Posts by MartinB

Countdown
Am 03.08.2021 zwischen 16:30-19:30 Uhr werden auf den Astrotreff Servern mehrere umfangreiche Updates installiert.
Zeit bis zum Beginn der Arbeiten:
Es wird in diesem Zeitraum zu längeren Unterbrechungen des Portalbetriebes kommen.

    Hallo Matthias,


    Die Empfehlung, das Glas erst sphärisch auszupolieren, stammt aus der Zeit, in der uns Amateuren keine Interferometrie zur Verfügung stand. Eine Sphäre kann der Focaulttest einfach und mit großer Genauigkeit prüfen, weil er dafür ein Nulltest ist, d.h. auch kleine Abweichungen werden sofort sichtbar. Zusätzlich kannst Du einen sphärischen Spiegel auf der optischen Bank leicht ohne Interferometrie auf Asti testen, nämlich per Pinhole als künstlicher Stern und Okular.
    Außerdem ist die Sphäre prinzipiell ohne Messen und Korrigieren allein mit der Anwendung der richtigen Strichführung beim Polieren erreichbar, zumindest wenn man etwas Übung damit hat.
    Wenn Interferometrie zur Verfügung steht und man auch mit kleineren Tool mit Tool oben polieren kann, gelten diese Bedingungen nicht oder nur eingeschränkt.


    Priorität hat jetzt das Auspolieren, fast gleich wichtig ist das Einebnen der Kurve, und erst danach kommt das Annähern an die Parabel. Will heißen: Die größte Abweichung vom Sollzustand wird vorrangig bearbeitet, die kleineren Abweichungen erhalten entsprechend weniger Aufmerksamkeit.


    Wenn der Strehlwert von knapp 0,2 stimmt, bist Du mit deinem 12" f/5 Spiegel wohl schon deutlich näher an der Parabel als an der Sphäre.
    Wichtig ist jetzt neben dem fertig Auspolieren, dass keine der Zonen anfängt "wegzulaufen". Zumindest sollte bei Vorgabe CC=-1 keine Zone über 100% Korrektur liegen, sonst würde ich auf jeden Fall die Strichführung anpassen. Am schwersten zu korrigieren wäre dabei ein hängender Randbereich. Probleme nahe der Spiegelmitte sind dagegen meist sehr leicht behebbar.


    Gruß,
    Martin

    Hallo und Willkommen im Astrotreff!


    Ich vermute, mit der technischen/optischen Seite der Fotografie hast Du dich auch noch nicht intensiv befasst, sonst sähest Du bei den Teleskopen schon etwas klarer.


    300 Euro ist für einen Einstieg in die beobachtende Hobbyastronomie knapp ausreichend, um einigermaßen Freude daran zu haben. Der Betrag macht es aber nötig, Kompromisse einzugehen und ermöglicht nicht den Kauf von irgendwie ausbaufähigem Equipment, wenn man Qualitätsansprüche stellt. Nur mal so als Vergleich, für 300 Euro gibt's noch kein hochwertiges Teleobjektiv zum Fotografieren zu kaufen, schon gar nicht mit stabilem Stativ. Und das Teleskop wird nicht einfach festmontiert, sondern muss zum Ausgleich der Erddrehung nachgeführt werden!


    Mondbeobachtung geht mit praktisch jedem Teleskop ab 50mm Öffnung, wenn es optisch keine Gurke ist.


    Entscheidend für Planetenbeobachtung ist die Öffnung, d.h. der Durchmesser der Optik. Unter 100mm begrenzt meistens das Teleskop die Bildschärfe, über 200mm das Seeing (Luftunruhe).
    Bei Deepsky-Objekten, vor allem Nebeln und Galaxien, kommt noch die Öffnungsfläche dazu, d.h. das Lichtsammelvermögen.


    Planetenbeobachtung geht problemlos aus der Stadt, zumindest bis Saturn, weil Lichtverschmutzung kein Thema ist.


    Teleskopmäßig geht es ab 130/650mm Spiegelteleskop los mit 2-3 einfachen Okularen und einem einfachen Unterbau zum rechts-links-rauf-runter schwenken per Hand. Der Unterbau erfordert aber noch einen stabilen Tisch zum Draufstellen, sonst kriechst Du auf der Erde rum.


    Alternative ist z.B. ein Linsenteleskop mit ca. 80mm Öffnung und 800mm Brennweite. Aber da wird's schon sehr eng mit 300 Euro, weil Optik+vernünftiges Stativ schon eher drüber liegen. Andere Alternative: 90mm Maksutov-Teleskop, das ist kompakt und stellt etwas weniger Ansprüche ans Stativ.


