Posts by portaball

    Nachdem jetzt doch so viele Nachfragen zum StarSense Explorer kommen hier nochmal ein paar Erklärungen.


    Das System selbst ist in diesem Video ab 8:25 recht gut beschrieben, davor geht es nur um das Teleskop:


    https://www.youtube.com/watch?v=LY929ih9-7Q&t=933s


    Ich habe mir ja einen Smartphone Halter speziell für mein iPhone gebaut, weil ich den Originalen aus Plastik nicht so ansprechend fand, auch wenn er natürlich einwandfrei funktioniert.

    Dabei habe ich nur noch den Spiegel samt Blendschutz vom Originalteil verwendet.

    Ich bin einfach kein Freund von Plastik und das Auge isst ja auch mit :-)


    In diesem Halter lässt sich das iPhone auch reproduzierbar einlegen, sprich auch beim nächsten Beobachtungsabend stimmt die Ausrichtung noch.



    Der Halter selbst sitzt auf einem kleinen Kugelkopf:



    Auch wenn das alignment in der App wie im Video beschrieben natürlich funktioniert, mit dem Kugelkopf geht es noch einfacher und genauer.

    Dafür nehme ich irgend einen Stern ins Zentrum der Okulare und bewege den Smartphonehalter dann so lange, bis genau dieser Stern auch im Fadenkreuz der App ist.

    Danach passt die Ausrichtung zu 100%


    So sieht das gesamte Setup aus:



    Ich bin davon extrem begeistert.


    Keine Geber, die ich an die Montierung adaptieren muss, keine Kabel, keine Batterie.

    Man braucht keine 2 Sterne zur Ausrichtung, ein x-beliebiger reicht aus.

    Das Finden und Anfahren von Objekten ist total einfach und intuitiv.

    Ein - Auszoomen in der App ermöglicht einem immer den benötigten Massstab und Details.


    Natürlich kann man mit der App auch Objekte identifizieren, dazu muss man sie einfach antippen und bekommt dann die gewünschten Informationen angezeigt.


    Dass die App aus dem Hause Sky Safari kommt und einen identischen Aufbau hat ist für mich das Tüpfelchen auf dem i, da ich meine ganzen Beobachtungsplanungen mit Sky Safari mache.

    Hier die Anleitung für den Redmode unter iOS:


    https://www.cloudynights.com/t…safari-full-red-mode-tip/


    Zuerst muss man den Rotfilter setzen und dann den Zugriff als Shortcut einrichten.

    Dann reicht ein dreifaches schnelles Drücken des Einschaltknopfes um von rot auf normal und zurück umzuschalten.


    Der große Vorteil ist, dass dann wirklich alles rot ist, also auch die Statuszeilen und eventuell aufpoppende Apps.


    Zu Android kann ich leider nichts sagen, solche Dinger fasse ich nicht an :-)


    Grüße Jochen

    Hallo Thomas,


    Nutzt Du iOs oder Android?

    Für iOs kann ich Dir eine Anleitung schicken, wie Du das ganze Display per Kurzbefehl in den Rotmodus versetzen kannst.

    Das ist deutlich besser als der Nachtmodus der App, denn dann sind auch die Statuszeile und eventuell aufpoppende SMS ect. Rot.


    Grüße Jochen

    Hallo Thomas,


    aktuell arbeite ich noch mit dem iPhone.

    Ich will bald ein neues iPad Pro bestellen, das hat ne leicht andere Kameraposition, deshalb baue ich an dem iPad Halter nicht weiter.


    Ich schalte das iPhone komplett auf Rotlicht und dimme es auch ein wenig.

    So stört es mich nicht, allerdings war ich bisher auch nur im Garten, wo es eh nichts stockdunkel ist.

    Ich denke aber durch weiteres Dimmen kann man das jeder Situation anpassen.


    Ich mag es schon zentral auf dem Bino haben, erstens ist es da am einfachsten zu befestigen, steht nicht seitlich raus und zeigt auch direkt in Beobachtungsrichtung.

