Posts by warpfel

    Hallo Marcus,


    hier haben ja schon viele Leute wirklich gewinnbringende Antworten gegeben. Ein paar Kleinigkeiten würde ich gerne noch hinzufügen, bzw. noch etwas stärker hervorheben:


    a) Das hat zwar PeterSurma bereits in einem Nebensatz erwähnt, aber ich würde dem gerne nochmal etwas mehr Gewicht verleihen: Die Beobachtungsfreude profitiert nach meiner Erfahrung enorm von astrophysikalischem Wissen und Verständnis. Das muss nun gar nichts Kompliziertes sein. Einfach Wikipediaartikel lesen, Florian Freistetters Podcast hören, sich ein Gefühl für die astronomischen Entfernungen erarbeiten (empfehlenswert sind hier z.B. die Videos zur cosmic distance ladder von 3Blue1Brown auf youtube) etc. . Hierdurch werden selbst schwache Nebelflecken oder bunte Doppelsternchen deutlich aufregender, weil man eben genauer versteht was man sieht und dadurch realisiert, wie krass das eigentlich ist.


    b) Beobachte lieber weniger Objekte, und diese dafür länger. Mache dabei aber auch oft kurze Beobachtungspausen, in denen Du das Gesehene gedanklich rekapitulierst, und dann das gleiche Objekt wieder weiterbeobachtest. Mir hilft das sehr bei der Detailwahrnehmung und es unterstützt auch, zumindest bei mir, die Weiterentwicklung des astronomischen Sehens.


    c) Versuch es Dir gemütlich zu machen und finde einen Beobachtungs-Workflow, der wirklich stressfrei ist. Nach meiner Erfahrung kann man auch faint fuzzies deutlich mehr genießen, wenn man entspannt ist, nicht friert, und das Beobachten stressfrei ist und durch Kekse&Tee aufgehübscht wird. Oder anders: Wenn man dauernd mit eisigen Händen Filter ins Okular schrauben muss,


    d) Such Dir explizite "Stadt-Objekte" raus. Das können auch Doppelsterne sein, planetarische Nebel, helle Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen, etc. . Auch hier gibt es viel zu entdecken! Wenn man sich dann noch ein wenig -- im Sinne von (a) -- mit diesen Objekten vor der Beobachtung beschäftigt, dann kann die Beobachtung wirklich sehr beglückend sein.


    LG


    Daniel

    Hallo allerseits,


    danke euch für eure Antworten. Aufgrund der wiederholten Empfehlung eines SQM-Ls habe ich mir kurzerhand eines bestellt. Ist gestern angekommen. Der Himmel direkt vor unserer Haustür hat (Mittelung mehrerer Messungen) ca. 19 mag/arcsec^2 =O . Bei meinem neuen Stammbeobachtungsort konnte ich leider noch nicht nachmessen. Auch wenn der Himmel klar war und ich eigentlich große Lust gehabt hätte, haben mich leider andere Verpflichtungen, eine aufkeimende Erkältung und die furchtbare Straße davon abgehalten, dort diese Woche nochmal aufzuschlagen. Bei der nächsten Schönwetterperiode dann!

    - NGC891 ist tatsächlich ein recht flächenschwaches Ding. Das Staubband ja, aber die GX kommt insgesamt überraschend schwächlich daher. Wohl auch deshalb weil der Staub ja viele Photonen in unserer Richtung absorbiert (edge-on). Da gibt es schon 'intensivere' Beispiele (GX mit Staub, edge-on), u.a. NGC4565 im Norden des Virgo-Clusters (Sternbild Coma) - kennst Du ja wahrscheinlich...

    Ja, NGC4565 und auch M104 habe ich als deutlich intensiver in Erinnerung, auch wenn ihre Beobachtung schon länger her ist. Tatsächlich finde ich aber, dass NGC891 gerade auch wegen ihrer geringen Flächenhelligkeit etwas sehr majestätisches hat, wenn sie dann allmählich in ihrer Größe und Pracht im Okular immer deutlicher wird. Auf alle anderen tollen Infos in Deinem Beitrag gehe ich nun nicht gesondert ein. Sind notiert und vermerkt! Bei weiteren Fragen melde ich mich einfach :) .

    Naja, besserer Himmel heißt eher nicht woanders, sondern bessere Wetterlage (in der Rhön, falls halbwegs zentral), sprich Transparenz? [...] Schwarzes Moor, Rotes Moor, Schornhecke? Leider sind die auch häufiger frequentiert, sowohl was auf dem Parkplatz als auch am Parkplatz vorbei (Streulicht) läuft. Hohe Geba ist Dir ein Begriff? Da zumindest ist Ruhe zu erwarten. Leider ein wenig zu weit "hinten" wenn man aus dem Westen (A7) her kommt.

    Ja, die Rolle der Transparenz habe ich ein wenig unterschätzt. Da mangelt es mir einfach noch ein wenig an Erfahrung, die aber ja durch Beobachten und Austausch langsam dazukommt. Schornhecke, rotes Moor und schwarzes Moor kenne ich -- aber hauptsächlich vom Wandern. Eigentlich sind sie für mich mit über einer Stunde Fahrtzeit ein wenig oberhalb meiner Schmerzgrenze angesiedelt, jedoch werde ich mal bei der nächsten Schönwetterperiode dennoch zur Schornhecke oder zur Wasserkuppe fahren, da ich einfach etwas neugierig bin. Die hohe Geba ist mir leider zu weit.


    PeterSurma hat M 67 erwähnt – sowas von zurecht! Mit 4 Milliarden Jahren schon ziemlich alt, daher auch die Blue Stragglers, was für Offene Haufen ja eine echte Besonderheit ist. Man kann übrigens auch den Halo von M 67 beobachten (oder es versuchen). Die Chupina-Objekte rund um M 67 sind kleine Sternverdichtungen im Halo von M 67. Siehe https://articles.adsabs.harvar…pdf/1998A%26A...334..552C – Chupina 1 hat sich allerdings als echter Offener Sternhaufen herausgestellt: https://www.sciencedirect.com/…cle/pii/S2090997716300219


    Danke für die Infos. Ich merke: Bei OCs muss ich mich erst noch ein bisschen Reindenken. Bisher standen bei mir eigentlich immer Galaxien im Fokus, aber ich habe den Eindruck, dass es hier wirklich was zu sehen und zu verstehen gibt. Werde mich mal weiterbilden!


