Posts by mkempf

    der Physiker verstehts theroretisch, der Ingenieur wills berechnen, der Handwerker probierts aus. Am Institut hatten wir alle Kategorien und kein Geld. Unsere Fizeau Interferometer funktionierten gut und günstig im 2. Stock eines Plattenbaus mit alten Grabsteinplatten aus Granit gelagert auf Fahrradschläuchen. Die werden passend aufgepumpt bis die Dämpfung im relevanten Frequenzbereich optimal ist.


    Markus

    Wenn Du einen vergleichbaren Suprasil Rohling aus der Quarzglas Fertigung des deutschen Weltmarktführers und Premiumherstellers Heraeus besorgen kannst und dazu noch zu einem Preis der nicht mehr als das Doppelte des chinesischen Herstellers beträgt kaufe ich ihn gerne.


    Markus

    die Quarzglasrohlinge sind vor zwei Wochen eingetroffen. Die Verpackung war sehr gut mit einer Holzbox mit Styroporauskleidung darin wiederum eine Kartonagenbox mit Styrpor und Schaumstoffolien. Die Rohlinge selbst nochmals in Seidenpapier vielfach umhüllt und verklebt. Die mechanischen Parameter sind exakt eingehalten, Vorder- und Rückseite haben eine Industriepolitur und sind optisch klar. Mittlerweile konnte ich einen Test vor dem Polarisationsschirm auf interne Spannungsfreiheit machen. Der Test ergab keine Schlieren oder sonstige Auffälligkeiten. Ich bin erstmal ganz zufrieden.
    Ökonomisch betrachtet ist das Ganze noch optimierbar. Es wäre nur unwesentlich teuerer gewesen einen fertigen Quarzglasspiegel gleicher Größe bei einem deutschen Händler zu kaufen. Den aber wieder als quasi Rohling zu verwenden erschien mir doch zu frevelhaft.


    In den Osterferien hoffe ich die Oberfläche der Sphäre zu messen und dann geht es los mit Feinstschliff oder Politur.


    Markus

    man sollte vielleicht nochmal betonen, dass Schrittmotoren im Mikroschrittbetrieb nicht wirklich physisch 1/256 VS auflösen. Die werden zwar so angesteuert, aber die mechanische Reaktion schon allein des Motors begrenzt die Auflösung auf Werte zwischen 1/16 und 1/32 VS. Um das noch etwas zu verbessern müsste man den Motor individuell ausmessen und die Stromkurven anpassen. Noch besser ist es auf Mikroschrittbetrieb optimierte Motoren zu verwenden.


    Praktisch hat die hohe Mikroschrittauflösung nur den Sinn eine möglichst ruhige und gleichzeitig langsame Motorbewegung zu erzielen. Damit lässt sich, wenn gewünscht, die notwendige Gesamtübersetzung des Getriebes verringern um im VS Betrieb höhere Stellgeschwindigkeiten zu erzielen. Der Preis sind dickere Motoren und höhere Motorströme. Es gibt auch einen Stick-Slip artigen Effekt der zu einer Oszillation im Vollschrittbereich des Motors führt und die erhoffte Genauigkeit beeinträchtigt.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Getriebeauslegung auf max 1/32 VS und Betrieb im interpolierten 1/256 MS Modus führt zu einem praktisch tauglichen Ergebnis. Dazu die Drehmomentanforderung überschlägig berechnen und/oder messen und den Motor entsprechend auswählen.


    Markus

    eine Skywatcher EQ-8 läuft mit Nema17 Motoren (400 Schritte) und 1.5A und hebt 50kg. Da aber ein Nema23 Motor auch nur 25€ kostet und es in der Sternwarte nicht auf das Gewicht und den Stromverbrauch ankommt bist du damit auf der sicheren Seite. Für den Hobbybau gut genug. Um so einen Motor zu versorgen brauchst du aber schon einen etwas substantielleren Leistungstreiber. Ich würde einen Trinamic TMC5160 BOB empfehlen, der hat 2,8A. Wenn noch mehr gebraucht wird gibt es externe Leistungs MOSFETs die damit ansteuerbar sind.


    Markus

    erster Schritt für die erfolgreiche Dimensionierung ist die Berechnung und/oder Messung des erforderlichen Drehmoments. Dazu kannst Du einfach eine Kofferwaage verwenden die über eine Klemme/Stange an die Achse angeschlossen wird. Andere Möglichkeit wäre ein Drehmomentschlüssel. Am besten vor und nach dem Getriebe messen. Ich habe gute Erfahrungen mit den Nema17 Motoren mit 400HS (1.7A Strangstrom) gemacht, die es bei ebay günstigst für 3D Drucker gibt. Laufen einwandfrei mit Onstep bzw. Teenastro. Normalerweise ist das Drehmoment kein Problem wenn die Beschleunigungsrate passend gemacht wird da der limitierende Faktor meistens das Trägheitsmoment ist.


