Posts by janpbeckmann

    Hallo zusammen!


    vielen vielen Dank für all die wunderbaren Kommentare Starlightfriend  roszl  Jo_Ko  Lucifugus ! Wir waren uns echt nicht wirklich sicher ob die Art und Weise in Bildkomposition und Bearbeitung gut ankommen würde wie es uns gefallen hat. Fühlt sich auf jeden Fall nicht schlecht an, wenn die eigene Aufnahme als Referenzaufnahme bezeichent wird ^^


    03sec Danke! Oh ja die Spikes erzählen eine wunderbare Geschichte meiner Schusseligkeit... Die Linke Seite des Bildes ist in einer früheren Neumondphase in 2020 entstanden, die rechte Seite deutlich später. Zwischenzeitlich hatte ich mal nicht an das Projekt gedacht und das Teleskop im Tubus verdreht weil ich mir dachte, dass die Spikes doch so komsich schief sind. Natürlich musste genau der größte Stern dann in der Zone des Bildes liegen in der sich zwei der Panels mit verschiedenen Spikes überschneiden 8o Kann sein, dass wir die Auflösungsgrenze ganz gut getroffen haben, die L Daten sind unter sehr gutem Seeing entstanden bei dem es schon fast etwas wehgetan hat, dass der 10er und die DMK in der Ecke steht... Würde aber eher sagen, dass die Auflösung hier sehr stark durch die Pixelscale von 2.7"/pix beschränkt wird. Mein Rechner ist so schon abgeraucht, ein Drizzel wäre nicht vorstellbar gewesen


    woddy Danke! Da muss ich dir Recht geben, die Ha Gebiete sind echt nicht optimal in das Bild eingearbeitet. Da ist eine ziemlich aggressive Maske zum Einsatz gekommen. Das Ha Bild war zwar ziemlich tief belichtet, aber durch die 12nm haben sich die HII-Regionen nur sehr schwach von der Galaxie abgehoben. Das war echt extrem schwer die Regionen in die Galaxie einzuarbeiten ohne dass alles rosarot wird. Die PSD Datei ist aber noch da, vielleicht bringt es etwas wenn man die Maske noch etwas erweitert und weichzeichnet...


    renerabl Danke dir, wir werden die beiden Bilder auf jeden Fall einsenden, man kann ja mal hoffen 8)


    Galaxien-Spechtler Das freut mich sehr! Aber dass niemand mehr das Objekt fotografien müsste, das würde ich nicht so unterschreiben, es gibt noch sehr viel was man hier besser machen kann. Das L ist bei 20.9 mag/arcsec² mit einer veralteten CCD gemacht worden. Also auf geht's! ^^ M32, die kleine Nachbargalaxie? Wäre echt interessant zu sehen ob man da Strukturen finden kann oder was auflösen kann. Wir haben sie leider im Zentrum ausbrennen lassen.


    LG und CS

    Jan

    wie ihr ja wisst war der Sommer 2021 wettertechnisch nicht unbedingt das beste Pflaster. Es gab aber doch immer wieder ein paar klare Phasen, die sich zumindest bei mir auch gut mit dem Neumond gedeckt haben. So ist doch in Verbindung mit manchen Daten aus dem letzten Herbst so einiges zusammengekommen... Da sowohl ich als auch mein "Astrokokumpel" Julian Zoller im Verlaufe des letzten Jahres je ein Teleskop der Klasse "Hypergraph" gekauft hatten war dieser Sommer ganz darauf ausgelegt die Saison der großflächigen Objekte bei geringen Brennweiten zu nutzen. Um ein wenig die Limits unserer akutellen Ausrüstung und Standorte zu testen haben wir dann auch zwei (jedes auf seine Art) schwere Objekte herausgesucht.



    Sh2-129 / OU4 - Der Tintenfischnebel



    SH2-129.jpg


    Mehr informationen: https://distant-luminosity.com/sh2-129.html


    Der Emissionsnebel Sh2-129 ist ähnlich wie z.B. NGC 7000 oder IC 1396A ein klassisches HII-Gebiet, wenn auch deutlich schwächer. Wenn man allerdings besonders lange im [OIII] belichtet kommt eine große, schwache Struktur zum Vorschein die OU 4 genannt wird. Ob es sich hierbei um einen alten PN oder einen bipolaren Gasauswurf des zentralen Sterns handelt ist bisher noch nicht zweifelsfrei geklärt - hier gibt es ein wunderbaren Text von Peter zum AdW hier .


    Jedenfalls ist dies ein außergewöhnliches Objekt, welches wir auch einmal ausprobieren wollten. Vor allem da uns subjektiv die allermeisten Aufnahmen nicht gefielen, ohne die durchaus beeindruckende Leistung vorheriger Astrofotografen in Frage stellen zu wollen. Der Punkt war hauptsächlich, dass die meisten Aufnahmen zwar sehr sehr tief im Ha und [OIII] waren, aber wenig Wert darauf gelegt wurde, dass Reflexionsnebel/Dunkelnebel (die es in diesem Objekt gibt!) und Sternfarben im RGB realistisch bzw. in unseren Augen harmonisch dargestellt wurden. Deswegen bemühten wir uns in diesem Werk vor allem darum, dass dieses Objekt in einem natürlichen Look dargestellt wird. So wie man es z.B. mit einer Farbkamera und nachträglich eingemischten Schmalbanddaten machen würde.


    Also als Basis diente eine farbkalibrierte LRGB Aufnahme mit ca. 13h Belichtungszeit bei der ca. 13h Ha eingemischt wurde mit der "Negativ Multiplizieren" Methode.


    Für OU4 wurde 24h im [OIII] Filter belichtet und diese Aufnahme mit der gleichen Methode eingearbeitet.



