Posts by Stathis

    warum shimen, um im Cheshire den FS mittig zu sehen, wenn mit dem Unterlegen von Plättchen der OAZ doch nur höher gebaut, aber nicht quer dazu verschoben werden kann?

    Nicht an allen 4 Schrauben gleichmäßig unterfüttern, sondern nur die nötig sind, um das Schielen des OAZs auszugleichen. Du kannst so den Kippwinkel, sprich die "Rechtwinkeligkeit" zum Tubus herstellen. Wenn dein OAZ z.B. zu sehr nach links schielt, musst du unter die beiden rechten OAZ Befestigungsschrauben shimen.


    Dazu sollte natürlich zuvor sichergestellt sein, dass der Fangspiegel in der Mitte des Tubuses sitzt. Auch der Hauptspiegel sollte mittig in der Spiegelbox sitzen. Hast du beides überprüft? Beim Fangspiegel einfach mit dem Meterstab gucken, ob die Zentralschraube der Fangspiegelhalterung mittig im Hut sitzt (bzw. incl. Offset 5 mm weg vom OAZ). Beim Hauptspiegel prüfen, dass der Abstand zu den 4 Spiegelbox Wänden gleich ist.


    Diese Fangspiegel Spinnen von Fa. Novak kenne ich. Da kann man doch die Befestigungsschrauben am Hut z.B. auf der einen Seite lockern und auf der gegenüberliegenden Seite fester ziehen. Warum soll das bei dir nicht gehen?


    Wie können die Justierschrauben des FS den FS zentrisch im Tubus ausrichten? Das verstehe ich nicht. Die ändern doch nur die Neigung des FS,

    Die Justierschrauben sitzen doch nicht in Höhe der Spiegeloberfläche, sondern deutlich höher. Wenn man den Tilt oben an den Justierschrauben ändert, ändert sich auch die Position weiter unten am Spiegel selbst. Wie sind die Justierschrauben im Moment? Sind sie annähernd gleichweit geschraubt, sitzt der Fangspiegel zentrisch genug. Sind sie jedoch total verschieden eingedreht, hängt der Fangspiegel schief. Das würde auch erklären, warum du ihn im OAZ nicht zentrisch siehst.


    p.s.

    D.h. ich hätte die Mittenmarkierung des FS von der aktuellen Position um 5 mm nach hinten unten anbringen müssen,

    Nein, genau anders herum! Wenn der Offset 5 mm ist, muss der Fangspiegel um 5 mm weg vom OAZ UND 5 mm Richtung Hauptspiegel. Auf der Spiegeloberfläche sind das 5 mm * wurzel (2) = 7 mm Versatz zur geometrischen Mitte. Vom OAZ aus gesehen muss die Mittenmarkierung somit nach oben und vorne, damit hinterher der Fangspiegel nach hinten und unten zu liegen kommt. Am besten mal alles aufzeichnen, dann wird es sicher klar.

    Bitte mit deiner Geometrie nachrechnen, ob die 5 mm auch stimmen!

    Voraussetzung für eine gute Justage ist ja, dass die optische Achse des Hauptspiegels mit der mechanischen Achse des Gitterrohrtubus übereinstimmt, der HS also zentriert eingebaut ist sowie der OAZ rechtwinklig am Hut montiert ist.

    Das ist wünschenswert, aber nicht unbedingt notwendig. Wie Ralf schreibt, kann man (in gewissen Grenzen) auch schief zum Tubus sauber justieren. Beim Newton kommt ja "nur" darauf an, dass die 3 Teile Hauptspiegel, Fangspiegel, OAZ in Position und Tilt zueinander passen.


    a) der Fangspiegel ist nicht zentriert zum OAZ (man sieht links im Tunnel etwas Rand, rechts hingegen nicht). Dies kann ich leider nicht durch Positionsänderung des Fangspiegels längs zur optischen Achse des Tubus lösen. Der angedeutete Versatz könnte nur schräg dazu korrigiert werden.