    Man kann schnell den Blick von den Okularen aufs Display richten und zurück.


    Grüße Jochen

    Es wurde Dir ja schon mehrfach gesagt, es deckt sich mit Deinen heutigen Erfahrungen und ich kann es auch nur noch einmal unterstreichen.

    Zwei Augen sehen deutlich mehr als eins, ziemlich genau Faktor 1,4 und das Beobachten ist damit auch angenehmer.


    Das gilt aber nur, wenn jedes Auge auch ein eigenes Objektiv bekommt, wie beim Fernglas eben, ein Objektiv mit 2 Okularen wie beim BTX ist ein fauler Kompromiss.

    Durch den Strahlteiler verlierst Du erstmal 50% des Lichts um dann wieder Faktor 1,4 durch binokulare Addition zu gewinnen.


    Da Du am Tag und bei Nacht beobachten willst kommt eigentlich nur etwas mit aufrechtem und seitenrichtigen Bild in Frage, also ein Spektiv oder viel besser, ein möglichst großes Fernglas. idealerweise mit Wechselokularen.

    Ob Du nun ein 80er, 100er oder 120er nimmst ist Dir überlassen.


    Ich denke, monokular wirst Du nicht glücklich werden, auch ein Teleskop, egal ob mit bildaufrichtendem Prisma oder gar Binoansatz, es ist für Deinen Bedarf nicht Fisch und nicht Fleisch.


    Ich bin mit Teleskope eingestiegen und recht schnell beim Fernglas gelandet und habe ein Teleskop noch keinen Tag vermisst.

    Wir haben zum Glück 2 Augen, weshalb sollten wir darauf verzichten den Vorteil auch zu nutzen?

    Wären wir Zyklopen sähe es natürlich anders aus :-)


    Ein sehr gutes Handfernglas hast Du ja bereits, hier noch etwas besser und größer wird nicht den großen Unterschied bringen.

    Soo groß sind die 80er, 100er und auch 120er nicht, machen aber einen ganz gewaltigen Unterschied, vor allem weil man durch Wechselokulare auch die Vergrößerung ändern kann.


    Wenn Du viel und gerne freihändig beobachtest solltest Du auch mal durch ein stabilisiertes Canon Glas schauen.

    Um mich war es beim ersten Test geschehen und ich will nie mehr etwas anderes.

    Immer ein sauber stehendes Bild ohne Zittern und ganz ohne Stativ, da gehen dann auch 15x aus der Hand und zeigen deutlich mehr Details.


    Grüße Jochen

    Also, 100mm sind Dir zu groß, von Swarowski soll es sein und binokular wäre nett (was ich nur unterstreichen kann)

    Nun, es gäbe da eine Lösung, das Swaro ATX95 Bino :-)


    153248172.4IAKF8nM.jpg


    Grüße Jochen

    Vielleicht ein Flaschenzug mit Motor und einem Fußschalter?


    Ja, man macht sich permanent Gedanken zum Optimieren, um sich das Leben leichter zu machen, damit der innere Schweinehund weniger Chancen hat einen vom Beobachten abzuhalten.


    Grüße Jochen

    Hallo Jörg,


    hast Du keine Möglichkeit einen kleinen (Motor) Flaschenzug an die Decke des Balkons zu machen um den Apo zumindest abzusichern aber auch einfacher positionieren zu können?

    25 Kilo sind ja nicht die Welt und mit 2K Klebedübeln geht sowas auch mit kleinen Bohrungen sicher zu befestigen.


    Grüße Jochen

    Danke Jörg!


    Du hast Recht, ich mag keine Fummelei und Technik beim Beobachten, schon Filterwechsel sind mir ein Graus, Okulare wechseln geht gerade noch eben so :-)


    Dennoch ist das Thema interessant und Basteleien sowie mit der Drehbank Adapter Anfertigen mag ich je sehr gerne.

