Posts by pete_xl

    Hallo Peter,


    ja, Farbe hätte ich auch gerne im Bild ;). Aber ich habe ja die ASI2600 mono. Ich brauche für Schmalband-Farbe also mindestens Ha und OIII. Wie ich oben schon schrieb, hatte ich für die Nacht eigentlich gar nichts geplant außer zu schlafen. Die Zeit reichte dann nur für eine Runde Schmalband in H-alpha. Die anderen Kanäle, die ich für Farben brauche, kann ich wohl erst nach dem nächsten Vollmond aufnehmen. Der Bildausschnitt mit den ikonischen Nebeln schreit aber geradezu nach Farbe, da gebe ich dir recht.


    Was den UV/IR-Cut Filter angeht, verstehe ich deinen Tippgeber nicht. Ich kann nur für Deep Sky Aufnahmen und Refraktoren oder DSLR Objektive sprechen. Ich kenne es da eher so, dass man UV und IR nicht in "normalen" Aufnahmen haben will. Die kurzen Wellenlängen werden stärker gebrochen. Bei Linsenapparaten kommt es deshalb an der UV-Seite oft schon ab 400nm, also noch im Blaubereich, zu Problemen mit chromatischer Aberration. Das Problem hatte ich bei meinen beiden Apos und habe deshalb einen UV/IR-cut, der erst oberhalb auf macht. Das hat viel geholfen und die Sterne sind viel besser geworden. Auch bei IR gehe ich davon aus, dass die langwellige IR Strahlung bei Deep Sky keine relevante Detailinformation beiträgt, sondern eher mehr Unschärfe induziert.


    LG Peter

    Hallo allerseits,

    seit einer Weile kann ich meine Kameraobjektive an der ASI2600mm pro betreiben. Aus einer Spielerei, die eigentlich gedacht war, unterwegs mit einem Star Adventurer fotografieren zu können, ist beim Ausprobieren in meiner kleinen Sternwarte viel mehr geworden. Die Weitwinkelaufnahmen mit den kurzen Objektive erweitern mir als Deep Sky Fotografen, der sonst nur auf winzige Ausschnitte des Szenarios wahrnimmt, tatsächlich den "Horizont". In der vorletzten Nacht, die eigentlich gar nicht als Fotonacht geplant war, bin ich kurz nach Mitternacht aufgewacht und der Blick nach draußen zeigte einen unerwartet klaren Himmel. Ich wollte eigentlich nur schnell nochmal meine neuen Mikrostruktur-Bahtinovmasken aus China an Vega ausprobieren und wieder schlafen gehen. Dann habe ich aber doch noch Richtung Kepheus/Schwan geschwenkt und schnell in NINA eine Sequenz aufgesetzt und die Kamera bis zum Morgengrauen laufen lassen. Es wurden mit dem Pentax DFA 2.8/50mm bei f/4,5 insgesamt 42 Lights je 200s Ha bei SQM 20,0 aufgenommen (Wert von 01:00 Uhr). Für andere Kanäle reicht es wegen des aktuellen Wetterwechsels nicht mehr. Aber irgendwann hole ich die sicher nach.

    Ohne, dass ich viel erwartet habe, bin ich vom Ergebnis ganz angetan. Nicht unbedingt wegen der Aufnahmequalität, sondern weil eine Menge der Nebel im Bild zu sehen sind, die sonst meinen Ausschnitt meist allein ausfüllen. Ich habe noch nicht alles abgesucht, aber die berühmten Nebel wie Pelikan- Löwen-, Fliegende Fledermaus-, Nordamerika-, und Kokonnebel kann man neben einer Reihe von Dunkelnebeln schon auf den ersten Blick erkennen. Hier das Bild:


