oder noch besser: auf zum nächsten Teleskoptreffen und schnapp' Dir dort jemanden der damit Erfahrung hat......learning by doing, wie der Lateiner sagt :)


    Liebe Grüße, Jürgen.

    Hallo Claus.


    Der Sterntest wird, wie Stathis auch schreibt, ganz dicht am Fokus (intrafokal = in Richtung Hauptspiegel) bzw. extrafokal (vom Hauptspiegel weg) durchgeführt. Versuche die konzentrischen Beugungsringe zu sehen bzw. deren Deformation, und vor Allem deren Asymmetrie zwischen intra- und extrafokal. Du bist dann nur Bruchteile eines mm vom Fokus weg. Könner das Fachs sehen neben Asti auch sowas wie Über- oder Unterkorrektur, und anderes Zeugs was man eigentlich nicht will.


    Komischerweise konnte ich den Offset (Versetzung des Schattens von Fangspiegel und -streben?) deutlich sehen. Ich hatte das Bild aber auch komplett unscharf gestellt. Ich muss es noch einmal prüfen, wenn ich den Sterntest nach der Anleitung von dir und Stathis durchführe.


    Wenn Du ordentlich weit vom Fokus wegfährst (einige mm) dann hast Du eher den Test auf gute Justage, d.h. Du siehst dann keine Beugungsringe mehr sondern nur einen kreisförmigen Lichtkreis (aussen begrenzt durch den Rand des Hauptspiegels), innerhalb dessen der Fangspiegelschatten dunkel hervortritt. Bringst Du diese zwei Kreise perfekt in die Mitte des Blickfeldes, dann sollte der Fangspiegelschatten (Fast !) perfekt in der Mitte des großen Lichtkreises liegen. Dann ist die Justage gut. Schiebst Du dieses Bild weg von der Blickfeldmitte, dann verschiebt sich auch die Position des Fangspiegelschattens weg vom Kreismittelpunkt des Lichtkegels vom Hauptspiegel. Nennen wir das Ding mal Parallaxeneneffekt, etwas salopp, aber das Kind braucht einen Namen (s.u.). Ich vermute mal, Du hast womöglich das gesehen?


    Und jetzt zum Fast! da oben: Du siehst, im Prinzip, den Offset ebenfalls, der Fangspiegelschatten erscheint um Sinus 45° mal den Offset verschoben entweder in Richtung Hauptspiegel oder in Richtung des Sterns der als Lichtquelle dient, je nachdem wo genau Du Dich relativ zum Fokus befindest. Der Offset geht ja 1) weg vom OAZ und 2) Richtung Hauptspiegel, drum die 45°. Aaaaaber: im T300 (man bemerke den eleganten Schwenk zurück zum Titel des Thread) ist der Offset gerade mal 2,7 mm, den sieht, glaube ich, niemand mehr (weniger als 1% vom Hauptspiegeldurchmesser). Zumindest ich bin dafür zu blind. Und dazu kommt der Parallaxeneffekt von oben, d.h. nur etwas raus aus der Mitte und futsch ist das hübsche Konstrukt, d.h. der Offset ersäuft in der Parallaxe.


    Sorry, ich bin so ziemlich der letzte Schreiberling vor dem Herrn, drum wirkt das Alles vermutlich reichlich wirr. Wenn Du trotzdem was verstanden hast und noch Fragen, dann raus damit.


    Viele Grüße, Jürgen.

    Hallo Leute.


    Ich hatte ebenfalls das Glück, 15 km südlich von Greifswald den Boliden tief in südlicher Richtung sichten zu können. Die Farbe war geblich bis rötlich, er schien von hier aus gesehen fast senkrecht runterzukommen um dann in viele Teile zu zerbrechen (ca. 3 Grad über dem Horizont, östlich vom Sternbild Rabe). Zum Glück war die Atmosphäre in dieser Nacht extrem transparent, denn ich hatte schon den Eindruck dass der sehr weit entfernt sein könnte (ich hatte ja auf irgendwo Höhe Berlin oder so getippt......)


