Posts by Rieger

    Hallo ihr Lieben,


    zwar betreibe ich weder eine EQ5 noch EQ6-Montierung, doch betreibe ich auf einer alten Selbstbaumontierung nach Günter Nemec visuell einen gut 2,5m, demnächst einen 3m langen, stationären Refraktor. Der Vorbesitzer hat zur Ansteuerung der Motoren einen elektronischen Kasten angefertigt, den er mit einer Steuerung betrieb, welcher der alten EQ6-Steuerung entsprach: Ein Tastenkreuz, Auswahl zwischen 2x, 8x und 16xer Geschwindigkeit, Wahl von N- oder S-Halbkugel, sonst nix (manche haben seitlich auch noch je einen Umschaltknopf, mit denen man in RA bzw. in Dekl den Drehsinn der Motoren umkehren kann / Letzteres ist nützlich, aber nicht notwendig.)

    Wichtig ist, dass (anders als an EQ5-Steuerungen mit ihren zwei separaten Kabeln) nur ein einziges langes "Schweineschwänzchen"-Kabel ausgeht, das zum EQ6-Monti-Körper bzw. zu meinem "elektronischen Kasten" zuläuft. Es sollte frei baumelnd etwa 1,5m lang sein.


    Wer hat seiner EQ6 evtl. mal eine neuere Steuerung gegönnt und hat die alte "arbeitslos" irgendwo herumliegen? Bitte mir anbieten!!! Kontakt gerne auch unter:

    hubertus_rieger(ätt)t-online.de


    CS.


    Hubertus

    Aber lieber Hannes,


    Quote

    Besonders spannend war die Fast-Bedeckung zweier Monde, vermutlich Ganymed und Europa, die nur wenige Bogensekunden auseinandstanden

    Das waren gestern doch Ganymed und Kallisto (die Gelbe Io und weiter außen die Europa standen duch gegenüber vom Jupi).

    Da würde ich aber bei dem beeindruckenden Refri erwarten, dass man das mit dem erkennen kann (Ich hab´s mit meinem 80mm Schnellspechtel-Refri ohne vorher nachzusehen erkannt.)


    Vielleicht muss da doch mal ordentlich geputzt werden (bei aller gebotener Behutsamkeit.)


    Aber auf alle Fälle Glückwünsche zur Rettung des hübschen Lulatschs!


    CS.


    Hubertus

    Hallo ihr Lieben,



    (Da wir hier kein Forum für Beobachtungsberichte generell haben, stelle ich heute hier ein, weil es mal überwiegend um Deepsky geht:)
    an diesem Spätsommer-WE schlug ich an meiner Astrobude in Medebach auf in der Erwartung, dass wieder eher nur Planeten gut gehen, so wie in den Wochen zuvor. Da ich aber telefonisch keine Reaktion meiner Astro-Intimi erhielt und auch keine Tages-Besucher zu erwarten waren, musste ich mich ja mal wider auf die Suche nach neuen Weltwundern begeben.


    Und das Wetter ließ sogar was zu.


    Am Freitagabend des 3.9.21 ging es zwar zuerst auf die großen Planeten los. Das Wetter erlaubte es, mit dem langen Lulatsch mit 307x und 460x auf die los zu gehen, sogar auf Jupiter, der meinem f:15,3 Semi-Apo dann doch noch etwas Rest-Chromasie zu entlocken vermag, aber die Möndchen-Scheiben waren herrlich scharf. Die Farbfülle war allerdings längst nicht so üppig, wie vor 3½ Wochen.


    Da das Wetter kein extrem dunklen Himmel zuließ, begann ich zunächst mit bislang links liegen gelassenen offenen Sternhaufen, die immer noch nicht als beobachtet abgehakt waren (also mit etwas für mich eher langweiligem).


    Gleich „rechts“ neben dem Cirrus-Nebel-Komplex ging es auf den von mir wohl meist-nicht-beobachteten, doch recht sternreichen NGC 6940 los, gefolgt von NGC 6802 im Füchschen zwischen helleren Sternen am Ostrand des Kleiderbügelhaufens. Die kleinen Stern-Scheißerchen des Letzteren, die ich zwischen den helleren Nachbarnsternen bislang immer überfahren hatte, erschienen etwas länglich in N-S-Richtung ausgerichtet. NGC6645 im Sagitarius steuerte ich aus Sehnsucht nach den bisher im Sommer vermissten Stern-Entstehungsgebieten nebenher auch noch an und er gab sich zumindest die Mühe, sich nahe seines Zentrums originellerweise mit einem sternlosen „Loch“ zu präsentieren. Dennoch ödeten mich „OS“ allmählich an. Nach einer Panne zwischen Schütze und Widder ging ich mit etwas mehr etwas Systematik im Adler den planetarischen Nebel NGC6790 und den Kugelsternhaufen NGC6760 an, welche allerdings keinen bleibenden Eindruck hinterließen.



