Posts by Heinz-S

    Hallo Matthias,


    deine freundliche Reaktion freut mich sehr. Diese kleinen, meist wenig beachteten Objekte verdienen auch ein wenig Aufmerksamkeit. Daher ziele ich sie immer wieder gerne an, wobei die große Öffnung natürlich sehr hilfreich ist.


    Dennoch habe ich hier im Forum bereits eine ganze Reihe lang belichteter Aufnahmen kleiner Objekte gesehen, die mit geringerer Brennweite und weniger Öffnung sehr viel Detailreichtum offenbart haben. Oft war ein großflächiges Objekt das Primärziel und das kleinere wurde ausgekoppelt und vergrößert dargestellt.


    Liebe Grüße

    Heinz

    Hallo Sternfreunde,


    auch heute möchte ich ein Galaxienbild vorstellen, dessen Luminanz bereits 2022 aufgenommen wurde mit aktueller Ergänzung der Farbinformation.



    LGG 438, eine Galaxiengruppe im Sternbild Delphin (NGC 6927, 6928, 6930, u.a.)


    Durch Klicken auf das Bild gelangt man zur Galerie mit der höheren Auflösung



    Die annotierte Version:



    Im Zentrum der kleinen Galaxiengruppe befindet sich die Spiralgalaxie NGC 6930, deren visuelle Helligkeit mit 12.84 mag angegeben wird bei einer Entfernung von ca. 218 Mio. Lichtjahren.


    Geringfügig weiter nordwestlich findet sich NGC 6928, die mit 12.50 mag etwas heller erscheint, aber ebenfalls mit ca. 204 Mio. Lichtjahren etwa gleich entfernt ist. Bei den Faint Fuzzies sind beide Galaxien beobachtet worden, wobei unter sehr guten Bedingungen beide bereits mit 8 Zoll visuell erreichbar sind, NGC 6930 jedoch deutlich schwieriger.


    Fotografisch findet sich auf Astrobin u.a. eine Aufnahme von Gary Imm, der mit seinem 11 Zoll Edge HD die gleiche Gruppe abgelichtet hat.


    Direkt über NGC 6930 zeigt sich PGC 200365, die sich mit ca. 230 Mio. Lichtjahren in deren direkter Nachbarschaft befindet. Evtl. wechselwirken die Beiden.


    Im Feld zu sehen ist neben den PGC – Galaxien auch noch NGC 6927, die zusammen mit den anderen aufgeführten Welteninseln als Galaxiengruppe LGG 438 (Lyons Groups of Galaxies; hier 6 Galaxien) gelistet ist.


    Viele Grüße

    Heinz



    Aufnahmedaten:


    Equipment:

    CDK 317/2540 (f/8) mit Kamera QHY 268 Mono für die Luminanz

    RH 200/600 (f/3) mit Kamera QHY 268 Mono mit R,G,B Filtern von Baader für die Farbe

    Montierung: Fornax 100

    Guiding über OAG mit MGEN II

    Verwendete Software: APT, Astro Pixel Processor, Pixinsight


    Bildinformation:

    Aufnahmedatum: 04.09.2022 (Luminanz) und 12.07.2026 (Farbe)

    Bildfeld: 30' 23'' x 19' 50''

    118 x 120 Sek, Binning 1x1, Gain 0, Temp. -5 Grad (Luminanz)

    105 x 60 Sek, Binning 1x1, Gain 0, - 10 Grad (Farbe)

    Gesamtbelichtungszeit von gut 5,5 Stunden

    Bortle 4 bis 5; fast kein Mond; klar mit gelegentlichen Cirren; fast windstill; geringe Luftfeuchte

    Hallo Matthias,


    vielen Dank!! Zwischenzeitlich ist mein Gerät mit der langen Brennweite wieder zu mir heimgekehrt. Zur Zeit mühe ich mich mit der Justierung am Stern ab. Dann kann endlich wieder fotografiert werden. Du hast recht, was die schlummernden Daten angeht. Ich bin froh, auf diese Weise noch Material zum Ausarbeiten zu haben.


    Liebe Grüße

    Heinz

    Hallo Sternfreunde,


    mit NGC 6691 habe ich nun noch eine weitere unbearbeitete Galaxie fertiggestellt. Mit der langen Brennweite 2022 aufgenommen fehlte noch die Farbinformation, die ich aktuell nachgeholt habe.



