Posts by Thors

    Hallo zusammen,


    auch mit einem 3,5-Zöller (Skywatcher AC 90/900) ist schon einiges möglich. Hier ein Bild von Jupiter mit drei der galileischen Monde (25.02.2026) sowie eine kleine Animation des Planeten (26.02.2026, a. 45 min). Die markanten Wolkenbänder sind gut zu erkennen, und ich finde, die Aufnahme zeigt ganz schön, was auch mit kleinerer Öffnung möglich ist.


    Für die Aufnahmen habe ich als Kamera eine Svbony SV305 mit Baader-Kontrast-Booster und einer 1,5× Barlow genutzt.



    Hallo Johann,


    ich würde schätzen, dass du mit der EQ1 bis etwa 135 mm noch relativ gute Fotos machen kannst, wenn die Nachführung sauber läuft und du gut eingenordet hast (siehe auch hier). Längere Brennweiten haben den Nachteil, dass sie anfälliger für den Wind sind und einen größeren Hebel haben, der auf die Achsen wirkt. Da die Achsen der EQ1 sehr klein sind, bist du hier schnell am Limit.


    Zum Guiding: Das Guiding korrigiert die Ungenauigkeiten der Montierung (z. B. periodischer Fehler des Schneckenrads, Fehler beim Einnorden) und ermöglicht somit längere Belichtungszeiten. Man kann auf das Guiden auch verzichten und sehr kurze Belichtungen wählen, sodass die Fehler noch nicht sichtbar werden. So machen das hier einige im Forum, die z. B. mit einem Smartteleskop fotografieren.


    Hier ein Vergleich von kurzen und langen Belichtungszeiten:


    Kurze Belichtungszeiten Lange Belichtungszeiten
    Vorteile Weniger Ausschuss durch Nachführfehler, Wind oder Vibrationen Mehr Signal pro Einzelbild
    Sterne bleiben eher rund Schwache Nebel und Galaxienstrukturen kommen besser heraus
    Helle Sterne brennen seltener aus Himmelshintergrund wird schneller vom Ausleserauschen abgehoben
    Weniger Anforderungen an Guiding und Einnordung Effizienter bei sehr schwachen Objekten, wenn Tracking gut ist

    Weniger Einzelbilder nötig für gleiche Gesamtzeit
    Nachteile Mehr Einzelbilder nötig Höheres Risiko für Ausschuss durch Guidingfehler
    Mehr Einfluss des Ausleserauschens Sterne können schneller ausbrennen
    Schwache Details brauchen viel Gesamtintegrationszeit Himmelshintergrund wird bei Lichtverschmutzung schneller zu hell
    Größerer Speicherbedarf Stärkere Anforderungen an Montierung, Fokus und Einnordung
    Mehr Aufwand beim Kalibrieren und Stacken Ein verwackeltes Bild kostet mehr Zeit


    Beste Grüße

    Thorsten

    Hallo Johann,


    Ich glaube deine Annahme, dass die EQ1 eine Übersetzung von 144:1 hat ist falsch. Hier wird davon geschrieben, daß die EQ1 ein Verhältnis von 96:1 hat. Je nach Hersteller kann das auch noch variieren.


    Meine EQ2 hat ein Verhältnis von 122:1. Eine EQ3 oft 130:1 und erst die EQ5 hat 144:1.


    Ich vermute mit deiner Optik meinst du 60/350. Man gibt immer zuerst den Durchmesser und dann die Brennweite an. Ohne Guiding sind die 350 mm für die EQ1 zu viel.


    Erwarte von einer EQ1 nicht zu viel. Die Verarbeitung der Bauteile ist leider nicht sehr gut. Du musst auf jeden Fall einige Dinge an der RA-Achse optimieren, damit sie gleichmäßig läuft. Das Einnorden ist bei der EQ1 und EQ2 auch nicht so einfach.


    Sonst aber ein spannendes Vorhaben. Ich habe vor kurzem auch eine EQ2 umgebaut. Mithilfe von Guiding läuft die jetzt ganz gut.