    Am Samstagmittag konnte ich mich herrlich davon überzeugen, dass Sonne wieder richtig Spaß macht, denn …


    Im Weißlicht konnte ich im Lulatsch mit Herschelkeil 67 Sonnenflecken verteilt auf 6 Fleckengruppen zählen. In H-alpha mit 120mm kritzelte ich spontan mit stumpfem Bleistift die Skizzen hier unten (Besseres werden unsere Fotografen hier zum 4.9.2012 beisteuern):


    https://www.astrotreff.de/gallery/index.php?raw-image/1633-sonne/&size=large


    Um auch noch mein ebenfalls seit Wochen wegen Wolken am Tage immer nur spazieren gefahrenes 4“-Kalzium-Teleskop aufzustellen, war ich ehrlich bekannt zu faul und wollte stattdessen den 4“-TAL-Steinheil-Refraktor, der parallel an meinem stationären Newton montiert ist, mit dem Lunt-Einsatz beglücken. Der konnte sich aber wenig revanchieren, denn seine violette Vergütung verrät bereits, dass Kalzium-Licht ja nun mal nicht seine Stärke sein kann. Der sonst benutzte grün vergütete 4“-Bresser-Refri in Kombination mit einem ebenfalls grün vergütetem 25mm-Oku kann da doch entscheidend mehr leisten.



    Danach döste ich dem nächsten Beobachtungsabend entgegen, bis mich ein gewisser Jürgen B. aus Hessborn aus dem Dösen riss: Er sei seit der Sommer-Mofi 2018 zur friedliebenden Weltraumforschung gekommen, hätte von mir schon gelesen und meine Röhren eben bereits aus dem Auto entblößt auf der Weide gesehen, weshalb er anklopfe. Dem zeigte ich erstmal meine Astro-Bude und wir salbaderten erstmal 1,5 Std. rum. Er fotografiere sich so allmählich ein. Ich erzählte ihm von meinen nordhessischen und NRW-Astro-Intimi, die hier öfters mitspechteln und lud ihn für Allerdemnächst dazu ein. Nachdem die Telefonnummern ausgetauscht waren, empfahl ich ihm einen Account im Astrotreff an, wo ich der rein visuelle Anachronist mit der Allongeperücke im Avatar sei.



    Zu den Planeten am Abend schreibe ich für den 4.9.21 nichts weiter. Statt dessen was zu meiner Panne zwischen Schütze und Widder von der Vornacht, denn als reiner Geisteswissenschaftler hatte ich mich verkopfrechnet und war von den westlichen Widdersternen aus 10min Rektazension zu weit nach Westen gefahren, um zu Barnards Zwerggalaxie NGC6822 zu gelangen, die ich in dieser Nacht zum optimalen Zeitpunkt der Kulmination in der Lücke zwischen den Lichtdomen von Medebach-Berge und -Dreislar als neues Weltwunder so eben noch erheischen konnte. Die Erstsichtung erinnerte mich an mein erstes Auffinden von M55 (meinem letzten fehlenden Messier-Objekt), denn bei langsamer Fahrt des Teleskops mit der Steuerung fielen mir die nun bewegten Objekte besser auf. Südlich davon ließ sich der PN NGC 6818 recht entspannt erheischen.


    Vom bekannten „Blauen Schneeball“ NGC7662 ausgehend steuerte ich den nahen PN, der mich zur Überschrift inspirierte (lest unten!), zwischen allerlei helleren Sternen den neuen OS NGC7662 sowie den für mich neuen Reflexionsnebel VdB156 an, der sich mir in einem dunklen Blau präsentierte, in welches der Maler offenbar ein paar Tropfen Rot hineingemischt hatte.


    Nun will ich euch mein 10tes Weltwunder auch nicht länger vorenthalten, denn dessen Sichtung verlangte mir einige „Sperenzchen“ ab: Es handelte sich um den planetarischen Nebel PK100-08.1 bzw. PN G100.0-08.7 in der Eidechse (Okey, der Exot lag gerade so auf dem Weg und ich wollte halt mindestens 10 neue Weltwunder erheischen.) Als ich sicher war, im richtigen Sternenfeld zu sein, vertraute ich der Methode, dass PN ohne flächige Ausdehnung sich verraten, in dem man aus dem Nebelfilterrad einen OIII einschwenkt und alles Gestirn sich Asche aufs Haupt streut und der PN erstrahlt. Da strahlte aber Nix. Ich ließ das Filterrad mehrfach kreisen, denn ich könnte ja immer noch das falsche Pünktchen fixiert haben.


    Schlussendlich kam doch Bewegung in die Suche, denn besagter PN erwies sich ohne Filter als geringfügig schwächer als zwei Nachbarsterne. Mit UHC oder OIII wurde er immerhin gleich hell, da die Fixsterne verfinstert wurden und letztlich versicherte mich die Sichtung jener Umstand, dass ein H-beta-Filter die Fixsterne noch so eben erscheinen, der PN allerdings völlig absaufen ließ. (Gut nur, dass sich dieser PN nicht so wie der „Blaue Schneeball“ verhielt, denn letzterer kann sich auch im H-beta-Filter stark präsentieren.)



    Hochzufrieden machte ich zwischen 00:30 und 01:00 Uhr schon meine Bude schon fest und begann beim Glas Weinchen bereits diesen Bericht zu tippseln.



    CS.



    Hubertus

    Hallo Bianca,


    wenn hier jemand zeichnet, dann muss ich unbedingt mitloben.

    Die Tipps von Christoph und Michael unterstütze ich unbedingt. Ich selbst beobachte und zeichne immer unvorbereitet und halte die subjektiven Eindrücke fest. Anschließend überprüfe ich, was ich da gesehen habe.

