Posts by Marco S.

    Hallo Gerrit,


    nein, das hab nur ich gemacht :grinning_face_with_sweat:


    der Rest hat minutenlanges Videomaterial, da sie vorab schon den Auslöser gedrückt hatten.


    Es war aber nicht nur reines Glück bei mir, denn der Standort wurde vorab sehr genau ausgewählt und die GPS-Koordinaten waren bekannt. Es war dann aber trotzdem "ne' knappe Kiste"


    Grüße

    Moin zusammen,


    heute möchte ich gern eine kleine persönliche Erfolgsgeschichte mit euch teilen.


    Vor einigen Tagen bekam ich die Info, dass in unseren Breiten demnächst ein ISS Mondtransit stattfinden wird. Selbstverständlich mitten in der Woche und zu einer eher unchristlichen Zeit um 1:11:32Uhr. Das konnte mich jedoch nicht im Geringsten in meiner Begeisterung bremsen, also habe ich direkt zugesagt, mich einer kleinen Gruppe anzuschließen.


    Als der besagte Tag dann immer näher rückte, kam die Zeit sich über die Durchführung Gedanken zu machen. Die Auswahl an Teleskopen ist bei mir recht überschaubar. Ein 4" f10 FH-Refraktor, ein 10" Dobson und ein WO RedCat51. Bei den Kameras wird's noch dünner. Ich besitze eine alte Canon EOS 450Da und eine ASI ZWO 678MC. Da die Canon keine Videos kann, war die Wahl Kamera schnell erledigt. Und da die 678MC nur so einen Mini-Chip hat, war auch die Auswahl des Teleskops sofort klar.


    Das Setup stand also: Das WO RedCat51 mit einer ZWO ASI 678MC auf einer Skywatcher EQ5 Pro Synscan. Ja, so wahnwitzig wie sich das liest kam es mir auch vor...


    Sollte wirklich etwas brauchbares aus 250mm Brennweite und 51mm Öffnung herauskommen?

    Nunja, der Chip ist klein und die Pixel haben 2.00 Micrometer. Ich war felsenfest überzeugt: Das wird!


    Am Abend vor dem Ereignis fing ich dann an meine Einstellungen soweit vorzubereiten. Der Bildausschnitt mit dem kompletten Mond betrug 1200x1200 Pixel. Top. Ich hatte jedoch etwas Bedenken, ob die kleine Optik die ISS soweit auflösen kann, dass sie zweifelsfrei erkennbar ist.....


    Trotz des Wetters, es war bedeckt und diesig, machte ich mich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt. Gemeinsam fuhren wir in ein abgelegenes Gewerbegebiet und bauten ganz in der Nähe eines Nachtetablissements mit dem zweifelhaften Namen "Prestige Club" auf....


    Insgesamt waren wir zu fünft. Als dann aber die anderen Teleskope aufgebaut wurden kamen in mir doch ein paar Zweifel auf. Es standen dort dann ein 6" Starfire, ein C11 und ein 400mm highend besteswasesgibt Canon Teleobjektiv mit 2x Teleconverter da...


    Das wird!


    Zu unserer Aller Freude wurden wir tatsächlich mit einer Wolkenlücke und recht klarer Sicht für den Transit belohnt! Das es so etwas gibt....


    Wir hatten uns natürlich vorher unterhalten und alle damit gerechnet, dass sich die ISS, wie immer, als heller flinker Punkt am Nachthimmel ankündigt. Das es so etwas wie einen Erdschatten gibt, daran hatte niemand gedacht und somit kündigte sie sich nicht an...


    Ich hatte jedoch rechtzeitig im Netz die Atomuhr aufgerufen und in norddeutscher Lässigkeit den richtigen Zeitpunkt abgewartet, um den Auslöser zu drücken.


    Nachdem sich die ISS nicht angekündigt hatte herrschte kurz Verwirrung und jeder musste erst einmal schauen, ob er sie erwischt hatte. Dann die Erleichterung: Fast alle hatten sie erwischt! Das war ein echt gutes Gefühl und eine sehr schöne Aktion, die mir sicherlich noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.


    Übrigens : Wie knapp es bei war kann man sich ja vorstellen, wenn ich mit 92fps gefilmt habe und bereits auf dem 20(!) Frame war die ISS zu sehen.


    Ich habe insgesamt 57 Bilder mit der ISS und dem Mond machen können, denn der Transit dauert nur 0,64s, glaube ich.


    Daraus habe ich folgendes Bild erstellt:



    Und folgende Animation auf YouTube hochgeladen, da sie zu groß für's Forum war.