    Die Brennweite des Teleskops und auch die Lichtstarke (Blendenöffnung) sind dagegen fürs Beobachten mit Okular kaum bedeutsam, weil erst die Kombination mit der Okularbrennweite die Vergrößerung festlegt. Ausnahme ist hier aber das Maksutov-Teleskop, das eignet sich kaum Für Deepsky-Beobachtung bei niedriger Vergrößerung.


    Gruß,
    Martin

    Die Schleifbrühe setzt sich im Eimer ab, die groben und schweren Bestandteile schon nach Sekunden bis Minuten und das ganz feine Glasmehl nach Tagen. Man kann sie konzentrieren, indem man nach einiger Zeit vorsichtig das klare Wasser darüber abgießt, das darf in den Abfluss. Aber mit Gießen auf hören, sobald der Bodensatz anfängt, mit aus dem Gefäß zu fließen. Der Schleifschlamm verstopft gnadenlos den ersten Bogen (Geruchsverschluss) im Abfluss, das kriegt man dann nur durch Zerlegen und einzelne Rohrsegmente ausspülen wieder hin.


    Den konzentrierten Schleifschlamm kann man komplett eintrocknen lassen und in den Restmüll entsorgen.


    Noch ein Tipp für das Ende des Grobschliffs: Man kann ein paar Chargen Schleifpulver aus dem Schleifschlamm zurück gewinnen, wenn man den Schlamm erst mit genug Wasser kräftig umrührt, dann ca. 20 Sekunden stehen lässt und anschließend langsam in ein anderes Gefäß umgießt. Der feinere Glasschlamm setzt sich nicht so schnell ab und wird mit dem Wasser umgefüllt, das schwerere und gröbere Siliziumkarbid setzt sich sehr schnell am Boden ab und bleibt zurück.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Matthias,


    Weil bis jetzt sonst keiner geantwortet hat, mach ich das mal.


    1. Wenn der Rand sich jetzt auch langsam entwickelt, ist alles gut. Du polierst vermutlich nur etwas zu sehr Mitte über Mitte. Damit wären wir schon bei


    2. Achte einfach auf eine W-förmige Strichführung, dann entwickelt sich der Rand stärker. Aber nicht zu viel seitlichen Überhang machen und Kantendruck auf den Spiegel vermeiden!


    3. 4-20 Stunden bis auspoliert. Beim 12" ist das schon harte körperliche Arbeit.


    4. Die Poliermittelmenge braucht nicht sehr groß zu sein, aber da gibt es schon einigen Spielraum. Machst du dir Emulsion oder gibst du direkt Pulver auf den Spiegel? Die Menge Ceroxid sollte eher etwas kleiner sein als die Menge Schleifmittel bei der letzten Körnung Feinschliff, und man kann damit leicht 15 min polieren. Dabei wird nur mit einer Sprühflasche vorsichtig Wasser nachdosiert, damit der Wasserfilm nicht reißt. Wenn die Pechhaut zu viel Poliermittel enthält, kannst du sie unter warmem Wasser abbürsten.


    Nachtrag: Wo polierst du? Ist der Raum warm? Optimal sind so 21-23°C. Wenn es kälter ist und du so langsam polierst, dass es keine nennenswerte Eigenerwärmung gibt, dauert das Polieren halt länger


    Gruß,
    Martin

    Hallo Stefan,


    Der Hauptunterschied von Teleobjektiven und Astro-Refraktoren wurde schon genannt: Das Teleskop hat keine verstellbare Blendenöffnung.


    Außerdem haben Teleskope meist eine "ehrliche" Baulänge, die der Brennweite entspricht, während Teleobjektive meist sehr kurzbrennweitige Optiken mit Verlängerungselement hinten sind, im Prinzip wie eine Barlowlinse.


    Teleskope kommen von Haus aus oft ohne Bildfeldebnung, die muss man dann für Fotografie extra dazu kaufen.


    Farbreine Abbildung nahe der Beugungsgrenze ist bei beiden nur mit teuren Spezialgläsern optimal möglich.


    Traditionell musste man ca. 2 Blendenstufen abbilden, um bestmögliche Schärfe beim Teleobjektiv zu bekommen. Das heißt, man landet bei den günstigeren Teles bei einem Öffnungsverhältnis von f/8 bis f/11. Das ist für Astrofotografie nahezu untauglich.


    Mittlerweile können die Kamerahersteller Objektive bauen, die trotz 15 und mehr Linsen selbst voll geöffnet schon guten Kontrast und ausgezeichnete Schärfe liefern. Billiger als ein Refraktorteleskop gleicher Brennweite, Öffnung und Bildgüte wird das dann aber nicht, auch weil solche Foto-Objektive genau wie Teleskope nicht in hohen Stückzahlen gebaut werden. Das kann aber von Fall zu Fall besonders bei Brennweiten im Bereich 200-500mm eine sinnvolle Alternative sein, wenn auch normale Fotografie damit gemacht werden soll.