    Grüße, Jürgen.

    Hallo Leute.


    Ich kenne Borofloat als rein weiß, der Spiegelrand ist sandgestrahlt und damit der Spiegelkörper perfekt zylindrisch. Meine älteren Spiegel (ca. 10-18 Jahre alt) daraus waren alle so, nur wurde das Floatglas auf einem Quecksilberbad gegossen, was die Plattendicke begrenzt hat. Supremax (das wohl "modernere" Material) ist gewalztes Borofloat und das gibts wohl noch nicht so lange, also muss das sandgestrahlt werden zum Plattenschneiden und das sieht man. Dafür gibts das in dickeren Platten, sagt zumindest das Datenblatt von Schott.

    Mein "älterer" Taurus-Spiegel hat einen ganz glatten, leicht konischen gewellten Rand und gelbliches Material, und Adam von Taurus schrieb mir, dass das Suprax sei. Das erscheint alles schlüssig, und Stathis hat mir da dankenswerterweise auch noch Nachhilfe gegeben,also passt das zusammen. Supremax (3,25E-6 K^-1) hat einen etwas kleineren thermischen Ausdehnungskoeffizienten als Suprax mit 4,1E-6 K^-1, sagt Schott. Ausserdem gibts Supremax in 57,2 mm Plattendicke von Schott.

    Auf dem Spiegel steht weiter nichts ausser ein paar Markierungen für die (Interferometer?)-Vermessung.


    Grüße, Jürgen.

    Hallo Claus.

    Dem Text von Stathis gibts wohl nichts hinzuzufügen. Ich mache den Sterntest gerne bei 200 x - 600 x, was eben der Himmel (das Seeing) so hergibt. Beim 16'er war ich da immer so mit 400 - 800X dabei. Es gibt auch Nächte, da kann man sich den Sterntest verkneifen weil das Seeing zu schlimm ist. Wiederhole ruhig die Tests immer mal wieder und vergleiche die Bilder, die sich ergeben haben bzw. mache die Notizen, denn (zumindest mir gehts so) man vergisst halt doch Details schnell wieder.

    Zu irgendwelchen Abschattungen: die werden um 180 Grad gespiegelt wenn Du durch den Fokus fährst. Halte mal die Hand oder einen Finger in den Strahlengang und fahre durch den Fokus, dann bekommst Du ein Gefühl für die ganze Sache und die Dimensionen. Dejustiere auch mal bewusst und schaue auf den Effekt. Asti dreht sich um 90 Grad. Da unsere Spinnen drei Beine haben ergibt sich daraus ein dreizahliger Beugungsstern, beim scharfen Hinsehen siehst Du sechs Beugungs-Spikes.

    Der Offest ist bei uns so klein, dass er per Fangspiegelschatten nicht gesehen werden kann, zumindest ich selber sehe ihn nur beim Justieren am Tag per Cheshire und wenn ich weiß wo und wie ich gucken muss.

    Mein Messprotokoll sieht übrigens ganz ähnlich aus wie Deines, vom Format her.

    Zum Messprotokoll selber: die Werte 300/1500 habe ich erstmal, ganz treudoof und gutgläubig, also sowas wie eine Typenbezeichnung genommen, anders kann das nicht sein. Da Dein Spiegel noch 6 Monate älter ist als meiner, hast Du wohl auch noch Suprax als Material. Nachdem ich vorgestern etliche Details in M65 und M66 gesehen habe bin ich halbwegs beruhigt, das limitierende Element sind wohl inzwischen meine Augen.


    Beste Grüße, Jürgen.

    Hallo Claus, hallo Stefan.


