Posts by Robert Ganter

    Hallo zusammen,


    Auch von mir ein herzliches Dankeschön an Jürgen.

    Zum Thema genau Zeitmessung in der Seefahrt gibt es ein spannendes Buch „Längengrad“ (orig. Longitude), das die Entwicklung des Chronometer durch den englischen Tischler John Harrison und seinen Kampf um Anerkennung beschreibt. Lesenswert! Nur so viel: der damalige königliche Hofastronom Sir Edmund Halley machte dabei ein ganz schlechte Figur. Die Uhren Harrisons sind übrigens heute in der Sternwarte von Greenwich zu bewundern. Sie laufen, wie Harrisons Kirchenuhren aus Holz (!) heute noch.


    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo zusammen,


    ich bitte um Entschuldigung für die lange Untertauchzeit. Ich habe mir den letzten Monat drei Wochen Urlaub durch Überzeit erarbeitet. Bei einem Kunden war Feuer im Dach. Zeit für anderes war da nicht drin...


    Besten Dank für eure Antworten. Jan hat vermutlich den richtigen Tipp gegeben. Ich hab ja schon manchen Meteoriten gesehen, allen gemeinsam war aber, dass sie:

    • nicht weiss geglüht haben
    • wenn sehr hell, dann mit teilweise lange sichtbarem Nachglühen der Trajektorie
    • nicht mehrfach auseinandergebrochen und auseinander gestiebt sind.
    • eine wesentlich höhere Winkelgeschwindigkeit hatten wie das beobachtete Objekt


    Am wahrscheinlichsten ist also tatsächlich Weltraumschrott. Eine Raketenstufe, ein Satellit, was auch immer, der auseinandergebrochen und verglüht ist.


    Gibt es von ESA und/oder NASA eine Liste von solchen Objekten? Da ich die Zeit auf +/- 1min genau kenne sollte es möglich sein, die Kandidatenliste ziemlich einzudampfen.



    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo zusammen,


    gestern exakt um 19Uhr UTC+1h habe ich in Allschwil einen grossen Meteoriten gesichtet. Er kaum Aus Richtung Mond, wurde schnell heller und hat sich dann sukzessive zerlegt. Nach Saturn "verlöschte" er dann.


    Im folgenden Bild (Stellarium Screenshot) habe ich versucht, die Bahn zu visualisieren:




    Hat jemand diesen Brocken ebenfalls gesehen? Sollten es Teile bis zum Boden geschafft haben, könnte es ev. interessant sein, genauere Bahndaten und damit das Einschlaggebiet zu bestimmen.



    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo Jan,


    Zu (1): ja, natürlich 😀, das hilft sicher. Ich glaube aber auch nicht, dass der Einfluss der Fangspiegelseiten sehr gross ist.


    Die Idee mit der weissen (Dibond)platte kam tatsächlich aus der Überlegung, Abstrahlung zu minimieren.


    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo Jan,


    Interessanter Punkt. Der Effekt wird natürlich bei nicht senkrechter Position des Teleskops abgeschwächt (Der FS „schaut“ teilweise in den Himmel), aber immerhin.

    Ich hab das in einer etwas anderen Form bei meiner „Spinne“ ebenfalls angedacht, da wird die Konstruktion mit einer weissen Platte abgedeckt.


    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo zusammen,


    wie in Beitrag #760 angedroht die Beugungsbilder der barocken gedrechselten Spinnenbeine :P .


    Erst einmal habe ich nach den Massen der STL Datei festgestellt, dass die ursprünglichen Spinnenbeine ca 1mm breit sein müssen. Daraus habe ich eine erste Maske erstellt:



    Es ist, zugegebenermassen, eine hauchdünne Spinne. Aber sei's drum. Ausserdem ist sie symmeterisch (der Konstrukteur der barocken Spinne verwendet sie mit Offset).


    Die Auswertung zeigt nun folgendes Bild:



    Man sieht die bekannten Spikes.


    Die zusätzlichen Muster sehen dann so aus:



    Und das Resultat so:



    Spannend. So schlecht scheint das gar nicht zu sein, das hätte ich so nicht erwartet. Natürlich ist die Geschichte unruhiger, die Energie verschmiert. Die Spikes sind aber weg und das war ja das Ziel der Übung. Es sei jedem selber überlassen, wo er die Prioritäten setzt.