    Anscheinend schielt dein Okularauszug. Das würde ich als erstes korrigieren:

    1. Spinne zentrieren unter Berücksichtigung des Offsets, sodass der Fangspiegel mittig im Tubus sitzt.

    2. Fangspiegel Justierschrauben auf Mittelstellung schrauben, sodass der Fangspiegel schön zentrisch im Tubus sitzt

    2. OAZ an seinen Befestigungsschrauben shimen, so dass er beim Blick durch das Cheshire den Fangspiegel mittig zeigt. Man kann dazu Shimbleche, Schimscheiben oder normale Unterlegscheiben, oder auch ganz einfach Kunststoff oder sogar Karton passender Dicke unter die betreffenden Befestigungsschrauben unterlegen und zwischen OAZ Grundpatte und Tubuswand einklemmen.

    Statt mit dem Cheshire geht dieser Schritt auch sehr gut mit dem Laser. Dazu muss man mit einem dünnen Permanent Marker eine Mittenmarkierung auf die optische Mitte des Fangspiegels machen, also incl. Offset und den OAZ so gekippt einbauen, dass der Laserstrahl diese Mittenmarkierung trifft.


    Anschließend die Fangspiegel Kippung (Tilt) mit den Fangspiegel Justierschrauben ausrichten, dass er im Cheshire den Hauptspiegel zentriert zeigt. Mit Justierlaser sollte der Laserstrahl die Mitte des Hauptspiegels treffen. Bei Diskrepanzen eher dem Cheshire als dem Laser glauben.


    Als letzten Schritt den Hauptspiegel mit dem Cheshire justieren. Jetzt sollten alle Reflexe konzentrisch sein. Zumindest muss der Fangspiegel den kompletten Hauptspiegel zeigen, sonst hast du Lichtverlust. Das ganze wie Ralf beschreibt am Stern prüfen.


    p.s.

    Der Fangspiegel erscheint mir auch sehr knapp ausgelegt. Da sollte die Justage schon gut stimmen, um keinen Lichtverlust zu erleiden.

    Hallo Tino,

    was ist für dich "echte dielektrische Vergütung"? Im Zusammenhang mit Verspiegelungen höre ich den Begriff zum ersten Mal.


    Du hast "Enhanced Aluminum" mit 95% verlinkt. Das ist eine metallische Verspiegelung und keine dielektrische.

    Lt. Hersteller sind die Oberflächen beugungsbegrenzt was etwa einem Lambda Wert von 1/4 entspricht

    Diese etwas unpräzise Definition wird seit Jahrzehnten für Hauptspiegel verwendet, wenn es sich bei dem Fehler um reine sphärische Aberration (SA) handelt (SA= Lambda 1/4 Wellenfront ~ 81% Strehl). In Zusammenhang mit einem Zenitspiegel ist sie komplett falsch.


    Im deutschen Fachvokabular spricht man bei Spiegeln von Verspiegelung und bei Linsen von Vergütung =Entspiegelung. Was bitte soll eine "dielektrische Vergütung" bei einem Spiegel sein?

    Quote from Omegon

    Der 2'' Omegon Zenitspiegel ist mit hauchdünnen Aluminiumbeschichtungen bedampft, um eine maximale Reflexion von 99% .... zu garantieren

    Aha, sind da jetzt gleich mehrere Alu Beschichtungen übereinander aufgedampft? Die erste schafft 90%, jede weitere noch mal etwas mehr? Kommt man mit genügend Aluschichten übereinander auf 110%? :see_no_evil_monkey:


    "dieelektrische Vergütung" ist schon korrekt, es wird jan nicht von "dielektrischer Spiegel" gesprochen

    Du meinst, es ist eine Alu Verspiegelung und mit "dielektrischer Vergütung" ist die dielektrische Schutzschicht darüber gemeint? So erreicht man aber niemals 99% Reflexionsgrad. Mit Alu + mehrere Schutzschichten genau definierter Dicke (sog. "Enhanced Aluminum") erreicht man meines Wissens maximal 94%. Darüber geht nur noch mit vielen rein dielektrischen Schichten mit genau definierter Schichtdicke und das ist richtig aufwändig, wenn man es auch noch für das gesamte sichtbare Spektrum erreichen will.