    Ein Indiz für Astrotauglichkeit bei Teleobjektiven ist, wenn der Hersteller ausdrücklich die Verwendung mit Telekonverter vorsieht.
    Das ist bei günstigen Telezooms regelmäßig nicht der Fall.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Jens,
    Mehr Streifen bedeutet grundsätzlich bessere mögliche Auflösung. Aber nur, wenn die Streifen sauber sind und guten Kontrast haben.
    Ich selber hab zwar das PDI-Plättchen vom Michael Koch seit über 10 Jahren hier rumliegen, mir dann aber doch ein Bath-Interferometer gebaut. Meine Vorgrhensweise ist so, dass ich erst alles sauber ausrichte ("Bullseye"- Ansicht= konzentrische Ringe) und die Ringzahl durch Längsverstellung minimiere, und danach gezielt so verstelle, dass ich ein möglichst dichtes Streifenmuster mit gutem Kontrast ohne geschlossene Ringe bekomme. Beim PDI erreicht man hier prinzipiell viel weniger Streifen als beim Bath, und ich bin mir nicht sicher, ob eine Einstellung ohne geschlossene Ringe sinnvoll möglich ist.


    Kannst du mal ein Foto hochladen?


    Gruß,
    Martin

    Hallo Ina,


    Wäre ich an deiner Stelle, würde ich mir eine wetterfeste Säule für den Balkon besorgen, auf die ich den Montierungskopf der AVX drauf setzen kann, und das Originalstativ nur für mobilen Einsatz verwenden. Leider kenne ich mich bei den Montierungen nicht so gut aus und weiß nicht, ob es eine passende fertige Säule zu kaufen gibt. Ich würds sowieso selber bauen. Ein Stahlrohr als Säule, drei Ausleger mit höhenverstellbaren Füßen zum unten seitlich ans Rohr dranschrauben, eine Flanschplatte oben ans Rohr, eventuell ncoh ein seitliches Loch ins Rohr, um die Zentralschraube der Montierung festziehen zu können. Das Ganze mit passender Außenfarbe gegen Rost geschützt, fertig.


    Dann kannst Du entweder den Montierungskopf nach dem Beobachten mit ins Haus nehmen, oder Du stülpst einen Wetterschutz nur über den Montierungskopf, das kann auch eine feste Abdeckung sein.
    So ist die Windangriffsfläche viel kleiner, und du hast beim Auf- und Abbau weniger Gerödel.


    Eine Steigerung wäre eine fest montierte Säule, aber das geht bei den meisten Balkonen nicht, weil man dazu Isolierschichten und Dichtungslagen durchstoßen müsste.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Karl,


    Mein erster Teleskopspiegel war ein 97mm f/4,3 aus 10mm Fensterglas. Später hab ich aus demselben Material noch Spiegel in 147 und 180 mm hergestellt. Der Kleine ist sehr gut geworden, die anderen haben Astigmatismus. Den konnte ich vor 14 Jahren nur mit Focaulttest noch nicht messen.
    Rüdiger Heins, ein Sternfreund aus Norddeutschland, hat auch schon vor vielen Jahren über 400mm Spiegelgröße aus 19mm Fensterglas gemacht.


    Grundsätzlich sehe ich gar kein Problem mit dem Material. Es ist spürbar weicher als Borofloat, was die Bearbeitungszeit verkürzt. Bei der geringen Dicke solltest du unbedingt die Rückseite vorher plan schleifen und beim Parabolisieren nur mit Interferometrie messen. Stell dich darauf ein, gegen Astigmatismus kämpfen zu müssen.


    Thermische Effekte sind bei diesem Material natürlich etwa 3x stärker als bei Borofloat, aber das ist noch zu beherrschen.
    Eher kritisch ist die geringe Dicke bei 300mm Durchmesser. Machbar ist es, aber du wirst viel Spaß haben beim Messen während des Parabolisierens[|)].


    Die Spiegelzelle wird wohl 18 Lagerpunkte haben müssen. Die geringe Dicke ist andererseits beim Auskühlen vorteilhaft.


    Viel Spaß beim Spiegel schleifen, und lass uns am Fortschritt teilhaben! Ich gebe dir dann gern hier im Forum noch ein paar Tipps.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Jens,


    Wichtig finde ich, dass Du eine Strichführung findest, bei der sich die Korrektur möglichst über einen großen Bereich des Spiegels gleichmäßig der Parabel nähert. Wenn sich einzelne Zonen sehr unterschiedlich entwickeln, immer gleich dagegen arbeiten. Das ist anders als beim Auspolieren, wo die Oberfläche im Prinzip von allein eine Sphäre werden will.