    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo Erik,


    Wenn Du mir die Maske als vermasste Skizze, SVG oder 16384x16384 1-bit PNG schickst, lass ich das durch mein Simulationsprogramm. Dann können wir es mit meinen anderen Simulationen, die ich vor einer Weile hier im Forum vorgestellt hatte, vergleichen.


    Diese Idee mit dieser barocken Struktur geistert schon eine Weile ru, das dazugehörige Paper ebenfalls. Letzteres wird aber mit durchzogener Begeisterung kommentiert.



    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo zusammen,


    1. Vielleicht sollten wir Markus den Thread wieder zurückgeben und einen eigenen Thread zum Thema aufmachen. Dieses finde ich nämlich sehr interessant, das geballte Know-How (aus verschiedenen Blickwinkeln) auch.

    2. Zu meiner Erfahrung mit der Wärmebildkamera: ich kann hier nur aus praktischer Erfahrung sprechen (ich hab auch schon, in voller Atemschutzmontur und mit Kamera vor der Maske, eine Glastür geküsst). Ist jetzt schon ein paar Jahre her, vielleicht kann ich das mal bei einem Klönschnackbesuch im FW-Magazin erneut ausprobieren. In meiner Erinnerung war:

    - die Glastür opak, resp. schwarz (also kalt) auf dem Bild

    - Du siehst nur die reflektierte Wärme (z.B. dich selbst)

    - Diese WB-Kameras haben einen Messbereich, der für die Anwendung optimiert ist, also Körperwärme - Wärmequellen (z.B. el. Leitungen oder Flammen). Der Offset ist nicht absolut, d.h. die Kamera sollte immer in Bewegung sein, sonst "verschwindet" die Wärmequelle mit der Zeit. Sie sind also nicht mit dem von Stathis verwendeten Sensor vergleichbar

    - Es ist also nicht wahrscheinlich, dass Stathis etwas falsch gemacht hat. Ich habe mich zu sehr von meiner platten Nase mit der WB-Kamera verleiten lassen. Deren Messmethode ist aber nicht gleich, wie bei Stathis' Messgerät.

    Mein Fazit ist (auch aus meiner Erfahrung bei der Entwicklung von Wärmesensoren): Es gibt diverse Messverfahren und es ist extrem wichtig, das richtige Verfahren für das zu messende Objekt zu verwenden. Ein grundlegendes Verständnis zu Schwarzkörperstrahlung, Transmission und Reflexion im Messbereich bei Strahlungsmessung resp. thermische Impedanz bei Wärmeleitung kann nicht schaden.


    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo zusammen,


    eine Glasoberfläche kann mit einem Infrarotthermometer nicht gemessen werden. Die Oberfläche reflektiert zwar Strahlung, emittiert aber kaum was.

    Wer schon mal mit einer Wärmebildkamera gearbeitet hat, weiss wovon ich spreche. Wir hatten in der Feuerwehr welche zur Suche von vermissten Personen oder Wärmenestern.

    In Überungen war das immer ein riesen Spass, wenn ein Kamerad in eine Glastür gedonnert ist, nicht ohne den vergeblichen Versuch, im letzten Moment seinem eigenen Thermospiegelbild auszuweichen 8o .


    Das gleiche gilt für polierte Metalloberflächen. Man kann hier nicht von einem Schwarzkörperstrahler ausgehen und muss, wie das Markus vor hat, die Temperatur über Kontaktmessung ermitteln.


    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo Markus,


    das Thema hatte ich vor einer Weile schon mal beackert :) .


    Du findest Infos hier:


    Simulation Einfluss Fangspiegel/Spinne/etc auf Beugungsbild


    Eine Anleitung, wie Du das selber simulieren und visualisieren kannst findest Du hier:

    Simulation Einfluss Fangspiegel/Spinne/etc auf Beugungsbild


    Zu Deiner barocken Spinne aus dem 3D Drucker: das Prinzip stammt von einem Paper (weiss gerade nicht mehr, ob ich das irgendwo rumliegen habe). Leider sind die Hypothese und die daraus abgeleiteten Schlüsse nun, ziemlich gewagt. Jedenfalls gibt es sehr kritische Stimmen dagegen. Was in der Theorie für diesen speziellen Fall eventuell gelten mag wird an der Praxis scheitern (Dicke der Streben, Fehler im Feld). Du kannst es ja gerne mal simulieren.

