Posts by Rieger

    Hallo Sven,


    obgleich ich im jüngst vergangenen Herbst persönlich meine Monde Nr. 17 und 18 beobachten konnte und es in dieser Disziplin doch mindestens auf 20 bringen möchte, wirst du dem verlinkten Beitrag eines ähnlich lautenden Nachbarforums entnehmen, dass ich gerade an Jupiter auch noch nicht weiter kam. Die Nummern 19 und 20 sollen allerdings schon Jupitermonde werden, da diese immerhin die aussichtsreichsten sind. Welche Sperenzchen ich dazu schon veranstaltet habe, liest du hier:


    https://www.astrotreff-deep-sk…m-Sonnensystem-beobachten


    Was die vier üblichen galileischen Verdächtigen anbetrifft, so identifiziere ich diese stets über ihre Größe und Farbe. Dabei benutze ich allerdings einen 150x2300er Halbapo-Refraktor. Unobstruiert und nicht mit der Lichtfülle eines 16"ers, dem ich allerdings beim Erspähen schwächster Möndchen den Vorzug geben muss, fallen die Farben und die unterschiedlichen Größen der Mondscheibchen (ohne Spikes!) im Refraktor bei bis zu 480fach besser auf. Dir sollte auch klar sein, dass man bei punktförmigen Lichtquellen mit Übervergrößerungen locker eine Magnitude u. U. sogar 1,5 mag schwächere Sternchen oder Mondchen erreichen könnte, wenn die Helligkeit des zentralen Planeten die kleinen Scheißerchen nicht überstrahlen würde.


    Ferner wirst du dem Beitrag entfehmen können, dass ein nachgeführtes Beobachten mitunter entscheidender sein kann für ein Sehen und Nicht-Sehen als eine geringfügig größere Optik.


    Frohe Weihnachten bis hierher,


    Hubertus

    Nein!


    Nur fotografisch wird das schnellere Öffnungsverhältnis und die kleinere und leichter nachzuführende Ausführung sinnvoll. Visuell sind die "langsameren" Spiegel besser zu justieren und neben der größeren Öffnung haben sie verhältnismäßig kleinere Fangspiegel und eine kontrastreichere Abbildung.


    Knackige Grüße,


    Hubertus

    Hallo Stefan,


    herzlichen Dank, dass ich auf diese Weise einen visuellen Eindruck von dem erhalten konnte, nach was ich (in selbstverständlich höheren Breiten) als sehr ähnlichem Objekt schon mal Ausschau gehalten hatte. Da müsste ich erst im Beobachtungsbuch nachlesen, welcher "Dwarf" das seinerzeit war: Erst irritiert, dass ich gar nichts sah, nicht mal ein helleres Zentrum, umfuhr ich dann nur eine diffuse Grenze dieses Objektes zum etwas dunkeleren Hintergrund. Unterstelle ich auch mal, dass die schwachen kleinen Sterne für mich reinen Visuellen nicht einzeln auszumachen waren, sondern nur deren gemeinsame diffuse Aufhellung des Himmels, dann erklärt sich jetzt mein damaliger Seheindruck.


    Danke für die Aufklärung und uns aller besseres Wetter,


    Hubertus

    Hallo Heiko,


    schönen Dank fürs zeigen.


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Wäre der Spiegel an einem geeigneteren Standort, in einer leichter auszurichtenden Stahlkonstruktion eingebaut worden, hätte man wahrscheinlich schon Mitte des 19. Jahrhundert Erkenntnisse damit gewinnen können, die erst 70 Jahre später erlangt wurden.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Das würde ich eher weniger vermuten, denn das Wilson-Teleskop ab 1917 war nicht nur eben 70cm größer, sondern besitzt einen Glasspiegel mit gescheitem Reflexionsvermögen. Lord Ross´s Lulatsch (genauer. "Leviatan") mit seinem polierten Metallspiegel hatte wohl ein aus heutiger Sicht gruseliges Reflexionsvermögen, zumal bei dem feuchten irischen Klima der Spiegel rasch anlief und neu poliert werden musste.