    Wie viel "V" haben deine Striche denn?
    Falls die Spitze und die Schenkelenden des "V" fast ein gleichseitiges Dreieck bilden, wirkt das eventuell zu wenig Richtung Parabel.
    Probier mal 10 Minuten Mitte über Mitte (aber Spiegel und Tool immer schön regelmäßig weiter drehen!). Mit dem Öffnungswinkel des V kann man eigentlich ganz gut steuern, welche Zonen sich am stärksten entwickeln.


    Es könnte aber sein, dass die Sternausknabberung an deiner Pechhhaut noch zu wenig ist und/oder, dass das Pech zu hart arbeitet. In dem Fall die sind mögliche Abhilfen die Pechhaut dicker machen, mehr/tiefere Kanäle ins Pech, den wirksamen Durchmesser verkleinern, oder weicheres Pech nehmen.
    Beim Auspolieren wird oft reichlich Wärme frei, beim Parabolisieren viel weniger. Da passt sich die Pechhaut dann viel langsamer an, obwohl das gerade hier wichtig wäre. Zum Sphärisch auspolieren ist härteres Pech besser, hier kann sich die Pechhaut im Idealfall auf der gesamten Fläche gut anpassen.


    Wenn der Spiegel dagegen langsam Richtung Paraboloid geht, kann die Pechhaut schon aus Prinzip gar nicht mehr überall gleichzeitig passen. Ich glaube, dass genau diese Tatsache eine der Hauptursachen für Schwierigkeiten beim Parabolisieren bei uns Amateuren ist.


    Ich persönlich habe bis 45cm Spiegelgröße und Öffnungsverhältnis zwischen f/4 und f/5 Sterntools zum Parabolisieren verwendet, die nur knapp halben Spiegeldurchmesser haben.
    Damit kann ich die Parabolisierung sehr schön steuern.
    Die Gefahr von Astigmatismus oder unruhiger Oberfläche wird mit kleineren Tools natürlich größer. Wenn man den Spiegel per Interferometrie auswertet, sollte das aber gut in den Griff zu kriegen sein.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Konrad,


    Die Antwort ist etwas komplizierter. Ob Du bei visueller Astronomie Farbe siehst oder nicht, hängt entscheidend von der Objekthelligkeit ab und auch von der Helligkeit pro Fläche. Rotempfindlich sind nur die entsprechenden Zäpfchen. Die sehr lichtempfindlichen Stäbchenzellen sind für Rot unempfindlich.


    Rot leuchtende Gasnebel wirst Du also im Teleskop eher nicht sehen, weder in Farbe noch in grau. Da wird auch ein Rotfilter nix dran ändern.
    Bei der Planetenbeobachtung hast Du so viel Licht, dass je nach Teleskopgröße Farbsehen möglich ist. Da kann ein Rotfilter eine sichtbare Wirkung entfalten, wie auch bei ausreichend hellen Sternen.
    Für flächige Deepsky-Objekte machen vor allem Schmalbandfilter im Blau-bis Grünbereich Sinn, z.B. OIII und HBeta.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Rainmaker,


    Was für eine Versorgungsspannung braucht der Motor, und was für Schalter sind zu verbinden?


    Bevor Du da irgendwas konstruierst oder dir jemand helfen kann, müssen wir klären, was da über die Leitungen geht.
    Wenn ich mich recht erinnere, haben die kleineren Scopedomes Gleichspannung mit ungefährlicher Voltzahl, ist das korrekt?
    Und die Schalter sind Endschalter für den Shutter, damit der Motor in Endposition anhält?


    Unser großer Scopedome in der Isartalsternwarte hat 230V und eine "mitfahrende" Steuerbox, die per Funk an ihr stationäres Gegenstück angebunden ist. Die Endschalter sind dort lokal verschaltet. Stromversorgung haben wir nur in der Parkposition. Für Notfälle können wir ein Verlängerungskabel anschließen.
    Auch von anderen Sternwarten kenne ich die Lösung, dass der motorisierte Shutter nur über ein extra angeschlossenes Kabel bewegt werden kann, das dann beim Beobachtungsbetrieb abgeklemmt ist.


    Hast Du Original-Schaltpläne?
    Möglicherweise sind sie sogar online als PDF zu finden. Ich helfe dir gern, habe aber keine Lust, die selber zu suchen. Ein Link wäre hilfreich[^].