    Glaubt ihr bei so vielen Ungereimtheiten an einen Reflexionsgrad von 99% bei einem 154,- Euro Teil? Oder, dass überhaupt irgendeine von den Aussagen stimmt? Das ist ja schlimmer als bei der Waschmittelwerbung "weißer als weiß".

    Du schreibst von einer Einzelaufnahme 30 s und dann vom Stack mit 300 Bildern. Wie passt das zusammen? Du hast doch nicht etwa dasselbe Bild 300 mal vervielfältigt?


    Schwache Dep Sky Objekte bei dickem Mond geht ohnehin nur mit speziellen Filtern.


    Welches Teleskop willst du der kleinen Reisemontierung zumuten?

    Hallo Konrad,


    Spiegelkauf ist Vertrauenssache, man kauft nach Namen. Einige Hersteller haben sich über die Jahre einen guten Ruf erarbeitet, während andere eher durch "kreatives Messprotokoll Tuning" aufgefallen sind.


    Die übliche, bewährte und robuste Alu / Quarz Beschichtung hat 88-90% Reflektivität über den gesamten visuellen Wellenlängenbereich. Alu mit einem Schutzschichtaufbau mehrerer Schichten übereinander können es auf ca. 92-94% schaffen, wenn die Schichtdicken genau eingehalten werden. Noch höhere Werte können nach meinem Wissensstand nur mit komplexen dielektrischen Schichten erreicht werden.

    Siehe hierzu das alte Thema Reflexionsgrad Inflation

    Immer wieder das gleiche Leid mit der Laserjustage.

    Der Laser reagiert nun mal überempfindlich selbst auf kleinste Verkippungen in der Okularauszug Hülse, da der Weg hin und zurück sehr lang ist. Man denkt, das Teleskop hat sich dejustiert und fummelt ständig am Fangspiegel herum, dabei ist es nur der Laser der kippt. Das ist für die Justage jedoch eher unbedeutend. Entscheidend ist, dass die optische Achse des Hauptspiegels in der Mitte des Bildfeldes ist und genau das zeigt der Laser nicht eindeutig genug an. Ich bevorzuge daher das Cheshire bzw. transparente Filmdose und das Feintuning am Stern und hoher Vergrößerung.


    Ein Teleskop das ich je nach Blickrichtung ständig individuell neu einjustieren müsste, würde mich wahnsinnig machen.

    Hallo Christian,


    die intra- und extrafokalen Bilder sind viel zu stark defokusiert. Je näher zum Fokus, um so empfindlicher wird der Test. Kurz vor und hinter dem Fokus ist der Test am empfindlichsten, gerade soweit das man den Fangspiegelschatten eindeutig sehen kann. Ist dieser Schatten genau zentrisch, ist die Justierung gut.


    Für mich persönlich ist der Laser kein gutes Zentrierwerkzeug. Ich bevorzuge ein Cheshire, oder die Low Budget Version, die transparente Filmdose mit Loch in der Mitte. Das sehen andere jedoch anders.

    Herrliche Eindrücke! Danke für's mitnehmen im virtuellen Raumschiff durch die Milchstraße.


    Ich musste erst noch mal nachschauen, was genau mit "Dark Horse Nebula" im Ophiuchus bezeichnet wird, ich kenne halt das kontrastreichere Hinterteil des Pferdes als "Pipe Nebula".


    Was mir fehlt, sind die Milchstraßenbilder in Groß incl. Aufnahmedaten. Ich kenne ja die großen Bilder und kann sagen, dass sie so noch mehr zur Geltung kommen.

    Wenn das auf Bens Webseite nicht anklickbar zu machen ist, könntet ihr sie einfach hier im Astrotreff hochladen.

    Wenn die AP deutlich größer als die Pupille ist, geht ein Teil des gesammelten Lichts nicht ins Auge.

    Richtig!

    Quote

    Ist die AP kleiner als die Pupille, wird das Bild dunkler, da nur ein Teil der im Auge vorhandenen Rezeptoren genutzt werden.

    Falsch! In diesem Fall gelangt sämtliches Licht in's Auge, da geht nichts verloren. Das Licht eines flächigen Objektes wird lediglich auf eine größere Fläche (mehr Rezeptoren) der Netzhaut verteilt. Jeder einzelne Rezeptor bekommt dadurch weniger Licht ab. Das Bild flächiger Objekte erscheint größer und dunkler.