    Ein zeitgenössischer Astronom, dessen Name mir jetzt nicht gegenwärtig ist, den aber sicher bald einer von uns hier nachliefern kann, hatte die Möglichkeit zum Vergleich der beiden, im Folgenden genannten Teleskope:
    Sein Eindruck war demnach, dass der damals freilich viel jüngere Lick-Refraktor mit seinen gut 90 cm Öffnung hellere Bilder lieferte, als Ross´s 1,8m Metallspiegel.


    Trotzdem ein imposanter irischer Meridian-Dobson!


    CS.


    Hubertus

    Hallo Tobias,


    willkommen und herzlichen Glückwunsch zum ersten Schnappschuss, denn mit Kamera hinters Okular halten haben wir wohl alle angefangen, auch wenn wir beim Fotografieren (so wie ich selbst) nicht geblieben sind.
    Es dürfte schon gut 12 oder noch mehr Jahre her sein, als ein kleiner türkischer Junge (5. oder 6. Klasse) in meine Astro-AG nach der Saturnbeobachtung bei sehr kleiner Austrittspupille ein Foto mit dem Handy machen wollte (die waren damals noch deutlich primitiver). Immer wenn er ihn auf dem Display hatte und mit der Hand zu zittern begann, wenn er abdrücken wollte, verlor er ihn wieder; aber irgendwann hatte er ihn erwischt: Eine überbelichtete Kugel, aber deutlich mit Hullahupp-Reifen drumherum. Der Knirps hat gejubelt und noch nächtens sein Bild rumgeschickt.


    Wir hören (oder lesen) sicher noch voneinander.


    CS.


    Hubertus

    Hallo Astrodude,


    ich möchte ja mit meinen allerhöchst wertgeschätzesten Astro-Intimus Heiko nicht zanken, weshalb ich ihm zuerst zustimme, wenn er empfiehlt, die "Lange Nacht der Astronomie" in BÄRlin zum Erfahrungsaustausch zu nutzen und durch unterschiedliche Teleskoptypen zu schauen.


    Die Erfahrungen mit Deep-Sky-Beobachtungen aus der Großstadt habe ich mindestens jeden Montag an der Volkssternwarte in Wanne-Eickel mitten im Ruhrgebiet und das ist sooooo erschütternd: Offene Sternhaufen gehen mit den Dobsons (die dort auch bis 16" zur Verfügung stehen). Die machen sich aber auch in einem Refraktor gut, wenn man höher vergrößert und der Himmelshintergrund dadurch dunkeler wird und dieser Teleskoptyp die Sternchen sauberer definiert als ein Newton. Sobald es um was Nebeliges geht, ist auch im Dobson/Newton außer am Zentrum des Orionnebels und der Andromedagalaxie (ja, die Begleiterchen allenfalls noch) fast schon Schluss; Ringnebel M 57 hat auch noch eine hohe Flächenhelligkeit, wie auch M 97 (Eulen- oder "Schweinenasennebel"). Ich kann mich aber noch an die Supernova in M 101 vor ein paar Jahren erinnern, die ich mit Heiko von Medebach aus (da steht meine eigene Astrobude) und an der man genau jeden Spiralarm definieren konnte - aus Medebach wohlgemerkt / aus Wanne heraus hat man mit Dobson gar nicht erst die Sternchen zum Auffinden gesehen und als wir an der richtigen Stelle sein sollten - da war ein Punkt zu sichten, der die Nova war (oder sein sollte / nee, es war schon wirklich ein Stern zu viel am Hauptteleskop.) - aber von der Galaxie rein gar nichts, nicht mal das Zentrum!
    Ich habe freilich mit einem 6" TAL-Newton etwas mehr Zentrum vom Orionnebel gesehen, als mit meinem alten 80mm Refraktor, doch wenn ich nun zu den Planeten aus der Großstadt komme: Die in meinem obigen Beitrag erwähnten 5 Saturnmonde gingen nur bei Übervergrößerung mit dem 80mm Refraktor/ Das Tal zeigte, da die Bilder unruhiger blieben außer Titan nix weiter. Da also Newtons keine Großstadtröhren sind, wuchs mir dann mein heutiger "kleiner" 125er Lichtenknecker zu, übrigens der von eben dem "Hannes" hier oben - (Grüße Hannes: Dein ehem. LK ist unter der Woche bis heute mein meist benutztes Teleskop geblieben!). Das TAL habe ich danach nie mehr benutzt. Setze ich den 125er Refraktor nun fairerweise in Relation zu meinem 250er Opticon-Spiegel, über den ich hier im Forum aktuell auch einen Spiegel-threat "hartnäckiger Asti in Traditionsnewton" laufen habe: Darin schildere ich, was der schön vorgekühlt auf dem Lande auch am Planeten konnte. Seit er nicht mehr auf der Sternwarte steht und nicht ohne weiteres schön vorgekühlt im Ruhrgebiet unter der Woche von mir eingesetzt werden soll, versagt er bis heute! Mit Hannes ehem. 125er Refraktor konnte ich noch im Frühjahr eine schlichte Marszeichnung in einem Nachbarforum einstellen, bei dem der Mars nur noch 4,7 Bogensekunden Durchmesser hatte.