    Gruß,
    Martin

    Schneckengetriebe gehören grundsätzlich geschmiert, weil Schnecke und schneckenrad aneinander reiben und nicht abrollen. Offene Getriebe bei Nichtgebrauch durch Abdecken gegen Staub schützen. Wenn das Fett nach ein paar Jahren eingedickt oder verunreinigt ist, altes Fett entfernen und neu schmieren. Offene Stirnradgetriebe an Montierungen würde ich dagegen nicht unbedingt schmieren.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Lawbeng,


    Erst mal Herzlich Willkommen im Astrotreff!


    Bevor Du dein als Student möglicherweise knappes Budget in Ausrüstung steckst, ist es vielleicht sinnvoll, wenn Du dich mit Hilfe von praktizierenden Amateurastronomen erst mal noch weiter ohne Neuanschaffung mit dem Thema befasst.


    Ich habe ein klein wenig das Gefühl, Du hast vielleicht noch keine genauere Vorstellung vom Inhalt des Studiums und deinen beruflichen Möglichkeiten nach Abschluss des Studiums.
    Interesse am Thema ist sehr wichtig, sollte aber nicht der einzige Grund für die Wahl eines Studienfachs sein.


    Zwischen einem Studium der Astrophysik und Amateurastronomie gibt es nur sehr wenige Berührungspunkte, das sind nach meinem Verständnis fast völlig getrennte Welten. Du kannst daher von der Amateurastronomie so gut wie keine Impulse fürs Studium erwarten. Ein schönes Hobby neben dem Studium kann das natürlich trotzdem sein. Es ist allerdings möglich, dass Du neben einem ernsthaft betriebenen Studium nicht besonders viel Zeit für die Freizeitaktivität Astrofotografie haben wirst.


    Wo wirst Du studieren?
    Falls es an deinem Studienort einen astronomischen Verein gibt, werden die sich freuen, dich als Referenten für populärwissenschaftliche Vorträge oder im Team für öffentliche Himmelsführungen dabei zu haben.
    In der Volkssternwarte München, wo ich Mitglied bin, gibt es mehrere Vereinsmitglieder, die Astrophysik studieren oder studiert haben.


    Ich kann dir auch nur sehr empfehlen, dich über typische Berufslaufbahnen von Astrophysikern zu informieren und dir darüber klar zu werden, welche der Möglichkeiten wie mit deiner Lebensplanung zusammen passen.


    Ich persönlich habe mal ein Maschinenbaustudium angefangen und wollte Flugzeugbau studieren, weil ich als Schüler begeistert Flugmodelle konstruiert und gebaut habe. Heute bin ich froh, das nicht durchgezogen zu haben, weil die real existierenden Arbeitsmöglichkeiten fast nichts mit meinem damaligen Hobby zu tun gehabt hätten.


    Gruß,
    Martin

    Um auf deinen konkreten Fall einzugehen:


    DIE ASI 183 hat 2,4 Mikrometer Pixelgröße. Bei der monochromen Version kannst Du direkt damit rechnen. Bei der RGB-Version mit Bayermaske solltest Du je nach Farbkanal mit größeren Pixeln kalkulieren: rot und blau 4,8 und grün 3,4 Mikrometer. Typisches Seeing liegt im Bereich 1-3 Bogensekunden. Die Optik sollte also mindestens 1 Bogensekunde Auflösung schaffen und diese für Deepsky-Aufnahmen auf 2-5 Mikrometer abbilden, um die Kamera optimal zu nutzen, das entspricht 400-1000mm Brennweite. Die längere Brennweite ergibt maximale Einzeldetail-Auflösung bei perfekten Bedingungen und die kürzere maximal möglichen Detailreichtum über das gesamte Bildfeld. Die längste sinnvolle Belichtungszeit ohne Tracking wäre in beiden Fällen 1/30 bis 1/15 Sekunde, das ist für Deepsky aber noch sehr deutlich zu kurz.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Amin,


    Für die maximale Belichtungszeit ohne Tracking ist die Bildsensorgröße vollkommen unwichtig. Entscheidend ist die tatsächlich erreichte Auflösung. Diese hängt von der Brennweite, dem Seeing und der Pixelgröße ab. Den Cropfaktor brauchst Du auch hier nicht.


    Während der Belichtung sollten sich die Objekte auf dem Bildsensor weniger verschieben als die erreichte Auflösung, weil die Sterne sonst länglich erscheinen und die Auflösung sinkt.