    51254424551_e71988a3d3_h.jpg


    https://astrob.in/full/omhkwr/0/


    Viele Grüße

    Peter

    Guten Abend Leute,

    nachdem ich so schönes H-alpha mit dem SMC Pentax-M 3.5/135 und der ASI2600mm pro sammeln konnte, wurde die Zeit für das OIII knapp. SII und die RGB Kanäle konnte ich nach dem Wetterwechsel gar nicht mehr aufnehmen. Ich habe also das Projekt, das ursprünglich nur als Test gedacht war und von dem ich mir nicht viel versprochen hatte, beendet; und eine klassische Schmalbandkomposition gebaut (HOO). Dafür hatte ich 60 x 200s Ha und 25 x 300s OIII zur Verfügung, also insgesamt etwas mehr als 5 Stunden in 2 hellen westfälischen Nächten.


    Elephant, Bat & Squid by pete_xl, auf Flickr


    Die Linse hat mich in der Sternabbildung ziemlich enttäuscht. Auch die Schmalbandsterne waren ziemlich zerzaust und ich möchte nicht wissen, wie wohl die RGB-Kanäle oder gar Breitbandsterne aussehen würden. Da war das 2.8/50mm Makro im Vergleich um Klassen besser. Aber das 3.5/135 ist ja auch schon mehr als 40 Jahre alt...und dafür ist es super in Schuss!

    Die volle Auflösung findet ihr hier: Fying Bat, Squid and Elephant Trunc Nebula in Cepheus (pete_xl) - Full resolution | AstroBin

    Auf eure Meinung bin ich gespannt

    Viele Grüße
    Peter

    Hallo Peter,


    da machst du dir umsonst Gedanken. starnet++ hat keine "Sprache". Es gibt auch keine Benutzeroberfläche. Man gibt dem Programm einen einzigen Befehl über eine Batch Datei. Den führt das Programm dann aus. Die Datei mit Sternen wird von starnet++ durchgekaut und eine Version ohne Sterne fällt nach einer Weile hinten raus. Man muss nicht mal denken, nur die Dateinamen richtig schreiben ;) .


    Die Tiff-Datei muss eine 16bit Tiff sein, entweder in RGB oder Grauwerten. Man schreibt den Befehl in eine Batch-Datei, die man dann (in Windows) aus dem Explorer heraus ausführt. Wenn man eine RGB Datei mit Sternen hat, die "mit_sternen.tiff" heiß, schreibt man man mit dem Editor in die Batch Datei beispielsweise: "run rgb_starnet++.exe mit_sternen.tiff ohne_sterne.tiff 128". Die Batch startet dann das Programm rgb_starnet++ mit den beiden Dateinamen als Parameter. Die Zahl dahinter gibt eine Genauigkeitsvorgabe. 64 oder 128 gehen gut, 64 dauert aber 4 x länger, meist ohne sichtbar bessere Ergebnisse zu bringen. Für Mono Dateien gibt es mono_starnet++.exe und die Batch Datei lautet entsprechend anders.


    Die Datei ohne_sterne.tiff kannst du dann in Photoshop bearbeiten. Wenn dann im sternlosen Hintergrund alles schön ist, kannst du die Datei mit_sternen.tiff als Ebene dazu laden und die Sterne einblenden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie es geht, erklärt z. B. Frank Sackenheim hier: https://www.youtube.com/watch?v=kKO6MA0JtNo


    Probiere es einfach mal aus. Wenn es klappt, bist du in der Bildbearbeitung einen Riesenschritt weiter. Falls du Probleme hast, schick mir gern eine Nachricht.


    CS

    Peter

    Hallo Peter,


    also NGC 7000 ist wegen der gewaltigen Sternmenge kein einfacher Kandidat, wenn man ohne Filter mit Star Adventurer und Fotoobjektiv unterwegs ist. Dafür ist deine Arbeit sehr gut geworden, finde ich.


    Als Bearbeitungshinweis möchte ich dazu raten, starnet++ zu verwenden um eine sternlose Bearbeitung zu machen, die an diesem Objekt viel einfacher von statten geht als mit Sternen. Dazu gibt es eine Reihe Lernvideos im Netz. Welche Software verwendest du denn für die Bildbearbeitung?