    Ich bin noch ein wenig mit der Bearbeitung überfordert und freue mich über Tipps. Bitte seid nett, denn ich bin voll begeistert vom Erreichten ^^


    Und wie ich finde, kann man die ISS trotz des kleinen Scopes gut erkennen.


    Gruß und CS

    Marco

    Hallo zusammen,


    Seit dem OdM 09/2022 hab ich mir fest vorgenommen deutlich mehr Engagement in diese Kategorie zu investieren, da ich Sie überaus bereichernd finde. Leider war ich etwas schreibfaul in den letzten Tagen. Ich habe Urlaub und mich nerven diese digitalen Kisten zuweilen sehr...


    Heute ist die Aussicht jedoch mal wieder typisch norddeutsch-grau, also will ich mal meine Erfahrungen teilen.


    Zunächst ein Dankeschön an Norman für die tolle Auswahl. Für mich war es mal wieder eine Erstsichtung und zwar eine die ordentlich Eindruck gemacht hat. Die Schlichtheit und der starke Farbkontrast üben eine ganz besondere Faszination aus.


    Da es meine Erstbeobachtung war, habe ich keine besonders kleine Optiken benutzt, werde es aber versuchen nachzuholen, sofern das Wetter es zulässt.


    Erste Beobachtung am 18.10.2022 gegen 22Uhr Stadtrand mittelgroße Stadt:


    Gerät: TEC APO 140ED

    Okular: 11mm Nagler

    Vergrößerung ca. 90fach

    SGF ca. 0,9°


    Mirach fällt sofort durch seine goldgelbe Farbe auf und scheint einen leichten Halo zu haben. NGC404 fällt beim indirekten Sehen deutlich auf. Diffus, strukturlos und etwas länglich. Schaut man direkt auf die kleine Galaxie, scheint sie wie von Geisterhand nahezu unsichtbar zu werden. Ihr Beiname "Mirachs Geist" ist also vortrefflich gewählt.


    Gerät: PLanewave CDK20

    Okular: 18mm Nagler

    Vergrößerung ca. 192fach

    SGF ca. 0,43°


    Mirach in wunderschöner goldgelber Farbe, NGC404 deutlich und oval sichtbar. Ich habe mir notiert: Diese Kombination hat mit den Spikes einen deutlich gesteigerten Reiz. Das ist insofern überraschend, da ich mich eindeutig als refraktorphil outen würde..... :D



    Ich habe vorgestern noch so etwa eine Stunde Zeit übrig gehabt und ein Bildnis erstellt. Die runde Form lässt sich damit bestätigen. bei der Bildbearbeitung habe ich mich aufgrund der hohen Dynamik schwer getan. Bin halt kein Astrophotograph :saint:




    Wie gesagt, ich werde es nochmals mit kleineren Optiken versuchen, wenn das Wetter passt. Ansonsten wünsche ich viel Spass bei den eigenen Beobachtungen!


    Gruß

    Moin David,


    ich photographiere ebenfalls mit einer EQ5 und auch in der GoTo-Ausführung. Klaus hat es ja perfekt auf den Punkt gebracht, es geht, aber eben mit Einschränkungen, insbesondere bei der Wahl des Teleskops.


    Ob das der richtige Weg ist, mag ich nicht beschreien, denn natürlich würde ich auch gern mit einer deutlich größeren Montierung arbeiten wollen, aber es ist doch so: Empfohlen ist sie immer schnell und sicher sieht der finanzielle Spielraum bei den Leuten die diese Empfehlungen aussprechen ggf anders aus.


    Aber wenn man sagt mehr ist nicht drin, ist mehr eben nicht drin. Ich kenne das.


    Dann muss man Kompromisse eingehen. Ich habe z.B festgestellt, dass lange Hebel, also lange Teleskope, nicht so gut laufen. Der 750er Reflektor ist da wahrscheinlich gerade so an der Grenze. Das Thema Wind hatte Klaus ja bereits angeschnitten.


    Was allerdings richtig gut geht, sind kleine APO's so bis 80mm und ca. 500mm Brennweite oder gedrungene Teleskope wie SC und MAK. Natürlich mit kleinerer Öffung bis ca 6" mit guiding und für Planeten sogar vielleicht bis 8" Diese würden auch Planeten deutlich besser zeigen. Wenn man ganz mutig ist, könnte man auch 8" mirt guiding probieren. Das nur zur Info, denn ich hab mir auch immer mal ein wenig Geld beiseite gelegt und mir dann doch noch mal ein kleines, aber dafür Top-Teleskop zugelegt.


    Und mal ganz ehrlich. Meiner Meinung nach macht es auch mehr Sinn sich als Anfänger an die Grenzen seines Equipments heranzuarbeiten, anstatt von einer TOP-Ausrüstung nur einen Bruchteil zu nutzen.