    Irgendwann lernst du die vier Jupi-Monde selbst erkennen und die Detailfülle auf seiner Oberfläche, für die man sich beim Zeichnen wegen der schnellen Drehung ja nur max. 10min Zeit lassen soll, erschlagen einen mit der Übung, dass man sie kaum noch in der knappen Zeit erfassen kann.

    Mars wird dann das nächste reizvolle Objekt werden. Selbst wenn man schon beginnt, seine Oberfläche etwas zu kennen, zeichne stets den subjektiven Eindruck. Irgendwann wirst du verwundert sein, dass unsere Fotografen deine Sichtungen bestätigen, wenn sie zeitgleich fotografiert haben, weil du zutreffend Wetterphänomene wie Wolken erfasst hast, die bestimmte dunkle Albedo-Gebiete während der Zeichnung hell überdeckt hatten. Das bringt dann richtiges Vergnügen.


    Ich wünsche dir viel Spaß noch, denn das oft diesige Wetter in diesem Sommer präsentiert famose, ruhige Planetenansichten.


    CS.


    Hubertus

    Hallo ihr Lieben,



    in diesem komischen Sommer musste man froh sein, überhaupt noch was gesehen bekommen zu haben. Zugleich waren die Termine an meiner Sternwarte während der Sommerferien veröffentlicht, da man sich bei mir an der Rollhütte gut aus dem Weg gehen kann, selbst wenn zwei Kleingruppen parallel zugegen sind. Dafür blieb ich über die Wochenmitte hinaus bis zum Perseiden-Höhepunkt zwei Nächte länger in Medebach, um Besucher besser zu verteilen.


    19 Besucher verteilt auf 4 Nächte waren wohl auch während Corona-Zeiten vertretbar.



    In allen Nächten, in denen außer Di. was ging, wurde das Wetter erst in der 2. Nachthälfte brauchbar und auch dann blieben Schleierwolken, selbst wenn sie mal kaum sichtbar waren, ständig präsent.



    Im Deep-Sky-Bereich zeigt man den Astro-Laien ja eh zuerst die Standartkerzen, die immer ein „Ahh“ und „Ohh“ auslösen können, wie M13, der als aufgelöster Sternhaufen sich besser gegen Schleierwolken durchsetzen kann, auch M71 als OS beim Aufsuchen von M27. M27 wiederum und M57 haben als Nebel ja eine beachtliche Flächenhelligkeit. Wer lang genug blieb, brauchte an „h+x“ nichts vermissen, doch Nebel um M45 fielen noch nicht auf. Am Cirrus-Komplex erforderte der Sturmvogel schon eine deutliche Zeit der Eingewöhnung für die Besucher, obwohl ich seit dem Erwerb eines „echten“ 2“-Lumicon UHC als 3. Nebelfilter zwischen diesem und einem Baader OIII hin und her klicken konnte. Die Grenzen des Sichtbaren zeigten sich auch bei den Galaxien M51 oder M31. Letztere erschien locker um 40% kleiner, da die äußere lichtschwache Koma absoff.



    Abseits der Besucher wollte ich die Nebelfilter am Helixnebel, dem Nordamerika- und Pelikannebel und an NGC 1318 testen, da der Anblick die Laien nicht hätten verzücken können, sowie den H-Beta-Filter am California-Nebel testen, ob sich was von den Dunkelstellen LDN 1469 und 1464 erheischen ließe. In dem Bereich war der Nebel etwas dunkeler, aber es war ein Gesamteindruck der beiden Dunkelstellen, separieren ließen sie sich nicht. Immerhin ein Ansatz eines neuen „Weltwunders“ für mich.



    Apropos neue Weltwunder: PN NGC 7027 erwies sich nach meinen Aufzeichnungen doch nicht als neu beobachtet, dafür der OS NGC7044, der sich im Sterngewimmel des Schwans flächig und unaufgelöst zeigte. Bei höherer Vergrößerung erkannte ich ihn im Sterngewimmel nicht mehr. Für mich ließ sich neu NGC 672 und der Kern von IC 1727 erheischen, lieblich erschien der nahe OS CR21, dessen Mitte frei ist und die Sternenring wie der punktierte Rand einer Mondsichel oder eines eingedötschten und gespiegelten „D`s“ erscheint. Anspruchsvollere neue Deep-Sky-Weltwunder brauchte man kaum versuchen.



    Aaaaber: Bei diesigem Wetter reißen die Planeten es dafür wieder raus.



    Meinen Bericht möchte ich auf die Nächte vom 12. auf den 13.08 und vom 13. auf den 14.08.2021 reduzieren, obwohl die jüngste Tochter meines Cousins Saturn nach ihrer Beobachtung 2 Tage zuvor schon gemalt hatte.