    VG

    Peter

    Hallo allerrseits,

    ich habe mir vorgenommen, In den hellen Nächten meine Pentax Objektive, insbesondere die historischen, nach und nach auszuprobieren. Wenn die ersten Testbilder klappen, lege ich Ha nach und bei Erfolg dann auch die anderen Kanäle. Mit dem 2.8/50 Makro klappte alles super (bis auf das schwierige Fokussieren). Das 3.5/135 mm aus den 80er Jahren ist einige Klassen schlechter. Ich musste es bis auf f5.6 herunter stoppen, weil die Sterne schlimm aussahen. Dann ging es aber einigermaßen. Entschädigt wurde ich durch die butterweiche, präzise zu handhabenden Mechanik des Objektivs beim Einstellen des Fokus.

    Als Ziel habe ich mir die Gegend von Elefantenrüssel Nebel (IC 1396) und Fliegender Fledermaus Nebel (Sh2-129) vorgenommen, die zusammen wunderbar in den Ausschnitt passten. Ich habe 60 x 200s Ha an der ASI2600mm pro aufgenommen und hoffe, die anderen Kanäle in den nächsten 2 Nächten nachholen zu können.



    Die volle Auflösung mit Astrometrierung gibt es hier: Elephant Trunc & Flying Bat in Halpha with vintage SMC Pentax-M 3.5/135 mm Lens (pete_xl) - Full resolution | AstroBin


    Viele Grüße und CS

    Peter

    Hallo Reinhard,


    ich habe das Bild noch einmal überarbeitet und dabei die Sterne etwas zurück genommen und das H-alpha im Cirrusnebel etwas angehoben. Was sagst du nun dazu?


    Inspiriert von der Arbeit von Jon Larsen habe ich vor ein paar Jahren auch herrliche Sommerabende mit dem Flotieren von Dachrinnenschlamm verbracht. Ich bin bis heute nicht sicher, welche der Funde tatsächlich Mikrometeorite sind und welche nicht. Ich habe sowohl metallische als auch mineralische Sphären gefunden, dazu auch nicht mineralische, die sich stark elektrostatisch aufladen. Bei einigen der strukturierten metallischen und mineralischen Sphären glaube ich, dass es sich um Mikrometeorite handelt. Allerdings fehlen mir die Nachweismöglichkeiten. Andere halte ich eher für Artefakte und habe dabei insbesondere Silvesterfeuerwerke im Verdacht.








    Die Aufnahmen wurden übrigens freihändig mit dem Pentax SMC DFA 2.8/50 mm Makro gemacht, mit dem man auch hervorragende Weitwinkel Deepsky Aufnahmen schießen kann. Diese Bandbreite ist kaum zu toppen ^^ :thumbup: .


    Viele Grüße

    Peter

    ...


    Ah nice, die Idee mit dem SII als zweiten Rotton zu verwenden hatte ich auch schon mal kurz, aber leider noch nie ausprobiert. Habe mir gedacht dass es etwas schwer ist sollte man nicht sehr gute SII Daten haben, und die Objekte an sich eine schlechte Differenzierung der Emissionslinien haben. Stimmt, der monochrome Eindruck eines Ha-RGB stört mich auch ein wenig, bei unserem NGC 1499 fällt das besonders auf, da gehen echt Details unter wenn man nicht genauer hinschaut. Manchmal helfen gute RGB Daten um etwas blau oder lila mit reinzubringen wie zB bei meinem IC405, aber das hat man ja zB bei vielen Sh-2 Objekten nicht. Hast du die Idee mit zwei verschiedenen Rottönen schon mal ausprobiert?

    ...