    Deshalb werde ich mir mal so ein Keilprisma besorgen und damit monokular herumspielen, auch um zu sehen was genau es im Positiven und Negativen bewirkt.


    Planeten sind ja nicht meine Paradedisziplin, auch wenn ich speziell Saturn ganz gerne mag.

    Da mein Bino alles irgendwie ganz gut, aber nichts ausgesprochen perfekt kann wird es immer ein Kompromissgerät für alle Disziplinen bleiben.

    Da ist es wohl vernünftiger den jeweiligen Einsatz den Gegebenheiten anzupassen, sprich Planeten besser dann zu beobachten, wenn sie höher am Himmel stehen.


    Grüße Jochen

    Hallo Jörg,


    wenn ich Dich richtig verstehe sind die einfachen Keilprismen fürs Bino nicht geeignet, weil ich damit wegen der Strahlablenkung keine deckungsgleiche Bilder mehr bekomme.

    Systeme aus mehreren verkitteten Keilplatten würden dieses Problem zwar lösen, passen beim Bino aber nicht zwischen Fokussierer und Okulare.

    Wo genau liegt denn hier das Problem, legen diese Teile den Fokus weiter nach innen oder nach aussen?


    Das schnelle Öffnungsverhältnis der Binos scheint auch ein Problem bei der Verwendung von SDCs zu sein, oder?

    Wäre das mit einer Barlow zu lösen?

    Klar wäre das Feld dann kleiner, aber es geht ja ausschliesslich um Planeten...


    Grüße Jochen

    Hallo Jörg,


    ich denke die Keilprismen sind primär für die Planetenbeobachtung interessant, also bei kurzbrennweitigen Okularen.

    Hierfür sollten auch kleine Keilprismen mit z.B. 25mm Durchmesser reichen.


    Der Plan war sie zu adaptieren, in beide Okulare einzuschrauben und dann die Okulare zu drehen, bis die Farbsäume weg sind.

    Ich denke, dann sollten auch beide Prismen automatisch parallel ausgerichtet sein und man keine Doppelbilder sehen.


    Wo ist der Denkfehler?


    Grüße Jochen

    Hallo Jörg,


    ja, Dietmar hat mich auch schon angeschrieben und ich werde mir mal zwei Keilprismen besorgen und damit experimentieren :-)


    Die Helligkeit bei Jupiter ist definitiv ein "Problem" wahrscheinlich ist es am Besten nur bei idealem seeing zu beobachten wenn man die maximale Vergrößerung nutzen kann, die dann auch entsprechend abdunkelt.


    Dennoch habe ich gestern oft an alte Zeiten gedacht wie mich damals die Spikes an Jupiter in den Wahnsinn getrieben haben.

    Dieses Thema ist zum Glück erledigt :-)


    Grüße Jochen

    Ab gestern Nachmittag sah es so aus als könnte sich gegen Mitternacht für 2-3 Stunden eine Beobachtungslücke ergeben, genau dann, wenn auch die Planeten sichtbar werden.

    Als ich dann ab 23:00 Uhr Sterne sehen konnte habe ich mal aufgebaut.


    Ich wusste, dass die Bedingungen nicht perfekt sein würden, aber ich wollte insbesondere auch sehen wie "groß" Saturn und Jupiter mit meinen Okularen sein würden, sprich ob ich mit den mit dem 150er möglichen Vergrößerungen zufrieden sein würde oder mach mehr gelüste :-)

    Auch wollte ich sehen ob die XWA 4.7 und 3.5 überhaupt sinnvoll an den Planeten einsetzbar sein würden.


    Und ich wollte mich endlich mal an Pluto und Neptun versuchen, die ich beide bisher noch nie gesehen hatte :-)


    Wirklich gut waren die Bedingungen nicht, es waren immer Zirren in der Luft, dazu kam der Vollmond, der durch einen deutlich sichtbaren Hof geziert war ...

    Der Rand des Mondes flimmerte deutlich und zeigte stellenweise auch etwas Farbe.

    Auch Sterntests zeigten ziemlich zappelnde Beugungsfiguren.