    Im übrigen stimme ich den Aussagen von AndiL zu 100% überein. Wenn das Auge durch Begrenzung der Iris nur 7,5" der Öffnung sieht, ist es ihm egal, ob das Teleskop 7,5" oder 10" oder gar 1 m Durchmesser hat, es sieht immer nur die 7,5" und somit die entsprechende Lichtsammelleistung und Auflösung.

    Hallo Renè,

    Gratuliere zu Spiegel, und danke, dass du das hier so schön dokumentierst, große Sache!

    Was hast du zum Ende noch gemacht am Rand?

    Welcher Strehl kommt am Ende raus?


    Warum willst du eine 27 Punkt Zelle machen? Plop sagt, dass eine 18 Punkt für diese Dicke ausreicht. In der Praxis sollte sie das auch.

    Ich rate den Spiegelschleif Neulingen zu einer Größe von 115 mm und einem Öffnungsverhältnis von nicht kürzer als f/4 bis zu maximal 300 mm und nicht kürzer als f/5. Das sind jedoch nur Richtlinien, die Grenzen sind fließend. Sehr beliebt sind 200 mm f/6, aber auch 255 mm f/6, oder 300 mm f/5,5. Einige wollen was langes für Planeten, andere was kurzes kompaktes die die Reise - alles machbar. Wie oben schon geschrieben, ist eine länger anhaltende Motivation für den Erfolg ganz entscheidend - wahrscheinlich sogar das wichtigste beim Spiegelschleifen überhaupt. Wer den Spiegel auch in ein Teleskop bauen und damit beobachten will, entwickelt einfach mehr Ehrgeiz, das Projekt durchzuziehen.


    Warum 115-300 mm:

    1. Bis zu 300 mm Größe funktioniert das günstige und bis zu 25 mm dicke Borofloat perfekt, die Kosten bleiben überschaubar.

    2. Einfache Handhabung, geringe Kräfte, meist kein Muskelkater, schliefen auf irgend einem Brett möglich. Besonders wichtig, wenn man keinen stationären Arbeitsplatz hat und z.B. immer wieder den Küchentisch frei räumen muss.

    3. Diese Größen kann man noch gut per Hand aushöhlen

    3. 115-300 mm lässt sich mit dem guten alten und einfach zu bauenden Foucault Test messen. Die Chance ist sehr hoch, dass es ein richtig guter Spiegel wird

    4. Das herstellen und richtige anpassen der Pechhaut ist einfacher.

    5. Beim Polieren und parabolisieren erkennt man schneller, wie die Pechhaut arbeitet und wie welche Strichführung wirkt - das ergibt eine steilere Lernkurve.


    Was ist mit denen, die unbedingt gleich einen 400 mm f/4,5 machen wollen, z.B. weil sie schon einen Fernost 300 mm besitzen und nichts Kleineres gebrauchen können? Denen rate ich, einen 115 mm f/4,2 gleich mitzumachen, der als perfekter Superfinder für den Großen dienen kann. Mit dem kleinen kann man alles mögliche ausprobieren mit schneller Rückkopplung. Das erlernte kann man anschließend am viel träger reagierenden Großen zielgerichteter anwenden.


    Und was ist mit denen, die gleich zu Beginn mindestens einen 500 mm f/4 machen wollen? Tja, da kommt es wieder auf die Motivation an. Ist der Hauptgrund, das Geld für einen teuren großen Spiegel sparen zu wollen, sind die Erfolgschancen gering. Man wird nämlich schnell erkennen, dass es seine Gründe hat, warum ein großer guter Spiegel so teuer ist. Ist es hingegen eher der sportliche Ehrgeiz gepaart mit ein Stück Größenwahn(*), gibt es gute Chancen, selbst so ein Projekt zu rocken.


    * : Auf keinen Fall will damit Leuten wie stefanruprecht und anderen Großspiegelschleifern Größenwahn unterstellen. NEIIIN, niemals nie täte ich es wagen, sowas öffentlich in einem Forum zu äußern :love: :whistling:


    Quote

    ...würde ich vermuten das man so einem teuren kommerziell gefertigter Spiegel bei rein visueller Nutzung mit eher geringer Vergrößerung doch eigentlich gar nicht richtig ausnutzt oder?