    NGC 6691, eine Galaxie im Sternbild Drachen



    Die schöne Face – On – Spirale findet sich im Drachen. Da sie nur ca. 1,5 x 1,4 Bogenminuten am Himmel abmisst, wird sie fotografisch selten erfasst. Laut Sky Safari ist sie ca. 295 Mio. Lichtjahre entfernt. Die visuelle Helligkeit wird mit 12,9 mag angegeben. Um sie prominent in Szene setzen zu können, habe ich das Bildfeld auf 16' x 10' verkleinert.


    Viele Grüße

    Heinz




    Aufnahmedaten:


    Equipment:

    CDK 317/2540 (f/8) mit Kamera QHY268 Mono für die Luminanz

    RH200 200/600 (f/3) mit Kamera QHY268 Mono und Baader RGB Filtern für die Farbe

    Montierung: Fornax 100

    Guiding über OAG mit MGEN II

    Verwendete Software: APT, Astro Pixel Processor, Pixinsight


    Bildinformation:

    Aufnahmedatum: 29.08.2022 (Luminanz); 11.07.2026 (Farbe)

    Bildfeld: 16' x 10'

    93 x 120 Sek, Binning 1x1, Gain 0, Temp. -5 Grad (Luminanz)

    100 x 60 Sek. für alle Farbkanäle zusammen, Binning 1x1, Gain 0, - 10 Grad (Farbe)

    Gesamtbelichtungszeit von knapp 5,0 Stunden

    Bortle 4 bis 5; kein Mond; wenige Cirren; leichter Wind, gegen Ende stärker

    Hallo Freunde des OdM,


    mein Beitrag zu diesem Objekt hat für mich einen nostalgischem Hintergrund. Im November 2016 habe ich meine ersten Gehversuche in Sachen Astrofotografie unternommen. Bereits im Januar 2017 habe ich dann auf den Blasennebel gehalten mit der damals fortschrittlichen CCD Farbkamera ATIK 383C.



    Platesolving gab es noch nicht. Zur Objektsuche habe ich mich stets mittels GOTO über zwei helle Sterne an das Objekt herangepirscht und dann die richtige Bildlage über Sternmuster verglichen. Wegen der einen oder anderen Fehlbedienung, Verwacklungen und Eisbeschlag auf dem Chip kam es stets zu weit mehr Ausschuss als heute.


    Da ich zur Zeit kein fotografisches Equipment zur Verfügung habe, bin ich erfreut, mich am OdM beteiligen zu können. Immerhin hat die Wahl des OdM dazu geführt, dass die alten Daten endlich einmal bearbeitet wurden. Danke Rainer für die Vorstellung von NGC7635!


    Viele Grüße

    Heinz




    Aufnahmedaten:


    Equipment:

    CDK 317/2540 (f/8) mit Kamera ATIK 383C

    Montierung: Fornax 100

    Guiding über OAG mit MGEN II

    Verwendete Software: Artemis Capture, Astro Pixel Processor, Pixinsight


    Bildinformation:

    Aufnahmedatum: 21.01.2017

    Bildfeld: 23' x 18'

    29 x 300 Sek, Binning 1x1, Temp. -35 Grad

    Gesamtbelichtungszeit von ca. 2,5 Stunden

    Bortle 4 bis 5; kein Mond; wolkenlos; windstill

    Hallo Matthias,


    bei der Verbindung von Luminanz- und Farbbild habe ich vor Jahren ein Video von Frank Sackenheim angeschaut und seither dessen Methode angewandt:


    Zunächst werden Farbbild und Luminanzaufnahme getrennt voneinander bearbeitet und gestreckt. Beim Strecken ist darauf zu achten, dass beide Aufnahmen etwa gleich stark gestreckt werden.


    Das Verbinden von Luminanz und Farbe erfolgt dann in Pixinsight im CiE L-a-b Modus. Also Channel Extraction auf das Farbbild anwenden im L-a-b Modus, dabei die Luminanz abwählen. Dann Channel Combination im L-a-b Modus mit der Original Luminanzaufnahme und den soeben extrahierten a und b Anteilen des Farbbilds. Ausführen durch Klick auf Global.


    Diese Vorgehensweise hat bei mir immer gut funktioniert.


    Viele Grüße

    Heinz

    Hallo Sternfreunde,


    wegen der guten Durchsicht nach Süden am 23.06.26 ergab sich die Möglichkeit, dort ein weiteres Objekt abzulichten. Es handelt sich um den Kugelsternhaufen NGC 5897, der 1785 von Wilhelm Herschel entdeckt wurde. Er ist im Inneren recht locker aufgebaut und mit rund 40.000 Lichtjahren ein ferner Satellit der Milchstraße.