    Hallo Jan,


    ja, hab ich schon mal probiert, zum Beispiel auch am NGC 1499. Da hat SII eine schöne Struktur, die sich vom Ha gut unterscheidet, SII lässt sich daher sowohl für die Modulation der Luminanz als auch zur Variation des Rottons benutzen: NGC 1499 mit SII-Modulation


    Ich hatte folgende Mischung benutzt:


    Basic mix:
    Rot: (Ha+SII)/2
    Grün: OIII
    Blau: OIII + SII/3 + RGB[sternlos]
    RGB für die Sterne


    Zum obigen Mix muss man wissen, dass es nur die Grundrezeptur ist, die dann variiert wurde. Dazu habe ich mir angewöhnt, beim Mischen der Schmalbandfarbkanäle Einstellungsebenen (Tonwertkorrektur, Gradationskurve, Helligkeit & Kontrast) als Schnittmaske auf die jeweiligen Kanäle zu setzen um die Farbmischung auch über die Helligkeitsverteilung in den Kanälen beeinflussen zu können.


    Viele Grüße

    Peter

    Hallo Peter,


    herzlichen Dank für die zusätzlichen Infos und Hinweise zu den verschiedenen Arten von Artefakten. Gerade der Hinweis, dass Artefakte teilweise gar nicht durch Starnet++ verursacht werden ist hilfreich. Ich werde mich mal damit beschäftigen, wie ich das in PI korrigieren kann.


    Viele Grüße - Oliver

    Hallo Oliver,


    Bedenke aber bitte, dass ich nur für meine Daten sprechen kann - was starnet++ mit „Sternen anderer Leute“ ;) macht, weiß ich nur bedingt. Ich glaube, die größten Probleme gibt es mit Spikes. Aber das ist bei allen anderen Tonemappingtechniken genau so.


    CS Peter

    Reinhard Fu

    Hallo Reinhardt,


    was den Hintergrund angeht ist es ein nahezu reines HOO und das in dieser Kombi cyanfarbene OIII Signal ist schon recht prägnant, vor allem auch am Sturmvogel. Das war in meinen früheren Aufnahmen ähnlich. Für mich ist eher ein Punkt, dass das Ha Signal dort vergleichsweise schwach ist. Ich hatte ohne Masken gearbeitet und keine selektive Verstärkung oder Abschwächung vorgenommen. Wenn es so regnerisch bleibt, gehe ich noch einmal in die Bearbeitung und versuche, dem Ha im Cirrusnebel noch etwas mehr Präsenz zu geben.


    Schönen Sonntag!

    Peter

    Hallo Jan,


    stete Übungen in Selbstkritik immunisieren auch gegen den Danning-Kruger-Effekt , das kann nie schaden... :D  :D :D


    Zu deiner Frage nach meiner Art, RGB Sterne einzublenden. Ich arbeite erst in APP und dann in PS. Wenn es nur um die Sterne geht und nicht z. B. Reflexionsnebel eine Rolle spielen, belichte ich RGB nur kurz mit ca. 30 Sekunden je Frame. Das eigentliche Target soll gar nicht so hell durchkommen. Ich erzeuge dann eine normale RGB Kombi in APP, die ich nur mäßig strecke, anhand der Sternfarbverteilung in kalibriere und auf die Schmalbandversion registriere. Den Hintergrund halte ich dunkel, so bei RGB 15 vielleicht. Die Sterne der Schmalbandversion entferne ich mit starnet++ und beseitige verbliebene Halos etc. in PS. Auch die weitere Bearbeitung erfolgt in PS.