    Hier alle Daten zum Bild kompakt:



    TS Hypergraph 6 / Takahashi e-130D auf 2*Skywatcher EQ6


    QHY-9S CCD / QHY 294mm CMOS


    7:2:2:2 h in Astronomik DeepSky LRGB mit QHY-9S


    13h Astronomik Ha 12nm mit QHY-9S


    24h Astronomik [OIII] 12nm mit QHY 294mm



    Insgesamt würde ich sagen, wir haben unser Ziel erreicht. Allergings bin ich trotzdem etwas enttäuscht über die Tiefe des Bildes, da haben Kollegen mit vergleichbarem Equipment und Belichtungszeiten mehr erreicht was für mich insbesondere sehr frustrierend ist. Sehr wahrscheinlich sind dabei die sehr breiten 12nm Schmalbandfilter die Ursache, die Schmaldbandstacks hatten kaum Kontrast, waren sehr verrauscht und die großen Sterne ein Problem bei der Bearbeitung. Also auf geht's, zwei Monate Kartoffeln und Reis dann ist ein 3,5nm Highspeedfilter da X/



    Messier 31 - Die Andromedagalaxie (stark komprimiert)


    M31_1.jpg

    Mehr Details: https://distant-luminosity.com/M31.html


    M31 war schon sehr sehr lange auf unserer Liste. Da wir aber nur sehr kleine Kamerachips besitzen war da bisher bei höheren Brennweiten nichts zu machen wenn man die Galaxie in ihrer vollen Ausdehnung drauf bekommen möchte. Mit den Hypergrafen war es dann endlich möglich, vor allem als Frank Sackenheim das Objekt so ausführlich in seiner Monatsvorschau vorgestellt hatte rutschte es ganz nach oben in der Priorität. Trotzdem brauchten wir als micro 4:3 Astrofotografen immer noch ein Mosaik. Um die Bildkomposition des Objekts und die Verteilung der Signalreichen Bereiche zu berücksichtigen haben wir uns dafür eine besondere Taktik ausgedacht. Ein 5 Panel Mosaik, bestehend aus einem 2x2 Mosaik bei dem die Diagonalen (dort wo die arme der Galaxie sind) länger belichtet werden als die Off-Diagonalen und ein zusätzliches zentrales Panel in dem 80% der Galaxie enthalten ist welches am längsten belichtet wird. Ok, das war die Luminanz... Beim RGB gab es ein 2x2 Mosaik mit je RGB und im Ha kam noch ein 45° gedrehtes zentrales Panel hinzu. Insgesamt waren das 18 einzelne Stacks die in der Bildbearbeitung zusammengesetzt wurden. Dabei fügten wir die Mosaike einzeln in den Filtern zusammen (Pixinsight GradientMosaicMerge) und kombinierten ein LRGB zusammen, am Ende kam Ha in Photoshop mit einer Maske drauf. Das ist definitv ein bisschen Arbeit... aber der TS Hypergraph hat leider ein Flatproblem sodass wir alle Flats nicht verwenden konnten und 18 Bilder sorgfältig "DBE'n" mussten, da hörte der Spass dann auf


    Durch die Organisation des Mosaiks und passende Überlappung der Panels haben wir es aber tatsächlich geschafft in die Galaxie ca. 28h Belichtungszeit an Luminanzsignal zu bekommen auf Kosten des umgebenen Hintergrunds, der ja aber eh nicht so wichtig ist. Die Bildbearbeitung (Deconvolution, Noise-Reduction, Farbkalibration, ...) war um es maximal euphemistisch auszudrücken, eine "Erweiterung der Frustrationstoleranz"



    Hier alle Daten zum Bild kompakt:



    TS Hypergraph 6 / Takahashi e-130D auf 2*Skywatcher EQ6


    QHY-9S CCD / QHY 294mm CMOS



    31h in Astronomik L2 mit QHY-9S


    12h in Astronomik DeepSky RGB mit QHY-294mm


    12h Astronomik Ha 12nm mit QHY-294mm



    Zusätzlich interessant ist es bei M31, dass man tatsächlich schon eine Menge individuelle Objekte in der Galaxie entdecken kann. Da sind z.B. Veränderliche Sterne wie die Cepheiden, die erstmals von Hubble zur erfolgreichen Bestimmung der Distanz zu M31 verwendet wurden und damit die "Große Debatte" mit H. Curtis entschied. (Auch wenn es hier noch um einige andere Punkte ging). Cepheiden sind entwickelte Riesensterne, die eine einfach ionisierte Heliumschicht in ihrem Inneren besitzen. Je nach Druck ändert sich hier das Verhältnis zwischen ionisiertem und normalem Helium wodurch die Opazität (Lichtdurchlässigkeit) verändert wird. Ist diese Opazität hoch, bleibt die Energie im Stern und er dehnt sich aus, wodurch er abkühlt und sich das Ionisationsverhältnis so verschiebt dass die Opazität wieder geringer wird und der Stern wieder zusammenfällt und sich aufheizt. Und es geht wieder von vorne los... Die Periode dabei ist abhängig von seiner Leuchtkraft, wodurch man bei Messung der scheinb. Helligkeit seine Entfernung bestimmen kann. Ich habe aus Interesse in Vizier/Topcat einen Katalog von Variablen Sternen in M31 geladen und den Fluss (scheinb. Helligkeit) gegenüber der Leuchtkraft geplottet (Grafik 1 im Bild). Man sieht hier mehrere Populationen von veränderlichen Sternen, rechts die W-Virginis und weiter links die eigentlichen Cepheiden. Sie unterscheiden sich dadurch dass W-Virginis Sterne der Population II angehören im Gegensatz zu klassischen Cepheiden die Pop I sind. Deshalb unterscheiden sie sich in ihrer Metallizität wodurch man sie gut voneinander trennen kann. Das habe ich mithilfe von Topcat gemacht und so die eigentlichen Cepheiden gefiltert (Grafik 2) und sie in dem Bilf von M31 annotiert (Pixinsight ImageAnnotate).


    M31_AN2.jpg

    Diese könnte man nun (wenn man sie mit einer anderen Cepheidenpopulation eicht) als Distanzmesser verwenden oder andererseits daran selbst die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung eichen. Die Blauen Markierungen sind alles Kugelsternhaufen aus einem anderen Vizier Katalog. Interessant, dass fast alle kleineren Vordergrundsterne der Galaxie eigentlich Kugelsternhaufen von M31 sind... Hier gab es leider kaum physikalische Messgrößen im Katalog aus denen man etwas interessantes hätte machen können.



    Ich hoffe Euch hat die Vorstellung unserer beiden neuen Bilder gefallen, ich würde mich natürlich über Rückmeldungen sehr freuen.



    Viele Grüße und CS,


    Jan stellv. für Julian und Miriam

    Hallo Martin,


    sieht super aus für ein firstlight!. Das Objekt ist schon seit langer Zeit auf meiner ToDo Liste die leider noch mit unvollständigen Projekten von letztem Herbst gefüllt ist. Ich habe es neulich bei relativ gutem Himmel mit einem Fernglas 70*15 beobachtet, der Sternhaufen in der Mitte war gut sichtbar und sogar der "Staubrüssel" der von dem Objekt im Bild nach unten ausgeht und außerhalb des Bildfeldes noch deutlicher wird war erkennbar.