    NGC 5897, ein Kugelsternhaufen im Sternbild Waage


    Mit Klick auf das Bild gelangt man zur Galerie mit der größeren Auflösung.



    Die annotierte Version:



    Im Feld oben rechts findet sich von allen PGC – Galaxien am besten erkennbar PGC 54348, die auch mit UGCA 402 katalogisiert ist und ca. 84 Mio. Lichtjahre (Angabe Sky Safari) entfernt ist. Der UGCA Katalog war mir noch nicht bekannt. Es handelt sich um eine Ergänzung zum bekannten UGC Katalog. In diesem waren nur Galaxien bis zur Deklination -2,5 ° erfasst. Im UGCA sind auch weiter südlich gelegene Galaxien aufgeführt.


    Die Aufnahme enthält ausschließlich RGB Daten und erfolgte von ca. 23:15 bis 1:45 Uhr. Auf den letzten Bildern waren dann schon die Baumspitzen aus der Umgebung zu erkennen.


    Viele Grüße

    Heinz



    Aufnahmedaten:


    Equipment:

    Teleskop: RH 200/600 (f/3)

    Kamera: QHY 268 Mono mit R,G,B Filtern von Baader

    Montierung: Ioptron CEM70

    Guiding über Leitrohr mit MGEN III

    Verwendete Software: APT, Astro Pixel Processor, Pixinsight


    Bildinformation:

    Aufnahmedatum: 23.06.2026

    Bildfeld: 2° 13' × 1° 29'

    139 x 60 Sek. für alle Farbkanäle zusammen, Binning 1x1, Gain 0, Temp. -10 Grad

    Gesamtbelichtungszeit von gut 2 Stunden

    Bortle 5 bis 7; ca. Halbmond; windstill; klar; geringe Luftfeuchtigkeit

    Da ich mit der Kamera die ich mir für meine große Sternwarte schon zugelegt habe recht zufrieden bin habe ich mir das gleiche Modell nun auch für die kleine Sternwarte geholt....


    Hallo Thomas,


    so ein Teil wollte ich mir auch noch zulegen. Kannst du vielleicht kurz folgende Fragen beantworten?


    Verursacht die Kamera keine Störungen deiner Aufnahmen, z.B. durch Infrarotstrahlung?


    Wie weit ist dein WLAN – Router etwa entfernt bezüglich einer stabilen Signalübertragung?


    Wie hast du die Stromversorgung gelöst?


    Danke und viele Grüße

    Heinz

    Hallo Peter,


    eine tolle Aufnahme, erstaunlich, dass du da noch Verbesserungsbedarf siehst. Wenn ich mir deine Sterne in der Galerie vergrößert anschaue, kann ich auch keinen Makel entdecken. Was die mondlosen Nächte angeht, so solltest du erwägen, zumindest RGB – Daten und H – Alpha auch bei Mondschein zu sammeln. Hier konnte ich in der jüngeren Vergangenheit keine wesentlichen Unterschiede zu mondfreien Nächten feststellen.


    Viele Grüße

    Heinz

    Hallo Matthias,


    ganz lieben Dank für deine Worte. Früher hatte ich die „Tatze“ immer mal wieder auf Fotos von Amateuren gesehen. Ob sie im Moment ein wenig in Vergessenheit geraten ist?


    Ach ja, die Auflösung. Es besteht doch tatsächlich die Aussicht, dass ich mein „dickes“ Fernrohr demnächst aus der Werkstatt abholen kann, um wieder Objekte wie dieses ablichten zu können.


    Beste Grüße

    Heinz

    Hallo Sternfreunde,


    auf meiner Festplatte hat sich noch altes unbearbeitetes Material befunden. NGC 2537 wurde wegen des interessanten Aussehens der Eigenname „Bärentatze“ verliehen. Die Galaxie wurde zwar schon oft fotografiert, ist jedoch für jeden Astrofotografen reizvoll. Die „Bärentatze“ besteht aus zwei miteinander verschmelzenden Galaxien, weshalb sie auch Eingang in den Katalog von Halton Arp gefunden hat. Wegen der großen Annäherung und Interaktion hat eine starke Sternentstehung eingesetzt. Die Galaxie hat nur eine Winkelausdehnung von 1,7' x 1,5'.