    Claus: Leicht oval verformte Sterne könnten wirklich auf Asti zurückzuführen sein. Siehst Du denn beim Sterntest, dass sich die "lange Ellipsenachse" um 90 Grad dreht, wenn Du durch den Fokus fährst? Die Halteschrauben lockern ist ganz leicht: Du nimmst die Spiegelabdeckung runter indem Du die Justierschrauben ganz öffnest und hast dann seitlich drei weiße Kunstoffschrauben (nicht zu übersehen, wohl aus Nylon) die den Spiegel halten. Öffne die Schrauben, bis der Spiegel kraftfrei liegt. Wackle vielleicht auch mal leicht an der Schlinge, vielleicht übt dort irgendwas Druck aus. Hast Du ein Zertifikat für den Spiegel? Daraus muss eigentlich hervorgehen, dass kein Asti vorliegt. Da es ein Gebrauchtgerät ist, wird sich wohl kaum noch was reklamieren lassen. Bei mir ist davon auf jeden Fall überhaupt nichts zu sehen, obwohl die ersten Nächte hauptsächlich für gründliche Sterntests bei verschiedenen Bedingungen benutzt habe.

    Im Sterntest sieht man deutlich die Schatten der drei Halteplättchen, die senkrecht auf der Spiegelfläche aufliegen und ein Herausfallen verhindern sollen. Da habe ich mir schon wesentlich kleinere Exemplare gemacht; die kommen dran wenn ich die Spiegelbox mal wieder öffne. Man sieht die Schatten wenn man sucht. Im Fokus sind sie natürlich weg, werden aber die Modulations-Transferfunktion sicher nicht verbessern.

    Koma hat's natürlich bei f/5, stört mich aber nicht; ich benutze sie sogar ganz gern. Bei guter Justage siehst Du im Bildfeld den "sweet spot", innerhalb dessen die Koma verschwindet da Du auf der optischen Achse liegst. Du kannst die Justage zu so überprüfen: liegt der "sweet spot" mittig im Blickfeld, ist die Justage perfekt. Liegt sie am Rand, dann dobse Deine Planetenbild oder was Du hast dorthin, um ein optimales Bild zu kriegen. Liegt der Spot außerhalb, dann ist die Justage noch ausbaufähig.

    Auf lange Sicht werde ich auch den recht großen Fangspiegel durch einen kleineren ersetzen, ich muss halt die Stangen um 50 mm verlängern (Material liegt schon da) und einen ultraflachen OAZ einbauen. Auch davon verpreche ich mir noch was am Planeten.

    Die abgeplatzten Lackstückchen sind wirklich ärgerlich, aber wohl nicht zu vermeiden; obwohl ich auf das Ding aufpasse wir auf ein rohes Ei. Da hilft wohl nur: tief durchatmen und sich damit abfinden. Schwarz drüberpinseln sieht wahrscheinlich arg gebastelt aus........

    Zum Drunterstellen habe ich mir eine 300 mm hohe Holzkiste gebaut und wetterfest dunkel lackiert, die wirklich bombenfest steht, also kein merklicher Unterschied zum Stand direkt auf dem Boden (Materialwert 25 Euro). Und die beste Ehefrau von allen benutzt das Ding um Gemüse zu transportieren.

    @Stefan:Der T500 ist sicher ein Traumgerät, aber aus dem Alter bin ich jetzt wohl endgültig raus. Viel Spaß mit dem Teil.


    Beste Grüße, Jürgen.

    Hallo Jochen.


    Zumindest hat der Arbeitskreis Meteore e.V. eine Warnliste:


    Polarlicht-Warnliste


    wo man sich eintragen kann und auch selber "warnen".


    Und ich Depp dachte zuerst noch: "das sind aber komische Wolken, und dann noch so hell". Bis dann klar wurde dass das mit Wolken nichts zu tun hat.

    Das waren bisher die hellsten und spektakulärsten Polarlichter meines Lebens; natürlich ohne eine Kamera in der Tasche dabeizuhaben.


    Noch ist die Sonne ja eine zeitlang aktiv.........


    Viele Grüße, Jürgen (von der Ostseeküste)

    Hallo Jochen.