    Viele Grüße und CS,

    Jan

    Hallo Heinz,


    super, freut mich wenn ich Dich motivieren konnte. Ja genau, SNR ist die wichtigste Vorraussetzung, deswegen benutze ich den Prozess auch meistens nur wirklich für die Kerne von gut belichteten Galaxien oder helle Emissionsfronten, alles Andere wird eher kaputt gemacht. Wenn man es ganz vorsichtig einsetzt kann man sogar die Sterne verkleinern, aber da braucht man großes Fingerspitzengefühl.

    Ich fand, dass dieses Video von Frank sehr viel Frust erspart hat:

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    (es gibt auch noch einen 1. Teil)

    Viel Spass :)


    Hallo Peter (pete_xl),


    wow super, danke für die Ausführliche Erklärung ^^ ! Klingt sehr interessant und auch irgendwie logisch, bin vor allem nicht darauf gekommen mal den Modus "Negativ Multiplizieren" auszuprobieren. Auch das Gruppieren und separat einstellen der Helligkeit hört sich nach einer echt guten Idee an. Habe es schon mal so ähnlich versucht die Sterne einzublenden, da allerdings durch Linear Fit der RGB an die Sternlose Schmalbandebene und mit dem Modus (Aufhellen, also in Pixel-Math einfach maximum(x,$T)). Problem war eben genau, dass manchmal Rauschen von der RGB Ebene durchgekommen ist und dass um die Sterne hässliche Ränder entstanden, die man nur mit sehr nervigen Sternmasken unzufriedenstellend wegbekommen hat. Trotzdem sah es nie natürlich aus, eine Maximumsfunktion ist ja auch nicht stetig und kann nie sanfte Übergänge erzeugen, wenn ich allerdings den kompletten Stern mit der Umgebung einbeziehe klappt das bestimmt besser. Über die Helligkeit der RGB Ebene im Einzelnen kann ich doch auch bestimmt die Sterngröße etwas regulieren.

    Die Lösung mit dem Abziehen vom Sternlosen RGB hört sich auch sehr cool an, danke!


    Ah nice, die Idee mit dem SII als zweiten Rotton zu verwenden hatte ich auch schon mal kurz, aber leider noch nie ausprobiert. Habe mir gedacht dass es etwas schwer ist sollte man nicht sehr gute SII Daten haben, und die Objekte an sich eine schlechte Differenzierung der Emissionslinien haben. Stimmt, der monochrome Eindruck eines Ha-RGB stört mich auch ein wenig, bei unserem NGC 1499 fällt das besonders auf, da gehen echt Details unter wenn man nicht genauer hinschaut. Manchmal helfen gute RGB Daten um etwas blau oder lila mit reinzubringen wie zB bei meinem IC405, aber das hat man ja zB bei vielen Sh-2 Objekten nicht. Hast du die Idee mit zwei verschiedenen Rottönen schon mal ausprobiert? Ich kanns vielleicht mal mit dem Pelikan hier versuchen auch wenn die RGB Daten nicht so prickelnd sind.

    Danke dir für die ganzen Anregungen!


    Hallo Peter (Starlightfriend),


    Danke dir für die tolle Rückmeldung! Freut mich echt sowas zu hören ^^ wir waren echt überrascht was man bei 420mm so alles an Details herausbekommen hat, und das sogar bei schlechtem Guiding und relativ großen Pixeln, die Eierbilder habe ich aber konsequent aussortiert. Wäre interessant zu sehen was mit kleineren Pixeln und gutem Guiding passiert, dann würde man aber ja leider auch nicht die Tiefe in der Zeit schaffen...


    Viele Grüße and alle und hoffentlich bald wieder CS,

    Jan

    ... und wegen einer alternativen realistischeren Palette, wir haben schon Ideen wie man das machen könnte waren aber bisher noch zu faul die Arbeit da reinzustecken. Ist aber nicht so einfach wegen der deutlich verschiedenen Intensitäten der einzelnen Emissionslinien und weil Ha und SII spektral so nah beieinander sind. Danke jedenfalls für die Motivation :D

    Hallo Peter,


    haha danke! :D Selbstkritik ist Fluch und Segen zugleich...

    Stimmt, die Spikes stören mich auch, ist leider so weil sie aus den Ha-Daten kommen, die RGB Daten sind mit einem APO gemacht, daher keine Möglichkeit die zu klauen. Hätten echt gerne noch RGB mit dem Hypergraphen gemacht, haben aber keine oneshot Kamera mit der man das noch unterbringen konnte. Generell fragen wir uns wie man die Geschichte "RGB Sterne in Schmalbandaufnahmen" am besten handhabt... Wäre interessant zu hören, wie Du das grob machst! Haben bisher noch keine wirklich zufriedenstellende Methode gefunden.


    LG und CS

    Jan

    Hallo!


    Zuersteinaml danke an Euch für die positiven Rückmeldungen Marco, Oliver und Heinz! Freut mich und das Team sehr wenn unsere Bilder gefallen :)

    Ich muss ganz ehrlich sagen, bin auch mehr ein Fan von LRGB oder Ha-LRGB Aufnahmen die (übrigens eine ähnlich langwierige Bildbearbeitung brauchen mit unserem Standort und Equipment) etwas natürlicher aussehen, aber wenn man dann das Ergebnis in der Falschfarbenpalette sieht findet man es doch immer wieder cool :D


    Zur Deconvolution: Wir haben auch sehr lange damit herumexperimentiert und viele unbrauchbare Ergebnisse bekommen, es immer wieder sein gelassen aber dann doch nochmal angefangen und etwas Neues probiert... Du meintest, dass du schon intensiv mit Masken arbeitest, das ist meiner Erfahrung nach auch mit der wichtigste Punkt für eine erfolgreiche Decon. Je nach Bild unterscheiden sind die Faktoren für eine erfolgreiche Decon natürlich auch sehr verschieden...


    Unser größter Trick ist es die PSF mithilfe von "Resample" um ca. 20-30% zu verkleinern, dadurch werden die hervorgehobenen Strukturen kleiner aussehen als die die schon im Bild drin sind und das Bild gewinnt deutlich sichtbar an Schärfe. Wichtig ist hier aber dass die Kantenlänge der PSF eine ungerade Zahl ist. Denn das Helligkeitsmaximum der zentral im PSF-Bild sitzenden Funktion muss auch zentral bleiben. Sonst wird die PSF durch die Interpolation verschoben und das Bild wird nach dem Prozess in die Richtung der Assymmetrie verzogen.