    Ja, das stimmt. Bei geringer Vergrößerung kann das Auge die Restfehler des Teleskops nicht auflösen. Es widerspricht jedoch der Ehre eines Spiegelschleifers, ein Teleskop nur für geringe Vergrößerungen zu bauen. Da steht ja auch mal ein Jupiter, Mars, oder Eskimonebel im Okular und da will man auch hohe Vergrößerungen und scharfe Bilder.


    ein Eskimonebel

    Hallo Rockcrusher, starke erste Beobachtung, sogar mit Zeichnung! Wenn du dabei bleibst, wird dir das in Erinnerung bleiben.


    Ich tippe schwer auf den Sternhaufen Messier 11 (M11) den Wildentenhaufen (auf Englisch Wild Duck Cluster) . Die Sterne passen sehr gut dazu. Die Spitze deines Pfeiles wäre demnach Lambda Aquilae (Stern namens Lambda im Sternbild Adler). Im Fernglas bei 10- facher Vergrößerung und Freihandbeobachtung kann man die Einzelsterne des Haufens nicht so gut auflösen und er erscheint wie ein runder milchiger Fleck.

    Die recht große Sternansammlung direkt rechts unten von M11 ist die sog. "Schildwolke". Siehe z.B. diese Webseite


    Das Zentrum der Milchstraße selbst liegt deutlich weiter am Südhorizont und ist von vorgelagerten Dunkelwolken verdeckt.


    Oder es ist so wie Konrad schreibt, aber dann passen die Sterne, die du gezeichnet hast, nicht. Den Adlernebel M16 und direkt darunter den Omaganebel M17 kann man mit dem Fernglas auch sehr gut beobachten. Die kleine Sagittarius Sternwolke Messier 24 (Star Cloud M24) südlich von M17 ist extrem sternreich, jedoch deutlich kleiner als dein Fernglas Gesichtsfeld.

    Quote

    Lustiges Phänomen. Wenn ich die oben beschriebenen Objekte direkt ansehe, sehe ich die etwas dunkler. Wenn ich sie etwas an den Fernglasrand bringe und mit den Augen daran vorbei schaue sehe ich sie deutlicher.

    Sehr gut beobachtet! Das ist das sog. "indirekte Sehen" (in Englisch: averted vision), eine der wichtigsten Techniken der visuellen Astronomie. Das liegt daran, dass die Stäbchen am Rand unserer Netzhaut lichtempfindlicher sind als die Zäpfchen in der Mitte. Genaueres siehe hier.


    Du könntest dir eine der Planetariums App auf das Smartphone herunterladen (meine Favoriten sind Sky Safari und Stellarium Mobile). Die Helligkeit des Bildschirms zerstört zwar etwas die Dunkeladaption, ist jedoch immer noch besser als jedes Mal 2 Stockwerke runterlaufen. Oder du besorgst dir Sternkarten auf Papier und schaust sie dir mit einer schwach dimmbaren roten Astro Taschenlampe an.


    Dranbleiben! Um so mehr wirst du bereits bekanntes wiederfinden und neues entdecken.

    Aha, arbeiten die Diamantscheiben also so unterschiedlich- interessant! Vielleicht kannst du das Tool auch auf diese Art konvex schleifen?


    Du wirst sicherlich deutlich vor der endgültigen Tiefe auf Karbo + Tool wechesln wollen, um alle geroben Schleifspuren auszuschleifen und auch um das Tool anzupassen. Es wird mit so einem kleinen Tool ja sicher auch nicht besonders gut sphärisch.


    40 mm dicke Granitplatte könnte zu schwer werden. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich für einen 400 mm Spiegel eine 300x30 mm Toolscheibe wählen.

    Letztens sah ich bei OBI München 600x600x30 mm Feinsteinzeugfliesen für ca. 20 Euro/ Stk. Daraus könnte man das ideale und komplett bröselfreie Tool in gewünschter Größe flexen.