    Das stellt jedoch lediglich meine eigene persönliche und bescheidene Meinung dar.


    Gruß und viel Erfolg

    Marco.

    Moin David,


    ich persönlich bin eher ein Freund der Baader Astro Solar Safety 5.0 Folie. Das Bild bleibt damit auch weiß und die Ergebnisse sind echt top. Bei den ES-Folien hast Du nachher so ein hässlich oranges Bild, meine ich mich zu erinnern.


    Letztendlich sind die Filter auch "nur" aus Pappe und müssen ebenso selbst zusammengebaut werden.


    Da kannst Du auch gleich die Bauanleitung von Baader Planetarium nehmen (https://www.baader-planetarium…stecher_und_teleskope.pdf) und dir den Filter selbst bauen.


    Qualitativ wirst Du den Kauf der Baader-Folie nicht bereuen und der Preis bleibt auch ziemlich identisch.


    Kleiner Tipp: Sollte sie beim Händler deines Vertrauens nicht lieferbar sein, kannst Du direkt bei Baader bestellen. Der Preis bleibt gleich.


    Besten Gruß

    Marco

    Hallo Mira,


    ja, mehr Resonanz hast Du auch definitv verdient. Ein wahnsinnig tolles Projekt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen soetwas auszuprobieren. Das Ergebnis empfinde ich als überaus beeindruckend und gelungen. Bei mir liegt aiuch noch ein f10 Achromat rum. Ich glaube, ich werde das auch mal ausprobieren.


    Danke für die umfangreiche Beschreibung, sehr inspirierend.


    Gruß

    Marco

    Moin zusammen,


    Ich bin mal auf eure Hilfe angewiesen. Ich würde gern meine Montierung, die EQ5, mit APT (evtl. auch N.I.N.A) steuern. Zusätzlich würde ich dann gern platesolving betreiben und mir den Anschluß über die ST4-Schnittstelle sparen.


    Die grundsätzliche Vorgehensweise ist mir eigentlich klar:


    - ASCOM Treiber runterladen

    - EQMOD installieren

    - USB-RS232-Schnittstellenumsetzer besorgen und ein Kabel mit RS232 auf RJ45 daran anschließen

    - Die Steuerung auf PC-Direktbetrieb einstellen und los geht's


    Klingt erst einmal einfach, aber bereits bei der Verbindung mit dem Computer geht es ja schon los.... Meine SynScan Version hat sowohl am Handteil als auch an der Controlbox einen USB-b Anschluß.



    Müsste ich die Montierung nicht direkt via USB Kabel verbinden können? Die alten Druckerkabel hatten doch alle USB-a auf USB-b, glaube ich....


    Hat da zufällig jemand Erfahrungen? Welche Treiber sind die richtigen, wie funktioniert das mit dem USB-Kabel? Oder falls jemand einen guten Link zu einer Beschreibung hat wäre ich auch sehr dankbar. Bei meinen Suchen komme ich aufgrund der vielzahl von belanglosen Treffern nicht weiter....


    Ich habe noch nicht versucht da irgendeine Verbindung herzustellen, da ich mir noch nicht im Klaren über die genaue Vorgehensweise bin. Ich bin da etwas übervorsichtig, da dies bereits die zweite Steuerung ist. Die erste ist ohne sichtbaren Grund ausgefallen.


    Für jegliche Hilfe bedanke ich mich bereits im Voraus!


    Beste Grüße

    Marco

    Moin Werner & Wolfgang;


    Wolfgang: Vielen Dank für den Link! sehr ausführlich, aber auch absolut lesenswert und informativ. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es intuitiv fast richtig gemacht habe :). In Zukunft nehme ich dann noch M33 mit auf und habe wohl eine für mich persönlich ausreichende Einschätzungsmöglichkeit. Übrigens würde ich nicht von so viel schlechteren Bedingungen ausgehen. Ich vermute Sie waren ganz ähnlich.


    Werner: Schön, dass mein Beitrag gut ankam :smiling_face_with_smiling_eyes: Gern lasse ich das Bildchen für euch da. Es ist nicht mehr ganz "out of the box", denn ich habe es ein wenig bearbeit (Gradationskurve, +Sättigung ) Aber es bleibt nach wie vor nur ein Test-Bild inkl. Donuts und Satellitenspuren.

    5x60s bei Gain 120 und -10°C

    Keine Korrekturbilder

    ASI294MC Pro + 140mm f7 TEC-APO

    Aufnahmeort: Stadtrand Lübeck

    Keines der Geräte gehört übrigens mir.