    Glückwunsch zu dem tollen Fang. Ich war draussen auf Galaxienhatz, als ich zur angegebenen Uhrzeit tief im Westen (Start ca. 8 Grad über dem Horizont, Ende der Leuchtspur ca. 2 Grad, Richtung recht genau West) während einer Zeitdauer von etwa 2-3 Sekunden den Boliden sehen konnte. Durch den langen Weg in der Atmosphäre erschient er gelblich-rötlich. Ich hatte den Eindruck, der kam fast senkrecht runter, was aber durch meine Beobachtungsposition (15 km südwestlich von Greifswald) verfälscht sein kann. Dein kurzer Film passt sehr gut zu meinem visuellen Eindruck. Unwillkürlich kam mir wieder die Erinnerung an den Neuschwanstein-Boliden, der damals allerdings türkisfarben direkt über mich wegzog, auch als ich gerade hinter ein paar Galaxien her war. Ich muss wohl öfter auf Galaxienjagd gehen :)


    Viele Grüße, Jürgen

    Das würde ja alles zusammenpassen: ich habe den schmalbandigen [OIII] vom Baader, da geht kein H-beta mehr durch. Drum bringt der wohl nicht so viel. Ein breiterer [OIII] plus H-beta (sprich: UHC) könnte also doch noch was rausreißen.


    Grüße, Jürgen.

    Hallo Thomas.


    Offiziell läuft NGC2024 unter Emissionsnebel, da sollte also ein UHC- oder [OIII]-Filter etwas bringen. Andererseits zeigen IR-Aufnahmen auch ein aktives Sternentstehungsgebiet, sprich einen beginnenden Offenen Haufen, im Zentrum des Nebels. Das deutet auf Staub/Moleküle in der Wolke hin, die "nur" Licht reflektieren. Da hilft ein Filter also nichts, bzw. der nimmt Dir nur das reflektierte Licht weg.

    In der Praxis hat mir ein Filter nie wirklich viel gebracht, d.h. war der Nebel gut ohne Filter zu sehen, war der visuelle Eindruck mit UHC und [OIII] ganz ähnlich. Die Sterne waren dann halt schwächer. Verschwindet der Nebel ohne Filter im Dunst, dann haben auch die Filter nichts mehr rausgeschält.

    Gebracht hat immer: eine Nacht mit sehr guter Transparenz, jegliches Streulicht fernhalten, unbedingt Alnitak aus dem Gesichtsfeld raushalten, eine Optik verwenden die möglichst wenig eigenen Lichthof um helle Sterne produziert. Dann klappts auch mit dem Flammennebel.

    Am eindrücklichsten war der Nebel mal im 25x100 Fernglas, aber unter perfektem Alpenhimmel, ohne Filter. Trotz Alnitak daneben.


    Viel Erfolg, Jürgen.

    Hallo Ihr Lieben.


    Tschuldigung, der rein subjektive Bericht (kein Test !) ist etwas lang geraten. Ich hoffe, das Lesen lohnt sich trotzdem. Und der Bericht hat keineswegs eine Identitätskrise, irgendwo zwischen "Teleskope" und "Beobachtungsbericht". Viel mehr möchte ich mit den beschriebenen Beobachtungen illustrieren, was wie gut zu beobachten war. Für alle, die überlegen sich etwas anzuschaffen, und noch Informationen wünschen. Wetterbedingt ist dieser Teil allerdings arg kurz geraten.