    Ich hab für mich eine spezielle Lösung ausgewählt, das hat aber auch mit meiner Konstruktion zu tun.
    Du findest in dem o.g. Thread einige weiterführende Links zum Thema.


    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo zusammen,


    ich klink mich da mal kurz ein. Ich hatte vor etwa 20J ein ähnliches Problem zu lösen. Batteriespannung (9V) periodisch messen. Dazwischen darf die Batterie aber damit nicht belastet werden.


    Holger hat richtig bemerkt, dass ein hochohmiger Spannungsteiler zusammen mit der Eingangskapazität des ADC Zahlensalat liefert. Das deutet darauf hin, dass das ganze (ein)schwingt.


    Ich hab das so gelöst, dass ich einen (sehr) hochohmigen Spannungsteiler (im Bereich 1MOhm) genommen habe, dessen Masseende an einem IO-Pin angeschlossen war.
    Im Normalfall ist dieses IO-Pin entweder high (output) oder input. Das führt dazu, dass sowohl ADC wie auch IO-pin an 9V liegen. Nein, natürlich nicht, dank Vorwiderstand und Schutzdioden des Prozessors liegen sie im Bereich VCC + VDiode, der Strom durch dieses Dioden beträgt wenige Microampere.

    Will man nun die Spannung messen, wird das IO-Pin auf low (output) gesetzt und so der Spannungsteiler "geschlossen". Nun heisst es warten, bis das ganze eingeschwungen ist. Dann wird ein paar mal gemessen und dann wechselt man wieder auf Standby.

    Ich muss allerdings zugeben, das war kein ATMega, das war so ein PSoc Controller von Cypress. Kann also sein, dass das bei den ATMegas so nicht funktioniert.

    Entscheidend ist einfach, dass das System eingeschwungen ist, dann sollte es keine Salat geben.



    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo zusammen,


    zur Biegesteifigkeit Dibond siehe z.B.: https://www.allega.ch/wp-conte…/DIBOND_Broschuere_DE.pdf


    Auf Seite 5 ist eine Tabelle zu finden.


    Ich masse mir nicht an, auf diesem Gebiet als Elektroingenieur Experte zu sein, aber dass die sich das einfach aus dem Arsch ziehen, glaube ich auch nicht.

    Wie jedes Material muss es korrekt eingesetzt werden. Lange Balken und hängende Flächen sind daher eher suboptimal. Wird aber die Dibondplatte zusätzlich mit Falzen versteift (Seite 19) dürfte die Stabilität der Konstruktion wesentlich besser sein, als nur mit einer Platte.


    Ich möchte das hier nicht weiter vertiefen, Alex hat in erster Linie Fragen zur Spinne gestellt. Und da dürfte in seinem Fall auch eine 2mm Dibondplatte nicht das Mittel der Wahl sein.



    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo zusammen,


    Es gibt ein preiswertes Alusandwich unter der Handelsbezeichnung Dibond, das bekommt man auch in einigen Baumärkten, online sowieso.


    Ein mMn. unterschätztes Material. Man kann bei Dibond von einem Faktor 7 gegenüber Sperrholz bei der Biegesteifigkeit ausgehen, will heissen eine 4mm Dibondplatte biegt sich etwa so durch wie eine 28mm Sperrholzplatte. Bei einem Bruchteil des Gewichts!


    Dibond lässt sich gut bearbeiten (kleben, sägen, fräsen, bohren, rund biegen, mit entsprechender Vorbereitung (V-Nut) abkanten). Bedruck- und lackierbar ist es auch (die Aluflächen), wetterfest ebenfalls.

    Gibt es von 2 - 6mm Dicke, 4mm ist am verbreitetsten, da in der Werbetechnik verwendet. Wer eine Portalfräse sein Eigen nennt, dem eröffnet sich damit eine neue Welt.


    Ich spar gerade Geld für eine solche Fräse. man kann z.B. bei einer Druckerei, die Dibonplatten bedruckt, Platten bedrucken lassen und dann seine "Bauteile" fertig bearbeiten.


    Infos z.B. hier: https://www.display.3acomposites.com/de/dibond/


    Unter downloads bei "Aluminiumverbund" findet man umfangreiche Informationen.


