Die Nacht vom 21. Januar.
Hallo,
Diese Woche habe ich noch frei. Ich kann mich nach dem Wetter richten und wenn es passt zum Beobachten fahren. Ab nächste Woche muss sich das Wetter wieder nach meinem Schichtplan richten. Ich habe nur noch keine Kontaktadresse gefunden, wohin ich meinem Schichtplan senden könnte, damit das Wetter danach geplant werden kann.
Die Wettervorhersagen taten sich ohnehin sehr schwer, für diese Nacht das Wetter vorherzusagen. Alle Wetterseiten meinten die Nacht wird bewölkt, allenfalls ein oder zwei Stunden bleiben klar. Am besten passte die Vorhersage vom DWD in der Warnwetter-App. Die lagen etwas richtiger als die anderen Vorhersagen.
Nachdem am späten Nachmittag immer noch keine Wolken aufziehen wollten, packte ich meine Sachen für die Nacht ein.
An diesem Abend fuhr ich zu einem dunklen Ort der auf eine Bergrücken, oder besser einen Hügelrücken liegt. Nach Süden und nach Norden fällt das Land ab. Falls Nebel aufkommt, ist es dort oben immer noch frei.
Die Nacht blieb tatsächlich frei von Wolken, so das ich ein paar Stunden beobachten konnte.
In dieser Nacht beobachtete ich mit meinem 254/3048mm Cassegrain den ich zusammen mit meinem 110/770mm Refraktor auf der Losmandy G11 aufbaute. Hauptsächlich beobachtete ich mit dem Cassegrain, mit dem Refraktor wollte ich nur etwas testen.
In dieser Nacht beobachtete ich vor allem Offene Sternhaufen und die Planeten.
Himmel und Bedingungen:
Klarer Himmel ohne Wolken. Vom Westen ziehen zu Beginn der Nacht dünne Wolken auf, die sich aber wieder auflösten. Der Himmelshintergrund ist grau aufgehellt. Die Transparenz ist mittelmäßig. Zwischendurch weht immer wieder ein kalter Wind.
In der Dämmerung suchte ich noch die Venus und den Saturn auf. Die Halbvenus konnte ich wieder gut sehen, auf dem unruhigen Saturn konnte ich zumindest den Ringschatten und einige Wolkenbänder unterscheiden.
Die Notizen zu meinem Beobachtungen in dieser Nacht:
NGC 581 (Messier 103). Ein Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia.
Messier 103 ist ein kleiner aber deutlich sichtbarer Sternhaufen der im Feld sofort auffällt.
Der Sternhaufen hat eine dreieckige Form. Die Spitzen vom Dreieck werden werden von zwei hellen und einem schwächeren Stern gebildet. In der Mitte des Sternhaufens steht ein deutlich orange Stern.
Im Sternhaufen ist eine mittlere Anzahl sehr unterschiedlich heller Sterne die noch locker zusammenstehen.
NGC 663. Ein Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 76x.
Der Sternhaufen ist hell und deutlich im Feld zu sehen.
Der Sternhaufen ist zweigeteilt. Eine Lücke teile den Sternhaufen in einen größeren östlichen und einen kleineren westlichen Teil.
Im Sternhaufen sind sehr verschieden helle, überwiegend mittelhelle Sterne.
Der Sternhaufen hat eine sehr unregelmäßige Form. Aus dem Sternhaufen gehen Sternketten heraus. Nahe der Mitte vom Sternhaufen kann ich einen schwachen, leicht rötlichen Stern sehen.
Im Refraktor ist der Sternhaufen deutlich zu sehen und in viele schwache Sterne aufgelöst.
NGC 654. Ein Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 169x.
Ein kleiner Sternhaufen der im Feld noch gut auffällt.
Der Sternhaufen wirkt sehr kompakt. Die mittelhellen und schwache Sterne stehen dicht zusammen. Vom Süden her kommend zieht sich eine sternleere Bucht in den Sternhaufen hinein. Am östlichen Rand der Bucht steht ein heller blassroter Stern.
Die Sterne im Sternhaufen sind nicht ganz weiß, sondern gehen ins blass-rote.
Im Refraktor ist der Sternhaufen als kleines Wölckchen neben dem blassroten Stern, HD 10494, zu sehen.