    Wenn du, und jetzt spreche ich "Astrodude" wieder an, wie du schreibst bereit bist, deine Transportmöglichkeiten stets zur Flucht aus BÄRlin zu nutzen, dann, und nur dann habe ich gegen den Vorschlag vom lieben Heiko nix mehr einzuwenden. Wenn du aus BÄRlin heraus spechteln willst, dann kennst du meine Empfehlung wohl.


    Wir können, Heiko, ja mal ein Deep-Sky-Teleskoptreffen in BÄRlin oder in Wanne-Eickel verabreden (am besten nächste Woche, da ist Cranger Kirmes und die Lichtfülle bei mir im Garten entspricht der auf BÄRlins "ALEX"). Fairerweise lasse ich nicht unerwähnt, dass ich einmal einen schönen Mars durch Loenis alten 12" Dobson aus Wanne heraus gesehen habe, aber das war das einzige mal gegenüber stets enttäuschenden Newton-Planetensichtungen aus der Stadt.


    Das Fazit, auf das ich am Ende hinaus will lautet, wohlgemerkt für den Großstadteinsatz:
    Der Newton zeigt in der City beim kurzfristigen Einsatz nur einen Bruchteil seiner vollen Leistung / Der Refraktor immerhin an Mond und Planeten seine volle Leistung! Deep-Sky macht an beiden Systemen nur bei Sternhaufen Sinn, so recht keinen an Nebeln.


    So, jetzt habe ich mich leergeschrieben zum Thema.


    CS.


    Hubertus

    Hallo Astrodude,


    da hat der Hannes was recht Nettes ausgegraben. Die NP-Montierung (wohlgemerkt mit ausziehbarem Alustativ, wie ich sie kannte) ist für den Hebel grenzwertig. Hannes Vorschlags-Refri hat aber die NP-Monti auf Holzbeinen aus einem Stück. Das ist deutlich, deutlich stabiler, denn bei der Stabilität macht das Dreibein gut die halbe Miete aus. Das vernachlässigen wir oft bei Diskussionen hier im Forum und lamentieren dann allein über die Montis.
    Allerdings hat dieser Vixen keine justierbare Fassung. Wenn du daran gefallen finden solltest, denk an die Unterlegscheibe für den kritischen Probeblick. Das Teil stammt wohl aus ca. 1990 (+/- 5 Jahre).


    CS.


    Hubertus

    Hallo Astrodude,


    hier ein Bild zum Schnelltest: (Ihh, "tolerierbar" falsch geschrieben!)