    Ob das allerdings für Alex' Hut ( 8o ) das richtige Material ist, kann ich nicht sagen.



    Herzliche Grüsse Robert

    Reinhold,


    nichts gegen gute Ratschläge und Tipps. Davon lebt dieses Forum.

    Du bist aber, einmal mehr (ohne es vermutlich zu merken oder zu wollen) dran, einen Thread mit deinen ausgefallenen Ideen und Vorstellungen zu kapern.

    Geh mal zum Ausgangspost zurück und überleg, zu welchen Details Alex Fragen gestellt hat. Und dann lies Deine Postings durch.

    Mit Deiner (meiner Meinung nach manchmal aufdringlichen und besserwisserischen) Art, Dich in die Diskussion einzubringen, machst Du Dir ehrlich gesagt keine Freunde. Denk mal darüber nach (bitte ohne Deinen Denkprozess in diesem Thread kund zu tun).


    Alex' Alukonstruktion sieht sehr steif aus. Es spricht also nichts dagegen, die Spinne aus Draht zu bauen. Wie gesagt, die notwendige Vorspannung ist bescheiden, die Steifigkeit sehr hoch. Wenn Du das nicht glaubst, lies den von mir verlinkten CN Thread durch. Die genaue Position des Fangspieglhalters ist übrigens gar nicht so wichtig, da die Konstruktion zweigeteilt ausgeführt werden kann. Einer abgespannten Platte und dem eigentlichen Spiegelhalter, der mit geeigneten Justageelementen versehen präzise positioniert werden kann.


    Zu meinen Simulationen siehe diesen Thread:


    Simulation Einfluss Fangspiegel/Spinne/etc auf Beugungsbild


    Eine Anleitung, wie Du Deinen Vorschlag selber simulieren und visualisieren kannst findest Du hier:


    Simulation Einfluss Fangspiegel/Spinne/etc auf Beugungsbild


    Meine Prognose: asymmetrisches Beugungsbild mit vier Spikes. Kein Gewinn, nur eine unnötig komplexe Konstruktion.


    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo zusammen,


    Draht fand ich auch spannend - und würde ich selber nie bauen. Viele Verbindungsstellen, die imho nicht einfach gut auszuführen sind. Auch MUSS diese Konstruktion deutlich gespannt werden, was einen Hut erfordert, der diesen Kräften auch standhält.


    Das mit der deutlichen Spannung halte ich für eine Urban Legend. Die Jungs auf CN sehen das jedenfalls ganz entspannt (Pun intended :P ) .Habe jetzt nicht nachgesehen, aber ich glaube Reiner Vogel erwähnt das auch auf seiner Webseite. Und auch Mel Bartels hat zu dem Thema einiges geschrieben.


    Der Draht muss nicht wie bei einem Saiteninstrument gespannt sein, sondern nur soweit, dass er sicher nicht durchhängt. Geheimnis ist, dass die Drähte gekreuzt gespannt sind. Dann ist diese Konstruktion absolut steif. Jedenfalls sprechen wir von einer Vorspannung, die, würde man daran zupfen, dem Ton der tiefsten Kontrabasssaite entspricht. Ein Monsterthread in CN von User Oberon über seinen 16" "Merope" ist nicht nur optisch eine Augenweide. Da sollten keine Fragen offen bleiben.


    Konstruktiv glaube ich nicht, dass das wesentlich komplizierter ist, als Bleche. Bei grösseren Instrumenten lassen sich z.B. Gitarrenmechaniken verwenden (siehe Oberons Thread). Acht Stahlsaiten, acht Mechaniken, keinerlei Gefummel mit Schrauben, Kauschen und anderem Gedöns. Ich hab das mal für meinen 6" angedacht, es aber wieder gelassen, da die Proportionen Spiegel - Hut dann doch etwas merkwürdig geworden wären. Bei grösseren Spiegeln mMn. aber eine perfekte Lösung.


    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo zusammen,


    darf ich meinen Schweizer (Thomi :P )- Senf dazugeben?


    m.E. solte der Schwerpunkt der Erziehung inzwischen mehr auf "Überleben ohne Strom und Supermärkte" ausgerichtet werden. Nur mal so.

    Das spräche dann z.B. für Rechenschieber und drehbare Sternkarten.