    Nachdem ich bandscheibenbedingt meinen 16" er kürzlich verkaufen musste, war ich also gezwungen "downzugraden" . Es wurde ein 12-Zoll Taurus Professional Dobson T300 in f/5, den ich fast neuwertig, aber gebraucht, vom Händler günstig kaufen konnte (offensichtlich nur einmal benutzt). Was den Rücken anbelangt: der Taurus ist wirklich um einiges leichter als der 16"er, vor allem nicht so sperrig. Das schwerste Teil, die Spiegelbox, wiegt keine 10 kg. Ein ausgesprochener Reisedobson ist er wahrscheinlich eher nicht, als Handgepäck im Flieger wird das wohl auch nichts, aber jetzt kann endlich Teleskop plus Familie gemeinsam in einem Auto in den Urlaub fahren. Und sogar etwas Gepäck kann noch mit :)


    Aber von vorn: in einer stabilen Holzkiste verpackt kam er an. Der Dobson ist sehr schön verarbeitet, es gibt keine scharfe oder krumme Kanten oder Ecken, das Holz ist liebevoll wasserfest gemacht, alle Maße passen perfekt zueinander, es gibt nur pulverbeschichtetes Alu oder Edelstahl, da rostet oder gammelt nichts auch bei Nässe. Die Gleitlager sind etwas schwergängig, aber ein Hauch Ballistol hilft hier schnell ab und jetzt flutscht alles perfekt. Alle Schrauben sind mit Sprengringen gesichert, es gibt also keine verlierträchtigen Kleinteile. Insgesamt ist der Taurus so gut gearbeitet, dass man ihn auch gut als Schmuckstück ins Wohnzimmer stellen könnte. Der Aufbau geht zügig, auch ohne Anleitung hatte ich ihn in 5 Minuten da stehen. Die drei Standpunkte am Boden sind tatsächlich recht nahe beieinander, wenn man allzu hektisch die Höhe verstellt dann kann er schon mal kippeln. Aber mit etwas Übung lässt sich das leicht verhindern bzw. mit radialen Auslegern beheben. Obwohl ein Leichtgewicht, fühlt sich alles sehr stabil an. Das Justieren mit Cheshire und Laser ist in 3 Minuten erledigt und geht schön entspannt, mit von oben zugänglichen Schrauben an der Spiegelkiste.


    Bisher konnte ich an allen meinen Teleskopen entspannt aufrecht stehen, bei ca. 1,5 m Einblickhöhe muss ich mich am Taurus jedoch schon arg verkrümmen, auch im Zenit. Beim Internetanbieter meines Vertrauens gab's als Mittel dagegen ein hübsches, stabil aussehendes Holztischen mit 40 cm Höhe, das sollte als "Unterbau" unter den Dobson dienen. Dazu unten mehr.


    Tatsächlich war es erstaunlicherweise schon am nächsten Abend klar, also nichts wie raus auf den Acker. Auch im Dunkeln ist der Aufbau in weniger als 5 Minuten gemacht, und der Justierlaser-Punkt ist durch das Abbauen und Transportieren nur wenige Millimeter gewandert, so dass die Justage in 1 Minute erledigt ist. Während der Spiegel noch auskühlte, wurde schon mal rumgespielt. Über 30 Grad über dem Horizont lässt sich der Dobson wackelfrei justieren und einstellen, darunter neigt er zu leichten lateralen Schwingungen, die aber dank der Holzkonstruktion in 2-3 Sekunden abklingen. Fokussieren selbst noch bei 400X geht sehr gut, der Feintrieb am Crayford macht's möglich. Dann kam der Sterntest, und da zeigte sich Asti ohne Ende. Hübsch dreieckig, genau was kein Mensch sehen will. Und dann kam, was halt unbedingt kommen muss nach einem Teleskopkauf. Der Ostsee-Nebel zog in Minutenschnelle den Himmel dicht. Irgendwas ist halt immer. Das war also der halbe Beobachtungsabend. Zum Unterbau-Tischchen: tatsächlich war damit die Körperhaltung entspannt aufrecht, aber das Gewackel und Geschwanke schon bei moderatem Wind war nicht akzeptabel. Schon bei 100X wurde ich seekrank. Also bleibt das Tischchen jetzt zu Hause - die beste Ehefrau von allen hat das Ding schon gekapert und jetzt steht's im Wohnzimmer. Aber das war ja auch zu erwarten: ein hoher Schwerpunkt auf einem schwabbeligen Unterbau: viel blöder geht's kaum. Wenn ich mal was tauglicheres finde, lasse ich es Euch wissen. Und sitzen will ich nicht, das mache ich schon den ganzen Tag. Also kein Beobachtungs-Stuhl.