    Ich benutze eine sehr aggressive, weichgezeichnete Luminanzmaske für das Objekt (um die Bereiche mit schlechtem SNR auszuschließen) und eine Sternmaske um die Artefakte an den großen Sternen zu minimieren (man muss nicht unbedingt die kleinen Sterne ausschließen, die profitieren sogar von Decon und werden dadurch heller und schärfer). Dafür kann man "Star-Mask" benutzen, ich finde aber die Sternmaskenfunktion von Starnet++ besser, da kann man dann über "Binarize" auswählen wie klein und dunkel die Sterne sein dürfen um noch mit rein zu kommen. Die Sternmaske leicht weichzeichnen und als "local support" verwenden für das Deringing. Bei den global Deringing parametern sollte man für "Global Dark" ungefähr den 1-1.5 fachen Wert des Hintergrundes nehmen (also von dem was du nicht ausmaskiert hast). Wenn bei der Decon nichts weiter passiert, dann mache den Wert kleiner bis man anfängt dunkle Ringe um die Sterne zu erkennen. Dann gibt es zwei Möglichkeiten, entweder den Parameter so einstellen dass man eine weniger starke Decon hat, oder die Sternmaske enger machen damit die Regionen nah um die Sterne besser ausgeschlossen werden, dafür kann man "Morphological TRansformation" mit Erosion oder Dilation verwenden. Wenn man weiße Würmchen an Kontrastregionen im Bild bekommt, sollte man den "global bright" Parameter erhöhen, aber nur ganz ganz geringe Werte nehmen, der Parameter ist sehr empfindlich.


    Zu den Interationen, je mehr desto stärker ist der Effekt aber auch die Gefahr von Artefakten. Man kann mehr Iterationen über den "global dark" Parameter oder eine engere Sternmaske kontern.


    Generell funktioniert Decon nur wenn man wirklich hohes SNR in den Strukturen hat die man bearbeiten will. Das ist bei Schmalband viel einfacher zu bekommen, auch weil die Sterne kleiner und weniger sind und dann weniger Anspruch an die Masken vorhanden ist. Vor allem bei Luminanzaufnahmen sollte man sich auch nicht zu schade sein einfach nur den Kern einer Galaxie zu deconvolven und dann als extra Ebene in Photoshop über das Bild legen bevor man sich zu viel mit den Artefakten herumärgert oder Zeit in die Masken investiert. Die Unterschiede sind oft nur sehr subtil.


    Hier noch ein paar Ergebnisse und Vergleiche im Anhang, hoffe das hat etwas geholfen :)


    CS Jan


    Hallo Oliver,


    danke Dir! Das freut mich zu hören :) Ja stimmt, die Lichtverschmutzung ist sicherlich nicht förderlich und hat über die Halbwertsbreite einen Einfluss auf die Ergebnisse.

    Die Thematik mit den 12 oder 6nm Filtern hatte ich auch einmal, habe damals weil ich sehr gute Beziehungen zu Astronomik habe ein 6 und 12nm Filterset zum Testen bekommen.


    Im Differenzbild aus 12nm und 6nm bei gleicher Belichtungszeit sieht kaum Nebel, der ist ja auch der Gleiche egal durch welche Bandbreite, aber dass die Sterne bei "12nm - 6nm" deutlich vorhanden sind, du hast also deutlich hellere und größere Sterne im 12nm Bild. Das war bei Bortle 5-6. Das Hintergrundrauschen ist da der Hintergrund selbst ja größer ist ebenfalls größer im 12nm Bild (Faktor ~1.4).

    Deshalb muss man auch länger belichten um das gleiche SNR im 12nm Filter zu bekommen (theoretisch einen Faktor ~2, obwohl da noch andere Faktoren wie das Ausleserauschen mit hinein spielen).

    Man kann sich da gerne gut und ausführlich mit der involvierten Statistik beschäftigen, wenn man möchte :D


    Aus der Erfahrung kann ich aber berichten, dass vor allem der OIII Filter auf Lichtverschmutzung und Mond reagiert, das liegt in dem Fall einfach am Spektrum.


    Ich habe mich dennoch für die 12nm Filter entschieden, weil die 6nm preislich kurz nach dem Kauf der CCD einfach nicht drin waren, überlege aber bald aufzurüsten.


    Ja, wir haben Starnet im Workflow benutzt, und zwar um die Schmalbandaufnahmen um daraus eine Farbebene zu erstelle die dann später mit Ha als Luminanz zu einer Art LRGB vereinigt wurde. In diesem Ha Bild für die Luminanz waren die Sterne allerdings noch drin. Da dadurch natürlich die Sternfarben nicht gepasst haben, wurden diese aus einer alten RGB Aufnahme ersetzt.


    Viele Grüße und CS,

    Jan

    Hallo Zusammen,



    nach einer langen wetterbedingten Pause gab es mal wieder ein paar klare Nächte in Südwestdeutschland und wir (Astrofotogruppe Distant-Luminosity) konnten ein paar Stunden belichten. Da die Nächte zurzeit so kurz, und die Dämmerung jeweils sehr lang sind wurden Schmaldbandfilter verwendet. Ziel war die Region aus IC 5067 (Pelikannnebel), LDN 935 (Golf von Mexico) und dem Sterhaufen NGC 6997 aus dem hellen H-alpha Gebiet des Nordamerikanebels NGC 7000.


    Belichtung aus 3 Nächten um den 1. Juni herum aus der Metropolregion Rhein-Neckar nahe Heidelberg (Bortle 6-7).


    Volle Auflösung, Schmalbanddaten und annotierte Version unter: https://distant-luminosity.de/ic5067.html


    LDN935.jpg


    Equipment:


    TS Hypergraph 150/420mm
    Skywatcher NEQ-6

    Atik ONE 6.0 Mono CCD mit Astronomik 12nm Schmalbandfiltern



    Belichtungsdaten:

    Ha: 42*300 s

    OIII: 36*300 s

    SII: 41*300 s


    + 1h RGB Daten


    -> Gesamtbelichtungszeit ~ 11 h


    Sternfarben aus einer alten, relativ kurz belichteten RGB Aufnahme der Region.