    Und man sollte mal darüber nachdenken, die schon immer im Lehrplan zeitfressenden Unterrichtsstunden z.B. für Religion oder Musik abzuschaffen

    Ich gebe Dir recht - und ich gebe Dir nicht recht.


    Die erste Zeile hat was. Ich behaupte jetzt aber mal, dass dann genau diejenigen überleben werden, die entweder die grösste Keule haben oder die, die noch wissen, wie man ohne Benzinfeuerzeug und trockenem Holz aus dem Gartencenter ein Feuer macht. Oder die wissen, wie man sich einen Solarkocher McGyvert.

    Was aber eine Gesellschaft definitiv nicht überlebt ist das Fehlen von Kunst und Musik. Es kommt nicht von ungefähr, dass viele grosse Wissenschaftler ein Musikinstrument gespielt (Einstein: Violine) oder Bilder gemalt haben (R.Feynstein). Eine kulturlose Gesellschaft verfällt in Barbarei. Kommt noch Religion ins Spiel, erhält die Barbarei auch eine formale Rechtfertigung.


    Zu den Lehrplänen: auch in der Schweiz wurde mit dem Lehrplan 21 ein gigantischer Papierberg geschaffen, der eigentlich ein Fanal für die Unfähigkeit unserer Gesellschaft ist, Bildung anders zu verstehen als Nürnberger Trichter. Ich masse mir an, mit meinen 54 Lenzen eine gewisse Retrospektive über meinen Bildungsweg bilden zu können und mein Fazit ist ernüchternd.

    Die Lehrer und Dozenten, die meinen Werdegang geprägt haben und immer noch prägen, kann ich an zwei Händen abzählen. Als Beispiel mein Physiklehler im Gymnasium: ein älterer Herr, Konstruktion weisshaariger Zwerg aus Schneewittchen (einfach in Normalgrösse). Im Wissen, dass er bei einer Latein-/Musikklasse auf verlorenem Posten steht, wenn er Interesse an Naturwissenschaft voraussetzt, hat er seinen Unterricht entsprechend gestaltet.

    1. Stunde: Massen. 1t ^= 1.3 VW-Käfer. Ab dann hat er grundsätzlich Massen nur noch in VW-Käfern angegeben. Die ganzen vier Jahre. Weshalb? Rechnen mit Einheiten und Faktoren. Viele sind schon daran gescheitert, aber die, die das mal begriffen hatten, hatten für den Rest ihres Lebens kein Problem mehr damit, mit unterschiedlichen Masssystemen umzugehen.

    Er hat immer versucht, Zusammenhänge zu vermitteln: mir fällt jetzt konkret kein Beispiel aus (da müsste ich mal Fensterplatzkollegien fragen ;) ). Er hat es aber auf jeden Fall geschafft, bei Schülerinnen und Schülern ein Aha-Erlebnis auszulösen, die sonst mit Naturwissenschaften nichts am Hut hatten. (In einer anderen Lateinklasse hatte er, als sich diese über diese blöde Physik beschwert hatten, Newtons Principia auf Latein mit ihnen übersetzt und, en passant, die Physik dazu besprochen. Ätsch. Plötzlich war es dann interessant...).

    Nun, ich war immer an MINT interessiert, aber dieser Mann war prägend für meinen Werdegang. Und um den Kreis etwas zu schliessen: er hat in mir die Begeisterung für Astronomie und Teleskopselbstbau geweckt. Er war nämlich - Überraschung - Mitglied im astronomischen Verein Basel. Dass es dann noch fast 30 Jahre dauern würde, bis mein erster Spiegel entstand, lag nicht an ihm. Und dass wir uns dazwischen nie mehr begegnet sind, bedaure ich sehr. Leider war er, als ich dem Verein beigetreten bin, schon verstorben.


    Ich erlebe nun hautnah mit meiner Tochter die Weiterentwicklung unseres Schulsystems. Was hat geändert in den 34 Jahren, seit ich das hinter mir habe? Nun, kaum etwas zum Besseren. Es ist der Erfahrung und Begeisterung ihrer Lehrerin zu verdanken, dass sie gerne in die Schule geht und extrem wissbegierig ist. Liegt vielleicht auch daran, dass ihr Zimmer zu 1/3 (m)eine Bibliothek ist und man ihr Abends teilweise das Buch aus der nehmen muss, dass sie unbedingt nach 21Uhr noch fertig lesen will. Und das sind nicht nur Kinderbücher.