    Hatte ich schon erwähnt, dass der 6 Zoll Reisedobson auch "Remote Observing" kann, ganz ohne Motoren, Steuerung, Kabel- Gedöns und Internet? Wie das? Man schickt einfach andere damit auf Reise und lässt sie berichten. Hier ganz aktuelles Bild aus La Palma:


    Hallo Matthias, wow, du gibst ja Vollgas!


    Wenn ich mich richtig erinnere, hatte Alois mal gesagt, dass bis zu 0,5 mm Keilfehler bei 25 mm Borofloat tolerabel sei. Wie er zu dieser Aussage kam, weiß ich nicht, vermutlich praktische Erfahrung. Ich versuche trotzdem, den Keilfehler zum Ende des Grobschliffs oder mit dem K180 auf unter 0,1 mm zu mimimieren. Dazu sollte die Rückseite bereits plangeschliffen sein, damit man sieht, wo die dickste Seite ist, die man verstärkt schleifen muss. Einen geringen Keilfehler sehe ich als vorteilhaft beim späteren messen, weil nach Drehung des Spiegels im Messstand man das Interferometer weniger neu ausrichten muss. Das empfinde ich vor allem zum Ende hin mit dem vielen messen in 4 oder 5 Positionen als Erleichterung.


    Horias altes Thema 18" Spiegel - Das Handwerk ist repariert, jetzt sieht man die Bilder wieder.


    Ich habe auch mal probiert mit einer Winkelschleifer Diamantscheibe als Schleiftool immer Mitte über Mitte auszuhöhlen, aber es ging mir viel zu langsam. Ich glaube, Horias Geheimnis sind einfach die 20 kg Zusatzgewicht, so dass es richtig "kesselt", und da muss man den Rand natürlich aussparen, damit nichts abplatzt. Ich habe dann doch wieder die Flex angeworfen. Bedenke, dass du das Tool ja auch konvex machen musst.


    Ich rate Leuten, die sich davor scheuen, gleich mit der Flex auf den Spiegel los zu gehen, einfach mit dem Tool anzufangen. So kriegt man ein gutes Gefühl dafür, wie die Flex arbeitet.

    Ich habe jetzt auch mal gerechnet (Mel Bartels Rechner und meine Exceltabelle) und komme auf ähnliche Zahlen wie die Vorschreiber, deine Auswahl passt:


    Spiegeldurchmesser: 200 mm

    Brennweite: 1.000 mm

    Öffnungsverhältnis: f/5

    Hut Innendurchmesser: 240 mm. Minimal nötig ohne jede Justier- Toleranzen wäre ca. 226 mm, praktisch würde ich nicht unter 235 mm gehen wollen. 250 mm ist unnötig groß. So groß würde ich nur bei Volltubus machen, damit die Tubus Luftturbulenzen aus dem Strahlengang bleiben.

    OAZ: Kineoptics HC1 oder ähnlich flacher 1,25" Auszug

    Fangspiegel kleine Achse: Man muss bedenken, dass die Herstellerabgaben meist Brutto incl. Fase gemeint sind. Ich ziehe immer 1 mm von der Herstellerangabe ab. Ein 46 mm (= netto 45 mm) gibt mehr als genug Ausleuchtung für alle erdenklichen 1,25" Okulare, 43 mm ist auch ok, unter 40 mm wird zu klein. Größer als 46 mm ist für visuelle Auslegung machbar, aber unnötig groß. Antares Optics ist bei Rochester im Staate New York, USA und nicht in Kanada. Mittlere bis etwas bessere Genauigkeitsstufe von denen hat mir immer gereicht. Unter den Fernost Fangspiegeln waren in der Vergangenheit immer wieder unterirdisch schlechte dabei. Ob das inzwischen besser ist, weiß ich nicht.

    Fangspiegel Offset: 2 mm

    Spiegelbox Innenmaß: Ebenfalls 240x240mm, wenn Spiegel incl. Zelle locker reinpassen soll. 230x230 mm ist auch noch ok, wenn man platzsparend bauen kann. Von noch kleiner würde ich Anfängern abraten (wird arg fummelig, die Spiegelzelle unterzubringen).

    Sucher: Peilsucher! Mein Favorit ist der Baader Skysurfer


    p.s. Mit einem 8" unter dunklem Himmel kann man weit mehr beobachten als nur die Messier Objekte.