    Im Netz gibt es einige Beispiele von erfolgreichen Umbauten der EQ1 und EQ2 (z.b. https://forum.astronomie.de/th…nen-langzeitumbau.313945/)


    Beste Grüße

    Thorsten

    Hallo Ben,

    wie Dietrich schon geschrieben hat, kann man natürlich nicht alles an Farbe retten. Aber mit der SPCC kann man schon etwas retten. Dafür müssen in dem Programm deiner Wahl die Daten für den Contrast Booster eingepflegt sein.

    In Siril hatte ich das mal für den Baader Fringe Killer gemacht, deshalb findest du den Filter dort in der Liste. Weil ich jetzt auch einen Baader Contrast Booster habe, sitze ich gerade daran, die Daten für diesen Filter auch hochzuladen.


    Beste Grüße

    Thorsten

    Am 28.2.2026 habe ich ein Mondmosaik gezeigt, das aus 34 Kacheln besteht:


    Zunehmender Mond (85 %) vom 27.2.2026


    Anhand einer dieser Kacheln wollte ich dann mal genauer herausfinden, wie klein die Strukturen sind, die noch sichtbar werden – also ein kleiner fotografischer Auflösungstest „aus der Praxis“. Ich habe mir dafür Clavius als Testkrater ausgesucht. Da kann man an den kleinen Innenkratern ziemlich gut sehen, wo die Grenze liegt. Der Zeitpunkt war auch ganz passend: Bei einem Mondalter von 10 Tagen steht die Terminatornähe so, dass Clavius schön plastisch wirkt und die Schatten die feinen Strukturen gut herausarbeiten.



    Aufgenommen habe ich mit der SVBony SV305 in FireCapture. Davor stecken ein Baader Contrast Booster und eine Masuyama Barlow 1,5-fach. Der Contrast Booster blendet die Farbsäume dabei weitgehend aus. Insgesamt wirkt das Bild dadurch deutlich „ruhiger“ und kontrastreicher.


    Gestackt und geschärft habe ich dann in AstroSurface. Verwendet wurden 200 von 1000 Frames. Durch die Wavelet-Transformation lassen sich viele feine Details gezielt hervorheben – man muss nur aufpassen, dass es nicht zu schnell überschärft wirkt.


    Der kleinste der Clavius-Krater, die auf Wikipedia gelistet sind, ist Clavius O. Dieser hat nur einen Durchmesser von ca. 4 km und ist in meinem Material noch zu erkennen. Das ist für 90 mm Öffnung ein guter Reality-Check, dass Fokus/Seeing in dem Moment gepasst haben.




    Ergänzend: Für solche „Auflösungschecks“ wird auch gern die Wallebene Plato herangezogen – wegen des sehr dunklen Bodens und der kleinen Krater darin. Plato selbst hat einen Durchmesser von etwa 101 km. In der Liste der Nebenkrater von Plato ist X der kleinste (Durchmesser 4 km). Der ist auf meiner Aufnahme auch sichtbar. Die kleinen K4-Krater (2,2 km bis 1,7 km Durchmesser) innerhalb von Plato sind in dieser Aufnahme aber nicht mehr zu erkennen. Entweder liegt hier schon die praktische Grenze des Teleskops oder der Beleuchtungswinkel ist hier gerade nicht optimal.




    Was ich dabei wieder gemerkt habe: Neben der Optik selbst holen heute vor allem Lucky Imaging und die Bildbearbeitung eine Menge aus einem „einfachen“ Teleskop raus. Gerade am Mond kann man mit vielen Frames, sauberem Stack und vorsichtiger Schärfung aus einem kleinen Achromaten erstaunlich viel Detail herauskitzeln. Der 90 mm-Achromat scheint fotografisch Krater mit einem Durchmesser von etwa 4 km sichtbar zu machen.


    Und hier noch ein paar Fakten zu Clavius:

    • Clavius liegt im südlichen Hochland und ist mit rund 225 km Durchmesser einer der größten Krater auf der erdzugewandten Seite.
    • Im Inneren sitzt diese halbkreisförmige Kette aus immer kleineren Kratern – genau deshalb eignet sich Clavius so gut, um das Auflösungsvermögen abzuschätzen.
    • Funfact: Clavius ist vielen auch aus „2001: Odyssee im Weltraum“ ein Begriff (Clavius Base).