    Am Morgen des 13.08., als mein Cousin wieder mit seinen 3 Töchtern bei mir waren, kam eine Gruppe aus 3 Bochumern hinzu. Ein Grundschüler mit seinem sportlichen Papa, weil er sich auf „Unterarmgehhilfen“ an meine Teleskope hievte, mit einem sehr astro-belesenen Onkel. Die breiteten sich eine Camping-Decke aus und erwarteten zwischen den Teleskopbeobachtungen vorzeitige Perseiden. Die Deepsky-Objekte blieben die grp0en „Kerzen“, die ich oben schon aufgezählt habe. Mehr entzückten sie die Planeten, denn


    gerade der Onkel, der wohl schon mal mit kleineren Teleskopen beobachtet hatte, rief beim Anblick des Saturns alsbald begeistert aus, dass ihm neben Wolkenbändern auf dem Planeten scharf voneinander abgegrenzte Helligkeitsabstufungen „im Eisring“ auffielen. Für mich war diese Beobachtung innerhalb der A- und B-Ringe seinerseits das Kaufargument zum Erwerb jenes Refraktors gewesen und an diesem Abend bestätigte ein Gast mit erheblich weniger Beobachtungserfahrung am gleichen Instrument mir diese Sichtungen.



    In der Nacht darauf, die den Höhepunkt der Perseiden-Schauer bilden sollte, blieb eine weitere Beobachtergruppe aus, da der Himmel erst in der 2. Nachthälfte klar wurde. Neben entspanntem Abwarten von insgesamt 41 Perseiden als sekundären Beobachtungszielen aus dem Liegestuhl heraus blieb Jupiter das teleskopische Hauptziel. Die Fülle der Details war unmöglich binnen der berühmt-berüchtigten 10 Maximal-Minuten zum Zeichnen nicht zu erfassen, aber die Farbigkeit war überwältigend. Da ich die Saturnzeichnung der Jüngsten Tochter meines Cousins erwidern wollte, habe ich ihr eine Jupiter-Impression aus der Erinnerung mit Farbstiften angefertigt, an der ich mich aber für etliche Details verbürgen kann:



    https://www.astrotreff.de/gallery/index.php?raw-image/1537-jupiter-farbimpression-vom-freitagmorgen-13-08-2021/


    Der GRF oben links, eine lange "weiße Wurst" um schmalen dunklen Band darüber (STB), ein großer schwarzer Schatten des Mondes Io nahe des Äquators, gefolgt von einer gelben Io rechts vom Schatten (Monde vor dem Jupiter erkennen können ist ja sonst ein seltenes Vergnügen und es gelingt meist nur, wenn sie sich hell vor dem NEB oder SEB abheben können.) Am Morgen des 14.08. konnte ich Io als gelbliche Murmel bis über den Zentralmeridian hinweg über das Äquatorband hinweg ziehen sehen.


    Ferner: Drei schwarze kleine "Knoten" (nahe dem Zwickel zum roten Fleck und zwei unterhalb des breiteren unteren dunkelen Bandes, dass entlang der Mitte kräftig braun erschien. Da ich wieder erst nachträglich die von mir visuell bestimmten Jupitermonde mit „Stellarium“ als zutreffend abglich, zeigte mir mein Laptop knapp nördlich der Io vor ihrem Transit das Möndchen Amalthea, nach dem ich mir im Newton schon so oft vergeblich die Augen ausgeglotzt habe. So hatte ich beim Anblick des schwarzen Knotens nahe dem GRF fast schon die Hoffnung, dass dies immerhin der Schatten von Amalthea sein könnte, doch Amalthea tauchte tatsächlich gerade hinter Jupiter auf und entfernte sich tatsächlich von der Planetenscheibe entgegen der Laufrichtung der Io. Es war aber nur ein sehr dunkeles Knötchen, dem nördlich des NEB bald die zwei weiteren folgten.


    Leicht gewirbelt erschienen außerdem noch die je drei schmalen dunklen Bänder (NTB, NNTB, NNNTB, STB, SSTB und SSSTB) in Richtung der beiden Pole.



    Ich kann mich nicht erinnern, Jupiter je so detailreich und farbig gesehen zu haben.



    Die anschließenden Tage bis zum Schulbeginn reichten mir, da ich 2 Tage länger als geplant in Medebach blieb, kaum aus, mich vom gehörigen „Jetlag“ zu erholen … aber schön war´s mal wieder.



    CS.



    Hubertus

    Hallo Marco,


    Astroprogrammen traue ich aus Erfahrung nur noch, wenn mindestens zwei miteinander Übereinstimmendes anzeigen. Da ich meist erst beobachte und nachträglich überprüfe, was ich gesehen habe, sichere ich mich im Zweifel noch über ein weiteres Programm ab.

    Aber bei Kleinplaneten ist man ja angewiesen, sich über die Positionen der visuell unsichtbaren Himmelskörper vorher mit Programmen oder Koordinaten aus dem Netz zu orientieren. Wenn man da mal eine Juno 13` neben der von Stellarium angezeigten Position beobachtet (und auch Astrokollegen auf ihren Rechnern ähnliche Falschpositionen von ihrem PC erhalten), dann kann das auch schon mal über Sehen und Nicht-Sehen entscheiden.

    Man sollte seine Programme stets akualisieren. Zeigte Stellarium z. B den GRF vor dem vorletzten Neumond-WE korrekt, stimmte die Position dieser Tage schon nicht mehr. Auf meinem Laptop wich sie nur um 45 min verpätet ab. Auf dem PC daheim hingegen schon wieder völlig anders. Das ist schon ärgerlich.

    Aber wenn nun zwei Programme identisch anzeigen, dann könnte das ein gutes Zeichen sein.


    CS.