    Also Leute,


    Neue Wege gehen und Sachen ausprobieren ist ja durchaus wünschenswert. Aber dann muss man doch wenigstens die Grundkennisse der Mechanik befolgen, wenn es was taugen soll. Dobson Rockerboxen gibt es nicht erst seit gestern und es gibt gute Gründe, warum sie so aussehen, wie sie aussehen. Wir wissen worauf es ankommt, welche gut funktionieren und welche nicht.


    Stefan kann bauen, was er will, ist ja sein Teleskop. Ich hoffe nur, das hier baut niemand so nach.

    Hallo Konrad,


    Christian hat ja schon wichtige Hinweise gegeben.

    Generell kann ich sagen, dass man einen Reisedobson nicht einfach mal schnell zusammenzimmert. Man muss abwägen zwischen "möglichst leistungsstark", "möglichst leicht", "möglichst kompakt", "möglichst stabil", "möglichst schnell aufzubauen", "möglichst komfortabel"... Das ist ein Gerät für's Leben, so zumindest meine Reisedobson Philosophie.


    Beispiele zum Ideen sammeln, siehe meine Links unter Reisedobsons:

    https://www.stathis-firstlight.de/atm/links.htm

    Reisedobsons der Münchener Selbstbaugruppe

    Meine Reisedobsons:

    2 Stangen Reise Dobson 155 mm f/5.6

    2 Stangen Reise Dobson 255 mm f/5,4

    6 Stangen Fünfling 240 mm f/4,5

    2 Stangen 170 mm f/6,3 Zwillinge


    Bücher für Reisedobsons gibt es nicht. Für normale Dobsons gibt es "The Dobsonian Telescope" von David Kriege und "Portable Newtonian Telescopes" von Albert Highe


    Da du noch am Anfang stehst, hier ein paar Richtlinien zur Auswahl:

    1. Spiegeldurchmesser. Das scheint bei dir auf 20 cm hinauszulaufen, was eine gute Größe für einen kompakten, leichten und trotzdem leistungsstarken Reisedobson gibt.

    2. Öffnungsverhältnis. Deutlich länger als f/5 ergibt einen recht langen Hebel und macht alles großer und schwerer. Deutlich kürzer als f/4,5 erfordert gute teure Okulare (Panoptik, Nagler). Kürzer als f/4 erfordert zwingend einen Comakorrektor und der ist teuer, schwer, klobig

    2. Okularsteckmaß festlegen. Willst du unbedingt 2" Okulare verwenden, wird es oben sehr schwer und macht Balance Probleme. Bei 8" würde ich mich wie Christian auf 1,25" Okulare beschränken., die maximal 300 g wiegen sollten. Bei f/4,5 und 24 mm Weitwinkel in 1,25" ist für mich die goldene Mitte. Gute maximale AP und trotzdem noch große Übersicht. Deshalb haben unsere Fünflinge f/4,5, ideal mit dem 232 g schweren 24 mm Panoptik mit 1,25" Steckmaß.

    3. Festlegen der Stangenanzahl. Es gibt 1, 2, 3, 4, 6 und 8 Stangen Konzepte. Jedes hat seine Vor- und Nachteile, man könnte Bücher damit füllen

    4. Festlegen des Oberteils. Einring oder Zweiring Hut bei 3, 6, 8 Stangen. Okluar/Fangspiegelkopf bei 2 Stangen. Auf jedes Gramm achten.

    5. Festlegen des Okularauszuges. Muss leicht und klein sein. Die üblichen Fernost- Fokusierer wiegen "einen halben Zentner" und gehen somit gar nicht. An meinem 6" Reisedobson habe ich deshalb bewusst ganz spartanisch nur eine Hülse verbaut. Alternative: Lampenfassung (siehe hier und hier)

    6. Sucher: Es kommen nur Peilsucher oder der Rigel Quickfinder in Frage (siehe Diskussion hier). Alles andere ist viel zu schwer.

    7. Höhenräder: Entweder möglichst groß (min. 2x Spiegeldurchmesser), die extra zu verpacken sind, oder kleinere Höhenräder mit Bremse beim Okularwechsel.