    Bearbeitung:
    Kalibration/Stacking - Pixinsight: WBPP Script
    Preprocessing - Pixinsight: DBE, Dynamic PSF, Deconvolution, MLT, LRGB mit SHO als RGB und Ha als L, SCNR (grün), Sättigung, Arsinh-Stretch
    Postprocessing - Photoshop CS6: Selektive Farbkorrektur, Sternfarben, Kontrastanpassung, Unsharp-Mask



    Ich weiß, Falschfarbenaufnahmen mit relativ hoher Sättigung und Kontrasten sind nicht Jedermann's Fall, aber es ist eine gute Möglichkeit selbst bei schlechten Beobachtungsbedingungen mit guten Daten wichtige Bildbearbeitungsschritte zu lernen. Außerdem ist es natürlich eine willkommene Abwechslung zu den Zeiten der Galaxiensaison.


    Wind und Montierungsprobleme traten während der Belichtung auf die ein Guiding von ca. 1.5-2" erzeugten, dennoch konnten wir mithilfe von sorgfältiger Deconvolution (unter Benutzung von Masken) den FWHM Wert im Bild um ca. 35% senken.
    Bei der Ersetzung der Sternfarben gab es leichte Probleme wegen der verschiedenen Sterngröße beider Datensätze, das führt zu leichten Farbhalos um die Sterne, die sich für uns nicht wirklich weiter reduzieren ließen, das sieht man aber nur bei sehr hohem Zoom ins Bild.


    Ich hoffe das Bild gefällt und bin gespannt auf Kommentare und Kritik!


    Viele Grüße und CS,
    Jan (stellvertretend für "Distant-Luminosity")

    Hallo Andy,


    ich habe einige Zeit mit einem TS Hypergraph 150 eines Astrokollegen gearbeitet und besitze selbst einen Takahashi epsilon-130D, welcher das Modell ist welchem der Hypergraphen nachempfunden wurde.

    Nach ein paar Monaten intensiver Nutzung würde ich das Teleskop definitiv weiterempfehlen und hatte auch einigen Spass damit.

    Es gibt allerdings wie man vielleicht erwarten mag ein paar Einschränkungen und Probleme an dem Teleskop, was ja aber auch irgendwo normal ist. Die Justage ist definitiv anspruchsvoller als an meinem 10" f/4, allerdings hält sie länger und muss nicht jede Nacht neu gemacht werden. Das Handling bei der Justage ist ok und ausreichend es genau genug hinzubekommen (ich fotografiere allerdings mit relativ großen Pixeln).


    Das größte Problem ist, dass bei viel Umgebungslicht störende Reflexionen im Teleskop entstehen können, die sehr wahrscheinlich von mehreren kleinen Metallteilen im Tubus kommen die komplett blank metallisch sind. Das kann man allerdings natürlich einfach übersprühen und eine Streulichtkappe nutzen, dann ist man das Problem los, konnte ich nur bei dem Gerät nicht ausprobieren weil es mir ja nicht gehört hat.


    Ansonsten ist die Abbildung gut, ich hatte meistens keine Probleme runde Sterne in 3 Ecken des APS-C Sensors zu bekommen. Leider gab es immer eine Ecke mit Eiersternen, das liegt aber an einer Verkippung meines Kamerasensors und nicht am Teleskop.


    Die Geschwindigkeit des Teleskops macht einfach nur Spass, es hat sich echt ein bisschen unangenehm oder vielleicht sogar nach Zeitverschwendung angefühlt wieder zurück auf f/4 zu müssen. Vor allem in Kombination mit Schmalbandfiltern ist man innerhalb von kürzester Zeit bei einem fertigen Bild. Wenn du dich für Ergebnisse erzielst, kannst du hier https://distant-luminosity.de/gallery.html auf meienr Internetseite ein paar Bilder mit diesem Teleskop anschauen. Da sind z.B. der Kaliforniennebel, Höhlennebel, Cirrusnebel und die Ha Daten des Nordamerikanebels dabei.


    Zum RASA: Nach der Nutzung des Hypergraphen wollte ich selbst so ein Teleskop haben, natürlich stand auch das RASA im Raum und deshalb habe ich mich intensiv damit beschäftigt die Teleskope zu vergleichen. Das RASA gefällt mir persönlich danach so gar nicht, vor allem die unregelmäßigen Sternspikes und dass große Sterne sehr aufgebläht erscheinen, insgesamt finde ich die Abbildung des Hypergraphen bei den Bildern die ich gesehen haben etwas besser. Das Profil meiner großen, alten CCD hätte das Teleskop aber sowieso problematisch gemacht.


    Warum habe ich selbst einen Epsilon? Das Teleskop ist meiner Meinung nach insgesamt etwas besser mechanisch konstruiert und soll eine noch bessere Abbildung haben. Kostet aber auch einen ganzen Tausender mehr.


    Ich hoffe das hilft ein wenig beim Entscheidungsprozess,


    LG und CS,

    Jan

    Hallo Tommy,


    wirklich sehr beeindruckend wie viele Details man bei dieser Brennweite auffangen kann. Da muss bestimmt viel Arbeit in die Justage geflossen sein, ich kämpfe schon bei 5.6 µm Pixeln um ein halbwegs akzeptables Bild nachdem ich den Hauptspiegel zum Testen der Blendenringe ausgebaut habe ^^ Wäre dennoch mal sehr interessant einen direkten Vergleich zwischen 430mm bei 2.3 µm und 1000mm bei größeren Pixeln zu sehen (sodass man ungefähr auf die gleiche Pixelscale kommt), auch wie sehr der Unterschied im SNR zu den kleineren Pixeln ist, was ja bei gleichem Auflösungsmaßstab der Vorteil der größeren Öffnung wäre.


    LG und CS,

    Jan

    Hallo Peter,


    sehr beeindruckend was unter den Beobachtungsbedingungen bei der geringen Brennweite für ein Ergebnis erreicht wurde in Sachen Tiefe und Auflösung, auch sehr cool mal so ein außergewöhnliches Objekt zu sehen. Hatte es mir schon länger vorgenommen, aber letzendlich nie getraut die Zeit darin zu investieren. Das Ergebnis ändert wohl meine Einstellung dazu :D


    LG und CS,

    Jan

    Auch von mir ein großes Dankeschön für die großartigen Rückmeldungen! Dass Euch die Ergebnisse aus dem eigentlich sehr ausbaufähigem Frühjar gefallen, freut mich sehr.

    Dass Du 03sec solche Worte wählst, wobei du uns diese Methode erst nahegebracht hast, ist natürlich sehr toll und motiviert uns in Zukunft die Beobachtungen weiter zu optimieren. Wir glauben, dass man auch wahrscheinlich aus unserem Equipment mit einer anderen Kamera und kleineren Modifikationen des Newtons noch mehr herausholen kann.