    Wenn das Target in der RGB Version im Verhältnis zur Schmalbandversion recht dunkel ist, blende ich die die Sterne in PS im Modus "negativ multiplizieren" ein, nachdem ich in der RGB Ebene eine möglichst dezente Rauschbekämpfung vorgenommen habe. Durch diesen Blendmodus wird das gesamte Bild deutlich heller. Aber es werden dunkle Halos und andere Effekte vermieden, die z. B. beim Einblenden durch "Aufhellen" entstehen und die Sterne kommen natürlich und smooth rein. Zur Korrektur der Helligkeit setze ich Tonwert- und Gradationskurveneinstellungsebenen oben auf den Stapel und regele damit die Helligkeit zurück. Am Besten ist es, die Einstellungsebenen mit der RGB Sternebene in eine Gruppe zu packen. Durch de- und reaktivieren der gesamten Gruppe kann man kontrollieren und immer die Einstellungsebenen nachjustieren, bis die Grundhelligkeit der Kombi in etwa derjenigen der sternlosen Schmalbandversion entspricht. Manchmal klappt das nicht, weil das Target im RGB recht hell ist und die Lichter (helle Nebel, Galaxienkerne) ausbrennen. Dann verschmelze ich die beiden Ebenen und wende die Tiefen/Lichter Funktion zur Lichterkorrektur auf das Ergebnis an. Das korrigierte Ergebnis verwende ich als Luminanzebene und lösche die vorherige, zusammengefasste Ebene. Dann kann ich für die weitere Bearbeitung noch immer separat auf die Farbgebung der Sternenebene und der Schmalbandebene einwirken.


    Wenn das Target auch in der RGB Ausgangsversion hell ist, klappt es manchmal nicht, das Ausbrennen zu verhindern. Auch führt das beim Einblenden der RGB Sterne bei sehr hellem TArget im RGB fast immer dazu, dass man viel Detail, Zeichnung und Kontrast in der Aufnahme verliert. Ein Hauptvorteil der Schmalbandtechnik ginge damit verloren. Ich fertige in diesem Fall meist auch ein sternloses RGB an und stapele die beiden Versionen übereinander, nachdem ich eventuelle Artefakte und Sternhalos in der sternlosen Version entfernt habe. Über beide Versionen packe ich je eine Gradationskurve als Schnittmaske. Ich subtrahiere dann die sternlose Version von der anderen und moduliere die beiden Helligkeitsverteilungen mit den Einstellungsebenen so lange, bis das Subtraktionsergebnis die Sterne schön hell und das Target möglichst dunkel zeigt. Bei Galaxien zum Beispiel zeigt sich dann die Galaxie fast schwarz. Das Ergebnis verschmelze ich zu einer Ebene, die ich im sternlosen Schmalbandbild nach oben packe und wiederum im Modus "negativ multiplizieren" einblende. Da nun das Target in der RGB Ebene dunkel ist, wird das Überbelichten vermieden bzw. kann korrigiert werden.


    Ich hoffe, dass man einigermaßen verstehen kann, was ich da schreibe bzw. mache. Es gibt auch eine Vielzahl kleiner Variationen, je nach Randbedingungen. Das Ganze funktioniert auch nur anständig, wenn die verarbeiteten Bilder insgesamt gut voreingestellt sind (Gradienten, Rauschen etc.). Es klappt auch nicht immer gleich gut und man braucht vielleicht etwas Übung damit, um regelmäßig auftretende Probleme in den Griff zu bekommen.


    ... und wegen einer alternativen realistischeren Palette, wir haben schon Ideen wie man das machen könnte waren aber bisher noch zu faul die Arbeit da reinzustecken. Ist aber nicht so einfach wegen der deutlich verschiedenen Intensitäten der einzelnen Emissionslinien und weil Ha und SII spektral so nah beieinander sind. Danke jedenfalls für die Motivation :D

    Bei der Annäherung an eine natürliche Farbpalette mit Schmalbanddaten kann man manchmal das SII anders nutzen als für eine ihm eigens zudefinierte Farbe. Man kann das SII etwas zweckentfremden. Einmal für die Luminanz, wo es je nach Target zusätzliche Strukturen und Details also mehr "Leben" in Ha dominierte Bereiche einbringen kann. Um dahin zu kommen muss das SIII mit einer passenden Wichtung in die Ha Luminanzdaten eingerechnet werden. Aber auch in der Farbtonung können SII Daten nützlich sein. Oft hat man hervorragende Ha-Daten, aber im monochromen Rot verliert das Auge den Halt und es fehlt dort farbliche Variation. Wenn man SII Daten hat, die ja ebenfalls den roten Bereich repräsentieren, kann man ggf. das Ha mit dem SII in der Farbe modulieren, also "Bandbreite" in das Rot bringen und so den monochromen Eindruck brechen. Funktioniert nicht immer, macht auch nicht immer Sinn, manchmal aber schon 8) .