    NGC2537 bzw. ARP6 (Bärentatze), eine verschmelzende Galaxie im Sternbild Luchs


    Mit Klick auf das Bild gelangt man zur Galerie mit der höheren Auflösung.


    Die annotierte Version:



    Leider habe ich den Bildausschnitt etwas ungünstig gewählt, sonst hätte auch die schöne EdgeOn – Spirale IC2233 noch ganz auf die Aufnahme gepasst. Von den umliegenden PGC – Galaxien sei die benachbarte PGC 23057 erwähnt, da sie auch unter NGC 2537A katalogisiert ist, weil sie mit der „Bärentatze“ gemeinsam ein optisches Galaxienpaar bildet.


    Ein Bildausschnitt:



    Die Aufnahme ist eine reine LRGB Bearbeitung ohne Schmalbandanteile. Die Aufnahmebedingungen waren sehr gut.


    Viele Grüße

    Heinz




    Aufnahmedaten:


    Equipment:

    CDK 317/2540 (f/8) mit Kamera ATIK 11000 Mono für die Luminanz

    Meade ACF 203/2000 (f/10) mit Kamera ASI 094 Color für die Farbe

    Montierung: Fornax 100

    Guiding über Leitrohr TS 240 mit MGEN III

    Verwendete Software: APT, Astro Pixel Processor, Pixinsight


    Bildinformation:

    Aufnahmedatum: 27.03.2025

    Bildfeld: 48' 39'' x 32' 16''

    33 x 240 Sek, Binning 1x1, Temp. -15 Grad (Luminanz)

    70 x 120 Sek, Binning 2x2, Gain 50, - 10 Grad (Farbe)

    Gesamtbelichtungszeit von 4,5 Stunden

    Bortle 4 bis 5; kein Mond; sehr klar; windstill; kaum Luftfeuchte

    Hallo Freunde des OdM,


    hier kann ich eine aktuelle Belichtung beisteuern. Das Foto ist eine RGB – Aufnahme. Die Nacht war recht feucht, so dass am Ende Teleskop, PC, usw. sehr nass waren, jedoch gut durchgehalten haben. Den KH habe ich noch nicht gekannt und danke AstroPingu für die detaillierte Vorstellung.



    NGC 5466, ein Kugelsternhaufen im Sternbild Bootes


    Mit Klick auf das Bild gelangt man zur Galerie mit der größeren Auflösung.



    Hier noch ein Crop:




    Viele Grüße

    Heinz




    Aufnahmedaten:


    Equipment:

    Teleskop: RH 200/600 (f/3)

    Kamera: QHY 268 Mono mit R,G,B Filtern von Baader

    Montierung: Ioptron CEM70

    Guiding über Leitrohr mit MGEN III

    Verwendete Software: APT, Astro Pixel Processor, Pixinsight


    Bildinformation:

    Aufnahmedatum: 05.06.2026

    Bildfeld: 2° 09' × 1° 25'

    169 x 60 Sek. für alle Farbkanäle zusammen, Binning 1x1, Gain 0, Temp. -10 Grad

    Gesamtbelichtungszeit von knapp 3 Stunden

    Bortle 4 bis 6; anfangs kein Mond; geringe Bewölkung; windstill; gegen 02:30 aufkommende Bewölkung und Abbruch

    Hallo Jürgen,


    solche Halo – Ringe lassen sich mit der kostenlosen Software Fitswork recht gut beseitigen. Das Programm beinhaltet die Funktion „Bearbeiten/Bild ebnen/Hintergrund ebnen variabel“. Probier es doch mal aus.


    Mein CDK hat solche Halos auch gerne produziert bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Irgendwann wurde das Bildinnere dann immer dunkler. Nun ist mein CDK ein Methusalem, gebraucht gekauft und aus frühester Fertigung ohne Tauschutzheizung. Hat deiner schon eine solche? Dann habe ich auch keine Erklärung für das Phänomen, es sei denn, es liegt an dem sehr hellen Objekt, welches evtl. Reflexe verursacht hat. Vielleicht kannst du es auch mal mit einer geringeren Gain – Einstellung testen.


    Viele Grüße

    Heinz

    Hallo Stathis und Günther,


    auch euch beiden vielen Dank für eure Ergänzungen. Ein Foto kann durch den Vergleich mit den visuellen Eindrücken irgendwie besser für alle Astrointeressierten eingeordnet werden. Zeichnungen wie deine, Gunther, oder die von Christoph machen den Vergleich in der Tat besonders anschaulich.