    Wenn ein gebrauchter Refraktor keine erkennbaren Schäden am Objektiv erkennen lässt, sollte man zumindest kurz prüfen, ob das Objektiv gut auf die optische Längsachse ausgerichtet (sprich: gut kollimiert) ist. Dazu sollte man sich eine kleine Unterlegscheibe zur Inansichtnahme mit nehmen und damit möglichst zentral durch den Okularauszug zum abgedeckten Objektiv hineinschauen. Man spiegelt sich etwas Licht (Tageslicht oder das einer Lampe in den Tubus hinein und es sollten einem die Reflexe der Luft-Glas-Flächen unterschiedlich große Lichtreflexe der silbrigen Unterlegscheibe zurück reflektieren, durch die man eben in den Tubus guckt. Diese Reflexe sollten im Idealfall übereinander liegen. Minimale Abweichungen stören bei langen Refraktoren nun auch nicht wirklich (Man könnte diese bei horizontnaher Planetenbeobachtung zum Ausgleich der Lichtdispersion der Atmosphäre sogar sinnvoll nutzen - aber das führt hier zu weit.)
    Weichen die Reflexe sehr weit ab, so dass sie sich z. B. nicht einmal mehr berühren - Finger weg vom Kauf, wenn die Objektive nicht drei mal zwei Justierschrauben rings ums Objektiv aufweisen und man sie schnell selbst nachjustieren kann.
    Leider kamen schon Besucher zu mir in die Sternwarte, die neue, heute oft nicht justierbare Refri-Objektive haben, die extrem dejustiert waren, so dass ich denen nicht "mal eben" helfen konnte. Stimmt die Justierung in nicht-justierbarer Fassung allerding gut, so bleibt sie quasi "auf ewig verklebt" erhalten (Habe selbst auch ein solches Stück mal als Leitrohr erstanden). Es neigen aber verständlicherweise Leute dazu, die selbst einen Fehlkauf getätigt hatten, diese an ahnungslose Anfänger abstoßen zu wollen.


    CS.


    Hubertus

    Hallo Astrodude,


    (wäre lieb, wenn du uns dich allmählig auch beim Vornamen ansprechen ließest, wie wirs hier üblich tun.)


    Habe eben mitgelesen und schon viel Richtiges gelesen. Am fairesten wäre es, wenn man den Leuten besondere Aufmerksamkeit schenkt, die beide Teleskoptypen nutzen und bei denen die Spiegel (schon aus reinen Preisgründen) immer deutlich größer sind als deren Linsen.


    Da ich beides auch benutze, sage ich dir: Spiegel können gute Planeten zeigen, es hängt aber immer von so lästig vielen Parametern ab, dass sie das tun. Die Refraktoren sind dagegen so gutmütig, dass sie sogar, sofern sie aus einer (Dach-)Fensterlaibung herausragen, aus dem Fenster ohne Auskühlen scharfe Bilder zeigen. Man kann sie über eine Balkongeländerbrüstung hinweg nutzen, was z. B. die Anfängern gern empfohlenen Dobsons (ohne teuer Montierung also) nicht ohne weiteres können. 80mm Refri reichten (bei hoher Deklination) mir, um aus der Mitte des Ruhrgebiets bei 200+xfach (das schafft ein längerer Refri dieser Öffnung nämlich!) bei Opposition zur Sichtung von bis zu 5 Saturnmonden aus dem Dachfenster heraus.
    Schau dich z. B. als Monti mal gebraucht nach einer (aus Sicht der Fotofreaks sicher unsäglichen) EQ EM 10-Montierung um: Billiger GP-Klon aus China, der einen Refri bis 4" bis bis 1,2m Brennweite aber stabil trägt. Stabile Holz-Dreibeine dafür kann man sich auch selbst "schnitzen". Danach nach einem langen Refri bis 4" schauen. Das braucht etwas Geduld, könnte mit deinem Budget noch machbar sein und die Kombi kann ich als tauglich empfehlen.
    Wenn irgendwo die Original-Kombi z. B. eines Vixen 80x1200er auf New-Polaris angeboten wird (die eigentlich für den Hebel auch zu schlapp war), wird sie gleich als "Klassiker" beworben und der Preis übersteigt dein Budget.
    Soweit mein Sermon zum Thema.


    Viel Spaß bei der Suche und


    CS,


    Hubertus


    PS.: Habe dir gerade eine Skizze für einen Refri-Schnelltest für gebrauchte Refris als Bild hochgeladen, die auch für einen Einsteiger handhabbar ist, und stelle es dir ein, sobald es freigeschaltet worden ist. Ich will ja nicht, dass du auf gebrauchten Optik-Schrott hereinfällst.