    Liebe Grüße


    Daniel

    Da die Wettervorhersage für gestern nochmal deutlich vielversprechender war, fuhr ich gestern nochmal zum selben Beobachtungsplatz. Ich hatte auch extra für diesen Anlass meinen drei Jahre alten Hauptspiegel geputzt, da dieser doch recht verdreckt war und ich diese tollen Bedingungen nicht durch einen total verdreckten Hauptspiegel im wahrsten Sinne des Wortes trüben wollte. Dabei stellte ich auch fest, dass eine der Wippen der HS-Lagerung etwas schwergängig war, was ich kurzerhand behob.


    Ursprünglich hatte ich vor, bereits recht früh mit den Beobachtungen zu beginnen, doch aufgrund familiärer Verpflichtungen wurde es dann doch etwas später und ich kam gegen 21 Uhr an. Seit Freitag musste es wohl einmal getaut haben, denn die Straßenverhältnisse auf den Feldwegen wahren deutlich übler als 2 Tage zuvor. Mehrfach sprang das ABS an, da die Feldwege stellenweise wirklich sehr unangenehm vereist waren. Das war schon etwas unangenehm, aber da der Himmel bereits aus dem Autofenster so toll aussah wollte ich nicht umkehren. Mal davon abgesehen, dass ich eh nicht hätte wenden können. Als ich am Beobachtungsort ankam durfte ich mich auch freuen, dass diesmal kein irrer Typ in seinem Auto den Wanderparkplatz okkupierte. Ich baute mein Teleskop auf und freute mich sehr auf die Beobachtung, wobei mir auch der recht starke Wind etwas Sorgen bereitete. Als das Teleskop aufgebaut war und ich das Autolicht ausschaltete, erblickte ich direkt einen Himmel, der nochmal etwas besser als zwei Tage zuvor war. Die Milchstraße war schön erkennbar. Orion, Stier und Fuhrmann trohnten mit zahllosen Sternen majestätisch am Himmel.


    M42:


    Zunächst ging es nochmal zu M42 um die Zeit der Dunkeladaption sinnvoll zu nutzen. Selbst mit noch nicht dunkeladaptierten Augen noch immer ein phänomenales Erlebnis. Prächtige Dunkelstrukturen und eine hell leuchtende Zentralregion. Ich verspürte, mal wieder, reine Glücksgefühle.


    Nebelstrukturen um Alnitak:


    Eher zum Spaß schwenkte ich mal kurz in Richtung Pferdekopfnebel. Meine Augen waren noch immer nicht dunkeladaptiert und ich hatte keinen H-Beta dabei, weswegen ich hier nicht viel erwartete. Im 27mm Panoptic waren die Nebelstrukturen dennoch ganz eindeutig, wenn auch schwach, zu erkennen. Im Pferdekopfnebel hatte ich den Eindruck, dass Strukturen erreichbar wären, wenn die Dunkeladaption abgeschlossen ist. Deswegen hatte ich vor, den Nebel später nochmal anzusteuern. (Spoiler: Dies habe ich dann leider vergessen.). UHC und OIII brachten hier keinen wirklichen Mehrwert.


    NGC2392 (Eskimonebel):


    Im 27mm direkt als auffälliges, leicht bläuliches Scheibchen erkennbar. Ich vergrößerte Schrittweise auf 210x (6mm Delos). Zentralstern und eine schöne Doppelringstruktur waren deutlich erkennbar. Der innere Ring war scharf begrenzt und heller, der äußere Ring schien fließend in den Himmelshintergrund überzugehen. OIII und UHC brachten keine Verbesserung, sondern eher eine Verschlechterung. Sie halfen aber dabei, den Zentralstern zweifelsfrei zu identifizieren, da dieser im OIII nicht mehr sichtbar war, aber ohne Filter wieder auftauchte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Nebel ohne Filter mit Abstand den besten Eindruck machte. Bei längerer Beobachtung wirkte der äußere Ring leicht ausgefranst und der "Innenraum" des inneren Ringes etwas schwächer als sein Rand. Für mehr Details hätte ich aber, denke ich, noch etwas höher vergrößern müssen. Dooferweise hatte ich das 3.7mm Ethos, welches mir ein Freund ausgeliehen hatte, beim Beladen des Autos verlegt, sodass ich nicht näher rankam. Ich beobachtete den Eskimonebel sehr lange und stellte fest, dass das Bild über die gesamte Beobachtungszeit hinweg immer detailreicher wurde.


    M35/NGC2158:

    Nachdem dieses Objekt das Highlight des letzten Beobachtungsabends war und ich eh in den Zwilligen war, steuerte ich es auch gestern nochmal an. Absolut wunderschön! NGC2158 war allerdings deutlich schwächer als im 16er, was vielleicht auch nicht verwunderlich ist.


    NGC891:


    Sehr schwach, aber aufgrund ihrer Größe bereits im Übersichtsokular dennoch markant. Ich vergrößerte auf 125x, und beobachtete die Galaxie eine Zeit lang. Das zentrale Staubband trat mit der Zeit hervor, ebenso wie ihre überraschend langgestreckte Spindelform. Ich meinte, auch die zentrale Verdickung erkennen zu können. Die östliche Hälfte der Galaxie (im Okular unterhalb des Staubbandes) kam mir deutlich heller als die westliche Hälfte (oberhalb des Staubbandes) vor. Abschließend lässt sich sagen, dass die Galaxie wirklich ziemlich schwach war, und ich sie schonmal deutlich besser gesehen habe. Allerdings stand sie auch nicht wirklich hoch am Himmel.


    NGC1023:


    Für mich das Highlight des Beobachtungsabends. Bereits im Panoptic war ein verhältnismäßig helles, verglichen mit NGC891 kleines, linsenförmiges Ellipsoid mit zentraler Aufhellung zu erkennen. Bei 125x verstärkte sich dieser Eindruck, wobei die Galaxie im indirekten Sehen gelegentlich etwas "geschwungen" und an den Rändern spitz zulaufend wirkte. Der Kernbereich war noch immer recht stellar. Ich war ein wenig verwundert, weil der DSRA hier eine "Kantenlage" ankündigte, aber die Galaxie eher so wirkte, als ob man von schräg oben auf sie draufblicken würde. Als ich nachher im Auto ein Astrofoto von NGC1023 raussuchte (eben um zu verstehen, wie sich die im DSRA angekündigte Kantenlage zu meinem Sinneseindruck verhielt) musste ich mich doch sehr freuen: Die in den Fotos zu erkennende Form deckte sich komplett mit meinem visuellen Eindruck. Die leicht "geschwungene" Form war wohl auf ihren Begleiter PGC10139 zurückzuführen, der den Anblick ein wenig asymmetrisch machte.


    M33:


    Im 27mm Panoptic ein großer, strukturloser, aber doch relativ heller Blob. Aber sie stand auch wirklich ziemlich tief.