    Für heute Abend ist wieder "Schönwetter angedroht" Ich hatte eigentlich etwas anderes vor, allerdings liegt mir die beobachtende Astronomie mehr am Herzen und bei diesem Objekt kann man viel über den Einfluss der Umgebungsverhältnisse auf das Sehen oder eben Nichtsehen lernen. Eventuell werde ich mich etwas exponierter außerhalb des Dorfes aufstellen und mal schauen.


    Ich werde dann selbstverständlich berichten.


    Gruß

    Marco

    Moin zusammen,


    ich bin hier im Astrotreff schon einige Zeit unterwegs, aber irgendwie ist der OdM Thread immer an mir vorbeigegangen.


    Diesmal sah es ein weinig anders aus. Inspiriert von dieser wirklich toll moderierten Diskussion habe ich mir fest vorgenommen einen kleinen bescheidenen Beitrag zu leisten. Also habe ich seit ca. 2 Wochen auf das passende Wetter in Verbindung mit zur Verfügung stehender Zeit gewartet.


    Gestern war es dann soweit und nun folgt eine Erstbeobachtung eines Anfängers.


    Angefangen hat es bei einer Einweisung in das ASIAir-System (sorry soll keine Werbung sein). Bei der Auswahl des "Versuchsobjekt" preschte ich natürlich sogleich mit: "NGC891" vor.

    Ein 5x1 Minute Livestack enthüllte eine unfassbar schöne Edge-on-Galaxie mit einem äußerst prägnatem Staubband, dass die gesamte Galaxie horizontal durchzieht. Zentral weist die Galaxie eine Wölbung auf, die auf den beiden Seiten des Staubbandes leicht unterschiedlich stark ausgebildet ist. Bei Bedarf reiche ich den Livestack und die Aufnahme- und Equipmentdetails gern nach.


    Die Abbildung hat mich tatsächlich derart stark angestachelt, dass ich mir vorgenommen habe, die Galaxie visuell zu betrachten.

    Ich habe dann gegen 23:30Uhr, als ich wieder zuhause war, den 10" f4,7 Dobson zum Auskühlen rausgestellt. Es galt ca. 12°C Temperaturunterschied zu überwinden. Gegen 0:30Uhr habe ich dann den ersten Blick gewagt.


    Zu den Bedingungen:


    Bei der EInschätzung der Himmelsqualität bin ich nicht so wissenschaftlich unterwegs. Mein erster Blick geht immer in Richtung Milchstraßenband. Das war relativ gut zu sehen und versprach schon einmal Erfolg. Der zweite Blick geht immer Richtung kleiner Wagen. Alle 7 Hauptsterne waren problemlos zu identifizieren, also war die Grenzgröße mit bloßem Auge 5,0m+ (eher besser). Ich würde sagen: mäßiger Landhimmel. Ein wenig Sorgen bereiteten mir die aufziehenden Nebelschwaden und die hohe Luftfeuchtigkeit (97% bei mittlerweile 5,5°C).


    Beim Aufsuchen mit 37,5facher Vergrößerung habe ich einige Versuche benötigt. Ich habe mich von Almach über zwei prägnante Sternmuster zur Galaxie "gehopped". Im Übersichtsokular war eine ganz feine, eher strukturlose Aufhellung zu sehen. Hätte ich nicht gewußt was ich suche, dann hätte ich die Galaxie sicher übersehen. Ersteinmal gefunden habe ich ein 14mm Weitwinkelokular eingesetzt und konnte sie jetzt bei knapp 86facher Vergrößerung eindeutig identifzizeren. Die einprägsame, zentral gewölbte Form war beim angestrengten Vorbeischauen sichtbar. Zwar schien die Galaxie zweigeteilt zu sein, aber von einer Sichtung des Staubbandes würde ich nicht sprechen. Es sah eher so aus, als wären es zwei einzelne feine Nebelstrukturen.


    Alles in Allem eine erfolgreiche Erstbeobachtung, allerdings mit Luft nach oben. Ich werde dran bleiben.


    Danke für diese tolle Kategorie und für den super Objektvorschlag.


    Gruß

    MArco

    In den letzten zwei Wochen hat sich allerhand neues bei mir angesammelt


    Die Cam und das Leitrohr dienen zur Vervollständigung meines Anfänger Astro-Photo-Equipments (siehe zweites Bild). Ich hab lange darauf gewartet, denn nicht alles war verfügbar und ich muss halt immer schauen, dass Anschaffungen im Rahmen bleiben. Familie und Kinder und so...


    Die Mond-Guides sind mir gestern ohne Vorwarnung in die Hände gefallen. Der Scout ist ein schönes kleines Einsteigerbuch. Laminierte Seiten, damit er auch mal draußen vergessen werden darf😅 und allerhand nützliche Informationen.


