Hallo Willy,
die 30-Minuten waren wohl (leicht übertrieben/grob geschätzt) der weg für einmal hin und zurück. Kommunikationstechnisch dürfte da folgendes ablaufen:
1. Von der Erde werden die Signale gesendet, die der Reprogrammierung des Landers dienen und ihm sagen, was er machen soll.
2. der Lander nimmt die Signale auf. Nach erfolgreichem Empfang sendet er eine Bestätigung an die Basisstation
Evtl. geht es dann direkt los - oder aber die Basisstation muss dann wieder bestätigen, dass es tatsächlich ausgeführt werden soll. Jedes mal sind das Deine errechneten 10 Minuten, das summiert sich also.
Ich vermute, dass die NASA die Kommunikationsprotokolle stark optimiert hat, aber ich denke auch, dass bei so kritischen Sachen bestimmt mit Bestätigungen gearbeitet wird.
Dann muss man bei der Berechnung natürlich noch beachten das die von die berechnete Latenzzeit natürlich vergeht bis das ERSTE bit auf der Gegenseite ankommt. Das kannst du vergleichen mit den - sagen wir mal - 100 ms die Du hast, bis das erste Bit einer 10 MB Datei bei dir ankommt. Der Bildtransfer dauert dann natürlich auch noch eine gewisse Zeit. Das gleiche ist natürlich auch bei dem Lander der Fall. Ich habe bei der NASA mal gelesen, dass die bei Direktkommunikation mit 11.000 Bit pro Sekunde (BPS) arbeiten (ein Modem hat heute 56.000BPS) und mit 128KBit (2-Kanal ISDN Geschwindigkeit) wenn einer der Orbiter als Relay verwendet wird. Und das ist eigentlich schon wahnsinnig flink, wenn man die Entfernungen bedenkt. Es erklärt aber sicherlich auch, dass einiges lange geht (z.B. Bilder runterladen;)).
So gesehen, haben wir uns den genannten 30 Minuten schon stark angenähert - vielleicht dauert es sogar länger [;)] (da müsste man doch direkt nochmal bei der NASA suchen).
Viele Grüße,
Rainer