    H + chi Persei:


    Nachdem ich meine Liebe für offene Sternhaufen entdeckt hatte, wollte ich noch eines der Paradeobjekte betrachten. Was soll man sagen, es war absolut wunderschön. Zahllose Sterne und Sternketten, dazwischen milchige anmutende "Sternströme" mit vielen Verästelungen. Großer Genuss!


    M76:


    Am Ende ging es nochmal kurz zu M76. Diesen PN mag ich sehr gerne und seine Kastenform war direkt schon im Übersichtsokular erkennbar. Ich merkte allerdings, dass meine Konzentration nun deutlich abflachte, da ich in den vergangenen 2h doch sehr intensiv und konzentriert beobachtet hatte. Gleichzeitig wurde der Wind immer arktischer und kräftiger. Der Wind war auch so laut, dass ich meine Umgebung ansonsten nicht akustisch wahrnahm, was den Gruselfaktor etwas steigerte. Beim Beobachten schweifte ich in Folge dessen gedanklich ab, und erinnerte mich an einen beruflichen Termin um 08:30 am nächsten Tag. Gleichzeitig ging mein Puls hoch, als ich an die anstehende Autofahrt auf dem vereisten Feldweg dachte. Mir wurde klar: Entweder ich mache nun eine ordentliche Beobachtungspause zur Erholung oder ich baue ab. Ich entschied mich für letzteres.


    Der Rückweg war tatsächlich dann ziemlich unangenehm... bergab schwamm das Auto ein wenig auf den vereisten Straßen und ich war sehr froh, als ich endlich auf der Bundesstraße war. Der Abend hatte sich aber wirklich gelohnt! Dennoch ist mir klar geworden, dass ich doch nochmal versuchen möchte einen Beobachtungsplatz mit etwas besserem Himmel zu finden.

    Lieber Christoph, lieber Peter,


    danke euch sehr für eure Beiträge, durch welche ich nochmal viel gelernt habe.


    D.h. mit grösserer Distanz vom Zenit ZD wird

    - Himmel heller

    - Objekt mehr absorbiert

    D.h. man hat eine doppelte Penalty (für den wahrgenommenen Kontrast) wenn man abseits der Kulmination beobachtet !


    Dass dieser Einfluss objektiv so groß ist war mir nicht bewusst. Danke sehr für die Erklärung. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch für Deine wirklich tolle Internetseite bedanken, in welcher ich regelmäßig lese und durch welche ich bereits einiges gelernt habe. Toll! Zu M51: Als ich gestern nochmal bei viel besserem Himmel am selben Beobachtungsort war (Bericht folgt), fiel mir auch nochmal auf, dass an diesem Ort gerade in der Richtung von UMa der Himmel deutlich aufgehellt war (wahrscheinlich durch naheliegende Ortschaften + Autobahn). Dies, zusätzlich verbunden mit dem verhältnismäßig tiefen Stand von M51, erklärt wohl auch den etwas enttäuschenden Beobachtungseindruck.


    Ich liebe Offene Sternhaufen. Man kann an ihnen so viel erkennen, wenn man sich ein Bisserl mit der Physik dieser Objekte befasst. Vielleicht hast du ja doch mti dem einen oder anderen, weoteren Offenen Sternhaufen deine Freude.

    Das ist eine wertvolle Anmerkung. Als Physiker (wenn auch nicht Astrophysiker) ist mir ja die Beschäftigung mit der Physik von Objekten nicht fremd ;-). Aber auf die Idee, mich mal genauer mit der Physik von Sternhaufen auseinanderzusetzen kam ich bisher noch nicht. Werde ich mal nachholen! Der Unsöld steht ja im Regal und weiterführende Infos kann man dann ja auch organisieren... .


    Ganz liebe Grüße und danke euch nochmal sehr!


    Daniel

    Hi allerseits,


    gestern sollte es mal wieder klar werden, also ging es mit meinem 12er (f/4.2) Dobson raus in die Rhön! Ein guter Freund von mir war mit seinem 16er Dobson auch dabei, und wir fanden uns gegen 22 Uhr auf unserem Beobachtungsplatz ein. Der Boden war recht matschig, der Himmel jedoch zunächst wunderbar (Bortle 3). Etwas merkwürdig war allerdings, dass zu dieser späten Stunde, mitten im Nirgendwo, ein Mann mittleren Alters in seinem Auto auf dem nahegelegenen Wanderparkplatz saß. Was er dort gemacht hat, konnten wir uns bis zuletzt nicht erklären. Immer wieder startete er den Motor, parkte sein Auto um, lief ein paar Schritte über den Parkplatz, schaltete den Motor wieder aus, schaltete den Motor 20 min später wieder an, parkte sein Auto wieder um, ... . Außerdem hörte man ihn laut in seinem Auto reden. Nunja! Da mussten wir immer unsere Augen sofort schließen, wenn wir hörten, dass der Motor gestartet wurde. Das ging so ca. 2.5h lang, bis er schließlich dankenswerterweise wegfuhr. Der gute Herr hatte eine lange Antenne auf dem Dach. Vielleicht war er Amateurfunker? Gibt es hier einen Grund, nachts mit seinem Auto und Funkgerät auf einen abgelegenen Berg zu fahren? Vielleicht kann das hier jemand von euch aufklären? Das Wetter war leider auch etwas wechselhaft: Zunächst war der Himmel wunderbar, doch dann wurde es immer dunstiger. Zwischendurch verbesserte sich die Himmelsqualität, zumindest in der Region des Perseus, nochmal merklich. Jedoch war diese Verbesserung nur von kurzer Dauer und schließlich wurde es so dunstig, dass wir die Beobachtungen gegen 02 Uhr abbrechen mussten.


    Aber nun zum eigentlichen Beobachtungsbericht.


    M42: 


    Zunächst, um die Zeit der Dunkeladaption zu überbrücken, richteten wir unsere Teleskope auf M42. Was für ein Anblick! Beeindruckend gewaltige Dunkelstrukturen im 27mm Panoptic. Im 14mm Delos war das Trapez hübsch aufgelöst und man konnte sich an den reichhaltigen Strukturen im Zentralbereich gar nicht sattsehen. UHC brachte eine deutliche Verbesserung. OIII brachte mehr Strukturen hervor, dunkelte das Bild aber auch merklich ab. Im 16 Zöller war er nochmal deutlich beeindruckender als im 12er. Da hatte ich fast den Eindruck, in ein Astrofoto einzutauchen. Eigentlich wollte ich den heutigen Beobachtungsabend nutzen, um erstmals etwas ausgiebiger zu zeichnen. Voller Vorfreude holte ich mein Klemmbrett, usw. hervor, musste dann aber feststellen, dass ich die Bleistifte vergessen hatte. Mist! Mit diesem M42 hätte ich mich wirklich gerne zeichnerisch beschäftigt.