    Hubertus

    Hallo Torsten,


    das mit der theoretischen Unmöglichkeit darf man nicht so ernst nehmen, denn auch kleine Optiken, die "theoretisch" selbst die Cassini-Teilung nicht zeigen können "dürften" tun das ja auch sehr wohl.


    CS.


    Hubertus

    Hallo Torsten,


    erstmal die allerwohlwollendsten Glückwünsche zum Saturnfoto.

    Scharf sich gegeneinander in ihrer unterschiedlichsten Helligkeit abgrenzende konzentrische Partien der A- und B-Ringe habe ich schon visuell beobachtet bei weitester Ringöffnung, jedoch noch nie am C- Ring. (Aber ich bin gespannt was da bald der Wechsel von 6" auf 6"- Refraktor bringen wird.)

    Ich bin nur verblüfft über deine wiederholt festgestellte Bescheidenheit, die Encke-Teilung "nur" als Encke-Minimum zu bezeichnen, denn sie liegt genau da, wo doch die Encke-Teilung liegt. Das ist doch die echte Teilung, die du schon wiederholt abgelichtet hattest.


    CS.


    Hubertus

    Hallo Jürgen,


    wenn es Wolf noch gibt, muss er schon sehr betagt sein. Er fiel mir als Spezie auf, der aus allem, was er 2x in die Finger kriegte, ein Bino mit für ihn tybischen 60°-Einblick bastelte. Wahrseinlich kam ihm kein 2ter 6"-HA in die Finger, weshalb er ihn mir angab, sonst wäre auch ein Bino daraus entstanden. Seine kleine Sternwarte, drehbar auf dem Zahnradkranz aus einem Leopard-Panzerturm, bei dem sich der Fußboden mitdrehte, war ebenso originell.


    Alles gute,


    Hubertus

    Hallo Tosten,


    ich habe mich denn auf dein vorgeschlagenes Programm gestürzt und durfte befriedigt feststellen, dass Winjupos für den 07.07.2021 um 7:00 UTC das gleiche "rote O" auf Io´s Zentralmeridian zeigt wie mein Stellarium am gleichen Tag um 9:00 MESZ. Beide Programme zeigen sich dieses Mal also in harmonischer Eintracht.

    Also wandte die Io mir heute am frühen Morgen wohl tatsächlich zutreffend beobachtet gerade ihre lichte Albedo-Seite zu.


    Ich beglückwünsche mich zu der erfolgreichen Beobachtung und entschuldige mich zugleich bei euch für meine vergleichsweise dummen Frage, wo ich anachronistischer Visueller denn im Netz Infos zum Vergleich erhalte, die euch selbstverständlich erscheinen mögen.


    CS.

    Hubertus

    Hallo Jürgen,


    du meinst sicher den Wolf Wellnitz, bei dem der ohne Objektiv an der Tennen-Decke hing, da Wolf das Objektiv in ein sehr justierstabiles "Fagott" verbaut hatte. Von ihm habe ich den 150er-HA mit beiden Tuben erworben. Es klingt absurd, aber aus Gründen der Platzeinsparung in meiner Sternwarte musste ich das gereinigte und neu zentrierte Objektiv wieder in den langen Tubus verbauen, da ich im Norden eine hohe Säule für Refraktoren habe, die über einen 16"Newton auf niedriger Säule im Süden hinwegschauen können müssen. (Ich habe eine Rollhütte, die komplett über die platzsparend eingeparkten Teleskope hinweggeschoben wird.)

    Mit dem Fagott-Tubus habe ich einem Sternfreund (Martin Trittelwitz von der Archenhold-Sternwarte) einen sehr preiswerten Gefallen gemacht und ihm den vermacht für eine 6" China-Optik, die er (als er noch in Thailand berufstatäg war) aus der Nähe vom lichtverschmutzten Bankog, aber mit einer Ekliptik immer steil überm Kopf komfortabler beobachten kann, als mit einem Schaer-Refri, wie er selbst erst einen bauen wollte. Ich habe es nachher ein wenig bereut, den Fagott-Tubus abgegeben zu haben.

    Ein Schaer-Refri ist für deine Breiten wiederum der gescheitere Bautyp.

    Mein 8"er kommt im Nemec-Tubus daher und wird für die Sternwarte wieder zum Lulatsch umgebaut. Mit rasch abnehmbarer Taukappe und OAZ wird der zum Einparken auch nicht länger als der Ex-Frerener 6"er.

    Leider scheint die Astrogemeinde, die noch rein visuell beobachten will, immer mehr abzunehmen, denn alle wollen heute fotografieren. Das hat für "uns" wiederum den Vorteil, das die weniger wertgeschätzen Lulatsche "günstig in der Bucht landen".

    Andererseits: Hast du vielleicht mitbeobachtet, dass mit uns beiden noch mindestens 5-6 Sternfreunde hier im Astrotreff im Laufe des letzten Jahres doch wieder mit Lulatschen zwischen 8" und 9" an den Start gegangen sind? Da scheinen sich einige Unverdrossene zurück zu besinnen.