    Hallo dem lieben Heiko und Statis,


    jetzt muss erst mal das Wetter es erlauben, den Newton längere Zeit im Freien auskühlen zu lassen, um den 45°-Drehtrick auszuprobieren.


    Ja Statis, genau so wie der von dir verlinkte Rohling, so sieht mein Spiegel an der Kante auch aus, hat aber 250mm Durchmesser, das mit den 45mm Dicke wie bei den Schotts könnte sogar ziemlich hinkommen. Das Glas ist etwas grünlich. Ich werde, wenn ich ihn in seiner Fassung drehe, noch mal genau messen.


    Danke für eure schnellen Rückmeldungen nochmal!


    CS,


    Hubertus

    Hallo Nikolaj,


    der ich lange Refris montiere weise ich darauf hin, dass mit dem Hebel die Ansprüche an die Monti quasi im Quadrat der Länge zunehmen. (Auch wenn es wenig bekannt ist, dass es Markus´ Fiat Panda durchaus in der Allradversion gibt.)


    CS.


    Hubertus

    Hallo Freunde,


    ich habe seit geraumer Zeit ein Problem mit meinem altehrwürdigen 250x1500er Newton, den ich einst mobil betrieb, dann vor 10 - 7 Jahren in meiner Sternwarte stehen hatte, bis er durch einen größeren ersetzt wurde.


    Nun steht er, montiert auf einem rollenden Dreibein und einer ebenfalls aus der Sternwarte ausgewechselten Selbstbau-Montierung von Richard Bünder daheim in der Garage und sollte mir als Teleskop für "unter der Woche" dienen.


    Noch mobil getrieben, konnte ich mit Schülern meiner Astro-AG Christi-Himmelfahrt 2003 unter anderem Pluto (damals noch Planet!) beobachten. Pluto war deshalb leicht zu identifizieren, weil er mit seinen Mag 13,8 damals zwischen einem Mag 13 und 5 halbkreisförmig angeordneten Mag 15 Sternchen stand. Letztere waren bei Anwendung der Methode "absurd hohe Vergrößerung" ausnahmslos alle zu erblinzeln gewesen, so dass der "recht helle Stern", der in der Gegend zu viel war, helligkeitsmäßig mehr dem Mag 13 Stern entsprach und relativ zu allen Umgebungssternchen auf der laut Kartenmaterial exakt vorbestimmten Position stand eindeutig Pluto war. Der Spiegel definierte also Mag 15 Sterne zwischen 300-400fach noch als kleine feine Sterne und streute sie noch nicht zu so breiten Beugungsflatschen, die man nicht mehr hätte wahrnehmen können. Am Ende der gleichen Nacht in der Dämmerung zeigte der Spiegel uns noch einen verblüffend kontrastreichen Mars (es war das Jahr, als gut drei Monate später im August die "Jahrsechzigtausendmarsopposition" war).


    Ich stelle das voran um zu illustrieren, dass es sich also um einen Newton handelt, dem am Planeten einiges zuzutrauen war und das schreibe ich als jemand, der Planeten zu 95%, nee, eher 98% lieber mit Refraktoren beobachtet. Die Hauptoptik stammt noch aus dem Hause Opticon (damals noch ansässig in Groningen /NL), als dies Unternehmen noch für den Amateur- oder Volkssternwartenbereich fertigte bis ostasiatischen Fertigungen es preislich für sie unwirtschaftlich machte. Gemäß damaliger Fertigungsweise, hat der Spiegel bei 25 cm Durchmesser eine Dicke zwischen fast 5 cm und erhielt keine X-Punkte-Lagerung (der Glasklotz hat an den Seiten und der Rückseite die Form des gegossenen Rohlings behalten und wurde nirgends matt abgeschliffen.) Ich durfte das Teleskop Anfang der 2000er Ben Dambacher aus Venlo abkaufen.