    Nicht alle Kinder haben das Glück, zu Hause mit Büchern und ausgefallenen Hobbies wie Astronomie geimpft zu werden. Die verbringen (praktisch für die Eltern) Stunden an Smartphone oder Fernseher. Nicht gerade förderlich für die Entwicklung von Entdeckergeist und Lernbegierde. Mit solchen verkümmernden Pflänzchen müssen sich die Lehrer dann herumschlagen und versuchen, diesen Schaden wenigestens etwas zu mindern. Wenn sie denn die Kraft und/oder Lust haben, das zu tun.


    Die Lehrpläne sind immer noch darauf ausgerichtet, möglichst viel Informationen in die Schüler zu stopfen. Das Wichtigste, wie man sich Wissen aneignet (ein aktiver Prozess, für den man etwas tun muss) und die Freude daran, neues zu entdecken, fristet ein Nischendasein. Ist der Lehrerin oder dem Lehrer dieses Problem bewusst, kann dem gegengesteuert werden. Oft sind diese aber so abgelöscht, dass sie Dienst nach Vorschrift machen und einfach den Lehrplan runternudeln. Am Ende sind die Schüler vollgestopft mit einem Heuhaufen von Informationen, mit denen sie nichts anfangen können. Mission failed.


    Das Resultat sehen wir seit ca 2 1/2 Jahren überdeutlich: ein nennenswerter Teil der Gesellschaft muss als verloren angesehen werden. Was Bildung angeht, was Gesellschaftsfähigkeit (Empathie, Altruismus, Gemeinsinn) angeht. Einfach lost. Das fällt uns gerade gewaltig auf die Füsse.

    Gezielt gesteuert von Kreisen, die unsere freiheitliche Gesellschaft zu ihrem Interesse abschaffen wollen, verseuchen diese Dullies jede Debatte mit ihrem Müll. Die Politiker, nur bedacht, ihre Macht und ihre Prfünde zu erhalten, spielen mit. Das Resultat ist, dass Querdulli Karlheinz von der Youtube Akademie auf Professor XY (der sich nebenbei noch Querdulli Bernd nennt und in einer Trollfabrik in St.Petersburg arbeitet) verweist und es zusammen mit seinen Brüdern und Schwestern im Ungeist schafft, dass die Politik sich von jeder faktenbasierten Handlungsweise verabschiedet und jeden Eso-Müll und Querdulli-Propaganda als alternative Fakten mit einbezieht. Sei es Corona, seien es Windkraftwerke, seien es Alternativen zur solzialdarwinistischen Leistungsgesellschaft, die unseren Planeten zu zertören droht. Überall wird mit anektotischem "ich habe gehört und ich glaube" um sich geworfen.


    Wir erleben z.B. zur Zeit in der Schweiz eine desaströse Entwicklung. Corona wurde per Bundesratsbeschluss für beendet erklärt und deren gesetzliche (unter Eid gelobte) Verantwortung für das Wohl and die Gesellschaft als "Eigenverantwortung" delegiert. Bei der Affinität der Schweiz für esoterische Betrugssysteme wie Homöopathie und Anthroposophie eine brilliante Idee. Das Resultat kündigt sich jetzt schon an, im Herbst wird es stürmisch. Die Wirtschaft, die aus kurzfristigem Gewinndenken dafür gesorgt hat, dass sämtliche Massnahmen abgeschafft worden sind, hat plötzlich und völlig überraschend mit massiven Personalausfällen zu kämpfen. Thoughts and Prayers.

    Und damit noch nicht genug. Die Affenpocken, die einmal mehr beweisen, dass die Exponentialfunktion real ist, wird hier in der Schweiz von der Politik komplett ignoriert (ich gehe sogar so weit, dass notwendige Massnahmen *bewusst* verhindert werden). Es gibt keine Überwachung, es gibt 0 (in Worten: NULL) Impfdosen und 0 (in Worten: NULL) Dosen Medikamente zur Behandlung in Schweiz. Es wurde noch nicht mal dafür gesorgt, eine Zulassung zu bekommen. Die Leute werden ganz einfach vor den Bus geworfen. (Ich bin allerdings überzeugt, dass es irgendwo ein klandestines Lager für helvetische Oligarchen und Politiker gibt).