    8. Festlegen des Transportkonzeptes. Ist abhängig von allen vorigen Punkten. Spätestens hier merkt man die Komplexität eines Reisedobsons.


    Mit all dem ergibt sich die Fangspiegelgröße und alle Maße für die Spiegelzelle, Spiegelbox, Stangenlänge. Erst mit allem zusammen ergibt sich der Schwerpunkt des optischen Tubus (OTA). Die Rockerbox kann man erst festlegen, wenn der Schwerpunkt des OTA bekannt ist, da dieser die Bauhöhe der Rockerbox bestimmt. Am einfachsten baut man sie erst zum Schluss.


    Bin gespannt, wie du es angehst.

    Zum einen gilt das Reflexionsgesetz in der Form "Einfallswinkel=Ausfallswinkel" nicht mehr, wenn der Gangunterschied unter einer halben Wellenlänge liegt.

    Es zählt dann nur noch der Gangunterschied selbst!

    Gibt es das irgendwo nachzulesen? Da ich das wellenoptisch nicht rechnen kann, bin ich hinsichtlich der Feinstruktur bisher folgender Richtline gefolgt: Was Foucault sieht, sieht auch der Stern, was Foucault nicht mehr sieht, interessiert mich nicht.


    Zum VLT Spiegel: Hey, das ist dort eine f/1,8 Hyperbel von 55 Quadratmetern und trotzdem haben sie es auf 38 Nanometer Wavefront RMS geschafft. Das ist schon unverschämt gut! Weißt du was im Messprotokoll die Angabe [seeing 0,2 arc sec, wave 500 nm] heißen soll? Ist die "Central Intensity Ratio 0,890" bezogen auf das 0,2 arc sec Seeing Scheibchen?


    Zurück zu Renés Spiegel:

    Sowohl das Rand I-gram als auch das letzte Rand Foucault Bild zeigt, dass die Kante bisher nicht gelitten hat, das ist doch schon mal sehr beruhigend. Der größte Restfehler ist immer noch der zu hohe Rand, was man im vorletzten Foucault Bild auch direkt sehen kann. Das ist jedoch im Vergleich zu vorher VIIIEL besser geworden. Dabei muss man im Hinterkopf behalten, dass DFT- Fringe den steilen Anstieg etwas glättet und der wahre Fehler größer sein wird. Wie ändert sich das Ergebnis, wenn man die 3% Glättung mal rausnimmt?


    Frei nach der Regel, 3 Spiegelschleifer 6 Meinungen, würde ich jetzt genau gegenteilig verfahren, als Kai vorschlägt:

    Wenn die bisherige "Methode Randhobel" so gut in die richtige Richtung geht, warum nicht weitermachen, wie bisher? Und die Gefahr, übers Ziel hinaus zu schießen? Und wenn schon, in dem Fall einfach wieder etwas weiter innen polieren.


    René, bin echt gespannt, wie du weiter machst. Eigentlich müsstest du ja jetzt selbst am besten abschätzen können. wo genau du wieviel polieren musst.

    Ja, krasse Schai$e!!!

    Sportliche 19,4 mag, tief im Südhimmel und mitten im Gewimmel der Milchstraße... und du hast ihn trotzdem erwischt! :face_with_monocle:

    Ich verneige mich ebenso tief.

    Vielen tausend Dank für den Einsatz

    Gute Idee, einen Newton Tubus in eine Dobson Wiege zu setzen! Das Ding heißt "Rocker Box" weil das Teleskop darin rockt.

    Leider hat deine Ausführung gravierende Fehler:

    1. Die Höhenräder sind deutlich zu klein. Das bringt zu wenig Haltemoment zum Okularwechsel

    2. Keine Querbretter, sondern nur parallel laufende Latten zum Aussteifen der Seitenbretter. Das wackelt.

    3. Die Füße liegen nicht unter den Gleitbelägen. So werden die Latten durch das Gewicht gebogen. Das wackelt wie verrückt.

    4. Wenig geeignete Materialien für die Gleitlager. So wird keine feinfühlige Nachführung möglich.


    Das alles wirst du sicher beim First Light selbst merken.