    Viel Spass an den "Riesen" (in deiner Hütte und am Planetenhimmel),


    Hubertus

    Hallo Jürgen,


    ich bin am Samstag erst zwischen deinem 2. und 3. Foto in die Jupi-Beobachtung eingestiegen, also erst am frühen (deutschen) Sonntag, als der GRF schon "um die Ecke" war. Das war nach dem Katastrophen-Schmuddelwetter die erste mögliche Beobachtungsnacht im Juli. Zwar war ich am Neumond-Wochenende davor in meiner Sternwarte im sauerländischen Medebach, wo z. Zt. noch der ex-frerener Lichtenknecker auf seine Ablösung durch einen 200x2800er Halbapochromaten wartet, aber es ging trotz aller Vorfreude nix mit dem immer noch exzellenten Refraktor, den ich im heimischen Garten weiter betreiben werde.

    Zu Hause im Garten mit einem nur 5"FH-Lichtenknecker hatte ich visuell zwar Ganymed am Samstag/Sonntag erkannt, hatte den Schatten aber fälschlich der Io zugeschrieben, da ich den Ganymed irrtümlich erst hinter dem Jupiter hervortretend vermutet hatte. Erst heute Nacht erkannte ich, mit welcher kaum geahnten Winkelgeschwindigkeit auch ein Ganymed vor dem Jupiter hinüberschwenken kann.

    (Dazu ist zu erwähnen, dass ich Planeten und Monde immer unvorbereitet durch Astronomie-Programme oder "analoge Himmelsjahre" beobachte.)

    Ja, und das NEB, dass eine Zeitlang wie drei Nadelstreifen hinter dem GRF gewirkt hatte, wohingegen des SEB sich als fluffige "Federboa" präsentierte, empfand ich auch als sehr mässig ausgeprägt.


    Leider habe ich den Eindruck, dass Fotos selbst durch famoseste Refraktoren nicht den überragenden Eindruck wiedergeben können, die die langen Lulatsche visuell ggü. Spiegelteleskopen mit größeren Öffnungen liefern können, trotz der mit diesen großen Spiegeln erzielten "schön gerechneter Fotos".

    Leider konnte ich noch nie durch einen unobstruierten Schiefspiegler schauen. Mir fällt nur auf, dass auch deren Besitzer mit Öffnungen bis 12" offenbar nur schauen und genießen, aber auch kaum fotografieren.


    Ich wünsche uns an den nächsten Wochen noch viel Spass an den Gasriesen und


    CS,


    Hubertus

    Hallo ihr Lieben,



    gerade komme ich (weil ich als Pauker z. Zt. Sommerferien genieße) gegen 2:00 Uhr MESZ am Montagmorgen des 19.07.2021 aus meinem heimischen Garten hinaufgestapft und bin vom Planeten-Gucken geradezu erschöpft.


    Seit dem Katastrophen-Schmuddelwetter gucke ich mir erst die zweite Nacht wieder Saturn und Jupiter an. Auch im Frühjahr war ich wenig dazu gekommen mir die beiden Riesen in den Morgenstunden an zu sehen. Das Frühjahr war meteorologisch zu mau, als dass ich (wegen des Beherbergungsverbotes ohne mietbare Pension) die Nächte in meiner Sternwarte campieren mochte. So merke ich seit gestern erst wieder, dass ich vielleicht auch etwas aus der Beobachtungsübung kam. Das Problem war folgendes:


    Ich hatte bislang genügend Übung darin bekommen, unvorbereitet die Jupitermonde anzupeilen und ab 200-300facher Vergrößerung die Scheißerchen am Aussehen zu erkennen. Der Ganymed ist stets der hellste (was man schon im 2“er erkennt) und auch der „dickeste“, die Kallisto ist auch dick, hat aber eine dunkele Oberfläche; schwieriger zu unterscheiden sind die beiden ähnlich kleinen, doch erscheint die Io schwefelgelb, wohingegen die Europa strahlend weiß erscheint. Problematischer, wenn auch zu bewältigen war es, wenn nicht alle vier galileischen Monde auf Anhieb zu sehen waren, weil einer sich vor, ungünstiger sich einer hinter Jupiter oder in seinem Schatten befand. Die heiße Frage war dann, welcher von den vier „Hauptverdächtigen“ fehlt heute oder wenn man ihn denn sogar vor dem Jupiter fand, welcher das nun war.


    Das letzte Mal jedenfalls, dass ich bei der Identifizierung von Io und Europa kläglich geirrt hatte war, als ich vor etwa 1½ Jahren mit einem zwar frisch vom Gerd Weber justierten, aber halt hochobstruierten, wenig ausgekühlten und „blöden“ C11 von der Herner Volkssternwarte vor Zeugen mit „Stellarien“ auf ihren Handys zum Vergleich beobachtete. Mit meinen „päpstlichen“, da offenkundig immer unfehlbaren Refraktoren ist mir das seit Jahren nicht mehr passiert. (Liebe Schiefspiegler-Gemeinde: Ich schließe nicht aus, dass auch euer unobstruierter Teleskoptyp „unfehlbar“ sein kann. Ich bedauere, dass ich noch nie durch eine solche Optik beobachten konnte.)