    Das, liebe Leute, ist das Resultat eines Schulsystems und einer Gesellschaft, in der Religion Schulfach ist und die Unfähigkeit, einfachste Zusammenhänge zu erkennen und Ratio vor Glauben zu stellen, von einem erheblichen Teil der Gesellschaft wie eine Monstranz stolz vor sich her getragen wird. Ich habe das in einem anderen Thread schon mal erwähnt: das Planetarium von Eise Eisinga in Freneker (Friesland, NL) ist ein Beispiel, wie ein aufgeklärter Mensch in jahrzentelanger Arbeit einen "Demonstrator" für das bildungsferne Volk gebaut hat. Schon damals haben skrupellose Blender die Leute mit geistigem Dünnpfiff verführt (und ihnen vermutlich oft auf Geld aus der Tasche gezogen). Wir sind also kaum weiter als im 17. Jahrhundert.


    Kurz: unser Schulsystem ist kaputt, da unsere Gesellschaft kaputt ist. Keine Idee, wie wir als Gesellschaft da raus kommen. Ich kann hier nur für mich sprechen: ich versuche, meine Tochter so zu erziehen (ihr die notwendigen Stimuli zu ermöglichen), ein auf Ratio bauender, empathischer Mensch zu sein. Und ihr die schlimmsten Auswüchse dieser Entwicklung zu ersparen oder ihr zu helfen, damit umzugehen. Sie wird es brauchen.


    Herzliche (und ratlose) Grüsse Robert

    Hallo Kalle,


    Dafür waren Florins Bilder aber recht gut.

    Ja, das stimmt. Die Erkenntnis, dass die Klinge so gut als möglich sein soll (scharfe gerade Kante) hab ich von einer englischsprachigen Seite (vielleicht finde ich das noch, Cloudynights war es nicht, ev. ein Artikle auf Stellafane). Der Autor begründet das damit, dass das Bild, das der Foucaulttester liefert, aufgrund von Beugung an der Kante entsteht. Jeder Fehler derselben zeigt sich in der Qualität des Bildes. Cutterklingen sind, schon aufgrund ihrer Dicke und der Schliffmethode nicht so präzise. Vergleich mal unter einer Lupe oder einem Mikroskop eine solche Klinge mit einer Rasierklinge. Der Autor ging sogar so weit, die Kante eines relativ dickes Stahlblech präzise zu schleifen und zu polieren, um eine möglichst gerade Kante zu bekommen. Ich denke aber, dass das Wilkinson oder Gilette gut genug für uns hinkriegen 8o .


    Mach lieber die LED kleiner (auf 2mm quer zur Klinge) und setze die Reflexion, die dann auch nur 2mm hat, so nahe wie möglich neben die LED an der Klinge. (Die große LED macht das Aufstellen des Testes und das Finden des Reflexes leichter.)

    Interessanter Gedanke. "Theoretisch" kommt von diesem Licht nur ein infinitesimal schmaler Streifen bei der Kamera an. Die Breite der Leuchtfläche (und damit des Streifens) müsste also einen Einfluss auf die Qualität (Auflösung?) tangential dazu haben. Ob sich der Aufwand allerdings lohnt, weiss ich nicht. Vorteil des Slitlesstesters ist ja gerade, dass man nicht mit Licht spart ;) .


    Von der LED interessiert nur ein ganz schmaler Bereich entlang der Klinge. Der Rest kommt eh nicht bis ins Fotoobjektiv, da dieser Rest entweder auf dem Hinweg oder gespiegelt auf dem Rückweg von der Klinge abgefangen wird. Die Bilder werden umso besser, je gleichmäßiger die LED genau in diesem schmalen Bereich entlang der Klinge leuchtet.

    Das ist richtig. Und deshalb

    Vom Aufbau liefert eine LED das Licht nicht gleichmäßig. Deswegen schadet mattieren nicht.

    Schadet nicht nur nicht, ist mMn. zwingend. Die Leuchtfläche der LED ist winzig klein und wird über die Linse mehr oder weniger (eher weniger) homogen auf einen Kegel aufgeweitet. Netterweise lässt sich das LED Glas (Polycarbonat) sehr einfach matt abschleifen. Allzu grob sollte die Schlifffläche aber auch nicht sein, sonst sind wir wieder bei Feld eins.