    M35 + NGC2158:


    Dieses Objekt beobachteten wir nur im 16er. Bisher war ich nicht der größte Fan von offenen Sternhaufen, und verbrachte meine Beobachtungszeit stets lieber mit anderen Objekten. Der Anblick von M35 + NGC2158 im 16er + 31mm Nagler war allerdings absolut phänomenal. Die Sterne von M35 funkelten wie zahllose kleine glitzernde Brillianten auf einem Schmuckstück und NGC2158 wirkte fast ein wenig wie ein schwacher Kugelsternhaufen. Für mich war dieser Anblick ein absolut unverhofftes Highlight dieses Beobachtungsabends.


    M97 + M108:


    Auch wenn die Region um den großen Wagen mittlerweile deutlich dunstig und aufgehellt war, wollte ich seine recht hohe Position am Himmel nutzen, um in dieser Region ein Objekte abzugrasen. Als erstes ging es zu M97 + M108. Faszinierend war der gleichzeitige Anblick von beiden Objekten im Übersichtsokular. Eine Galaxie und ein planetarischer Nebel im selben Gesichtsfeld! Eine 2500 Lichtjahre entfernte, vergangene Sonne und eine 35 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie... und beides direkt nebeneinander im selben Okular. Wahnsinn. Beide Objekte blieben jedoch leider recht strukturlos. Bei M108 hatte ich nun bei dem doch mittlerweile recht dunstigen Himmel nichts anderes erwartet, aber bei M97 hätte ich mir schon die "Eulenaugen" erhofft. Mit UHC und OIII (habe glücklicherweise einen Filterschieber) sowie 10mm Delos erschienen innerhalb der nächsten 20 min immer wieder mal "rauchartige Schlieren" innerhalb des kreisrunden, scharf abgegrenzten Blobs. Jedoch gelang es mir nicht, diese Strukturen wirklich festzuhalten.


    M51: 


    M51 war sehr enttäuschend, wohl wegen des inzwischen deutlich wahrnehmbaren Dunstes und der damit verbundenen Aufhellung. Bisher hatte ich leider noch nie das Glück, diese Galaxie unter guten Bedingungen zu beobachten. Spiralarme konnte ich hier noch nie sehen. Sie war sehr schwach und blieb strukturlos. Runde Vorhöfe um zwei etwas hellere Kernbereiche. Schade! Vielleicht beim nächsten Mal ... . Aus meiner bisherigen Erfahrung habe ich auch mitgenommen, dass diese Galaxie wirklich empfindlich auf die Himmelsqualität reagiert, was mich bei so einem bekannten Objekt doch etwas wundert. Was ist da eure Einschätzung?


    M81 + M82 + NGC3077 + NGC2976:

    M81 und M82 sind einfach immer wieder grandios. Nach der etwas enttäuschenden M51 war es herrlich, ausgiebig M82 zu beobachten. Ein ausgefranster Keil mit einer überraschend hohen Flächenhelligkeit. Indirekt flackerten immer wieder Strukturen innerhalb des Keils auf. M81 war ein weitgehend strukturloser, aber doch recht deutlicher Ellipsoid um einen aufgehellten Zentralbereich. Ich hatte in Erinnerung, den Kern von M81 schonmal deutlicher gesehen zu haben. Aber gut, die Himmelsqualität in diesem Himmelsbereich war nun wirklich nicht mehr so super. Anschließend wanderte ich noch zu NGC3077 und NGC2976. Diese waren zwar relativ schwach, aber es machte viel Spaß, die gesamte Gruppe abzufahren, und die verschiedenen Galaxie-Morphologien miteinander zu vergleichen. Toll!


    Galaxienreise ausgehend von γ UMa:


    Ausgehend von γ UMa wanderte ich die Galaxienkette bestehend aus M109, NGC3953, NGC4088, NGC4220, M106 und NGC4217 ab. An Einzelheiten kann ich mich nun gar nicht mehr erinnern... hätte ich mal ein Diktiergerät dabei gehabt! Schön war es allerdings, M109 und γ UMa im selben Gesichtsfeld zu sehen. Ich weiß nun jedoch wirklich nicht mehr, wie die einzelnen Galaxien aussahen. Aber ich weiß noch, dass es wirklich sehr viel Spaß gemacht hat, diese Galaxienkette gemütlich abzugrasen!


    NGC 2022:

    Eigentlich wollte ich unbedingt diesen kleinen planetarischen Nebel im Orion finden. Der Starhop gelang mir allerdings leider nicht schnell genug, bevor der Himmel endgültig zusuppte. Das lag auch an etwas doofen praktischen Problemen: Da der Boden so schlammig war, wollte ich meinen Okularkoffer nicht auf den Boden stellen und musste die Okulare auf meinem Beobachtungstisch lagern, damit ich diese griffbereit hatte. Dadurch passte aber der DSA nicht mehr auf das Tischchen, sodass ich ihn weiter entfernt auf die Motorhaube legen musste. Bis ich hier eine Lösung gefunden hatte, um den Starhop dennoch sinnvoll durchzuführen zu können, verging unnötig viel Zeit.


    Jupiter:


    Mittlerweile war es schon sehr diesig. Man konnte die Milchstraße kaum noch erkennen, alle Sterne hatten deutliche Vorhöfe und die wahrgenommene Sternendichte erinnerte eher an einen Vorstadthimmel als an den wunderbaren Bortle 3-Himmel von zuvor. Zum Abschied richtete ich das Teleskop auf Jupiter und erwartete zugegebenermaßen nicht so viel. Die Qualität des Seeings war allerdings überraschend gut. Immer wieder stand Jupiter für kurze Zeiträume absolut still im Okular, man konnte wunderbar die Wolkenbänder erkennen. Herrlich!


    Gegen 02 Uhr war der Himmel dann so zugesuppt, dass es keinen Sinn mehr ergab weiterzubeobachten. Wir bauten ab und fuhren zurück. Ein schöner Beobachtungsabend, wenn auch mit suboptimalen Himmelsbedingungen. Morgen soll es angeblich wieder klar werden, mit, laut Wettervorhersage, deutlich besseren Bedingungen als gestern. Falls dem wirklich so sein sollte, werde ich morgen nochmal an den selben Beobachtungsplatz fahren. Drückt mir die Daumen!


    Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich doch ein wenig enttäuscht war, hier in der Rhön "nur" Bortle 3 vorzufinden. Das Beobachtungsinstrumentarium konnte man auch noch immer ohne zusätzliches Licht deutlich erkennen. Ich erinnere mich an einzelne Nächte im Schwarzwald, wo man wirklich kaum noch etwas von der Umgebung wahrnehmen konnte. Unvergessen ist auch eine Nacht auf dem Teide mit tieferliegender Wolkendecke, wo man tatsächlich sprichwörtlich die Hand vor dem Auge nicht mehr sehen konnte. Dass der Teide nicht mit der Rhön vergleichbar ist, ist mir klar. Aber dass ich im Schwarzwald schon bessere Bedingungen vorgefunden habe, hat mich doch etwas verwundert. Vielleicht sollte ich mir auch mal ein SQM zulegen, um das wirklich objektiv vergleichen zu können.


    LG


    Daniel

    Hi,


    wollte auch nochmal kurz eine Lanze für Christian brechen. Habe seit 3 Jahren ein 12er Infinity, und bin noch immer wahnsinnig zufrieden. E-Mail-Verkehr lief auch absolut unkompliziert, Antworten bekam ich immer mit höchstens ein paar Tagen Wartezeit. Auch "Support-Anfragen" werden rasch beantwortet, und als ein Problem mit einem Bauteil des Teleskops auftrat, überarbeitete Christian die Konstruktion kurzerhand nochmal und sendete mir -- ohne dass ich dafür etwas bezahlen musste -- eine neu konstruierte Variante zu. Klar, der Bau eines solchen Teleskops braucht seine Zeit und nach Bestellung kann unter Umständen ein wenig Zeit vergehen... . Aber bei einem so entschleunigenden Hobby wie der Astronomie, finde ich es nun auch nicht so schlimm auf ein wahnsinnig gutes Teleskop etwas warten zu müssen.


    Wenn ich mir nochmal ein Teleskop zulegen würde (... in ein paar Jahren vielleicht einen 20er ...), würde es wieder einer von Christian werden. Kann ich uneingeschränkt empfehlen.


    LG


    Daniel

    Hallo allerseits,


    da ich beruflich oft in der Region Aalen/Oberkochen bin (ihr könnt euch nun bestimmt denken, wo ich arbeite... :-D), suche ich da gerade einen Beobachtungsplatz, wo ich mit meinem 12er Dobson gut aufschlagen könnte. Am liebsten wäre mir etwas im Umkreis von maximal 30 - 45 min um Oberkochen.


    Habt ihr vielleicht eine Idee?


    Liebe Grüße


    Daniel

    Hallo allerseits,


    vorgestern konnte ich mal wieder mit meinem 12 Zoll Dobson unter Neumond und meteorologisch sehr guten Bedingungen beobachten. Leider hatte ich am nächsten Tag jedoch sehr viel zu tun, sodass ich nicht in die absolute Dunkelheit fahren konnte. Stattdessen ging es zu einem Beobachtungsplatz, der 20 min von Würzburg entfernt liegt aber dafür dennoch ziemlich gute Bedingungen (und nahezu ungestörte Rundumsicht bei gleichzeitiger "Abschattung" nahegelegener Ortschaften) mit sich bringt. Aufgrund der Nähe zu Würzburg war die Himmelsqualität aber dennoch eher bei Borte 4 (vielleicht auch 4 - 5) angesiedelt. Allerdings hatte die Nähe zu meinem Zuhause auch ihre unschätzbaren Vorteile: Als ich am Beobachtungsplatz angekommen war stellte ich fest, dass ich die Stangen des Gitterrohrtubuses zuhause vergessen hatte :saint:. Also musste ich nochmal nach Hause und dann wieder zum Beobachtungsplatz... . Wäre ich in den Sternenpark Rhön gefahren, dann wäre das nicht möglich gewesen. Besonderes Highlight dieses Beobachtungsabends war übrigens, dass ich erstmals seit langem wieder einen UHC dabei hatte. Vor 8 - 9 Jahren war ich nämlich wesentlich weniger an visueller Beobachtung interessiert und hatte deswegen meinen UHC verkauft. Da ich nun allerdings bereits seit ein paar Jahren wieder sehr viel und gerne beobachte, habe ich mir nun wieder einen zugelegt. Da die Himmelsqualität nicht so überragend war habe ich außerdem meinen DSA im Auto gelassen und ausschließlich mit DSRA beobachtet - ich dachte, dass ich mich einfach ein wenig auf hellere und bekannte Objekte konzentriere.


    Ausrüstung: 12 Zoll f/4.2 Infinity Dobson von Spacewalk Instruments/Christian Busch, 28 mm Panoptic, 14 mm Delos, 10mm Delos, 6mm Delos, Astronomic UHC, Spheretec Filterschieber, Rigel Quickfinder.

    Himmelsqualität: Wie gesagt, Borte 4 - 5. Seeing war wirklich sehr gut.


    Nachdem ich das Teleskop aufgebaut, rejustiert und den Sucher justiert hatte, richtete ich das Teleskop zunächst auf den westlichen Teil des Cygnusnebels, also NGC6960. Ohne Filter und im 28mm Panoptic war der Einblick hier zunächst ausgesprochen unspektakulär, aber mit Filter sprang einem dann der Nebel in seiner ganzen Größe geradezu ins Auge. Dieses Objekt ist einfach eines meiner absoluten Lieblingsobjekte: Jedesmal bin ich gerührt, wenn ich das feine dünne, leicht korkenzieherartig geschwungene Filament sehe, welches sich von 52 Cygni aus nach Norden erstreckt. Auch südlich von 52 Cygni konnte man flammenartigen Auswüchse (ich zählte hierbei 3 - 4 Verdichtungen) gut erkennen. Anschließend ging es noch zum östlichen Teil des Cirrusnebels, der auch (mit Filter) voller wunderschöner Strukturen war.


    Nach dem Cirrusnebel ging es zu M57. Das kleine Rauchscheibchen war schon im 28er Panoptic ziemlich gut zu sehen, und ich vergrößerte bis zum 10mm Delos. Der Nebel war wirklich sehr schön, und man konnte deutlich die charakteristische Helligkeitsverteilung im Ring erkennen. Der UHC brachte hier allerdings nicht wirklich einen Mehrwert.


    Nach M57 ... wie sollte es anders sein ... M27. Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich diesen Nebel vor oder nach dem Ringnebel anvisiere, da er einfach so viel größer ist! Die Strukturen in M27 (mit UHC) waren einfach sehr schön. Man konnte deutlich die "Hantelform" erkennen.


    Nach M27 versuchte ich mich an einem Objekt, das ich schon lange beobachten wollte, nämlich den Egg Nebel CRL 2688. In dem betreffenden Bereich konnte ich mir sogar einbilden etwas zu erkennen - aber es war nicht wirklich konklusiv, weswegen ich davon ausgehe, dass der Himmel für dieses Objekt einfach zu hell war.