    Jetzt zur aktuellen Leidensgeschichte:
    Wann immer ich mit dem einst tollen Instrument nach seiner Verbannung aus der Sternwarte daheim unter der Woche beobachten wollte, zeigte es mir einen, für mich bisher unausrottbaren Astigmatismus, der mir früher unbekannt war. Beobachtungen zwischen 150-200fach sind schon kein Genuss mehr. Meine bisherigen Maßnahmen dagegen waren:
    - Entspannung der Halteklammern des Hauptspiegels
    - Da der Asti auffällig infra- bzw- extrafokal entweder senkrecht bzw. parallel zur den Achsen des Fangspiegels auftrat, habe ich auch diesen im Verdacht gehabt und entspannt: Der "historischen" Bauweise gemäß ist dieser noch in einer Kapsel angebracht mit drei Halteklammern, gegen die er von innen mit einer Art Tamponage sanft gedrückt wird. Die habe ich zuerst verringert, um den Druck zu senken und schließlich ganz entfernt und den Fangspiegel von hinten in der Kapsel mit Silikon verklebt, welches man ggf. zum Reinigen des Spiegels wieder herausknibbeln kann. Die altmodische Bauweise wollte ich aber beibehalten.


    Was will ich weiter tun:
    -Als nächstes denke ich, dass ich den Hauptspiegel mal um 45° verdrehen werde, um zu sehen, ob die Asti-Erscheinungen sich mit drehen. Wäre das nicht der Fall, so würde ich annehmen, dass der Fangspiegel eindeutig der Schuldige ist und ausgewechselt gehört.


    Nun bitte ich um eure Meinung zu folgendem Problem:
    Damals bei den oben geschilderten mobilen Beobachtungen war der Spiegel viele Stunden ausgekühlt. In den Jahren auf der Sternwarte war er immer auf die aktuelle Außentemperatur vorgekühlt gewesen (allenfalls + 2°C). Nun habe ich den Tubus leider in einer Blechgarage und die Glasmasse benötigt selbstverständlich ihre Zeit, um vollständig abzukühlen, bis das Volltubus-Teleskop scharfe Bilder zeigt. Einen saugenden Lüfter habe ich mittlerweile auch schon in die geschlossene Rückwand eingebaut.
    Können denn Temperaturunterschiede eures Wissens nach auch für Astigmatismus verantwortlich gemacht werden. Dann müsste ich mich zumindest für den optischen Tubus um eine kühlere Lagerstätte umsehen.


    Ich weiß im Moment langsam keinen Rat mehr und wäre für eure Vorschläge äußerst dankbar. Wie gerne würde ich die mittlerweile von hinten teils schon durchsichtig gewordene Verspiegelung erneuern lassen. Doch wäre ich vorher gern sicher, das hartnäckige Asti-Problem in den Griff zu kriegen.


    Für eure sachdienlichen Hinweise schon mal vorab schönen Dank und


    CS.


    Hubertus

    Hallo Toni,


    -38° Dec von Wiener Neustadt aus ist doch gar nicht mal schlecht für den heimischen "stationären" Standort. Hast du in diesen Breiten denn auch schon Deep-Sky-Objekte beobachten können oder reicht nur der Horizont so weit hinab?


    Ich selber beobachte auch stationär von Nordrhein-Westfalen aus (also etwa 3,4° nördlicher als Wiener Neustadt auf dem Globus. Dort steh ich auf 402m Höhe. Ich komme da bis gut -37° Dec runter. Tatsächlich konnte ich als bisher südlichstes Objekt NGC 6723 (KS auf -36,6° Dec/ im Karkoschka immerhin schon auf einer S-Karte: S 21) sichten; nur als verwaschenes Fleckchen freilich, aber immerhin. Fairerweise muss ich aber einräumen, dass ich dort nicht selber wohnhaft bin, sondern die Gelegenheit hatte, mich da vor 10 Jahren astronomisch nieder zu lassen. Trotzdem sind die erreichbaren Höhen beruhigend, denn wer sich stationär aufstellt, kommt da ja nicht mehr ohne weiteres weg.