    Der Hut ist von seiner Höhe her ausreichend, alle meine Okulare von 4,7 mm bis 32 mm Brennweite sehen kein direktes Streulicht, wenn ich von gegenüber Richtung Feldlinse mit der Taschenlampe rumfunzle. Trotzdem habe ich mir aus 1 mm Mylarfolie und Velour-Klebefolie eine Hut-Verlängerung mit 30 cm Höhe gebastelt, die diffuses Streulicht noch besser abhalten soll, genauso wie die Luftschlieren durch Atemluft und Körperwärme; schließlich ist der Hut bei mir auf Höhe des Gesichtes bzw. leicht darunter. Zusammen mit der Socke spart das evtl. sogar die Fangspiegelheizung, obwohl die Einzelteile dafür bereits auf dem Basteltisch liegen.


    Über Weihnachten und später kamen dann die obligatorischen dichten Wochen, und ich hatte Zeit, mir tagsüber die Asti-Bescherung genauer anzuschauen, die mich so verschreckt hatte. In der Spiegelkiste sitzt ein massiver Spiegel, mit 37 mm Randdicke. Sooo schnell sollte der also keinen Asti zeigen. Aber die Spiegelkiste war völlig verdreht zusammengebaut, und die seitlichen Halteschrauben waren so zugeknallt, als wolle jemand den Saft aus dem Spiegel quetschen, und die oberen Halteklammern saßen auch recht fest auf. Also alles schnell zu behebende Probleme. Aus lauter Frustration über das miese Wetter wurde der Dobs in den nächsten Tagen dann 10-15 mal auf- und abgebaut und die Justage wiederholt. Alles ist sehr gut reproduzierbar, nach Neuaufbau ist die Justage fast perfekt erhalten und es reicht immer ein kurzes Nachjustieren mit dem Laser.


    Etwas stutzig machte mich der völlig glatte, gewellte konische Spiegelrand und das gelbliche Spiegelmaterial. Das passt so gar nicht zu Supramax, aus dem der Spiegel bestehen sollte, eher z.B. zu Duran. Adam Salawa von Taurus klärt mich dann per Mail nach nur 1 Tag Wartezeit nach meiner Nachfrage auf: der Spiegel ist noch aus Suprax, da schon über 1 Jahr alt. Also passt das schon, fast gleichwertig was die thermische Ausdehnung anbelangt. Gegen einen BK7-Spiegel besitzt das Material nur etwa den halben thermischen Ausdehnungkoeffizienten.