    Nach dem missglückten Egg Nebel ging es wieder zu einem Evergreen, nämlich dem kleinen Hantelnebel M76. Dieses Objekt war wirklich SEHR cool, und ich fand ihn fast noch eindrucksvoller als seinen großen Bruder. Im UHC konnte man sehr deutlich einen ziemlich hellen, fast kastenförmigen Streifen erkennen, der zu den kürzeren Rändern hin deutlich an Helligkeit zunahm. Auch hatte ich den Eindruck, dass sich von diesen Rändern aus geschwungene Strukturen senkrecht zur Zentralachse des Kastens in der Dunkelheit verloren. Wirklich ein sehr schönes Objekt!


    Anschließend versuchte ich mich ein wenig an Galaxien, obwohl ich wusste, dass die Himmelsqualität dafür alles andere als optimal war (und zudem UMa noch sehr tief stand). Zunächst ging es zu zwei Lieblingsobjekten von mir, nämlich M81 und M82. Trotz ihrer Nähe zum Horizont (und dem in diesem Bereich mit meinen sehr schweren Okularen doch etwas unbalancieten Dobson) sahen sie wirklich sehr schön aus. Jedes mal finde ich es auf's neue schön zu sehen, wie sehr sich diese beiden Galaxien in ihrem Anblick unterscheiden. M82 als relativ helle und kompakte "Zigarre" und M81 als "typische" Galaxie mit gut erkennbarem Zentralbereich. Ein bisschen konnte ich mir eine leichte "Grisseligkeit" bei M82 einbilden - aber vielleicht waren diese Strukturen wirklich nur Einbildung ;-).


    Nach M81 und M82 versuchte ich mich am Whirlpool, aber der lag so nah am deutlich lichtverschmutzten Horizont, dass ich mir schon dachte, dass das nichts wird. Und in der Tat: Die Whirlpoolgalaxie sah so unspektakulär aus, dass ich keinen Sinn darin sah das Übersichtsokular durch ein kurzbrennweitigeres Okular auszutauschen. Anschließend versuchte ich mich noch an NGC891, aber auch diese Galaxie war so dunkel, dass der Genuss doch eher limitiert war. Zwar konnte man sie indirekt deutlich erkennen und ihre "geisterhafte" Erscheinung inklusive leicht erkennbarem Staubband kam gut rüber; aber dennoch: Bei dunklerem Himmel ist sie deutlich eindrucksvoller, weswegen ich auch hier nicht wirklich lange verweilte.


    Mittlerweile war es bereits 1 Uhr und der Wind nahm deutlich zu. Da ich begann zu frieren, und diese Beobachtungsnacht aufgrund meines vollen nächsten Tages nicht bis zum Exzess ausreizen wollte, entschloss ich mich nochmal kurz die Plejaden anzuvisieren und dann nochmal (zum Abschied) auf den Cirrusnebel zu schwenken. Diesmal traute ich mich auch beim Cirrusnebel das 14er Delos einzusetzen, und was soll ich sagen: Im 14er (und mit UHC) war vor allem der östliche Teil des Cirrusnebels nochmal deutlich spektakulärer als im 28er Panoptic. Man konnte mit dem Teleskop den Nebel regelrecht durchwandern und konnte sich an den zahlreichen detailreichen Strukturen gar nicht sattsehen.


    Zum Abschluss gab es dann nochmal Saturn und Jupiter, wobei ich vor allem von der Seeingqualität beim Jupiter überrascht war. Ich verwendete das 6mm Delos und konnte die Bänder inkl. dem großen Rotenfleck (als Ausstülpung eines der Bänder) deutlich erkennen. Sehr, sehr schön! Und damit endete dann diese (trotz des etwas hellen Himmels) sehr schöne Beobachtungsnacht.

    Hallo Stathis,


    vielen dank für deine lange, interessante und ausführliche Antwort, die natürlich auch ein paar konsekutive Fragen und Kommentare bei mir getriggert hat :S .

    Tatsächlich hatte ich, nach einiger Überlegung, ohnehin vor, mich auf 1,25" zu beschränken. Da ich an meinem 12er einen Kineoptics HC-2 habe, und mit dem einigermaßen zufrieden – ich mag Helicals einfach nicht so sehr, aber das ist eine Geschmackssache und im Leichtbausegment sind sie ja quasi alternativlos – bin, wollte ich am 8er einen HC-1 verbauen. Bei den Okularen habe ich an die Verwendung eines 24mm Panoptic als längste Brennweite gedacht. Bessere und teurere Okulare sind für mich kein "Nachteil", da ich in meinem Okularpark ohnehin auf hohe Qualität (ich verwende zur Zeit nur Delos- und Panoptic-Okulare) achte, hier auch lieber etwas länger spare, und mir es auch nicht so viel ausmacht, erstmal mit weniger, aber dafür besseren Okularen zu beobachten. Außerdem ist mir Einblickcomfort wichtiger als ein großes Gesichtsfeld, weswegen ich nun auch kein 21mm Ethos an den Dobson hängen muss :D. Zum Ständer: Vielleicht ist meine Vorstellung noch etwas verblendet, aber bei den Beobachtungsorten, die mir vorschweben, stehen eh fest verbaute Tische (ich träume ja davon, den Dobson auf Hüttentouren in die Alpen mitnehmen zu können) oder ich nehme halt eine Picknickdecke mit (auf der sich die Milchstraße sowieso am gemütlichsten genießen lässt). Darum denke ich, dass das alles so für mich passt! Auf jeden Fall ist es sehr aufmunternd zu lesen, dass

    mit den modernen Messmethoden und vor allem dem guten Informationsaustausch untereinander [...] heute jedoch auch für Anfänger viel mehr möglich und auch realistisch machbar [ist] als vor z.B. 30 Jahren.


    Nachdem du die größere Version des Kreuztisches dein Eigen nennst, aber in deinem Beitrag nicht explizit auf seine Eignung für den Foucault-Test eingehst, wollte ich hier nochmal nachfragen: Wäre dieser Kreuztisch auch für den Foucaulttest geeignet? Aber ich gehe davon aus, dass man, falls die native Messgenauigkeit des Kreuztisches nicht ausreichen sollte, diesen leicht mit etwas Bastelei mit Messuhren nachrüsten könnte, sodass dies auch kein zu großes Problem sein sollte, oder?