    Viel Spass noch beim horizontnahen Spechteln, denn dazu ist jetzt die Jahreszeit mit den lohnensten Objekten trotz der kurzen Nächte,


    Hubertus

    Liebe Freunde der Nacht,


    alljährlich am Ende August, dieses Jahr am 23.08.2017, kommt die Medebacher Touristikgesellschaft mit einer Gruppe aus Touris und Autochtonen an der Rainer-Ludwig-Sternwarte vorbei. Wie aus den Vorjahren zu erwarten, werden allein am Abend (Eine kleinere Gruppe schaut nachmittags zum Sonnegucken vorbei.) 60 - 70 Personen zu erwarten sein. Bislang haben mich Heiko (Hico) oder, da damals parallel das ATDS-Treffen in Rhena war) der liebe Loeni unterstützt, so dass wir als Guide´s an den beiden Hauptteleskopen die Besuchermassen im Rundlauf durchgeschickt haben: Vom Refraktor zum Spiegel, dann wieder zurück zum Refri, das nächste Objekt schauen, und wiederum zum Newton... .
    Diese Jahr kollidiert der Termin, den ich vor Monaten schon vereinbart hatte und der schon wieder heftig beworben wird, mit einem wichtigen Tag in Heikos Familienleben, so dass er mir mit Bedauern absagen musste.
    Wer wäre denn bereit, sich mir als zweiter Guide zur Verfügung zu stellen??
    Liest hier auch Heikos Astrokumpel Chrissy mit? Chrissy, du kennst meine Astrobude doch auch schon hinreichend!
    Ich weiß nicht, Loeni, ob du zu der Zeit mit deiner Holden verreist bist oder ob du auch ohne ATDS-Treffen in Rhena mal wieder Bock auf Medebach hättest?
    Oder Günther (Mootz), der nicht soo weit anfahren müsste wie Loeni !?!
    Oder die Spezies des ersten Waldecker Teleskoptreffens oder all jene Mitlesenden, die eh längst mal vor hatten, sich in meinem Astrodomizil sehen zu lassen (wenn ich zugleich auch da bin): Um den 23.08.2017 wäret ihr mir besonders herzlich willkommen.


    Es wäre schön, wenn ich der veranstaltenden Frau Hegel nicht zur Auflage machen müsste, die Teilnehmerzahl diesesmal zu begrenzen, damit alle was zu sehen kriegen.
    Wer Bock hat auf etwas Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der "friedliebenden Weltraumforschung" möge sich bei mir melden!


    CS.


    Hubertus

    Hallo,


    ein kurzer Nachtrag zu Erics Hammerstielen: Als ich Anfang der 80er eine Ausbildung in einem Baustoffgroßhandel und Baumarkt machte wurde mir erklärt, dass Eschenholz für Werkzeugstiele gerne verwendet würde, weil man auch nach langen hantieren damit ohne Handschuhe keine Blasen von Esche bekäme.
    Das braucht für den Stativbau ja wohl keine Rolle zu spielen.


    CS.


    Hubertus

    Hallo Rainer,


    warum sollte es nicht die ISS gewesen sein. Ich habe die in der Nacht von letztem Freitag auf Samstag 5 mal über mich hinweg ziehen sehen. Die braucht für eine Erdumkreisung etwa die Zeit. Du wirst den letzten Transit vor 23:54 beobachtet haben.


    CS.


    Hubertus

    Hallo ihr Lieben,


    mal eine Nachfrage zum Begriff des "Luftfernrohres":


    Ich war immer davon ausgegangen, das Hevelius´ Röhre kein Luftfernrohr sei, weil ja immerhin eine starre Verbindung zwischen Objektiv und Okular bestand. Damit wäre es für mich ein Gitterrohrrefraktor.


    Ein Luftfernrohr, davon ging ich immer aus, war ein optisches System, bei dem ein Objektiv an eine hohen Stange oder einem Turm dreh- und schwenkbar montiert war und der Beobachter es mit einem Zugseil immer hin zu sich und dem Okular zog und am Ende des Zugseils mit seinem Okular hinauf zum Objektiv schaute.