    Dennoch ging ich es an, ich wollte Saturn endlich mal wieder in guter Größe und Qualität live sehen.


    Das StarSense System hat wieder perfekt funktioniert, einmal justiert trifft es während der gesamten Beobachtungszeit zu 100%, man macht sich keine Gedanken mehr darüber und nutzt es einfach.

    Toll ist, dass man dadurch problemlos zwischen den Objekten hin und her springen kann ohne jedesmal lange suchen zu müssen.

    Ich fokussiere beim Okularwechsel sehr gerne an einem mittelhellen Stern, was ich mir früher gerne verkniffen habe weil die Suche nach dem eigentliche zu beobachtenden Objekt so lästig war.

    Dank StarSense ist das nun völlig unproblematisch.


    Da Saturn und Jupiter noch hinter einem Berg waren versuchte ich mich zuerst an Pluto, der recht nah am Vollmond stand - keine Chance...


    Als Saturn dann endlich sichtbar wurde waren die ersten Bilder ziemlich enttäuschend, aber als er nach 30 Minuten höher am Himmel stand kam bei mir doch noch Begeisterung auf.

    Auch Saturn zeigte in den Okularen einen deutlichen Hof, was für die Feuchtigkeit in der Luft sprach :-(

    Dennoch war er relativ knackig und Cassini war anfangs blickweise, später durchgängig sichtbar.

    Die Vergrößerung konnte ich mit der Zeit von 140 über 180 bis 240x steigern, die Bedingungen wurden immer besser, waren aber lange nicht perfekt.

    Von den Monden war nur Titan sichtbar, wie gesagt, der Himmel war sehr hell...


    Bei Jupiter dann das selbe Spiel, zuerst nicht besonders gut aber mit zunehmender Höhe und fortschreitender Zeit wurde es besser.

    Natürlich waren Wolkenbänder zu sehen, aber leider doch ziemlich kontrastarm.

    Durch die größere Helligkeit hatte Jupiter auch einen ausgeprägteren Hof als Saturn, und auch an den Rändern von Jupiter waberte es deutlich.

    Vier Monde waren zu sehen, blickweise sogar klar als Scheibchen, für mich ein völlig neues Erlebnis


    Gegen 3 Uhr wurden die Bedingungen wieder schlechter und ich habe abgebaut, natürlich nicht ohne vorher noch einen Blick auf den hinterm Berg vorlugenden Neptun zu werfen


    Natürlich habe ich auch dieses mal mein übliches Spiel gemacht ein Auge zu schliessen und direkt mit der beidäugigen Beobachtung zu vergleichen.

    Dabei ging es mir dieses mal nicht um die erhöhte Lichtsammelleistung sondern ich wollte sehen, was es mit der zusätzlichen virtuellen Vergrößerung auf sich hat.

    Man liest ja immer der Faktor sei um 1.25 und ich denke das kommt hin, ein im Gesichtsfeld zentrierter Saturn erschien mir mit beiden Augen um 25% größer als mit einem Auge.

    Wirklich toll ist aber die Plastizität die der Planet mit 2 Augen gewinnt, nein, natürlich nicht dreidimensional, aber deutlich irgendwie plastisch und wirklich sehr ästhetisch.


    Schon nach den wenigen Beobachtungen ist mir die Technik in Fleisch und Blut übergegangen, alles ist völlig intuitiv, man benutzt es einfach und kann sich komplett aufs Beobachten konzentrieren.


    Auch wenn die Bedingungen bestenfalls mittelmäßig waren kann ich sagen, dass ich noch nie so einen tollen Saturn gesehen habe, auch nicht mit dem 12.5" Portaball.

    Meinen persönlichen Bedarf an "Planetenteleskop" erfüllt das Bino mit Bravur, mehr brauche ich nicht.

    An offenen Sternhaufen sowie Milchstraßenwandern ist es erwartungsgemäß perfekt und an Galaxien hat es meine Erwartungen sogar übertroffen.