    Viele Grüße

    Peter

    Hallo Jan,


    du fragst nach Kritik, aber über eure Selbstkritik hinaus gibt's nicht viel zu meckern , tolle Aufnahme :thumbup:! Nur die unterbrochenen Ha-Spikes stören mich ein wenig. Hätte man die aus den RGB Sternen klauen und einblenden können?


    Was die Farben angeht, reden wir nur von Geschmacksfragen. Ich selber habe mir die SHO- Versionen mit orangen und himmelblauen Farbtönen etwas sattgesehen, aber das ist eine persönliche Geschichte. Trotzdem vielleicht als Anregung der Vorschlag, eine Palette zu bauen, die in Richtung der visuellen Farbverteilung geht. Nicht als Ersatz für eure schöne Aufnahme, sondern einfach als andere Spielart, und einfach um zu sehen, was so geht... ;) .


    Viele Grüße und CS

    Peter

    Berlinsky Hallo Oliver,


    auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass starnet++ bei mir am besten mit leicht gestreckten Aufnahmen funktioniert. Wieviel Probleme man hat , hängt meines Erachtens davon ab, wie die Sterne aussehen, die man ihm vorsetzt. je definierter und schärfer sie sind, desto besser das Ergebnis. Ich hatte Bilder von Forenkollegen, die ich unterstützt hatte, bei denen die Ergebnisse gar nicht gut aussahen. Aber das lag nicht an Artefakten, die das Programm hinterlässt, sondern an der Bildqualität.


    Bei guten Refraktoraufnahmen gibt es Artefakte nur an extrem hellen Sternen. Da bleibt dann ein heller Fleck mit einem Kreuzmuster. Und aus irgendeinem Grund bleiben manchmal einige wenige, sehr kleine Sterne übrig. Beides kann man mit wenig Aufwand in PS beseitigen. Alles andere sind bei mir keine Artefakte von starnet++, sondern Artefakte der Linsen und Effekte der Atmosphäre, als i. W. Halos um die Position hellerer Sterne herum. Die werden sichtbar, wenn die Sterne erstmal weg sind und ich den Hintergrund strecke. Solche Halos waren der Grund, nach 2 Jahren meinen OIII, sowie den B und L Filter auszuwechseln.


    Bei Aufnahmen von Reflektoren und abgeblendeten DSLR Linden bleiben die Diffarktionsspikes heller Sterne übrig. Aber das sind auch keine Artefakte von starnet++. In dieser Aufnahme betraf das vielleicht 10 Sterne. Man kann das in PS heilen, wenn es nicht zu viele und zu lange Spikes sind. Ich musste in dieser Aufnahme die Spikes (Starbursts) nur für die sternlose Version entfrnen. Für die Vollversion habe ich sie dringelassen. Wenn man die Sterne einfügt, passt ja alles meist ganz gut wieder zueinander (Stern und Spike). Ich bin aber in diesem Punkt froh, dass ich Refraktoren benutze und keine Probleme damit habe.


    Viele Grüße

    Peter

    Peter.H Hallo Peter,


    die Schmalbanddaten wurden mit 200s Belichtungszeit aufgenommen. Die Hälfte hätte sicher auch gereicht, wenn ich etwas weniger abgeblendet hätte. Nach meinen Erfahrungen ist die Belichtungszeit nicht unbedingt das eigentliche Problem bei Aufnahmen mit der DSLR. Ich hatte eher Probleme mit dem manuellem Fokussieren ohne Softwareunterstützung bzw. -aufhellung mit externem Monitor. Das hat mich in den Wahnsinn getrieben und ich habe damals mit meiner Pentax K3 II kein einziges richtig scharfes Ha Bild bekommen, obwohl genug Signal da war.