    Stathis, dass du mit so wenig Schlaf bei deinem Trip ausgekommen bist, Hut ab! Was meinen „Dicken“ angeht, der Zwöfzöller ist immer noch in der Werkstatt zum Einbau der Tauschutzheizung, nunmehr seit fast einem Jahr. Was diesen PN angeht ist das jedoch verschmerzbar, da ich mit dem „Dicken“ so weit im Süden gelegene Ziele nicht erreichen kann, hier ist bei einer Deklination von ca. -3° Schluß.


    Beste Grüße

    Heinz

    Hallo Christoph und Karsten,


    auch euch beiden vielen Dank für eure positiven Rückmeldungen. Christoph, deine Beschreibung der visuellen Möglichkeiten ist eine sehr schöne Ergänzung dieses Fadens. Deine Zeichnung trotz mäßiger Bedingungen ist wirklich bemerkenswert und motiviert hoffentlich den einen oder anderen Sternfreund, sich an dem PN zu versuchen.


    Übrigens: Den Begriff „Lobe“ im Zusammenhang mit den seitlichen Gasauswürfen eines PN habe ich noch nie gehört. Wieder was gelernt!



    Beste Grüße

    Heinz

    Hallo Knut, Drehn, Wolfram und Matthias,


    euch allen ein großes Dankeschön. Auf die Zeichnung von Cateye bin ich zufällig gestoßen. Die Leistung der Sternfreunde, die solche Zeichnungen fertigen, beeindruckt mich stets aufs Neue. Sie waren es, die astronomische Objekte für die Allgemeinheit fassbar machten, lange bevor es die Fotografie gab. Dass sich heute noch Menschen mit der Geduld und Akribie der Darstellung eines komplexes Objektes widmen, ist bewundernswert.


    Beste Grüße

    Heinz

    Hallo Sternfreunde,


    der 08.05.26 war eine klare Nacht mit sehr guter Durchsicht, so dass ich mal ein Objekt weit im Süden aufnehmen wollte. Im Deep Sky Atlas fand ich den PN 4361, der innerhalb der vier Hauptsterne im Raben zu finden ist. Mit einer Deklination von -18,5 Grad ist das so ziemlich das Ende der Fahnenstange der für mich noch erreichbaren Objekte. Der 8 Zöller lugt dann noch gerade eben über den Rand der Gartensternwarte.



    NGC 4361, ein planetarischer Nebel im Sternbild Rabe


    Mit Klick auf das Bild gelangt man zur Galerie mit der größeren Auflösung.


    Obwohl der PN an diesem Abend gegen 03.30 Uhr untergegangen ist, war bei mir schon ca. eine Stunde früher nichts mehr zu sehen. Dennoch kamen immerhin gute drei Stunden Aufnahmezeit zusammen. Wegen seiner südlichen Lage wird der Nebel aus unseren Breiten heraus wohl seltener fotografiert.


    NGC4361 ist der hellste PN im Raben, entdeckt von Wilhelm Herschel im Februar 1785, mit einer Winkelausdehnung von 2,1' x 2,1'. Der Bildausschnitt beträgt 45' 31'' x 26' 56'' und ist mit 2x Drizzling aus dem Gesamtbild herausgetrennt.


    Der Nebel wird wegen seinem Anblick auch als „Rasensprenger“ bezeichnet. Mit einer Entfernung von ca. 3000 Lichtjahren brennt in seinem Inneren ein Zentralstern, ein Wolf-Rayet-Stern, der etwa die 18.000 – fache Leuchtkraft der Sonne besitzen soll.


    Die annotierte Version:




    Cateye hat hier im Forum eine schöne Zeichnung veröffentlicht, die deutlich macht, dass unter günstigen Umweltbedingungen auch visuell einiges an Details des PN herausgearbeitet werden kann.


    NGC 4361 PN Corvus


    Entnommen aus der Galerie von Cateye hier im Astrotreff


    Viele Grüße

    Heinz




    Aufnahmedaten:


    Equipment:

    Teleskop: RH 200/600 (f/3)

    Kamera: QHY 268 Mono mit HA bzw. OIII Filtern (6nm) von Astronomik

    Montierung: Ioptron CEM70

    Guiding über Leitrohr mit MGEN III

    Verwendete Software: APT, Astro Pixel Processor, Pixinsight


    Bildinformation:

    Aufnahmedatum: 08.05.2026

    Bildfeld: 45' 31'' × 26' 56''

    52 x 120 Sek. HA und 48 x 120 Sek. für OIII, Binning 1x1, Gain 30, Temp. -10 Grad

    Gesamtbelichtungszeit von gut 3 Stunden

    Bortle 4 bis 5; kein Mond; sehr gute Durchsicht; wolkenlos; windstill

    Hallo Heiko,


    da ihr mit eurem „Seestar – Verbund“ hier schon so viele großräumige Aufnahmen gezeigt habt, hatte ich im Stillen darauf gehofft, dass ihr hier evtl. einsteigt. Ich bin gespannt und freue mich darauf, dass in der Galerie dann auch von Melotte 111 eine schöne Aufnahme vorhanden sein wird.