    Zum Abschätzen merke ich mir nur wenige ganz einfache Zahlen:
    Der Mond hat ein halbes Grad Durchmesser.
    Bei 1m Brennweite ist das Bild des Mondes ca 1cm groß.
    Der Monddurchmesser entspricht 30 Bogenminuten oder 1800 Bogensekunden. 1800 Bogensekunden pro cm sind dann etwas mehr als 5 Mikrometer pro Bogensekunde.
    In 2 Minuten wandern die Objekte am Himmelsäquator ziemlich exakt 1 Monddurchmesser weiter, das entspricht 15 Bogensekunden pro Sekunde.
    Ein Teleskop mit 120mm Öffnung hat beugungsbegrenzt ca. 1 Bogensekunde Auflösung.


    Mit diesen einfachen Infos kann man eine Menge anfangen.
    Beispiel: Öffnung 100mm, Brennweite 500mm, Pixelgröße 3 Mikrometer, Seeing 2 Bogensekunden.
    Die Auflösung des Teleskops ist etwas schlechter als 1 Bogensekunde, das sind ca. 3 Mikrometer in der Bildebene.
    Die Abbildung wird hier durch das Seeing begrenzt. In diesem Fall ist die längste sinnvolle Belichtungszeit ohne Tracking maximal 2/15 ~ 1/8 Sekunde. Das gibt aber schon leichte Eiersterne.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Marco,


    Im Prinzip hast Du Recht. Mit dem Cropfaktor machst Du dich unter Astrofotografen allerdings etwas unbeliebt, weil der da oft mehr Verwirrung stiftet als hilft.


    Besser finde auch ich, wenn man immer direkt mit der Bildsensor-Diagonalen und der Brennweite der Optik in mm den Bildwinkel am Himmel ausrechnet. Das ist die eigentliche Größe, die Du brauchst, und dazu den Bildwinkel in Bogensekunden pro Pixel, bei dem dir der Cropfaktor nicht hilft. Damit kannst Du dann den Bildausschnitt in einer Sternkarte bestimmen (egal ob auf Papier oder in einer App), und auch abschätzen, ob die Pixelgröße mit der Auflösung der Optik und dem aktuellen Seeing harmoniert.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Marco,


    Alles, was auf Farbfotos schön rot leuchtet und so groß ist, dass es nicht in dein Übersichtsokular passt, solltest Du erst mal vergessen. Das sind Anfängerobjekte - für Astrofotografie mit Spezialkameras! Visuell sind die selbst mit Spezialfilter bei richtig dunklem Himmel immer noch ziemlich schwer zu erkennen, besonders für Ungeübte.


    Es wurde ja oben schon beschrieben, bei Mondlicht sind Nebel schwierig bis gar nicht zu beobachten. Spezielle Nebelfilter helfen. Sie können für Erkennbarkeit sorgen, aber die Lichtverschmutzung nie komplett ausschalten. Vom eigenen Balkon aus der Stadt solltest Du dich auf andere Objekte stürzen, z.B. den Kugelsternhaufen M13, der steht heute vor Mitternacht fast im Zenit.


    Ohne Mond (in ca. 10-14 Tagen) kannst Du dann mal M57, M27, M51 und M31 probieren. Für die brauchst Du nicht zwingend einen Filter. Bei den Galaxien M51 und M31 helfen Filter nichts, weil die ein breites kontinuierliches Spektrum haben. Von M31 wirst Du vermutlich nur das helle Kerngebiet sehen.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Christian,


    Wenn Du dir zutraust, eine gute Fangspiegelspinne+Halterung und eine gute Hauptspiegelzelle selbst zu bauen, würd ich zum Eigenbau raten.


    Welchen Okularauszug hattest Du im Auge für den Selbstbau? Gleichen Typ wie beim angebotenen Komplett-Teleskop? Es gibt da ja im Bereich 100-1000 Euro eine große Auswahl.


    Mit welchen Einzelpreisen für Hauptspiegel, Fangspiegel, Okularauszug, HP-Tubus und übrigen Komponenten hattest Du kalkuliert?


    Gruß,
    Martin


    p.s. Von 8 auf 14-15 Zoll ist genau richtig, um den Öffnungswahn zumindest vorübergehend in den Griff zu kriegen[;)].


    Gruß,
    Martin

    Hallo Stephan,
    ASI120 und dein Celestron passt doch prima für Planetenfotos!


    Aber für Deepsky würd ich erst mal unter 500mm Brennweite bleiben, bis die Bildergebnisse ansehnlich geworden sind.