    Zum anfangen brauchst du zunächst aber nur den Spiegelrohling, Tool, Schleifmaterial, einen stabilen Tisch, Eimer Wasser, Schwammtuch, Zeitungen zum Auslegen und los geht's. Zum Messen der Krümmung brauchst du nur eine Taschenlampe und einen Meterstab oder Alternativen dazu (s. messen der Pfeiltiefe). Die eigentliche Messtechnik brauchst du erst ab dem polieren.

    Ah, das ist gut, dass du das schreibst! Das war mir nicht so klar. Dann kann ich ja gleich schon in der kommenden Woche mit dem Schleifen anfangen und parallel zum Grobschliff den PDI-/Foucaultaufbau konstruieren! Herrlich, da freu' ich mich!


    Ganz liebe Grüße und nochmal danke für eure Hilfe


    Daniel

    Hallo ihr beiden,


    danke für eure Antworten! Ich habe nun alles für's PDI bestellt und werde, sobald der Kram da ist, dann mal den Messstand "konstruieren". Ihr werdet also hoffentlich in ein paar Wochen wieder von mir hören :-).


    Wenn Dir F4,5 gefällt, könntest Du mit dem PDI auch einen 18er angehen.

    Tatsächlich war das böse Öffnungsfieber eine meiner Motivationen, mich nun endlich mit dem Spiegelschleifen zu beschäftigen :-D. Für den gewünschten "ultimativen Dobson", den ich gerne mal mein Eigen nennen würde, komme ich meines Erachtens nicht um's Selbstschleifen herum. Beziehungsweise, wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt, dann soll wenigstens auch alles so sein, wie man es möchte und dafür muss man es, denke ich, selbst machen.


    Aber... erstmal kleine Brötchen backen! Deswegen nun (auch) zunächst der 8er. Wenn mir der nur mit Müh und Not gelingt und es wenig Spaß macht, muss ich nicht weiter über größere Öffnungen nachdenken. Aber falls es mir Spaß macht, stünden dem 18er und dem 22er ja nichts mehr im Wege ( 8) ), und dazu hätte ein solcher 8er ja, wie gesagt, auch einen schönen Platz in meinem Teleskopfuhrpark als

    Alpendobson

    , was nun auch der vorübergehende Projektname ist.


    Liebe Grüße


    Daniel

    Ja, die kenne ich schon, genauso wie den 180 mm Paten . Hab schon relativ viel recherchiert, bevor ich mich für ein Projekt entschieden habe.


    Noch eine Sache zu den Fünflingen: Etwas unpraktisch ist, dass ich bis vor 4 Monaten in München gewohnt habe. Damals hätte meine Wohnsituation allerdings kein wirklich bequemes Spiegelschleifen hergegeben, aber dafür hätte ich in der Volkssternwarte wohl viel persönliche Unterstützung gehabt. Nun wohne ich in Würzburg mit großer Wohnung, überdachter Terasse und Keller...dafür aber keine aktiven Spiegelschleifer in der Nähe :-D. Naja! Mal schauen, wie nun alles vorangeht. Innerhalb des nächsten Jahres werde ich noch öfters in München sein – eventuell kann ich da ja mal mit dem unfertigen Spiegel in der Volkssternwarte vorbeischauen und mir Tipps geben lassen :-).

    Hallo allerseits,


    vielen, vielen Dank für eure schnellen, informativen und motivierenden Antworten! Dann werde ich mir den besagten Kreuztisch bestellen, und sobald er da ist (und ich die Positionen der Bohrungen usw. ausmessen kann) mit der Konstruktion der Messaufsätze beginnen :-). Eine gute Kamera (Fuji X-T2) nenne ich dankenswerterweise mein Eigen – damit (und mit einer gebrauchten M42-Festbrennweite + Adapter) sollte die Aufnahme der Foucault-Bilder und Interferogramme ja gut klappen.


    Ich hätte an dieser Stelle noch zwei Fragen:


    1.) Was sind die Grenzen des PDI und warum? Hier habe ich schon etwas recherchiert, aber bisher auf die Schnelle keine ausreichend informative Seite gefunden. Habt ihr da vielleicht etwas für mich?


    2.) Benötigt man noch den Foucault-Test, wenn man ein PDI verwendet? Allein aus pädagogischen Gründen würde ich gerne auch einen Foucault-Testaufsatz bauen und diesen verwenden. Aber bildet der Foucault-Test in der Praxis irgendwelche Aspekte des Spiegels ab, für welche ein PDI weniger zweckmäßig ist?


    Und noch ein paar direktere Antworten auf eure Beiträge...:


    Sicherlich hast Du mit myNewton alles schon durchgerechnet - Pfeiltiefe, Fangspiegelgröße usw. und ich bin schon sehr neugierig, wie Dein Alpendobson aussehen wird :)


    Ja, habe ich (wobei ich nicht nur myNewton verwendet habe, sondern auch den NewtDesigner von Mel Bartels). Allerdings musst du dich mit deiner Neugierde noch etwas gedulden... :-D. Für dieses Projekt wollte ich mir absichtlich ausreichend viel Zeit lassen, nicht in Ungeduld verfallen und langsam, Schritt für Schritt, vorgehen.

    Ja, das wollte ich machen sobald die Tester fertig sind und ich den (sehr guten und mit Prüfprotokoll versehenen) 12-Zoll-Spiegel meines Dobsons durchgetestet habe, um ein Gefühl für die Messaufbauten zu bekommen. Eins nach dem anderen :-).

    Hallo liebe Forengemeinde,


    nachdem ich nun schon länger daran interessiert bin einmal selbst einen Spiegel zu schleifen, ist nun der Zeitpunkt gekommen, an welchem ich dieses Projekt gerne in Angriff nehmen würde. Geplant ist ein 8"-Spiegel mit einem ungefähren Öffnungsverhältnis von f/5. Etwas schneller wäre mir zwar lieber, aber ich möchte mich ungern überfordern :-D. Die nötige Motivation für dieses Projekt sollte übrigens vorhanden sein, da ich als Ergänzung zu meinem oft genutzten 12" Gitterrohr-Dobson gerne auch ein kleineres und leichteres Gerät hätte, welches ich auch mal im Zug mitnehmen könnte oder vielleicht sogar (wenn mir der bei der Behausung des Spiegels anvisierte Leichtbau gelingen sollte) mit in die Alpen nehmen könnte, wo ich oft und gerne wandere.


    Aller Anfang ist schwer, und somit habe ich nun einige Fragen, wobei ich davon ausgehe, dass sich dieser Thread mit der Zeit noch mit weiteren Fragen füllen wird.