    Das Moonhopper Field Set hat sich als wahrer Glücksgriff entpuppt. Nicht nur das ich es 25% günstiger bekommen habe weil es etwas "abgegrabbelt" ist, sondern weil es 20 wirkliche tolle Touren für jedes Mondalter enthält, die mit phantastischen Fotos der LROC und noch besseren Zeichnungen daherkommen.


    Ich freue mich schon drauf!




    CS & schönen Sonntag

    Marco

    Moin zusammen,


    mir ist gestern Abend was total verrücktes passiert. Es gab am Himmel etwas zu sehen, die Uranus-Bedeckung durch den Mond, und nachdem es den ganzen Tag grau war, riss in der Zeit zwischen 23:00 Uhr und 1:00 Uhr der Himmel auf und es war kristallklar 8|.


    Diesen äußerst ungewöhnlichen Umstand, normalerweise ist es andersherum, habe ich natürlich genutzt und konnte der Bedeckung beiwohnen.

    Ich habe mit dem 10" Dobson geschaut und versucht mit meiner neuen ASI678MC auf einem anderen Scope das Spektakel festzuhalten. Leider bin ich im Umgang mit der neuen Technik noch nicht geübt und hatte auch das falsche Teleskop dafür drauf, sodass ich den im Verhältnis zum Mond recht lichtschwachen Uranus nicht vernünftig sichtbar machen konnte.


    Was mir bleibt sind tolle Erinnerungen daran, wie das blass blaue/türkise Scheibchen hinter dem grellen Mond verschwand und plötzlich aus der Dunkelheit wieder auftauchte.


    ach und das erste Mondbild mit der 678MC


    Gruß

    Marco

    Moin,


    anbei zuerst das Bild:


    Aufnahmequipment:

    William Optics RedCat 51

    Canon EOS450 Da

    Skywatcher EQ5 SynScan Pro

    Software APT

    keine Filter

    kein Guiding


    Aufnahmedetails

    90 x 180s ISO800

    30 Darks

    je 20 Flats und Biases


    Bearbeitung:

    Gestackt und photometrische Farbkalibrierung mit Siril

    GraXpert

    Starnet2

    Endbearbeitung mit Affinity Photo


    Hier im Forum habe ich gelernt, dass zu jedem Bild die Aufnahmedetails gehören, denn sonst sei es nur "ein Bild" Das macht auch Sinn, denn nur so kann nachvollzogen werden, wie so etwas entstehen kann. Aber jedes Bild hat auch seine Geschichte und oft sind diese genauso spannend wie das Bild selbst. Also erzähle ich die Geschichte zum Bild (wer nur Bilder mag, kann hier aufhören zu lesen 8o )


    Zum Objekt brauche ich nicht viel sagen. Heart & Soul sind wohl bekannt. IC1805 hat eine Ausdehnung von ca. 1,5° x 1°. IC1848 kommt mit 1,5° x 0,5° daher. Also ein ideales Pärchen für die Paarung RedCat/APS-C, denn das Blickfeld beträgt hier sagenhafte 5,1° x 3,4°.


    Das Equipment mit dem ich arbeite ist schon relativ alt und wurde bis auf das Teleskop und die Elektronik für die EQ5 gebraucht besorgt. Die EQ5 habe ich bereits einmal komplett zerlegt, gereinigt und mit neuem gutem Fett sowie mit Teflongleitscheiben ausgestattet. Die Lager sind vorerst geblieben. Auch die EOS450 Da ist schon durch so manche Hände gegangen. In Zeiten in denen erst nichts verfügbar ist und dann alles eine beinahe schwindelerregende Preisspirale hinaufsteigt, ist es doch ganz gut mit dem zu arbeiten was man hat und damit versucht, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Wie ihr oben wohl gelesen habt, ist dieses Bild ohne Guiding entstanden. Die Auflösung beträgt hier etwa 4,3" pro Pixel, sodass das polar alignment etwa die gleiche Genauigkeit aufweisen sollte. Ich finde das sehr sportlich, insbesondere wenn einem nur der Polsucher und die Skalen zur Verfügung stehen. Da gehört viel Hingabe und hineinknien (inkl. Oberschenkelkrämpfen und eingeschlafenen Füßen :grinning_face_with_sweat: ) zu. Wer genau hinschaut sieht auch, dass ich nicht ganz exakt getroffen habe... :face_with_hand_over_mouth:. Glücklicherweise wird das wohl die letzte Aufnahme ohne Guiding sein, da meine ASI678MC kürzlich eingetroffen ist und diese Aufgabe übernehmen soll. Zukünftig will ich dann auch mit plate solving arbeiten. Dann sollte ich die Objekte etwas besser in Szene setzen können. Hier sind sie etwas zu hoch.