    Die Atik Kamera ist halt außerdem eine spezielle Sache, die nur bei ganz bestimmten Einsatzbedingungen sinnvoll verwendet werden kann. Normale Deepsky-Fotografie gehört meiner Meinung nach nicht dazu.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Stephan,


    Ich denke, eine Bahtinovmaske brauchst Du für die Atik nicht. Ein reingezoomtes Livebild eines Sterns sollte genügen. Auch die Live FWHM- Anzeige ist eine prima Scharfstellhilfe.
    Den Defaultwert 10 für das Verwerfen von Aufnahmen für den Stack finde ich zu hoch. Schau einfach, welchen Minimalwert Du bei einer Session schaffst und erhöhe den um 50%. Das sollte eine brauchbare Ausgangsbasis sein. Ich würde den Wert generell so einstellen, dass 10-50% der Aufnahmen verworfen werden, die 10% bei gutem Seeing.


    Für Planetenfotografie ist die Atik praktisch komplett ungeeignet, weil die Schnittstelle viel zu langsam ist für vernünftige Planetenvideos. Falls Du auch in Südeuropa unterwegs sein wirst, lohnt sich eine spezielle Kamera anzuschaffen. Lass dich da von anderen hier im Forum beraten, ich kenn mich da nicht so aus.


    Für den Preis der Atik und des C8 hätte ich an deiner Stelle eher in klassische Fototechnik plus kleine parallaktische Reisemontietung investiert. Normale Systemkameras und Objektive kannst Du auch für allgemeine Reisefotografie gebrauchen, und bei 300-400mm KB-Brennweite geht auch astronomisch schon viel. Das ist aber nur meine ganz persönliche Meinung.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Sven,


    Du hast natürlich Recht damit, dass für hochwertige Astrofotos eine lange Belichtungszeit erforderlich ist. Die Atik Infinity ist für diesen Zweck allerdings definitiv die falsche Wahl. Nach meiner Erfahrung liegt der optimale Bereich der Gesamt-Belichtungszeit im einstelligen Minutenbereich. Darüber hinaus werden die Verbesserungen immer geringer.


    Wer den zusätzlichen Technik-Aufwand nicht scheut, kann so z.B. Sternwartenbesuchern einen Eindruck geben, wie lichtschwach die Himmelsobjekte tatsächlich sind und welcher Aufwand nötig ist, um erkennbare Bilder zu bekommen. Die Atik Infinity kann meiner Meinung nach zwar mit alten Astrofotos auf chemischem Film ganz gut mithalten, aber nicht mit stundenlang belichteten und aufwändig nachbearbeiteten Aufnahmestacks von gekühlten und/oder hochauflösenden Kameras.


    Mehr als bei visueller Beobachtung zeigen die Kamera-Aufnahmen auf jeden Fall, so z.B. ionisierten Wasserstoff in rot, der visuell auch mit Hbeta-Filter immer schwierig ist. Der Pferdekopfnebel ist beispielsweise mit dieser Kamera ein einfaches Objekt.


    Ein anderes Paradeobjekt ist der Zentralstern in M57. Visuell ist er schwierig zu knacken. Mit der Atik ist er quasi sofort da, plus 1-3 weitere Sterne in der Nebelregion. Und M57 auch noch in Farbe!


    Gruß,
    Martin

    Hallo Stephan,


    Die Kernregion von M31 ist immerhin klar erkennbar anhand zweier charakteristischer Sternenketten.
    Viele Leute meinen, dies ist ein einfaches Objekt für Astroaufnahmen, wie auch M42. Das trifft aber in beiden Fällen nicht zu wegen des sehr großen Kontrastumfangs, der gute Technik und ihre gute Beherrschung erfordert.


    Ich hab die Kamera länger nicht benutzt und jetzt nur mal kurz ins Manual geschaut, daher bitte das Folgende "mit Vorsicht genießen":


    Bei der Atik Infinity kannst Du die Bilddarstellung über das Histogramm mit drei Schiebern für Schwarz, Weiß und mittleres Grau verändern. Den "Grau"- Schieber solltest Du für das gestackte Bild deutlich nach links Richtung Schwarz bewegen. Den "Weiß"-Schieber müsstest Du dagegen noch nach rechts bewegen, damit der Kern von M31 nicht so ausgebrannt ist.
    Wenn die dunkleren Bildbereiche danach zu verrauscht werden, sind noch mehr Aufnahmen im Stack nötig.


    Welche FWHM- Werte hast Du typischerweise erreicht?
    Hast Du die FWHM-Filterung fürs Stacken aktiviert? Wenn ja, welcher Rejection-Wert ist eingestellt?


    Nachtrag: Die Nachführung scheint hier ja einigermaßen zu passen. Wie viele Einzelaufnamen mit welcher Belichtungszeit waren daran beteiligt?


    Gruß,
    Martin

    Hallo Stephan,


    Die Atik hat einen relativ kleinen Bildsensor. Dein Teleskop ist mit f/10 sehr lichtschwach und hat mit 2m eine sehr lange Brennweite.