    Selbst faint fuzzies, die ich bisher (monokular) immer recht langweilig und uninteressant fand, haben mit dem 150er Bino ihren Reiz, was ich so niemals erwartet hätte.

    Der weak point sind definitiv die Kugelsternhaufen, hier ist mehr Öffnung nicht zu kompensieren, aber dessen war ich mir immer bewusst.

    Was aber nicht bedeutet, dass man nicht mit Freude Kugelsternhaufen beobachten könnte, aber 12.5" glänzen da doch deutlich mehr...

    Was mit Filtern in Sachen Nebel möglich wäre werde ich erst gar nicht ausprobieren, zu diesem Thema schlage ich ja einen komplett anderen Weg ein.


    Auch mit meiner Okularwahl bin ich sehr zufrieden, ich mag einfach diese weiten Felder und an der optischen Qualität habe ich absolut nichts auszusetzen.

    Meine Angst, dass die Nachführung bei 240x schon in Stress und durch Nachschwingen zittrige Bilder ausarten könnte war absolut unbegründet.


    Fazit:

    Das 150er APM erfüllt meine Erwartungen zu 100%, eher werden sie sogar noch übertroffen.

    Auch die Wahl der Montierung mit Stativ, Kurbelsäule und Fluidhead ist perfekt.

    Ich kann mir kein Instrument vorstellen, welches mir (bei gleicher usability) so viel Freude machen könnte.

    Deshalb weiss ich auch, dass ich mich nicht mehr nach anderen Instrumenten umsehen muss, für mich ist damit das maximal machbare erreicht.


    Allerdings muss auch der Himmel dazu passen, bei Beobachtungen unter nicht 100% perfekten Bedingungen kann das Instrument seine Qualitäten natürlich nicht ausspielen.

    Ich bin wirklich gespannt, was mich da noch an den Okularen erwartet, wenn die Bedingungen mal wirklich stimmen...


    Grüße Jochen

    Hallo Thomas,


    die Frage ist für mich auch die usability dieser Dinger.

    Ich mag es ja generell sehr einfach und bei einem Restlichtverstärker gibt es einen Einschalter und einen Knopf für den Grad der Verstärkung.

    Digitale Nachtsichtgeräte sind ja im Prinzip Digitalkameras und dort muss man sich dann wie bei diesen durch Menues hangeln, und das im winzigen Sucher.

    Das ist definitiv nicht das, was ich will.


    Der Reiz für faint fuzzies ist bei mir inzwischen erstaunlicherweise auch angekommen, früher fand ich die total uninteressant.

    Aber im 150er Binos mehrere Galaxien z.B. in der Jungfrau gleichzeitig im Sichtfeld zu haben hat schon was besonderes, auch wenn es nur verschieden geformte graue Fleckchen sind.


    Tatsächlich war das sogar der Grund, weshalb ich mir doch mehr Öffnung wünschte, was aber realistisch nicht geht.

    Und so kam ich auf die Restlichtverstärker als Aperturbooster :-)


    Grüße Jochen

    Hallo Thomas,


    Die Kameraseite ist nicht das Problem, hier passt die Auflösung, Rauschverhalten und Empfindlichkeit.

    Das Problem ist die Seite, in die man reinschaut, hier gibt es wohl noch keine Displays mit ausreichend feiner Auflösung.


    In Sachen digitaler Nachtsichtkamera ist die Sionyx aktuell das Mass der (bezahlbaren) Dinge:


    https://de.sionyx.com/products/aurora-pro


    Im Bereich Unbezahlbar geht natürlich etwas mehr :-)


    https://www.youtube.com/watch?v=8bTgG2Ft4xQ


    Grüße Jochen

    Auch wenn das Stativ mit Säule und Fluidhead an einen Stück zu tragen ist, sind das doch ziemlich unhandliche 20 Kilo...
    Deshalb habe ich mir jetzt noch eine Alubox besorgt, in die der Fluidhead und die 3 Nivellierscheiben des Stativs passen.
    In dem Koffer ist auch noch Platz für mein schwarzes Beobachtungstuch.