    Quellen:

    Hallo Andreas,

    ich nutze Stellarmate auf einem Pi4 und habe keine Verzögerungen. Was mir zu deinem Problem eingefallen ist: Wäre es vielleicht möglich, dass in deiner Motorsteuerung eine Rampe (Beschleunigung) einprogrammiert ist? Dann merkt man die Bewegung vielleicht erst etwas verzögert. Normalerweise sind solche Rampen nur für das schnelle Verfahren gedacht. Vielleicht musst du im Indi-Treiber für deine Montierung hierfür spezielle Einstellungen vornehmen. Bei Onstep gibt es z. B. extra Einstellungen für die Guiding- und die Schwenk-Geschwindigkeit. Wenn ich mich nicht irre, wird die Guiding-Geschwindigkeit auch beim manuellen Bewegen mit herangezogen.


    Bleib dran, ich finde, es lohnt sich, sich mit EKOS auseinanderzusetzen. Die Lernkurve ist vielleicht steiler als bei anderen Systemen, wenn man es aber verstanden hat, läuft es eigentlich ausgezeichnet. Am meisten schätze ich die verschiedenen Arten der Fernsteuerung, die KStar bietet.


    Beste Grüße

    Thorsten

    StellarMate OS 2.0 offiziell veröffentlicht

    StellarMate hat StellarMate OS Version 2.0 offiziell veröffentlicht. Nach rund 6 Monaten Entwicklung handelt es sich um das bisher größte Update mit Fokus auf Stabilität, Performance und Wartbarkeit.


    Was ist neu in StellarMate OS 2.0:

    • Ein einheitliches Betriebssystem für alle Plattformen

      (Raspberry Pi, Mini-PCs etc. laufen künftig auf derselben OS-Basis)

    • KStars / INDI als Flatpak

      → saubere Trennung von System und Anwendungen

      → stabilere Updates und einfacheres Testen (Stable + Nightly)

    • Atomic Updates

      → sichere, transaktionsbasierte System-Updates

    • Rolling Release

      → System bleibt immer aktuell, keine großen Versionssprünge mehr nötig

    • Snapshots & Rollbacks

      → System kann bei Bedarf sofort auf einen vorherigen Zustand zurückgesetzt werden

    • Integrity Checks

      → zusätzliche Schutzmechanismen für Systemstabilität

    • Native GUI-Installer für NVMe & SD-Karten

      → grafische Installation ohne manuelle Image-Tools

    Wichtige Hinweise für bestehende Nutzer:

    • StellarMate OS 2.0 ist ein Major Release

      kein direktes Upgrade von Version 1.x möglich

      Neuinstallation erforderlich

    • Die bisherigen OS-Varianten auf

      Debian Bullseye und Ubuntu Jammy werden abgekündigt

    • Weiter gepflegt bis 31.12.2026 werden noch:

      • Debian Bookworm (Raspberry Pi)

      • Ubuntu Noble (Mini-PC)

    • StellarMate OS 2.0 ist kein kostenloses Upgrade,

      bestehende Kunden erhalten jedoch 25 % Rabatt

    Quelle: https://www.instagram.com/p/DU…V5/?igsh=ejByZTBybnF4ZzJ5

    Hallo zusammen,

    ich steuere auch eine Aufnahme zum OdM Januar 2026 – M42 (Orionnebel) bei. Entstanden ist das Bild nördlich von Berlin und es basiert auf insgesamt 11,2 Stunden Belichtungszeit.

    Aufgenommen wurde mit einem achromatischen Refraktor bei f/10 auf EQ5. Neben den typischen Achromat-Effekten (leichte chromatische Aberration/Farbsäume) zeigt sich aufgrund der geringen Höhe von M42 in dieser Session zusätzlich atmosphärische Dispersion. In diesem Januar war es hier zudem kalt, trocken und austauscharm, wodurch die Luft stabil geschichtet war und sich bodennahe Schichten nur wenig durchmischt haben.


    Messier 42 – Winterklassiker mit 11,2 h Belichtungzeit


    Mit etwas anderer Streckung sind sogar die Trapezsterne zu sehen.