    Das M51 Bild finde ich absolute Spitze, es gab neulich ein M51 vom 1m Teleskop in Salzburg, da waren kaum mehr Details zu sehen, gratulation zu dem Bild!

    frasax lohnt sich definitv und der Aufwand ist eigentlich nicht so schlimm finde ich. Es wäre auf jeden Fall interessant zu sehen wie du die Methode erarbeiten und präsentieren wirst (vielleicht ist das Capella im Primärfokus dafür verfügbar?) :) , ich denke da gibt es viel Potential in der Community, vor allem auch für Einsteiger... gebrauchte guiding cam für 100€ und nen billigen LRGB 1.25" Filtersatz für 150€ an den Newton, den man vom visuellen Beobachten schon hat dran und los gehts.

    pete_xl Danke ! Genau, die haben wir dafür verwendet. Finde aber man muss wirklich sehr aufpassen, dass man danach noch halbwegs realistische Helligkeitsverhältnisse im Bild hat.


    Viele Grüße und CS

    Jan

    Hallo zusammen!


    Nach langer Zeit der Inaktivität in diesem Forum möchte ich auch mal wieder ein paar Bilder, die in den letzten Monaten entstanden sind teilen ^^

    Zusammen mit der Astrofotogruppe Heidelberg "Distant Luminosity" konnten wir aus den doch sehr wenigen klaren Nächten dieses Frühjahrs noch ein paar Bilder herausholen. Dabei wurden um die Zeit effektiver zu nutzen bis zu 3 Teleskope parallel genutzt und die Daten miteinander kombiniert. Für die Mondnächte mussten "einfachere" Objekte mit hoher Flächenhelligkeit her, Messier 3 und NGC 5688 (M102) eigneten sich dafür perfekt, da ja kaum Schmalbandobjekte in dieser Zeit verfübar waren. Unser Vorzeigeprojekt war die Sonnenblumengalaxie Messier 63, dessen sehr schwache Sternströme und feinen Details in den Spiralarmen in einem Bild eine große Herausforderung sind. Durch einen Standortwechsel wurde das sonst immer sehr katastrophale Seeing von 4-5" deutlich besser. Am neuen Standort komme ich mit meinem 10" f/4 Newton jetzt auf eine Halbwertsbreite von ca. 2-2.5" herunter bei langen geguideten Belichtungen. Durch das deutlich bessere Seeing wurden so auch Kurzbelichtungen nach der Technik von 03sec wieder interessant. Mithilfe einer uralten DMK 21AU.618.AS wurde am Skywatcher 10" f/4 Newton bei gutem Seeing und kurzen Belichtungen 500-1200ms eine Detailaufnahme der Objekte erstellt und für das "Nachschärfen" der langbelichteten Aufnahmen verwendet, der Zuwachs an Detail bei dieser Methode ist enorm, kostet aber einiges an Arbeitsaufwand. Die langbelichteten Aufnahmen entstanden aus LRGB Kombinationen der beiden Newtons und des RC's. Nun zu den Bildern:


    Verwendetes Equipment:

    2*Skywatcher 10" f/4 Carbon Photonewton

    auf 2*Skywatcher EQ-6(R)

    mit ZWO ASI071mc pro / QHY-9S CCD / DMK 21AU.618.AS


    TS Optics RC 8" f/8

    auf Skywatcher hEQ-5

    mit ATIK ONE 6.0 mono CCD


    Messier 63 - Sonnenblumengalaxie

    Messier63.jpg

    Gesamtbelichtungszeit: 21 Stunden unter sehr gutem Himmel (Bortle 3/4)

    Hier lohnt es sich bestimmt das Bild mal auf unserer Website in voller Auflösung und mit Annotation anzuschauen: https://distant-luminosity.de/m63.html M63

    Es sind einige Galaxienhaufen und dSph Galaxien zu erkennen, auch wenn das Bild nicht so wirklich an das Meisterwerk von Fabian Neyer herankommt.


    Messier 3 - Kugelsternhaufen in Canes Venatici

    M3.jpg

    Gesamtbelichtungszeit: 18 Stunden während einer Vollmondphase (Bortle 7/8) , Volle Auflösung: M3 https://distant-luminosity.de/m3.html

    Hier hat die Kurzeblichtungstechnik einen großen Vorteil bei der Darstellung des Zentrums gebracht, es sollte vollständig aufgelöst sein. FWHM in den Kurbelichtungen war ca. 1.5 " wobei die Auflösung sichtbar durch das an der DMK Kamera entstehende undersampling limitiert war. Wenn es interessant ist, kann ich die DMK Aufnahme ebenfalls zeigen.


    NGC 5688 - Spindelgalaxie

    M102_final.jpg

    Gesamtbelichtungszeit: 14,4 Stunden bei Mond und Saharahstaub, volle Auflösung: https://distant-luminosity.de/m102.html NGC 5688

    Hier könnte man vielleicht noch etwas in Sachen Sterngröße und Farbsättigung ausbessern, aber ansonsten ist das Bild denke ich am Limit von dem was man bei den Bedingungen erwarten kann, das Staubband zeigt bei voller Auflösung ein paar kleine Details, Seeing war ungefähr bei 1,8" FWHM während der Kurzbelichtungen.

    Viel Spass beim Anschauen! :D


    Die Bildbearbeitung war bei diesen Bildern zu komplex um sie sinnvoll detailliert genug in einem Forumsbeitrag beschreiben zu können. Daten von mehreren Teleskopen mit unterschiedlichen Kameras und Auflösungen zusammenzufügen und einzeln zu bearbeiten ist eine ziemlich zeitaufwendige Arbeit. Für den Großteil der Bildbearbeitung wurde Pixinsight benutzt, vor allem die Deconvolution war ein sehr aufwendiger Prozess. Ist meiner Ansicht nach, allerdings der einfacheren Methode "PSF-Schärfen" in Fitswork sichtbar überlegen, da dort deutlich mehr Freiheiten zum Einstellen von Parametern gegeben sind. Rauschreduzierung wurde in der Luminanz nur minimal verwendet, im Farbkanal war ich etwas großzügiger. Um die Sternströme in M63 herauszuarbeiten wurde die "Screen-Mask-Invert" Methode verwendet.