    Dadurch wird alles doch deutlich handlicher und angenehmer zu tragen:


    - Stativ mit Säule (10 Kilo)
    - Fluidhead im Koffer (12 Kilo)
    - Okularkoffer (15 Kilo)
    - Bino (22 Kilo)
    - Hocker (2 Kilo)

    Da ich den Hocker und Fluidhead in einem Gang tragen kann muss ich 4 mal laufen
    Insgesamt dauert der Aufbau mit Ausnivellieren maximal 10 Minuten


    Nicht mehr ganz grab and go aber auch kein dramatischer Aufwand.

    Nach dem Beobachten lasse ich Stativ, Säule, Fluidhead und Hocker abgedeckt draussen stehen und räume nur das Bino und die Okulare weg.

    Den Rest sammle ich am nächsten Morgen ein

    Grüße Jochen

    Hallo Thomas,


    es sind im Prinzip 3 Dinge:

    - Analog gegen Digital

    - Auflösung: Digitale Sucher / Okulare sind nach wie vor pixelig. Der Phosphorschirm hat eine deutlich höhere Auflösung jenseits des Auflösungsvermögens unserer Augen

    - Kleiner Restlichtverstärker mit interner Batterie so groß wie ein mittelgroßes Okular gegen großem technischen Aufwand aus Kamera, Computer und elektronischem Okular oder Bildschirm nebst Kabeln und Stromversorgung


    Hier gibt es über die Funktionsweise der Restlichtversstärker ein gutes Video:


    https://www.youtube.com/watch?v=ADuS0nyKWRI&t=226s


    Ein gutes Beispiel für EEA ist Stellina.

    Hier hast Du ein automatischen Teleskop mit Kamera, die Bilder betrachtest Du dann auf dem Smartphone:


    https://vaonis.com/stellina


    Die beiden Verfahren sind mitnichten verwand oder gar ähnlich.

    Ein Restlichtverstärker ist eher wie ein Filter mit Verstärkerfunktion, EEA ist Astrophotografie mit einem Livebild.


    Aber keine Frage, man darüber auch anderer Ansicht sein :-)


    Grüße Jochen

    Hallo Thomas,


    wie gesagt macht es für mich einen Unterschied, die Nutzung eines Restlichtverstärkers ist für mich noch visuelles Beobachten, der Einsatz von Kamera, Rechner und Bildschirm hingegen nicht, deshalb ist EAA für mich persönlich auch genauso uninteressant wie Astrofotografie.


    Es geht auch nicht nur darum das Bino mit den Restlichtverstärkern zu nutzen, sondern auch die beiden Restlichtverstärker als standalone device mit 1x bis 10x einzusetzen.

    Ganz analog einem Handfernglas.


    Bei CN wurde mir schon prophezeit, dass ich mein APM über kurz oder lang verkaufen werde, wenn ich die Restlichtverstärker habe.

    Das kann ich mir definitiv nicht vorstellen, denn für mich ist das kein entweder oder sondern verschiedenen Geräte für verschiedenen Einsatzzwecke, die man aber auch miteinander kombinieren kann.

    Auf wunderschön aufgelöste Sternhaufen, den Mond und die Planeten mit Glasokularen werde ich niemals verzichten wollen.

    Aber es zeigt, wie toll und "süchtigmachend" diese Dinger wohl sind.


    Gerade gestern las ich in einem Thread von einem User, dass wenn ihm aus irgendeinem Grund seine Komplette Astroausrüstung abhanden käme, der Restlichtverstärker wäre das Erste, was er wieder kaufen würde.


    Ich bin jedenfalls extrem gespannt und werde natürlich berichten, wenn es dann soweit ist.


    Die Tage war ich mal kurz gegen 3 Uhr draussen und sah Saturn und Jupiter halbhoch mit dem Canon 15x50IS

    Mit Sky Safari stellte ich dann fest, dass auch Pluto und Neptun nicht weit weg stehen, auch Uranus hängt nur wenig hinterher

    Es ist also wieder Planetensaison und das wird der nächste Test für das APM sein.