    Markus

    Ich habe drei dieser Adapter vor einem Jahr gekauft, die bei mir und einem Astrofreund im Einsatz sind. Jeweils an einer LX200, Skywatcher SynScan und einer 10micron. In jedem Fall war es notwendig einen Zwischenstecker (Nullmodem) zum Tausch von Rx/Tx zu verwenden oder selbst ein Anschlusskabel mit der Vertauschung zu löten. Es ist nicht notwendig einen Zwischenakku zu benutzen. Bei uns laufen die in den Sternwarten mit einem normalen Micro-USB-Ladenetzteil von alten Handys.


    Markus


    https://photos.app.goo.gl/Dcw3g4GVYTP9PqJG7

    Laserdioden erzeugen ihr Licht in einer etwa 1 Mikrometer dicken Halbleiterschicht. Die Breite ist typabhängig und liegt meist bei 5-10 Mikrometer. Im Effekt ist das eine sehr längliche Ellipse, die Du schön abgebildet hast. Diese Ellipse muss nun kleiner als das Auflösungsvermögen deiner Optik sein und weit genug weg um den Öffnungsfehler (SA) zu vermeiden.


    Markus

    du siehst das richtig. Die Module haben schon Laserdiode und Treiberplatine integriert. Du bräuchtest eine einzelne Laserdiode. Die Module haben manchmal einen Poti oder du identifizierst den SMD Widerstand der die Stromstärke bestimmt und lötest aus bzw. um. Rote LD kosten <10 Euro, echte grüne LD so ab 25€ aufwärts. Man kann auch alte CD, DVD, Blueray Geräte ausschlachten.


    Markus

    es gibt bei Reichelt eine günstige regelbare Konstantstrom Ansteuerschaltung für Laserdioden (LAS ASP 5CW
    , 9€). Damit kann die Diode um die Laserschwelle herum stabil betrieben werden. Du kannst dann ausprobieren wo es die saubersten und flackerfreiesten Interferogramme gibt. Für gute Kühlung sorgen hilft auch um Modensprünge zu vermeiden. Mindestens in ein Alublech einbauen.


    Markus

    alles schön, ich habe mal vor 20 Jahren eine kleine Kugellagerkugel innen an den Deckel einer Posterrolle geklebt, die Rolle innen schwarz gemacht und vorne eine kleine rote Laserdiode festgeklebt die die Kugel angesrahlt hat. Das lässt sich verwenden, ist aber Gebastel. Vor ein paar Jahren habe ich den künstlichen Stern von HubbleOptics bei ebay erworben. Für ein paar Euro bekommt man eine sehr schöne Metallscheibe mit präzisen Löchern verbaut in eine schrottige Taschenlampe. Bei Edmunds oder Newport würde das 10x mehr kosten.


    Markus

    Hallo Kurt,


    vielen Dank für den Hinweis. Extra "fine annealing" hat jetzt den Preis um 17$ erhöht. Ich habe noch zwei 200/30 Duran Rohlinge von 1988, als ich mich vor 30 Jahren als Student zum ersten Mal mit dem Spiegelschleifen beschäftigt habe. Aus den Quarzrohlingen sollen eine Referenzsphäre und Planspiegel werden (die Altersteilzeit naht...).


    Markus

    20cm Quarz-Parabolspiegel chinesischer Herkunft gibt es bei dt. Händlern schon um 300€. Daraus kann man folgern, dass die Rohlinge dort sehr günstig sein müssen, da auch in China noch Lohnkosten anfallen. Eine Recherche bei Alibaba hat auch ein gutes Dutzend potentieller Lieferanten aufgezeigt. Preislich müsste das maximal beim doppelten Preis eines Borofloat Rohlings von Schott liegen. Hat hier im Forum jemand Erfahrung mit der Produktqualität und dem Lieferprozedere?


    Markus

    Hallo Andreas,

    das Twyman-Green IF mit sphärischer Referenz nennt sich Williams und ist kein Fizeau IF. Es wird in aller Ausführlichkeit im Buch von William Zmek "interferometry for Amateur Telescope Makers" vorgestellt. Aufgrund der Bauart als LUPI brauchst du eine Laserquelle mit ein paar Metern Kohärenzlänge. Das ist entweder ein HeNe Gaslaser, die tauchen als Surplus immer wieder bei ebay auf, oder aber eine Laserdiode mit geeigneter Ansteuerschaltung und thermischer Stabilisierung durch grosse Kühlkörper und evtl. Peltierelemente. Infos zB bei http://hololaser.kwaoo.me/.
    Nachteilig erscheinen mir bei dieser Bauart die aufwändigere Laserquelle und die Notwendigkeit einer sehr guten Referenzfläche zu sein. Dh. das Interferometer muss noch kalibriert werden, will man nicht der Fläche vertrauen. Ausser aus Spass oder wenn man eine grosse f/3 Optik hat ist das wahrscheinlich unnötiger Aufwand verglichen mit einem Bath. Zmek meint dass das Williams IF sehr viel leichter zu justieren sei und es misst auf der Achse. Ich habe es bei mir auf der Projektliste, ein noch funktionierender HeNe (ca. 30 Jahre alt) liegt
    rum. Als Diode habe ich eine Osram PLT520, die könnte evtl. stabil genug im Monomode sein.


    Markus