    Mit der Bildbearbeitung tue ich mich generell nach wie vor schwer. Aber nach einigen guten Tipps hier aus dem Forum, stellt sich so langsam so etwas wie eine Routine ein.


    Ich hoffe euch gefällt's. Ich bin in Anbetracht meiner Möglichkeiten und Erfahrung relativ zufrieden.


    Besten Gruß

    Marco

    Auch ich bedanke mich für den Hinweis.


    Mir wäre das Ereignis beinahe durchgerutscht beim ganzen Urlaubsvorbereitungsstress.


    Ich konnte zwar erst heute Nacht einen Blick riskieren, aber da ich nur ein Fernglas mitgenommen habe, hat das Gesichtsfeld ausgereicht. Uranus stand nahezu senkrecht über dem Mars, fast noch die reizvollere Ansicht. Zwar ist hier überall nachts das Licht aus, aber es war sehr dunstig gepaart mit miesestem Seeing.


    Mir hat's trotzdem gefallen, zumal es als Trost einige Meteore gab.


    Also, hab Dank & Gruß

    Marco

    Moin Tom


    wenn Du auch am Tage Photos machst, dann wäre es eine Überlegung wert sich nach guten Objektiven umzuschauen. Das genannte Canon 2,8/200 ist da natürlich ein extrem gutes Gerät.


    Wenn Du nur Astro-Photos machen möchtest, würde ich dir eher zu solchen Optiken wie die von Askar raten. Da sparst Du dir die ganzen Sachen, die Du nachts nicht brauchst (Autofokusmotoren etc.) und wirst somit im Verhältnis leichter und ggf günstiger.


    Zudem benötigst du weder Flatner noch Reducer. Ist halt plug and play. Die Askar Optiken hatte ich auch lange im Blick, habe mich aber aufgrund eines unschlagbaren Angebots für das Redcat51 entschieden. Damit bin ich sehr zufrieden.


    Gruß

    Marco

    Nochmal Moin,


    Ich dachte mir auch erst, dass das sehr ungewöhnlich ist, aber alles hat gepasst. Sowohl der Ort der Sichtung am Himmel sowie die Richtung. Lediglich bei der Zeit bin ich nicht ganz sicher, aber grob kommt es hin.


    Und das was ich gesehen habe, war definitiv ein Satellit. Der wurde erst heller und dann dunkler. Das Maximum war wie gesagt äußerst hell und weiß.


    Aber wenn ihr sagt, dass passt so nicht, werde ich wohl etwas anderes gesehen haben.

    Moin Klaus,


    Ich kann deine Sichtung bestätigen. Wir waren im Raum Lübeck etwas ausserhalb unterwegs und waren uns einig, dass das ein Iridiumflare sein muss. Zeitpunkt und Richtung stimmen überein. Gesamtauer etwa 10 Sekunden. Die Suche in Stellarium ergab allerdings für den genannten Zeitraum lediglich Überflüge von Starlink Satelliten in diesem Bereich. 🤷‍♂️


    Besten Gruß

    Marco

    Ein erneutes Hallo,


    Karsten, vielen Dank für´s Lob und das Sternchen. Es freut mich, dass DSLR-Aufnahmen nach wie vor noch auf Interesse stoßen.


    Jochen und Oliver, eure Tipps habe ich mir genau angeschaut und versucht daraus etwas zu machen. Ich wollte noch etwas zu Affinity Photo sagen. Ich möchte damit nicht groß Werbung machen, aber das Programm gibt es zu einem erschwinglichen Kurs und es hat wie gesagt einige recht gute Astro tools. Darunter ist die Funktion "restaurieren, die mir beim Nachbearbeiten des entsternten Bildes sehr geholfen hat und eine sehr solide Stacking-Funktion. Ich habe kaum Unterschiede zu Siril feststellen können, außer das es länger dauert. Wie gesagt, dass soll keine Werbung werden und die Zielgruppe sind auch eher Anfänger.


    Eine Frage zur Anmerkung bezüglich des CLS-Filters habe ich noch. Sicher schneidet er den Wellenlängenbereich zwischen 550 und 640nm weg, aber ist aus astrophotgraphischer Sicht in diesem Bereich etwas herauszuholen? Ich dachte immer, wenn kein Störlicht geblockt werden muss, dann hilft er zwar nicht, aber er schadet eben auch nicht (?).