    Ich will die Kombi 50mm/Asi2600 auch auf meinem Starwatcher Adventurer einsetzen und bin zuversichtlich, dass die möglichen Belichtungszeiten auch für Schmalband reichen.


    Viele Grüße

    Peter

    SabineP Hallo Sabine,


    geht mir auch manchmal so. Auch, wenn sie eigentlich natürlich dazu gehören, sind manche Bilder ohne Sterne einfach schöner. Ob und welche Sterne da sind, kommt ja auch auf den Standort an. Man nehme sternlose Aufnahmen anderer Galaxien. Hilfsweise kann man sich ja vorstellen, man habe aus dem intergalaktischen Raum heraus fotografiert. Dann wäre ein Bild ohne Sterne sogar realistischer ^^. Bei Aufnahmen von Nebelzielen verstellen die Sterne dem Gehirn manchmal den Blick auf die feinen Strukturen und die sternlose Version kommt einfach besser. Für mich ist die sternlose Version aber meist einfach ein technischer Zwischenschritt. Sie ist auch bestens dazu geeignet, in der Bearbeitung schnell und unkompliziert, ohne Sternmasken etc., auszuprobieren, was an dem Objekt „so geht“. Auch Arbeit an den Kontrasten und Farben wird dramatisch erleichtert, wenn man die Sterne dafür aus den Füßen hat.


    Viele Grüße

    Peter

    Hallo Peter,


    es freut mich sehr, dass dir die Aufnahme gefällt!


    Die Hintergrundfarben (alles außer den Sternen) kommen in diesem Bild zu 90% aus einer Mischung der Signale von H-alpha (rot) und OIII (grünblau). Vom RGB ist nur wenig Signal drinnen, weil das in den Emissionsnebeln deutlich schwächer strukturiert ist und Details kostet. Ich habe das OIII zu etwa gleichen Teilen im Grün- und Blaukanal eingemischt. Die Farbe entspricht m. E. in etwa der tatsächlichen Farbe. Eine reine RGB Version, nach der du fragst, sieht an den Stellen, an denen im Cirrus OIII präsent ist, etwas bläulicher aus. Das liegt meines Erachtens daran, dass die RGB Filter breiter filtern und je nach Abstufung der Filter und Mischung in der Software eher ein wenig mehr blaue Anteile hereinspielen. Mit RGB Filtern oder OSC Kamera wird der Nebel im Vergleich in den Farben wohl nicht so kräftig und weniger strukturiert erscheinen. Breitbandaufnahmen haben an Emissionsnebeln halt weniger Kontrast. Das hat aber durchaus seinen Reiz, wenn man es richtig anstellt.


    Zum Thema starnet++. Ich verwende es nicht primär mit dem Ziel, die Sterne zu verkleinern. Es geht mir darum, die Sterne für die Optimierung des Hintergrundes für diesen Arbeitsschritt komplett aus den Füßen zu haben. Ich füge sie dann später wieder ein. Ein Nebeneffekt ist, dass die Sterne bei dieser Strategie meist nicht so stark mitgestreckt werden, also dadurch schon einmal klein bleiben. Wenn ich sie noch weiter verkleinern möchte (selten) verwende ich am Ende der Bearbeitung RC-Astro StarShrink als Plugin in PS. Das funktioniert bei meinen Sternen (Refraktor) sehr gut.


    Viele Grüße

    Peter

    Hallo Jens,


    das ist ja mal eine schöne Koinzidenz! Zwei Übersichtsaufnahmen des Schwan nebeneinander (deine und meine), die beide mit einer Kombination aus Astrokamera und 50er DSLR Objektiv gebaut sind. Interessant ist der Vergleich der beiden Bildfelder, worin die 6200 natürlich klar im Vorteil ist.