    1.) Zum Öffnungsverhältnis:


    Wenn man hier im Internet recherchiert findet man viele konträre Meinungen. 8" f/5 ist sicher machbar, aber wie gesagt: Mir wäre ein schnelleres Öffnungsverhältnis (wie z.B. 8" f/4,5 ) eigentlichwesentlich lieber. Ist das für einen Anfänger auch noch machbar? Oder soll ich lieber bei f/5 bleiben?


    2.) Anforderungen an den Kreuztisch für PDI/Foucault:


    Da ich am liebsten sofort mit dem Spiegelschliff beginnen würde, habe ich relativ wenig Lust, erst einen Kreuztisch für die verwendeten Tester (geplant sind PDI und spaltloser Foucault) zu bauen, vor allem, da es scheinbar für verhältnismäßig wenig Geld im Internet brauchbare Alternativen gibt und ich ja auch die Tester selbst noch bauen muss. Was sind die Anforderungen, die ein Kreuztisch hier erfüllen muss? Gibt es Modelle, die ihr empfehlen könnt? Ich bin bei Michael Koch auf einen Kreuztisch für 190 Euro gestoßen (in der Mitte dieser Seite). Was haltet ihr von diesem Kreuztisch?


    Das wären meine ersten beiden Fragen. Weitere werden bestimmt kommen!

    Vielen Dank für eure Antworten!

    31mm für f/4,3 halte ich aber für deutlich zu viel des Guten, das wäre eine AP von 7,2mm- dafür wäre ein tiefschwarzer Himmel wie in Namibia nötig.

    Eine zu große AP zeigt auch den Himmelshintergrund deutlich heller. Wie dunkel ist es denn an deinem Beobachtungsplatz? Für eine AP größer 6mm sollte der Himmel schon sehr dunkel sein.

    Bei f/4,3 zeigt sich die unvermeidliche Koma des Spiegels schon recht deutlich.

    Danke für die Hinweise. Daran habe ich tatsächlich nicht gedacht. Da ich die letzten Male beim Beobachten wirklich fantastischen Himmel hatte (tiefer Schwarzwald bzw. Alpenvorland), hatte ich den großen Einfluss Himmelshintergrundes nicht auf dem Schirm. Dankeschön! Also doch eher eine kürzere Brennweite!

    Was für ne Brennweite hat dein Newton?

    1300 mm Brennweite bei 12" Öffnung.


    Ok, dankeschön, ihr habt mir schon sehr geholfen. Zusammengefasst: 22-28mm Brennweite, Empfehlungen für 26mm Nagler, keine Empfehlung für 22mm Nagler.


    Somit gibt es wohl einige Okulare von TS-Optics, Explore Scientific und TeleVue (außer dem Nagler noch das Pano) welche im Rennen sind. Falls hier jemand Erfahrungen mit schnellen Optiken teilen kann, freue ich mich! Wenn nicht würde ich einfach so noch weiter den Gebrauchtmarkt sondieren, und wenn es zu lange dauert (und kein 26mm Nagler in Sicht ist...) zum Panoptic greifen und es einfach selbst ausprobieren. TeleVue hat ja auch einen hohen Wiederverkaufswert.


    Dankeschön!

    Hallo allerseits,


    da ich in Bälde mit einem f/4,3 Dobson beobachten werde, bin ich gerade dabei meinen Okularpark umzustellen. Die kürzeren Brennweiten sind nun schon abgedeckt, nur mit dem Übersichts-/Aufsuchokular bin ich etwas unschlüssig. Ich habe folgende Fragen:


    1.) Welche Brennweite?


    Da ich (nicht nur subjektiv sondern auch objektiv) noch jung bin, vermute ich, dass ich auch eine große Austrittspupille vertrage. Außerdem ist es so, dass das Teleskop nur einen Telrad hat, und ich somit auch das langbrennweitige Okular zum Aufsuchen verwenden werde. Somit würde ich eine möglichst große Brennweite wie 30mm präferieren (bzw. auch 28mm - 30mm). Oder denkt ihr, dass eine etwas kürzere Brennweite besser wäre? Da ich bisher einen optischen Sucher in Kombination mit einem Telrad hatte, weiß ich nicht wirklich, wie klein die Brennweite des Okulars noch sein darf, sodass man mit dem Okular noch bequem aufsuchen kann.


    2.) Welcher Okulartyp bei dem Öffnungsverhältnis?


    Leider ist es so, dass ich zuvor nur bei f/10 beobachtet habe, und somit überhaupt nicht abschätzen kann, welche Okularserien das relativ schnelle Öffnungsverhältnis von f/4,3 noch vertragen. Da mir ein bequemes Einblickverhalten wichtiger als ein gewaltiges Gesichtsfeld ist, verwende ich bei kürzeren Brennweiten hauptsächlich Delos-Okulare. Aber leider gibt es kein 30 mm Delos :rolleyes: . Außerdem habe ich als Fokussierer einen Kineoptics HC-2, der vielleicht nicht die größte Okulargranate verträgt ;) . Auf meiner Liste stehen nun unter anderem:


    - Hyperion Aspheric 31mm (hier ist die AP vielleicht schon etwas grenzwertig, außerdem fand ich das Einblickverhalten von den kurzbrennweitigeren Hyperions nicht so toll)
    - Televue Panoptic 27mm (ist mir auf den ersten Blick eigentlich etwas zu kurzbrennweitig)

    - Diverse TSWA/Explore-Scientific-Okulare (hier kann ich halt überhaupt nicht einschätzen, wie das Einblickverhalten und das Verhalten bei dem schnellen Öffnungsverhältnis ist).

    - Auch eine Überlegung war mal ein 22mm Nagler T4. Aufgrund des großen Gesichtsfeldes hat es ja auch ein relativ großes wahres Gesichtsfeld.


    Wie ihr seht, bin ich etwas ratlos. Danke sehr für eure Hilfe!


    Liebe Grüße!

    Hallo allerseits,


    ich wollte wieder in die Astronomie einsteigen, und mir dazu einen kleinen Dobson zulegen. Nun bin ich auf ein interessantes Angebot gestoßen, das von der Mechanik exakt meinen Anforderungen entspricht. Allerdings ist der Spiegel von Oldham, von welchem ich bisher eigentlich nur schlechtes gehört habe.


    Dem Teleskop liegt ein (von Oldham unabhängiges) Prüfprotokoll bei, und ich wollte mal fragen, ob vielleicht jemand, der Ahnung von solchen Prüfprotokollen hat, eventuell einen zweiten Blick drauf werfen könnte?


    Falls diese Frage hier nicht reinpasst, möchte ich mich dafür entschuldigen. Gerne kann mir der, der Lust hätte mir zu helfen, auch direkt eine PN schicken! Dann würde ich ihm das Prüfprotokoll zusenden.


    Herzlichen Dank,


    warpfel