    Ich habe Jochens Vorschlag miteinbezogen und eine entsternte Ebene erzeugt, alles getrennt voneinander bearbeitet und wieder zusammengefügt. Danach gedreht und zugeschnitten. Gerne hätte ich mehr Belichtungszeit gesammelt, jedoch ist meine Montierung derzeit defekt und Ersatz kommt mit Glück Anfang August.... X/

    Ich habe die fehlende Belichtungszeit dann mit üppigem Weichzeichnen ausgeglichen :D


    Nachtrag: starnet++ ist ein recht zickiges Programm, dessen Handhabung ab und an etwas heikel scheint. Ich habe mich jedenfalls damit schwer getan und finde auch, das scheinbar die Qualität leidet,


    Ich denke, dass ich mich mit etwas mehr Belichtungszeit und etwas mehr Übung noch steigern kann.


    Danke nochmal und hier das Ergebnis.

    astrotreff.de/index.php?attachment/29166/


    Beste Grüße

    Marco

    Hallo Jochen und hallo Oliver,


    vielen lieben Dank für eure Tipps.


    Derzeit arbeite ich mit Affinity Photo (das das ein odere andere schöne Astrofoto Gadget hat), Gimp oder Darktable. Langfristig steht PI auf der Wunschliste, allerdings muss vorher das Equipment komplettiert werden. Aufgrund der Wohn- und der Familiensituation kann ich derzeit nur mit einem Laptop arbeiten. Das muss wohl noch ein paar Jahre warten, bis die Erste auszieht :winking_face:


    Ich werde versuchen, die Empfehlung der Bearbeitung der Sterne mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln umzusetzen. Mal schauen was daraus wird.


    Mehr Lights zu bekommen ist leider gar nicht so einfach :grinning_face_with_sweat: aber ich arbeite daran. Ohne Astrocomputer ist's nicht so einfach den Bildschirmausschnitt immer einigermaßen gleich zu treffen und mehr "Light" pro Nacht ist gerade nicht zu ergattern. Aber bei den nächsten Versuchen werde ich definitiv den CLS-Filter weg lassen.


    Nochmals Danke für eure Mühe und Zeit

    Gruß

    Marco

    Nach längerem hin und her habe ich mich entschlossen mein Bild vom Nordamerikanebel doch mit euch zu teilen.


    Die Aufnahmedaten sind recht einach: 30 Lights mit 120' und 30 Darks. Keine Bias/Flats/Darkflats etc. Aufgenommen habe ich mit einer etwas in die Jahre gekommenen Canon 450Da und meinem neuen RedCat51. Belichtet habe ich in der Nacht vom 28.06 zum 29.06 in Lübeck. Da die Steuerung meiner Montierung gerade im Austausch ist und derzeit nichts lieferbar ist, bin ich ausgewichen auf eine Astrophysiks GTO 3600. Ich hab das Teleskop nur "Huckepack" draufgeschraubt. Die Montierung ist hervorragend eingescheinert und ich habe ohne Guiding gearbeitet.


    Es gab keine astronomische Nacht und ich habe lediglich einen Astronomik CLS-Filter benutzt. Die Bildbearbeitung wurde komplett mit Affinity Photo erledigt. An der Bildbearbeitung wäre ich beinahe gescheitert. Ich habe zwar das ein oder andere Bildchen schon gemacht, aber letztlich bin ich blutiger Anfänger und man könnte sagen, dass ist meine allererste richtige Astro-Aufnahme.


    Ich habe jeden Abend bearbeitet und am Ende wieder alles verworfen. Dann musste ich einmal tief Luft holen und mir meinen eigenen Workflow ausarbeiten. Die Bearbeitung war sehr minimalistisch. Ich habe den Hinter- sowie den Vordergrund mit Masken getrennt voneinander bearbeitet. Lediglich etwas gestreckt und minimal entrauscht. Dann habe ich die Farbgewichtung etwas angepasst und die Sterne abgedunkelt.

    Es gibt drei Versionen mit verschiedenen Sättigungen und Helligkeiten. Mein Laptop zeigt leider etwas anders an, als andere Geräte. Das ist sehr schwierig, habt ihr hierfür Tipps?



    Ich freue mich über konstruktive Tipps. Ein L-extreme Filter von Optolong ist in Arbeit und wird bestellt, wenn wieder etwas mehr "Zeit" vorhanden ist. Mit der Bildkomposition bin ich noch nicht ganz zufrieden. Das Objekt hätte etwas zentrierter sein können (ich schaue übrigens im Hochformat bei diesem Bild).


    Wie kann ich die Sterne von NGC6997 besser betonen? Hat jmd einen Tipp?