    Sehr schöne Präsentation - das hätte Prof. Grzimek nicht besser machen können! Bin gespannt, ob noch jemand mit einem richtig langen Rohr kommt und uns die astronomische Entsprechung der "Steinlaus" zeigt :D .


    Viele Grüße

    Peter

    Hallo Jens,


    das kleine Pentax Makro ist der Wahnsinn. Es ist zwar etwas in die Jahre gekommen, aber die Abbildungsqualität ist insgesamt super. Ich habe auch schon tolle Makros damit gemacht, hier ein Beispiel https://www.flickr.com/photos/…/album-72157676656755670/


    Die Aufnahmen sind mit f/4.5 entstanden. Rückblickend hätte es wahrscheinlich auch voll aufgeblendet funktioniert. Ich hatte ja mit Ha-Aufnahmen als Test gestartet und war erstmal mit f/4.5 angefangen. Dann war es schon spät und ich bin ins Bett gegangen, statt zu variieren. Für die nächsten Nächte war ich dann festgelegt.


    Ich finde die Strahlen eigentlich gar nicht schlecht - das sieht dann wenigstens richtig nach (Weihnachts)Stern aus ^^ . Ob es gefällt ist sicher Geschmacksache. Über Diffraktionsspikes an Reflektoren redet ja aber auch kaum jemand... ;)


    Viel Grüße

    Peter


    P.S. Einen schönen Propeller hat du gezeigt! Hier ist er auch ganz klein zu sehen.

    Hallo allerseits,

    im Sternbild Schwan finden sich eine Vielzahl berühmter Emissionsnebel wie Nordamerikanebel, Pelikannebel, Mondsichelnebel, Propellernebel oder Cirrusnebel. Die Übersichtsaufnahme, erstellt mit einem 50 mm DSLR Objektiv (Pentax SMC DFA 2.8/50mm Makro) und der ASI2600mm pro zeigt sie alle in einem Bild.

    Das Objektiv bildet das riesige Bildfeld bis in die Ecken nadelscharf und ohne Vignettierung oder CA's ab. Anders, als ich es sonst aus eigenen Versuchen am Nordamerikanebel kenne, hat es die Sterne schön aufgelöst, ohne dass sie in einer graublauen "Michstraßensuppe" verschwimmen. Das manuelle Fokussieren war zwar ein nervlicher Drahtseilakt, aber es hat lohnt.

    Für die insgesamt ca. 6,5 Stunden Belichtungszeit benötigte ich 3 Nächte. Die erste Nacht, die eigentlich nur als Test gedacht waren, brachte viele und hervorragende Ha Lights. In der nächsten Nacht folgten Rot und Grün, wobei Grün nicht richtig fokussiert war. Ich hatte mir den Wecker für das Nachfokussieren bei Filterwechsel eingestellt, aber wohl nicht scharf gemacht || . In der dritten Nacht hatte ich technische Probleme und musste die verbleibende Zeit auf 30 min. Blau und etwas mehr als eine Stunde OIII aufteilen.

    Ich habe mich entschieden, eine HOO Version mit RGB-Sternen und eine sternlose Version zu machen. Die sternlose Version ist für mich reizvoll, weil sie die zahlreichen Nebelstrukturen unverstellt zeigt. Starnet++ hat da einen hervorragenden Job gemacht, finde ich.

    Hier nun die Aufnahmen. Alle Daten, die volle Auflösung und die Astrometrierung findet ihr hinter den unten stehenden Links auf Astrobin.



    Volle Auflösung: https://astrob.in/full/453r5z/F/



    Volle Auflösung: Heart of the Swan - Overview Image (pete_xl) - Full resolution | AstroBin


    Schönes (langes) Wochenende euch allen!


    Peter