    Pluto, Neptun und Uranus habe ich noch nie beobachtet, aber dank SkySense ist das sichere Auffinden nun ja kein Thema mehr :-)


    Ich bin sehr gespannt, wie sich das 150er Bino an den Planeten schlagen wird...


    Grüße Jochen

    Hallo Thomas,


    ja, man kann das natürlich so sehen.

    Ich habe dazu viel gelesen, lange überlegt und kam für mich zu einem anderen Ergebnis.


    Für mich ist das live Erlebnis am Okular das Entscheidende am Hobby, Astrofotografie hat mich noch nie interessiert und daran wird sich auch nichts ändern.

    Natürlich ist der Weg der originalen Photonen durch ein paar Glasscheiben auf unsere Netzhaut der authentischste Weg.

    Leider ist das Ergebnis halt limitiert, wer live mehr sehen will braucht mehr Öffnung, was bedeutet mehr Gewicht, mehr Größe und schwierigere Nutzung.

    Diesbezüglich ist ein 150mm Bino mein absolutes persönliches Limit.


    Das genaue Gegenteil ist die Astrofotografie, hier kann man auch mit kleinen Öffnungen und ausreichend langen Belichtungszeiten sehr gute Ergebnisse erreichen, aber halt eben ein Bild und kein Liveerlebnis.


    Was Du ansprichst ist EAA, also Electronically Assisted Astronomy also live Bilder entweder in einem elektronischen Okular (der erwähnte Blick durch den Sucher einer Digitalkamera) oder einem Bildschirm.

    Dazu gehört eine Kamera statt Okular und zwischen Kamera und Bildschirm ein Rechner und jede Menge Kabel nebst Stomversorgung.

    Für mich persönlich ist das kein Live beobachten mehr, unabhängig davon ob man auf einen Bildschirm schaut in elektronische Sucher, denn das Bild wird von einem Rechner erzeugt.

    Bei den elektronischen Suchern kommt noch dazu, dass es aktuell noch keine mit ausreichender Auflösung gibt, das wird noch eine ganze Weile dauern.

    Viele Nutzer mögen aber EAA, weil sie relativ preisgünstig ist und farbige Bilder liefert.


    Restlichtverstärker sind rein analoge Geräte, die originalen Photonen werden analog verstärkt (die originalen Photonen "reissen" beim Durchtritt durch die Vesttärkerröhre zusätzliche Protonen mit sich) und landen auf einer Phosphorschicht.

    Dabei sind dann auch immer noch die originalen Photonen, die mit zur Bilderzeugung beitragen.


    Als Stromversorgung reicht eine kleine Batterie im Gerät selbt, welches selbst die Größe eines Mittelgroßen Okulares hat.

    Die Auflösung des Phosphorschirms ist deutlich höher als die elektronischer Okulare und liegt über dem Auflösungsvermögens des menschlichen Auges.

    Die Bilder sind Schwarz/Weiss, was ich aber eher als Vorteil sehe, denn mir geht es mehr um feine Strukturen denn um Farben.

    Will ich Farben sehen schaue ich mir dann tatsächlich Hubble Bilder an.


    Für mich ist die Nutzung von analogen Restlichtverstärkern deshalb immer noch echtes live Beobachten und nicht ohne Grund werden bei Cloudy Night die Verstärker unter Beobachtungszubehör und nicht unter EAA geführt.


    Ich sehe darin primär die Möglichkeit die Öffnung meines Binos in Sachen Galaxien etwa zu verdoppeln, was bedeutet Strukturen und Spiralarme sehen zu können.

    Bezüglich Nebel ist der Gewinn sogar noch deutlich höher und bewegt sich eher im Bereich von Faktor 10.

    Dadurch werden Dinge sichtbar, die für mich ansonsten vollkommen unerreichbar wären.