    Danke und viele Grüße

    Heinz

    Hallo Klaus,


    danke für deine umfangreiche Recherche. Die unterschiedlichen Größenangaben sind in der Tat bemerkenswert. Sky Safari weist ebenfalls auf eine 4,5° Ausdehnung hin und beschreibt eine Zahl von ca. 40 Sternen zwischen 4,3 und 10,5 mag als Haufenmitglieder mit gemeinsamer Eigenbewegung.


    Eine wirklich schöne Aufnahme des Haufens hast du in der englischen Wikipedia Ausgabe gefunden. Im dortigen Bild liegt Norden links. Von dem orange Riesen Gamma Comae Berenices links der Bildmitte ausgehend ist Melotte 111 schön erfasst. Außerdem enthält die Aufnahme einige Hintergrundgalaxien, von denen die in der unteren Bildmitte gelegene lang gestreckte Nadelgalaxie (NGC 4565) am deutlichsten heraussticht.


    Viele Grüße

    Heinz

    Hallo Klaus,


    besten Dank, dass du dich der Herausforderung gestellt hast, Melotte 111 in Gänze zu erfassen. Ich bin fest davon ausgegangen, dass es sich dabei um ein Paradeobjekt für den Seestar handelt. Danke, dass du das hier richtiggestellt hast.


    Zum visuellen Auffinden des Haufens mit bloßem Auge orientiere ich mich, wie du auch schreibst, an Arkturus und Denebola. Was ich da erkennen kann, muss wohl die Anhäufung der helleren Sterne rechts der Bildmitte sein. Vielleicht kann das aber noch ein visuell erfahrenerer Sternfreund präzisieren.


    Die besagten helleren Sterne habe ich mit der Darstellung im Deep – Sky – Atlas verglichen. Zumindest von dieser Darstellung her hast du den Haufen vollständig erfasst. Nochmals danke, dass du hier eingestiegen bist. Jedenfalls ist mir jetzt klar ,warum Melotte 111 von den Astrofotografen doch recht stiefmütterlich behandelt wird.


    Viele Grüße

    Heinz

    Hallo Markus,


    danke für deinen freundlichen Kommentar.

    Auf was bezieht sich Deine Aussage der unterschiedlichen Bedingungen: Wetter, Höhe des Objektes oder Aufnahme-/Equipmentdaten?

    Die Aussage hat insbesondere auf die Wetterbedingungen abgezielt. Während die Luminanz in einer mondlosen Nacht aufgezeichnet wurde, herrschte bei der Farbaufnahme Vollmond. Ansonsten kombiniere ich teilweise Luminanz- und Farbinformation mit unterschiedlichem Equipment, welches an der gleichen Montierung befestigt ist, um die wenigen klaren Nächte besser nutzen zu können.


    Viele Grüße

    Heinz

    Hallo Jürgen, Karsten und Matthias,


    ein großes Dankeschön von mir für eure netten Worte.


    Karsten, obwohl mir absolut bewusst ist, dass ich mit dem Dithering bessere Ergebnisse erzielen könnte, habe ich es bislang noch nie angewandt. Als ich begann, mich mit der Astrofotografie zu CCD – Zeiten ernsthaft auseinanderzusetzen, war vom Dithering noch nichts zu hören.


    Wie seinerzeit in den diversen Tutorials erklärt, habe ich stets brav Bias-, Dark- und Flat – Aufnahmen gemacht und damit die Bilder korrigiert. Zwischenzeitlich wurden die Bias durch FlatDarks ersetzt. Der MGEN in Verbindung mit APT (Astro Photography Tools) erlaubt das Dithern ohne großen Aufwand. Ich muss gestehen, dass ich bislang zu träge war, das Dithern einzubinden ebenso wie der von fast allen Astrofreunden mittlerweile vollzogene Umstieg auf N.I.N.A. mir noch zu aufwendig war.


    Beste Grüße

    Heinz