    Ich freue mich immer über Kommentare und Kritik zu den Bildern, vor allem zur Bildbearbeitung und den Details in den Objekten, da ich den größten Teil der Bildbearbeitung sowie die Kurzbelichtungen und Luminanzaufnahmen übernommen habe ^^ Natürloch lade ich euch gerne ein, unsere neue Website zu besuchen: https://distant-luminosity.de/home.html


    Viele Grüße und Clear Skies,

    Jan

    Hallo Thomas, Gil und Walter,


    nochmal ein großes Danke für Eure zahlreichen Erfahrungen und Vorschläge!
    Das macht die Entscheidungsfindung nicht gerade einfacher, aber dafür umso fundierter :)


    (==>)Walter Da ich sowieso einen Komakorrektoren besitze, kann man es dann ja einfach mal ausprobieren wie sich Koma und Transmission bei den Beobachtungen mit kleinem Gesichtsfeld verhalten, wäre sicherlich ein interessantes Experiment. Dann hört sich eine AP von 0.8 sehr sinnvoll an, mir geht's vor allem erstmal darum die Planeten und PNs sehr detailliert beobachten zu können. Bei engen Doppelsternen bin ich eher skeptisch, dass man da besonders erfolgreich ist, da mein Standort doch schon von sehr starkem lokalem Seeing geplagt ist, aber mal sehen, da kann man sich ja langsam herantasten.


    (==>)Gil Die option mit der Barlow klingt interessant, aber das wäre es mir dann bei dem geringen Gesichtsfeld auch wieder nicht wert. Danke für den Vorschlag vom Pentax, ich habe zwar nicht vor den großen Teil des Budgets für eine hohe Vergrößerung auszugeben, aber auch für die optimale Vergrößerung sind die bestimmt eine gute Alternative. Mit den ES 82° habe ich leider auch die gleichen schlechten ERfahrungen gemacht, ein Freund hat mehrere Hyperions und ist zufrieden damit, vielleicht kann man sie ja mal testen und schauen wie sehr sie unter dem Öffnungsverhältnis leiden.


    (==>)Thomas Über den Augenabstand habe ich tatsächlich noch nie nachgedacht, danke für die Anmerkung!


    Viele Grüße und CS,
    Jan

    Hallo Walter und Gerd,


    danke für Eure umfassenden Antworten zu meiner Frage.
    Sehr interessant von den Erfahrungen mit verschiedenen Okularen zu hören.
    Zu den Orthos: Die maximale Auflösung sollte ich doch sowieso deutlich über 4mm erreicht haben mit diesem Teleskop, macht es dann einen großen Unterschied ob man bei 4mm oder 6mm beobachtet, außer dass natürlich der Einblick angenehmer ist? Eine gute x2 Barlow habe ich leider nicht um das Öffnungsverhältnis für die Orthos passender zu machen und ein angenehmeres 8mm zu verwenden. Wie sieht es eigentlich mit einem Komakorrektor aus? Es hat doch bestimmt nicht so viel Sinn den bei einem so kleinen Gesichtsfeld zu verwenden und sich noch mehr Linsen auf die optische Achse zu setzen?


    Von den Delos (naja wie alle TeleVue Okulare) habe ich auch schon viel Gutes gelesen. Es gibt ja aber auch die DeLite Serie, die zwar ein etwas kleineres Bildfeld besitzt, aber dafür günstiger ist. Hat jemand Erfahrung damit gemacht, ob man dabei auch einen Abstrich in optischer Qualität machen muss? Ich denke am Ende werde ich mich zwischen so einem Okular oder dem Explore Scientific 82° entscheiden.


    Beste Grüße und CS,
    Jan

    Hallo Sternfreunde/innen,


    ich bin schon seit ein paar Jahren in der Amateurastronomie aktiv, jedoch sehr auf Astrophotografie (mit Schmalbandfiltern) spezialisiert, da ein Standort in Sachen Lichtverschmutzung sehr schlecht ist. Allerdings ändern sich die Umstände bald, sodass ich Zugang zu dunklerem (Bortle 4) Himmel mit generell besserem lokalen Seeing bekomme.
    Deswegen habe ich mir überlegt wieder mehr in Richtug visuelle Astronomie zu machen.
    Eine motorisierte, parallaktische Montierung und zwei Newton Teleskope (8" f/4 bzw. f/2.8 und 10" f/4) mit entsprechenden Komakorrektoren sind schon vorhanden. Leider sind beide Teleskope für die Astrofotografie optimiert und besitzen deshalb einen übergroßen Sekundärspiegel um auch größere Chips gut auszuleuchten.
    Da ich bis jetzt nur zwei brauchbare Okulare besitze, wollte ich nach Empfehlungen fragen. Diese sind ein 24mm Explore Scientific 68° für Großfeldbeobachtungen und ein Celestron 40m Plössl. Für geringere Brennweiten habe ich leider nichts (außer ein 4.7mm Explore Scientific 82°, welches leider kaputt ist).
    Ich habe mich natürlich bereits informiert welche Brennweiten für entsprechende Teleskope Sinn ergeben und dadurch zwei Wünsche für Okulare formuliert:


    1. Ein gutes Planetenokular, das macht mit dem 24mm nicht so viel Spass... Ich habe mal bei einem Freund mit einem 4mm Ortho an einem C9.25 planetarische Nebel beobachtet und war komplett begeistert von der Detailreiche der Beobachtungen, auch wenn es wirklich unangenehm war dort hineinzuschauen. Ist solch ein Ortho eine gute Lösung für Planetenbeobachtungen, wenn ja welches könntet Ihr mir empfehlen? 3-4mm Brennweite bräuchte ich dafür ja.


    2. Ein Okular bei bester möglicher Auflösung (also bei meinen Teleskopen ca. 8-10mm ?) womit ich mögichst an die Grenzen meiner Teleskope herankommen möchte, also auch besonders dunkle Objekte beobachtungen möchte. Ein großes scheinbares Gesichtsfeld ist mir nicht soooo wichtig, eher eine gute Abbildungsleistung und Transmission. Muss ich dafür zu einem Televue (z.B. Plössls oder Delite) greifen oder tut es auch etwas günstigeres von TS oder Omegon? Ich wäre schon bereit etwas Geld in die Hand zu nehmen.


    Würde mich freuen, wenn Ihr Eure Erfahrungen teilen könntet und ich mir so noch ein kleines Geschenk zu Weihnachten machen könnte.


    Viele Grüße und CS,
    Jan

    Hallo Peter,


    danke dass Du dir die Arbeit gemacht hast! Das ist genau was ich gesucht habe :) ich habe damit ein paar Schritte in meinem Bearbeitungs-Workflow optimieren können und bin viel glücklicher mit dem Ergebnis als vorher. Topaz Denoise werde ich mir nicht holen, allerdings hat sich Pixinsights TGV-Denoise und MLT als ganz gute Alternative herausgestellt, auch wenn es natürlich deutlich lästiger zu bedienen ist.
    Die Grafiken sind gut verständlich.