    Gestern gegen 1:00 Uhr MESZ war es mir nach langer Pause mit auffälliger Mühe gelungen, die Monde korrekt zu identifizieren. Heute wurde es zum Beobachtungsmarathon. Kallisto und Ganymed (von „links“ im Okular oder von Westen in Richtung Jupiter) waren schnell erkannt. Aber für die planetennächsten Io und Europa habe ich eine Stunde gebraucht, bis ich mich festlegte. Die Ursache war folgende: Nahe Ganymed Richtung Jupiter, im Okular also links, war ein kleines weißes Mondchen und rechts, etwas näher als das kleine Möndchen zur Linken, ebenfalls ein weißes Möndchen. Keines der beiden wollte heute Morgen schwefelgelb erscheinen, womit man es als Io hätte identifizieren können. Die Helligkeit zu unterscheiden fiel auch schwer, da Möndchen in Nähe zum Jupiter subjektiv immer schwächer erscheinen als mit etwas mehr Abstand. Nachdem ich erst dazu neigte, den Mond nahe Ganymed zur Io zu erklären, folgte ich dem Hinweiß, nicht unendlich lang Objekte anzustarren, sondern erst einmal eine Beobachtungspause einzulegen. Jupiter legte indessen azimutal an Höhe zu; dann stellte ich den ADC auf die neu erworbene Höhe ein und nahm nochmals Anlauf: Endgültig entschied ich mich doch, den Mond „rechts“ oder östlich des Jupiters zur Io zu erklären, obwohl er nicht schwefelgelb erschien, da er mir geringfügig größer erschien als die Europa „links“ nahe dem Ganymed.


    Als Erklärung für meine Deutung legte ich mir bereit, dass ich kürzlich antiquarisch den „Atlas der Planeten“ erworben hatte, der u. a. von meinem visuellen „Beobachtungshelden“, dem erst vor wenigen Jahren verstorbenen Audouin Dollfus mit herausgegeben worden war. Dollfus hatte darin unter anderem nicht nur die, sich mir im letzten Jahr als sehr hilfreich erwiesenen Merkur-Albedokarten veröffentlicht, sondern zu meiner Bewunderung sogar visuell erstellte Albedokarten der vier großen Jupitermonde (und das alles noch aus der Zeit kurz vor der Weltraumfahrt mit kamerabestückten Sonden). Daher wusste ich um eine Seite der Io, auf der sich ein sehr helles Albedogebiet befindet, dass Io visuell weniger gelblich als gewohnt, sondern eher weißlich als erscheinen lassen könnte.


    Nachdem ich schlussendlich aus dem Garten in meine Wohnung hinaufgestapft bin, schaltete ich den PC an, startete eben Stellarium. Meine letztendliche Bestimmung der vier galileischen Monde erwieß sich tatsächlich mit äußerster Mühe doch noch als wiederum „unfehlbar“. Nun scrollte ich auch noch bis Ultimo nahe auf die Io heran; und tatsächlich grinste mich das vermutete, besonders helle Albedogebiet der Io zentral auf der Mondoberfläche für meinen Beobachtungszeitraum an.



    Ich würde nun gerne meine „übermenschlichen“ Beobachtungsanstrengungen als neuen Triumph verbuchen, wenn ich mir sicher sein könnte, dass sich das in der Vergangenheit leider auch öfters als kläglich fehlerhaft erweisende Stellarium sich in diesem Punkte doch mal als verlässlich erweisen würde. Sowohl auf meinem PC als auch meinem Laptop hatte ich erst kurz vor dem letzten Neumond und Trip zu meiner Sternwarte im dann leider verregneten Sauerland Stellarium 21.1 (z. B. auch hinsichtlich der Position des GRF) noch aktualisiert.


    Wer kann mir vielleicht sagen, wie man zur gewissenhaften Absicherung meines möglicherweise neuen Beobachtungstriumphes, den Transit des hellen Albedogebietes auf Io nachvollzogen zu haben, weiter vorgehen sollte? Kann man irgendwo im Netz z. B. den bei der Beobachtung geltenden Meridian von Io in Grad ermitteln?



    Für eure kaum minder zu bewertenden übermenschlich gescheiten Antworten bedanke ich mich jetzt schon mal im Voraus und wünsche euch



    CS.



    Hubertus

    Hallo "Solaris2021",


    das würde ich mir für die eigenen Ansprüche selbst basteln: Es gibt auf´m Grabbeltisch (Baumärkte/Ein-Euro-Shops/Flohmärkte) doch Lochsägen auch für zöllige Maße mit 51/52mm Durchmesser und dann bereite ich mir ein Brettchen mit genügend Löchern vor und schraube sie mit kleinen Metallwinkeln an die in der Regel aus Holz gefertigte Rockerbox an.


    CS.

    Hubertus

    Hallo Raul,


    ich bin seit Jahrzehnten ein hartnäckiger "Nur-Visueller", ich weiß aber, dass unsere Planeten-Fotografen sicher noch mehr Informationen zum Foto wünschen, um dir effeltive Tipps erteilen zu können.

    Mit welcher Optik ist das Bild entstanden (Teleskoptyp/Öffnung/Brennweite/Barlowlinse oder nicht)? Aufnahmezeit, -datum?

    Den fallen sicher noch etliche mehr Gegenfragen ein, aber einige Info-Lücken solltest du noch schließen.


    CS.

    Hubertus

    Hallo Hannes,


    ich hatte das erste Lidlscope noch für 269 DM erworben und da gab es auch noch eine "echte" Astro-3-Montierung dazu, die nicht in RA. und Dekl. auf "Plastik" klemmte. Das dürfte so um 1999/2000 gewesen sein.