    Dazu kommt, dass beim Live-Stacken mit der Atik das Teleskop während der gesamten Aufnahmedauer so präzise nachgeführt werden muss wie bei einer lang belichteten Einzelaufnahme. Schon die kleinste Abweichung bei der Nachführung sorgt für verschmierte Bilder. Wenn man Bilserien nachträglich im PC stackt, kann man die Einzelbilder automatisch zentrieren und verschmierte Einzelbilder aussortieren. Das geht mit der Atik nicht.
    Ein zusätzliches Problem ist, dass deine Altazimut-Goto-Montierung nicht die ideale Basis für Deepsky-Fotografie ist. Viel besser wäre eine solide parallaktische Montierung.
    Die Kombination der genannten Nachteile führt dann zu den von dir geschilderten Ergebnissen. Vielleicht hakt es auch noch an anderer Stelle, das lässt sich per Ferndiagnose ohne Bilder gesehen zu haben aber nicht so einfach sagen.


    An deiner Stelle würde ich für M31 und ähnlich große Objekte erst mal ein gutes Foto-Objektiv auf einer kleinen Äquatorial-Reisemontierung wie z.B. den Star Adventurer mit der Atik kombinieren. Passend wäre eine Secondhand-Festbrennweite, z.B. ein altes Nikon 200mm f/4. Je nach Budget auch was Besseres, das wird aber sehr schnell teuer.


    Falls Du mitten aus einer lichtverschmutzten Stadt heraus Aufnahmen machen möchtest, kann auch die Atik keine Spitzenergebnisse liefern.


    Bilder wie mit einer APS-C oder Kleinbildkamera darfst Du von der Atik ebenfalls nicht erwarten. Dafür ist der Bildsensor zu klein, die Pixelzahl zu gering und die eingebaute Analogelektronik nicht gut genug.


    Auf einer sehr gut laufenden parallaktischen Montierung sollte es mit einem 200mm f/10 SC Teleskop und der Atik durchaus möglich sein, schöne Aufnahmen und Beobachtungen von Kugelsternhaufen und Planetarischen Nebeln zu erreichen.
    Für gute Ergebnisse im Live-Stacking ist es auch wichtig, dass Du dich mit den vorhandenen Möglichkeiten zur Kontrastverbesserung vertraut machst. Ohne passende Einstellungen bekommst Du nur ziemlich flaue Bilder.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Timo,


    Draußen lagern geht. Du brauchst dann möglichst eine Hülle gegen Insekten, Nagetiere, Vögel und Pollenflug. Je nach Art der Hülle solltest Du eventuell direkte Sonne vermeiden.


    150/1200 und 200/1200 nehmen sich nicht viel bei Preis, Platzbedarf und Gewicht. Preis/Leistung finde ich beim 200mm besser.


    Gruß,
    Martin

    Hallo Dominik,
    Mangels gleicher Hardware kann ich nur allgemein antworten, aber vielleicht hilft dir das schon weiter.


    Zunächst mal: Die tolle Automatik, die normalerweise für gute Schnappschüsse sorgt, versagt bei Astrofotografie durchs Teleskop völlig. Du brauchst eine App, mit der Du deine Smartphone-Kamera komplett manuell einstellen kannst. Vor allem die Fokusentfernung musst Du auf irgendwas im Bereich 1m-unendlich fest einstellen können. Auch den ISO-Wert, die Belichtungszeit und den Weissabgleich solltest Du auch manuell vorwählen können. Falls das Smartphone mehrere Kameras hat, muss sich die automatische Verrechnung mehrerer Aufnahmen abschalten lassen.


    Die Kameralinse muss exakt dort platziert werden, wo beim Durchschauen deine Augenpupille ist. Schon 1mm Abweichung seitlich oder beim Abstand kann ein schlechtes Bild ergeben und 2mm ein komplett unbrauchbares. Wenn die Augenmuschel des Okulars nicht verstellbar ist, solltest Du auf jeden Fall einen mechanischen Adapter bauen oder kaufen.
    Stell das Teleskop auf jeden Fall erst mal fürs Durchschauen mit dem Auge richtig ein, dann erst kommt die Kamera drauf.


    Probier erst mal das 26mm Okular. Erst wenn's damit klappt, macht eine kürzere Brennweite Sinn.


    Planetenaufnahmen sind derzeit generell schwierig, weil die Planeten so tief stehen und sie wegen der Atmosphäre nicht richtig scharf werden. Üben am Mond wäre zunächst einfacher.


    Was für ein Teleskop hast Du verwendet? Ist das richtig eingestellt?


    Gruß,
    Martin