    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo Florin,


    Da Deine Foucaultbilder unterdessen gut sind, scheint Dein Tester zu funktionieren.

    Unter der Annahme, dass die Klinge eine ungebrauchte (Rasier)klinge ist, könnte ich nicht viel meckern. Was ich ändern würde ist ein grosses schwarzes Blatt Papier oder matte Kunststoffplatte direkt auf die Rückseite der Aluplatte. Darin sind nur Ausschnitte bei der LED und der grossen Bohrung für das Objektiv. Du verhinderst damit zuverlässig Streulicht ins Objektiv. Ist aber nur eine weitere Optimierung.

    Wichtig scheint mir folgendes:

    • Offenblende
    • Belichtungszeit so einstellen, dass keines der Bilder überbelichtet ist (also so hell als möglich)
    • Fernauslöser. Der Druck auf den Auslöser verändert meiner Erfahrung nach die Position der Kamera stark genug, dass sich das Bild verändert. Für vergleichbare Resultate innerhalb einer Serie (über die Schnittweiten) ist das nicht gut.
    • Immer eine Serie über den gesamten Bereich machen. Ich habe teilweise auf ältere Aufnahmen zurückgegriffen für eine genauere Auswertung, die ich zum Zeitpunkt der Aufnahmen (noch) nicht gemacht hatte. So eine Aufnahmereihe dauert keine 5min
    • Ein absolut stabiler Untergrund kann nur durch einen noch stabileren Untergrund ersetzt werde
    • Rasierklinge. Cutterklingen o.ä. Halte ich für zu wenig genau geschliffen.

    Zu der Hundekuchenstruktur. Ich hatte das auch einmal. Wenig überraschend und, da ich es fast provoziert hatte, als Bestätigung der Ursache:

    Ich habe mit viel Druck ziemlich schnell poliert. Resultat: Frust wegen hartnäckiger Pits am Rand weg, Pits immer noch da, Hundekuchen neu. Letztere gingen mit sanftem Streicheln, aehm Polieren relativ schnell wieder weg, die Pits brauchten wesentlich länger :P.


    Ansonsten, interessantes Projekt :thumbup:. Ich lese interessiert mit.



    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo Frank,


    Das ist haarig. Das Bild auf dem Kamerabildschirm ist ja nur ein in Echtzeit aufbereitetes Vorschaubild.

    Ich kann mir nur noch vorstellen, dass da was in der Entwicklungs-SW versaubeutelt wird.

    Ein Problem könnte das Bayermuster sein. Du verwendest einen grünen Laser, d.h. Nur die Grünen Sensoren kriegen ihr Fett aehm Licht ab.


    Ev. nutzt die SW hier auch die Daten der nicht beleuchteten (R und B) Sensoren und trifft eine falsche Entscheidung/berechnet falsch.

    Falls Du die Möglichkeit hast: Versuch mal, aus dem Rohbild nur den Grünkanal zu extrahieren (z.B. mit SIRIL) und als SW-Bild weiter zu verarbeiten.


    Ich weiss, das klingt aufwändig. Das ist auch nicht als Standardworkflow gedacht, sondern zum Einkreisen des Problems.


    Wenn’s dann besser wird, kannst Du über einen angepassten Workflow nachdenken.


    Aber wie zu Beginn schon gesagt, das ist ein haariges Problem, die Ursache vermutlich noch haariger 😜


    Herzliche Grüsse Robert

    Hallo Frank,


    Speicherst Du die Bilder als JPG ab? Da wird einiges, was der Algorithmus als irrelevant einstuft, weggespart. Ich habe noch nie mit Interferometrie gearbeitet, wenn ich mir die Bilder aber so anschaue, dann ist da nicht sehr viel Kontrast und nur bei einer Farbe (grün). Wenn das dann als 8Bit (für alle Farben) Bild mit ohne „is nicht so wichtig“ gespeichert wird, kann ich mir schon vorstellen, dass da entscheidende Daten fehlen.

    Auch wenn es etwas mehr Aufwand bedeutet, als RAW abspeichern und dann weiter verarbeiten.


    Herzliche Grüsse Robert