    LG. Hubertus

    Hallo Josef,


    da muss ich unbedingt mitgratulieren, denn gerade im Laufe des letzten Jahres sind ´ne ganze Reihe hier im Forum mit so anachronistischen Riesen-Refri-Röhren (also für den Amateurbereich riesig) zwischen 8" und 9" hier an den Start gegangen (der "Solarigraph", der Jürgen Schmoll, Marc Hohnsbehn und meine Wenigkeit; und der Hannes Hase-Bergen liebäugelt gerade auch mit so was. Dabei hab ich den Eindruck, noch einen vergessen zu haben.

    Da gelten diese Refris ja als soooooo unendlich überholt, und nu´ das.

    Aber für Diejenigen, die noch gerne visuell beobachten, sind die immer noch ne Wucht.


    Viel Spaß damit und hoffentlich nicht pro Zoll Öffnung des neuen Scopes eine Woche Regen (Die haben für morgen Regen angesagt, "bibber"),


    Hubertus

    Hallo Robin,


    schönen Dank für deinen umfangreichen Beo-Bericht. Deine folgende Beschreibung kann ich lebhaft bestätigen, wenn du schreibst:

    Quote from Laut Gaia DR2 haben sie Helligkeiten von 16.74 und 15.68 mag. Davon seitlich abgesetzt blitzte ab und zu immer wieder ein stellares Objekt auf, das mir ähnlich lichtschwach wie der 16.74 mag Stern vorkam. Hierbei handelte es sich um den Quasar.

    Ich müsste mein Beobachtungsbuch aus der Sternwarte da haben, um die Termine rauszufinden, als ich vor einigen Jahren mit Heiko Mehrung vom sauerländischen Medebach aus nach APM 08279+5255 an einem Wochenende ausschau hielt. Wir hatten nur 16" zur Verfügung, dafür aber parallaktisch montiert, so dass man das Aufblitzen des Quasars nicht womöglich während des Nachschubsens verpassen könnte. Obendrein war es noch etwas diesig. Da ich normalerweise aber immer nur um Neumond aus dem Ruhrgebiet in meine Sternwarte komme, überlegten wir, dass es einen Monat später zu spät sei und wir das Projekt gleich um ein Jahr aufschieben müssten.

    Und so glotzten wir abwechselnd indirekt das benachbarte Mag15,68-Sternchen an, bis wir jeweils dreimal auch zentral den Quasar aufblitzen sahen. Da Heiko etwas länger war, konnte er etwas länger hineinschauen, als der Tubus immer weiter über den Meridian hinüberschwenkte. Er konnte ihn dreimal, ich nur zweimal aufblitzen sehen. Wir haben es zur Sicherheit am darauf folgenden Abend nochmals bei ähnlich diesigen Bedingungen versucht und beide je 3x den Quasar aufblitzen sehen. Beide Abende haben wir abwechselnd je ca. 3/4 Std. die Stelle angegafft, bis wir uns sicher waren.

    Ich nehme an, dass es dir wohl etwas leichtrer gelang.


    CS.


    Hubertus

    Ja danke Jörg für die Hinweise. Mein "daylight aligment" mit einer nur mit purem Synchronmotor ausgestatteten Monti funkionierte auch so, dass ich die Sonne anpeilte und per Teilkreisen die Diffenrenz zu Merkur oder Venus mit selbstverständlich vom Vortag noch vorfokusiert einstelltem Teleskop einstellte und offenbar ja auch traf, denn Merkur tauchte ja bei 62.5fach im Hauptteleskop auf, aber bei mir eben bei Dichotomie doch noch nicht am hellen Tag, sondern später, als die Sonne zwar auch noch am Himmel war, aber Mittags hatte ich keine "Fortune".

    Merkur möglichst noch (oder schon) am Tage visuell zu beobachten habe ich aber zugegebenermaßen erst dreimal aus dem Ruhrgebiet und einmal von meiner Sternwarte in Medebach aus beobachtet (in letzterem Fall an dem Tage, als Venus und Merkur möglichst nahe beieinander gewesen waren, um einfach von Venus auf Merkur rüber zu schwenken. Im Sauerland muss man längst nicht so früh anfangen, weil ich da nur über Wald hinweg beobachte. Da schwabbeln die Planeten in Horizontnähe eh nicht so viel, wie vom Ruhrgebiet aus.


    Verstehe ich das richtig so, dass du dein Herrschelprisma ohne Neutralfilter verwendest, um dann auch abseits der Sonne ohne Filterfolie an einem auf diese Weise verdunkelten Himmel Merkur zu sehen? Reicht das für einen Mag-1-Merkur?

    Mein Herrschelprisma habe ich bislang nur dazu zweckentfremdet, um ohne Neutralfilter den Mond um Vollmond anzuschauen.


    CS.


    Hubertus


    PS.: Nachtrag zum anderen Jörg: "Venus bei 25´ vom Sonnenrand" entfernt beobachten, da gruselt´s mich aber deutlich. Du willst uns doch nicht etwa zu einem Wettrennen des puren Leichtsinns anstacheln? Mir stünde noch ein heute eher veralteter Protuberantenansatz zur Verfügung für derlei riskante Experimente, aber (Igitt!) da verzichte ich lieber, den Rekord noch zu unterbieten zu wollen.