    LG und CS,
    Jan

    Hallo Peter,


    ich finde diese Aufnahme echt genial, das Objekt sieht man echt nicht so häufig und steht auch schon lange auf meiner Liste. Ich finde die Nebelstrukturen, besonders in dem nicht-monochromen Bild sehr gelungen. Ich nehme mal an, dass Du in dem Nebel auch einen Rauschfilter o.ä. angewendet hast. Das ist nicht als Kritik zu verstehen natürlich ;) ich würde nur gerne wissen, wie Du (falls du es überhaupt gemacht hast) diesen Prozess durchgeführt hast. Wenn ich versuche meine Nebelaufnahmen zu Entrauschen fällt es mir mit gängigen Methoden sehr schwer, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Entweder es wäscht komplett aus, erzeugt komische Artefakte oder zeigt kaum Effekt (natürlich selektiv mit Masken angewendet). Würde mich sehr interessieren welches Tool mit welcher groben Strategie Du anwendest. Das würde mir bei meiner Schmalbandastrofotografie sehr helfen :)


    CS Jan

    Hallo zusammen,


    danke für die verschiedenen Ideen. Vor allem, dass ich den Tubus nicht absägen darf ist en guter Ratschlag, der zum Glück gerade noch rechtzeitig gekommen ist :)


    Die Hauptspiegelzelle im Ganzen nach oben zu versetzen hatte ich mir auch kurzzeitig mal überlegt, allerdings ist ihr Durchmesser ein paar Millimeter größer als jener des Tubus sodass der Tubus mit der Hauptspiegelzelle, welche dahinter Montiert ist abschliesst.
    Ich werde aber nochmal die Hauptspiegelzelle ausbauen und mir das anschauen. Würde man die angesprochenen Verlängerungshülsen direkt zwischen HS-Halterung und HS packen oder die gesamte Zelle verschieben?


    Super, dass ihr die Ausleuchtung des Feldes angesprochen habt. Die ist ohne Reducer auf meinem relativ großem Chip schon grenzwertig. Deshalb habe ich mir schon länger überlegt einen Größeren einzubauen. Der Reducer selbst soll die Abschattung erhöhen. Ich rechne das mal für ein ausreichend großes Feld vor dem Reducer (bei f/4) durch und schaue was ich dafür bräuchte.


    Wenn sich keine Möglichkeit für eine Verschiebung der Hauptspiegelzelle ergibt, dan lege ich mir den flachen Okularauszug zu. Da habe ich schon einen passenden gefunden, ist aber natürlich ein zusätzlicher Kostenpunkt.


    Danke schon mal für die Hilfe!


    CS Jan

    Hallo zusammen,


    ich habe einen Skywatcher Quattor 10" Carbon Newton und möchte diesen für den Einsatz des ASA 2" f/2.8 Korrektor umbauen. Die Sache ist die, dass sich der Fokus dabei zu weit nach innen verschiebt. Es fehlen ungefähr 7mm Verschiebungsweg des Okularauszugs nach innen.


    Ich selbst habe kaum Erfahrug mit Selbstbau oder handwerkliche Fähigkeiten, aber mir kommen dabei zwei Ideen was man tun könnte, und wollte mir Euren Rat holen, was besser und einfacher zu realisieren ist.


    Idee 1: Tubus um ca. 2 cm über dem Hauptspiegel absägen.


    Das stelle ich mir allerdings kompliziert vor, da der Tubus aus Carbon gefertigt ist. Es ist ein "Carbon-Mesh" welches nach außen laminiert und von innen mit einer Art grauen Spray beschichtet ist. Wie könnte man das möglichst präzise sägen ohne zu riskieren, dass der Tubus splittert oder reißt? Hat jemand da Erfahrungen?


    Idee 2: Kurzbauender Okularauszug


    Es gibt ein paar günstige Okularauszüge, welche einen geringeren Abstand zum Tubus ermöglichen. Das bohren von neuen Löchern in den Tubus scheint weniger problematisch zu sein. Ich stelle mir nur die Justage des neuen Okularauszugs kompliziert vor, außerdem braucht man bei f/2.8 ja eine große Stabilität für das fotografische Equipment (ca. 2kg).


    Es würde mich sehr freuen, wenn mir bei den Fragen jemand erfahrenes aus diesem Forum weiterhelfen würde. Wenn ihr zusätzliche Information oder Bilder des Equipments braucht, sagt mir Bescheid und ich kann etwas hier hinein posten.


    Viele Grüße und Clear Skies,
    Jan

    Hallo Ralf,


    wir würden natürlich auch gerne etwas beisteuern. Allerdings gibt's da zwei Probleme, das Teleskop ist zurzeit wegen den Corona Beschränkungen nicht zugänglich und bei der hohen Deklination können wir aufgrund eines Problems mit der Montierung nicht richtig guiden, was bei 5600mm leider zu wichtig ist für ein wenig Tiefe :(


    Viele Grüße,
    Jan

    Hallo zusammen,


    Danke für die Komplimente und Kommentare! Freut mich, dass es Euch so gut gefällt.


    (==>)Chris
    Danke, wir hatten uns vorher auch viele Gedanken gemacht, welches Objekt gut passen würde. Der RC8 ist meiner Meinung nach weiterzuempfehlen. Aus der Praxis können wir sagen, dass er zwar deutlich "langsamer" als ein typischer 8" f/4 Newton ist, aber die höhere Brennweite ist für kleinere (nicht so wie diese) Galaxien angenehm und selbst mit Reducer (und ohne Korrektor und mit guter Kollimation) ist das Bildfeld relativ eben.


    (==>)Matthias
    Die Canon haben sich Miriam und ich für ihren Einstieg in die Astrofotografie für 120€ auf ebay ersteigert, da dachten wir kann man bestimmt nichts falsch machen. Oh ja, vor allem der Anfang ist schwer. Ich habe vor der Fotografie selbst einige Jahre nur visuell beobachtet, bin dann aber umgestiegen weil ich es frustrierend fand bei meinem sehr lichtverschmutztem Himmel nur wenige Objekte gut beobachten zu können.


    (==>)Fried
    Oh ja, ich finde gerade auch bei hellen Objekten bringt es viel, weil sie ja besonders ausgeprägte Strukturen haben. Das stimmt, jetzt wo Du es sagst finde ich auch, dass man da noch ein bisschen was verbessern könnte, danke für die Anmerkung.


    Viele Grüße und CS,
    Jan