    Dann war es endlich mal wieder klar, und der vollständige ganze Beobachtungsabend konnte jetzt folgen. Sogar Leo stand heute schon knapp über dem Osthorizont: Leute, der Frühling kommt !!! Die Grenzgröße war ca. 5 mag freiäugig im UMi. Und siehe da: der Sterntest zeigte keinen Asti mehr, nur die Schatten der Halteklammern sind etwas massiv. Die Jupitermonde zeigten sind als kleine, gut definierte kreisförmige Scheibchen und Jupiter selber zeigte etliche Wolkendetails, obwohl das Seeing eher mäßig war. Auch Mars war eine klar definierte scharfe Scheibe, allerdings ohne Oberflächendetails erkennen zu lassen. Der Saturn war leider schon Im Horizontdunst abgetaucht. Sehr erfreulich: alle Planeten/Monde standen glasklar vor einem schwarzen Himmelshintergrund mit hartem Kontrast, obwohl die Luft leicht dunstig war. Die Hutverlängerung bringt's glaube ich. Genau heute stand auch Komet C/2022 E3 (ZTF) dicht südöstlich vom Mars, also wurde auch da ein Blick draufgeschmissen. Der nicht sehr ausgeprägte False Nucleus stand leicht außerzentrisch in der Koma (ohne Strukturen), ein gaaaanz leichter Schweifansatz war aber zu erkennen. Weiter ging die wilde Fahrt mit einem Blick auf M81 und M82. Wie zu erwarten, war bei M81 so gut wie nichts von den Ausläufern der Spiralarme zu sehen, da war ich halt vom 16'er verwöhnt. Naja, nur grob halb so viel Licht auf's Auge. M82 zeigte sogar einige dunkle Details vor der Spindel, aber merkwürdig flau. Als ich wieder hochschaute, wurde klar warum. Von Norden her zog mieser fieser Hochnebel rein, eine echte Spaßbremse. Also musste ich einen Beobachtungszahn zulegen. Als nächstes war M35 dran, mein absoluter Liebling unter den OHs. M35 stand als wunderbares Gesprenkel im Okular, immer noch mit hartem Kontrast. Wie Goldstaub auf schwarzem Samt. Auch NGC2158 knapp daneben präsentierte etwa ein Dutzend haarfeine, gut aufgelöste Sternchen vor dem deutlich dreieckigen Nebelhintergrund, der in windstillen Augenblicken eine gesprenkelte Textur annahm. Natürlich musste auch der Orionnebel M42 herhalten, etwas ungewohnt jetzt "nur noch" in grau, nicht mehr so schick in grün wie im 16'er. Naja, früher war halt alles besser. Trotzdem blitzten immer wieder etliche dunklere Filamente und Zonen durch, die dem Nebel eine dreidimensionalen Anstrich verliehen. Vom Running Man Sh2-279 dagegen keine Spur. Der Dunst machte jetzt fast alles platt, sogar Leo war abgesoffen. Ein letzter Blick ging Richtung Auriga zu M37: trotz inzwischen ungenießbarem Himmel stand die ganze gleißende Pracht im Okular mit sicher immer noch ca. 200 Einzelsternen, der knallig-gelbe HD39183, der sich so vordrängelt, verlieh der ganzen Show eine scheinbar dreidimensionale Ausdehnung. Fast wie Saurons Auge; naja fast. Aber dann war Sense, der Himmel komplett dicht. Hilfloses Rumrühren in der Gegend von Ha+Chi brachte nichts mehr zutage. Zeit abzubauen, was dank gesicherter Kleinteile und dem Zieharmonika-Gestänge in 3 Minuten erledigt war.


    Alles in Allem: ein sehr gut gelungenes Teleskop, alle Teile extrem gut durchdacht und sauber realisiert, in besten Materialien. Da ist wirklich jeder Cent gut investiert.


    Wer bis hierher noch nicht zusammengebrochen ist: danke fürs Durchhalten und Lesen.


    Viele Grüße, Jürgen.


    P.S. Das Foto zeigt die Hutverlängerung.

    Hallo Utz.


    Eine Kontrastverbesserung würde ich nicht erwarten. Aber das Filter schützt Deine Augen vor der unsichtbaren IR-Strahlung der Sonne, ist also dringend erforderlich. Ich weiß nicht, welche Wellenlängen das B1200 bereits rausfiltert, also würde ich persönlich nicht auf das BG38 verzichten, denn ohne Grund baut niemand sowas ein. Laut Produktbeschreibung ist das System nur mit B600/B1200 auch bereits visuell einsetzbar, aber da war wohl jemand anderer Meinung bei Deinem Exemplar, warum auch immer. Was sagt denn der Herr Lille?


    Bleib gesund, Jürgen.

    Hallo Marc.


    Willkommen zurück im Club.
    Zu Deiner Frage noch was aus der Erfahrungskiste: mein Lichtenknecker-Fraunhofer ist jetzt etwas über 40 Jahre alt und ich hatte den immer liegend gelagert, vor Allem auch aus Platzgründen. An der Abbildungsqualität hat sich jedoch nichts geändert soweit ich das beurteilen kann.


    Vielen Spaß beim Neustart, Jürgen.