    - oder hatte ich da was falsch verstanden ?


    Grüße,


    Hubertus

    Hallo Andreas, hallo ihr Anderen,


    am vergangenen Wochenende brachte ein Besucher meiner Sternwarte seinen Refraktor mit, mit dessen Abbildung er unzufrieden war. Es handelte sich zwar nicht um die oben genannten langen Refris, aber es war immerhin ein 90x900er aus der Messier-Serie von Bresser, d. h. mit Kunststoff-OAZ und Kunststoff-Sucherhalterung. Natürlich schaute ich sofort durch eine Unterlegscheibe von hinten in den OAZ zum verdunkelten Objektiv und die Reflexe, die von den Linsenflächen zurückkamen, ließen sich nur übereinander bringen, wenn man vom extremen Rand der 1,25"-Okularaufnahme aus hineinblickte. ==&gt; Ergo wichen Tubusachse und optische Achse um etwa 16mm in der Nähe des Brennpunktes voneinander ab. Wäre hier das Objektiv jetzt justierbar gewesen, hätte dem Mann in 5 min. geholfen werden können; ging so aber nicht.
    Zudem muss das Objektiv auch noch einen Keilfehler besessen haben, den quer durch das Bild war am Jupiter ein Farbverlauf zu sehen, der ihm links oben einen roten und rechts unten einen blauen Rand bescherte (wohlbemerkt nicht senkrecht, wie man es von der atmosphärischen Dispersion erwarten könnte). Der ließ sich zwar mittels meines Korrektors gegen atmosphärische Dispersion korrigieren. Aber es zeigt, mit welcher "Liebe" das Teil zusammengeschustert war. Wenn die neuen "Langen", die ja ebenfalls unter dem Label "Messier" gedealt werden, auch so eine Fertigungspräzision aufweisen, bin ich skeptisch.


    Grüße,


    Hubertus

    Hallo Rainer,


    entschuldige, dass ich jetzt spät auch noch dazu salbadern muss. Ich lese mir das "Geschurbel" auf der zweiten Seite dieses "treats" durch und kann nur empfehlen, die Tipps von Stefan (H) auf der ersten Seite zu beherzigen. Dass deine Stangenkonstruktion oben beidseitig am Tubus in nahezu einem Punkt zusammenläuft ist genau das Problem der Konstruktion. Das hat Stefan absolut richtig erkannt. Der schreibt hier wohl gefrustet schon gar nicht mehr mit, weil du nicht auf ihn hören willst.


    Liebe Grüße,


    PS.: Nee, Thomas schrieb (sinngemäß) auch schon, du solltest auf Stefan hören!


    Hubertus

    Hallo Manfred,


    ich muss gestehen, dass ich ein ausschlie0lich "Visueller" bin, doch bin ich sicher, dass die Fotografen den Effekt digital bei der Nachbearbeitung erzielen, indem sie die Farbkanäle einzeln deckungsgleich übereinander legen und damit z. B. auch die echt schmale Venussichel erhalten. Die machen nachträglich digital das, was der Korrektur visuell oder auch fotografisch sofort auf optische Weise macht.


    CS.


    Hubertus

    Hallo ihr Lieben,


    ich habe vor drei Tagen bzw. gestern die Venus auch noch bis kurz vor Sonnenuntergang hin verfolgt, übrigens auch mit einem Fraunhofer (125x1560). Gegen die atmosphärische Refraktion ist ja selbst der teuerste Voll-Apo hilflos. Es gibt aber sehr sinnvolle Mittel dagegen: Ich habe mir die Sichel zunächst ohne Korrektor gegen atmosphärische Refraktion angeschaut und anschließend mit dem Korrektor, den ich an Planeten sonst immer einsetze. Neben der Korrektur der Farbdispersion wurde bei dessen Einsatz übrigens die Sichel visuell auch deutlich schmaler und schmaler, bis der Korrektor richtig eingestellt war. Das habe ich an der niedrigen Venus bisher so noch nie eingesetzt.


    Ein paar Tage noch bleibt uns die Venus am Abend ja noch. Bis dahin


    CS.


    Hubertus