Berkeley 7. Ein Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 127x.
Der Sternhaufen ist unscheinbar und fällt im Feld kaum auf.
An der Stelle des Sternhaufens stehen ein paar wenige, etwas dichter stehende schwache Sterne.
Im Refraktor kann ich nur ein kleines Sternwölkchen sehen.
Stock 5. Ein Offener Sternhaufen im Sternbild Kassiopeia. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 76x.
Der Sternhaufen ist ein Ring aus hellen Sternen
Der Sternhaufen setzt sich deutlich vorm Hintergrund ab. In den Ring aus hellen Sternen sind noch viele schwache Sterne eingeflochten. Im Zentrum vom Ring stehen nahezu keine Sterne.
Im Refraktor sind die hellen Sterne vom Ring zu sehen.
Kleinplanet (69) Hesperia. Im Sternbild Orion. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 76x.
(69) Hesperia konnte ich anhand einer Karte im Feld identifizieren.
Hesperia ist das letzte Sternchen einer Ost-West ausgerichteten Sternkette. Im Westen steht der Stern π1 Ori, am Ostende der Kleinplanet Hesperia.
Hesperia ist ein deulich sichtbares Sternchen.
Im Refraktor ist Hesperia deutlich zu sehen.
NGC 1662. Ein Offener Sternhaufen im Sternbild Orion. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 76x.
Der Sternhaufen fällt im Feld sofort auf.
Der Sternhaufen ist eine Halbkreis- oder C-geformte Linie aus überwiegend hellen und einigen schwachen Sternen.
Im südlichen Teil vom C kann ich zwei blass-rote Sterne sehen.
Im Refraktor ist der Sternhaufen und die C-Form deutlich zu sehen.
Jupiter. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 346x mit einem ND 0,6 Neutralfilter.
Jupiter steht sehr still im Okular und wird scharf abgebildet.
Auf Jupiter konnte ich unzählige Strukturen in den farbigen Wolkenbändern sehen.
NGC 1528. Ein Offener Sternhaufen im Sternbild Perseus. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 76x.
Ein großer und heller Sternhaufen der im Feld sofort auffällt.
Im Sternhaufen sind sehr viele mittelhelle und schwache Sterne. Zwischen den Sterne sind viele kleine Lücken ohne Sterne. Der Sternhaufen hat eine dreieckige Form.
Im Refraktor ist der Sternhaufen deutlich zu sehen und in viele Sterne aufgelöst. Die dreieckige Form fällt deutlich auf.
NGC 1545. Ein Offener Sternhaufen im Sternbild Perseus. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 127x.
Der Sternhaufen fällt im Feld zunächst nicht so sehr auf. Erst eine höhere Vergrößerung läßt den Sternhaufen sichtbar werden.
Der Sternhaufen besteht aus verstreuten schwachen Sternen. Zwischen den Sternen sind viele Lücken.
Am Westrand vom Sternhaufen stehen zwei helle Sterne. Der eine ist leicht rötlich, der andere bläulich. Zusammen mit einem schwächeren Stern bilden die Sterne ein auffälliges Dreieck dessen Spitze vom Sternhaufen weg weist.
Im Refraktor ist nur dieses Dreieck zu sehen.
NGC 1513. Ein Offener Sternhaufen im Sternbild Perseus. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 127x.
Der Sternhaufen fällt im Feld gut auf.
Im Sternhaufen sind viele mittelhelle und viele schwache Sterne. Die Sterne ordnen sich zu einem hellen und breiten Ring an, der aussieht wie ein halber Donut. Der Ring ist nach Osten offen. In der Öffnung vom Ring sind nahezu keine Sterne.
Mars. Beobachtet mit einer Vergrößerung von 455x mit einem ND 0,6 Neutralfilter und einem Neodymium Filter.
Mars steht sehr still im Okular und wird scharf abgebildet.
Die dunklen Strukturen haben einen hohen Kontrast zum rötlichen Mars. Die Polhaube ist hellweis. Der gegenüberliegende Pol wirkt dunstig und aufgehellt. Den Bereich Olympus Mons konnte ich als deutlich hellere Stelle sehen.
Die Messwerte für diese Nacht.

SQM-L.

Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit.
Viele Grüße
Gerd