    Danke und CS

    Marco

    Seit jeher üben die Sonnenwenden eine beinahe mystische Anziehung auf mich aus. Insbesondere mit der Sommersonnenwende, die uns heute bevorsteht, verbinde ich immer ein irgendwie recht schönes Gefühl. Ich schätze, dass kommt aus meiner KIndheit, da es oft den Zeitpunkt markierte, ab dem die unbeschwerte Sommer(ferien)zeit begann. Vielleicht liegts auch am norddeutschen Wesen, denn ich lebe auf 53°41' nördlicher Breite, mein bisher südlichster Wohnort. Also habe ich es mir auch heute nicht nehmen lassen und einige Zeit draußen verbracht.


    Ich habe wieder sehr viel Glück, denn es hat den ganzen Tag zum Teil schwer geregnet und nun sind alle Wolken weg. Dementsprechend ist die Athmosphäre sehr sauber und die Durchsicht ist phantastisch. Zum Beobachten nutze ich nur meine Augen und werde dafür mit einem Gesichtsfeld von knapp 180° x 130° belohnt. Deep Sky ist damit leider nicht drin, macht aber nix, is' eh zu hell 8o


    Mein erster Blick gebührt Ursa major, der eindrucksvoll hoch im Nordwesten steht und trotz des noch himmelblau wirkenden Hintergrunds sehr gut zu sehen ist. Angelangt am Grundstücksende drehe ich mich um und schaue nach Süden. Sofort springt mir Antares ins Auge, der wunderbar in Orangetönen tief im Süden funkelt. Der gesamte nördliche Teil des Skorpions zeigt sich in einer brillianz, die an meinem Wohnort nicht oft zu genießen ist. Ich schaue weiter Richtung Osten und finde Altair mit seinen beiden Begleitern, dann die Vega. Auch Altair und Vega sehen heute irgendwie besonders schön aus. Die Hauptsterne des Schwans sind vollständig sichtbar, der Herkules lässt sich nur teilweise sehen. Ich schwenke weiter Richtung Norden und mir fallen in dieser Reihenfolge fast genau im Norden und fast am Horizont Capella danach Polaris sowie Kochab auf. Im Nordosten wird langsam eine Gruppe leuchtender Nachtwolken sichtbar. Im Westen betrachte ich dann noch Spica und Arktur. Auch diese beiden Sterne bestechen heute mit einer besonderen brillianz. Ich verweile noch etwas und außer dem Wind sind nur die Rufe mindestens zweier Jungtiere eines Waldohreulenpärchens zu hören. Ich freue mich schon auf die ersten Flug- und Jagdversuche demnächst.


    Ich habe mich lange nicht mehr so entspannt gefühlt. Mit den Gedanken im Universum kann man den ganzen Mist der einen umgibt wenigsten mal hinter sich lassen.


    Auf dem Rückweg ins Haus werde ich dann noch mit einem tollen Boliden belohnt. Seinen Ursprung hatte er ungefähr im Sternbild Waage und verlief in einem sehr flachen Winkel Richtung Jungfrau. Er war einige Sekunden sichtbar, gefühlt nicht sonderlich schnell und hatte ein sehr helle weiße Farbe, die mich an brennendes Magnesium erinnerte. Zeitlich war es zwischen 23:25Uhr und 23:35Uhr.


    Euch lasse ich dann noch ein schönes Stimmungsbild da, aufgenommen am 21.06.2022 gegen 0:30Uhr (leider nur mit dem Smartphone, sorry)




    CS Marco

    Hallo Jürgen,


    Es ist immer wieder eine Freude zu lesen, welches Wissen Du in dir trägst. Der Laie steht staunend daneben.


    Allerdings hab ich ein Kleinigkeit gefunden, die ich beitragen und mich somit etwas in deinem Licht sonnen kann 8o


    Kaufkraftbereinigt kann die DM gestrichen und dafür € eingesetzt werden plus etwa 11% obendrauf.


    Astronomie war wirklich verhältnismäßig teuer :/


    CS

    Marco

    Moin Karsten,


    Ich bin bei 53,7°, aber das Phänomen der sogenannten "weißen Nächte" verschont auch mich nicht. Ich bin allerdings meist visuell unterwegs und gerade erst dabei meine Fühler Richtung Astrophotographie auszustrecken.


    Aber ich sehe es so: Tycho Brahe hat von Ven aus großartiges geleistet, daher ist das Jammern auf hohem Niveau 🤣


    Spass beiseite, ich finde dein Bild wirklich ästhetisch und gelungen, und zwar nicht trotz der Bedingungen, sondern ohne Einschränkung.


    Glatt bis in die Ecken, runde Sterne ansprechende Bildkomposition, schöne Sternfarben und besonders gern mag ich persönlich die "Halos" um die hellen Sterne und das Ausbleiben der Spikes😉


    Aber das ist natürlich immer Ansichtssache


    Besten Gruß und CS

    Marco