    Aufnahmedaten:

    • Skywatcher Evostar 90/900mm f/10

    • Kamera: Canon EOS 100D, astromodifiziert

    • Montierung: EQ5

    • Belichtung: vorwiegend 180 s, ISO 800 (gesamt 11,2 h)

    • Guiding: Guidescope 50 mm, f/3.6



    Beste Grüße

    Thorsten

    Hallo Ben,

    das ist schade, dass Du noch keine Antwort bekommen hast, und ich kann Deinen Frust verstehen. „Einfache Zusammenstellung“ klingt bei Dir aber so, als ob die von Stellarmate sich einfach bei Open-Source-Projekten bedienen würden.


    Da solltest Du vielleicht aber auch wissen, dass Jasem von Stellarmate, der Hauptbetreuer des Open-Source-Projektes KStars (https://github.com/KDE/kstars/blob/master/AUTHORS) ist. Stellarmate beruht vor allem auf KStars (incl. EKos und Indi).


    Ich finde, dass von ZWO (AsiAir) und Touptek (StellaVita) mehr in das Open-Source-Projekt zurückfließen könnte, da beide Firmen Teile des Projektes nutzen. Wer weiß, vielleicht arbeitet Jasem zurzeit auch viel mit Touptek zusammen, um Fehler im Code von Kstars, Ekos und Indi zu bereinigen, damit Bugs im StellaVita gelöst werden können.


    Eine ähnliche Kritik gab es auch von Frank Sackenheim bezüglich Asiair in seinem Video: INDI EKOS K-STARS Stellarmate und Astroberry - Was ist das? Und was hat ZWO ASI AIR damit zu tun?.


    Beste Grüße

    Thorsten

    Hallo Klaus,


    auf deinem Stellavita steuerst du deine Montierung ja über die Indi-Treiber. Die Juwei 17 hat keinen eigenen Indi-Treiber, sondern nutzt den LX200 OnStep-Treiber.


    Siehe hier:


    StellaVita-Kompatibilitätsliste: Welche Marken und Geräte sind kompati
    Sehen Sie sich diese Liste mit mit StellaVita kompatibler Ausrüstung an, einschließlich Kameras und parallaktischer Montierungen verschiedener astronomischer…
    www.touptekastro.com


    Juwei 17
    StellarMate is the next generation astronomy gadget for control and automation of your observatory
    stellarmate.com


    Du nutzt also schon die ganze Zeit OnStep, da die Entwickler der Juwei einfach das Onstep-Projekt für ihre Ansteuerung verwenden und dort im Code wahrscheinlich nur ein paar Zeilen für ihre Hardware geändert haben.


    Beste Grüße

    Thorsten

    Du kannst beides benutzen:


    1. Klassisches Goto der Montierung: Dafür musst du ein Alignment durchführen, damit deine Montierung ein gutes Modell für die Bewegungen berechnen kann.


    2. Goto mittels Platsolving: Hier fährt die Montierung die gewünschte Position an. Es wird ein Foto gemacht und daraus die aktuelle Position bestimmt. Stimmt die Position nicht mit der gewünschten Position überein, fährt die Montierung wieder die gewünschte Position an. Es handelt sich also um einen Regelkreis. Bei mir benötigt die Montierung meistens 3–4 Schritte, um eine Abweichung von ein paar Bogenminuten zu erreichen. Bei EKOS nennt sich der Prozess "Slew to Target". Ein Alignment wird dabei nicht durchgeführt, aber die Schätzung, wie viel die Montierung sich bewegen muss, wird mit jedem Schritt etwas besser. Wählt man nach seinem ersten Ziel, ein weiter entferntes Ziel, kann man im ersten Schritt wieder ganz schön danebenliegen.


    Woher weiß die Montierung vor dem ersten Schritt wo sie ist? Entweder startet man z. B. mit der Home-Position oder Ähnlichem, oder man gleicht durch Platesolving die erste Position ab. Bei EKOS nennt sich das "Sync".

    Wenn du mit Platesolving arbeitest, benötigst du kein Alignment für die Montierung mehr. Die aktuelle Position deines Teleskopes wird durch den Platsolving-Prozess ermittelt und dann entsprechend korrigiert. Nur das Polar-Alignment solltest du weiter durchführen.