    Grüße Jochen

    Hallo Thomas,


    nach Süden habe ich vom Garten aus recht gute Sicht, nicht ganz Horizont aber es fehlt nicht viel.

    Und Richtung Süden ist es auch relativ Dunkel.


    Der normale Justiervorgang mit dem StarSense ist ja in der App, per zoom und pinch

    Das geht ganz gut, aber mit dem Kugelkopf geht es genauer.


    Ich habe auf dem Griff des Binos einen normalen Foto Kugelkopf montiert und auf dem sitzt die Halterung fürs iPhone.

    Zur Justage suche ich mir im Okular einen hellen stern und stelle ihn genau in Okularmitte.

    Dann löse ich den Kugelkopf und bewege das iPhone so lange, bis eben dieser Stern auch genau im Fadenkreuz der App steht.

    Danach trifft man die Objekte bei der Suche absolut perfekt, ich würde sagen die Genauigkeit liegt bei etwa 0.5°


    Ja, es gibt binokulare Bildverstärker, die sehen dann aus wie Binoansätze und haben auch nur eine Vertärkerröhre.

    Der Vorteil von 2 Verstärkern ist derselbe wie von einem Binokular gegenüber einem Teleskop gleicher Öffnung mit einem Binoansatz.

    Eine Verstärkerröhre pro Auge für jeden Tubus bringt alle Vorteile der binokularen Addition wie wir sie auch vom optischen Bereich kennen.


    Bei den Restlichtverstärkern kommt noch ein weiterer Punkt dazu:

    Restlichtverstärker haben ja ein Restflimmern, hier Szintillation genannt,

    Je besser die Röhre desto geringer die Szintillation, aber ganz weg bekommt man sie nicht.


    In einem Binokularen Restlichtverstärker mit nur einer Röhre sehen natürlich beide Augen genau das selbe, also auch das selbe Flimmern.

    Schaut jedes Auge auf eine eigene Röhre rechnet unser Hirn die Szintillation praktisch komplett raus, weil es ja auf jedem Auge anders ist und dadurch "ausgefiltert" wird.


    Ich werde die Restlichtverstärker im APM einsetzen wie Okulare, aber auch ohne das APM als "Restlicht Fernglas"

    Standardmäßig hat es dann 1x Vergrößerung, was am Himmel schon sehr toll sein soll.

    Man kann über c-mount aber auch Objektive vorschalten und dann freihand bis ca. 10x gehen.


    Ein mir bekannter User nutzt 2 Restlichtverstärker hinter einem Canon 10x42IS was der absolute Wahnsinn sein soll, bildstabilisierte Restlichtverstärkung bei 10x :-)


    Um mal einen Eindruck zu gewinnen was einem in etwa erwartet hier mal ein Link zu einen Thread, in dem Gavster Bilder eingestellt hat, die mit seinem William Optics Pegasus 103mm f6.9 binoscope gemacht hat.

    Die Bilder entsprechen in etwa dem optischen Eindruck live in den "Okularen"


    https://www.cloudynights.com/t…iece-combo/#entry11169876


    Den größten Gewinn haben Restlichtverstärker natürlich bei Nebeln im H-Alpha Bereich.

    Der Pferdekopfnebel ist damit visuell auch unter lichtverschmutztem Himmel eine einfache Übung.


    Bei Galaxien gibt es große Unterschiede, am meisten profitieren wohl edge on Galaxien.

    Generell redet man bei Galaxien von einer visuellen Verdoppelung der Öffnung.

    Bei Kugelsternhaufen verhält es sich ähnlich.


    Grüße Jochen

    Mannheim liegt aber doch im Westen von Dir - jedenfalls azimutal ?

    Hallo Dietmar,


    natürlich hast Du Recht, ich war wohl noch nicht ganz ausgeschlafen :-)


    Als nächstes muss ich das Bino unbedingt mal in dunkleres Gebiet schaffen, mal sehen, wie sich die Corona Situation weiter entwickelt...


    Grüße Jochen